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1

Dienstag, 6. November 2018, 12:32

Weiches Deck im Bereich Mastfuß

Hallo,
ich heiße Thomas, segle seit einigen Jahren, allerdings meist mit Vereinsbooten oder eben per Charter. Seit kurzem bin ich Besitzer einer 40jährigen Greyhound 20, deren Heck auf 22 Fuß verlängert ist. Das Boot stand seit Ende der Saison 2017 im Winterlager im Freien. In der Zeit ist das Vordeckfenster zerbrochen. Es regnete ungehindert in die Kajüte. Entsprechen schlecht war der Zustand der Möbel und der Holzverkleidung. Von außen sieht das Schiff durchaus akzeptabel aus, der Unterwasserbereich wurde vor 2 Jahren neu aufbereitet, Rigg, Besegelung und laufendes Gut ist gut.
Mein Plan war: Die Kajüte über den Winter komplett ausräumen, Möbel und Holzverkleidung samt Dachhimmel raus. Im Frühjahr dann das Boot in unseren Stausee und in der Praxis schauen, was zu machen ist.
Mittlerweile ist die Kajüte ausgeräumt, auch die sehr stabile Holzabtrennung zur Vorschiffkoje ist raus. Sie war direkt unter dem Mastfuß angebracht (evtl. als zusätzliche Stütze zur Kraftableitung???) und führte quer durch das Boot. Und hier fand ich nun mein Problem: Durch den Mastfuß scheint Wasser ins Laminat eingedrungen zu sein. Das Holz ist auf einer Fläche von vermutlich 40 cm Breite quer über fast das ganze Deck tropfnass, zum Teil verrottet und hat in manchen Bereichen keine Verbindung mehr mit dem GFK. hier sind auch zwei je ca. 20 cm lange Risse zu finden (siehe Fotos) https://photos.app.goo.gl/cWSDHWGmmBafoySBA
Mein neuer Plan: Das Deck öffnen, nasses Holz raus, durch Hartschaumplatten ersetzen, Harz rein, Deck verschließen. Aber hat das dann auch die nötige Stabilität, gerade im Bereich des Mastes?
Ich lese seit einiger Zeit im Forum mit und hab mir auch schon die Yacht-Filme auf Youtube zum Thema angesehen. Eigentlich wollte ich die Arbeiten von unten machen, davon wird aber allgemein abgeraten.
Ist der vorgestellte Weg auch für einen Schreibtischtäter wie mich machbar? Oder gibt es noch andere Vorschläge, wie man dem Problem zu Leibe rücken kann? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
Immer ne Handbreit
Thomas
P.S.: Ich verstehe allmählich den Spruch eines Stegnachbarn (Salzbuckel und erfahrener Eigner) beim diesjährigen Urlaubstörn. Er sagte „Intelligente Segler chartern!“

Henning

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2

Dienstag, 6. November 2018, 12:47

Moin,
ich würde erst einmal die Maststütze und das Holzstück darunter demontieren. Die Arbeit von oben hat den Vorteil, das sämtliche zu verarbeitenden Stoffe dort bleiben, wo sie hinsolllen. Wenn du von unten herangehst, läuft dir das ganze Harz entgegen, du musst alles abstützen, ...
Vorangrhensweise: Deck vob oben öffnen, feuchtes und angegriffenes Holz entfernen, auf eine trockenen Winter hoffen und austrocknen lassen. In der Zeit Kajüte zuende entkernen und mit dem Neuaufbau beginnen. Als erstes das Hauptschott zum Vorschiff erneuern ist ein tragenes Teil und extrem wichtig.
Versteckt den Rum! :sparrow:


"Das Dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie wahr sind."
(Leonardo da Vinci)

da darf man auch schon mal ein bisschen ein mulmiges Gefühl haben während der Nordfriese noch draußen Uno spielt :-)

Squirrel

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3

Dienstag, 6. November 2018, 13:00

Direkt unter dem Mast würde ich Schaum vermeiden. Auch wenn das Hartschaum ist: Die Luftblasen bieten immer die Möglichkeit, dass das Material bei Druck irgendwohin ausweichen kann. Holz einzulaminieren ist allerdings auch nicht der Bringer. Wie Du ja bereits festgestellt hast, kompostiert das ganz gut, wenn es eingeschlossen ist und dann irgendwoher Feuchtigkeit zieht.

Ich würde überlegen, den Raum, den bisher das Holz im Deck hatte, sorgfältig mit Laminat zu füllen - das kann ein wenig mühsam sein und muss, je nach Stärke, auch bei einem langsamen Härter evtl. in mehreren Durchgängen geschehen, damit sich die Aushärtereaktion nicht zu sehr aufheizt. Ob das wirklich praktikabel ist, ist aus der Ferne ein wenig schlecht zu beurteilen, das musst Du Dir kritisch ansehen.

Dann würde ich zusehen, von unten mit dem neuen Schott eine Stützkonstruktion zu verwirklichen, mit einem Träger aus Hartholz unter dem Mast . Der Träger kann bei so einem kleinen Boot waagerecht unter der Kajütdecke eingebaut werden und die Last zu beiden Seiten in das Schott einbringen, um den Durchgang ins Vorschiff frei zu lassen.
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4

Dienstag, 6. November 2018, 13:15

Schau dir doch mal die Refit Serie der Dehlya 25 in Yacht online Werkstatt an. Dieser Beitrag zeigt neben der Reparatur des Bugs auch die Entfernung des verrotteten Holzkernes des Mastfusses und Ersatz mit Schaumplatte:
https://www.yacht.de/yacht_tv/boese-uebe…25/a110891.html

Gruß Odysseus

5

Dienstag, 6. November 2018, 13:23

Danke euch
@Henning: So in der Art hatte ich es vor. Besonderen Dank für den Hinweis zur Vorschiffabtrennung. Eigentlich wollte ich sie komplett rausnehmen, um einerseits die liegefläche etwas zu verlängern und andererseits den gesamten Raum etwas offener zu gestalten. Schließlich ist man ja nicht mehr der jüngste und braucht auch beim zu Bett gehen etwas mehr Platz ;) Aber ist wohl schon richtig mit dem tragenden Teil. Wo sollen denn die Kräfte vom Mast denn auch sonst hin...

@Squirrel. Du bestätigst das ja im Prinzip auch.genau wie du es beschreibst war das Schott eingebaut. Das Holz istauch noch sehr gut erhalten, steht im Moment im Heizungskeller Es könnte mit ein bisschen Farbe versehen genau so wieder eingebaut werden. Dein Hinweis mit dem Schaum unter dem Mast nehme ich ernst. Du meinst also, eineinhalb bis zwei Zentimeter gfk großflächig auflaminieren? Da geht ziemlich Material drauf :O

@ Odysseus. Dienfilme hab ich gesehen. Das hat mich ja auch auf die Idee mit dem Schaum gebracht.
Grüße
Thomas

Squirrel

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6

Dienstag, 6. November 2018, 13:35

eineinhalb bis zwei Zentimeter gfk großflächig auflaminieren? Da geht ziemlich Material drauf


Notfalls nur direkt unter dem Mast, aber da wirkt ja einiges an Druck. So wie ich das erkenne, erstreckt sich dieses einlaminierte Holz ja weit zur Seite. Neben dem Mast kannst Du schon irgendwann mit einem Schaumkern arbeiten.
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zooom

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7

Dienstag, 6. November 2018, 14:00

Es sind sicher verschiedene Aspekte zu berücksichtigen:
Zum Einen ist das Boot mir dieser Konstruktion bald 50 (?) Jahre alt geworden, war also so schlecht schon mal nicht. Ich würde das Loch sauber anschäften evtl. sogar vergrößern und dann mit ein paar Lagen von unten zumachen. Eine frustrierende Sauerei, wie ne Decke tapezieren. Nimm eine PE Platte oder eine gut gewachste Sperrholzplatte von oben als Gegenhalt, sonst kannst Du nicht vernünftig entlüften, PE nimmt kein Harz an und läßt sich leicht wieder entfernen.
Das Originalholz als Muster läßte Dir aus 3mm VA Lochblech zuschneiden und die Mastfußhalterung aufschweißen. Dann laminierst Du das Ganze sauber ein und fertig ist die Laube.Oder laminierst zu, wie von @Squirrel: beschrieben und bolzt dann das (Loch)blech durch.
Die Krafteinleitung über die Schottwand mußte mit Winkellaminaten herstellen.
Gruß Thomas



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8

Dienstag, 6. November 2018, 14:29

Hallo Thomas,
einige Hinweise hast Du ja schon bekommen - Zeit für mich, hier mal (wieder) den Bedenkenträger zu geben. Aber Bedenken können ja auch konstruktiv sein. ;)
Instandsetzen kann man alles, aber ist es auch sinnvoll? Du planst, jetzt allerhand Arbeit und Geld in ein Boot mit strukturellen Schäden zu stecken. Da muss man sich doch fragen was ein solches Boot dann am Ende der Arbeiten (die immer teurer und langwieriger werden als man sich das zunächst vorgestellt hat) wert ist - oder anders betrachtet: Was muss man für ein derartiges Boot ohne diese Schäden in segelfertigem Zustand ausgeben? Bedenke, dass der Markt für kleine und alte Boote von einem Überangebot und entsprechend niedrigen Preisen gekennzeichnet ist.
Solche Restaurierungen (bei Booten sagt man wohl Refit) sind in meinen Augen dann sinnvoll, wenn man hinterher einen halbwegs äquivalenten Gegenwert hat; ich denke da an richtige Klassiker aus bekanntem Hause. Dafür gibt es immer Liebhaber. Jetzt begebe ich mich mal auf dünnes Eis: Wenn Du die nachträglich verlängerte (!) Greyhound 20 den kritischen Augen des Marktes aussetzt (und eben nicht Deinen eigenen), dann wird die Bewertung weniger euphorisch sein (um es mal ganz vorsichtig auszudrücken).
Ich denke, dass Du für 3 k€ ein segelfertiges Boot in der Größe bekommst, vielleicht noch mit Trailer und AB. Und Du hast Dich selbst so nett als Schreibtischtäter bezeichnet...
Gruß
Robert

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9

Dienstag, 6. November 2018, 14:46

Hallo Thomas,
einige Hinweise hast Du ja schon bekommen - Zeit für mich, hier mal (wieder) den Bedenkenträger zu geben. Aber Bedenken können ja auch konstruktiv sein. ;)
Instandsetzen kann man alles, aber ist es auch sinnvoll? Du planst, jetzt allerhand Arbeit und Geld in ein Boot mit strukturellen Schäden zu stecken. Da muss man sich doch fragen was ein solches Boot dann am Ende der Arbeiten (die immer teurer und langwieriger werden als man sich das zunächst vorgestellt hat) wert ist - oder anders betrachtet: Was muss man für ein derartiges Boot ohne diese Schäden in segelfertigem Zustand ausgeben? Bedenke, dass der Markt für kleine und alte Boote von einem Überangebot und entsprechend niedrigen Preisen gekennzeichnet ist.
Solche Restaurierungen (bei Booten sagt man wohl Refit) sind in meinen Augen dann sinnvoll, wenn man hinterher einen halbwegs äquivalenten Gegenwert hat; ich denke da an richtige Klassiker aus bekanntem Hause. Dafür gibt es immer Liebhaber. Jetzt begebe ich mich mal auf dünnes Eis: Wenn Du die nachträglich verlängerte (!) Greyhound 20 den kritischen Augen des Marktes aussetzt (und eben nicht Deinen eigenen), dann wird die Bewertung weniger euphorisch sein (um es mal ganz vorsichtig auszudrücken).
Ich denke, dass Du für 3 k€ ein segelfertiges Boot in der Größe bekommst, vielleicht noch mit Trailer und AB. Und Du hast Dich selbst so nett als Schreibtischtäter bezeichnet...
Gruß
Robert


Hallo Thomas,
exakt das Gleiche ging mir auch gleich durch den Kopf, als ich 40 Jahre alte Greyhound 20 mit verlängertem (verbasteltem?) Heck las. Bist Du sicher, dass sich so eine durchaus aufwändige Reparatur in einem der lastmässig kritischsten Bereiche Deines Bootes lohnt? Auch bei nur 20 Fuß Länge und auf Binnenrevieren sollte man die Kräfte, die auf den Mastfuß kommen nicht unterschätzen.

Ausserdem kannte ich mal eine Greyhound 33 aus der gleichen Zeit, bei der wackelte der Kiel wie ein Lämmerschwanz hin und her, weil sich die gesamte Bodensektion mangels Verstärkungen mit dem Kiel hin- und herbeulte. Könnte sein, dass die damals bei Röhl in Mönchengladbach nicht ganz so die Experten waren...

Zumindest solltest Du das gesamte Schiff nochmal kritisch prüfen, bevor Du viel Zeit und Geld rein steckst.

Gruß

Heiko

Trouw

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10

Dienstag, 6. November 2018, 14:50

Hallo Thomas,
einige Hinweise hast Du ja schon bekommen - Zeit für mich, hier mal (wieder) den Bedenkenträger zu geben. Aber Bedenken können ja auch konstruktiv sein.
Instandsetzen kann man alles, aber ist es auch sinnvoll? Du planst, jetzt allerhand Arbeit und Geld in ein Boot mit strukturellen Schäden zu stecken. Da muss man sich doch fragen was ein solches Boot dann am Ende der Arbeiten (die immer teurer und langwieriger werden als man sich das zunächst vorgestellt hat) wert ist - oder anders betrachtet: Was muss man für ein derartiges Boot ohne diese Schäden in segelfertigem Zustand ausgeben? Bedenke, dass der Markt für kleine und alte Boote von einem Überangebot und entsprechend niedrigen Preisen gekennzeichnet ist.
Solche Restaurierungen (bei Booten sagt man wohl Refit) sind in meinen Augen dann sinnvoll, wenn man hinterher einen halbwegs äquivalenten Gegenwert hat; ich denke da an richtige Klassiker aus bekanntem Hause. Dafür gibt es immer Liebhaber. Jetzt begebe ich mich mal auf dünnes Eis: Wenn Du die nachträglich verlängerte (!) Greyhound 20 den kritischen Augen des Marktes aussetzt (und eben nicht Deinen eigenen), dann wird die Bewertung weniger euphorisch sein (um es mal ganz vorsichtig auszudrücken).
Ich denke, dass Du für 3 k€ ein segelfertiges Boot in der Größe bekommst, vielleicht noch mit Trailer und AB. Und Du hast Dich selbst so nett als Schreibtischtäter bezeichnet...
Gruß
Robert

Na ja Robert, betriebswirtschaftlich hast Du natürlich Recht. Nur, ein Hobby kann man nicht betriebswirtschaftlich sehen. Dann würden wir alle chartern. Ich bin auch immer für das Erhalten. Natürlich gibt es andere Boote, die vielleicht und auch nur vielleicht, nicht solche strukturelle Schäden aufweisen. Aber nun hat der TE nun mal dieses Boot gekauft oder bekommen. Das wieder loszuwerden ist ja auch ein Akt für sich. Nee, ich finde das Reparieren schon gut. Man wird dadurch ja auch nicht dümmer - und vielleicht ist das ja auch ein Hobby, ähnlich, wie man alte Traktoren oder Autos restauriert. Die Erfahrung die der TE hier sammelt, kann er später möglicherweise sehr gut brauchen und hier im Forum weitergeben.

Arbeitsanleitungen hat der TE ja hier bekommen, ich wünsche ihm viel Erfolg!



Gruß "TROUW"

Trouw

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Heimathafen: Brouwershaven

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11

Dienstag, 6. November 2018, 14:54

Zumindest solltest Du das gesamte Schiff nochmal kritisch prüfen, bevor Du viel Zeit und Geld rein steckst.


Okay, das ist natürlich Voraussetzung.

Gruß "TROUW"

12

Dienstag, 6. November 2018, 14:57

P.S.

@Squirrel: ich mochte deinen Sachverstand nicht anzweifeln, aber die Bootsbauer haben anscheinend kein Problem unter dem Mast sowas
https://www.vonderlinden.de/kat/41/Coosa-Compositplatten/
einzubauen. Das hat mit einer gemeinen Schaumplatte wenig zu tun.

Gruß Odysseus

P.S. Schaumplatte war von mir auch nicht der richtige Ausdruck

13

Dienstag, 6. November 2018, 14:59

Hallo Thomas,

1. auch die sehr stabile Holzabtrennung zur Vorschiffkoje ist raus. Sie war direkt unter dem Mastfuß angebracht (evtl. als zusätzliche Stütze zur Kraftableitung???) und führte quer durch das Boot.
Oh Backe. Du hast offenbar unter Deck Schotten entfernt?! Das könnte ins Auge gehen; denn die sind wichtig für die Tragfähigkeit des Decks. Oder ist Dein Boot so "freitragend" konstruiert? Ich habe meine Zweifel.
Die müssen jedenfalls zuerst wieder rein. Ich bin mir nicht mal sicher, ob Deck und Kajütdach jetzt überhaupt noch begehbar sind, schon gar nicht in diesem Zustand.
Sind die Teile noch zu gebrauchen? Wenigstens als Schablone für Neuanfertigungen? Die müssen gut passen und kaum ein Rumpf ist wirklich symmetrisch. Die Schotten werden keinesfalls stumpf angeklebt, sondern über ein Winkellaminat. Zwischen Stirnseite und Deck wird stattdessen ein Schaumstoffstreifen geklebt.
Nachdem die Schotten wieder drin und das ganze einigermaßen tragfähig ist, kannst Du Dich dem Mastfuß zuwenden.

2. Der nasse Holzkern ist von unten sichtbar, weil das untere Laminat abgerissen ist. Wie ist das passiert - beim Heraustrennen der Schotten?
Jedenfalls: Das Neulaminieren des Mastfußes sollte unbedingt auf einer noch intakten GfK-Schicht erfolgen. Ein totales Loch bekommst Du als Heimwerker nicht tragfähig wieder zu, das sollte dann ein Profi machen.

Da die untere kaputt ist, könnte man auf die Idee kommen, sie weiter von innen aufzumachen und das gammelige Sperrholz darin nach unten zu entfernen. Die oberste (sehr dünne!) GfK-Schicht bliebe dann erhalten.
Das hätte den enormen Nachteil, über Kopf arbeiten zu müssen.


3. Du könntest stattdessen zunächst das untere Decklaminat wiederherstellen (ist möglicherweise in Verbindung mit dem Wiedereinbau der Schotten sowieso vonnöten), wobei zugegebenermaßen keine Anhaftung am nassen Holzkern erreicht werden würde - soll aber auch nicht, denn der Holzkern soll nur einen besseren Formschluss ermöglichen. Sobald hinreichend gehärtert, von oben öffnen, den nassen Holzkern raus und von oben wie im oben verlinkten Video neu auflaminieren. Du solltest durch Probebohrungen (die durchaus auch unten) den nassen und auszutauschenden Bereich soweit als möglich eingrenzen. Mit etwas Glück gelingt es Dir zudem, das obere Laminat auszusägen und intakt quasi als ganzen Deckel abzunehmen. Den kannst Du hinterher wieder einkleben; das erhält die Decksoptik.


Für den Ungeübten nicht ganz ohne das alles, aber mit Sorgfalt machbar. Prüfe mal, ob Fa. Von der Linden vielleicht sogar Seminare veranstalten, das könnte helfen.

Am schwierigsten ist 1) - der Wiedereinbau der Schotten (wenn es denn welche waren). Und wenn Du tatsächlich tragende Schotten entfernt hast, kommt 1) in jedem Fall vor 3)!

Gruß + viel Erfolg
Andreas

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Dienstag, 6. November 2018, 15:28

Nur, ein Hobby kann man nicht betriebswirtschaftlich seh
Ja, ein Hobby wirft keine Rendite in dem Sinne ab. Meine Frage wäre aber eher:"Wie kann ich aus meinen Möglichkeiten (Zeit, handwerkliche Erfahrungen, Geld etc.) den größten Nutzen für mich herausholen?" Die Frage ist nur individuell zu beantworten. Ich meine ja, dass jeder Mensch einen Sinn oder ein Ziel in seiner Arbeit sehen will. Wenn der Themenstarter in erster Linie segeln möchte ist er hier auf dem falschen Weg.
, ich finde das Reparieren schon gut
Sehe ich auch so, schon wegen des Umweltschutzes. Da ist es sinnvoll, vorhandene Gegenstände möglichst lange zu benutzen.
Allein, der Kauf eines neuen Bootes steht hier als Alternative gar nicht im Raum. Es geht m. M. nach darum, aus dem riesigen Angebot an kleinen, alten Booten die Perlen herauszusuchen und die nicht lohnenden Exemplare zu entsorgen. Was nun lohnend ist kann man natürlich nur individuell bewerten.

zooom

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15

Dienstag, 6. November 2018, 15:37

Kleiner Nachtrag von mir:
Solche Reparaturen macht man besser mit Epoxi, wenn es wirklich halten soll, da gehört dann doch etwas Erfahrung dazu, zumal, wie ich grad von @seezwerg lll: gehört habe, die schnellen Härter nicht mehr frei verkauft werden.
Ich habe die Befürchtung, das wird ein etwas schwieriges Unterfangen, wenn Du dergleichen noch nie gemacht hast.
Gruß Thomas



Passionierter Segelsommerverbastler

16

Dienstag, 6. November 2018, 15:38

Nun hat er aber schon sein Traumschiff, was macht er damit?

Gruß Odysseus

Squirrel

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17

Dienstag, 6. November 2018, 15:58

P.S. Schaumplatte war von mir auch nicht der richtige Ausdruck


Das Filmchen konnte ich heute Mittag wegen einem seeehr lahmen Netz nicht sehen. Wenn Du gleich von einer Kompositplatte geschrieben hättest, hätte ich mich möglicherweise zurückhaltender geäußert - aber auch da muss man natürlich erst mal sehen, was das Zeugs wirklich kann. So bin ich von Divinycellschaum ausgegangen, und das wäre sicher keine gute Idee.
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18

Dienstag, 6. November 2018, 15:59

Hallo zusammen,
ich danke euch ganz herzlich. Denen mit handfesten Ratschlägen wie auch denen mit Bedenken;-) beides ist sehr hilfreich.
zum Vorschiff-Schott. Das Ding steht bei mir im Keller, ist nicht mehr wie neu, macht aber einen sehr guten Eindruck. Auf beiden Seiten waren Schränke angeschraubt. Das Schott selbst war weder einlaminiert noch mit Wand der Decke verbolzt oder verschraubt.lediglich direkt unter dem Mastfuß (auf Deck) war unter Deck noch ein kleines Querholz, eingebracht, das auf das Schottholz geschraubt war. Mit etwas Druck an den Ecken konnte ich das gesamte Gestell problemlos wegnehmen.
Wie die beiden Risse ins Laminat gekommen sind, kann ich nicht mehr sagen. Ich meine mich erinnern zu können, dass sie mir beim Entfernen des Dachhimmels erstmals aufgefallen sind... Sie befinden sich auch nicht im Bereich, wo das Schott verlief.
Wobei ich ziemlich optimistisch bin, dass ich das Schott ziemlich wieder einsetzen kann. Ich werde es auf jeden Fall probieren. Ein Bild davon habe ich hier https://photos.app.goo.gl/cWSDHWGmmBafoySBA eingestellt, genauso wie von der Mastfußkonstruktion. Die Holzplatte war direkt aufs obere Deck geklebt und mit vier Schrauben in das Laminat eingeschraubt. Deshalb finde ich die Idee von zooom mit dem Verschweißen des Fußes mit VA Lochblech und dann Einlaminieren recht geschickt.
Die nächsten Schritte:
1. Schott wieder einbauen, damit - um mit Majestix zu sprechen - uns nicht der Himmel, pardon, das Deck auf den Kopf fällt.
2. Die Risse unten prophylaktisch schließen
3. Mastfußplatte (ob Holz oder VA) einlaminieren.
4.Probebohrungen
5. oben aufschneiden
6. Rott raus, neues Inlay
7. Deckel zu,
Klingt einfach, ist es wahrscheinlich aber nicht.
Noch ein Wort zur Sinnhaftigkeit des gesamten Projekts: Diese Frage hat mir die beste aller Ehefrauen schon beim Kauf gestellt. Ich habe bis heute keine richtige Antwort darauf gefunden. Vielleicht finde ich sie, wenn ich irgendwann in möglicherweise ferner Zukunft mit ihr zusammen bei Sonnenuntergang an Deck sitze und wir einen schönen Rotwein zusammen trinken. Ich hoffe jedenfalls, dass das irgendwann der Fall sein wird. Und ja, Odysseus, jetzt hab ich schon mein Traumschiff, soll ich es mir nur in den Garten stellen :O
Aber nochmal herzlichen Dank für eure Überlegungen und Vorschläge.
Gruß
Thomas

zooom

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19

Dienstag, 6. November 2018, 16:15

Hallo Namensvetter,
wer bei so was seine Ehefrau fragt, bekommt mit Sicherheit nicht die Antwort, die er sich wünscht. Da kommen dann so abstruse Einwände, daß die Dusche schon längst gemacht sein sollte, die Fensterläden seit vorletztem Jahr gestrichen, die Fußbodenleiste schon seit 5 Jahren locker ist, im kommenden Sommer doch Urlaub mit Tante Erna ausgemacht war und all so ein Zeug, nur nix zum Schiff!

Wenn ein Mann sagt, er macht etwas, dann tut er das, da braucht man ihn nicht alle 3 Monate dran zu erinnern...
Gruß Thomas



Passionierter Segelsommerverbastler

20

Dienstag, 6. November 2018, 16:19

:lachtot:
genauso ist es!

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