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1

Mittwoch, 12. September 2018, 16:17

Teakdeck DIY

Moin allerseits!

Gibt es hier jemanden, der schon mal ein Teak-Deck selbst verlegt hat? Nicht solche vorgefertigten Platten, sondern Stab für Stab... Ich würde mich über Erfahrungen und Berichte freuen.
Ich brauche für mein neues Schiff eins und der Gedanke das selbst zu machen geistert in meinem Kopf rum...

Gruß
Lutz

2

Mittwoch, 12. September 2018, 16:58

Hallo Lutz,

schau Dir mal den Bericht von Manfred (Kavenga) an, das sollte Dir einen ersten Eindruck über den Arbeitsumfang verschaffen.

Gruß

3

Mittwoch, 12. September 2018, 23:15

Hallo Planke,

danke, ja, der ist schon mal interessant..

Gruß
Lutz

gdb

Proviantmeister

Beiträge: 353

Wohnort: Traiskirchen Österreich

Schiffsname: Algedi

Bootstyp: Sunbeam 44

Heimathafen: Marina Sant'Andrea

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4

Donnerstag, 13. September 2018, 07:08

Bestehst Du auf Teak?

Ich bin gerade dabei mein Deck mit Kork (http://marinekork.com/) neu zu machen.

lg
Gerhard

5

Donnerstag, 13. September 2018, 09:37

Hallo Gerhard,
ja, es muss Teak sein, alles andere wäre eine Vergewaltigung des Schiffes.. Ich würde das bei moderneren Schiffen ja auch auch eher aus Flexi-teak oder so machen..

Gruß
Lutz

6

Donnerstag, 13. September 2018, 11:11

Hallo Lutz !

Ich bin gerade dabei ein Stabdeck aus Kork zu realisieren. Ich glaube schon, dass ich handwerklich nicht unbegabt bin. Allerdings würde ich mir nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht wirklich zutrauen eine Renovierung mit Teak Stableisten in angemessener Qualität zu realisieren. Dazu braucht man Erfahrung. Zumindest sollte man an einer Sanierung schon mal mitgewirkt haben. Es ist beispielsweise nicht so einfach die Stb-Seite und die Bb-Seite synchon auf dem Vordeck zusammenlaufen zu lassen. Alles muss wirklich exakt passgenau und bildhaft passen. Auf den Millimeter. Dabei musste ich auch einige Kniffe erst lernen und habe selbst auch "Lehrgeld" gezahlt und machte einiges verkehrt und damit doppelt. Ärgerlich!

Und dabei ist Kork einfacher zu händeln als das harte Teak.

Gestern habe ich dann verfugt. Auch diese Arbeit die manchem vielleicht simpel erscheinen mag, ist es ganz und gar nicht! Du musst den Primer in jede Fuge einbringen , beidseitig an den Flanken der Stableisten. Der Primer an sich ist aber auch nicht ohne ! Man sehe sich dazu einfach mal das dazugehörige Datenblatt des Herstellers an.

Also wenn Du das selbst machen willst, dann versuche mal in einer Bootswerft mit den Augen zu "stehlen". Ich denke das und das Studium der Herstellerdatenblätter und die Anwendungsvorschriften dazu würde ich an Deiner Stelle erst einmal lesen. Sika biete diese Informationen im Netz an. Ich könnte hier noch einen ganzen Roman dazu schreiben, aber das will ich nicht. Ich habe, und das muss ich hier ehrlich zugeben die Aufgabe als zu einfach eingeschätzt und danach beim arbeiten sehr viel geflucht ! Verdammt viel !!

Aber so muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen , ich will hier keine Ängste schüren nur vorsichtig warnen. Am Ende soll es ja schön aussehen. Und eine kleine Platte die man zu Hause in der Werkstatt herstellt ist kein Vergleich. Die Bedinungen sind keineswegs vergleichbar mit den realen Arbeiten an Deck!

Trotz alledem viel Erfolg und gutes Gelingen wünscht Dir

Ronald

gdb

Proviantmeister

Beiträge: 353

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7

Donnerstag, 13. September 2018, 11:29

Ich möchte zwar Flexi-Teak und Kork nicht unbedingt auf eine Ebene stellen ...

aber den Versuch, einen gewissen Look aufrecht zu erhalten, kann ich verstehen.

Ich habe diese Überlegung auch angestellt, dann aber für mich entschieden, dass ICH Teak nicht verarbeiten kann.
Kork kann ich mit meinen Mitteln verarbeiten.

Bei Marine-Kork bleibt die Optik eines Stabdecks erhalten weil das Deck aus Stäben gebaut wird. Ich habe die Stäbe auch entlang der Rundungen des Rumpfes verlegen können.
Das, sowie der Kostenfaktor und der Möglichkeit, die Arbeit selbst zu machen, waren für mich ausschlaggebend. Und aus 3-4 Meter Entfernung, also ab da wo man die Holzstruktur von Teak nicht mehr so sieht, sind sich Korkdeck und Teakdeck ziemlich ähnlich. Unter Abwegung aller Faktoren bin ich bis jetzt mit meiner Entscheidung zufrieden.

Erfahrungen mit Teak:
Das Entfernen des alten Decks war (bzw. ist, da "Work in Progress") eine echte Strafarbeit. Keine Ahnung, wie es bei Dir ausschaut...bei mir sind die Teak-Stäbe verklebt UND verschraubt.
Die Schrauben selber sind soweit "platt gelaufen", das ein Schraubenzieher nicht mehr greift.

Daher sind folgende Arbeiten nötig:
- Mit einem Dremel eine neue Nut in die Schraubenköpfe fräsen; dann die Schraube raus holen.
- Dann irgendwie (Multitool, Schreinerkeile, Stecheisen) die Stäbe vom Deck losmachen.
- Grob abschleifen.
- Alle Schraubenlöcher aufbohren und mit Expoy verfüllen. Das gleiche gilt für alle Risse und Schäden am Gelcoat.
- Sauber glatt schleifen.

Wir haben mit der Arbeit auf dem Seitendeck begonnen. Der Fortschritt eines Arbeitstages war dabei etwa 2-3 Meter. Auf grossen Flächen wird es etwas schneller gehen, da man besser seitwärts an die Stäbe kommt. aber die nötige Arbeitszeit würde ich nicht unterschätzen.



Nachdem ich das fertig hatte und bereits erste Kork-Stäbe verklebt hatte, hab ich noch den Tipp bekommen, eine Glasfasermatte auf das nackte Deck zu legen und mit Epoxy anzulaminieren. Das soll sicherstellen, das man auch keinerlei Mikrorisse übersehen hat. Klingt für mich irgendwie schlüssig und ist nicht extrem viel Arbeit.



lg
Gerhard

gdb

Proviantmeister

Beiträge: 353

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Heimathafen: Marina Sant'Andrea

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8

Donnerstag, 13. September 2018, 11:37

Lutz hat seinen Beitrag gepostet, während ich am Schreiben war.

Daher Anmerkungen dazu in einem zweiten Post...

Ja, auch mich hat das Verlegen von Kork-Stäben wirklich gefordert.
Ich glaub zwar, das ich es einigermassen hinbekommen habe, aber als einfach habe ich es nicht empfunden bis jetzt.

LG
Gerhard

9

Donnerstag, 13. September 2018, 12:46

Danke für eure Berichte!
Ich denke falls ich das wirklich selbst machen will, werde ich vorher versuchen mal ein „Praktikum“ in einer Werft zu machen um mir die Tricks und Kniffe abzuschauen..
mal sehen.

Gruß Lutz

Langer

Offizier

Beiträge: 197

Bootstyp: Winner

Heimathafen: Neustadt in Holstein

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10

Montag, 17. September 2018, 23:19

Moin Praktikum und gute Planung sind die ersten Voraussetzungen.
Ich habe mal die Cockpitbänke mit Teak belegt.
Die Leisten selbst aus Bohlen zu gesägt. Das Holz lässt sich ja gut bearbeiten, aber man braucht seine Zeit. Merkt am Ende, wo man mangels Erfahrung doch Lehrgeld bezahlt.
Nicht immer sind es verschnittene Leisten, meist ist es Zeit, die man zusätzlich braucht oder eine Schmiege, die nicht perfekt passt und einen während der Saison anschaut.

Kannst du dein Deck in Abschnitte aufteilen? Schiebelukgarage / Kajütdach / Ankerkasten - Dann kannst du dich langsam herantasten. Das Cockpit war aufgrund der Deckel sicher nicht das einfachste Bauteil.
Holz habe ich damals von HBW - Holz und Boot, Wedel besorgt.
Herzlichen Gruß
Sönke
»Langer« hat folgende Datei angehängt:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Langer« (17. September 2018, 23:37)


11

Donnerstag, 20. September 2018, 18:25

Moin,
ich habe schonmal ein Teakdeck auf einem 20er Jollenkreuzer verlegt, war eine nette Arbeit und verlegen hat ca. 2 Wochen gedauert. Für das Schleifen, säubern der Fugen und Verfugen nochmals ca. eine Woche. Als Werkzeug habe ich hauptsächlich Handwerkzeuge verwendet wie z.B. Einhandhobel, Stechbeitel, kleine Japansäge. Später fürs schleifen natürlich entsprechende Bandschleifer (100mm) und Excenterschleifer (150mm). Die Stäbe wurden auf ein Sperrholzdeck mit Epoxidharz verklebt und später mit Sika und Preimer verfugt. Fürs Verfugen würde ich mir zukünftig eine Pressluft-Kartuschenpresse beschaffen, denn das war fast die schwerste Arbeit. Als Abstandshalter können auch besser dünne streifen aus POM oder Acryl verwendet werden, die kleben dann nicht mit dem Harz.
Und nun ein paar Bilder:


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index.php?page=Attachment&attachmentID=225233

12

Donnerstag, 20. September 2018, 18:37

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Manche Streifen laufen am Kajütdach auf ca. 1,2 Meter aus, das waren die schwierigsten und ohne Hilfsvorrichtung fast nicht zu machen. Am Schluss habe ich dann noch mit einem langen Lineal , Messer und Stechbeitel bewaffnet die nicht so perfekten Ecken perfekt gemacht. Am nervigsten war das Bearbeiten der Fugen, zunächst mit dem Stechbeitel und dann mit einem Holzstreifen und Schmirgelpapier, sind ja ~ hundert Meter Fugenkanten. Alls Hilfsschraublöcher wurden mit einer Spritze und dicken Nadel vor dem Verfugen ausgegossen.

Ich habe auf jeden Fall viel dabei gelernt, würde es glaube ich aber nicht nochmal machen.
Viele Grüße
Hennes

14

Donnerstag, 20. September 2018, 20:03

Hallo

es gibt auf der webseite Blauwasser eine ausführlich bebilderte Anleitung für Kunstoff Teak:

https://www.blauwasser.de/kunststoff-teak

Falls du dich gegen echtes Teak entscheidest.

Viel Erfolg
Anja

15

Sonntag, 23. September 2018, 16:49

Hennes,

das ist doch super geworden ! Alle Achtung !!
Ja, das verfugen ist eine elende Arbeit die man unterschätzt.

mplack

Smutje

Beiträge: 12

Schiffsname: Therban

Bootstyp: Dufour 45 Classic

Heimathafen: Lefkas

Rufzeichen: DD2194

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16

Dienstag, 25. September 2018, 17:19

Hallo,

ich habe im letzten Jahr alle losen Teakleisten in meinem Cockpit ausgebessert. Die Anleitung die mir gut geholfen hat findet ihr hier: https://www.georgus.de/anleitung.aspx.
Das verfugen war mit dem richtigen Material gar nicht so schwer. Allerdings sollte man das schleifen nicht unterschätzen...

Gruß Marco

17

Mittwoch, 3. Oktober 2018, 13:23

Sorry, ich komme gerade erst wieder zum Lesen, ich musste noch von Rostock nach Hamburg weiter... Vielen Dank für die weiteren Hinweise!

Hennes: Wow, das sieht echt großartig aus, falls du Hamburger bist würde ich dich gerne mal auf ein Bier einladen und noch ein paar Tips aus dir rausquetschen! Deine Bilder machen auf jeden Fall Mut, dass man das selbst auch hinbekommt. In wie weit bist du handwerklich "vorgebildet"?

Gruß
Lutz

18

Freitag, 5. Oktober 2018, 11:05

Moin Lutz,

wohne leider nicht in Hamburg, sonst könnten wir uns natürlich treffen.
Auf der Seite www.fky.org sind einige recht gute Berichte, wie ein klassisches Teakdeck verlegt wird. Danach habe ich im wesentlichen gearbeitet, nur leider finde ich "meine" Anleitung nicht mehr, wurde sicherlich überarbeitet. Dann gibt es auch noch im Buch "Moderner Holzbootsbau" von den Gougeon Brothers (gibt es im Internet als Download), eine modernere Verarbeitung.

Ich würde mich erst mal in die Materie einlesen und die für Dich wichtigen Prioritäten definieren. Bei mir war es z.B. es sollte nicht schwerer werden, als das alte Deck. Danach habe ich mich dann fürs verlegen mit Epoxid von 6mm Teak auf 6mm Sperrholz entschieden. Nach dem Schleifen sind das dann ~ 10-11 mm. Das alte Sperrholzdeck hatte 10. Danach kann das Material bestimmt werden und vor allem wo man es herbekommt. Vernünftiges Teak ist schon mal problematisch. Bei mir war es eine Bohle von 7,80 m Länge und 65mm Stärke. Für die Verarbeitung wird natürlich eine große Fläche benötigt (>16m Länge), ich habe das draußen gemacht und mir diverse Andruckrollen etc. an die Kreissäge gebaut um die ganzen Leisten zu sägen. Absaugung / Atemschutz nicht vergessen, Teakstaub ist schon sehr problematisch. Dann wurden die Winkel aus Sperrholz gebaut und mit den Mahagoni-Leisten begonnen (Fische, Leibhölzer und Schergang).

Gruß Hennes

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