Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

Bruk

Kapitän

  • »Bruk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 720

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

  • Nachricht senden

1

Freitag, 26. Januar 2018, 13:31

Kielbolzen prüfen!

Vor kurzem wurde hier von einem gekenterten Holz-Folkeboot berichtet. Mittlerweile ist ein Film über die Ursache erschienen. Die im Film gezeigten Bolzen sind nur noch rudimentär erhalten.

Alle, die kein Boot haben, bei denen das Kielgewicht in den GfK-Rumpf eingelassen ist, sollten öfter mal die Kielbolzen prüfen.

Hier geht es zum Film https://www.youtube.com/watch?v=WLfkF_2cdpI

Gruß

Klaus

Spi40

Salzbuckel

Beiträge: 3 097

Wohnort: Wildau

Schiffsname: Antares

Bootstyp: Kielschwertkreuzer Mahagoni auf Eiche

Heimathafen: Bootswerft Freest

Rufzeichen: DG4103

MMSI: 211591600

  • Nachricht senden

2

Freitag, 26. Januar 2018, 19:15

Und was hat das jetzt mit Kielbolzen prüfen zu tun?

Ich würde das als Kielbolzen ausdrehen bezeichnen!!!
Zumindest hat Eigner noch einige Arbeit vor sich.

Wie holt er denn jetzt den unteren Rest der Bolzen aus dem Ballastkiel?
Gruß Torsten

kis
keep it simple

CarstenWL

Admiral

Beiträge: 793

Wohnort: Laboe

Bootstyp: Nissen 41

Heimathafen: Laboe

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

3

Freitag, 26. Januar 2018, 19:44

Zitat

Wie holt er denn jetzt den unteren Rest der Bolzen aus dem Ballastkiel?


Bevor er sich diese Frage stellt muss müsste er wohl erst den Kiel vom Meeresgrund bergen ;-) ...

Carsten

4

Freitag, 26. Januar 2018, 20:20

Öfter, im Sinn von turnusmäßigen Inspektionen, lohnt nicht. Wenn die Bolzen dick verzinkt waren und mit Fett eingesetzt wurden, fängt die Korrosion erst spät an. Die 0,1 mm/Jahr lt. Faustformel für UW-Bereiche werden wahrscheinlich nicht ganz erreicht werden, weil um den Bolzen herum Sauerstoffmangel herrscht. Selbst dann würde eine M18-Schraube dort, wo eine 10er genug Festigkeit bietet, erst 40 Jahre nach Beginn der Korrosion die kritische Stärke erreicht haben. Bei Holz kommt dazu, dass Rost dem Holz mehr schadet als dem Stahl, der darin rostet. Das spricht für viel Zink und viel Fett. Als es noch keine verzinkten Schrauben gab, behalf man sich mit Verbleien, nahm eine Legierung aus viel Blei und wenig Zinn, ähnlich unserem Karosseriezinn, weil sich das gut verarbeiten ließ. Von der Spannungsreihe zwar nicht ganz optimal, aber besser als reines Salzwasser. Immerhin gibt es 60 Jahre alte Wasserlieger mit Kielbolzen, die dastehen wie eine Eins.

Bei dem Unfall denke ich eher an Bausünden, wie es sie u.a. bei schnell zurechtgezimmerten 16 m² / BM gab. Garnichts verzinkt oder verbleit, kein Fett, kein Lack, keine Mennige, kein Teer und kein Wachs, einfach Schraube rein und als 50jähiger weiß man, dass sich vor seiner eigenen Rente nichts gravierendes tut.

Wenn man die Bolzen allerdings mit so einem Spielzeug abdrehen kann, ist es Zeit – keine Frage. Ausbohren funktioniert selten gut, ist aber die einzige Lösung. Braucht man gegen Ende eine Handbohrmaschine mit Morsekegel, also nicht gerade die übliche Heimwerkerausrüstung á lá Bosch 'blau'. Und dann, dann fängt die eigentliche Arbeit an ...

Chris

Bruk

Kapitän

  • »Bruk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 720

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

  • Nachricht senden

5

Freitag, 26. Januar 2018, 21:02

Öfter, im Sinn von turnusmäßigen Inspektionen, lohnt nicht. Wenn die Bolzen dick verzinkt waren und mit Fett eingesetzt wurden, fängt die Korrosion erst spät an. Die 0,1 mm/Jahr lt. Faustformel für UW-Bereiche werden wahrscheinlich nicht ganz erreicht werden, weil um den Bolzen herum Sauerstoffmangel herrscht. Selbst dann würde eine M18-Schraube dort, wo eine 10er genug Festigkeit bietet, erst 40 Jahre nach Beginn der Korrosion die kritische Stärke erreicht haben. Bei Holz kommt dazu, dass Rost dem Holz mehr schadet als dem Stahl, der darin rostet. Das spricht für viel Zink und viel Fett. Als es noch keine verzinkten Schrauben gab, behalf man sich mit Verbleien, nahm eine Legierung aus viel Blei und wenig Zinn, ähnlich unserem Karosseriezinn, weil sich das gut verarbeiten ließ. Von der Spannungsreihe zwar nicht ganz optimal, aber besser als reines Salzwasser. Immerhin gibt es 60 Jahre alte Wasserlieger mit Kielbolzen, die dastehen wie eine Eins.

Bei dem Unfall denke ich eher an Bausünden, wie es sie u.a. bei schnell zurechtgezimmerten 16 m² / BM gab. Garnichts verzinkt oder verbleit, kein Fett, kein Lack, keine Mennige, kein Teer und kein Wachs, einfach Schraube rein und als 50jähiger weiß man, dass sich vor seiner eigenen Rente nichts gravierendes tut.

Wenn man die Bolzen allerdings mit so einem Spielzeug abdrehen kann, ist es Zeit – keine Frage. Ausbohren funktioniert selten gut, ist aber die einzige Lösung. Braucht man gegen Ende eine Handbohrmaschine mit Morsekegel, also nicht gerade die übliche Heimwerkerausrüstung á lá Bosch 'blau'. Und dann, dann fängt die eigentliche Arbeit an ...

Chris



Danke Chris, für Deine fachlich fundierte Auskunft! Für mich als Metallbau-Laie eine tolle Art, sich weiter zu bilden. So wünschte ich mir das Forum jeden Tag! ;)

Liebe Grüße

Klaus

6

Samstag, 27. Januar 2018, 01:39

http://www.fky.org/restaurierung/restaur…baykowski-1.htm

.. den Kielbolzenzustand hinreichend zu prüfen...geht wohl nur über den Ausbau dieser...


..auch ich überlege mir in diesem Sommer einige Kielbolzen testweise zu ziehen..38 x 0.1 ;(

Für mich ergibt sich dann die Frage nach dem Drehmoment in Nm..in Abhängigkeit vom Kielbolzenmaterial und Gewinde..sowie dem UWS..mit welchem ich neue Kielbolzen beim GfK Segelboot wieder festziehen sollte ?(
„Unwissenheit erzeugt viel häufiger Selbstvertrauen als Wissen“,

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »SDAV« (27. Januar 2018, 02:07)


7

Samstag, 27. Januar 2018, 09:35

Ich würde sie nicht auf Drehmoment sondern auf Winkel ziehen. Sofern Du kompletten Formschluss hast, die (noch) weiche Dichtmasse überall vorgequollen ist, würde man sicherheitshalber noch etwas nachziehen. Wenn Zug auf die Mutter kommt, vielleicht noch eine viertel Umdrehung, vielleiicht auch eine halbe oder eine dreiviertel. Das merkst Du daran, wie der Zug ansteigt. Weniger als eine viertel niemals, wenn mehr als eine dreiviertel nötig sind, würde ich von draußen noch mal nach dem rechten sehen.

Begrenzender Faktor ist die Art und Größe der Unterlegscheibe oder -Platte. Das größte Problem bei Holz ist, dass sich die Muttter nicht reinzieht und dass sich das Holz nicht spaltet. Das kann auch bei Eiche passieren, wenn man ein Kielschwein hat, das nicht entlang der Maserung gesägt ist. Bei GFK will man keine Laminatbrüche riskieren und die Kraft i n entsprechend große Bereiche leiten.
Etwas plastischer ausgedrückt: Der Kiel darf natürlich nicht wackeln oder klappern, andererseits hast Du weder Dehnschrauben noch würde der Kiel über einen besonders hohen Kraftschluss mit erhöhter Haftreibung zum Rumpf auf eine festere Art und Weise befestigt. Statt dessen werden die Schrauben/Bolzen später, auf Zug und vielleicht auch mal etwas auf Scheer belastet.
Auf Zug heißt auch, dass zu dem was Du draufgibst immer noch gehörig was dazu kommt (!) Würdest Du also die Schrauben so anballern, dass es knirscht, kannst Du den Kiel auch gleich in den Hafen schmeißen.

Um auf Nummer sicher zu gehen würde ich - egal was da vorher war - möglichst große Flachstahlstücke mit einer Stärke von mindestens Gewindestärke:4 unterlegen. Besser mehr, denn viel hilft viel. Edelstahl bohrt sich nicht schön und ein paar Schläge Mennige oder UW-Grundierung auf normalem Baustahl (z.B. St-36) reichen. Wenn die Stahlstücke auf dem Boden rumkippeln, kann man denen einen Teelöffeel reichlich angedicktes Epoxid druntergeben. Es darf nicht mehr von der Spachtel laufen. Sika wäre nicht hart genug um punktuelle Last absolut zu vermeiden. Die Verbindung soll ja starr sein und nicht gummigelagert.

Bei einem Kielschwein aus Holz würde man versuchen, die Unterlegplatte beidseitig so abzuwinkeln, dass sie das Holz zumindest oben fest umfasst. Nun biegt man 8 oder 12 mm Flachstahl ja mal nicht eben so im Schraubstock mit einem Radius von 1 mm. Schneidet man also pro Seite zwei, drei Schlitze rein oder einen breiten und biegt den Stahl kalt und von Hand vorsichtig bis er passt. Vorsichtig, damit er nicht reißt. Ancshließend schweißt man im Schraubstock erst eine dünne Raupe drauf, um alles zu stabilisieren, dann nochmal zwei bis 3 dicke, durch und durch, um der Sache Festigkeit zu verleihen. Auf die Weise kann man so eine Spange ohne Atze bzw. Schmiedefeuer und ohne einen besonders festen Schraubstock bauen. Ein kleiner Schweißtrafo reicht. Man muss mit der Methode auch nicht viel fixieren.
– Von Mahagonysperrholz als Unterlage und in der Bilge überhaupt halte ich wenig, weil gerade Mahagony extrem unbeständig gegen Süßwasser ist. Teak ginge, aber bei Vollholz sollte man was gegen mögliches Reißen bei einer Überlast unternehmen.

Stahl an Holz setzt man am unter Wasser besten mit Fett an, weil das eine selbstheilende Schicht ergibt. Sonst, oder wenn einem das nicht behagt, wäre Polysulfid noch etwas dauerhafter als Polyurethan.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Moderboot« (27. Januar 2018, 09:51)


Spi40

Salzbuckel

Beiträge: 3 097

Wohnort: Wildau

Schiffsname: Antares

Bootstyp: Kielschwertkreuzer Mahagoni auf Eiche

Heimathafen: Bootswerft Freest

Rufzeichen: DG4103

MMSI: 211591600

  • Nachricht senden

8

Samstag, 27. Januar 2018, 11:18

Ich hab als mein Schiifchen 55 Jahre alt war die 9 Kielbolzen erneuert. Bei mir stellte sich die Frage gleiches Material wie vom Bootsbaumeister, feuerverzinkte Stahlbolzen oder Edelstahl oder Bronze.
Aus Preisgründen viel Bronze durch. Aus langer Haltbarkeit (hoffentlich) wurde es dann Edelstahl 2mm stärker (18mm), wie die originalen 16 mm Bolzen. Sind mit Pech eingegossen von oben und von unten die Bolzen mit Hydaulikpresse eingeschoben.

Die Theorie mit dem Fett ist zwar nicht schlecht, wird aber vom Holz verdrängt beim einschieben der Bolzen, denn die Bolzen müssen satt und fest sitzen ohne das geringst Spiel und was an Fett am Holz anliegt wird vom Holz aufgesogen und schützt das Metall max.wenn überhaupt ein Jahr.
Gruß Torsten

kis
keep it simple

Bruk

Kapitän

  • »Bruk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 720

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

  • Nachricht senden

9

Samstag, 27. Januar 2018, 13:01

Wenn es um Verschraubungen bei GfK-Booten geht, oder um Laminiertechniken, Belastbarkeit, Osmose, Lackierung usw., kann ich das Buch von Hugo du Plessis empfehlen: "Kunststoffyachten" Der Autor hat fast sein ganzes Berufsleben als Gutachter gearbeitet und kann mit seinem weiten Erfahrungsbereich wertvolle Tipps geben. Offenbar nur noch antiquarisch zu bekommen:

https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/An…nststoffyachten

Gruß

Klaus

10

Samstag, 27. Januar 2018, 14:41

Die Theorie mit dem Fett ist

... keine Theorie – machen viele und bei meinem kann man es auch besichtigen. Natürlich nimmt das Holz etwas Fett auf. Das soll es ja auch, aber die Theorie, dass Holz wie Löschpapier ein Nimmersatt wäre, ist bei den Holzsorten, die man da für gewöhnlich nimmt nicht so.

Es ist ja jedem unbenommmen, auch in bewährten Methoden ein Fabulieren zu wittern.

Bruk

Kapitän

  • »Bruk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 720

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

  • Nachricht senden

11

Samstag, 27. Januar 2018, 16:03



Es ist ja jedem unbenommmen, auch in bewährten Methoden ein Fabulieren zu wittern.



Genau! Und das ist lästig hier im Forum. Weshalb sich auch OE32 leider etwas zurückgezogen hat!

Gruß

Klaus

12

Samstag, 27. Januar 2018, 18:33

@Moderboot

Danke für deinen sehr guten Profibeitrag... muss mir erst einmal deine Informationen verinnerlichen ;)
„Unwissenheit erzeugt viel häufiger Selbstvertrauen als Wissen“,

Spi40

Salzbuckel

Beiträge: 3 097

Wohnort: Wildau

Schiffsname: Antares

Bootstyp: Kielschwertkreuzer Mahagoni auf Eiche

Heimathafen: Bootswerft Freest

Rufzeichen: DG4103

MMSI: 211591600

  • Nachricht senden

13

Samstag, 27. Januar 2018, 21:26

Die Theorie mit dem Fett ist

... keine Theorie – machen viele und bei meinem kann man es auch besichtigen. Natürlich nimmt das Holz etwas Fett auf. Das soll es ja auch, aber die Theorie, dass Holz wie Löschpapier ein Nimmersatt wäre, ist bei den Holzsorten, die man da für gewöhnlich nimmt nicht so.

Es ist ja jedem unbenommmen, auch in bewährten Methoden ein Fabulieren zu wittern.


Hm, dann mal ohne Sentimetalitäten....wenn Deine Theorie stimmen würde, warum rosten denn dann die Kielbolzen mit der Zeit weg ?( ...oder glaubst Du Fett kannten unsere Vorfahren nicht auch schon?

Und für die welche glauben da bildet sich ein dauerhafter Fettfilm um die Stahlbolzen. Folgende Frage an Euch: Wo soll sich denn ein Fettfilm überhaupt bilden und dauerhaft halten, wenn man ein 18 mm Loch im Holz hat und einen 18 mm Stahlbolzen ins Holz eindrückt ?(
Gruß Torsten

kis
keep it simple

14

Samstag, 27. Januar 2018, 22:15

Kannten sie und sie rosten trotzdem, denn die Annahme, dass es eine stattliche Fettpackung gäbe, die vor allem den Stahl überall und dauerhaft schützen würde, stimmt natürlich nicht. Allerdings stammt die Annahme auch nicht von mir.
Das Fett schützt in erster Linie das Holz, z.B. vor dem Rost der Bolzen. Am besten, wenn das trockene Holz, hier auch in den gebohrten Löchern, mit reichlich heißem Fett behandelt wird. Dann nimmt es am meisten auf. Schiffsbodenfett ist bei winterlichen Temperaturen schon sehr zäh und zieht sich entlang der Bolzen teils mit in die Löcher rein, teils flutscht es damit einfach besser und es ist sehr wasserbeständig. Welche Mechanismen da im einzelnen wirken hängt von vielem ab. Wo viel Fett ist, ist wenig Wasser, das wird zumindest nicht folgenlos sein.

Heute nehmen viele alternativ eine Dichtmasse. Wer sich denkt, das alles sei Blödsinn, nimmt vielleicht auch garnichts. Dann gibt es nocht die, die sich denken, es sei Blödsinn, aber die trotzdem skeptisch sind und es rein vorsichtshalber machen.
Nebenbei, 18 Millimeter Bolzen in 18,0 mm Bohrungen und davon gleich mehrere halte ich jetzt mal für die Theorie. Wenn das 18,5 mm sind, ist das schon allererste Handwerksarbeit. 19 wären normales Unterlegscheibenmaß, 20 noch keine "Klapperpassung" ... so gesehen ist da schon ein bisschen Platz, den man so oder so verfüllen kann.

Spi40

Salzbuckel

Beiträge: 3 097

Wohnort: Wildau

Schiffsname: Antares

Bootstyp: Kielschwertkreuzer Mahagoni auf Eiche

Heimathafen: Bootswerft Freest

Rufzeichen: DG4103

MMSI: 211591600

  • Nachricht senden

15

Sonntag, 28. Januar 2018, 00:41


Nebenbei, 18 Millimeter Bolzen in 18,0 mm Bohrungen und davon gleich mehrere halte ich jetzt mal für die Theorie. Wenn das 18,5 mm sind, ist das schon allererste Handwerksarbeit. 19 wären normales Unterlegscheibenmaß, 20 noch keine "Klapperpassung" ... so gesehen ist da schon ein bisschen Platz, den man so oder so verfüllen kann.


......ich frage mich jetzt warum fast alle Löcher, nachdem ich alle alten Kielbolzen, sowohl aus dem Ballastkiel und dem Kielschwein samt Totholzbohle ausgeschlagen/ausgepresst hatte keine 16 mm mehr hatte sondern ca. 16,5 bis 17,5 mm und ein 16 mm Bolzen mit dem kleinen Finger eingesteckt werden konnte und der Test-Bolzen wackelte?
Genau aus dem Grund, dass das nicht mehr bündig und fest saß hab ich alle Löcher auf 18 mm aufgebohrt und auch 18 mm Bolzen anfertigen lassen. Mal davon abgesehen dass es gar keine Bohrer, zumindest handelsüblich, standartmäßig in 16,5 / 17 / 17,5 mm gibt. Ich bin zwar kein Bootsbaumeister aber zumindest sind meine Löcher, welche ich mit einem 18mm Bohrer bohre keine 19 oder 20 mm Ovale.

18 mm Bolzen und 20 mm Loch wie geschrieben sind je Seite des Bolzen 1mm Spiel.....zumindest ich betrachte das als klappern.

Bin bei Dir, dass Fett das eindrücken bzw. einschrauben von Bolzen und Schrauben in Holz oder Stahl wesentlich erleichtert ;) Steht ja auch überall als Empfehlung.

Viel Erfolg allen die ihre Kielbolzen erneuern möchten/müssen.
Gruß Torsten

kis
keep it simple

Bruk

Kapitän

  • »Bruk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 720

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

  • Nachricht senden

16

Sonntag, 28. Januar 2018, 12:50

Was bin ich froh, keine Kielbolzen zu haben! Hätte nicht gedacht, dass das Thema "Kielbolzen" so anspruchsvoll sein würde. Wenn man nicht genau vom Fach ist, sollte man sich offenbar besser, um sicher zu gehen, an eine erfahrene Werft wenden, die in der Reparatur klassischer Boote Routine hat.

Für Laien wahrscheinlich ein riskantes Vorhaben!

Gruß

Klaus

Spi40

Salzbuckel

Beiträge: 3 097

Wohnort: Wildau

Schiffsname: Antares

Bootstyp: Kielschwertkreuzer Mahagoni auf Eiche

Heimathafen: Bootswerft Freest

Rufzeichen: DG4103

MMSI: 211591600

  • Nachricht senden

17

Sonntag, 28. Januar 2018, 17:27

Klar eine Werft mit Fachleuten ist immer gut........und teuer..... wer's hat, nur zu!
Ich habe meine Kielbolzen samt neuem Schwertkasten komplett in Eigenregie ohne Profiberatung- oder Unterstützung bzw. Forumsfragen erneuert. Ist jetzt auch schon 7 Jahre her (wie die Zeit vergeht :cray2: ). Das wichtigste ist Zeit, Zeit, Zeit, der Wille es durchzuziehen, einen super Kumpel (Schweißer) der auch öfter mal mitmacht, eine Halle ohne Einschränkungen, einen super Kumpel, welcher Übernachtung bietet, etwas :rolleyes: Geld für Material (Holz und Stahl)......und keine zwei linken Hände ;)
Gruß Torsten

kis
keep it simple

Bruk

Kapitän

  • »Bruk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 720

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

  • Nachricht senden

18

Sonntag, 28. Januar 2018, 18:45

Klar eine Werft mit Fachleuten ist immer gut........und teuer..... wer's hat, nur zu!
Ich habe meine Kielbolzen samt neuem Schwertkasten komplett in Eigenregie ohne Profiberatung- oder Unterstützung bzw. Forumsfragen erneuert. Ist jetzt auch schon 7 Jahre her (wie die Zeit vergeht :cray2: ). Das wichtigste ist Zeit, Zeit, Zeit, der Wille es durchzuziehen, einen super Kumpel (Schweißer) der auch öfter mal mitmacht, eine Halle ohne Einschränkungen, einen super Kumpel, welcher Übernachtung bietet, etwas :rolleyes: Geld für Material (Holz und Stahl)......und keine zwei linken Hände ;)



Wenn man das alles zusammen bekommt, ist das natürlich super! :)

Gruß

Klaus

19

Sonntag, 28. Januar 2018, 21:10

Klar eine Werft mit Fachleuten ist immer gut........und teuer..... wer's hat, nur zu!
Ich habe meine Kielbolzen samt neuem Schwertkasten komplett in Eigenregie ohne Profiberatung- oder Unterstützung bzw. Forumsfragen erneuert. Ist jetzt auch schon 7 Jahre her (wie die Zeit vergeht :cray2: ). Das wichtigste ist Zeit, Zeit, Zeit, der Wille es durchzuziehen, einen super Kumpel (Schweißer) der auch öfter mal mitmacht, eine Halle ohne Einschränkungen, einen super Kumpel, welcher Übernachtung bietet, etwas :rolleyes: Geld für Material (Holz und Stahl)......und keine zwei linken Hände ;)

:gooost:

Da bin ich ganz d'accord. Selbst ist der Meister. ;)
„Unwissenheit erzeugt viel häufiger Selbstvertrauen als Wissen“,

Woodwind

Salzbuckel

Beiträge: 4 867

Wohnort: Flensburg

Schiffsname: White Lady

Bootstyp: 6KR

Heimathafen: Flensburger Förde

Rufzeichen: DK2056

  • Nachricht senden

20

Montag, 29. Januar 2018, 17:47

Begrenzender Faktor ist die Art und Größe der Unterlegscheibe oder -Platte. Das größte Problem bei Holz ist, dass sich die Muttter nicht reinzieht und dass sich das Holz nicht spaltet.



Ich interpretiere Deinen Satz mal so, daß es ein Problem sein soll, wenn die Mutter sich in das Holz einpresst/zieht.

Tatsächlich ist das gar kein Problem, sondern konstruktiv erwünscht. Natürlich nur in Maßen; deswegen wird man auch immer eine entsprechend dimensionierte Unterlegscheibe verwenden, aber bitte keinesfalls eine zu große. Warum?

andererseits hast Du weder Dehnschrauben


Die sich hineinziehende Mutter bietet genau die Funktion des Dehnbolzens, und diese Funktion ist bei klassischen Holzbooten unerläßlich. Das liegt daran, daß der Holzkiel durch Wasseraufnahme quillt. Für diese Dimensionsänderung muß ein kontrollierter Ausgleich möglich sein, beim Holzboot eben das (geringfügige) Hineinziehen der Mutter/Unterlegscheibe.

Aus demselben Grund darf man auch nicht nach einer längeren Trockenperiode an Land die Muttern gleich nachziehen - erst wenn das Boot nach 1-2 Wochen komplett "durchgefeuchtet" im Holz ist. Meist ist dann ein Nachziehen auch gar nicht mehr möglich/nötig, das merkt man dann schon am Kraftaufwand.

Die sich hineinziehende Mutter kann das Holz auch nicht so ohne Weiteres spalten.

Allerdings kann Rost an Kohlenstoffstahlbolzen dies durchaus tun - Eisenoxyd hat so etwa das 2-3fache Volumen des Stahls. Solch eine Spaltung ist aber von innen in der Bilge zu entdecken, so daß man geeignete Maßnahmen ergreifen kann.

Georg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Woodwind« (29. Januar 2018, 18:08)


Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 2 612   Hits gestern: 2 575   Hits Tagesrekord: 5 297   Hits gesamt: 4 095 469   Hits pro Tag: 2 339,45 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 18 736   Klicks gestern: 18 124   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 33 261 658   Klicks pro Tag: 19 000,02 

Kontrollzentrum

Helvetia

Novosail

Professionelle Reinigung von Segeln und Bootsplanen