Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

61

Donnerstag, 2. November 2017, 14:30

Zum Anfang meiner Jollensegelei war es natürlich cool , ohne Schwimmweste zu segeln .
Kam hinzu , dass man am Dümmer selten mehr als 1,40 cm Wassertiefe hat .

Schlauer wurde ich durch das Regattasegeln auf anderen Revieren , die tiefer waren .
Ich war so mit dem Schwimmen beschäftigt , dass ich nicht mehr am gekenterten Boot arbeiten konnte .
Von dem Tage an - egal ob Regatta oder Kaffeesegeln - nur mit Schwimmweste .

Bei offenen Booten , egal welche , würde ich immer eine Feststoffweste - ohne Kragen - anlegen .
Automatikweste hindert , weil zu dick . Der Auftrieb der Feststoffweste ist er gleiche .
Ganz im Gegenteil : Die Gefahr , dass ich die Automatkweste beschädige und sie dann nicht mehr hilft ,
ist viel größer .

Zum Revier : Bin gerade vor 4 Wochen da durch , gehört zu meinem Heimatrevier . Was dazu bisher geschrieben
wurde ist absolut richtig . ABER die Motorbootfahrer sehen das etwas anders : Hebel auf den Tisch und durch .
Mit Düsenwirkung , etc. müssen die sich nicht so beschäftigen wie wir Segler und so kommt es sehr schnell zu
Fehleinschätzungen .

Angler habe ich ( ab Freest ) zu Hunderten gesehen . Schmale , kleine Boote , mit 4 Personen , alle standen , weil
man ja nicht stundenlang beengt sitzen kann . Habe nur den Kopf geschüttelt . Und - ja - viele Fish-Hunter in Tarnanzügen .

JürgenG

Seebär

Beiträge: 1 158

Wohnort: Kiel

Schiffsname: Skrållan

Bootstyp: Lady Helmsman II

Heimathafen: Kiel

  • Nachricht senden

62

Donnerstag, 2. November 2017, 14:54

Hätte eine Weste Schlimmeres verhindert? Man weiß es nicht. Gegen Unterkühlung und Schock helfen die Dinger nicht.

Beide Behauptungen im letzten Satz des Zitats sind falsch.

1. Ein wichtiger Effekt von Rettungswesten ist, dass eine Unterkühlung wesentlich später eintitt. Dadurch, dass der MOB oder Schiffbrüchige keine Schwimmbewegungen ausführen muss und stattdessen die Embyonalhaltung einnehmen kann, verringert sich die Wärmeabgabe seines Körpers ans Wasser ganz erheblich.

2. Die Rettungsweste kann nicht nur das Risiko eines Immersionsschocks deutlich verringern, sie sichert den MOB oder Schiffbrüchigen auch bei den physischen Effekten dieser Kälteschockreaktion
wie der unkontrollierten Schnappatmung vor der Aspiration von Wasser. Im Falle eines Schocks als schwerer Kreislaufstörung mit Bewusstlosigkeit ist es ebenso.

Ob eine Weste in diesem Fall Schlimmeres verhindert hätte, lässt sich in der Tat nicht sagen. Dass sie die Überlebenschancen, das Zeitfenster für eine erfolgreiche Rettung, deutlich vergrößert hätte, schon.

@Klaas: So einfach wie Du bewertest, ist die Angelegenheit nicht. Mit 1. liegst Du richtig, denn je weniger Aktivität eine POB ausführt und je kleiner sie ihre Oberfläche machen kann (Embryonalhaltung) um so weniger Wärme verliert sie an die Umgebung. Dies wird durch den Auftrieb der Rettungsweste ermöglicht. Dennoch ist die Aussage von @Pusteblume: in so weit richtig, als dass eine Rettungsweste durch die von ihr bedeckte Fläche keinen zusätzlichen Schutz vor Unterkühlung bietet. Vielleicht war die Aussage ja so gemeint?

Bei 2. liegst Du mit dem ersten Satz jedoch daneben. Die Akutreaktion der Immersion/Submersion ist eine unmittelbare Reaktion auf den einwirkenden Kältereiz. Dieser Reiz wirkt beim Eintauchen des Körpers in das Wasser sofort. Davor schützt weder eine Feststoffweste noch eine Automatikweste, wobei letztere noch eine mehrere (ca. 6) Sekunden lange Auslösezeit hat. Möglicherweise kann eine Feststoffweste die POB vor einer Wasseraspiration durch die initial vertieften Atemzüge bewahren, jedoch nur, wenn die POB quasi in das Wasser gleitet. Bei einem Sturz über Bord, kommt es auch bei Feststoffwesten immer zur Submersion (Eintauchen des gesamten Körpers).

Grüße Jürgen

unregistriert

63

Donnerstag, 2. November 2017, 15:37

@JürgenG: Du hast natürlich Recht, ich hatte mich zu 2.) falsch ausgedrückt. Mir ging es darum, dass die Weste die Person bei und nach den Effekten des Immersionsschocks sichert. Die Regel besagt ja, dass bei dieser Reaktion mit ungefähr einer Minute Dauer zu rechnen ist, bis die Person ihre Atmung wieder kontrollieren kann. Das bedeutet also, dass die Weste den MOB während des weitaus größten Teils dieser Zeit unterstützt, auch wenn man die Aufblaszeit großzügig mit 10 Sekunden ansetzt. Der mehrfach beobachtete Effekt, dass eine Person bereits während des Immersionsschocks ertrinkt ("xy ist sofort untergegangen") kann damit wirkungsvoll ausgeschaltet werden.

Zudem spielt für die Schwere der Schockreaktion neben der Wassertemparatur und evtl. vorangegangener Überwärmung wohl noch eine große Rolle, wie die Person bekleidet war. So soll zum Beispiel ein Anzug nach EN ISO 15027-1 wie zum Beispiel dieser hier das Ausmaß der Reaktion verringern, sie evtl. sogar ausbleiben lassen - was dann dem von Dir angesprochenen "ins Wasser gleiten" im Sinne einer langsameren Gewöhnung nahe käme. Da Du ja vom Fach bist: Kann man dieser Überlegung Glauben schenken, oder sind die Rezeptoren im doch eher ungeschützten Hals- und Kopfbereich da mächtiger?

Zurück zum eigentlichen Thema: Übrigens wird in diversen Angelforen das Tragen eines solchen Anzugs empfohlen, speziell bei der Norwegenangelei. Will heißen: So ganz ohne Problembewusstsein sind auch Angler nicht.

64

Donnerstag, 2. November 2017, 17:53

Bei offenen Booten , egal welche , würde ich immer eine Feststoffweste - ohne Kragen - anlegen .
Automatikweste hindert , weil zu dick . Der Auftrieb der Feststoffweste ist er gleiche


Nö. Feststoff in der Regel 50 ohne Kragen oder 100N mit, die aufblasbaren 150+ oder 275+N.

Ganz im Gegenteil : Die Gefahr , dass ich die Automatkweste beschädige und sie dann nicht mehr hilft ,
ist viel größer


Hmm, eine Automatikweste ist mir noch nicht kaputtgegangen. Allerdings hatte ich in der Frühzeit (40 Jahre her) schon mal das Erlebnis, dass eine nicht von selbst aufging. Auf offenen Booten haben die Feststoffwesten aber auch den Vorteil, dass sie beim Stoßen als "Fender" dienen und einen guten Kälteschutz dienen.

JürgenG

Seebär

Beiträge: 1 158

Wohnort: Kiel

Schiffsname: Skrållan

Bootstyp: Lady Helmsman II

Heimathafen: Kiel

  • Nachricht senden

65

Donnerstag, 2. November 2017, 19:50

@Klaas: Diese Anzüge nützen definitiv, wie auch unser Ölzeug. Wie Du bereits geschrieben hast schützen sie vor dem Auskühlen und enthalten noch Luft, die isoliert und für einen gewissen Zeitraum Auftrieb gibt. Die Anzüge müssen natürlich bis oben hin geschlossen werden und optimal auch die Kapuze aufgesetzt und zugezogen werden. Die Effekte starker plötzlicher Kältereize im Kopf-/Halsbereich sind individuell sehr unterschiedlich (z. B. Gewöhnung/Training/aktuelle Befindlichkeit) und das Ausmaß der Reaktionen kaum vorhersagbar.

Grüße Jürgen

66

Freitag, 3. November 2017, 06:51

Beim Jolle segeln bevorzuge ich einen Neopren und dazu evtl. noch eine einfache Auftriebsweste. Wegen der Kenterei macht eine Automatikweste gar keinen Sinn und ein Styroporbrett um den Hals ist bei der Turnerei eher eine Gefahrenquelle.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

67

Freitag, 3. November 2017, 13:56

rwe : wenn Du richtig Jolle segelst , dann brauchst Du pro Saison mind. 20 Patronen für die A-Weste .
Mit 150 oder 275 n wieder ins Boot krabbeln ( Armlänge ? ).... sportlich , sehr sportlich ;)
Meine Feststoffweste trägt auch meine überzähligen Kilos ( siehe Avantar ) problemlos .

Ich weiß bis heute nicht , was dieser komische Kragen an den Feststoffwesten soll ?
Wenn Wind ist , dann klappen die hoch und du siehst nichts mehr .
An Regattawesten ist kein Kragen . Aber bei den Opikindern führt der Kragen dazu , dass sie die Weste
meiden , weil der Hals wundgescheuert wird , denn mit Kragen rutscht die Weste ( warum auch immer ) hoch .
Könnte am Schnitt liegen .

Es wäre viel gewonnen , wenn diese mini-Motorbootfahrer nicht der Meinung wären , dass nur Segelboote kentern können
und für sie keine Gefahr besteht . In so einer Nußschale vom Typ " Anker " oder " Hecht " mit 4 richtigen Männern ( über 80 kg ) ,
der Angelausrüstung und natürlich noch 2 Kisten Bier, auf dem Strälasund , mit 10 - 15 cm Freibord ... , wenn die Welle es nicht
mehr schafft , das Boot auf zu schaukeln und einfach einsteigt ... prost Mahlzeit .

Fast in jedem Jahr geht da einer zu den Heringen ( die sie fangen wollten ) aber sie werden nicht schlau .

Sehbeer

Leuchtturmwärter

Beiträge: 53 382

Wohnort: Emden

Heimathafen: 26723 Emden

  • Nachricht senden

68

Freitag, 3. November 2017, 14:27

Ich weiß bis heute nicht , was dieser komische Kragen an den Feststoffwesten soll ?
Das sind s.g. ohnmachtsichere Rettungswesten, die sollen eine ohnmächtige Person (z.B. Baum vor den Kopf gekriegt) in Rücklage halten, so dass Atmung möglich ist. Das schaffen die Feststoffrettungswesten bei etwas mehr Kleidung/Ölzeug i.d.R. aber nicht. Die von die genannten Regattawesten sind "nur" Schwimmhilfen und natürlich fürs Jollensegeln die richtige Wahl. Auf einer Fahrtenyacht und auch auf einem Angelkahn sind aber eher die aufblasbaren Rettungswesten sinnvoll.
liebe Grüße

Mattze :Kaleun_Sleep:

69

Samstag, 4. November 2017, 00:58

rwe : wenn Du richtig Jolle segelst , dann brauchst Du pro Saison mind. 20 Patronen für die A-Weste .
Mit 150 oder 275 n wieder ins Boot krabbeln ( Armlänge ? ).... sportlich , sehr sportlich ;)


Hängt 'n büschen von der Jolle ab, auf einem 470 sicherlich, beim Piraten, ZV oder Elb-H-Jolle könnte man sich das mit der Automatikweste überlegen. War aber auch nicht meine Anschaffung, sondern die Ausrüstung vom Vereinspiraten. Auf der eigenen (Berliner) H-Jolle hatten wir auch Feststoffwesten.

An Regattawesten ist kein Kragen . Aber bei den Opikindern führt der Kragen dazu , dass sie die Weste
meiden , weil der Hals wundgescheuert wird , denn mit Kragen rutscht die Weste ( warum auch immer ) hoch .
Könnte am Schnitt liegen .


Ja. Aber auf Optis wird, jedenfalls in Regatten, auch "nur" eine "Regattaweste" (also die 50N-Weste) getragen. Die Westen mit Kragen (100N) sieht man eher in der Grundausbildung. Den Grund dafür hatte Sehbeer ja schon beschrieben

Es wäre viel gewonnen , wenn diese mini-Motorbootfahrer nicht der Meinung wären , dass nur Segelboote kentern können und für sie keine Gefahr besteht


Hier sind wir uns einig, klar.

70

Samstag, 4. November 2017, 13:23

Was die Wellenbildung betrifft , stimmen die Bilder schon . Viel Welle steht da auch bei Hack nicht .

Ich mag es absolut nicht , wenn man in die Glaskugel schaut . Besser ist es , Aussagen Betroffener
abzuwarten . Ich habe mir das Boot auf den Bildern , insbesondere das Unterwasserschiff , nochmal
angesehen und nun möchte ich doch mal in die Kugel sehen :
Wenn einer über Bord geht und der Rest der Crew sich über den Sülrand beugt um ihn wieder an Bord
zu kriegen , dann könnte es tatsächlich zur Kenterung kommen . Auch bei Windstille .
Der Wille zur Hilfeleistung ist dann größer als die weitere , erforderliche Überlegung , weil man ja im
" sicheren " Boot ist . An eine evtl.Kenterung denkt man nicht . Gewicht der Crew und das höhere Gewicht
des zu Rettenden und schon kommt es zur Eskimorolle .

Aber das hat nichts mit den erforderlichen Rettungswesten zu tun und auch nichts mit der Einschätzung und
Beurteilung des Wetters .

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 22   Hits gestern: 2 023   Hits Tagesrekord: 5 297   Hits gesamt: 3 752 972   Hits pro Tag: 2 343,24 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 170   Klicks gestern: 12 257   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 30 868 717   Klicks pro Tag: 19 273,46 

Kontrollzentrum

Helvetia