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oHenri

Smutje

  • »oHenri« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 18

Schiffsname: Maharani

Bootstyp: BIGA 292 verlängert

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1

Sonntag, 11. Oktober 2015, 22:28

Erfahrungsbericht Teakdeck & Olassy UV Primer

Ich möchte hier ein Thema fortsetzen bzw. ergänzen, welches im Yacht-Forum unter dem Titel "Teak in der Plicht" gelaufen ist und, wie ich soeben sah, auch hier bereits andiskutiert wurde.

Das Thema war Teakschutz mittels Olassy UV Primer (ich nenne dieses Produkt im folgenden abgekürzt nur noch "UVP").

Vorab möchte ich noch folgendes festhalten:
  • Ich berichte hier ausschliesslich von meinen eigenen Erfahrungen, dh. alles, was ich hier schreibe, ist auf meinem Boot Fakt, bei anderen Booten und Decks kenne ich die Situation nicht.
  • Keinesfalls möchte ich eine epische Diskussion um Überzeugungen zur Teakpflege anstossen, und ich möchte niemanden von der Anwendung des Olassy UV Primer überzeugen.
  • Ich richte mich mit diesem Artikel an Leute, welche sich schon für das UVP interessieren, und (wie ich damals) über Erfahrungen lesen möchten.


Ausgangslage

Ich habe eine verlängerte BIGA 292, Jg 2012, mit Teakdeck und Teakdach - also mit ziemlich viel Teak
(Schon zuvor hatten wir eine kleinere Yacht, ebenfalls mit Teakdeck, welches wir übrigens in den 90ern selbst verlegt hatten – und welche immer noch damit unterwegs ist - wir haben also bereits Erfahrung mit einem Teakdeck).
Das Schiff ist auf dem Bodensee und sieht immer nur Süsswasser (Salzwasser sieht es nur, wenn wir meine geliebten Spaghetti kochen).
Wenn wir nicht auf dem Schiff sind, ist eine ¾ Persenning darüber, dh. eine Persenning, welche nur bis knapp über den 2. Relingsdraht (von oben) geht.

Schon zu Begin der 2. Saison stellten wir haufenweise dunkle Punkte auf dem Teak fest, je näher am Decksrand, je mehr.
Schmutz? Pilze? Holzveränderungen? Saurer Regen? Klimawandel & kondensiertes CO2?

Die Ursachen sind bis heute im Nebel, die Vermutung ist, dass beim abkärchern des Unterwassers schmutzige Tropfen auf das trockene Teak gelangten, welches diese Tropfen natürlich freudig einsaugte.
Ich habe dann das Teak mit einer Bürste sorgsam und sorgfältig gereinigt, natürlich quer zur Faserung, wie es sich gehört.

In der 3. Saison (2014) stellen wir fest, dass die Teakoberfläche eine gewisse Faserigkeit aufweist, auch dass die graue Teak-Oberfläche, wenn nass, recht verletzlich, dh leicht abzutragen ist.
Besonders die Faserigkeit machte uns Sorgen, es schien auch, dass gerade diese Faserigkeit immer wieder Angriffspunkt war, um neue Fasern "aufzustellen".

Wir haben dann viele Leute um Lösungen oder nur schon Erklärungen rund um dieses Thema befragt, unter anderem haben wir auch die erwähnte Diskussion im YF interessiert verfolgt.

An der Boot 2015 habe ich dann auch allen dortigen Holzhändler Photos des Teakdecks gezeigt.
Unisono meinten alle, dass ich das Teakdeck abschleifen soll, sodass die Oberfläche wieder schön glatt wird.

Thiele+Sommerfeld meinte noch zusätzlich, dass man mir mit der Bürste auf die Finger klopfen sollte, denn man dürfe Teak nicht mit der Bürste reinigen - auch nicht quer zur Faserung, weil auch da die Bürste "Fleisch" zwischen Jahresringen rauskratzt - man dürfe allenfalls mit einem harten und planen Flies das Holz vorsichtig reinigen.
Dem stimme ich mittlerweile uneingeschränkt zu.


Intermezzo

An dieser Stelle möchte ich laienhaft die Vermutung äussern, dass das "alte" Teakholz, dessen wunderbare Eigenschaften wir noch immer überall nachlesen können, nicht mehr zu vergleichen ist mit dem "neuen" Teakholz - diese Vermutung wurde mir auch durch Holzhändler bestätigt.

Zum einen sei es so, dass kaum noch wild gewachsenes Teak auf dem Markt ist infolge der gesetzlichen Regelungen (dh. man bekommt praktisch nur noch Plantagenholz), zum anderen ist der Preis des m3 Teak massiv höher als früher. Auch ist die Provinienz ebenfalls wichtig, dh. z.B. afrikanisches Teak ist nicht dasselbe wie amerikanisches Teak usw usw.

Das alles scheint folgende Auswirkungen zu haben:
  • Das "neue" Teakholz (Plantagen-Teak) hat einige der Eigenschaften nicht mehr so ausgeprägt, beispielsweise hat es weitere Jahresringe infolge schnellerem Wuchs.
  • Auch sei der Ölgehalt (ein wesentlicher Faktor für die Widerstandskraft des Teak) deutlich reduziert.
  • Der hohe Preis wiederum hat zur Folge, dass knapper gesägt wird, dh. man versucht, einen Stamm besser auszubeuten, was wiederum mehr Leisten mit weiteren Jahresringen oder nicht-senkrechten Jahresringen zur Folge hat.
Dies wie gesagt die Ausführungen eines Laien.



Olassy UV Primer (UVP)

Im 2014 lief im Yacht-Forum der besagte Thread, in welchem empfohlen wurde, das Olassy UV Primer (UVP) als Schutz für ein Schiffsteak anzuwenden.
Die Diskussion war ausserordentlich kontrovers, ich will hier nicht alles wiederholen, man kann das ja nachlesen.

Mir jedoch schienen die Argumente pro UVP schlüssig, und zwei Segler schrieben, dass sie nun dieses Mittel zu Beginn 2014 aufs Teak aufgebracht hatten.

Ende 2014 gab es jedoch nur einen Erfahrungsbericht von einem der Segler (Jannina, auch hier aktiv), der andere hat sich auch auf Nachfrage hin nie mehr geäussert dazu - Grund unbekannt.

Da für mich mittlerweile klar war, dass ich das Teak wegen der Faserigkeit leicht abschleifen würde, um wieder eine glatte Oberfläche zu haben, stellte sich nun die Frage, ob ich den UVP anwenden sollte oder nicht.



Abschliff und Olassy UV Primer Anwendung

Im April habe ich dann kurzerhand entschieden, den UVP teilweise anzuwenden.

Zuvor habe ich das Teak leicht abgeschliffen, gerade soweit, dass es eine weitgehend glatte Oberfläche gab.

Verblieben sind dabei aber einzelne tiefere "Längs-Rillen", weil ich das Holz nicht sooo tief abschleifen wollte - und diese Rillen waren natürlich wie üblich grau.

Danach habe ich den UVP vorne und hinten aufs Teak aufgetragen, jedoch seitlich des Deckshauses nicht (alles sind aber Laufflächen).

Schon aus der Erfahrung des anderen Seglers (Jannina) wusste ich, dass das behandelte Holz danach hell bleibt, also nicht ergraut, und dass infolge solcher verbliebenen Rillen das Bild nicht "perfekt" sein würde

Das wollte ich aber zumindest vorerst in Kauf nehmen (auch, um bei völligem Misslingen der Sache ggf. nochmals abschleifen zu können).

Abgeschliffen habe ich mit einem Schwingschleifer und einer Fein Multimaster, zuerst 60er, dann 80er, dann 120er, immer verbunden mit Absaugung (wichtig!).
Danach mit viel Wasser abgewaschen, um auch den feinsten Schleifstaub noch wegzubringen.
Das Teak war danach fein und glatt wie ein Baby-Hintern.

Ich hatte gelesen, dass das Holz heiss sein sollte, weil so die Poren geöffnet und der UVP leicht eindringen kann.
Negativ dürfte dabei sein, dass die Oberfläche schneller polymerisiert, dh. glänzend wird.

Um das zu verhindern, habe ich, wie ebenfalls empfohlen wurde, die Teakoberfläche nach dem Auftrag des UVP gleich wieder abgewischt.



Resultat

Nach der Anwendung bekam das Holz einen etwas anderen Farbton - ein Stich von Ockergelb vielleicht.

Da es aber beim Teak je nach Provinienz sowieso viele Töne gibt, hat mich das nicht gestört.

Nicht überraschend ist, dass das Teak nach der Anwendung in gewissem Sinne "meliert" war - dort wo ich die tiefen Längsrillen nicht ausgeschliffen hatte, blieb ja das grau.

Die Eigenschaften des Teak selbst (Haptik, Rutschfestigkeit) waren beim behandelten wie unbehandelten Teil gleich.

Unschön war, dass man mein Arbeitsvorgehen sehen konnte und kann; ich hatte in Streifen von etwa 70cm aufgetragen, dann abgewischt (um Polymerisation zu vermeiden), dann den nächsten Streifen - einmal steuerbord, einmal backbord).

Immer bei den Stosstellen der Streifen ergab sich ein leicht dunklerer Farbton.

Der Grund ist mir nicht ganz klar, dh. ob mehr UVP ins Teak eingedrungen ist oder ob mehr davon auf der Oberfläche polymerisiert ist.
Ich vermute eher das erstere, weil dies primär bei nassem Teak feststellbar ist.
Ich werde dazu noch den Lieferanten befragen.



Status im Herbst 2015

Vergleicht man nun die behandelten Flächen vorne mit den seitlichen unbehandelten Flächen, zeigt sich:
  • die behandelten Flächen haben noch immer eine sehr feine und glatte (und helle) Oberfläche.
  • die unbehandelten Flächen hingegen sind, erwartungsgemäss, eingegraut, vor allem aber sind sie schon wieder sehr rauh (aus dem Blickwinkel einer Ameise würde man sagen: zerklüftet).

Wenn man statuiert, dass eine glatte Oberfläche weniger angreifbar ist (und das zue ich), ist die behandelte Fläche bedeutend widerstandsfähiger.
Das bestätigt sich auch, wenn das Teak nass ist:
  • die behandelte Fläche, wenn nass, hat keinen (sichtbaren) Abtrag bei mechanischer Belastung
  • die unbehandelten Flächen hingegen haben bei mechanischer Belastung (z.B. drehen auf dem Fuss) einen deutlich sichtbaren Abtrag, sie sind also wie vorher empfindlich.
Stichwort Vogeldreck
  • die behandelte Fläche lässt sich leicht davon reinigen, der Vogeldrck ist nur oberflächlich.
  • bei der unbehandelten Fläche hingegen zieht der Dreck leicht ein, udn vor allem wenn dann ncoh Sonne und Regen eingewirkt haben, wird mit dem Dreck auch graues Material abgetragen, was, eben, einem Abtrag entspricht.


Fazit im Herbst 2015

Gleich vorab: ich würde das UVP wieder anwenden.

Allerdings würde ich das Teak komplett abschleifen, sodass gar keine grauen Rillen mehr sichtbar sind.
Aber das würde ich erst tun, wenn ich auch die oben erwähnten "Stosstellen" vermeiden kann.

Die Polymerisation der Oberfläche ist ein unerwünschter Effekt, deshalb muss man das Zeugs nach dem Auftrag wieder abwischen.
Unklar ist mir nach wie vor, wie lange man mit dem abwischen warten kann/soll, bevor die Polymerisation erfolgt.

Würde das Teakdeck polymerisiert, hat das den Effekt, dass die Oberfläche glänzend wird - ich würde das nicht wollen, auch weiss ich nicht, ob dann die Rutschfestigkeit noch gegeben wäre.

Wenn es also ein Mittel gäbe wie den Olassy UV Primer, aber ohne den poymerisierenden Effekt, so würde ich dieses Mittel vorziehen.



Ausblick

Ich werde also im Frühjahr noch das Deckshaus gründlicher abschleifen und ebenfalls mit UVP behandeln.

Und je nach Auskunft werde werde ich das behandelte Deck (wegen den Stosstellen) nochmals behandeln.



Schluss

Wer will, kann mir gerne weitere Fragen stellen, entweder öffentlich oder per PN.

Es folgen nun ein paar Bilder, da ich diese nicht in den Text einbetten konnte

1) Die Faserigkeit des Teaks
2) Auftrag UVP - links
3) Auftrag UVP vor dem abwischen
4) Vordeck aufgetragen

Es folgt ein zweiter Beitrag mit dem Rest der Bilder
»oHenri« hat folgende Dateien angehängt:
Es ist erst dann alles gesagt, wenn alle etwas gesagt haben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »oHenri« (11. Oktober 2015, 22:39) aus folgendem Grund: Bilder anhängen


oHenri

Smutje

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Schiffsname: Maharani

Bootstyp: BIGA 292 verlängert

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2

Sonntag, 11. Oktober 2015, 22:53

.... Fortsetzung, Rest der Bilder

1) Teak trocken, ein paar Tage nach dem UVP Auftrag
Deckshaus ist noch grau, Abschliff & UVP kommt 2016

2) Teak nass
Die Stosstellen des Auftrages sind deutlich erkennbar

3) Teak nass Detail
»oHenri« hat folgende Dateien angehängt:
  • Teak_Trocken.jpg (327,76 kB - 71 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. März 2019, 09:31)
  • Teak_Nass.jpg (311,27 kB - 62 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. März 2019, 09:31)
  • Teak_Nass2.jpg (393,38 kB - 66 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. März 2019, 09:31)
Es ist erst dann alles gesagt, wenn alle etwas gesagt haben.

sailkoop

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3

Montag, 12. Oktober 2015, 12:11

Hallo!
Toller Bericht, auch über Hintergründe und Vorgehen!

Vielen Dank das hilft beim nächsten Mal in der Entscheidungsfindung ...
allzeit eine Handbreit

Björn
www.sy-serafina.com

4

Montag, 12. Oktober 2015, 12:39

Moin Henri,

vielen Dank für deine Mühe (und auch die persönliche Benachrichtigung ;) ).
Ich habe den Bericht mit großem Interesse gelesen.

Unser Boot ist noch ein paar Wochenenden unterwegs, aber zum Saisonende werde ich das Deck mit Schleifvlies behandeln und erstmal alle losen Fasern entfernen.
Olassy werde ich zur anschließenden Behandlung nicht verwenden, weil das Produkt offenbar eine versiegelnde Schicht aufbringt und zudem das Holz verfärbt.
Beides ist nicht gewollt. Es wird wohl im Anschluss wieder einen Boracol-Auftrag geben.

Gruß
Andreas

Meeresfee

Salzbuckel

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5

Montag, 12. Oktober 2015, 13:09

Ich kann o Henris Erfahrung nur bestätigen. Mir gegenüber liegt ne X 43. Der Eigner hat Olassy auch benutzt, anstatt des sonst von ihm bevorzugten Boracol. Jetzt im Oktober sah das Deck noch aus wie im April kurz nach Auftrag. Und es ist nicht glatt. Carsten

Hanser

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6

Montag, 12. Oktober 2015, 13:29

@oHenri: Hallo Henri,

ich durfte das Deck ja schon im Original bewundern: Die Stoßstellen sind mir (im Sonnenschein) nicht aufgefallen. Dass Du jetzt die restlichen Flächen (auch das mechanisch weniger beanspruchte Kajütdach) ebenfalls behandelst, ist für die Gesamtoptik des Bootes sicher gut. Willst Du die bereits behandelten Flächen jetzt jedes Jahr auffrischen?

Interessant wird noch die Langzeiterfahrung mit dem Olassy UV Primer sein. Wenn der Abrieb und Verschleiß des Teakdecks tatsächlich maßgeblich verringert wird, dann könnte dass mein 15 Jahre altes naturbelassenen Deck vielleicht über weitere 10 Jahre retten? Ich glaube, ich hatte erzählt, dass ich beim vorherigen Boot schlechte Erfahrungen mit Teaköl gemacht habe (Flecken), deshalb kommt mir soetwas nicht mehr ins Haus.

Super Fotodokumentation!

Grüße
Volker

PS: Boot wartet auf den Krantermin nächste Woche, dieses Jahr ist die Saison früher für mich zuende.
*** Mein Boot ist zu verkaufen ***

Jannina

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7

Montag, 12. Oktober 2015, 21:33

Ich habe mein Deck nun 2 Saisons nach der Behandlung unter Beobachtung und werde in den nächsten Tagen dazu noch etwas beitragen. Im Moment fehlt mir infolge von Messestress die Zeit.

Gruß, Andreas
Wer nicht weiß, dass ein Segelschiff ein lebendiges Wesen ist, wird niemals etwas von Schiffen oder von der See verstehen.

Bernard Moitessier

oHenri

Smutje

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8

Montag, 12. Oktober 2015, 21:42

Hallo Volker,

(hoffe es geht Dir gut. Lass mal hören von Deinem VDO Instrument ... wir gehen am Freitag raus ... )


Zu Deinen Fragen

1) Stosszellen
Ja die Stosstellen sieht man nur, wenn das Deck nass ist.
Als Du es sahst, war es heiss und trocken.


2) Nachbehandlung
Nein, ich will diese Behandlung nicht laufend wiederholen.
Das behandelte Deck ist sowieso sauber geblieben, einfaches abspülen genügte.
Ich kann mir vorstellen, dass ich alle 2-3 Jahre nachtragen muss.
Die Stosstellen behandle ich auch nur, wenn ich sicher bin, dass es besser wird; sonst: schulterzuck.


3) Öl
Unsere Erfahrungen mit Öl (beim alten Schiff) waren schlecht - es war vor allem eine Sauerei.
Das würden wir nie wiederholen.


4) Flecken
Ich glaube, sobald man etwas auf das Teak aufträgt -egal was es ist - muss man mit Flecken rechen.
Auf der anderen Seite sind auch viele in Ehren ergraute Teaks nicht einheitlich grau.
Ich lasse hier die 5 grade sein - mir ist der Lebenserhalt wichtiger.


Ich werde auf jeden Fall die Langzeiterfahrung berichten.
Und wer mich kennt, weiss, dass ich nichts beschönige - eher im Gegenteil.
Es ist erst dann alles gesagt, wenn alle etwas gesagt haben.

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Bootstyp: Great Dane 28

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9

Montag, 12. Oktober 2015, 23:20

Danke für diesen Bericht.
Auch wenn ich beim ergrauten Teak bleibe.
Werde diesen Thread mit Interesse weiter verfolgen.

10

Dienstag, 13. Oktober 2015, 07:03

Sieht schon klasse aus. Scheint ein tolles Zeug zu sein.

Das Teak von heute ist zum Glück nicht mehr das was es mal war. Vor einiger Zeit wurde schamlos Teak aus Regenwäldern eingesetzt.

Gut, dass das heute verboten ist.

Man muss also sehen wie man mit der heutigen Qualität zurecht kommt oder verlegt eine Fake-Deck aus PVC. Da gibt es mittlerweile auch hervorragende Qualitäten, die ziemlich echt aussehen und fast unendlich lange halten.
Handbreit - Ralf

Hanser

Salzbuckel

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11

Dienstag, 13. Oktober 2015, 14:15

@oHenri: Hast gleich ne PN.

Grüße
Volker
*** Mein Boot ist zu verkaufen ***

Woodwind

Salzbuckel

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12

Dienstag, 13. Oktober 2015, 16:24

Danke für den Erfahrungsbericht. Ob das UVP für jemanden in Frage kommt, ist letztlich Geschmackssache.

Ich möchte aber noch ein paar Ergänzungen zum Teakdeck an sich liefern:

1) Ja, das neue Plantagenteak ist um Längen schlechter als die alten Urwaldriesen. Damit müssen wir heute leben.

2) Das "Fasern" (ich nenne es "Flusen" eines neuen oder frisch geschliffenen Decks ist normal: Die weichen Bestandteile der Jahresringe lösen sich unter mechanischer und witterungsbedingter Belastung aus, es entsteht eine rauhere Oberfläche entsprechend den harten Jahresringteilen.

Das ist jedoch kein Nachteil, denn daraus ergibt sich, insbesondere bei Nässe, wo diese Strukturen verstärkt hervortreten, die excellente Rutschfestigkeit des Teakdecks.

Darüber hinaus wird ein gleichmäßiges Ergrauen erst möglich, wenn die weichen Teile bis zu einer bestimmten Tiefe abgetragen sind.

Bei mir hat das neue Deck fast 4 Jahre lang geflust - nur durch Begehen!

3) Bürsten. Bei gröberer Verschmutzung und insbesondere Grünbesatz bleibt einem gar nichts anderes übrig. Schleifvliese (oder der Topfschwamm) helfen nur oberflächlich: Solang "Grün" in den Rillen verbleibt, geht es munter weiter.

Natürlich trägt das Bürsten weiter "Weichteile" ab, aber das ist, wie unter 2) erläutert, sowieso der Gang der Dinge. Um die Strukturierung gering zu halten: Boracol! Denn wo kein Grün, da auch kein nennenswertes Bürsten.

Wer stattdessen ein Schleifen des Decks empfiehlt, hat entweder keine Ahnung, oder will schnellstmöglich ein neues Deck verkaufen.

Georg

13

Mittwoch, 8. März 2017, 11:22

Moin!

Nun sind seit dem Ausgangsbeitrag wieder 2 Jahre ins Land gegangen und ich wäre, so es sich einrichten ließe,
an einer aktuellen Wasserstandsmeldung bezüglich der Behandlung interessiert.
Spitze wären dann im Frühjahr auch aktuelle Bilder, die sich mit dem Ausgangszustand prima vergleichen ließen.

Gruß, ugly

Jannina

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14

Mittwoch, 8. März 2017, 20:14

Bei mir ist inzwischen nichts mehr übrig von der Behandlung. Fest steht, dass es sehr lange gedauert hat, bis das Zeug sich langsam verabschiedet hat. In dieser Phase war das Deck allerdings ziemlich scheckig, was aber mit der Zeit weg ging.

Ich überlege, ob ich die Behandlung nun auf das graue Deck geben soll. Denn der UV-Schutz des Mittels funktioniert offensichtlich.
Wer nicht weiß, dass ein Segelschiff ein lebendiges Wesen ist, wird niemals etwas von Schiffen oder von der See verstehen.

Bernard Moitessier

15

Mittwoch, 8. März 2017, 20:43

Hi!

Du hattest 2013 einmalig aufgetragen und "ziemlich scheckig" heißt stellenweises Ergrauen, während andere Stellen noch etwas geschützt waren und langsamer vergrauten?
Hat sich die Farbe des Decks, bevor das "scheckig" werden begann, verändert im Vergleich zum frisch renovierten Deck?

Dank und Gruß, ugly

Jannina

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16

Mittwoch, 8. März 2017, 21:15

Es ist so, dass das Holz den Schutz unterschiedlich aufsaugt. Bei mir war es so, dass ich das Deck geschliffen hatte und dann behandelt : Alles schön, wie "neu". Das hielt auch so - sehr lange. Dann begannen einige Bereiche doch zu ergrauen, andere zuerst nicht. Oh, oh, oh, dachte ich - DAS sieht scheixxe aus. Nachbehandeln nützt dann ja auch nicht mehr.

Das dauerte so ziemlich die ganze letzte Saison. Am Ende war alles wieder grau. Keine Ahnung, wie es beim Ölen ist aber hier bleibt irgendwann keine Verfärbung über.

Ich weiss nicht, wie das Ganze sich entwickelt hätte, wenn ich die Behandlung z.B. 1x /Saison wiederholt hätte.

2013 war das? Hm, ja, eigentlich hat die schöne Farbe verdammt lange gehalten. Und so lange wurde das Holz auch nicht nass. Die Oberfläche war imprägniert ohne rutschig zu werden.
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Bernard Moitessier

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17

Mittwoch, 8. März 2017, 21:54

Und was machst Du jetzt?
First 21.7, Etap 21i, aktuell Sunbeam 22.1

18

Donnerstag, 9. März 2017, 08:24

Denn der UV-Schutz des Mittels funktioniert offensichtlich.



Hallo,

das heißt, die dünne, graue faserige Schicht, die man mit dem Finger wegrubbeln kann, gibt es dann nicht mehr und man hat im Grunde keinen Materialverlust mehr. Richtig? Wenn man damit tatsächlich die Erneuerung des Decks verzögern kann, würde ich mir das auch überlegen.

Hanser

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19

Donnerstag, 9. März 2017, 09:45

Mit Teaköl habe in mir jedenfalls mal ein Boot dauerhaft versaut. Wurde fleckig und blieb fleckig.

Seit dem mache ich fast garnichts mit dem Teak auf Deck und in Plicht. Nur einmal nach dem jährlichen Einwassern leicht mit der Wurzelbürste (quer zur Faser!) drüber. In der Saison immer mal ein Schwall Wasser und mit dem weichen Besen das Wasser aus den Ecken. Fertig. Allerdings kommt bei längerer Abwesenheit eine Persenning übers Boot.

Besucherinnen werden vorab gewarnt, dass ihre Klamotten Flecken am Hintern kriegen können. Für Zartbesaitete gibts in der Plicht Sitzkissen. Bin kein Herrensegler mit blauem Blazer/ Goldknöpfen und zugehörigen Damen in weißen Hosen! :nono:

Volker
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Jannina

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20

Donnerstag, 9. März 2017, 13:02

Denn der UV-Schutz des Mittels funktioniert offensichtlich.



Hallo,

das heißt, die dünne, graue faserige Schicht, die man mit dem Finger wegrubbeln kann, gibt es dann nicht mehr und man hat im Grunde keinen Materialverlust mehr. Richtig? Wenn man damit tatsächlich die Erneuerung des Decks verzögern kann, würde ich mir das auch überlegen.


Ja, genau das heisst es. Insofern stehen hier zwei Experimente noch aus: 1. Teak schleifen, behandeln und nicht, wie ich, langsamer vergrauen lassen sondern rechtzeitig nachbehandeln. 2. Auftrag auf graues Teak um jede Varbvarianz auszuschließen.
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Bernard Moitessier

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