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Winterfalke

Salzbuckel

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21

Montag, 4. Juni 2018, 10:59

Ich bin absolut überzeugt davon, das hauptsächlich falsche Erwartungshaltungen, Rücksichtslosigkeit und Unausgesprochenes zu Verstimmung und Ärger führen - können. Es gibt einige Regeln des Zusammenlebens auf engstem Raum, die alle befolgen müssen. z.B. Ordnung in der Pantry und im Salon, Sauberkeit in Dusche/WC und wenn es um die Sicherheit geht, hat der Skipper das letzte Wort. Und genau das muss der Skipper als eine Art Reiseleiter der Besatzung vermitteln können. Es sollen ja alle eine schöne Zeit haben. :segeln:
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
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Till

Lotse

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22

Montag, 4. Juni 2018, 11:12

ch habe Erfahrung sowohl als Mitsegler als auch als Mitnehmer. Meine Karriere als Seesegler habe ich mitsegelnd begonnen, 1700 sm in 2 Monaten auf 18 Fuß. Das ging, weil ich die vielen Gegensätzlichkeiten mit meinem Skipper ausgeblendet habe ...


Das ist ein wichtiger Punkt. Wenn der Skipper Blödsinn erzählt oder die Geduld verliert, dann ist das Beste, einfach die Klappe zu halten. Einen konstruktiven Ausweg gibt es in der Situation sowieso nicht. Widerworte lassen nur den Streit offen ausbrechen.

Xtefan

Offizier

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23

Montag, 4. Juni 2018, 11:24

Wir nehmen öfter mit. Meist Freunde oder Freunde der Nachwuchscrew. An Wochenenden. Keine ernsten Probleme.
Wir haben uns mal gewundert das sich die vorher dargestellten Segelfertigkeiten/Erfahrungen als nicht vorhanden herausstellten und einmal Mitgenommene durch eigene Planlosigkeit abgeschreckt. Alles Fälle, in denen sich bewahrheitet, das die eigene Nase auch zum selbst Anfassen da ist.

Winterfalke

Salzbuckel

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24

Montag, 4. Juni 2018, 12:02

Ich war einmal Teil einer 6-köpfigen Männercrew beim Trainings-/prüfungstörn. Skipper war ein Ausbilder. Ich betrachte das heute schon zweischneidig. Zum einen geht es unter Männern etwas gleichgesinnter zu, wodurch die Atmosphäre eigentlich lockerer ist. Andererseits unterwirft man sich zwangsläufig dem, was die Mehrheit festlegt und will/kann/sollte sich nicht aus allem ausschließen, was alle individuellen Wünsche unterdrückt. War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.
Ich konnte mich nur nicht überwinden, mir mit einem Mann die Koje zu teilen. :O Deswegen habe ich im Beiboot oder im Salon geschlafen. Da ist es mit meiner Frau dann doch gemütlicher. :staendchen:
Mario Falko

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norbert-walter

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25

Montag, 4. Juni 2018, 13:40

Hallo zusammen,
bei mir war das so. Als ich noch jung war und gerade frisch eine neue segelunerfahrene Freundin hatte, habe ich sie für 6 Wochen zum Segeln auf meinem Pirat eingeladen. Ich dachte mir, wenn ich mit ihr 6 Wochen klaklomme, dann wird das auch für mehr reichen. Das war einer der schönsten Urlaube die ich je hatte. Wir sind prima klargekommen. Unter anderem weil wir uns viel Zeit für alles gelassen hatten und es keinen Termindruck gab. Heute bin ich mit ihr seit 15 Jahren verheiratet und habe eine Tochter. Zwischendurch gab es auch mal eine größere Pause ohne Segelboot. Inzwischen haben wir ein größeres Boot mit dem wir zu dritt gemeinsam segeln.
Passt zwar nicht ganz zum Thema, hat aber auch was mit Mitseglern zu tun.
Wie einige hier schon gesagt haben, man muss sich auch ein Stück auf andere Leute mit anderen Marotten einlassen und immer gelassen bleiben. Wenn man das kann und will, hat man meistens einen schönen Törn.

Norbert

windwaerts

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26

Montag, 4. Juni 2018, 15:08

Ich brauche doch auch gar keinen Vertrag, ich suche nur nach euren Erfahrungen mit unbekannten Mitseglern
Aus meinen Erfahrungen von ca. 20t Seemeilen als Skipper (gewerblich und privat) kann ich Dir ein paar Tipps mitgeben:
  • Meist kann man nicht vorab festlegen, welche Menschen mitfahren. Ach wenn man die Mitsegler schon kennt weiß man nicht, wie sie in besonderen Situationen reagieren. Hat man 'schwierige' Charaktere oder Konstellationen an Bord ist es ganz wichtig, dass der Skipper Teambildung macht und regulierend eingreift, wenn es unsozial wird. Gewisse Team-Erfahrungen sind da von Vorteil. Der Skipper muß, wenn die Gruppe anfängt, schwierig zu werden, die Führung übernehmen.
  • Buchempfehlung: "Psychologie an Bord" Delius Klasing Verlag
  • Bis 1 Woche ist noch relativ unproblematisch, weil für alle Teilnehmer das Ende abzusehen ist. D.h., wenn einzelne anfangen, sich auf den Wecker zu gehen, können die trotzdem die Zähne zusammenbeißen und sich sagen: "Am Samstag bin ich die Nervensäge los!". Bei längeren Törns kann ein Konflikt dann schon mal eskalieren. Wenn es kritisch wird sollte man sich trennen, bevor man sich an die Gurgel geht.
  • Je mehr man vorab die Bedingungen (was man machen will, wie man miteinander umgeht usw.) abgesprochen hat, umso besser.
  • die rechtlichen Fragen (gewerblich ja oder nein, Crewvertrag, Versicherung) wird man nicht abschließend geklärt bekommen. Man sollte aber immer bedenken, dass der engste Freund im Schadensfall zum Feind werden kann.
Viele Grüße
Markus

baringa

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27

Montag, 4. Juni 2018, 15:24

Moin,
wenn einer beim Gedanken Leute mitsegeln zu lassen schon ans rechtliche denkt, fährt er besser allein. Also das meine ich nicht frotzelig, sondern ernst.
Ich habe in den letzten Jahren immer wieder Leute mitgenommen, anfangs sogar, weil ich einfach keine/wenig Ahnung hatte. Das ist jetzt definitiv anders. Hab es auch viele Jahre allein durchgezogen, aber das macht auf Dauer (mich) nicht glücklich. Und ja, da geht schonmal was schief:
- Mitsegler (KFZ-Mechaniker) will sich auf See nicht um den unwilligen Einbaudiesel kümmern und sitzt auf der Sitzbank draußen und gibt mir Anweisungen/Handlungsempfehlungen wie ich das selber mache
- Mitsegler (mit SSS in der Tasche) kommt für eine Nordseeüberquerung an Bord und will unterwegs nicht aufs Vorschiff um das Segel zu wechseln (Also von kl. auf gr. weil das Wetter besser wurde) --> heißt in meiner Erinnerung "... die Fracht". ;-)

- Mitsegler fährt mit mir bis nach Irland und will sich nichtmal an kleinen Bootskosten (Diesel, Elektriker für unterwegs defekte gegangene Schaltung) beteiligen
Sowas kommt vor, muss man mit leben. Irgendwann lacht man drüber, erstmal ärgert es.
Aber es gibt viel mehr positive Erfahrungen als negative. Rechtlich absichern? Aus meiner Sicht alberner Gedanke für diese Art der Hobbyausübung. Man muss Missgeschicke / Fehlgriffe auch schultern können.
--
Gruß, Christoph
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pingu536

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28

Montag, 4. Juni 2018, 15:34

Das ist der beste Partnertest

und dann am besten bei "noch handigem Wetter".

falls Romantik aufkommt, sollte die nüchterne Erklärung folgen : " Die Menscheit hat sich auf dem Festland vermehrt und nicht auf schwankenden Schiffsplanken..


Gruß vom Arbeitsplatz

hartmut
...und nicht vergessen, die Zirbeldrüse zu aktivieren ! 10 sec. lang in die glutrote untergehende Sonne schauen, danach die Augen verdecken.

29

Montag, 4. Juni 2018, 17:10

Dachte das alles Leben aus dem Meer kommt :-)

Ich hab nur die Erfahrung als ein Mitsegelnder und wie überall im Leben, solche und solche. Bin sicher selber nicht immer das Stück Lieblingsmensch aber wenn ich beim Kojencharter keinen kenne, dann halt ich erst mal den Mund und lass die die es besser wissen machen. Oft habe ich es dann korrigiert oder war eben still. Wen man dann aber merkt das da echt komische Vögel bei sind, dann bleibe ich nicht mehr still sondern übernehme auch gerne die Führung .... so aus reinem Überlebenstrieb :-) Bin selber aber eher extrovertiert wenn man dann angelegt hat. Beim Segeln ist oft Konzentration angesagt / gefordert. Da gehen die Überzeugungen dann stark auseinander. Vorher abklären, bei jeder Form von mehrtägiger Gemeinsamkeit, ist ein Muss. Da können auch Freunde sehr schnell zu Bekannten werden aber eben auch Bekannte zu echten Freunden.

Wir überlegten uns schon hier und da ob wir unsere „große Reise“ mit Mitseglern „schmücken“. Aber so oft wir drüber nachdenken..... nein. Zeit ist das allerwichtigste im Leben und die sollte man sehr bewußt und ausgewählt verbringen. Das Freunde (die die mal Bekannte waren :-)) dann eine Strecke mit dabei sind, gerne. Aber selbst da: Arbeitsplan, Kostenplan, Mitbewohner Vereinbarung ala Sheldon Cooper :-:
*es ist immer niedriger als Du denkst!*

30

Montag, 4. Juni 2018, 19:55

Leute die ich nicht kenne, mit denen ich nicht mal gemeinsame Freunde habe, würde ich nicht mitnehmen. Wozu auch? Gesetz den Fall, ich wäre jemand, dem es alleine schnell langweilig würde, wäre immer noch das Risiko, dass ich mir die Langeweile mit Ärger vertreibe. Ein schlechter Tausch. Ein Buch, eine Gitarre oder was auch immer wäre besser.
Zum Kennen sollte man vorher was gemeinsam unternommen haben, sich einen Hahn oder zwei Schnitzel (oder einen Kosakenzipfel?) zu teilen und dabei das eine oder andere Wort zu wechseln wäre mir zu wenig. Was jemand spricht ist das eine, was er tut das andere.

Zu den genannten Berührungspunkten kommt in jedem Fall auch das Essen. Was mir schmeckt, kann der andere fürchterlich finden. Zum gelegentlichen Plausch kommt der ausgedehnte Plausch am Abend dazu, der nur dann auf Augenhöhe geführt werden kann, wenn der Alkoholpegel ähnlich ist. Ähnlich hoch, ähnlich niedrig oder auf Null spielt keine Rolle. Fast jeder kannt das, wenn er zu spät auf eine Party kommt, die schon seit Stunden im Gang ist und er sich nur mit Druckbetankung auf das angetroffene Gesprächsniveau runtersaufen kann. Eine undankbare Geschichte.
Gespräche über Politik bergen ein gewisses Risikopotential. Sympathie aufgrund von Äußerlichkeiten kann schnell in Antipathie und offene Feindschaft umschlagen.

Dann die liebe Ordnung und Sauberkeit. Die Worte buchstabieren zu können ersetzt nicht, eine gemeinsame Auslegung zu finden. Auch außenbords können Überzeugungen aneinanderprallen, wenn z.B. der eine was über die Kante fiert, was sich ohnehin gleich auflöst und der andere das "irgendwie nicht gut" oder "echt voll Kacke" findet.

"Wenn es um die Sicherheit geht, hat der Skipper das letzte Wort." Das soll er auch haben, wenn es um die Sicherheit von seinem Boot oder der Sicherheit vor ansteckenden Krankheiten geht. Wenn er meint, ich müsste mir irgendwelches Zeug umhängen oder aufsetzen weil er es für mich angeschafft hat, wird er mit dieser Meinung leben müssen – so wie ich mit meiner.

Noch ein Punkt ist die Kameradschaft. Mitfahren heißt auch mitmachen. Kein "wenn, dann, aber ...".

Zum Sicherheitsgewinn zu zweit oder zu mehreren. Auf größeren Törns lebt man tagelang in einem quasi rechtsfreien Raum. Der Mitfahrer oder sollte einfältig oder ehrlich genug sein, dass das auch alles gut ausgeht. Jähzorn, Futterneid und ähnliches sind auch schlechte Ratgeber. Eine gemeinsame Mitgliedschaft, die auf gemeinsame Überzegungen schließen lässt, wäre förderlich. Ob es die in einer Burschenschaft oder einer evangelikalen Kirche ist, ist völlig egal. Das 'Gemeinsam' ist es, was nicht egal ist. Man weiß was man von dem anderen zu halten hat, denn er ist das nicht einfach so, wie ein Mitglied in einem Kegelverein.

:Laie_22: Chris

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Labsklaus

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31

Montag, 4. Juni 2018, 21:16

Leute die ich nicht kenne, mit denen ich nicht mal gemeinsame Freunde habe, würde ich nicht mitnehmen. Wozu auch? Gesetz den Fall, ich wäre jemand, dem es alleine schnell langweilig würde, wäre immer noch das Risiko, dass ich mir die Langeweile mit Ärger vertreibe.


Gesetze den Fall, wenn die Katze Hufe hätte, würde Sie den Baum hochgalopieren.

Schreib doch einfach ich möchte das nicht.

Ich für mich, danach wurde ja gefragt, nehme jeden mit, weil ich mir einbilde mit Leuten zumzugehen kann (hat ja auch bis jetzt keine Probleme gegeben)

Zum Beisteil: Die lezte überführng Bremen -Kiel habe ich in einer Kneipe meinem Freund gefragt ob er mit möchte.

Er Keine Zeit.
Am selben Tisch fragt einer was hasté für´n Boot? Bavaria. Dann kam das übliche ( Jogurtbecher ect.)

Ich habe ihn einfach gefragt , Wenn Du Lust hast kannst ja mal mit fahren, dann habe ich ihn meine TeleNr gegeben er soll anrufen wenn er mit will.

Meine Meinung ist aber auch, das Du selten jemand findes wenn Du jemand brauchst.

Also , Wolle, so nenn ich ihn mal, ist Tischlermeister, auch noch im Bootsbau, und der auf einer Bav. hat aber 30 jahre gesegelt.

und es gab genau zwei Ansagen eine von mir ,da Keipenbekanntschaft, das erste Bier wird getrunken wenn alle leinen fest.

die zweite von Wolle, Du hast das sagen in allem´, weil Du Skipper.

Gruß Klaus
Konzept für ein gutes Leben : Ein schlechtes Gedächtnis und eine gute Gesundheit.

baringa

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32

Montag, 4. Juni 2018, 21:25

die zweite von Wolle, Du hast das sagen in allem´, weil Du Skipper.
In einem Land, in dessen Armee Stuhlkreise gebildet werden um zu diskutieren was man gemeinsam machen möchte und es ein legeres "Du" vom HG zum OTL gibt, kann man nicht davon ausgehen, dass auch nur ein statistisch signifikanter Anteil der (Segel)Bevölkerung ein angemessenes Hierarchieverständnis hat. Aber wenn was schiefgeht, darf der Skipper dann trotzdem die Verantwortung tragen.
--
Gruß, Christoph
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norbert-walter

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33

Montag, 4. Juni 2018, 21:50

Dann die liebe Ordnung und Sauberkeit. Die Worte buchstabieren zu können ersetzt nicht, eine gemeinsame Auslegung zu finden. Auch außenbords können Überzeugungen aneinanderprallen, wenn z.B. der eine was über die Kante fiert, was sich ohnehin gleich auflöst und der andere das "irgendwie nicht gut" oder "echt voll Kacke" findet.
Sehr schön die Situation beschrieben. Sind sich die Leute ähnlicher, so gibt es auch weniger Konfliktpotential. Das hängt aber oft auch von einem selbst ab, ob man sich bei jeder Kleinigkeit angesprochen fühlt. Ich z.B. bin gelegentlich Mitfahrer bei Fernfahrten mit dem Auto über eine Mitfahrzentrale. Da gibt es auch die seltsamsten Vögel. Im Großen und Ganzen sind sie aber eher die Seltenheit. Oft war ich positiv überrascht welch nette Leute man kennenlernen kann. Gut, die Fahrt endet meist nach 4...6h aber da muss man auch miteinander klarkommen. Man muss aber auch bereit sein sich darauf einzulassen.

Meine Frau warnt mich z.B. immer aus eigener Erfahrung besonders vor Lehrern und Piloten. :D Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass solche Leute schlecht sind. Sie sind halt nur anders.

Norbert

34

Montag, 4. Juni 2018, 23:07

Schreib doch einfach ich möchte das nicht.

Wenn es so wäre, hätte es nicht an der Formulierung gelegen.

35

Montag, 4. Juni 2018, 23:16

Mitsegler, Versicherungen und Sicherheit

Moin Hugo,

Ich segele oft mit Mitseglern, die ich erst beim Törn kennen lerne. Wer sich auf ein Segelabenteuer einlasst, ist meist ein sozial verträglicher Mensch.
Ein verlängertes Wochenende ist unkritisch, Auch eine Woche geht gut. Bei Zweiwochentörns wirkt es manchmal gut, in der Mitte einen Tag Landgang getrennt zu unternehmen. Dann hat jeder etwas zu erzählen und eventuelle Spannungen bauen sich ab.

Was das Thema Versicherung anbelangt, habe ich die Grundsätze auf meiner HP mal aufgebohrt. Die Skipperhaftpflicht ist nur eine subsidiäre Versicherung, sie deckt im Wesentlichen Lücken für den Fall, dass die Charteryacht nicht richtig versichert ist und durch grobe Fahrlässigkeit verursachte Schäden. Wenn Deine private Yacht allerdings richtig versichert ist, (ausreichende HaftpflichtVersicherungssumme Mind. 2 Mio., keine Einschränkung bei grober Fahrlässigkeit, schliesst Personenschäden bei Mitseglern ein) brauchst Du eigentlich keine Skipperhaftpfichtversicherung. Restrisiken lassen sich durch Sicherheitseinweisung und geschickte Logbuchdokumentation reduzieren. Nur wenn ich Charteryachten skippere, bestehe ich auch auf einer Mitseglervereinbarung, im privaten Bereich auf meinem Boot mache ich das nicht.

Bei reiner Kostenteilung bist Du nicht gewerblich unterwegs. Wenn Du allerdings - was üblich ist - von der Bordkasse freigestellt bist, sehen einige Skipperhaftpflichtversicherungen das schon kritisch. Auch dazu habe ich was geschrieben. Www.Backbordbug.net
Handbreit :connie_sharkycircle:

Ein Anschiss lauert hinter jedem Tampen.

36

Montag, 4. Juni 2018, 23:20

Ich habe über die Jahre etliche Dutzend mir bis dahin unbekannte Mitsegler mitgenommen. Zu einigen ist der Kontakt über gemeinsame Bekannte zustande gekommen zu anderen über HandgegenKoje.de. Vom blutigen Anfänger bis zum Salzbuckel waren alle Erfahrungsstufen dabei. Mein Fazit: Nach all den Mitsegelnden über die Jahre hatte ich nur eine Mitseglerin, die ich nicht mehr mitnehmen würde. Die Dame hatte Probleme damit den Korken auf der Flasche zu lassen, was sich auf ihre Koordinationsfähigkeit auswirkte.

Ich richte stets vor dem Törn eine Telefonkonferenz ein, um sicher zu gehen, dass niemand mit falschen Vorstellungen zusteigt und sich alle zumindest schonmal gehört haben. Zudem gibt es bei mir zügig nach der Übernahme des Bootes ein Briefing für das Verhalten auf und unter Deck. Die gesamten Kosten für Charter und Bordkasse werden zu gleichen Teilen auf alle Köpfe verteilt und meist noch vor der Abreise abgerechnet.

Ich gehe zwar das Risiko ein auf eine Mitseglervereinbarung zu verzichten. Hätte sie aber nach all den Jahren auch noch nicht gebraucht. Bislang gab es glücklicherweise noch keinen Personenschaden.
Bei höheren Kosten waren sich bislang glücklicherweise alle einig, dass wir die auch gemeinsam tragen. Auf einem Mittelmeertörn beispielsweise mussten wir das Schiff beschädigt in einem fremden lassen und hatten neben den zusätzlichen Kosten für die Überführung auch noch die Flüge umzubuchen. Bis die Reparaturkosten eingetrudelt sind waren sicher drei Monate rum, trotzdem haben alle zügig bezahlt.

Nach meiner Auffassung ist es hilfreich vollkommen transparent mit den Kosten zu sein. Charter nebst Nebenkosten stehen ja schon vor Törnbeginn fest und für die Bordkasse setze ich eher zu hoch als zu niedrig an. Das entspannt bei der Endabrechnung alle, wenn es noch was zurück gibt. Ach, ich hatte auch mal eine Gelegenheit bei der jemand angefangen hat zu diskutieren, weil er weniger gegessen und getrunken habe. Berechtigter Weise wie ich fand. Das war mir dann einen Abschlag wert. Ich persönlich käme zwar nicht auf die Idee nach einer Woche, die ich mit anderen Leuten an Bord verbringe über die Abrechnung zu feilschen. Aber jeder nach seiner Facon.
Beste Grüße
Michael

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Winterfalke

Salzbuckel

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37

Dienstag, 5. Juni 2018, 07:07

Meist kann man nicht vorab festlegen, welche Menschen mitfahren.

Selbstverständlich kann man das. Wieso denn nicht?

sich auf den Wecker zu gehen, können die trotzdem die Zähne zusammenbeißen und sich sagen: "Am Samstag bin ich die Nervensäge los!". Bei längeren Törns kann ein Konflikt dann schon mal eskalieren. Wenn es kritisch wird sollte man sich trennen, bevor man sich an die Gurgel geht.

@windwaerts: Jeder Mensch ist Gefangener seiner Lebensgeschichte. Je länger, desto ausgeprägter. Deine Ansicht kann ich absolut nicht teilen. :no_1: Wenn ich mich (als Skipper) einmal für eine Crew entschieden habe, ist es meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass alle an Bord eine schöne Zeit haben. Dafür bezahlen sie ja auch. Wer nicht das Talent hat, beginnende Konflikte rechtzeitig zu erkennen :click-me: und nachhaltig zu moderieren, ist m.E. nicht geeignet dafür, mit einer bunt zusammengewürfelten Crew zu fahren. Bei allem :respekt: ...

Leute die ich nicht kenne, mit denen ich nicht mal gemeinsame Freunde habe, würde ich nicht mitnehmen. Wozu auch?

Der häufigste Grund ist wohl, die eigenen Kosten zu minimieren. Durchaus legitim. Siehe u.a. auch nachfolgendes Zitat.
Aber wer das eine will, muss das andere mögen. Ich persönlich genieße gern meinen Urlaub in vollen Zügen. Was nicht ausschließt, auch einmal sehr gute Freunde mitzunehmen. Davon haben wir etliche im Sortiment. Teilweise seit Jahrzehnten. Aber nur mit einem einzigen Pärchen könnten wir uns wirklich vorstellen, mal eine Woche zu segeln.

Nach meiner Auffassung ist es hilfreich vollkommen transparent mit den Kosten zu sein. Charter nebst Nebenkosten stehen ja schon vor Törnbeginn fest und für die Bordkasse setze ich eher zu hoch als zu niedrig an. Das entspannt bei der Endabrechnung alle, wenn es noch was zurück gibt. Ach, ich hatte auch mal eine Gelegenheit bei der jemand angefangen hat zu diskutieren, weil er weniger gegessen und getrunken habe. Berechtigter Weise wie ich fand. Das war mir dann einen Abschlag wert. Ich persönlich käme zwar nicht auf die Idee nach einer Woche, die ich mit anderen Leuten an Bord verbringe über die Abrechnung zu feilschen.

...

Ja, jeder wie er mag. Ich habe mehrere Bücher gelesen von Blauwasserseglern und Langfahrten mit Kojencharter um das überhaupt zu finanzieren. Mir persönlich wäre das absolut nichts. My Boat is my Castle!
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

norbaer

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38

Dienstag, 5. Juni 2018, 07:27

Das das für Fahrtensegler so ein Thema ist.

oh Gott fremde Menschen an Bord!! :erschrocken:

Ich habe jede Regatta die Bude voll. Und es sind immer mal wieder fremde Menschen an Bord. Auch bei Überführungen fahren wir ständig mit neuen Besatzungen.

Ist doch ganz einfach. Wenn man jemand zum Mitsegeln sucht , soll man direkt beschreiben was man will, und wie man segelt, (Kaffetörns, Hardcoreüberführung, Regatta etc) welches Boot und schon melden sich auch die Richtigen.

Das ist ja auch kein Bund fürs Leben sondern für ein paar Tage.

windwaerts

Bootsmann

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39

Dienstag, 5. Juni 2018, 08:21

Wenn ich mich (als Skipper) einmal für eine Crew entschieden habe, ist es meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass alle an Bord eine schöne Zeit haben. Dafür bezahlen sie ja auch.
@Winterfalke: ganau das habe ich ja in einem anderen Satz gesagt! Der Skipper sollte aktiv regulierend eingreifen, frühzeitig erkennen, dass etwas schief läuft und dann handeln.
Ich finde es immer wieder eine spannende Herausforderung, die macht das Fahren mit vorher unbekannter Crew gerade so interessant!
Viele Grüße
Markus

Winterfalke

Salzbuckel

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Heimathafen: Adria

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40

Dienstag, 5. Juni 2018, 08:45

Wenn ich mich (als Skipper) einmal für eine Crew entschieden habe, ist es meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass alle an Bord eine schöne Zeit haben. Dafür bezahlen sie ja auch.
@Winterfalke: ganau das habe ich ja in einem anderen Satz gesagt! Der Skipper sollte aktiv regulierend eingreifen, frühzeitig erkennen, dass etwas schief läuft und dann handeln.
Ich finde es immer wieder eine spannende Herausforderung, die macht das Fahren mit vorher unbekannter Crew gerade so interessant!

Das kann ich mir gut vorstellen. Ich habe beruflich so etwas Ähnliches gemacht als Coach. Die "Crew" waren die Mitarbeiter (ca. 8 - 16) von Discounter-Filialen inkl. Filialleitung. Ich habe aber leider feststellen müssen, dass manche Konflikte bereits sozial eskaliert (Gruppenbildung) und über einen moderierbaren Zustand hinaus waren. Die Ursache war meist, dass nicht frühzeitig über die (oft nur kleinliche oder falsch wahrgenommene) Ursache (z.B. Einsatzbereitschaft als Wichtigtuerei interpretiert) gesprochen wurde, weil man der Meinung war, man darf niemand anderen kritisieren und muss das eben hinnehmen bzw. tolerieren. Wenn ich mir so eine zerrissene Mannschaft (eigentlich 2 Mannschaften) an Bord vorstelle... :erschrocken: Umso schöner, wenn man zufällig schon von Anfang an an Bord ein gutes, zwischenmenschliches Klima hat. :good2:
Mario Falko

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