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Lerigau

Admiral

  • »Lerigau« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 20. April 2017, 23:36

Tausend und eine Fragen: Lichtmaschine für ganz doofe

Moin,

es gab mal einen Moment, da dachte ich, ich hätte es verstanden.
Ich weiss, was Gleichstrom ist, ich weiss, dass "12V Bordstrom" fast nie wirklich genau 12V sind, ich weiss, dass die Batterie Ampere vorhält und Verbraucher diese Ampere verbrauchen. Von mir aus kann man das auch in Watt ausdrücken, was aber nach meinem Verständnis bei "gleichbleibender" Spannung keine Rolle spielt (Also Leistung oder Stromstärke; Watt vs. Ampere). Ich weiss auch, dass eine (beispielsweise) 100 Ah-Batterie auch mehr als 100A abgeben kann.
Und ich weiss, dass eine Lichtmaschine die Batterie wieder laden kann. Aber: Wie lange braucht die LiMa für das Auffüllen einer wie leeren Batterie? Und was passiert mit dem "überflüssigen Strom"?
Um das greifbar zu machen, mal ein Beispiel:
Man hat eine vollgeladene Starterbatterie und startet den Motor. Dadurch wird logischerweise der Batterie Energie entnommen. Nun läuft der Motor und damit die LiMa. Diese leistet von mir aus 30A.
Was bedeutet das nun? Sind das Ah? Braucht die LiMa eine Stunde, um 30A wieder in die Batterie zu schaufeln? Und ja, ich habe verstanden: Durch den Energieverlust der Batterie sinkt die Spannung. Weil die LiMa eine höhere Spannung liefert, fliesst der Strom (die Ampere?) in die Batterie.

Ich habe noch weitere Fragen, aber erstmal die Antworten abwarten :O


VG
Holger
„kommen sie, Rory, das ist keine Raketenwissenschaft! Das ist nur Quantenphysik“ (Dr. Who)

gdb

Proviantmeister

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2

Freitag, 21. April 2017, 06:46

Ich glaub, ich probier mich mal dran :-)


Du schmeisst mit etlichen Begriffen um Dich, die so nicht zusammen passen. Drum als erstes mal ein Verortung der Begriffe.

Das Stromnetz eines Schiffes ist ein physikalisches System, das sich mit der Zeit ändert.
Das ist was, was Menschen im Allgemeinen und Physiker im Besonderen irgendwie nicht mögen und verstehen.
Aus dem Grund gibt es ein paar Hilfskonstruktionen und Tricks zum Verständnis.

Trick Nummer 1: Wir halten mal eben die Zeit an und schauen uns dann in Ruhe an, was gerade passiert. Genau genommen (um die Division durch 0 zu vermeiden, die dabei auftreten würde) schaut man sich ein ganz kleines Stück Zeit an. Mathematiker kennen das als Differentialrechnung.
In diese Betrachtungsweise gehören die von Dir genannten Grössen Ampere und Watt.
Die Lichtmaschine quetscht kleine Elektronen durch die Leitung. Das wird in Elektronen pro Zeit angegeben. Die Einheit dazu ist das Ampere.
Da die kleinen Mistdinger faul sind, muss die Lichtmaschine dafür Arbeit leisten. Der Physiker nennt dies Leistung und die Einheit (eine mögliche) dazu ist das Watt.

Trick Nummer 2: Wen interessiert schon, was das System macht. Uns interssiert nur, was am Ende übrig bleibt. (Für Mathematiker: Integralrechnung).
In diese Betrachtungsweise gehören die Begriffe Energie (kWh, Kalorien, ...) und Ladungsmenge (Ah, für Leute dies kleiner mögen auch Coulomb).

Diese beiden Betrachtungsweisen musst Du im Kopf auseinander halten, dann wird das Verständnis leichter.

Zu Deinem Anlasserbeispiel:
Der Motor startet nicht in einer Millisekunde. Es fliessen also 30A (differentielle Betrachtungsweise). Diese fliessen aber für ein paar Sekunden. Dabei wird eine Ladungsmenge von XXX Ah entnommen (integrale Betrachtungsweise).
Weil dabei auch Arbeit entlang einer Spannung verrichtet wurde, wurden dabei so und so viele kWh von elektrischer Energie in Bewegungsenergie (des Motors) umgesetzt.
Wenn Du den Anlasser per Hand gedreht hättest, hättest Du die gleiche Energiemenge (jetzt aber oft in Kalorien angegeben :-) ) verbraucht.

Wenn jetzt die Lichtmaschine läuft, liefert sie 30 Ampere. Sie muss aber nur die Ladungsmenge ersetzen, die vorher entnommen wurde. Bei vorher 30A raus und jetzt 30A rein braucht die Ladezeit genau so lange, wie vorher der Startvorgang.

Um jetzt einer Haarspalterei gleich vorzugreifen: Dieses Bild ist idealisiert. Die Batterie kann nicht den gesamten Strom wieder in Ladungsmenge umsetzen, und und und...
In Wirklichkeit dauert es etwas länger, bis die Batterie wieder auf dem alten Stand ist. Aber ob das jetzt eine oder zwei Sekunden dauert ist zum allgemeinen Verständnis erstmal egal.

lg
Gerhard

3

Freitag, 21. April 2017, 07:25

muss die Lichtmaschine dafür Arbeit leisten. Der Physiker nennt dies Leistung


kleiner Einwand: Arbeit ist nicht Leistung!
Leistung = Arbeit/Zeit

4

Freitag, 21. April 2017, 07:50

Moin,

Um das greifbar zu machen, mal ein Beispiel:
Man hat eine vollgeladene Starterbatterie und startet den Motor. Dadurch wird logischerweise der Batterie Energie entnommen. Nun läuft der Motor und damit die LiMa. Diese leistet von mir aus 30A.
Was bedeutet das nun? Sind das Ah? Braucht die LiMa eine Stunde, um 30A wieder in die Batterie zu schaufeln? Und ja, ich habe verstanden: Durch den Energieverlust der Batterie sinkt die Spannung. Weil die LiMa eine höhere Spannung liefert, fliesst der Strom (die Ampere?) in die Batterie.
Hier fehlt ein wichtiger Wert: die Kapazität der Starterbatterie. Bei einem halbwegs durchschnittlichen Diesel hat die Batterie so 80AH = 4.800 Ampereminuten.
Mit 12V multipliziert erhalten wir einen Energiegehalt von ca, 1kWh, von der aber nur ca. 50% zur Verfügung stehen - maximale Entladung der Batterie....

Die Starterbatterie ist darauf optimiert, für einen kurzen Zeitraum, z.B. 1 Minute, einen sehr hohen Strom abzugeben; z.B. 90A bei 12V = 1kW,

Der Startermotor aka Anlasser hat passend dazu eine Leistung (-saufnahme) von 1kW.
Hinzu kommt die für das Vorglühen benötigte Energie. Bei einem Startvorgang wird der Batterie mehr als 1kW * Dauer des Vorgangs entnommen.


Pro Minute Startversuch entnimmst Du also der Batterie eine "Kilowattminute".

Deine Lichtmaschine leistet 30A bei 12V = 360W.
Simplifiziert musst Du also für eine Minute Leistungsentnahme durch das Starten 3 Minuten Laden (Ladekennlinien einmal ausser Acht gelassen).
Jan - der hoffentlich keinen Schnitzer in die Betrachtung gebaut hat..... ?(

gdb

Proviantmeister

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5

Freitag, 21. April 2017, 07:58

Zitat

kleiner Einwand: Arbeit ist nicht Leistung!
Stimmt. <Rechthaberei an> Nachdem das Ganze aber im momentan-Bild gedacht ist, ist der Begriff der Arbeit hier eh sinnlos und nur umgangssprachlich zu verstehen. </Rechthaberei aus>

Aber mal weiter in der Betrachtung des Ladevorgangs:

Wir sind oben von 30A Ladestrom ausgegangen, weil die Lichtmaschine ja 30A "schafft".
Diese 30A sind ein Vergleichswert, den die Lichtmaschine unter kontrollierten Idealbedingungen schafft. (Keine Ahnung, welche das genau sind, bin kein Experte dafür). Zu diesen Bedingungen gehört mit Sicherheit auch, das die Lichtmaschine mit einer großen Spannungsdifferenz arbeitet. Schätzen wir mal 12V dafür ab.

Bei einer Batterie kann (darf) die Spannung aber nicht beliebig groß werden. Daher sorgt der Regler dafür, dass Spannung maximal 14.4V (ja, ja, andere Batterietypen usw, let's keep it simple) erreicht. Angenommen, die Batterie selber hat aber schon (noch) 13.2V nach dem Startvorgang. Diese "arbeitet" gegen die Lichtmaschine. Damit ist die Spannungsdifferenz nur noch 14.4V - 13.2V=1.2V.
Das ist nur noch 1/10 der idealen 12V. Daher fliesst auch nur noch 1/10 des Nennstroms, also 3A statt 30A.
Nehmen wir weiter an, dass diese Verhältnisse für ein paar Sekunden gleich bleiben (wieder eine üble Vereinfachung).
Dann muss der Strom von 3A für 10 Sekunden fliessen um die Ladungsmenge auszugleichen, die vorher entnommen wurde.

Zitat

Und was passiert mit dem "überflüssigen Strom"
Zum grössten Teil erblickt der Strom nie "das Licht der Welt" weil Strom bewegte Elektronen sind. Wenn die Lichtmaschine diese Elektronen aber nicht bewegen kann, weil die Power dazu nicht ausreicht, gibt's auch keine Ampere.

Nochmal, dies ist immer noch eine stark vereinfachte Darstellung, weil etliche Effekte nicht berücksichtigt sind. In der Praxis dauert es wohl so etwa 1-2 Minuten, bis die Batterie wieder voll ist. Aber ich hoffe, es macht das Grundprinzip klar.

lg
Gerhard

6

Freitag, 21. April 2017, 08:10

Vorweg , ein Akku (jeder Art) hat einen Innenwiderstand.
Dieser bewirkt das laden und entladen behindert werden.
Wenn der nicht wäre könnte der Stromfluß beim laden oder entladen unbegrenzt hoch sein.
Also laden in 1 minute und entladen in 10 sekunden zB.

Angenommen dein Akku hat zZ 12volt (also leer) und das Ladegerät/Lima liefert 14volt.
Dann hast du ein Spannungsgefälle von 2 Volt.
(Gefälle ist in diesem Zusammenhang ein gutes Wort, je mehr Gefälle desto mehr Druck bzw Stomstärke(A) )

Wenn jetzt kein Widerstand zwischen Akku und Lima wäre würde unbegrenzt Strom fließen, zumindest was die Lima liefern kann.
Die Formel wäre: I = U / R
I = Strom (Ampere)
U =Spannung (Volt)
R =Widerstand (Ohm)

Wir haben 2 Volt Spannungsgefälle zwischen Limaspannung und Akkuspannung und angenommen 0,1 Ohm innenwiderstand des Akkus.
I= 2V / 0,1 Ohm = 20 Ampere. Lima lädt also zZ mit 20 Ampere

Nun wird der Akku voller und seine Spannung steigt , sagen wir auf 12,5 volt
14V(Lima) - 12,5V(Akku) = 1,5V Spannungsgefälle
I= 1,5V / 0,1 Ohm = 15 Ampere.

Wie man sieht fällt der Strom je voller der Akku wird.
Daraus ergibt sich das man den Akku schnell auf zB. 90 % laden kann , aber die letzten 10 % länger brauchen als die 90 %
Im Grunde ist die Ladespannung zu hoch und der Akku fängt an zu gasen. Je voller desto mehr.
Deshalb regeln Ladegeräte nach gewisser Zeit oder wenn nicht mehr genug Strom fliest, die Spannung runter.
Dann fließt logischerweise noch weniger Strom (kleineres Spannungsgefälle) .
Nennt sich dann Ausgleichsladung und macht den Akku richtig voll (dauert 10-20 Stunden)

Der übliche Lima Regler kennt die Ausgleichsladung nicht, was nicht ganz problemfrei ist aber das ist ein anderes Thema

Wie man sieht ist die Ladezeit nicht einfach zu kalkulieren , da nix linear ist.
Weder die Akkuspannung noch dessen Innenwiderstand .

Der Innenwidestand des Akkus sorgt auch dafür das beim Motorstart die Akkuspannung zusammenbricht. (Spannungsabfall)
bei 12,8V und 0,1ohm Widerstand und 100Amp Anlasserstrom zB:
R*I=U also 0,1ohm *100A = 10V
12,8V (Akku) - 10V (Spannungsabfall) = 2,8V Spannung am Anlasser (ohne Kabelverluste)
Hier kann man sehen das die 0,1 Ohm nicht real sein können, eher 0,01 ohm ...

Der Innenwiderstand eines Akkus bestimmt dessen Stromaufnahme.
Doppelte Kapazität eines (baugleichen) Akkus ergeben halber Innenwiderstand , also doppelte Stromaufnahme.
Innenwiderstand bedeutet auch Energieumwandlung in Wärme.
Bei 10A und 2 Volt Spannungsabfall zB 10*2 = 20 Watt


Alle Werte sind beispielhaft und entsprechen nicht der Realität.
Auch kommen viele weitere Faktoren wie Kabelverluste, Akkutemperatur etc hinzu , auch ist der Innenwiderstand des Akkus nicht konstant .

Neptun 25

Salzbuckel

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7

Freitag, 21. April 2017, 08:17

Hi,

ich versuche es mal einfacher.

A = Ampere ist der Strom der von der Batterie durch einen Verbraucher fließt, abhängig davon, was der Verbraucher durchlässt, was er leisten muss.
Ein Anlasser lässt einen größeren Strom fließen als ein kleiner Lüfter.

Die Batterie hat neben der AH Angabe in der Regel auch eine A Angabe, die sagt aus, wie hoch man die Batterie kurzzeitig belasten kann. Das steht beispielsweise, wie bei meiner Startbatterie, 45AH 450A auf dem Klebezettel.

Anlasser, vor allem wenn sie schon etwas marode sind, ziehen sehr hohen Strom. Von meinem Diesel weiß ich es jetzt nicht aber der von meiner alten BMW (Motorrad) leistet 1PS, also etwa 750W. Dieser Anlasser nimmt, wenn er gut beisammen ist und der Motor leicht durchläuft, etwas über 60 Ampere.
(Man könnte nun ausrechnen was er an Amperestunden, AH saugt, wenn ich 5 Minuten orgle, doch 1. habe ich noch nicht gefrühstückt und 2. springen meine Motoren immer spontan an)

AH ist die Speicherkapazität, also das was die Batterie aufnimmt und zum Teil wieder abgibt. Aus einer 100AH, eine Stunde lang 1 Ampere, wirst du aber niemals diese 100 Ampere entnehmen können, ist mehr ein theoretischer Wert.
Wenn Ampere entnommen werden, kann die Batterie wie geschrieben, theoretisch, 100 Stunden 1 Ampere, 50 Stunden 2 Ampere, 10 Stunden 10 Ampere und so weiter, abgeben.

V = Volt ist die Spannung, sie ist bei den meisten PKW und Booten mit 12V angegeben und danach sollten die Verbraucher ausgewählt werden. Sonst ist es für den normalen Anwender recht unwichtig.

Eine Batterie laden sollte man mit etwa 10% des Speicherwerts, als bei 100 AH mit ca. 10 Ampere. Natürlich gehen auch 2, 4 , 6 Ampere und so weiter, dauert nur länger. Kurzzeitig funktioniert auch eine Schnelladung mit höherem Strom....die Nennspannung auf dem Ladegerät muss immer 12V betragen, auch wenn sie real höher ist.

Gilt für Bleibatterien, das ganze moderne Zeugs verhält sich anders.

Gruß
Willy
Neptun 25 KS in Gelb

Klaus13

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8

Freitag, 21. April 2017, 08:22

Moin Holger,

die beeindruckenden fachlichen Stellungnahmen meiner Vorposter hast Du sicher gelesen. Ich möchte mal ein Erklärung versuchen, die weniger theoretisch ist, dafür aber eher auf Deinem Denkansatz: "Was passiert mit dem überflüssigen Strom", basiert. Diesen überflüssigen Strom gibt es nicht. Das System zwischen LiMa und Batterie funktioniert so, dass die LiMa den Strom liefert, den die Batterie benötigt. Das steuernde Element ist dabei die Batterie, die schlicht sagt: "Gib mir mal 10 A, die fehlen mir gerade"! Du hast selbst schon bemerkt, dass eine teilentleerte Batterie eine geringere Spannung hat, als ein volle. Das "bemerkt" die LiMa auch, weil das Spannungsgefälle zwischen ihr und der Batterie größer geworden ist. Die LiMa versucht daher einen Spannungsausgleich zu schaffen und erreicht das, indem sie die 10 A nachfüllt. Sie beginnt Leistung zu liefern, die sie dem Dieselmotor entnimmt. Wenn Du die Kraft messen könntest, die man benötigt, um die LiMa zu drehen, würdest Du merken, dass die Lima "schwergängiger" dreht, der Diesel also zusätzlich Arbeit leisten muss. Er verbraucht dabei auch mehr Diesel. Irgendwo muss die Energie ja herkommen.

Zum Nachladen benötigt sie eine gewisse Zeit. Das liegt wiederum an der Batterie, die nur eine gewisse Menge Ladung in einer bestimmten Zeit aufnehmen kann. Außerdem kann der maximal fließende Strom eben nur maximal 30 A betragen, deswegen heißt es inunserem Beispiel ja "30 A LiMa". Wie schnell der Strom nun nachfließt, hängt von der Spannung der Batterie, ihrer Temperatur usw. ab. D.h. es fließt kein konstanter Strom, sondern zu Beginn der Ladephase etwas mehr und, da mit steigender Nachladung die Spannung der Batterie ansteigt, später immer weniger. Das versucht man mit Laderreglern zu optimieren. Dann geht das Nachladen etwas schneller. Wenn die Batterie voll ist, d.h. ist max. Spannung erreicht ist, sinkt die Leistung der LiMa ganz ab, d.h. es fließen weniger Ampere bzw. irgendwann gar nichts mehr. Es ergibt sich quasi ein Gelichgewicht, für das die Physik (siehe oben die Vorposter) selbst sorgt. Die LiMa dreht sich zwar weiter, aber das System innerhalb der LiMa befindet sich dann im Leerlauf. Es wird kein Strom mehr erzeugt. Die Kraft, die der Dieselmotor zum drehen der LiMa benötigt, wird geringer, du sparst wieder Treibstoff

In dieser Erklärung sind jetzt viel fachliche Dinge sehr simplifiziert worden. Die Details findest Du dann in den Post 2-7. :D

Gruß Klaus
Die Neue: MARIS

Neptun 25

Salzbuckel

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9

Freitag, 21. April 2017, 08:25

Mir fällt eben noch ein, nimm einen Fahrraddynamo und klemm das Licht ab.....er dreht trotzdem, gibt aber keinen Strom ab. Eine Spannung kann man an der Klemme dennoch messen.
Schließe die Klemme mit dem Gehäuse kurz, dann fließt, wenn man ihn antreibt, ein Kurzschlussstrom und der Dynamo tut sich sehr schwer.
Sehr simples Beispiel, ist aber bei Lichtmaschinen ebenso, je höher der entnommene Strom, desto schwerer sind sie zu drehen.

Gruß
Willy
Neptun 25 KS in Gelb

columbus488

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10

Freitag, 21. April 2017, 08:51

da fällt mir ein, dass hatt mich als Kind immer gewundert.... hab ich den Dynamo von Hand gedreht ohne eingeschaltetes Licht ging das sehr leicht und relativ gleichmäßig. Aber wenn das Licht eingeschaltet war, merkte man plötzlich Widerstand und vor allem drehte der Dynamo sich nur "quadrantenweise" man merkte ( das weiß ich heute ) die Magnetfelder, der einzelnen Permanentmagneten, beim drehen...

Hurra.... nach fast 50 Jahren hab ich dieses große Rätsel meiner Kindheit endlich gelöst 8o
...egal, was wir unseren Kindern täglich erzählen,
sie werden tun, was sie von uns sehen...

Neptun 25

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11

Freitag, 21. April 2017, 09:16

Der Beitrag passt zu deinem Avatar, vielen Dank für die Aufheiterung!

Gruß
Willy
Neptun 25 KS in Gelb

noopd

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12

Freitag, 21. April 2017, 12:04

Zitat

Lichtmaschine für ganz doofe
frei nach Bömmel.

Strom fließt, Wasser auch, ob Elektronen oder Wassertropfen, viele Ähnlichkeiten im Verhalten sind gegeben. Deshalb läßt sich vieles in der Elektrotechnik mit Wasser vergleichen und auch für Leien verständlich erklären.

Heute: Die Lichtmaschine und die Batterie.

Die Lichtmaschine ist in unserem Model eine Wasserpumpe, die Batterie ein Regenfass mit einem Auslaufhahn und dem Schlauch der Pumpe im unteren Bereich des Fasses.

Erstmal das Regenfass, es passen 100Liter hinein, die wenn ich es durch den etwas geöffneten Auslass hinaus fließen lasse, das Fass in einer Stunde leert.
Dementsprechend hat das Fass eine Kapazität von 100Liter in einer Stunde, abgekürzt 100l/h. Wenn der Wasserhahn aber nur ein wenig aufgedreht wird sind es zwar nur 10 Liter in einer Stunde,
dafür fließ das Wasser aber auch 10 Stunden bis das Fass leer ist. Was bei 10 Liter x 10 Stunden wieder auf 100L/H herauskommt.
Sollte aber das Fass aus versehen umgekippt werden (Bei der Batterie nenn man das Kurzschluss) können diese 100 Liter in einer Sekunde aus dem Fass heraus,
Rechnerisch wären das 100l/sec, Auf die Stunde hochgerechnet dann 100 x 3600 = 360.000. Dies würde Bedeuten das im Zeitpunkt des Umkippens 360.000 Liter/h fließen.
Was das für die Batterie bedeutet will ich jetzt garnicht genau berechnen, nur diese zerstört sich in kurzer Zeit von selbst und löst oft einen Brand an der Stelle des Kurzschlusses aus.

Nun warum fließt das Wasser aus dem Fass. Weil es voll ist. Und solange der Wasserspiegel oberhalb vom Ablaufhahn ist steht ein Druck auf dem Hahn, In diesem Falle sprechen wir bei
der Elektrotechnik von Spannung, ausgedrückt in Volt. Wenn also das Fass im Beispiel 12m hoch ist entspricht das den 12 V der Batterie.

Nun kommt die die Wasserpumpe / Lichtmaschine ins Spiel, sie kann nur einen Wasserdruck von 1,2 bar also 12m hoch drücken. Also wenn das Fass voll ist schafft die Pumpe es nicht mehr
Wasser in das Fass hinein zu pumpen. Ein Hauswasserwerk mit Druckregler schaltet sich dann ab, eine Lichtmaschine dreht sich zwar weiter aber schaltet sich von der Batterie ab.
Das macht unter anderem auch der Laderegler. Die Leistung einer Pumpe sinkt mit der Förderhöhe, die einer Lichtmaschine mit der schon vorhandenen Spannung der Batterie.
(Wer schon mal im Winter die Keilriemen im Auto hat Quitschen hören, wenn die Lichtmaschine volle Leistung bringen muss, weis auch das das Geräusch nach kurzer Zeit wieder aufhört,
wenn die Batterie sich etwas aufgeladen hat und weniger Leistung der Lichtmaschine entnimmt.)

Da sich ein zylndrisches Fass von einer Batterie deutlich unterscheidet hier nochmal ein Schaubild.

Ich hoffe alles verständlich erklärt zu haben. Dies sollte aber auch kein Fachlehrgang sein.

MfG

Norbert

Sollte ich noch einen wichtigen Punkt vergessen haben, bitte ich um Nachsicht.
»noopd« hat folgende Datei angehängt:
  • Bateriemodel.GIF (35,74 kB - 13 mal heruntergeladen - zuletzt: 6. Juni 2017, 19:53)
Prosecco kaltstellen ist irgendwie auch wie kochen. :wacko3:

13

Freitag, 21. April 2017, 12:21

Was gelernt und verstanden !! Danke meine Herren .

Stoppel

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14

Freitag, 21. April 2017, 12:34

geballtes Wissen hier,Top-Forum,man lernt doch nie aus :thumb:
Gruß,Frank

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15

Freitag, 21. April 2017, 17:10

Geht mir wie den Vorpostern.

Ich hätte die Fragen von TO garnicht formulieren können.

Gruß Klaus
Die Leute sind wie die Menschen!!!
Du mußt lachen, wenn es zum weinen nicht reicht.

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16

Freitag, 21. April 2017, 18:11

Strom verstehen

Hallo zusammen,
ein toller Tread, ich als Elektrolegastheniker habe einiges dazugelernt.
Supergut für mich Norberts Wasserfasserklärung und Zeichnung.
Solltest in Deinem nächsten Leben Physiklehrer werden und meinem Physiklehrer in den Allerwertesten treten. :Laie_71mini:

Viele Grüsse
Uli
Segeln ist die schönste Art und Weise, 100 Euro Scheine in der Luft zu zerreissen

17

Freitag, 21. April 2017, 18:46

Hm, aber da hätt ich denn auch mal ne Frage:
Weiter oben ist gesagt worden, wenn der Akku voll ist, ist die max Spannung erreicht (Ladeschlussspannung?) und es fliest kein Strom mehr. Damit wäre ein "Nullzustand" erreicht, die Lima dreht, liefert aber nix mehr. Mir hat jetzt mal ein Elektriker gesagt, klemme niemals die Batterie oder Kabel von der Lima ab, wenn sie läuft. Die würde dann Schaden nehmen und durchbrennen o.ä. Aber wenn nix mehr fliest, wäre das doch egal, oder was passiert dann da?
bukh1

gdb

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18

Freitag, 21. April 2017, 18:56

Wie fast alles hier in diesem Thread ist die Aussage, es würde kein Strom mehr fliessen, nicht völlig korrekt.

Die Lichtmaschine generiert gelegentlich Spannungsspitzen. Die können die Elektronik zerstören.
Wenn die Batterie angeschlossen ist, nimmt die Batterie diese Spitzen auf; Dann fliesst halt doch noch Strom.

Die Energie in diesen Spitzen reicht nicht, um die Batterie zu kochen oder nennenswert zu laden.
Daher kann man sie normalerweise bei der Betrachtung des Ladevorganges vernachlässigen.

Damit ist die Aussage "es fliesst kein Strom mehr" für das Verständnis des Ladevorganges genau genug. Komplett richtig ist sie aber nicht.

lg
Gerhard

noopd

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19

Freitag, 21. April 2017, 20:17

Frag den Bömmel, :O

Zitat

Hm, aber da hätt ich denn auch mal ne Frage:
Weiter oben ist gesagt worden, wenn der Akku voll ist, ist die max Spannung erreicht (Ladeschlussspannung?) und es fliest kein Strom mehr. Damit wäre ein "Nullzustand" erreicht, die Lima dreht, liefert aber nix mehr. Mir hat jetzt mal ein Elektriker gesagt, klemme niemals die Batterie oder Kabel von der Lima ab, wenn sie läuft. Die würde dann Schaden nehmen und durchbrennen o.ä. Aber wenn nix mehr fliest, wäre das doch egal, oder was passiert dann da?


Wenn die Batterie voll ist fließt deshalb kein Strom mehr, weil die Spannung der Batterie genauso groß ist wie die Spannung die die Lichtmaschine erzeugt. Also ist die Spannungswaage im Gleichgewicht.
Wenn die Wasserpumpe, die nur 12m hoch drücken kann ein 13m hohes Fass füllen soll wird sie zwar verzweifelt pumpen, aber es wird kein Tropfen Wasser mehr fließen.

Sollte der Schlauch aber im unteren Bereich platzten, (Wir klemmen also die Batterie ab) wird die Pumpe ungebremst die volle Leistung bringen. Der Pumpe macht das nichts, aber die Lichtmaschine wird ohne Gegendruck der Batterie sich
ziemlich schnell zerstören. Denn während der Druck in der Pumpe sinkt und die geförderte Wassermenge auf die maximale Menge steigt, ist es bei der Lichtmaschine umgekehrt. Weil kein Strom mehr fließen kann, bei abgeklemmter Batterie,
steigt die Spannung innerhalb der LIMA auf einen Wert, der erstmal die noch angeschlossenen elektronischen Geräte zerstört und auch die Isolierung innerhalb der LIMA durchschläg.(Da ist viel mit Lack isolierter Kupferdraht drin) Und dann ist die Lichtmaschine kaputt. ;(

LG

Norbert
Prosecco kaltstellen ist irgendwie auch wie kochen. :wacko3:

20

Freitag, 21. April 2017, 20:28

Ah ja, Danke
bukh1

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