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Sonntag, 5. Februar 2017, 11:48

Vorsegelwechsel einhand auf 32 IOR-Füßen

Gesucht habe ich unter dem Stichwort doppeltes Vorstag, bin aber nicht so richtig fündig geworden.

Die alte Rollanlage habe ich endgültig entsorgt und habe die letzte Überführung ins Winterlager mit einem prov. Dyneema-Vorstag Liros Racer 6mm gefahren, dahinter unterstützt von einem der beiden Liros Racer 6mm Vorfallen, daran die kleine 100% Folienfock mit Stagreitern. Das hat für die Überführung gut funktioniert, nur haben mir die Stagreiter auf Dyneema nicht so gut gefallen.

- Zu 90 % bin ich einhand unterwegs.
- Das Rigg hat vordere Unterwanten und ein Babystag, dass jetzt auch aus Dyneema besteht und aus dem Cockpit getrimmt wird.
- Nach hinten wird mit Dyneema-Backstagen und Dyneema-Achterstag mit Heber getrimmt.
- Es gibt nur 1 Vorstagaufnahme für T-Toggle an dem oben sehr schlanken jollenartigen Mast.
- Das Standard-Vorsegel muss bei dem IOR 9/10 Rigg die große weit überlappende Genua sein, die muss ich jetzt sowieso erneuern.
- Bei Bedarf möchte ich durch Vorsegelwechsel reffen können und nicht die dicke aufgerollte Genua vorne rumfahren.
- Ich finde immer noch gut, dass ein Vorsegel bei Bedarf von alleine und schnell "runterfällt". Es nervt, wenn ich ein Segel runterzerren muss.
- Raumschots wird Spi gefahren oder ein alter Halbwinder, wenn ich faul bin.

Den Vorsegelwechsel möchte ich möglichst schnell durchführen können, ohne Stagreiter ab- und anschlagen zu müssen.
Für die Vorsegelaufnahme stelle ich mir beidseitig Relingtaschen aus überwiegend Netzgewebe vor, die an der Reling hängend geöffnet bis auf dem Deck liegen, wenn das Segel auf dem jeweiligen Bug darauffällt, möchte ich die um das Segel schnell zukletten können und dabei die andere Tasche für das neue Segel öffnen.

Es läuft also auf ein neues doppeltes Vorstag nebeneinander hinaus.
- Reicht eine ausreichend breite Wippe im Top, um die Gegenspannung auszugleichen?
- Oder wäre eine Schnellspannvorrichtung an beiden Stagen besser?
- Hab auch schon in Erwägung gezogen, oben eine kleine Rolle an den T-Toggle anzubringen und Dyneema einmal hoch und runter anzubauen, das sollte ja auch die Gegenspannung verhindern ?( und dann Plastikstagreiter zu verwenden?

Oder gibt es ein wirklich empfehlenswertes Vorstagprofil wie z.B. TuffLuff, das wirklich a) den schnellen Segeleinzug und b) die zuverlässige eigenständige und klemmfreie Einführung in die Nut gewährleistet, wenn man aus dem Cockpit das Fall durchsetzt?

Ich bin dankbar für Vorschläge, Erfahrungen und Hinweise auf Denkfehler.

Danziger

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2

Sonntag, 5. Februar 2017, 11:59

Doppeltes Vorstag = Vorsegel Vorliek hängt immer durch.

Freunde von mir haben ihren ½ Tonner gepimpt, indem sie den Baum des Groß gegen einen längeren getauscht haben, ein passendes Groß gekauft haben und so die Riesengenua los werden konnten und jetzt eine nicht überlappende Fock Medium statt dessen fahren. Segelwechsel jetzt erst ab 6BFT nötig. Segelleistungen auf der Kreuz sind besser und das Segel vorne deutlich günstiger und viel besser zu handhaben.

Hans

Danziger

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3

Sonntag, 5. Februar 2017, 12:07

Vorstag immer aus Stahl.

Tuff Luff und Teflonspray geht gut, Fock dann mit Feeder alleine setzbar, das macht man mit Wind von hinten in der Abdeckung des Groß. Bergen geht auch hart am Wind, Schot wird ca.5cm aufgefiert, also immer noch ziemlich fest, Fall los schlagen, Fock dann in Bahnen easy am Vorstag runter ziehen und auf Deck mit Gummistrop, der von BB nach STB über das Deck gespannt wird sichern. Bei meiner 34m2 Fock eine Sache von 45 Sek.

Hans

4

Sonntag, 5. Februar 2017, 12:23

Dyneema-Vorstag - da stellten sich auch mir die Nackenhaare hoch. Ach wenn IOR Halbtonner nicht gerade Sabilitätsmeister sind - das bischen mehr an Topgewicht sollte drin sein.

Dafür kannst Du das 2. Vorstag weglassen. Wie Hans schon schrieb, führt dies nur dazu, dass das Vorstag mit Segel durch hängt. Wenn Du unbedingt 2 Stagen fahren möchtest, dann setze das kleinere Vorsegel ( Sturmfock ) am Babystag. Dann müssen aber die Trimmstage ausreichend dimensioniert sein.

Der Wechsel G1 => G2 => G3 wird einhand nur dann einfach sein, wenn das Segel unter Kontrolle runter kommt und nicht wegfliegen kann - also kein TuffLuff oder ähnliches, sondern Stagreiter ( fahren alle Einhandklassen unterhalb der Class40 )
Rommel 33 zu verkaufen
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5

Sonntag, 5. Februar 2017, 13:24

Sei nicht so streng mit mir wegen Dyneema-Vorstag. Ich gebe ja zu, dass das irgendwie gewöhnungsbedürftig ist; auch für mich, als ich das ungeplant als Reparaturstag eingesetzt habe und dann 115 sm Strecke bei ordentlich Wind und Welle damit gesegelt bin. Aber ich bin seit dieser Erfahrung eher ambivalent:

- Original 1x19 5mm Vorstag hat Bruchlast 2 to.
- Liros Racer 6 mm ist mechanisch relativ widerstandsfähig und hat Bruchlast 2,5 to, korrekte Anbindung vorausgesetzt.
Aber egal was, der T-Aufnahme im Alumast traue ich keine 1,5 to zu, die bleibt für mich die eigentliche Schwachstelle, die ich nicht verbessern kann, solange ich den Originalmast fahre. Wenn er dann irgendwann kommt, kann ich mich ja verbessern.

Hauptwanten, vordere und hintere Unterwanten sind natürlich Draht.
Das Babystag greift kurz über der Saling an und dient nur zur Kontrolle des mittleren Mastbereiches. (Es ist viel zu kurz zu einer Segelaufnahme mit Ausnahme ggf. Sturmfock.)

Daher fahre ich eigentlich immer eins meiner Fockfallen oder mind. das Spifall nach vorne durchgesetzt als Sicherheitsstag, alle greifen in derselben Höhe im Mast an, die Punktlast wird aber bei Lastspitzen verteilt.

Was wäre dann noch das zwingende Argument für Stahlvorstag?

Hans, danke für den Tuningvorschlag, das habe ich bereits umgesetzt: Baum von 3,0 gegen 3,7 m getauscht, ein Foliensegel mit Squarehead liefert jetzt ca.
5 m² mehr Segelfläche, die Genua muss nicht mehr ganz so groß ausfallen wie früher. Mit der 100% Fock muss ich aber den Mast schon ganz senkrecht fahren, damit das Boot nicht zu luvgierig ist. Daher möchte ich die Genua schon noch mit ordentlich Überlappung.

Was ich jetzt nicht so ganz verstanden habe, wieso das Segel bei TuffLuff wegfliegen kann, zum Bergen muss man doch auf jeden Fall nach vorne und es runterziehen, dann habe ich doch die Kontrolle, oder?

Bernd

6

Sonntag, 5. Februar 2017, 13:35

Seit letzter Saison fahre ich auch wieder Stagreiter statt Rolle. Bin auch oft einhand unterwegs. Boot mit IOR-Appeal.

Ich habe mir eine wirklich gute 100% GIII machen lassen. Die zieht am Wind bei 8 kn ausreichend, ab 10 kn befriedigend los. Bei tieferen Kursen kommt der Spi oder der Gennaker zum Einsatz. Sicher wäre hier ein C 0 mit Rüssel noch besser, aber ich scheue das Invest.

Fahren kann ich die GIII bis 30 kn. Dann kommt eine GIV, die mit Bindereff auf Sturmfock umzumodeln ist. Damit ist mit der GIII ein erstaunlich großer Einsatzbereich abgedeckt. Die GI kommt damit nur bei Wind < 8 kn zum Einsatz. Segelwechsel fallen recht selten an.

Im Unterschied zum Segeln mit Rolle habe ich immer das optimale Vorsegel drauf. Einziger Nachteil ist das Wegstauen der Segel. Ein ordentliches Falten und Verstauen ist einhand kaum machbar.

Backstag fahre ich übrigens schon länger "fliegend", also mit TAlje statt Spanner. Bei Wind unter < 15kn und wenig Welle setze ich das gar nicht. Wenden mit der GIII und ohne das Stag laufen seitdem super!

Fazit für mich: Eine ordentliche GIII löst viele Probleme auf einen Schlag.
Watt mutt, dat mutt.

Danziger

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7

Sonntag, 5. Februar 2017, 14:09

Überlappende Genua macht das Schiff noch luvgieriger. Hauptquell der Luvgierigkeit ist die Krängung/Widerstand der Segel, die den "Zugpunkt" am Mast nach Lee bringt und so ein luvendes Moment in die Kräftegleichung bringt.

Meine Kiste ist als 150% Genuaboot auf die Welt gekommen. Wie die allermeisten noch fahrenden Regattaexemplare habe auch ich nur noch 104% Vorsegel. Vorteil: weniger m2 = langsamere Vermessung = leichter ins Potential segelbar, weniger Tuch = leichteres Handling = weniger Stauraum benötigt, schnellere Wenden = gehen nicht ins Rating ein = unbemessener Vorteil, 1 Segel weniger benötig: vorher 150% light, 150% heavy, 104% heavy, 95% heavy/4 jetzt 104% light, 104 heavy, 95% heavy/4. Für Fahrtensegeln dann nur eine 104% Medium oder Heavy al Gusto - Segestell deutlich günstiger.

Meine 104% Medium zieht ab 6kn Wind sehr akzeptabel und kann auch 40 kn Wind ab, dann natürlich ohne Groß. Für Nordsee ist eine 104% Heavy das sinnvollere Allroundsegel - Windniveau generell etwas höher als Ostsee.

Nachteil: es bedarf etwas mehr Trimmerfahrung und Inhauler um aus einer 104% Fock genug Kraft für Leichtwindsegeln zu holen.

Hans

Kieler Jung

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8

Sonntag, 5. Februar 2017, 14:42

my 5 cent:

tuff luff ist mit kleiner crew / einhand echt käse. Bin mit meiner Frau ne zeitlang nen modernen 31 Füßer mit sowas gesegelt. Einzig dem Tackchange trauer ich ein wenig nach. Wiegt aber smallhanded die Nachteile nicht auf.

Doppeltes Vorstag (nebeneinander): Meine Eltern hatten das mal zu Prärollanlagenzeiten. Es funzt prinzipiell sehr gut (solange der Abstand der Stagen ausreichend groß ist), allerdings bekommt man das jeweilige Stag auch mit Wippe nie vernünftig "tight".

Wir haben jetzt ein Drahtvorstag. Im tourenmodus, wenn wir bei viel Wind/Welle z.B von der 1 auf die 3 wechseln und ich den Lappen nicht übers Boot zerren wollen, lassen wir die Stagreiter der 1 am Stag und klinken nur den Hals aus. Das Segeln bleibt also am Stag und kann nicht weggeweht oder weggewaschen werden. Die neue 3 kommt dann mit dem ersten Stagreiter über dem Kopf der 1 . Die 1 kommt dann an den Seezaun mit 2,3 Zeisern. Das ist zwar nicht ultrasportlich, aber besser als das nasse Segel unter Deck oder in die Backskiste zu stopfen. Im crusingmode für uns ok.
Beste Grüße,
Arne


"Genieße dein Leben, es könnte dein letztes sein."

:segeln:

Kieler Jung

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9

Sonntag, 5. Februar 2017, 14:49

Was ich jetzt nicht so ganz verstanden habe, wieso das Segel bei TuffLuff wegfliegen kann, zum Bergen muss man doch auf jeden Fall nach vorne und es runterziehen, dann habe ich doch die Kontrolle, oder?


Geht. bei handigen Bedingungen. Auf "Stolperkurs" reichen 2 Arme nicht, um sich festzuhalten, das Vorliek zu bändigen und festzulaschen.
Beste Grüße,
Arne


"Genieße dein Leben, es könnte dein letztes sein."

:segeln:

10

Sonntag, 5. Februar 2017, 15:27

Gut beantwortet - spätestens als ich mal bei >35kn auf dem Rodeoschiff in der Biskaya von der (horizontal) gerefften Fock auf die Sturmfock wechseln musste, war ich überglücklich über die Stagreiter, die es mir erlaubten hinten das Fall aufzumachen und dann vorn das Segel langsam und kontrolliert einzusammeln. Wem einmal die 15..20..40qm davon geweht sind, der weiß, wie blöd sich die wieder einfangen lassen. Und wenn sie dann im Wasser sind, wird es auch nicht besser ...

Und zum Thema, Textilstag - Da das Vorstag ( wegen der Rutscher etc. ) auch mechanisch belastet wird, wäre es das letzte Stag, welches ich umrüsten würde - egal ob die Bruchlast von Dyneema&Co in einem ähnlichen Bereich ist.
Was ich jetzt nicht so ganz verstanden habe, wieso das Segel bei TuffLuff wegfliegen kann, zum Bergen muss man doch auf jeden Fall nach vorne und es runterziehen, dann habe ich doch die Kontrolle, oder?


Geht. bei handigen Bedingungen. Auf "Stolperkurs" reichen 2 Arme nicht, um sich festzuhalten, das Vorliek zu bändigen und festzulaschen.
Rommel 33 zu verkaufen
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11

Sonntag, 5. Februar 2017, 17:06

Vorsegelwechsel einhand auf 22, 32 oder 42 Füßen ist das kleinste Problem, dass Du unter keinen Umständen auch nur einen Stagreiter anfassen willst, das eigentliche. Also doppelter Vorstag mit allen bekannten Nachteilen oder ein Sinneswandel. Ganz einfach.
Falls letzteres eine Chance hat, kann man das neue Segel auch prima über das Alte setzen und lässt das Alte angeschlagen. Will man wieder auf dasAlte wechseln, muss man nur die Stagreiter des eben eingeholten abmachen, lässt das Eingeholte an der Reling hängen und setzt das alte Segel wieder.

txg

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12

Sonntag, 5. Februar 2017, 17:18

Wir fahren auch die Konfiguration mit doppeltem parallelem Vorstag.

Die entscheidende Frage (wie so oft) ist eigentlich was du willst, in dem Fall komfortableren Segelwechsel oder ein paar Grad mehr Höhe am Wind. Der Unterschied hier ist sicherlich merklich, aber nicht so extrem wie manchmal dargestellt wird. Ich behaupte dass eine gute, flach geschnittene Fock II an doppeltem Vorstag sicherlich eine bessere Amwind-Performance liefert als eine auf die gleiche Größe eingerollte Genua I an einer Rollanlage.

Eine tolle Sache am doppelten Vorstag ist die Möglichkeit, auf Raum-und Vorwindkurs zwei Vorsegel zu fahren. Wir sind so grade über den Atlantik, mit 49m²-Genua und 32m²-Fock. Wenn der Wind zunimmt nimmt man einfach eins der beiden Segel runter und hat damit auch so eine Art Reffmöglichkeit. Und man kommt sehr gut vorwärts ohne irgendwelche Großsegelprobleme wie Patenthalsen oder schamfielen an den Wanten.

Wozu ich unbedingt raten würde sind Relingsnetze vom Ende Bugkorb bis zu den Oberwanten. Ohne hat man gerne mal das Problem dass sich die Zurrbändsel irgendwann lösen und die festgebändselte Genua (wir fahren eine 170%) irgendwann im Wasser schleift. Mit Relingsnetzen schmeißt man den Kram einfach auf Deck und packt ein oder zwei Bändsel rum und fertig, das entspannt alle Manöver deutlich.

Orage

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13

Sonntag, 5. Februar 2017, 19:11

Ich finde alle erwähnten Lösungen zu kompliziert.
Ich fahre ein Furlex-System von Selden, da ist eine Genua II aus mittelstarkem Dacron drauf. Das Segel kann sinnvoll bis zu 50% seiner Fläche vom Cockpit gerefft werden. Danach kommt eine Cover-Sturmfock über die eingerollte Genua. Hierfür muss man allerdings zum Bug (kommt äußerst selten vor).
Möchte betonen, dass man beim IOR-7/8-Rigg nicht allein übers Vorsegel reffen kann, sondern auch zeitig das Groß verkleinern muss; das geht auch vom Cockpit aus.
Alles natürlich nur Fahrtensegler-Modus; für optimalen Speed muss man anders handeln.
Handbreit, Felix

14

Sonntag, 5. Februar 2017, 20:03

Daher fahre ich eigentlich immer eins meiner Fockfallen oder mind. das Spifall nach vorne durchgesetzt als Sicherheitsstag, alle greifen in derselben Höhe im Mast an, die Punktlast wird aber bei Lastspitzen verteilt.
Alleine das ist doch schon Grund genug für ein für ein Drahtvorstag.
Ein Vorschoter ist ein Mensch, der mit Dir segelt, obwohl er Dich kennt. :D

15

Sonntag, 5. Februar 2017, 22:18

Nein, das ist es nicht, siehe 5 Zeilen darüber, die schwache Aufnahme im Mast wird durch das Drahtvorstag nicht besser.

Aber das mit dem Dyneema war ja auch nur ein Gedanke, ich danke für alle Beiträge, Einiges davon hilft mir weiter.

- Auf keinen Fall möchte ich Einbußen durch doppeltes Vorstag, da könnte ich ja auch wieder eine Rollgenua nehmen.
- Ich möchte im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten des Bootes das Optimale tun, um die gut 3 to so effektiv wie möglich zu bewegen.
- Es geht auch nicht um Komfort beim Segeln, sondern darum, den Arbeitsaufwand beim Segelwechsel so gering wie möglich zu gestalten, um so schnell wie möglich wieder im Cockpit zu sein und um so schnell wie möglich wieder Vortrieb zu haben. Außerdem ist der momentan noch installierte Pinnenpilot nicht gerade mein Freund, aber das ist ein anderes Thema.
- Um Komfort geht es begleitend bei der Absicht, die Relingstüten so zu gestalten, dass die beiden Vorsegel in der Saison komplett angeschlagen bleiben sollen, mit ausreichend Witterungsschutz.

So wie das jetzt aussieht, wird es das normale Drahtvorstag, an das ich die Genua hänge.
Dazu bleibt mein 2. Fockfall 6 mm Racer als Fockvorstag; das behindert das Hauptvorstag nicht, kann aber über die Fallwinsch so durchgesetzt werden, bis das Hauptvorstag minimal durchhängt, dazu könnte ich ergänzend noch die hinteren Unterwanten etwas fieren, weil die auf Schienen laufen.

Im Prinzip hatte ich das mit dem 2. Dyneemavorstag neben der Fockrolle bisher schon und habe das Vorstag mit aufgereihter Stagreiterfock nach dem Segeltag komplett unter das Cockpitzelt gelegt.

Die einzige Alternative dazu wäre ein Profilvorstag, mit dem ich überhaupt keine Erfahrungen habe.
Und dazu gibt es ja sehr kontraverse Stellungnahmen oder - Hans ist der Einzige, der damit richtig umgehen kann :rolleyes: .

Escape

Bootsmann

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16

Sonntag, 5. Februar 2017, 22:22

wieso das Segel bei TuffLuff wegfliegen kann, zum Bergen muss man doch auf jeden Fall nach vorne und es runterziehen, dann habe ich doch die Kontrolle, oder
das stimmt. Das Gute beim TuffLuff ist, dass das Segel im Gegensatz zum Stagreitersystem nach lösen des Falls nicht runterrauscht, sondern man Zeit hat nach vorne zu krabbeln bis zum Bugkorb, sich dort zwischen Fussreling und Bugkorb schön festkeilt und dann beide Hände frei hat um das Segel kontrolliert aus dem TuffLuff Kanal nach unten zu ziehen, das Segel dabei nur leicht gefiert wie Hans schrieb, nicht willd killend, Boot am Wind, dann weht das Tuch auch nicht aussenbords. Das geht auch bei ruppigem Wetter, während der Pinnenpilot/Autopilot den Kurs hält. Dann das Tuch festzurren mit Gummistrops die an der Reling back/steuerbord vorbefestigt sind. So mach ich das einhand, allerdings ist mein Boot deutlich kleiner und die Vorsegel max 14.x qm gross. Mag als sein, dass das bei richtig grossen Tüchern doch schwieriger ist, das vermag ich nicht zu beurteilen. Nass wird man dabei ordentlich. Macht aber Laune im Sommer. Im Winter wohl eher nicht...
Vorsegel setzen mach ich nebenbei auch am Wind, nicht bei Halb oder Raum im Schutz des Grosssegels. Ist wohl geschmacksache. Das TuffLuff dreht ja am/um das Vorstag mit dem Segel, da verkeilt also zunächst mal nichts. Aber wenn man beim TuffLuff mit 2 Kammern arbeitet, also während das eine Segel noch oben ist das andere schon in der anderen Kammer hochzieht ist Windschatten schon ne gute Idee vermutlich, das hab ich aber einhand noch nicht gemacht.
Solltest Du dich für das TuffLuff entscheiden bestell das in den USA, da kostet es ca die Hälfte bzw jetzt vllt eindrittel weniger wegen ungünstigerem Wechselkurs als damals zu meinem Kauf. Und: Wenn Du das TuffLuff auf das Stag aufziehst, mach es nicht wie ich im Winterlager bei Kälte. Gott was hab ich geflucht, musste mit meinem Bruder da echt ackern bis das drauf war weil der Kunststoff extrem steiff ist. Man sollte den Kunststoff des TLs erwärmen (mit nem Fön) sonst ist das ne Mörderarbeit. Das Aufziehen geht nebenbei auch bei stehendem Mast.
Genial finde ich Deine Idee mit den Taschen an der Back/Steuerbordreling für die Segel. Das wirkt bestimmt professioneller als die Segel an der Reling ferstzuzurren. Stelle mir das wie Lazybags vor, unten Netzmaterial, oben Kunststofftuch. Hast Du da schon ne Bezugsquelle für?
"Den Tipperary-Song, wenn ich bitten darf !"

txg

Salzbuckel

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17

Sonntag, 5. Februar 2017, 22:38


Das Gute beim TuffLuff ist, dass das Segel im Gegensatz zum Stagreitersystem nach lösen des Falls nicht runterrauscht, sondern man Zeit hat nach vorne zu krabbeln bis zum Bugkorb, sich dort zwischen Fussreling und Bugkorb schön festkeilt und dann beide Hände frei hat um das Segel kontrolliert aus dem TuffLuff Kanal nach unten zu ziehen, das Segel dabei nur leicht gefiert wie Hans schrieb, nicht willd killend, Boot am Wind, dann weht das Tuch auch nicht aussenbords.


Das ist aber nur ein Problem wenn man die Fallen im Cockpit bedient, was bei Stagreitervorsegeln vollkommen sinnlos ist (man muss ja eh nach vorne). Wenn ich ein Segel berge gehe ich zum Mast, nehme das Fall von der Klampe, lasse auf der Winsch nur noch eine Umdrehung drauf und gehe dann mit dem Fall nach vorne. Dann über die Schulter gelegt für ein bisschen Reibung, und man kann das Vorsegel ganz entspannt und kontrolliert runternehmen.

18

Sonntag, 5. Februar 2017, 23:28

Das ist aber nur ein Problem wenn man die Fallen im Cockpit bedient, was bei Stagreitervorsegeln vollkommen sinnlos ist (man muss ja eh nach vorne).


Sorry txg, das gilt aber nur ab einer gewissen Bootsmasse wie bei Deinem Sechsender, der beladen wahrscheinlich noch ein Tönnchen mehr draufhat. (Nebenbei war so einer, als ich Jugendlicher war, in Enkhuizen Stegnachbar neben unserem Hanseat 70 und mir hat die 35er mit ihrer damals technisch betonten Optik mit den 2 auf Deck installierten großen Vorsegelbäumen schon irgendwie immer gefallen.)

Bist Du zu Deiner Mastklampe spaziert bist und auf dem Weg vielleicht noch ein posting abgesetzt hast, bin ich schon wieder in meinem Cockpit, meine vorderen 4 Fallwinschen sitzen gerade mal 1,2 m hinter dem Mast. Außerdem ist das einer der Gründe, warum ich die Stagreiter nicht an- und abschlagen will. Ich will nur schnell das eine Segel fixieren und das andere lösen und dann schnell wieder nach hinten, was bei Refferfordernis dann eher auch auf allen Vieren stattfindet.

19

Sonntag, 5. Februar 2017, 23:35

Hallo Westwind,

wir machen es ähnlich wie von Kieler Jung beschrieben.
Zunächst: Unser 9/10-Rigg kommt im Prinzip mit einem einzigen gering überlappenden (ca. 105/106 %) Vorsegel aus. Das Thema ist ja schon mehrfach angesprochen worden. Das deckt je nach Umständen und Crewstärke den Windbereich bis um 20 kn herum ab. Mit einem Allrounder aus schwererem Tuch sind Vorsegelwechsel bereits so weit verschoben worden, dass sie nur noch selten nötig werden. Die Vorsegel werden an Stagreitern gefahren.

Wenn es doch kleiner werden muss, ist die kleine Fock auch bereits anders geschnitten. Sie kann an einem Halsstropp über der niedergeholten und weiterhin angeschlagenen Genua gefahren werden. Das kann man noch handeln. Die S-Fock ist ein handliches kleines Paket, welches mit Einhand-Stagreitern schnell angeschlagen werden kann, nachdem die Genua runtergenommen und gesichert ist. Dazu muss man sie übrigens nicht zwangsläufig einpacken.

Ich hänge ein Foto an, das verdeutlicht es besser als langwierige Erklärungen. Vielleicht lässt sich aus dem Setup ja auch für Deine Verhältnisse Honig saugen.

Gruß
Andreas
»Quallenschubser« hat folgende Datei angehängt:

20

Sonntag, 5. Februar 2017, 23:49

Danke für das schöne Bild, sehr interessant ist Eure Schotführung.

Sag mal Löhni, fährst Du auch nur noch 104 % auf Deinem Halbtonner?

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