Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

41

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 23:12

Zitat Knuddelinchen

Zitat

Kann man mit Klamotten und Ölzeug überhaupt schwimmen (sich über Wasser halten)?

Durchaus.
Ich bin als 17-Jähriger mit vollem Ölzeug ohne Schwimmweste über Bord gegangen.
Das Überwasserhalten damit habe ich gar nicht so schwierig in Erinnerung, zumal sich Luftpolster bildeten.
Schwimmen ging nicht gut; aber das wäre mit dem Luftring einer Automatikweste um den Hals noch schlechter gewesen.
Das dicke Ende kam allerdings beim Zurück-an-Bord-wuchten, denn dann machte sich das Gewicht des Wassers in den nassen Klamotten und im Ölzeug zusätzlich bemerkbar.
Das Boot hatte etwa knapp 1m Freibord und keine Leiter; ohne Hilfe der übrigen Crew hätte ich mich da nicht hochwuchten können.
Ich hatte bereits in Erwägung gezogen, die gesamte Klamotte auszuziehen.
Wenn wir auf Wettfahrten unterwegs sind und auch mal ein MOB nicht ausschließen können, tragen wir grundsätzlich dünne Klamotte und kein schweres Ölzeug.
Underlayer, Softshell, Spraytopp, Jollenweste statt Automatik und wenn Automatik, schon gar keine 275er Westen.
Das klappt beim Bewegen an Bord so gut, dass die Kluft auch beim Touring mitfährt. Das Offshore-Ölzeug-Gedöns kommt jetzt nur noch im zeitigen Frühjahr/Herbst zum Einsatz und ist fast überflüssig geworden. Beim Touring allerdings mit Automatik-Rettungsweste und nicht mit einer Regatta-Schwimmhilfe.

Gruß
Andreas

42

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 23:24

Zitat von »Marinero«
davon 14 wg. MOB.

Und wie viele haben es nicht überlebt? Wenn es mehr als 0 sind, ist das Risiko - die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Ausgangs - bereits jenseits von extrem hoch... 14% oder mehr...
Nun ja, diese Überlegung träfe zu, wenn alle MOB-Fälle registriert worden wären und die besagten 14 Fälle die Gesamtzahl der Vorfälle darstellen.


Vermutlich waren es ein Vielfaches davon, nur wurden die übrigen einfach mit Bordmitteln gelöst und tauchen in keiner Statistik auf...

Gruß
Andreas

JürgenG

Salzbuckel

Beiträge: 2 192

Wohnort: Kiel

Schiffsname: Skrållan

Bootstyp: Lady Helmsman II

Heimathafen: Kiel

  • Nachricht senden

43

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 23:38

Wenn Du das so siehst, kann ich nicht widersprechen. Ich sehe es nicht so, jedenfalls nicht grundsätzlich (über Nacht, Starkwind etc. brauchen wir nicht zu diskutieren)
Sommerliches Normalo-Wetter auf der Ostsee, Wassertemperatur 16°C oder mehr, kein Starkwind, Rettungsweste, einigermaßen brauchbare Kondition: Außer nassen Klamotten für die ersten 10-20 Minuten keine Katastrophe. Cool bleiben und überlegt handeln, dann wird es auch keine. "Lebensgefahr" ist Alarm-Modus, 100 % Adrenalin, Kopflosigkeit, beste Voraussetzungen dass alle Beteiligten die Situation vergeigen.

Ja Andreas, viele gehen davon aus, dass bei relativ warmen Temperaturen nichts passsieren kann. Diese Annahme kann sehr in die Irre führen. Wenn man bei z. B. 25° Außentemperatur plötzlich einem starken Kältereiz (z. B. 16° warmes Wasser) ausgesetzt wird, kann es selbst bei vollkommen Gesunden physiologisch zu Kreislaufregulationsstörungen kommen. Möglicherweise wird auch durch Kälte-Rezeptoren der Haut mindestens ein tiefer Atemzug nicht unterdrückbar eingeleitet, der zur Aspiration von Wasser in die Lungen und damit zum primären Ertrinken führen kann. Erwähnenswert sind auch noch Gleichgewichtsstörungen, die beim Eindringen von im Vergleich zur Außenentemperatur kaltem Wasser in die Gehörgänge entstehen können. Dazu kommen dann noch mögliche Verletzungen, die dem MOB vorausgegangen sind. Da reicht schon der Schmerzreiz eines verstauchten Sprunggelenks, um zu einer zusätzlichen Belastung, physisch wie psychisch, zu führen. Dies sind nur einige Aspekte möglicher Gefährdungen des MOB selbst unter nicht widrigen Bedingungen, wie Du sie am Anfang genannt hast.

Ein plötzlicher und unerwarteter Sturz ins Wasser ist in keinem Fall vergleichbar mit dem kontrollierten, geplanten Eintauchen beim Schwimmen. Auch wenn selbst im warmen Wasser, es dem MOB noch gut zu gehen scheint, kann sich die Situation innerhalb kurzer Zeit verschlechtern. Der MOB ist daher so lange als vital gefährdet zu betrachten, bis er wieder sicher an Bord ist.

Ich stimme Dir zu, dass "Lebensgefahr" zum Alarm-Modus führt, ja führen muss. Alarm-Modus bedeutet aber nicht zwangsweise Hektitk und Kopflosigkeit. Diese sind zum Einen meist durch fehlendes Training bedingt. Situative Überforderung durch persönliche, z. B. Übermüdung, und Umgebungsfaktoren spielen neben geringer Erfahrung in der Führung eines Schiffs jedoch auch wichtige Rollen. Wenn die Situation nie wirklichkeitsnah, z. B. Rollenverteilung an Bord aber auch Wetterbedingungen etc., trainiert wird, ist daher die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie nicht bewältigt wird. Das spricht nicht dagegen die MOB-Situation Ernst zu nehmen, sondern dafür, sie intensiv zu trainieren. Und zwar nicht mit einer Boje, sondern wirklichkeitsnah mit einem 80 kg Dummy.

Grüße Jürgen

Edit: Das mag bei Regattacrews anders aussehen. Trainierte Teams, MOBs treten typisch bei Manövern oder Sonnenschüssen auf ... ganz andere Ausgangsvorausetzungen.

JürgenG

Salzbuckel

Beiträge: 2 192

Wohnort: Kiel

Schiffsname: Skrållan

Bootstyp: Lady Helmsman II

Heimathafen: Kiel

  • Nachricht senden

44

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 00:07

Und was wäre, wenn der MoB keine Rettungsweste an hat. Ich weiß: das DARF nicht passieren! Wenn die Wassertemperatur >15 Grad ist und wenig Welle. Kann man mit Klamotten und Ölzeug überhaupt schwimmen (sich über Wasser halten)?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Es wurden verschiedene Versuche durchgeführt, die gezeigt haben, dass die im Ölzeug gefangene Luft möglicherweise noch für einige Zeit einen gewissen Auftrieb erzeugen kann. Nach einer Zeit X ist jedoch die Luft aus dem Ölzeug entwichen. Das Schwimmen ist, wie Andreas schon geschrieben hat, ohnehin nur schwer möglich. Spätestens wenn es dann, in erster Linie abhängig von der persönlichen Konstitution, anstrengend wird, sollte man sich zügig der Klamotten entledigen. Seestiefel, vor Allem die aus Gummi, können sich sehr zügig mit Wasser füllen und erzeugen zusätzliches Gewicht/mehr Widerstand, wodurch das Schwimmen noch anstrengender wird. Dann muss man sie auch ausziehen.

Grüße Jürgen

Edit: Korrigiert anch Anmerkung von Gernegroß

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »JürgenG« (12. Oktober 2017, 07:14)


Gernegroß

Aluschüssel Segler

Beiträge: 9 313

Schiffsname: ist geheim

Bootstyp: 9 Meter Alu aber nur 0,5m Tiefgang

  • Nachricht senden

45

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 00:18

können sich sehr zügig mit Wasser füllen und sorgen damit für zusätzlichen Abtrieb
Wasser im Wasser wiegt nix!! Haben wir mal mit einer Warthose im Schwimmbad ausprobiert.:D Da zieh nix runter. :O
Legastheniker sind auch nur Menschen (mit Rechtschreibproblemen)


Zitat Helmut Schmidt:"Der Terrorismus hat auf Dauer keine Chance, denn gegen den Terrorismus
steht nicht nur der Wille der staatlichen Organe, gegen den Terrorismus
steht der Wille des gesamten Volkes.
Dabei müssen wir alle trotz unseres Zornes einen kühlen Kopf behalten"

46

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 02:12

Ein 100kg Sack schwimmt nicht. ;) Soviel zu "Praxis".
Lüg hier nicht so rum!
Ich schwimme sehr wohl!

Und wenn man mich in's Wasser wirft, braucht man auch kein Nebelhorn oder andere Signalgeber.

Winterfalke

Salzbuckel

Beiträge: 8 948

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 34ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

47

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 07:00

Warthose

Was ist das denn? :eeek:

Ein 100kg Sack schwimmt nicht. ;) Soviel zu "Praxis".
Lüg hier nicht so rum!
Ich schwimme sehr wohl!
Und wenn man mich in's Wasser wirft, braucht man auch kein Nebelhorn oder andere Signalgeber.

Na dann bist Du doch der ideale MOB für´s Skippertraining. Ab in´s Wasser!
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

48

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 07:12

Das große Thema beim Überbordgehen ist die Ohnmacht.
Je nach Kleidung (Lufteinschlüsse) treibt man ohnmächtig mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Gesicht im Wasser. Da bleibt dann Null Zeit, um herausgeholt und wiederbelebt zu werden.
Ist man bei Bewusstsein, bleibt man zumindest so lange an der Oberfläche, wie man nicht völlig unterkühlt bewußtlos wird.

Jan

JürgenG

Salzbuckel

Beiträge: 2 192

Wohnort: Kiel

Schiffsname: Skrållan

Bootstyp: Lady Helmsman II

Heimathafen: Kiel

  • Nachricht senden

49

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 07:15

Wasser im Wasser wiegt nix!!

@Gernegroß: Hast Recht. Ich habe was anderes gement und korrigiert.

Grüße Jürgen

Winterfalke

Salzbuckel

Beiträge: 8 948

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 34ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

50

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 07:30

Und was wäre, wenn der MoB keine Rettungsweste an hat. Ich weiß: das DARF nicht passieren!

Das wird sogar ziemlich oft passieren. Gerade in den klassischen Charterrevieren. Bisher hatte ich nur einmal ein Schiff, auf dem Automatikwesten waren. Sonst nur die Styroporbretter. Und die anzulegen zögert man natürlich hinaus. Ich kann nur jedem Charterer empfehlen, sich eine eigene Automatikweste zuzulegen. Und für Nachtfahrten ist ein automatisches Rettungslicht an der Weste absolute Pflicht.
Es hat viele wertvolle Tipps gegeben und Wissen aus den Lehrbüchern. Ist alles richtig. Mein persönlicher Grundsatz aber ist, Rundum-Verstand, Übersicht. Vorwegdenken und dem Unglück immer einen Schritt voraus sein. Die Situation bei MOB ist leider nicht immer wie im Schulbuch. Und das Schlimmste was passieren kann, hinterher sich selber vorwerfen zu müssen, hätte ich doch nur... Man muss ja nicht übervorsichtig sein. Aber die tragischen Unfälle auf See in der Verantwortung sehr erfahrener Skipper beweisen, dass man sich vielleicht mit er Zeit zu sorglos wird, weil ja bisher nie etwas passiert ist.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

51

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 07:34

Und was wäre, wenn der MoB keine Rettungsweste an hat. Ich weiß: das DARF nicht passieren!

Das wird sogar ziemlich oft passieren. Gerade in den klassischen Charterrevieren. Bisher hatte ich nur einmal ein Schiff, auf dem Automatikwesten waren. Sonst nur die Styroporbretter. Und die anzulegen zögert man natürlich hinaus. Ich kann nur jedem Charterer empfehlen, sich eine eigene Automatikweste zuzulegen. Und für Nachtfahrten ist ein automatisches Rettungslicht an der Weste absolute Pflicht.
Es hat viele wertvolle Tipps gegeben und Wissen aus den Lehrbüchern. Ist alles richtig. Mein persönlicher Grundsatz aber ist, Rundum-Verstand, Übersicht. Vorwegdenken und dem Unglück immer einen Schritt voraus sein. Die Situation bei MOB ist leider nicht immer wie im Schulbuch. Und das Schlimmste was passieren kann, hinterher sich selber vorwerfen zu müssen, hätte ich doch nur... Man muss ja nicht übervorsichtig sein. Aber die tragischen Unfälle auf See in der Verantwortung sehr erfahrener Skipper beweisen, dass man sich vielleicht mit er Zeit zu sorglos wird, weil ja bisher nie etwas passiert ist.
Hier auf der Ostsee habe ich bislang nur Schiffe mit Automatikwesten gechartert. Ob es hier auch noch Schiffe mit Feststoffwesten gibt, kann ich nicht sagen, möchte ich aber bezweifeln.
Jan

Winterfalke

Salzbuckel

Beiträge: 8 948

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 34ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

52

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 07:40

Ich stimme Dir zu, dass "Lebensgefahr" zum Alarm-Modus führt, ja führen muss. Alarm-Modus bedeutet aber nicht zwangsweise Hektitk und Kopflosigkeit.

Das kommt darauf an, was man unter Hektik und Kopflosigkit versteht. Der sogenannte Alarmmodus ist ein Ur-Instinkt, bei dem die Amygdala die Kontrolle übernimmt und den kognitiven Zugriff "abschaltet". Die Amygdala kann zwar ausschließlich die drei Reaktionen FLUCHT, ANGRIFF oder STARRE auslösen, dafür aber sehr schnell. Diese drei Reaktionen haben in der Evolution das Überleben der Arten gesichert.

Diese sind zum Einen meist durch fehlendes Training bedingt.

Absolut richtig. Ein gutes und immer wieder repetiertes Training kann in Gefahrensituationen dafür sorgen, dass man kurz überlegt und dann das richtige tut.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

JürgenG

Salzbuckel

Beiträge: 2 192

Wohnort: Kiel

Schiffsname: Skrållan

Bootstyp: Lady Helmsman II

Heimathafen: Kiel

  • Nachricht senden

53

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 07:57

Die Amygdala kann zwar ausschließlich die drei Reaktionen FLUCHT, ANGRIFF oder STARRE auslösen, dafür aber sehr schnell.

(Zu) stark vereinfacht. Aber das gehört ohnehin nicht in diesen Trööt.

Grüße Jürgen

wassergenug

Salzbuckel

Beiträge: 2 455

Wohnort: Zürich

Bootstyp: Charter, mOcean

  • Nachricht senden

54

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 08:44

Zitat von »Marinero«
davon 14 wg. MOB.

Und wie viele haben es nicht überlebt? Wenn es mehr als 0 sind, ist das Risiko - die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Ausgangs - bereits jenseits von extrem hoch... 14% oder mehr...
Nun ja, diese Überlegung träfe zu, wenn alle MOB-Fälle registriert worden wären und die besagten 14 Fälle die Gesamtzahl der Vorfälle darstellen.


Vermutlich waren es ein Vielfaches davon, nur wurden die übrigen einfach mit Bordmitteln gelöst und tauchen in keiner Statistik auf...

Gruß
Andreas

Mein PS im Post betrifft diesem Punkt. Aber, zugegeben, erst den PS ;)

Klar ist es so wie du sagst. Dunkelziffer hat es aber auch in den anderen 1100+ Fällen.

Meine Aussage ist, man kann nicht auf die relative Ungefährlichkeit eines MoBs schliessen, nur weil es vergleichsweise selten ist. Man muss zwingend eine Schadensrate (hier z.B. Mortalität) dazu haben. Entsprechend kann die Statistik nicht verwendet werden, um die vorhandene Aussage „so gefährlich ist MoB nun auch nicht“ zu machen.

Einzelerfahrungen wiedersprechen Statistiken auch nicht. Ich bin mal in einer Kreuzung als Fussgänger auf dem Zebrastreifen bei Grün von einem Streifenwagen angefahren worden. Heisst das jetzt, dass Fussgängerstreifen besonders bei grün gefährlich sind? Oder dass Streifenwagen besonders gefährlich sind? Nöh, heisst es nicht. Es lässt schlicht keine Aussage diesbezüglich zu. (*)

Gruss, Michael

(*)Das einzige das es heisst, ist dass zwei Polizisten sehr aufmerksam ein Haus auf der anderen Strassenseite beobachtet haben, gleichzeitig leicht vorgerollt sind ohne es zu bemerken, und dass ich gleichzeitig in die andere Richtung - Linksabbieger - geschaut habe. Passiert ist nichts - ausser ein leichtes klopfen mit Regenschirm auf Haube, und zwei eher verblüffte Polizisten. ;)
Bekennende flaue Flunder :-)

noopd

Lichtmaschinenerklärbär

Beiträge: 475

Wohnort: Krefeld

Schiffsname: Last Boy Scout

Bootstyp: Dehler Optima 106

Heimathafen: Workum

Rufzeichen: DG8965

MMSI: 21179450

  • Nachricht senden

55

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 08:45

Zitat


Zitat von »Winterfalke«
Ein 100kg Sack schwimmt nicht. ;) Soviel zu "Praxis".

Lüg hier nicht so rum!
Ich schwimme sehr wohl!

Und wenn man mich in's Wasser wirft, braucht man auch kein Nebelhorn oder andere Signalgeber.


:zus(14): :lachtot:

Handbreit

Norbert
Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, musst Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst (Voltaire).

horstj

Lotse

Beiträge: 1 709

Wohnort: D - Meer - Berge = Münster

Bootstyp: Jeanneau Microsail

  • Nachricht senden

56

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 08:51

sondern wirklichkeitsnah mit einem 80 kg Dummy.


Selbst die schweren Manikins fürs offshore Training haben "nur" 60kg. Man soll sich ja nicht schon beim Training verletzen. Wenn man dem bei Welle oder Fahrt im Schiff versucht die Bergeleine einzupicken reißt es einem trotzdem fast den Arm ab. Ein nasser Dickschiffsegler wiegt eher 110kg.

Denke am besten einfach mal mit dem eigenen Schiff probieren. Die Schiffe sind bekanntlich auch höchst unterschiedlich gebaut. Bei dem einen Schiff kann man problems im hinteren Drittel mit einer Talje seitlich hochwinschen, beim anderen ist das fast unmöglich, beim einen kommt man mit einer durchgehenden Leinen zum einpicken hin, beim anderen nicht, beim einen kann man gut übers Heck, beim anderen nicht...
Bootslog und Refitblog Jeanneau Microsail https://microsail.wordpress.com/

Yachtcoach

St. Lubentius des Forums

Beiträge: 6 294

Wohnort: mittendrin

Schiffsname: wechselt und daher auch nicht wie Frauennamen auf den Arm tötowiert

Bootstyp: Ja ...sagt man von mir....

  • Nachricht senden

57

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 10:16

Wollt mich eigentlich raushalten, da es hier im Forum genügend trööts zu dem Thema gibt. Aber...

Zitat Winterfalke : Das kommt darauf an, was man unter Hektik und Kopflosigkit versteht. Der sogenannte Alarmmodus ist ein Ur-Instinkt, bei dem die Amygdala die Kontrolle übernimmt und den kognitiven Zugriff "abschaltet". Die Amygdala kann zwar ausschließlich die drei Reaktionen FLUCHT, ANGRIFF oder STARRE auslösen, dafür aber sehr schnell. Diese drei Reaktionen haben in der Evolution das Überleben der Arten gesichert.

mein lieber Mario...gerade der sogenannte Überlebensinstinkt ist bei den urbanen Lemmingen erbärmlich verkümmert.
Was heißt, die von dir erwähnten Reaktionen kehren sich z.T. ins Gegenteil um.
Das ist längst wissenschaftlich bekannt und man kann es täglich auf der Strasse erleben.
Ein kognitiver Zugriff kann nur auf etwas erfogen, was da ist !
Die moderne vermeintliche Allround-Versicherung hat die Lemminge dazu gebracht, Gefahren nicht mehr als solche zu definieren.

Im Gegenteil...sie laufen darauf zu.... um Selfies zu machen oder weil sie total verpeilt sind.
Was dazu führt, dass auch an Bord - es ist ja sooooschön beim Seele baumeln lassen - nicht daran gedacht wird.....
wieviele Meter Wasser unter einem sind und wie weit das nächste Ufer weg ist (o.k. auf dem Ijsselmeer nicht ganz sooo viel)
Die doch daran denken, bleiben an Land.

Somit ist klar, dass man - ohne Angst zu machen - Mitfahrenden ( schön genderkorrekt !) die sicherheitsrelevanten Dinge erklären muss
und Rettungswesten anlegen lässt bzw. mindesten angurten !

btw. wie bereits öfters gepostet : Was hindert einen daran z.B im Sommer am Steg, der Insel usw.., einen ins Wasser zu schicken und
das Anbordholen oder MoB mal praktisch zu versuchen, bevor man es bei fettem Seegang etc. versucht ?
Wenn doch Abläufe usw. bekannt sind bzw. geübt wurden, ist der Stress in der realen Notsituation geringer.

Thats it...

;)
ja...der redet und schreibt auch ungefragt....wer wissen will was....liest da :


http://www.my-seaside.net/html/kolumne.html . ... -.....QUERULANT= https://blog650.wordpress.com ... - ......HORIZONTE = https://blog35215.wordpress.com ......-........http://www.wassersport-pool.info ..[/align]

58

Freitag, 13. Oktober 2017, 05:46

Zitat


Winterfalke schrieb:

MOB Variante 2 -> Sofort voll anluven in eine Q-Wende, mit back stehender Genua/Fock Beiliegen fahren, dem MOB zumindest ein Rettungsmittel zuwerfen, wenn möglich gleich bergen oder ggf. noch ein klassiches MOB-Manöver im Anschluß fahren (das dem MOB aber sagen bei der Rettungsmittelübergabe). Dieses Manöver haben wir sehr oft gefahren beim Prüfungstörn und der Prüfer war beeindruckt, wie schnell und präzise die Bergung erfolgt ist. Nennen wir es einfach mal das Q-Manöver ( [url='https://www.segeln-forum.de/index.php?page=User&userID=12868']@wassergenug:[/url] oder Crashturn?).




Irgendwie gefällt mir das Manöver, zumindest in meiner Vorstellung. Das muss ich echt mal ausprobieren, wenn ich die Gelegenheit dazu habe. Wie du schon schreibst... man muss schnell genug reagieren, sonst wird man zu weit weg sein. Aber das ihr das bei einem Prüfungstörn gefahren habt überrascht mich doch sehr.

Auch gut zu wissen, das man, wenn man mal chartern will vorher fragt, was da für Rettungswesten an Bord sind! Die Automatikweste habe ich gerne die ganze Zeit getragen, aber Styropor-Westen... das hört sich ja gruselig an. :schuettel:



Zitat

Man muss ja nicht übervorsichtig sein. Aber die tragischen Unfälle auf See in der Verantwortung sehr erfahrener Skipper beweisen, dass man sich vielleicht mit er Zeit zu sorglos wird, weil ja bisher nie etwas passiert ist.

Ja, das wird´s sein.
Gruß Knuddelinchen :thumb:

Winterfalke

Salzbuckel

Beiträge: 8 948

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 34ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

59

Freitag, 13. Oktober 2017, 07:11

Irgendwie gefällt mir das Manöver, zumindest in meiner Vorstellung. Das muss ich echt mal ausprobieren, wenn ich die Gelegenheit dazu habe. Wie du schon schreibst... man muss schnell genug reagieren, sonst wird man zu weit weg sein. Aber das ihr das bei einem Prüfungstörn gefahren habt überrascht mich doch sehr.

Quickstop haben wir natürlich auch trainiert.
Wir haben uns vorgestern bei einer "Nachbesprechung" :prost: mit den Ausbildern, dem Coach und dem Präsidenten vom ÖSYC noch einmal darüber unterhalten. Dabei kam heraus, dass einer der Theorieprüfer das Manöver kannte, aber nicht wusste wie es heißt. Er nannte es das Platsch-Rumms-Manöver. :kez_08:
Ob wir es bei der Prüfung überhaupt fahren dürfen war ungewiss. Als der Prüfer den "MOB" über Bord geschmissen hat, haben wir es einfach gemacht. Beeindruckt wie schnell "MOB" wieder an Bord war, hat der Prüfer verschiedene Kurse fahren und das Manöver wiederholen lassen. Sein Statement war dann, dass er durch diesen Prüfungsteil noch nie so schnell durch war und das Ziel war, den MOB schnell wieder an Bord zu bekommen. Also Aufgabe erfüllt.
Das Crashtörn-Manöver (Danke @wassergenug: ) ist aber natürlich nicht das Nonplusultra und kann in anderen Situationen auch nicht das klassische Bergemanöver ersetzen. Ich halte nur nichts von schwarz-weiß-Denkerei in Gefahrensituationen und sehe es als eine sehr gute Möglichkeit, schnell zum MOB zu kommen und diesen - falls er nicht sofort geborgen werden kann - zumindest zu sichern.
Noch eine Anmerkung... man muss natürlich - wie bei jedem Manöver - sich den Ablauf bei den verschiedenen Kursen gut verinnerlicht und trainiert haben und bei gefierter Großschot den Baum rechtzeitig sichern.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

wassergenug

Salzbuckel

Beiträge: 2 455

Wohnort: Zürich

Bootstyp: Charter, mOcean

  • Nachricht senden

60

Freitag, 13. Oktober 2017, 08:01

Noch eine Anmerkung... man muss natürlich - wie bei jedem Manöver - sich den Ablauf bei den verschiedenen Kursen gut verinnerlicht und trainiert haben und bei gefierter Großschot den Baum rechtzeitig sichern.

Es gibt erstaunlich wenig Ablaufunterschiede in Abhängigkeit von verschiedenen Kursen (wenn wir mal den Spi ausser Acht lassen), resp. eigentlich sogar keinen. Das ist eins der grossen Vorteilen des Crashturns (Crashturn, nicht -törn - letzteres überlasse ich anderen).

Durch hartes, unmittelbares Anluven gehst du in einem Pseudo-Beidreher rüber. Das geht aus allen Kursen mit den Booten, wo ich es ausprobiert habe(*). Einzige kursabhänigige Unterschied ist, ob du nur 40° oder bis zu 180° drehst - aber einfach Ruder hart halten bis du da bist. Grossschot lösen. Im Pseudo-Beidreher angekommen ist das Boot erstmals einigermassen stabilisiert was Position, Geschwindigkeit und Baumlage betrifft. Letzterer weil er vom Wind lose angeströmt ausserhalb vom Boot liegt. Warst du schnell genug, bist du wenige Bootslängen vom MoB entfernt.

Nächste Aufgabe: Zurück zum MoB. Jetzt erst kommt ein kursabhängiger Unterschied. Warst du am Wind, driftest du im Pseudo-Beidreher auf dem MoB zu, und musst mit dem Motor nur die Lateral-Position im Bezug auf dem MoB korrigieren. Warst du vor dem Wind, driftest du jetzt weg. Weg hin zum MoB ist ein Zickzack Kurs mit Motor vor-rück, vor-rück und leichte Ruderbewegungen.

Funktioniert bis 4-5Bf.(**)

Gruss, Michael

(*) keine Langkieler, keine Rennziege bis jetzt
(**) laut sehr erfahrene Skipper und Ausbildner auch stärker, habe ich aber selber nicht ausprobiert
Bekennende flaue Flunder :-)

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 1 594   Hits gestern: 2 533   Hits Tagesrekord: 5 297   Hits gesamt: 3 959 327   Hits pro Tag: 2 338,26 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 13 492   Klicks gestern: 18 892   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 32 305 180   Klicks pro Tag: 19 078,48 

Kontrollzentrum

Helvetia