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Windstärken

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  • »christian73hl« ist der Autor dieses Themas

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41

Montag, 3. Juli 2017, 20:15

Ok, mit dem Vorwärmen kann man nochmal probieren.
Das Kraftstoffsystem kann ich durch meine zuvor beschriebenen Tests 100%ig ausschließen.
Hatte nochmal nachgelesen, was ich letztes Jahr an Kompression gemessen hatte. Es waren nur 16 bar auf beiden Zylindern.
Laut damaliger Aussage meines Yanmar Spezialisten ok. Jetzt habe ich nochmal im Service Handbuch nachgesehen. Dort steht Kompression 1:23.
Bedeutet 23 bar, oder? Dann wäre es viel zu wenig!
Vielleicht sollte ich mal einen Kompressor am Luftfilter anschließen :D

Andreas29

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42

Montag, 3. Juli 2017, 20:23

Hi,

Verdichtungsverhältnis ist nach der reinen Lehre nicht gleich Endkompressionsdruck s. Wikibed.). 16bar ist m.M. an der unteren Grenze. Sollte aber am warmen Sommertagmorgen bei nicht schlappen (langsamen) Anlasser noch funktionieren.

Grüße

Andreas
Pfusch ist erst wenn man´s sieht ;)

Immer schön nach rechts blicken, von dort nähert sich die Gefahr! Lernt man schon beim Führerscheinkurs ;)

  • »christian73hl« ist der Autor dieses Themas

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43

Dienstag, 4. Juli 2017, 11:29

Hier mal die Theorie zum Kompressionsdruck:

Die Formel lautet: p2 = p1 x E hoch k

Formelzeichen:
p1 = Luftdruck zur Beginn der Kompression (also 1bar)
p2 = Luftdruck am Ende der Kompression
v1 = Luftvolumen am Beginn der Kompression
v2 = Luftvolumen am Ende der Kompression
E = Verdichtungsverhältnis (also 23 = v1/v2)
k = Isentropenexponent von Luft (1,4)

Damit haben wir bei einem Verdichtungsverhältnis von 23 einen Druck von:

1 bar x 23 hoch 1,4 = 80 bar

Das ist natürlich nur theoretisch ohne Berücksichtigung von Wärme- und Druckverlusten. In der Realität sollten jedoch 25-30 bar erreicht werden.
Wie ich in diversen anderen Foren inzwischen gelesen habe, sollte der Kompressionsdruck mindesten 20 bar bei Anlasserdrehzahl betragen, um die Luft auf Zündtemperatur zu bringen.

Damit ist das wohl mein Problem.

Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für die zahlreichen tollen Tipps !

Gruß,
Christian

  • »christian73hl« ist der Autor dieses Themas

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44

Montag, 10. Juli 2017, 09:05

Moin!

Am Wochenende habe ich nochmal folgenden Versuch unternommen:

Mit einem Haarföhn habe ich heiße Luft in den Luftansaugstutzen geblasen. Dabei so gut es ging versucht abzudichten, so dass ein minimaler Druck aufgebaut wurde.

Und siehe da.... Er sprang auf Schlag an und lief sofort rund!
Ich denke, jetzt gibt es keine Zweifel mehr, dass es an fehlender Kompression liegt!

Gruß,
Christian

45

Montag, 10. Juli 2017, 09:37

Enen versuch kannst du noch machen. Kompressionstest bei kaltem trockenen Motor da sollte man sofort sehen was ist. Du schrubst ja das du bereits den test gemacht hast. Mach ihn einmal trocken und einmal mit etwas Öl im brennraum.
Da sollte der Druck dann absteigen steigt er stark an sind die ringe fertig.
Zwei Pfund Schlick, sind auch ein Kilo Watt.

Andreas29

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46

Montag, 10. Juli 2017, 10:39

Moin!

Am Wochenende habe ich nochmal folgenden Versuch unternommen:

Mit einem Haarföhn habe ich heiße Luft in den Luftansaugstutzen geblasen. Dabei so gut es ging versucht abzudichten, so dass ein minimaler Druck aufgebaut wurde.

Und siehe da.... Er sprang auf Schlag an und lief sofort rund!
Ich denke, jetzt gibt es keine Zweifel mehr, dass es an fehlender Kompression liegt!

Gruß,
Christian


Hi,

diese Vermutung liegt sehr nahe. Kraftstoffsystem kann man jedenfalls nahezu ausschließen.

Wie Harlekin schon schreibt, kann man nun versuchen den Kompressionstest mit kaltem, trockenen Motor machen. Dann etwas Öl in den Zylinder. Wenn die Kompression steigt sind´s die Ringe/Zylinderlaufbahnen wenn die Kompression im Keller bleibt sind´s die Ventile und deren Sitze. Wenn es das zweite ist...das ist einfacher zu beheben weil nur Kopf runterpflücken und Ventile einschleifen und revidieren. Kann man an einem Woende im Boot erledigen, wenn man keine zwei linken Hände hat. Ventile einschleifen geht prima mit Akkuschrauber und etwas Klebeband am Ventilschaft zum Schutz des selben. Immer schön Links- Rechtslauf und sanft gegen den Sitz gezogen dabei. Gibt keine Blasen an den Händen wie mit dem Miniklopömpel ;)

Grüße

Andreas
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Kalkgrund

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47

Montag, 10. Juli 2017, 10:51

Moin,

wenn der Kopf dann schon runter sein sollte, würde ich da gar nichts​ selber dran machen, sondern ihn gleich zur professionellen Überholung geben. Also mit Vermessung, eventuell planen, Ventischaftdichtungen, Ventile und Dergleichen. Kostet zwar mehr als "nur" Ventilschleifpaste, aber als Laie Ventile einschleifen? Ich würde es mir das "Bordsteintuning" nicht zutrauen.

Jörg

Gesendet von meinem ROBBY mit Tapatalk

48

Montag, 10. Juli 2017, 11:08

Genau das würde ich dann auch machen Kopf weggeben zum vermessen neue Dichtungen und fertig im Braunschweig kostet nur das planen ( falls nötig) mit einschleifen und schaftdichtungen und abdrücken ca 120 Euro das kann jeder Motoren Instandsetzer machen und ist wenn wenig los ist in einem tag erledigt.
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49

Montag, 10. Juli 2017, 11:17

Hallo Jörg,

nun ja, man kann, wenn man den Kopf runter hat durchaus versuchen durch einschleifen der Ventile (wenn diese undicht waren) erstmal versuchen das zu beheben. Das Kostet nicht viel zusätzlich, man kann nicht allzuviel falsch machen, wenn man nicht völlig unbegabt ist und wenn´s nicht hilft kann immer noch die weiteren nötigen Schritte beim Motorenspezi erledigt werden (müssen die dann auch, weil Ventilsitze fräsen kann man auch als begabter Hobbyschrauber wohl kaum). Dichtigkeit der Ventile am ausgebauten Kopf testet man übrigens auch mit Petroleum oder Benzin.

Ventilschaftdichtungen tauschen ist nun auch kein Hexenwerk.

Hängt aber davon ab, was man selber nun kann oder nicht. Das kann man nicht empfehlen, da muss der jeweilig Betroffene eine ehrliche Selbsteinschätzung vornehmen und dann schauen was er wie macht.

Wenn Du selber von Dir sagst, Du kannst das nicht bzw. traust es Dir nicht zu, ist das ehrlich und völlig ok.
Ich hatte es selber schon mehrfach gemacht und hatte keine Hemmungen dieses an meinem Motor selber zu machen.

Grüße

Andreas
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gdb

Proviantmeister

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50

Montag, 10. Juli 2017, 11:53

Ich les ja jetzt schon eine Weile mit.
Ob ich alles mitbekommen habe, sei mal als zweite Frage dahingestellt.

Irgendwie geht die Diskussion immer um die Kraftstoffversorgung.

Ich hatte vor zwei Jahren das Problem, dass sich die Starterbatterie langsam entladen hat.

Ergebnis: Unmittelbar nach dem Laufen des Motors hat die Batterie genügend Wumms gehabt, um den Motor durchzuorgeln --> Startet wie eine eins.
Stunden später: Start war etwas unwillig, aber ging noch.
1-2 Tage später: Ich hab entweder Landstrom oder das Starthilfekabel zur Versorgerbatterie gebraucht.

Der Motor hat aber in allen Fällen gedreht und es ist mir schwer gefallen, die Unterschiede in der Drehzahl auch zu hören.

Könnte das Problem nicht auch in dieser Richtung liegen? Nur das hier die Batterie noch schneller entlädt als bei mir und aus Tagen Stunden werden?

lg
Gerhard

GiNsPaCe

Seebär

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51

Montag, 10. Juli 2017, 12:01

Könnte das Problem nicht auch in dieser Richtung liegen? Nur das hier die Batterie noch schneller entlädt als bei mir und aus Tagen Stunden werden?
Theoretisch, hat der TE ja geschrieben:

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Ergo, KEIN EInfluss auf die Batterie und trotzdem ein "Erfolg" ... Also beim TE KEIN Thema in Richtung Batterie

  • »christian73hl« ist der Autor dieses Themas

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52

Mittwoch, 12. Juli 2017, 15:51

Moin!
an der Batterie kann es nicht liegen. Die ist nagelneu und auch ein neues Ladegerät habe ich eingebaut. Das Boot hängt auch dauerhaft am Stromnetz.
Der Test mit dem Öl im Brennraum hört sich gut an. Das werde ich auf jeden Fall nochmal machen.
Dann kann ich auch mal mit meiner kleinen Endoskopkamera versuchen in den Brennraum zu gucken.
Gruß,
Christian

Andreas29

Seebär

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53

Mittwoch, 12. Juli 2017, 18:54

Hi,

eine Möglichkeit in dem Zusammenhang wäre noch ein altersmüder Anlasser. Aber bei dem Kompressionswert von 16 bar ist ein solcher Fehler dann auch nur noch das Zünglein an der Waage.
Ich würde mich jetzt jedenfalls auch eher an weitere Messungen und Versuche in Richtung Kompression begeben.

Grüße

Andreas
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fiete-34

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54

Mittwoch, 12. Juli 2017, 21:18

Moin Christian,
lange Rede..- kurzer Sinn: esslöffelweise Öl in die Verbrennungsräume? Lieber nicht! Eine gefahrlos sowie gut durchölte Maschine erreicht Du ja gerade durch Törnen ohne Füllung bei betätigter Dekompression. Das schont das Teil gerade beim anschließenden Kaltstart, denn in dieser kritischen Phase muss dann kein Kurbelwellenlager und auch kein Kolben mehr trockenlaufen, vergl. post 15,22 u.29 weiter oben....Handbreit....! F.

Robert M

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55

Donnerstag, 13. Juli 2017, 00:43

Jetzt will ich auch noch einige Weisheiten loswerden...
Mir fällt auf, dass viele der hier dargestellten Überlegungen davon ausgehen, dass es für ein beobachtetes Symptom genau eine Ursache gibt. Das mag bei Digitalcomputern so sein, bei Motoren kann diese Vorstellung aber in die Irre führen.
Damit der Motor startet, muss die Luft so weit erwärmt werden, dass die Temperatur auch nach dem Verdampfen der Kraftstofftröpfchen (diese Verdampfung kühlt die Luft ab) noch hinreichend über der Zündtemperatur liegt. Um die Luft zu erwärmen wird sie komprimiert; die Kompression ist also nur ein Mittel zum Zweck. Es ist also eigentlich gar nicht wichtig, welchen Druck sie dabei erreicht.
Welche Faktoren tragen nun dazu bei, dass die erforderliche Temperatur im Zylinder erreicht wird?
  • Zunächst ist die Temperatur am Ende der Verdichtung um so höher, je höher die Temperatur der Ansaugluft ist. Deswegen hat der Fön geholfen. Eine andere, sehr rustikale Methode ist, eine Seite Zeitungspapier zusammenzuknüllen, in Brand zu setzen und dann vor das Ansaugrohr zu halten. :P
  • Eine gute Zerstäubung ist wichtig, weil die kleineren Kraftstofftröpfchen der Umgebung lokal weniger Wärme entziehen und der Brennstoff so "besser" verdampft. Daher ist eine ordnungsgemäße Einspritzausrüstung nützlich für gutes Starten.
  • Sobald die Luft bei der Verdichtung wärmer als die Umgebungsflächen (Kolbenboden, Zylinderwand etc.) geworden ist verliert sie Wärme - und zwar um so mehr, je länger der die ganze Aktion dauert. Das bedeutet, dass eine hohe Anlassdrehzahl den Start erleichtert. Also sollte man zusehen, dass der Anlasser, die Kabel und die Batterie in Ordnung sind. Auch der Anlassermotor ist kein digitales Teil, sondern unterliegt stetigem Verschleiß und wird mit dem Abbrand der Bürsten langsamer.
  • Der Motor sollte mechanisch "dicht" sein, also möglichst wenig Luft bei der Verdichtung verlieren. Diesen Effekt versucht man mit der Messung des Verdichtungshöchstdrucks, auch Kompressionsdruck genannt, zu messen, um so auf den Verschleißzustand des Motors zu schließen.
Der typische Gebrauchtmotor zeigt nun mehrere dieser Effekte. Jeder für sich wäre noch keine Problem, aber alle zusammen sorgen dafür, dass der Motor nur noch bei höheren Temperaturen problemlos anspringt.
Daher ist der Begriff "Motorreparatur" manchmal irreführend; er suggeriert, dass man einen Motor von einem Zustand "defekt" in einen Zustand "in Ordnung" überführt. Tatsächlich erreicht man nur, dass der Motor von "so stark verschlissen, dass man die Probleme deutlich merkt" zu "Verschleiß fällt im Normalbetrieb nicht auf" verbessert wird.

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