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1

Sonntag, 2. Oktober 2016, 02:56

Segel als Autopilot

Nur mal so ne interessante Frage,
habt ihr folgendes Gerät mal hier im Forum diskutiert:
http://www.steersman.net/Sailing_today_article.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=A3IRecpbW_k
Bin ich gerade drüber gestolpert...
Die Forumssuche hat für "Steersman" nichts ausgespuckt

Sieht aus als würde da einer seine Fock als Windfahnensteuerung nutzen

Meint ihr das taugt etwas als alternative zu anderen Windfahnensteuerungen, die doch recht viel platz am Heck einnehmen?

Warns

Salzbuckel

Beiträge: 2 632

Wohnort: Schwälbchen

Schiffsname: Schwälbchen

Bootstyp: Sirius DS 31

Heimathafen: Düsseldorf

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2

Sonntag, 2. Oktober 2016, 09:11

Ohne dem Erfinder Unrecht tun zu wollen:

das Gerät ist seit 2011 auf dem englischen Markt, und der deutsche Markt hat diese bahnbrechende Erfindung noch nicht aufgenommen?
Deutsche Segelzeitschriften haben dieses Gerät auch 5 Jahre nach Markteinführung noch nicht getestet. Gibt es aussagefähige Tests in der englischen Presse?
Das Gerät kostet schlanke 3000 €. Da sind wir ja bereits nahe am Preis für bewährte Windsteueranlagen, die zudem auch nicht das Cockpit zubauen.

Fragen über Fragen.
Gruß
Wolfgang

www.sy-schwaelbchen.de

_andi_

Kapitän

Beiträge: 635

Bootstyp: IW-31

Heimathafen: Ostsee

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3

Sonntag, 2. Oktober 2016, 09:41

Ich fühle mit dem Erfinderkollegen, es ist gruselig sich aus Angst vor "Urherberrechtsdiebstahl" im eigenen Erfindertürmchen zu verschanzen. So zumindest meine Interpretation des verlinkten Artikels und seiner "Tipps".

Die Idee selbst ist alt, gerüchteweise hat der Slocum solche Tricks schon benutzt. Moxie beschreibt ein paar davon: https://www.blueanarchy.org/selfsteering/

Falls wer das Ding kauft würde ich gerne mal mitsegeln.

An Board würde mir das Ding allerdings nicht kommen. Meine Winschen nutze ich auch zum Anker bergen, Festmachen am Dock, ... da kann ich kein Drehgelenk brauchen, insbesondere wenn das nur ca. 175kg ab kann(?).

Und ich hab schon eine Windfahne....

4

Sonntag, 2. Oktober 2016, 10:22

Schon Rollo Gebhard hat in seinem Buch "Ein Mann und sein Boot" seine Selbssteueranlage mit einer Steuerleine, 3 Blöcken und Gummiband beschrieben. Der je nach Windeinfallwinkel unterschiedliche Druck im Vorsegel bedient die Pinne. Unter Passatsegeln hatte er dann eine ähnliche Konstruktion.

Beiträge: 1 316

Schiffsname: Om

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5

Sonntag, 2. Oktober 2016, 10:29

Das Gerät kostet schlanke 3000 €. Da sind wir ja bereits nahe am Preis für bewährte Windsteueranlagen, die zudem auch nicht das Cockpit zubauen



Moin,

zumal man eine gebrauchte Windpilot Anlage schon für die Hälfte bekommt und sicher sein kann, dass die auch unter widrigen Bedingungen funktioniert.

LG Jürgen

6

Sonntag, 2. Oktober 2016, 11:40

Sowas ähnliches ging ohne die Stellage im Folke oder I-Folke: Unter Genua das Groß etwas zu weit aufgefiert und das Boot lief von halbem Wind bis Am Wind stur geradeaus. Überluvte es etwas, verlor es den Druck im Groß und fiel ab. Fiel es mal zu viel ab, wuchs der Druck im Groß so, dass er wieder anluvte.

Das Problem bestand aber nicht nur darin, dass man das Groß immmer einen Schrick zu lose fährt sondern auch darin, dass der Kurs erst korrigiert wird, wenn ein Segel schon schlecht steht. Abweichungen überhalb eines Punktes hat die Technik nicht mehr korrigieren können. Ohne Eingreifen wäre das Boot sogar über Stag gegangen. Deswegen habe ich das nur genutzt, um an Deck mal eben was zu machen, wenn ich ohnehin alles im Blick hatte.

Sofern Dein Boot vielleicht sehr wenig luvgierig ist und mit geringen Ruderkräften oder zumindest einem geringen Ruderausschlag gut zu fahren ist, könnte eine Windfahne, für die J. Wharrram Baupläne anbietet, vielleicht das richige sein. Die Fahne selbst neigt sich bei Kursabweichungen, wie eine Hasler- oder Navik-Windfahne, hat aber kein Pendelruder, das die Kraft für die Pinne des Bootes erzeugt, sondern greift direkt an die Pinne an. Rory Mac Douglas nutzt so eine und auf ein paar der Videos von ihm ist die Wirkungsweise ganz gut zu beobachten. Die Konstruktion ist so unbeschreiblich simpel, dass die Baupläne wahrscheinlich nicht nötig sein werden. Die Dimensionen der Steuerleinenscheibe und der Windfahne könntest du ganz auf Dein Boot abstimmen. Je nach verwendetem Material und Bezugsquelle wird man mit 50 bis 300 € ganz locker hinkommen.
Die Halterung für die Windfahne wird auf Deinen Heckorb passen oder auf eine kleine Frittentheke*. Wenn man mit ner Windsteueranlage von 6.30 auf 7.10 kommt, ist das schon bitter ... Ein anderer Vorteil ist, dass man bei Achterausfahrt auf nichts achten muss.

Aus eigener früherer Erfahrung finde ich sonst den alten, heute nicht mehr vertriebenen Windpilot ganz gut. Er braucht halt einen bestimmten scheinbaren Wind und ist dadurch von Halbwind an bis Hoch Am Wind voll in seinem Element. Man kann ihn auch leicht so einstellen, dass er in Böen etwas Höhe schindet. Raumschots, wenn man schon leicht gerefft hat, fährt er auch sehr gefühlvoll. Bei Achterausfahrt stört er nicht, weil man ihn entkoppelt und alles um 360° frei drehen kann.

Chris


* = Heckspoiler für Segelboote, auch Instrumententräger

7

Sonntag, 2. Oktober 2016, 13:01

Eine sehr gute Informationsquelle für Selbststeuerung unter Segeln ist das Buch 'Self-steering for Sailing Craft' von John S. Letcher, ISBN: 0-87742-042-4. Leider nur noch antiquarisch erhältlich und auf englisch.Es beschreibt alle Selbststeuerungssysteme, besonders auch das sog. 'sheet-to-tiller'-System (Schot-auf-Pinne) und auch die Physik dahinter.
Was es m.M. nach nicht braucht, ist eine Hardware wie eingangs vorgestellt. Da schließe ich mich den Vorrednern an, entweder mit Blöcken u. Leinen zu arbeiten oder eine Windpilot o.ä. zu installieren. Was natürlich auch eine Frage des Budgets ist.

Vielleicht etwas OT, aber: Wer hat Erfahrungen mit der Anlage von Joern Heinrich (WindGear) zu vermelden?

8

Sonntag, 2. Oktober 2016, 13:05

What the hell 3000€? Dafür kriegt man ja ne Pendelruderanlage und ein Radar...Das ist tatsächlich ein bisschen viel für so ein bisschen zusammengeschraubtes metall und standartteile...also für 300€ hätte man darüber nachdenken können.

Aber das konzept finde ich interessant... obwohl ich ja auch glaube, dass das ganze entscheidende schwächen hat...Zum beispiel, dass sich der Kurs wesentlich ändert, wenn der Wind auffrischt.

außerdem Frage ich mich wie stabil so eine Regelung überhaupt ist, oder ob man den sowiso jede 10 min nachjustieren muss.


Sofern Dein Boot vielleicht sehr wenig luvgierig ist und mit geringen Ruderkräften oder zumindest einem geringen Ruderausschlag gut zu fahren ist, könnte eine Windfahne, für die J. Wharrram Baupläne anbietet, vielleicht das richige sein

Ist das so eine mit direkter kopplung Windfahne- Ruder... ohne Verstärkung? Ist ja aus seiner Website nicht ganz erkennbar. Aber ab 5bft ist mein boot schon ziemlich Lufgierig.

Habe mich auch schon mit den Plänen von Jörn Heinrich beschäftigt, habe aber keine Ahnung wie ich den Autopiloten am Heck unterbringen soll, so dass ich noch meinen außenborder nutzen kann. Und so ein Konzept ohne Gebastel am Heck fand ich recht spannend.

9

Sonntag, 2. Oktober 2016, 13:15

Ist das so eine mit direkter kopplung Windfahne- Ruder... ohne Verstärkung? Ist ja aus seiner Website nicht ganz erkennbar. Aber ab 5bft ist mein boot schon ziemlich Lufgierig.

Ja, ist es.
Meine Erfahrung zu Luvgierigkeit bei mehr/viel Wind: Reffen.

10

Sonntag, 2. Oktober 2016, 14:40

ohne Verstärkung?

zumindest ohne Verstärkung durch vorbeiströmendes Wasser. Die verfügbare Kraft wird umso größer, das Ansprechverhalten umso direkter, umso größer die Fläche der Windfahne ist und umso kleiner der Hebel in Form der Steuerleinen- Scheibe ist. Aus den Erfahrungen mit dem damaligen Windpilot werde ich wieder eine in ihrer Größe variable Windfahne bauen und der Variabilität zuliebe eine 3stufige Steuerleinenscheibe.

Meine Erfahrung zu Luvgierigkeit bei mehr/viel Wind: Reffen.

Bei den allermeisten Segelbooten kommt auf den entsprechenden Kursen eine kalkulierte Kraft auf ein mäßig oder garnicht vorbalanciertes Ruder, damit das Boot mit Loslassen der Pinne in den Wind steuert und nicht etwa anfängt Patenthalsen einzuleiten. Die Ruderfläche ist ein Bestandteil der Lateralfläche und Druck auf dem Ruder kein Betriebsunfall. Man sieht das daran, dass die Pinne dann weitgehend mittschiffs steht, aber eben Druck hat.
Einige Boote, oft ältere, wie auch die BM, haben ein dermaßen unvorbalanciertes Ruder, dass man ab 3 Windstärken immer ordentlich zerren muss. Sicher könnte man bei 3 Bft mit 3fach gerefftem Groß und Genua ohne Ruderdruck fahren, aber das ist nicht wirklich nötig. An meinem Plattboden hing mal meine damalige Freundin an der frei schwingenden Pinne ... bekam das Teil nicht gehalten, obwohl ich nur den Klüver reingeholt hatte. Es war segeltechnisch alles in bester Ordung, aber der Druck von rund 50 m² Großsegel auf das rund 1 Meter breite Ruderblatt hat sich bei 6 Bft. in Form von einem gewissen Pinnendruck bemerkbar gemacht.
Für solche und alle ähnlichen Boote jedenfalls ist die genannte Selbststeuereinrichtung unbrauchbar.

11

Mittwoch, 14. Februar 2018, 13:16

Auch wenn dieser Thread schon etwas älter ist:
Für Interessierte der Windfahnen- / Sheet-to-tiller- / u.a. -Selbststeuerung gibt es das (schon früher von mir empfohlene) Buch "Self-Steering for Sailing Craft
by John S Letcher jr " auch als pdf. Klick

zooom

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12

Mittwoch, 14. Februar 2018, 17:22

Es gibt auch sehr simple Methoden (hatten wir da nicht grad was im HR34 Thread?
https://www.youtube.com/watch?v=_3lZOIwSI5U
Gruß Thomas

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Mittwoch, 14. Februar 2018, 17:26

und wo muss ich da die Knöbbelchen drücken? ?( :D

zooom

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Mittwoch, 14. Februar 2018, 17:34

Männer! :O
Gruß Thomas

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15

Mittwoch, 14. Februar 2018, 17:40

So ein ähnliches Verfahren, bei dem die Pinnenstellung über die Segel gesteuert wird, beschreibt Rollo Gebhard in "Ein Mann und sein Boot". Habe ich damals -- als die Welt noch schwarzweiß war -- von meiner Großtante bekommen.

Gruß Ralf

zooom

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16

Mittwoch, 14. Februar 2018, 17:48

So etwa? Da scheint die Großschot mitzusteuern.
https://www.youtube.com/watch?v=A4t_ZPAmQ8s
Gruß Thomas

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17

Mittwoch, 14. Februar 2018, 18:00

So etwa? Da scheint die Großschot mitzusteuern.
https://www.youtube.com/watch?v=A4t_ZPAmQ8s

Ja, so etwa.
Auf Am-Wind- bis Halbwind-Kursen funktioniert die Kraftabnahme an der Großschot besser, auf raumeren Kursen bis Vor-Wind die Fockschot.

Eigentlich wollte ich nur auf die freie pdf-Version des Buches hinweisen, freue mich aber über eine weitere Diskussion zu dem Thema. Ist aber wohl nichts für die Knöpfchendrücker-Fraktion...

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18

Mittwoch, 14. Februar 2018, 19:14

Ich hab die Methode von Rollo mal ausprobiert. Auf Anwind-Kurs klappt das ganz gut, man muss halt mit den Gummis rumprobieren bis es passt. Downwind eher schlecht bis unmöglich, ich hatte allerdings auch kein zweites Vorsegel zur Hand gehabt. Rollo hat das damals mit Passatbesegelung gemacht, da könnte es klappen. Aber auf der Ostsee mit Passatbesegelung ?

War trotzdem alles eine ziemliche Trimmerei bis es gepasst hat. Mit dem Windpilot brauche ich keine 2min. den einsatzbereit zu bekommen.
Liebe Grüße
Marcel

Warum gibt es nur zwölf Windstärken ? Als Herr Beaufort bei zwölf angekommen war hat er aufgehört zu zählen und angefangen zu beten...

19

Mittwoch, 14. Februar 2018, 20:20

Ich hab die Methode von Rollo mal ausprobiert. Auf Anwind-Kurs klappt das ganz gut, man muss halt mit den Gummis rumprobieren bis es passt. Downwind eher schlecht bis unmöglich, ich hatte allerdings auch kein zweites Vorsegel zur Hand gehabt. Rollo hat das damals mit Passatbesegelung gemacht, da könnte es klappen. Aber auf der Ostsee mit Passatbesegelung ?

War trotzdem alles eine ziemliche Trimmerei bis es gepasst hat. Mit dem Windpilot brauche ich keine 2min. den einsatzbereit zu bekommen.

Da kann ich nur zustimmen, es ist eine ziemliche Trimmerei. Ich hätte auch lieber eine Windpilot. Kann ich mir aber nicht leisten.
Bis dahin fuchst es mich aber schon, es auch so hinzubekommen. Außerdem - auf langen Strecken hab ich sowieso nicht viel zu tun, da kann ich auch rumprobieren.

pd03137

Smutje

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20

Mittwoch, 14. Februar 2018, 20:50

Sheet to Tiller Self Steering

Gibt hier dazu eine ausführliche Beschreibung
~~~

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