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  • »Kateline« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 13. Januar 2019, 17:05

Delphin-Jolle Instand halten

Hallo liebe Interessierte,

ein Freund und ich bekamen im Sommer 2018 eine Delphin-Jolle (Baujahr 1973) samt Liegeplatz und Slipwagen zufällig und sehr günstig angeboten. Da wir bereits seit längerer Zeit mit dem Segeln liebäugelten, konnten wir nicht widerstehen und haben zugegriffen. Bei dem guten Stück handelt es sich um eine Sperrholzkonstruktion mit Mahagoni-Deck. Als totale Anfänger haben wir die Ausfahrten bis in den Herbst genossen und stellten fest, dass ein Segelkurs auf jeden Fall sinnvoll wäre.. Bei genauer Betrachtung gibt es an der Jolle aber auch einiges zu richten wenn man das Bötchen für die kommenden Jahre noch erhalten will. Wir liegen im tiefsten Oberschwaben - auch der Bodensee ist nicht gerade ums Eck. Bootsbauer und ähnliche Spezialisten sind daher bei uns rar. Deshalb stellt sich die Frage, ob bestimmte Arbeiten auch beispielsweise von einem Schreiner vorgenommen werden könnten. Ich denke vor allem an die Erneuerung des Mastfußes und die Überarbeitung des Rumpfes (Ausbessern, Lackieren, wasserdicht halten, etc.) - Mit Material und Anwendung kennen wir uns so gut wie gar nicht aus. Die Sorge, was falsch zu machen oder zu pfuschen ist groß. Uns geht es aber nicht um eine komplette Restauration. Das Boot soll mit überschaubarem finanziellen Aufwand sicher zu segeln und gebrauchsfähig bleiben. Als Familienväter ist auch unser Zeitrahmen begrenzt. Falls also jemand vor ähnlichen Herausforderungen steht oder Erfahrungen und Tipps hat, würden wir uns freuen! Wünsche Euch noch einen schönen Tag.

Olaf_P32

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2

Sonntag, 13. Januar 2019, 17:40

Sperrholz ist nichts anderes als Holzfaser verstärkter Kunststoff. Fast alle größeren Reparaturen kann man mit Epoxy gut machen. Jollen haben auch den Vorteil das alle Bauteile recht gut zugänglich sind. Da kann man als Heimwerker fast alles selber machen. Und wenn ihr mal etwas nicht selber könnt, dann immer daran denken das z.B. Fricke & Dannhus aus der Lehmbrucher Dorftischlerei entstanden ist :) Wer mit Holz umgehen kann, der kann auch Holzboote reparieren.

Schön wären ein paar Bilder von euren Problemstellen. Oft sieht etwas viel schlimmer aus als es ist. Meistens brauchen Holzboote nur etwas Lack. Bei den Lackierarbeiten sollte man aber nicht zu sparsam sein. Ein Holzboot gammelt nämlich nur dort, wo der Lack beschädigt ist.
Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber ist es auch lebenswert ?
:wickie:

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3

Sonntag, 13. Januar 2019, 18:01

Hallo Olaf,

vielen Dank für Deine rasche Antwort - das hört sich ganz gut an und macht Hoffnung. Einen Schreiner mit viel Holzkenntnis haben wir gesagt an der Hand. Was ich bisher gelesen habe, muss man Lack auch mehrmals auftragen. Ich werde demnächst mal ein paar Bilder machen und hochladen (das Boot ist im Winterlager etwas entfernt). Derzeit habe ich nur "schöne" Aufnahmen.

Viele Grüße

4

Sonntag, 13. Januar 2019, 18:05

Sperrholz ist nichts anderes als Holzfaser verstärkter Kunststoff.


Na, die Definition würde ich nochmal überdenken.

Gruß odysseus

Klaus Helfrich

Salzbuckel

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5

Sonntag, 13. Januar 2019, 18:30

Sperrholz ist nichts anderes als Holzfaser verstärkter Kunststoff.

Nein Sperrholz sind aufeinander geleimte Furniere.
Was Du meinst sind Spanplatten ( nicht geeignet für den Bau von Booten )
Die Gieselau Schleuse auf dem Weg von und zur Eider ist wieder geöffnet und so soll das auch bleiben!

Tobias_E

Seebär

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6

Sonntag, 13. Januar 2019, 19:48

hier gibt es einige Informationen zum Thema Epoxy.


Gruß von der Ostalb,
Tobias

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7

Sonntag, 13. Januar 2019, 20:21

Danke für Eure Hinweise. Nochmal zur Klarstellung: Laut Wikipedia und einem alten Prospekt handelt es sich beim Rumpf um Sperrholzbauweise, die außen mit glasfaserverstärktem Polyester überzogen wurde.

8

Sonntag, 13. Januar 2019, 21:39

Von allen Wassern ist Süßwasser der ärgeste Feind des Holzes. Vor allem bei Sperrholz ist es günstig, wenn der Rumpf unter einem Dach und gut belüftet immmer wieder gründlich durchtrocknen kann. Ist das der Fall wird er lange halten, nur wenig Arbeit machen und entsprechend wenig Kosten verursachen, wenn man von dem absieht, was jetzt schon gerichtet werden muss.

Steht das Boot dagegen meistens draußen, ist dazu vielleicht noch mehr schlecht als recht abgedeckt oder ist am Ende ein Wasserlieger, dann muss alles tiptop in Farbe sein. Tiptop nicht mit übergründlich verwechseln, denn zu einer Seite hin sollte die Beschichtung diffusionsoffen sein. Es wird sicherlich Gegenreden geben, die auf Boote verweisen, bei denen es anders ist, aber dann müssen solche Beschichtungen auf durchgetrocknetes Holz aufgebracht worden sein und es darf danach nichts mehr eindringen. Ist das anders, beginnt die Fäulnis.

Grüße
Chris

Olaf_P32

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9

Montag, 14. Januar 2019, 09:22

Von allen Wassern ist Süßwasser der ärgeste Feind des Holzes.

Bitte keine Angst vor Süßwasser. Ich kenne einige Holzboote (darunter auch viele Jollen) die das Rentenalter schon lange erreicht haben und die überwiegende Zeit im Süßwasser lagen. Es muss bei den Booten zwischen echtem Holz und Sperrholz unterschieden werden. Sperrholzrümpfe sind immer dicht, Holzrümpfe sind es nicht und müssen quellen. Holzboote sollten möglichst nicht als Landlieger genutzt werden. Bei Sperrholz ist das egal. Bei Sperrholzbooten ist nur darauf zu achten das die Lackierung überall ohne Schäden ist. Daher sollte der Lack jedes Jahr überarbeitet werden. Ein Abschleifen ist natürlich nicht jedes Jahr notwendig. Im allgemeinen reicht es den Lack gut an zu schleifen und dann 2 evtl. 3 neue Schichten als Deckschicht auf zu bringen. Ein Neuanstrich ist dann nur in relativ großen Abständen notwendig. Wenn eine gute Persening vorhanden ist beträgt der Intervall möglicherweise mehrere Jahrzehnte.

Ein Problem könnte eurer Polyesterüberzug sein. Das war in den 70ern sehr beliebt. Der Ausdruck für so etwas ist übrigens "Leichenhemd". Da solltet ihr Prüfen ob: 1) das noch alles fest ist und 2) ob es sich wirklich um Polyester oder evtl. doch um Epoxi handelt. Letzteres ist kein Leichenhemd, da das Epoxi im Gegensatz zum Polyester eine feste Verbindung mit dem Holz eingeht. Polyesterbeschichtungen lösen sich irgendwann vom Holz und dann beginnt zwischen Polyester und Holz die Kompostierung. Also unbedings abklopfen ob die Beschichtung noch fest sitzt. Wenn nicht muss die kolplett runter.
Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber ist es auch lebenswert ?
:wickie:

ruben7587

Salzbuckel

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10

Montag, 14. Januar 2019, 11:27

Das ist eine hübsche , kleine Jolle .
Sieht bald so aus wie ein Zugvogel in mini .
Als Bastelobjekt nach Feierabend ganz ok .

Wenn bloß diese GFK-Beschichtung nicht wäre .....

Da hat Olaf ganz recht . Das ist ein Leichenhemd .

Paul Heinz

Offizier

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11

Montag, 14. Januar 2019, 19:03

Hoppla, nicht gleich so negativ.
Wir haben voller Stolz so um 1980 mehrere Jahre eine Delphin Jolle gehabt. Wir hatten eine sehr schöne Zeit mit dem Lehfeld Riss in Holland und am Neusiedler See.
Für uns als Camper mit Wohnwagen super > super Leichtbau 65KG ? Gewicht > Dachtransport mit geteiltem Mast möglich, Kimmschwerter = viel Platz in der Plicht,
Mit 11qm ab 3 bft.Übergang in Gleitfahrt, bis unprofilierte Schwerter und Ruder vernehmlich vibrieren bzw. flattern.
Der Polyesterüberzug des Rumpfs wurde bei der Südnautik Werft am Bodensee direkt auf das geprimerte Bootssperrholz aufgebracht und war ein homogener Verbund.
Kein Leichentuch um einen bereits rotten Holzkern über die Jahre zu retten.
Es lohnt sich bestimmt etwas Zeit zu investieren.
"Mutti, wenn ich mal erwachsen bin möchte ich Segler werden."
"Junge, das geht nicht, es geht nur eins von beiden!"

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12

Montag, 14. Januar 2019, 20:47

@Paul Heinz und Olaf_P32: beim Klopfen am Rumpf klang es meiner Erinnerung nach nicht hohl oder dünn. Man hatte schon den Eindruck eines homogenen Verbundes. Das spräche dafür, anzuschleifen und den Lack auszubessern, wie von Olaf beschrieben. Ich werde auf alle Fälle am Wochenende mal hinfahren und ein paar Bilder machen.

  • »Kateline« ist der Autor dieses Themas

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13

Montag, 14. Januar 2019, 20:52

Übrigens beruhigt mich das, dass es anscheinend normal ist, wenn die Schwerter vibrieren und flattern....

14

Dienstag, 15. Januar 2019, 14:34

Ich kenne einige Holzboote (darunter auch viele Jollen) die das Rentenalter schon lange erreicht haben und die überwiegende Zeit im Süßwasser lagen.

Das Süßwasser von unten ist eine Sache, das von oben eine andere. Vor allem bei dem GFK-Bezug aber nicht nur deswegen sollte das Boot immer gut lüften können. Das von mir genannte wäre zwar optimal, aber auch wenn es weniger optimal ist, dankt Dir das Boot, wenn es von innen abtrocknen kann. Kann es das nicht, könnte es so ausgehen:



Dass ausgerechnet unterm Vordeck der Moder zugeschlagen hat, ist kein Wunder, denn das ist eine notorisch schlecht belüftete Stelle. Nichts für ungut, aber dass es dieses und jenes gibt, zeigt ja nur wie es ausgehen kann. Wie es letztlich ausgeht ist weit von jedem Zufall entfernt. Auch dauerfeuchte Bereiche an Deck sind gefährdet, wie man an vermoderten Teakdecks, Scheuerleisten usw. sieht. In dem Zusammenhang wurde ich auch wegen "Sperrholz" mit "Mahagoni-Deck" hellhörig. Aus Kostengründen wird das übrige Sperrholz wahrscheinlich Okumé (Gabun) sein. Gabun ist beesonders dankbar, wenn ees trocknen kann und umgekehrt. Auch Mittellagen des Mahagonisperrholzes können an Jollen durchaus aus einer anderen Holzart bestehen. Je besser es gelingt, den kleinen Dampfer vor dauernd einwirkender Feuchte zu bewahren, umso länger können die ersten Reparaturen warten. Das betriffft Sperrholz natürlich ebenso. Die über Kreuz miteinander verleimten Holzblätter verziehen sich zwar nicht mehr, aber gammeln können sie wie die Großen. Deswegen wäre es auch ungut, das Holz auf den wettergeschützten Bereichen der Innenseite unter dicken Lackschichten zu beerdigen. Um dem sonst offfen liegenden Holz etwas Pilzschutz zu gönnen, kann man es dünn mit Petroleum einsprühen. Ersatzweise Paraffin-Lampenöl oder auch Waschbenzin. Wo das Holz innen stärker geschützt werden soll, kann man Alkydharzlack verwenden. Wenn es dem von seinem Untergrund aus nass wird, sieht man das rechtzeitig und vor allem deutlich.

Chris

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15

Dienstag, 22. Januar 2019, 19:58

Bilder von den Schwachstellen

So, jetzt hab ich mal ein paar Bilder hochgeladen - Man sieht eine besondere Schwachstelle am Rumpf Steuerbord sowie den Mastfuß und die Türen zum Stauraum. Ich finde, auf den Bildern sieht es schlimmer aus, als in echt...

Also falls jemand so was schon mal repariert, bzw. erneuert hat, wäre ich über gute Hinweise dankbar.

Viele Grüße, Jens
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rocket6861

Matrose

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16

Dienstag, 22. Januar 2019, 20:30

Ich kann Dir nicht helfen, aber ich bewundere Deinen Mut.
Ich würde da nicht ran gehen und ich schrecke vor recht wenig zurück...
Gruß Gerhard

Henning

Salzbuckel

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17

Mittwoch, 23. Januar 2019, 18:02

Erst einmal Lack und faules Holz entfernen, so kann man nichts zu den Bildern sagen. Sieht halt nach Arbeit aus
Versteckt den Rum! :sparrow:


"Das Dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie wahr sind."
(Leonardo da Vinci)

da darf man auch schon mal ein bisschen ein mulmiges Gefühl haben während der Nordfriese noch draußen Uno spielt :-)

Olaf_P32

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18

Mittwoch, 23. Januar 2019, 19:52

Ich schließe mich Henning voll an. Erst einmal den Gammel runter. Dann sieht es warscheinlich schon viel besser aus.
Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber ist es auch lebenswert ?
:wickie:

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