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Pando

Smutje

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1

Freitag, 11. Januar 2019, 12:08

Rigg beim Schwertzugvogel mit Diamonds

Hallo zusammen,

ich versuche gerade mein Rigg zu verstehen.

Ich dachte es gibt beim SZV nur zwei verschiedene Riggs:
1. Vorstag + Wanten
2. Vorstag + Wanten + Unterwanten (heutiges aktuelles Rigg)

Nun, mein SZV sollte gemäß Baujahr 1968 eigentlich das alte Rigg aufweisen.

Was mir beim Kauf des Bootes aber entgangen ist, ist die Tatsache, dass der Alu-Mast mit Diamonds ausgestattet ist.
Mich irritiert allerdings, dass die Diamonds keine eigenen Salinge haben. Der Mast selbst hat aber - so wie ich es sehe - Beschläge zum montieren von Diamond-Salingen.
Die Diamond-Drähte sind einfachin den Want-Salingen - mittig - eingehängt. Dies führt dazu, dass der Mast durch die Diamonddrähte eine Biegung nach achtern erfährt.

Habe ich ein falsches Rigg? Wer weiß etwas?

Die Wanten haben einen Durchmesser von 4 mm (1x19 Draht). Ist der Durchmesser korrekt?
»Pando« hat folgende Dateien angehängt:
  • IMG_4069.JPG (603,4 kB - 19 mal heruntergeladen - zuletzt: 23. April 2019, 21:44)
  • IMG_4070.JPG (793,05 kB - 19 mal heruntergeladen - zuletzt: 18. Januar 2019, 14:45)

Marinero

Salzbuckel

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2

Freitag, 11. Januar 2019, 12:56

Mich irritiert allerdings, dass die Diamonds keine eigenen Salinge haben. Der Mast selbst hat aber - so wie ich es sehe - Beschläge zum montieren von Diamond-Salingen

Die sind wohl verschütt gegangen? :dntknw:

Ich würde sonst einfach mal die Klassenvereinigung kontaktieren: http://www.schwertzugvogel.org/

x-molich

Seebär

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3

Freitag, 11. Januar 2019, 13:25

Hi,
mit Schwertzugvogel kenne ich mich nicht aus, mich hat die Frage aber interessiert. Helfen Dir die Bilder in diesem PDF?
Grüße
Sascha
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

Pando

Smutje

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4

Freitag, 11. Januar 2019, 13:57

Danke!

Hm,
also es gibt tatsächlich Diamonds am SZV. Auch in Kombination mit Unterwanten.
Die liegen aber ein gutes Stück höher als meine.

Die Frage, die sich mir stellt: brauche ich Salings für meine Diamonds?
Der Voreigner kannte sich leider gar nicht aus....

5

Freitag, 11. Januar 2019, 15:05

Also diese Führung der Diamonds habe ich beim SZV noch nie gesehen. Es gab ja Kombi-Zugvögel mit herausnehmbarem Kiel, die dann auch als Schwertzugvögel gefahren werden konnten. Der Mast der Kieler hatte meines Wissens nach Diamonds. Vielleicht liegt da die Lösung?
Ob ich "in" bin oder "reich" war mir früher völlig gleich. Wie gesagt - das war einmal,
heute ist es mir egal. (nach Frantz Wittkamp)


horstj

Lotse

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6

Freitag, 11. Januar 2019, 15:41

Hallole,
es gab beim SZV Diamond Riggs. Die Diamonds waren in unterschiedlichen Höhen angebracht. Manches war vlt. auch Eigenkonstruktion, nicht vom Mastbauer. Allerdings natürlich immer mit Salingen/Spreizen. Auch hier scheint doch ein Beschlag für entsprechende Rohre am Mast angebracht?!
Draht ist in 3 oder 4mm möglich. Bei 4mm muss man schon etwas auf die sehr starke Grundspannung achten. Auch Kombination aus 4mm Vorstag und 3mm Oberwant gibt es.
Bootslog und Refitblog Jeanneau Microsail https://microsail.wordpress.com/

ruben7587

Salzbuckel

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7

Samstag, 12. Januar 2019, 04:35

Moin Dirk,

Dein Rigg braucht tatsächlich Daimonds , sonst läufst Du Gefahr , den Mast im oberen Bereich zu kappen .

Ich habe auch einen SZV mit einem Daimond - Rigg . Leider sind die Ausführungen der Daimonds nicht alle gleich .

Die Daimonds sollen die Mastbiegung nach achtern und ( je nach Winkel und Spreizung ) seitlich beschränken .
Wenn die Drähte in die normalen Salinge eingehängt sind , dann haben sie keine Wirkung .
Du brauchst Salinge ( Daimonds ) , die Du in den Beschlag stecken kannst . Muß die Tage mal messen wie lang meine sind aber
viel ist das nicht . Glaube so um die 15 - 20 cm .

Im Net findest Du eine Menge Ratschläge zum Masttrimm . Auch bei der Zugvogel Klassenvereinigung .
Bei allen Trimmvorschlägen kommt der Punkt , da wird beim Mast - bezüglich der Mastbiegung - ( nicht zu verwechseln mit Mastfall !!)
davon gesprochen / geschrieben , dass der Mast eine schöne Biegung - wie eine Banane - haben soll .

An der Stelle kommen die Daimonds ins Spiel . Die Masten sind im oberen Bereich sehr dünn und mit der Kraft der Trimmeinrichtungen
kannst Du den Mast sehr schnell abknicken .
Trimm den Mast wie vorgegeben . Dann wirst Du sehen , dass bis zum oberen Anschlag der Wanten eine Biegung verläuft .
Ab dem oberen Wantenbeschlag hört die Biegung auf .
Mit Deinen Trimmeinrichtungen ( Großschot , Cunningham , Großbaumniederholer usw ) kannst Du dem Mast zusätzlich im oberen Bereich
eine Biegung geben . Segelst Du z. B. bei Starkwind , dann mußt Du den Baumniederholer richtig doll durchsetzen .
Damit biegt sich der Mast im oberen Bereich nach achtern und das Segel " twistet auf " . Heißt , dass sich das Segel nach Lee öffnet ,
weil das Achterliek in dem Bereich verwindet .
Du kannst es nicht verhindern bei Starkwind zu segeln , denn einmal erwischt es jeden und Spaß macht es außerdem .
In der Situation läuft man Gefahr , mit den Trimmeinrichtungen zu viel Kraft auf den oberen Mastbereich zu bringen .

Ist beim SZV etwas Arbeit aber Du mußt die Daimonds so stramm anziehen , dass sich die Biegekurve nicht endlos fortsetzen kann .
Die Unterwanten müssen dabei auch eingestellt werden , denn die begrenzen die Mastbiegung nach vorne .
Heißt : Mast stellen und trimmen . Mast runter und die Wanten der Daimons so einstellen , dass sich die Biegekurve gleichmäßig
fortsetzt , wenn der Mast mit den Unterwanten und dem laufenden Gut getrimmt wird . Die Nummer so lange , bis alles paßt .
In " Ruhestellung " und beim normalen Segeln bei 2 - 3 Windstärken , soll der Mast gerade sein , auch im oberen Bereich .
Die Biegung kommt ja erst mit zunehmendem Wind in den Mast .
Wenn Du Dir Markierungen ( Tape ) an die Drähte setzt , dann findest Du die Einstellung immer wieder .
Nimmst Du den Mast runter ( z.B. beim Transport ) , dann wird an den Daimonds nichts verändert . Die bleiben da , wo sie sind .
Nur die Wanten , die Unterwanten und das Vorstag , werden abgeschlagen .

Ich bekomme kein Geld aber Gert Eiermann in Duisburg ist immer noch der oberste Guruhhhh , wenn es um Zugvögel geht .
Was der nicht weiß , das gibt es auch nicht . Der kennt mit Sicherheit Deinen Beschlag und kann Dir weiter helfen .
Ohne Rücksprache mit dem würde ich so nicht segeln . Das könnte teuer werden .

Pando

Smutje

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8

Samstag, 12. Januar 2019, 22:57

Wow,
das nenn ich mal ne kompetente Antwort.
Herzlichen Dank!

Unterwanten habe ich aber leider keine.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann gehe ich mal so vor:

1. Diamond-Salinge einbauen und Diamonds mäßig spannen (soll ja noch gerade bleiben)
2. Mast stellen. Wanten nicht so stark vorspannen, dass Biegung reinkommt. Die Biegung kommt erst bei ordentlich Wind. Richtig?
3. Den korrekten Mastfall beachte ich natürlich vorher.
4. Segeln, und dabei das Rigg beobachten.
5. Bei gutem Wind (so ab 3-4 Windstärken) darf jetzt ne achterliche Banane entstehen.
6. Obere Mastbiegung beim Trimmen gut beobachten und eventuell später Diamonds nachjustieren.

Ich habe 4mm Wanten. Die würde ich aufgrund ihres Alters aber gegen Neue 4mm-Wanten ersetzen.
Würdet ihr mir die Spannungsmessung mittels Zollstockmethode (z.B. 15% Dehnung) empfehlen? --> Sperrholzboot!
Oder spannt man bei Jollen die Wanten einfach so lange nach bis auf Lee - bei rund 20 Grad Krängung - keine Loose
mehr kommt?

Dirk

P.S.:
Jetzt weiß ich auch, warum man die Segeltechnik nur mit eigenem Boot erlernen kann.....

9

Sonntag, 13. Januar 2019, 00:02

Spannung bekommt das Rigg, wenn die Fock gesetzt wird. Das Vorliek der Fock ist der Gegenspieler zu den (etwas achtern stehenden) Wanten. Gerade den Holzrumpf kannst Du nicht dauerhaft mit hoher Wantenspannung maltraetieren.
Das Leben ist die Fülle, nicht die Zeit

ruben7587

Salzbuckel

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10

Sonntag, 13. Januar 2019, 04:26

Ich schreibe Dir eine PN , denn das wird länger .

Pando

Smutje

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11

Freitag, 18. Januar 2019, 12:15

Neues von den Diamonds

So.

Gerd Eiermann - als Schwertzugvogel-Spezialist - kontaktiert.
Er meint, dass die alten Alumasten sehr weich waren und Diamonds benötigten.
Die bei mir fehlenden Spreizen (Rundrohr mit 12 mm Durchmesser) gibt es aber leider nicht mehr.


Ich bin jetzt am überlegen, ob ich einfach ein Standard-Baumarkt-Alu-Rohr nehme und es entsprechend zurichte...?

Übrigens habe ich auf der Homepage der Ostsee Segler Gemeinschaft ein Rigg gefunden das vermutlich
ähnlich meinem sein müsste:

https://osgev.de/boote/schwertzugvogel/


Hier sieht man sehr gut die Diamonds (bugseitig) mit den Spreizen.
Zusätzlich hat das Boot des OSGEV noch Diamonds Richtung Achtern; aber ohne Spreizen. Hier sind die Drähte
mittig in den Salingen eingehängt. Die Haken an den Salingen habe ich ja auch.....

Welchen Sinn die achteren Diamonds haben, verstehe ich jetzt aber nicht so ganz.
Ich dachte eigentlich, dass der Druck aus den Wanten - über die Salinge - ausreichend Kraft
nach vorne ausüben. ???
Sollen sie den Mast seitlich (Bachbordseitig / Steuerbordseitig) aussteifen?

Untere Anschlagpunkte für zwei paar Diamonds wären ja an meinem Mast vorhanden.
Obere Anschlagpunkte habe ich jedoch nur für ein Paar Diamonds.
Siehe Fotos!

Ich bin jetzt irgendwie nicht wirklich weiter....

Dirk
(Nein, nicht die Leine nach achtern)
»Pando« hat folgende Dateien angehängt:
  • Diamonds unten.png (820,93 kB - 2 mal heruntergeladen - zuletzt: 18. Januar 2019, 12:16)
  • Diamonds oben.jpg (183,77 kB - 2 mal heruntergeladen - zuletzt: 18. Januar 2019, 12:16)

12

Freitag, 18. Januar 2019, 13:45

Hallo Dirk,

was Eiermann spricht, bestätigt meinen Verdacht und ist gleichzeitig die Antwort auf Deine Frage. Mit den vorderen Diamonds alleine könntest Du dem Mast zu einem unvorteilhaften bis ungesunden S-Profil verhelfen. Das würde sich u.U auch erst bei zunehmendem Wind zeigen. Bei solchen dünnen oder von mir aus weichen Masten ist es wichtig, anfangs das Profil bei verschiedenen Windstärken und Kursen zu beobachten. Täte man das nicht, könnte man mit einem Mast der sich erst nach Lee, dann nach Luv wölbt und schließlich noch was anderes vollführt das Material vorzeitig ermüden.
Die Diamonds würde ich auch so bauen. Vielleicht noch ein Paar Stuhlbeinkappen in 12 mm über die Enden für die professionelle Optik. Wenns wider Erwarten nicht hält, sieht man weiter.

Auf Deinen Fotos seht man keinen Anschlagpunkt, der sich auf Anhieb anbietet. Das könnte daran liegen, dass sie u.U. ganz am Top angeschlagen wurden, dass viellleicht ursprünglich andere Drähte benutzt wurden, die sich den oberen Anschlagpunkt teilen oder noch etwas anderes. Schlimmstenfalls teilen sich die neuen Diamonds ab jetzt mit den Alten einen Anschlagpunkt und Du setzt zu dem Zweck einen Schäkel dazwischen. Wenn das dann nciht zum Spannen reicht, müsste man den Beschlag etwas aufbiegen und einen längeren Bolzen nehmen. Nicht wirklich schick, aber was will man sonst tun?

Chris

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