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_andi_

Kapitän

  • »_andi_« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 635

Bootstyp: IW-31

Heimathafen: Ostsee

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1

Sonntag, 29. April 2018, 09:20

Gib'Sea 35 Frage(n) (Gibert Marine)

Hi,

ich hab gerade eine sehr schöne Gib'Sea 35 von 1991 gefunden, also aus der Zeit wo Gib'Sea noch nicht zu Dufour gehört hat. Leider finde ich zu dem Typ so gut wie keine Infos :-(

Insbesondere interessant wären die Deckskomposition, im Gelcoat gibt es diverse Risse (Relingsstützen, Püttinge, ...) und unter Deck Anzeichen für Feuchtigkeit. Beides nicht schön, aber wenn dazwischen noch Torf (Balsa) ist wäre das ein gutes Argument das Schiff nicht zu kaufen.

Desweiteren würde ich gerne das Steuerrad loswerden, eine Notpinne gibt es. Gab es das Schiff auch ab Werk mit Pinne?

Viele Grüße und lieben Dank, Andi

Bruk

Kapitän

Beiträge: 719

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

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2

Sonntag, 29. April 2018, 12:32

Hallo Andi,

Vorsicht Ferndiagnose!
Ich kenne diesen Bootstyp nicht, aber die angesprochenen Schäden sind typisch auf vielen Booten. Haarrisse an Püttingen und Relingsstützen sind immer ein Hinweis auf zu schwaches Laminat, das zu sehr belastet wurde. Es nützt also nichts, die Risse einfach mit Gelcoat zu verschließen, da sie genau an diesen Stellen wieder auftauchen werden.

Normalerweise ist das kein Grund, das Boot nicht zu kaufen. Wenn das Laminat von der Kajüte aus zugänglich ist, würde ich an diesen Stellen, wenn notwendig, entweder zusätzliches Laminat aufbringen oder großzügige VA-Platten untersetzen, welche die Last verteilen, oder beides. Sollte eine Innenschale vorhanden sein, kannst Du problemlos mit der Fein-Säge an den entsprechenden Stellen ein Fenster hinein sägen.

Schwieriger wird es beim Sandwichdeck. Wenn die Kajütdecke abnehmbar ist, kannst Du normalerweise erkennen, ob es sich um einen Balsakern handelt oder um Divinycell. Ist dieser geschlossenporige Hartschaum verwendet worden, ist das Problem normalerweise gering, wenn darauf geachtet wurde, dass die oberen und unteren Anlaminate wirklich festklebend sind.
Eingedrungene Feuchtigkeit durch Risse im Deckslaminat sind dann weniger problematisch, da dieses Sandwichmaterial nicht fault.

Ist es Balsaholz, wäre ich sehr vorsichtig. Korrekt verarbeitet und mit auszuschließenden Decksrissen, gibt es auch hier keine Probleme. Häufig aber zieht das Balsaholz - nahezu schutzlos gegen Fäulnis - Wasser und gibt es an das benachbarte Holz weiter. Eingeschlossen in GfK, entwickelt sich eine häufig aggressive Nassfäule, die das Holz vollständig zerstört (fast flüssiger Zustand). Reparatur grundsätzlich möglich, aber sehr aufwändig und vom Fachbetrieb erledigt, sehr kostenintensiv.

Du kannst diese Dinge versuchen, selbst herauszufinden. Klopfe mit dem Griff eines Schraubendrehers das Deck ab. Ist es ein relativ heller und klarer Klang, dürfte alles in Ordnung sein. Ist der Klang an anderen Stellen eher dumpf, könnte es sich um einen schadhaften Kern handeln. Wenn Du beim Laufen über Deck den Eindruck hast, dass Du Dich auf einer Gummimatte befindest, ist alles zu spät. Ich hatte das vor einiger Zeit bei einer Dufour Arpege. Fühlte sich schon merkwürdig an. Balsakern völlig hinüber.

Was das Steuerrad angeht, kann ich Dir keine Tipps geben, da ich die Konstruktion des Bootes nicht kenne. Das Vorhandensein einer Notpinne ist nicht unbedingt hilfreich, diese Frage zu beantworten, da sie nicht unbedingt an der für die Pinne besten Stelle ansetzt.

Feuchtigkeit unter Deck: Da geht mit Ferndiagnose überhaupt nichts. Es gibt sehr viele Gründe dafür. Das geht nur vor Ort und ist oft eine knifflige Aufgabe, besonders dann, wenn eine Innenschale vorhanden ist. Und französische Boote haben sie sehr häufig.

Abschließend kann ich nur bemerken, dass der Kauf nur dann lohnt, wenn der Preis in einem vernünftigen Verhältnis zu eventuell zu behebenden Schäden verhandelt wird. Dazu ist aber zunächst eine Erhebung des Schadensbildes erforderlich und dem damit einhergehenden finanziellen Aufwand.

Merke: Lieber ein deutlich teureres und intakteres Boot des gleichen Typs kaufen als das billigere Exemplar mit schwer zu kalkulierenden Folgekosten.

Liebe Grüße
Klaus

la paloma

Salzbuckel

Beiträge: 7 887

Schiffsname: Jenny

Bootstyp: Elan 31s

Heimathafen: Sonderborg

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3

Sonntag, 29. April 2018, 14:14

Wenn du dir unsicher bist, nehme einen erfahrenen Bootsbauer mit, der mit dir das Schiff auf Herz und Nieren prüft.
Das Geld ist gut investiert. Etwaige Reparaturkosten wird er sicherlich abschätzen können. Nicht vergessen auch Rigg,
Motor und Segel zu prüfen.
Gruß
Arne

Bruk

Kapitän

Beiträge: 719

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

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4

Sonntag, 29. April 2018, 14:20

Wenn du dir unsicher bist, nehme einen erfahrenen Bootsbauer mit, der mit dir das Schiff auf Herz und Nieren prüft.
Das Geld ist gut investiert. Etwaige Reparaturkosten wird er sicherlich abschätzen können. Nicht vergessen auch Rigg,
Motor und Segel zu prüfen.


Das scheint mir der beste Rat zu sein!

ex-express

Kapitän

Beiträge: 725

Schiffsname: Lulou

Bootstyp: Dehler 35 SV

Heimathafen: Flensburg

Im Marktplatz: 1

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5

Dienstag, 1. Mai 2018, 15:08

Hallo andi,

irgendwie widersprechen sich "sehr schöne Gib sea" mit "viele Risse im Gelcoat, Wasserschäden unter Deck"

6

Dienstag, 1. Mai 2018, 15:14

Mit einem Feuchtigkeitsmesser lassen sich feuchte Sandwichstrukturen zuverlässig lokalisieren.
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