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1

Mittwoch, 11. Juli 2018, 17:10

Zeitfrage für Segler

Liebe Segel Fachleute,
als Landratte ohne jede Kenntnis habe ich eine Frage. Ich schreibe einen historischen Roman und brauche die ungefähre Zeit, die ein Segelboot von Emden nach Hamburg benötigt. Zu beachten wäre, dass es sich um die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs handelt, wo Segelboote sicher noch etwas anders funktionierten.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Gruß,
Christine Ambrosius

2

Mittwoch, 11. Juli 2018, 17:25

Herzlich Willkommen hier im Forum.

Für zukünftige Planungen: https://www.navionics.com/deu/ > einfach oben auf ChartViewer klicken.

Da kannst Du dann einen Routenplaner nutzen, wie beim Auto. Evtl. noch die Bootsdaten (Tiefgang) eingeben

Sind in Deinem Fall: ca. 300 Meilen

Die Geschwindigkeit ist abhängig von Windstärke, -richtung und der Bootslänge.


"What 'n Drama mit dem Karma"
(by me, myself & I)


Sail67

Offizier

Beiträge: 177

Wohnort: Köln

Schiffsname: Quint

Bootstyp: Compromis 888

Heimathafen: Lelystad-Haven

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3

Mittwoch, 11. Juli 2018, 17:41

Bei einer angenommenen Geschwindigkeit von 3 Knoten wären das 100 Stunden fahrt.

Ich hab 3Knoten genommen, da ich ein Schiff gefunden haben, das im 17 Jahrhundet für 6000 Seemeilen nachweislich 90 Tage gebraucht hat. Das wären näherungsweise ca 3 Knoten

4

Mittwoch, 11. Juli 2018, 18:05

Bei einer angenommenen Geschwindigkeit von 3 Knoten wären das 100 Stunden fahrt.

Ich hab 3Knoten genommen, da ich ein Schiff gefunden haben, das im 17 Jahrhundet für 6000 Seemeilen nachweislich 90 Tage gebraucht hat. Das wären näherungsweise ca 3 Knoten


naja, so kann man die Frage nicht beantworten!

Dein Schiff aus dem 17. Jahrhundert brauchte für die 6000 nm auch deshalb ein 1/4 Jahr, da div. Passagen nur mit passenden Wind (u.a. Pasat) begonnen wurden und ggf. im Hafen oder an der Küste auf passende Winde gewartet wurde.
An der Küste, im Watt spielen zudem Wind und Gezeiten noch eine Rolle.

Aber auch heute sind wir da nicht unabhängig:

Als ich vor Jahren mit meinem Sohn von Zeeland in die Wattensee segelte, trafen wir in Scheveningen eine HR Monsun aus Juist an, die dort schon 3 Tage auf günstigen Wind Richtung Kanal wartete - und vermutlich auch noch 3 Tage später dort lag, denn der Wind drehte auch in der kommende Woche nicht.
Selbst rel. moderne Schiffe, die Aufkreuzen können, müssen manchmal auf günstige Winde warten, wenn das Fahrwasser ein Aufkreuzen erschwert.

Ein Jahr später passierte uns das gleiche in Ostende, die Weiterfahrt an der belgischen Küste war aufgrund der Windstärke und -richtung nicht zu empfehlen, und wir änderten unsere Pläne aufgrund des geringen Zeitfensters.
ciao

Andreas

5

Mittwoch, 11. Juli 2018, 18:14

Naja. Das mit dem Wind kann man in nem Roman ja entsprechend "definieren".
Wichtig ist doch erstmal was das für ein Schiff sein soll. Was großes oder eher so ne kleine Schaluppe.


"What 'n Drama mit dem Karma"
(by me, myself & I)


6

Mittwoch, 11. Juli 2018, 18:23

das ist eigentlich egal, denn während ein kleines Schiff hinter den Inseln über die Wattenhochs rel. sicher vorankommt, muss das große Schiff um die Inseln herum laufen. Auf der Elbe relativieren sich dann die Vorteile, wenn mit dem Tidestrom gen Hamburg gesegelt wird
ciao

Andreas

7

Mittwoch, 11. Juli 2018, 19:07

Nicht zu vernachlässigen in diesem Revier ist noch der Einfluß der Tiden. Etwa 6 Stunden lang fließt das Wasser in die eine und anschließend in die andere Richtung. Dabei können zum Teil beträchliche Ströme entstehen, die die Fahrt eines langsamen Bootes aufzehren können. Der geschickte Seemann wird die Tide zu seinen Gunsten nutzen und soweit möglich mit dem Strom fahren. Durch die schwankenden Wasserstände werden auch viele Bereiche bei Ebbe unpassierbar, so dass man nicht fahren kann oder Umwege nehmen muß. Oft wartet man auch die passende Tide ab, da es ungünstig wäre gegenan zu fahren.
Habe mal nachgesehen. Habe hier ein Programm welches einem die Tiden anzeigt (Mr. Tide). Habe gerade mal probiert. Leider kann ich nur bis ins Jahr 1700 zurück gehen. Vielleicht gibt es aber auch andere Wege das Rückwirkend zu berechnen. Das könnte von Relevanz sein falls Tages und Uhrzeit genau beschrieben werden soll.
Überhaupt ist es oft nicht möglich die gesamte Strecke am Stück zu segeln, da das Wetter nicht mitspielt. Theoretisch wären 300 nm bei 6-7 Knoten in 50-40 Stunden zu fahren. In der Praxis ist das aber unrealistisch und dürfte ein vielfaches betragen haben. Ich habe mich mal mit Jemand auf der Wismarer Kogge unterhalten. Er gab als erreichbare Geschwindigkeit 6-7 kn an. Im Schnitt der tatsächlichen Fahrt halte ich auch um 3 kn für nicht unrealistisch.
Je nach Jahreszeit schränkte möglicherweise auch die aufkomende Nacht die Fahrtmöglichkeit ein, da es damals keine oder kaum Leuchtfeuer gab. Wenn fuhr man vermutlich eher bei Vollmond als bei Neumond. Wenn nachts nicht gefahren wurde verlängert sich die Gesamtzeit natürlich weiter.

8

Mittwoch, 11. Juli 2018, 19:19

Die Frage ist, wenn der Roman nicht segelorientiert ist, sind 100 Stunden doch ok. Schreib 6 Tage rein und gut.

Brynja

Salzbuckel

Beiträge: 3 329

Wohnort: OWL

Schiffsname: Brynja

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9

Mittwoch, 11. Juli 2018, 19:21

Zu jener Zeit wurde geankert, wenn Strömung und/oder Wind nicht passten. Kreuzen mit Kauffahrteischiffen gab es praktisch nicht.
Zeitdruck kannte man noch nicht.
Inseln und Watt sahen anders aus als heute. Einen guten Eindruck kann man anhand alter Karten bekommen, z.B.
http://michaelrecke.homepage.t-online.de/kartena3.htm
Gruß, Frank


BLogbuch: https://sybrynja.wordpress.com/

10

Mittwoch, 11. Juli 2018, 20:30

Das wäre doch vom Wetter, Wind (Windstärke und Richtung), Jahreszeit und der Tide abhängig. Da wären sechs Tage oder auch sechs Wochen durchaus denkbar.

11

Mittwoch, 11. Juli 2018, 20:35

Ohje noch mal 300 Seiten mehr zu schreiben. Bei nem Liebesroman kann das schließlich schon wieder bis zur Trennung führen. Segeln ist ja nicht unbedingt beziehungsfördernd :D


"What 'n Drama mit dem Karma"
(by me, myself & I)


12

Mittwoch, 11. Juli 2018, 20:46

Vielen Dank für die Antworten und Überlegungen. Das hilft mir schon ein Stück weiter. Es soll sich um eine kleineres Handelsschiff drehen und spielt nur eine Nebenrolle. Ich schreibe aber auch bei unwichtigen Details nicht gerne Unsinn. Ich denke, ich belasse es unter günstigen Umständen bei sechs Tagen.
Allen eine Handbreit Wasser unter dem Kiel,
Christine Ambrosius

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