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21

Samstag, 18. Februar 2017, 12:04

Eine Nacht mit Schlafpausen zu überbrücken sehe ich völlig unkritisch. Eieruhr mit in die Plicht und mehrere 15 oder 20 min Schlafpausen reichen aus, um nicht übermüdet in den nächsten Tag zu gehen.
Vorrausetzung: technisches Hilfsmittel zur Kollisionsverhütung und Kurs außerhalb von gut frequentierten Schifffahrtslinien.
Eine zweite solch verbrachte Nacht will ich mir in meinem Alter nicht mehr zumuten wollen, denn Konzentrationsmangel durch Übermüdung ist ein gefährlicher Feind.

22

Samstag, 18. Februar 2017, 13:05

Die Bähreninsel würde ich wahrscheinlich auch nicht einhand machen.
Vor Jahren hat das mal jemand mit einer Varianta gemacht, allerdings auch zu zweit.
Es wurde auch angefangen, ein Buch darüber zu schreiben, leider wurde es nie vollendet.
Übrig geblieben ist eine Broschüre über den Törn. /Wege zur Bähreninsel/
Die Bücher von Rollo Gebhard, Erdmann, Schenk und etlichen anderen habe ich natürlich auch verschlungen.
Auf einem "Führerlosen" Boot zu schlafen bleiben für mich aber eine Horrorvorstellung.
Ich hab in meinem Berufsleben einfach zuviel Kram im Wasser treiben gesehen in Ecken, wo es keiner vermutet hätte und wo auch keine Elektronik vor gewarnt hätte!

Für solche langen Seestrecken käme dann wieder die Idee mit dem Flottillensegeln zum tragen.
Man könnte, so die Theorie, versuchen,etwas in Sichtweite der Kollegen zu bleiben und sich dann abwechselnd etwas auszuruhen.

Wie gesagt,alles erstmal in der Theorie!

unregistriert

23

Samstag, 18. Februar 2017, 14:03

Auf einem "Führerlosen" Boot zu schlafen bleiben für mich aber eine Horrorvorstellung.
Ich hab in meinem Berufsleben einfach zuviel Kram im Wasser treiben gesehen in Ecken, wo es keiner vermutet hätte und wo auch keine Elektronik vor gewarnt hätte!
Ich bin mir nicht sicher ob das für dich zielführend ist, wenn du Aspekte des Yachtsegelns immer nur aus der Sicht eines Berufsschiffers siehst, der auf nem großen Pott fährt.
Ok, ich habe einen schweren Langkieler aus Stahl, da schreckt mich weder eine Europalette noch ein Baumstamm.

Für solche langen Seestrecken käme dann wieder die Idee mit dem Flottillensegeln zum tragen.
Man könnte, so die Theorie, versuchen,etwas in Sichtweite der Kollegen zu bleiben und sich dann abwechselnd etwas auszuruhen.
Was versprichst du dir davon, der Kollege sieht auch nicht, dass du gerade im Begriff bist einen schlafenden Wal zu rammen.
Ok, er kann deine Rettungsinsel sein, sehe ich als einzigen Vorteil des von dir auf offener See favorisiertem Flottillensegelns.

24

Samstag, 18. Februar 2017, 14:04

"Wie ist das Thema Kielschwert vs Schwertboot zu sehen?"
Ein üblicher Kielschwerter hat auch bei aufgeholtem Schwert das jeweils vorgesehene aufrichtende Moment. Andererseits kann ein Stahlschwert auch leicht 80 kg oder mehr wiegen. Daran alleine würde ich es nicht festmachen. Wenn man sich wegen dem Wetter in flache Reviere verkrümelt, ist es nbatürlich angenehm, auch mit reduziertem Tiefgang noch etwas Höhe laufen zu können.
Mit einer Varianta K2 siind wir, mein heute alter Herr und ich damals als Kind, auf dem Bodensee bei Sturm vom Überlinger Loch aus bis Friedrichshafen unter Sturmfock gesegelt. Danach flaute der Sturm auf etwa 5 bis 6 ab. Wir sind noch nie so schnell mit der Varianta gesegelt, das aufgeholte Schert hat gebrummt und das Ruder vibirert, in jeder Böe haben sich die Nähte gedehnt, aber sonst lief sie auch auf der kurzen, steilen Bodenseewelle bravourös mit raumem und vor dem Wind.

"Poblem ist ja nicht der Wind bzgl der Kentergefahr, sondern die Wellen."
Wohl wahr, aber mit einem kleinen Boot wird man bei Strum schon mit blankem Mast 2 bis 3 Knoten vor dem wind laufen. Der anteilige Luftwiderstand des Riggs vergrößert sich bei Sturmbeseglung, was sich sehr nachteilig bemerkbar macht, wenn man Höhe gewinnen möchte.

Eine Nacht auf See mit Schlafpausen muss kein sonderliches Risiko darstellen: abseits der Schiffahrtsrouten mal für zwei Stunden Kurs anliegen lassen. Wenn Du 20 Meilen Sichtweite hast und einer hält genau auf Deinen Bug zu, wäre das knapp, aber deswegen ja außerhalb. Bei 20-minütigen Schlafphasen schaltet sich Amnesty International ein, wenn Du es Dir nicht selber gibst. Auf Treibgut nin ich auch shon gefahren, hatte aber wohl Glück, dass es nie mehr als eine Europalette oder ein Baumstamm waren. Bei Tag habe ich zwar schon treibende Container gesehen, aber bei Nacht von einem Segelboot aus, wären sie mir ganz sicher nicht aufgefallen. Der größte Kracher war eine unbeleuchtete Bohrinsel, die mal für eine Nacht (Anfang 80er) zwischen Den Helder und Texel abseitsder Fahrrinne gelegen hat. Wir sind aus purem Zufall mit Vollzeug an einer der Trossen vorbei und haben sie erst im allerletzten Moment gesehen. Ob da dann der Rudergänger ein Mensch ist, der wegen der Dunkelheit nichts sieht, oder ein AP, der auch am Tag blind ist, spielt kaum eine Geige. Solange das Risiko kleiner ist, als das auf der Autofahrt zum Boot, sehe ich das gelassen.

Ich komme dafür gerade nicht in Frage. Ich habe abwechselnd keine Zeit, kein Geld, oder Kinder, die ich nicht verleugne ... außerdem fahre ich nicht länger als 3 Tage mit jemandem zusammen.

Chris


:lol: Wenn ich mich ärgern will gehe ich zur Arbeit, da krieg ich Schmerzensgeld :frech:

25

Samstag, 18. Februar 2017, 15:48

Hallo, Kleinboot-Einhand-Interessierte

ein interessanter Thread, freue ich drüber.

Mein alter Traum, Ozeanreisen einhand – den ich letztlich 1986 und 1987 dann mit Freundin realisierte – also eigentlich doch nicht.

Nachdem ich nach 20 Jahren an Land vor 12 Jahren wieder mit dem Seesegeln begann, war ich zumeist einhand unterwegs – nurmehr Westliche Ostsee und Dänische Südsee.
Da kann man ein (Rest)Leben lang noch viele Abenteuer erleben – auch solche, die man keineswegs sucht, auf deren Erfahrung man aber hinterher, halb stolz, halb beschämt – nicht verzichten möchte.

Trotzdem träume auch ich davon, nochmal mit meinem kleinen Boot –6,5 m – tropisch blaues Wasser zu sehen.
Die Franzosen und Engländer haben es gut.
Für uns liegen Nordsee und Kanal dazwischen – meines Erachtens die größte Herausforderung für einen Einhandsegler, der kein großes, stark motorisiertes Boot hat, das kleine Stromhäfen auch gegen die Tide anlaufen kann.
Präzise Tidennavigation braucht man, bestes Wettertiming, Geduld beim Warten auf besseres Wetter – und Mut, immer wieder den inneren Schweinehund zu überwinden.

Das mit den kurzen Schlafpausen kenne ich von jedem Törn auch hier vor der Haustür. Es funktioniert gut. Ich segele gerne nachts – jedenfalls bei geeignetem Wetter.

Im Kanal indes, wenn es mit dem Timing doch nicht geklappt hat und man bei Müdigkeit, zunehmend schlechtem Wetter und Tide gegenan keinen geschützten Hafen oder Ankerplatz in Reichweite hat – dann bekommt man als Einhandsegler ein kaltes, hohles Gefühl im Magen. Wer sowas aushalten kann – oder es sich zutraut, ohne in Panik zu geraten und immer noch vernünftig und ruhig zu handeln – der sollte es wagen.
Erstmal draußen im blauen Wasser sind die Probleme anderer Art, aber seemännisch meiner Erfahrung nach einfacher.

Alain
da draußen ist gar nichts – es ist alles in dir drin

26

Sonntag, 19. Februar 2017, 11:44

Trotzdem träume auch ich davon, nochmal mit meinem kleinen Boot –6,5 m – tropisch blaues Wasser zu sehen.
Die Franzosen und Engländer haben es gut.

Wir haben es doch genauso gut, weil unsere Boote auf einen Trailer passen. Wir fahren sicherlich ein paar Kilometer mehr als ein Franzose, aber daran würde es wohl nicht liegen.


Im Kanal indes, wenn es mit dem Timing doch nicht geklappt hat und man bei Müdigkeit, zunehmend schlechtem Wetter und Tide gegenan keinen geschützten Hafen oder Ankerplatz in Reichweite hat – dann bekommt man als Einhandsegler ein kaltes, hohles Gefühl im Magen.

... was sehr damit zusammenhängt, dass man nicht ohne weiteres mal lange Schläge machen kann, um seine Sorgen für ein paar Stunden loszuwerden. Auf der einen Seite ist das Land, auf der anderen das Verkehrstrennungebiet. Wohl dem, der rechtzeitig einen Ankerplatz findet.

27

Sonntag, 19. Februar 2017, 12:58

Nichts gegen lange Fahrten mit kleinen Booten; auch kleine Boote können sehr seetüchtig sein und in rauhen Revieren bestehen. Aber 'ne Varianta ?
Die hab ich schon auf der Mosel im Gewitterwind umgeschmissen. Die Varianta ist ein tolles Boot, war mal ein revolutionäres Konzept, das Fahrtenseglern die weite Welt öffnete - dank ihrer trailerbarkeit, nicht aber wegen ihrer überragenden seefestigkeit.

unregistriert

28

Sonntag, 19. Februar 2017, 14:20

Nichts gegen lange Fahrten mit kleinen Booten; auch kleine Boote können sehr seetüchtig sein und in rauhen Revieren bestehen. Aber 'ne Varianta ?
Die hab ich schon auf der Mosel im Gewitterwind umgeschmissen. Die Varianta ist ein tolles Boot, war mal ein revolutionäres Konzept, das Fahrtenseglern die weite Welt öffnete - dank ihrer trailerbarkeit, nicht aber wegen ihrer überragenden seefestigkeit.
Vollkommen richtig!
E.G. van der Stadt hat diesen Bootstyp nicht für offene Seereviere konstruiert, was natürlich nicht heißt, dass man die Varianta nicht dort auch bewegen könnte.
Es gibt genügend Kleinkreuzer - leider meist nur noch Konstrukte aus den 70/80igern - welche eher für die offene See in hohen Breiten geeignet sind.
Einer war seinerzeit meine Jofa Triss Magnum, mit der ich einhand bis zu den Lofoten gesegelt bin.

29

Sonntag, 19. Februar 2017, 14:42

Ich denke auch, dass eine zentrale technische Frage die Kentersicherheit ist. Welches aufrichtende Moment ist noch vorhanden, wenn eine vollausgerüstete VA sich auf die Seite packt bzw. von einer Welle gepackt wird? Wir reden hier vom Nordatlantik mit der Betonung auf der ersten Silbe.

Ich meine, dass es vor 35 Jahren eine Test in der Yacht gab. Da wurden Trailerboote im Hafen auf die Seite gelegt und dann wurde am Masttopp gemessen. Das Ergebnis war nicht gerade üppig und lag irgendwo zwischen 5 und 25 kg Zug an der Federwaage. Wenn dann noch Winddruck und Zusatzausrüstung wie Rollfock hinzu kommen, dann kann es eng werden. Ob die VA damals dabei war, erinnere ich nicht mehr zuverlässig. Vielleicht weiß da jemand mehr?

Mit einer Hurley 22 wurde ich mal zwischen Klintholm und Trelleborg bei einem SE mit 6 Bft und entsprechender Welle bei Halbwindkurs flach aufs Wasser gelegt. Die Hurley hat über 50 Prozent Ballastanteil und kam langsam aber sicher wieder hoch. Cockpit voll Wasser. Wie das mit einem weniger bebalastetem KS ausgegangen wäre, weiß ich natürlich nicht. Immerhin sind die ja oft unsinkbar.
Watt mutt, dat mutt.

30

Sonntag, 19. Februar 2017, 17:17

"Van der Stadt hat diesen Bootstyp nicht für offene Seereviere konstruiert, ... ", was damit zusammenhänen dürfte, dass die K1 eine Targaversion einer minimal überarbeiteten Randmeer war. Freunde und Besitzer kleiner Boote kennen sicherlich das www.smallshipsrace.nl. Eines der kleinsten, das regelmäßig mit nach Lowestoft fährt, ist eine Kolibri.
Ein selbstlenzendes Cockpit ist bei der Ausfahrt verpflichtend und bei Schlechtwetter wird sicher jeder das Kajütschott zu haben. Abgesehen davon, würden ein Drachen, ein Folkeboot und vieles andere sinken, wenn man sie derart fach aufs Wasser legt, dass Bach übers Süllbord reinschwappt – hat es schon gegeben.

31

Sonntag, 19. Februar 2017, 18:36

Es geht nicht nur um Kentersicherheit, sondern um die Möglichkeit, sich auch bei miesen Bedingungen freikreuzen zu können, um eine ausreichende Dimensionierug der Beschläge und deren Unterfütterung. Und um die Möglichkeit, überkommendes Wasser SCHNELL wieder loszuwerden. Das ist, imho, bei der Varianta alles nicht gegeben.

Beiträge: 3

Bootstyp: Tiki 26 und Newbridge Coromandel 21 als Reiseboot

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32

Sonntag, 19. Februar 2017, 20:03

Hallo Seeschlepper,
ich habe selbst ein 21 Fuß Boot und darf sagen, dass das Boot um einiges robuster ist als ich ;-)
Vielleicht kennst du die Bücher und die Website von Roger Taylor http://www.thesimplesailor.com
Er ist mit seiner 21 Fuß Corribee "Mingming"mit Junk-Rig bereits bis Island, Grönland oder Spitzbergen gesegelt.
Er hat sich nun allerdings auf 23 Fuß vergrößert um seinen Aktionsradius im hohen Nordatlantik zu vergrößern.
Er ist dabei jeweils 60 - 70 Tage auf See.
Was du auch immer realisieren wirst, deine Träume und Ideen finde ich toll!
fair winds
michael

Mastkratzer

Leichtmatrose

Beiträge: 49

Wohnort: Oldenburg (Oldb.)

Bootstyp: Marina 23

Heimathafen: Oldenburg

Rufzeichen: "Moin."

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33

Sonntag, 19. Februar 2017, 20:27

Moin.

Mit einem Serien-Kleinkreuzer, gebaut für Süßwasser-Reviere, 19 Fuß lang und 39 Jahre alt, einer Carina aus der nicht mehr existierenden Fürstenau-Werft bei Osnabrück (aus der gleichen Werft wie meine 4 Fuß längere Marina 23) segelte der Ungar Aron Meder in drei Jahren auf der Passatroute um die Welt:

http://meder.hu/hun/CarinaumdieWelt.pdf

Machbar ist das also.

Mastkratzer
Meine Baustelle: Marina 23 als Kimmkieler mit 10-PS Yamaha 4-T-Außenborder (siehe hier).

34

Sonntag, 19. Februar 2017, 20:34

@tiki makani: Richtig, in der Regel befindet sich der größte Schwachpunkt aller Boote im Cockpit. Vielen Dank für den Link zum simplesailor. Erinnert mich an Frank Dye, der mit seiner 15 Fuß Wayfarer Jolle das Abenteuer gesucht hat. Frank Dye
Mache die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher.

SKOKIAAN

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Schiffsname: SKOKIAAN

Bootstyp: Moody Eclipse 33

Heimathafen: Dintelmond

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35

Sonntag, 19. Februar 2017, 21:20

Interessanter Thread, vom Thema wie von den Beiträgen. Vor allem wenn ich daran denke, was es alles an Beiträgen kam, als jemand fragte, ob er mit einer Dehler 34 mehr als Ostsee segeln könne. Er sollte nach Meinung einiger so viel mitnehmen, dass eigentlich 40 Fuß die angemessene Mindestgröße sei.

Natürlich sind schon mit 17-Fuß-Booten ganze Weltumsegelungen gemacht worden ("Shrimpy" und andere Beispiele). Ich kann mich auch an den Bericht der Yacht über den Törn mit einer Varianta zu den Bäreninseln erinnern.

Bei guter Seemannschaft, vor allem vorsichtiger Wetterhandhabung, und ein bißchen Glück geht alles. Aber auch wenn ich jetzt ein paar Leuten auf die Füße trete: Man kann bestimmte ältere Bootstypen aus D, die eigentlich für Binnenreviere konstruiert waren, nicht mit ähnlich kleinen Booten aus F oder UK vergleichen. Denn die waren zwar auch klein, aber für Seereviere gebaut, also in der Verarbeitung und in der Welleneigenschaft, deutlich besser. Als Beispiele nenne ich die Kelt 7 und Leisure 22, es gibt aber auch zahlreiche andere. Und bevor mich jemand lyncht: Ich habe zwei Jahre eine Varianta gesegelt, äußerst zufrieden, aber im Binnenrevier.

Zur Geschwaderfahrt: Wir haben das früher mehrfach mit unseren Trailerbooten im ehemaligen Jugoslawien und vom italienischen Festland nach Elba und Korsika gemacht (weil unsere Frauen das sicherer fanden). Tatsächlich hat das keinen Sicherheitseffekt gebracht, weil wir nach einer Stunde so weit auseinander waren, dass schon bei nur leichter Bora jeder für sich gekämpft hat und dem anderen nicht hätte helfen können.

Zum englischen Kanal: Einige unserer Weltumsegler haben ihre Solotour ab Brest gestartet. Von D nach Brest sind sie zu zweit gesegelt, weil man wegen des starken Berufsverkehrs im Kanal immer Wache gehen muss.

Wir sind mehrfach von Zeeland nach Brest und zurück gesegelt und sind, wegen der Tide und weil wir nachts in dem Gebiet wegen des vielen Verkehrs nicht segeln wollten, regelmäßig nach 6-8 Stunden in einen der vielen Häfen gegangen. Das würde ich als Einhandsegler mit kleinem Boot und genügend Zeit erst recht machen.

Handbreit, Skokiaan

Hanser

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Schiffsname: Jacaranda

Bootstyp: Küstenkreuzer

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36

Sonntag, 19. Februar 2017, 21:26

Wie ich schon sagte: Alles ist irgendwie möglich. Aber nicht alles, was mal gut gegangen ist, ist rational vernünftig.

Eure zitierten Nußschalensegler erinnern mich an all die riskanten Sport- und sonstigen Events die Red Bull vermarktet. Die, die dabei drauf gehen, sind kaum versichert, hinterlassen vielleicht eine unversorgte Familie, aber das sieht ja keiner ...

Auf der einen Seite werden die Sicherheitsstandards immer weiter erhöht (siehe Thread "Hanse 345: Wer B sagt, muss auch A sagen ...") und auf der anderen Seite leben wir in einer Zeit, wo der Kick immer größer sein muss. Und im Zweifel hat man ja die ehrenamtlichen/ professionellen Retter, die sollen einen halt rausholen. Dass die dabei z.T. ihr Leben/ ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, interessiert nicht. Soweit zu den Nußschalen in anspruchsvollen Revieren.

Nochmal zur Eingangsfrage: Es mag alles gut gehen, insbesondere wenn beliebig viel Zeit ist, das passende Wetter abzuwarten. Ich persönlich würde für die Varianta aber andere Reviere empfehlen.

Volker

Schebun

Steuer-Mann

Beiträge: 2 873

Schiffsname: Pebbles

Bootstyp: Elan 210

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37

Sonntag, 19. Februar 2017, 21:31

Je kleiner das Boot, desto mehr Planung und desto kleiner die Fenster.

Ich denke schon, dass das geht, so wie ich denke, dass da ne ganze Menge geht, grundsätzlich, nir muss man besser planen und mehr Zeit haben. Eine Varianta 65 hat einfach nicht die Reserven wie ein 10 Meter Schiff und 3-5 Tonnen Verdrängung.

D.h. Man braucht mehr Zeit um die Fenster die passen abzuwarten, aber dagegen spricht m.E. nichts.

Bäreninsel allerdings ist denke ich sehr ambitioniert aus meiner Sicht.
Seekrankheit: Zuerst befürchtet man sterben zu müssen, danach, dass es noch lange dauert bis es endlich soweit ist.

38

Sonntag, 19. Februar 2017, 21:38

...Die, die dabei drauf gehen, sind kaum versichert, hinterlassen vielleicht eine unversorgte Familie, aber das sieht ja keiner ...
Vielleicht doch vorher mal lesen? Frank Dye hatte niemanden zu versorgen, die Bedingung galt auch für seinen potentiellen Mitsegler. Funke war mit an Bord, aber ohne Sendemöglichkeit. Dye wollte nicht, dass irgendjemand seine Leben bei einer Rettungsaktion für ihn riskiert. Das war vor mehr als 50 Jahren, da war noch nichts mit RB oder Marketing.
Hat auch keiner gesagt, dass so etwas vernünftig ist. Aber die Jungs verstanden und verstehen ihr Handwerk, ohne Brüllruder und Touchscreen.
Mache die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher.

Musikanto

Kapitän

Beiträge: 586

Bootstyp: Sirius 26

Heimathafen: Marina Hohen Wieschendorf

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39

Sonntag, 19. Februar 2017, 21:56

au ha, da wird mir aber richtig flau im Magen und dann mit so einem kleinen Boot.

http://www.thesimplesailor.com/storm.html

SKOKIAAN

Seebär

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Schiffsname: SKOKIAAN

Bootstyp: Moody Eclipse 33

Heimathafen: Dintelmond

Rufzeichen: DJ3239

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40

Sonntag, 19. Februar 2017, 22:18

Aber das müssen Boot und Skipper in solchen Revieren abkönnen, egal wieviel Fuß das Boot hat!

Und das geht auch mit dem richtigen Boot. Für mich war folgendes Schauspiel beeindruckend: Wir waren in Le Crousty, an der Einfahrt zur Bucht von Morbihan. Es war Regatta angesagt, aber die Regattaleitung hatte Startverschiebung angesagt wegen Starkwind 6-7 Beaufort. Wir standen auf der Landspitze, eigentlich, um die Regatta zu beobachten, und uns taten die Jungs auf dem dem vor Anker liegenden Startboot leid, weil sie nicht wussten, wie sich sich festhalten sollten in dem Wellengang.

Und dann sah man, vermutlich von Penerf kommend, ein kleines Segelboot seinen Kurs durch das Wellenchaos bahnen. Beim Näherkommen sah man, es waren zwei Leute auf dem Boote, das Groß war zweifach gerefft. Die beiden fuhren in den Hafen, offensichtlich quietschvergnügt, und das Boot war eine Kelt 7 (Länge 7 m). Ein stabiles Boot, wie bewiesen war. Aber bitte nicht mit einer Marina 23 oder Neptun 23 nachmachen!

Handbreit, Skokiaan

P.S. Ich war mit Familie in einer Ferienwohnung in Le Crousty, weil meine damalige Admiralin einmal nicht auf dem Boot Urlaub machen wollte. Aber für gutes Wetter hatte mir ein Freund einen 420 er geliehen, mit dem ich von dort nach Trinity sur Mer, in die Bucht von Morbihan oder zur Insel Hoedic gesegelt bin, mit der 12jährigen Tochter im Trapez. Geht also auch.

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