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norbert-walter

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1

Sonntag, 18. März 2018, 18:05

Windsensor DIY

Hallo zusammen,

ich möchte hier mal gerne mein Projekt zum Bau eines Windsensors vorstellen. Nachdem bei meiner Dehlya 22 der Windex beim letzten Sturm in Holland Schaden genommen hatte suchte ich nach einer neuen Lösung. Eigentlich täte es auch eine neuer Windex gleicher Bauart aber ich wollte schon gerne auch die Windgeschwindigkeit mitmessen. Mein Handmesser Windmaster 2 tuts auch. Den muss ich aber immer erst vorkramen.

Was ich als Windmesser suchte sollte folgenden Anforderungen entsprechen:
  • Messung von Windrichtung und Windspeed
  • robuste Mechanik
  • Gewicht <= 200g
  • klein genug um auf einem 6,60m Segelboot anbauen zu können
  • witterungsfest und UV-stabil
  • Sichtbarkeit bei Nacht
  • keine Kabelverlegung für Sensorsignale
  • reine Digitalübertragung und Signalverarbeitung
  • 12V Stromversorgung über Toplicht
  • Übertragung der Daten per WLAN (ESP8266)
  • Updaterate 1...2 Messungen je Sekunde
  • Kein Einbauinstrument nötig
  • Anzeige in OpenPlotter über Laptop oder auf dem Handy oder Tablett
  • Keine Installation von Software nötig (Darstellung auf Webseite im Browser)
  • Unterstützung gängiger Protokolle wie NMEA 0183
  • Preis <= 250 Euro
Es gibt zwar Windsensoren um ca. 250 Euro (NASA Clipper), jedoch nur mit Kabelverlegung. Die Kabel bekomme ich in meinen Mast nicht mehr rein. Zusätzlich muss ich wieder durchs Deck mit anfälligen Steckkontakten, da mein Mast legbar ist und ich die Kabelverbindungen trennen können muss. Funksysteme gibt es auch, nur sind die mit über 1000 Euro unverschämt teuer. Zu erst wollte ich mir einen Windmesser von NASA dafür umbauen. Ich hatte dazu die Sensorelektronik zerlegt und durch Reingeneering analysiert. Mechanisch und elektronisch gefiel mir das System nicht, da die Signalaufbereitung zu aufwändig, störanfällig und ungenau war. Zudem hätte ich ein Anzeigeinstrument in der Cokpitwand einbauen müssen. Da blieb nur noch eins übrig - selber machen.

Siehe Bilder im Anhang.

Die Mechanik war schnell konstruiert und sieht recht brauchbar aus. Die Teile sind alle auf einem 3D-Drucker entstanden. Als Material habe ich PLA verwendet, das sich sehr gut drucken lässt. Als Wetterschutz wurden alle Teile noch einmal mit witterungsbeständigen Klarlack lackiert. Die Lager sind gekapselte Edelstahl Kugellager (608ZZ) und können bis 30.000 U/min ab. Das sollte für alle Bedingungen reichen. Das Gewicht liegt bei 170g. Die Elektronik soll im Sensor integriert werden. Eine Platine ist schon entworfen und muss noch gefertigt werden. Momentan ist sie noch extern. Sie funktioniert prima und die Software läuft. Die Daten kann ich mir auf einem 7" Tablett anschauen. Ich will mir das Teil Dieses Frühjahr am Boot installieren. Die Stromversorgung ist so gedacht, dass ich die Spannung vom Toplicht abnehme. Mein Toplicht hat eine LED-Birne die ab ca. 7V anfängt zu leuchten. Ich würde für den Windsensor 6V anlegen, so dass nur der Windsensor funktioniert. Legt man 12 V an, so funktioniert beides (Toplicht + Windsensor). Der Windsensor arbeitet bei Spannungen zwischen 6... 24V. So erspart man sich die leidige störanfällige Verkabelung und kann schon vorhandene Kabel nutzen.

Meine Frage an Euch: Braucht ihr auch so etwas?

Was sind eure Meinungen dazu? Ich denke mal auf kleinen Segelbooten besteht das gleiche Problem mit solcher Art Sensorik. Da viele für Navigationszwecke eh schon ein Tablett benutzen, warum soll man nicht auch die Winddaten da anzeigen?

Bin gespannt auf eure Meinungen.

Norbert
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j4b

Matrose

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2

Sonntag, 18. März 2018, 18:24

Hallo Norbert,

interessantes Projekt. Eine Anmerkung, ich würde kein ZZ-Lager und auch kein 2RS verwenden sondern ein ungekapseltes. Der Grund ist die Reibung bis das Lager sich dreht. Die Kapselung würde ich konstruktiv realisieren mittels Labyrinth oder ähnlich. Ist ja mit dem 3D-Drucker kein Problem. Dann schmieren mit Nähmaschinenöl. Dann läuft das auch leicht. Noch besser wäre ein Keramik-Kugellager oder ein PEEK-Rillenkugellager z.B. von Igus. Hatte mal auf der Arbeit eine
Studienarbeit von nem Studenten, der hat auch eine Anwendung die leicht laufen sollte in 2Z gebaut. Hat nicht funktioniert. Auch wichtig, die Reibung der Lager mit Abdichtung ist nicht sehr linear, auch wenn man das erstmal so lernt.

Bitte nicht falsch verstehen, ist ein cooles Projekt.

Gruß Johannes

schwattwitt

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3

Sonntag, 18. März 2018, 18:25

Auch das Löffelrad aus dem 3d Drucker? Chapeau! Ich persönlich habe kein Bedarf, aber der ein oder andere bestimmt. schreit evtl. nach einer Kleinauflage ;-)
MIt welchem Programm hast du das konstruiert?

norbert-walter

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4

Sonntag, 18. März 2018, 19:13

Nachtrag:

Die Größe des Sensors ist (LxBxH) 310x180x180mm.

Im Anhang gibt es noch ein paar Bilder zur Software. Die Anzeige erfolgt über OpenPlotter mit dem Instrumentpanel bei dem man die Infos im Display individuell gestalten kann (Größe, Position, Infoart).

Die grundsätzliche Idee war, dass Sensorsignale per WLAN übertragen werden und standardisierte Protokolle benutzt werden. NMEA0183 ist zwar alt, dafür aber simpel, schlank und kann direkt gelesen werde, da eine ASCII-Übertragung stattfindet. Früher wurden die Telegramme per serieller Verbindung (RS422) mit 9600 Bd übertragen. Per WLAN gehen da 5...10MBit. In OpenPlotter und einiger Navigatorsoftware können die NEMA0183 Daten direkt eingespeist werden. NEMA200 wäre auch denkbar, ist jedoch an CAN-Bus gebunden. Das würde dann ein Gateway ins Kabelnetz erforderlich machen. OpenPlotter verwendet für alle Sensorik JSON-Nachrichten und ist damit Websocket tauglich. Über NMEA0183 kann alles verfügbare per Kabel oder WLAN angebunden werden.

Mein Sensor kann in 3 Betriebsarten betrieben werden:
  • Socket-Sever-Mode über Port 6666 (für OpenPlotter und Navisoftware)
  • HTTP-Web-Mode (für PC und Tablett über Browser)
  • Serieller Mode (leider drahtgebunden 115 kBd für Test- und Debuggingzwecke)
Parametriert werden können:
  • Netzwerkparameter
  • Sensor ID (falls Mehrere eingesetzt werden sollten)
  • Serielle Datenrate 9600 ... 115.000 Bd
  • Mittelung 0...10 Messwerte
  • Datenrate 1...2 Messungen/Sekunde
  • Art der Telegrammaussendung MWV, VPW, VWR und Costom-Telegramme (Windrichtung, Windspeed in m/s km/h, kn, bft)
  • Debugging-Meldungen (über serielle Verbindung)
Die Messgenauigkeit der Windrichtung liegt im Bereich zw. 0,5...3 ° bei Windgeschwindigkeiten zw. 0...5 bft. Je weniger Wind, um so genauer.
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norbert-walter

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Sonntag, 18. März 2018, 19:24

Hallo Johannes,

die Kugellager 608ZZ kann man verwenden. Die Kapselung ist ohne Reibung am inneren Ring, da dort ein winziger Luftspalt ist. Zum Leichtlauf musste ich aber alle Kugellager in Alkohol säubern um das schwergängige Fett herauszubekommen. Zusätzlich habe ich sie mit ein wenig Silikonöl eingeölt. Verwendet man Güteklasse P4 oder kleiner, so ist ein spielfreier und leichtgängiger Lauf möglich. Man muss die Kugellager aber noch einlaufen lassen. da musste ein Fön herhalten.

Norbert

j4b

Matrose

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Sonntag, 18. März 2018, 19:41

Hallo Norbert,

na dann, bin gespannt wie sich das Projekt entwickelt.

Viel Erfolg!
Johannes

George69

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7

Sonntag, 18. März 2018, 22:50

Moin Norbert,
das ist genau, was ich suche.
Halt mich bitte auf dem Laufenden.
Danke.
VG
Sven

norbert-walter

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Sonntag, 18. März 2018, 23:38

Das Projekt ist noch nicht ganz abgeschlossen. An der Software kann noch eine Menge gemacht werden. Ich bin gerade dabei eine schönere Anzeige zu bauen, die nach einem echten Instrument aussieht. Das Instrumentpanel zeigt zwar schon alle Daten an, sieht nur recht spartanisch aus. Das geht bestimmt noch besser.

Hätte denn wer Lust mitzumachen? Ich dachte da so an folgende Dinge:

  • Android App programmieren (als WebApp oder native App)
  • Test des Windsensors unter realen Bedingungen
  • Verbesserung der Firmware
  • ggf. Unterstützung beim Bau von Windsensoren, falls Interesse besteht
Der Windsensor muss natürlich noch gründlich getestet werden, bevor man ihn auf die Allgemeinheit loslassen kann. Im Einzelnen müsste folgendes getestet werden:

  • Temperaturempfindlichkkeit (bei unterschiedlicher Farbe des Windsensors wie z.B. schwarz oder weiß)
  • Mechanische Stabilität der Halterungen
  • Wetterverträglichkeit (Nässe, Starkwind)
  • Zuverlässigkeit bzgl. WLAN-Verbindung und Messwerten
  • Störsicherheit bei UKW-Funk und Bordnetzstörungen
  • Verschleißanfälligkeit (Lager, Kunststoffteile, Beschichtung, Verschmutzung
  • Verhalten am gekoppelten Pinnenpilot
  • Geräuschübertragung auf den Mast bei Starkwind
Ideal wäre jemand der auch ein Boot mit legbarem Mast hätte, selber segelt und Ahnung von Elektronik und Programmierung hätte. Gelegentlich müsste die Firmware neu geflasht werden, wenn Verbesserungen vorgenommen werden.

Aktuell baue ich zwei Windsensoren zusammen. Einen in weiß und einen in schwarz. Der schwarze ist schon fertig. Der weiße folgt noch. Ich könnte den schwarzen Sensor zum Testen zur Verfügung stellen, wenn jemand mitmachen möchte.

Der Windsensor wäre der Anfang für eine Reihe weiterer Sensoren im Bootsbereich. Für das Motormanagement habe ich auch schon etwas gebaut. Da geht es darum am Motor folgende Daten zu erfassen:

  • Drehzahl Kurbelwelle
  • Drehzahl Schraubenwelle
  • Durchfluss Seewasserkreis
  • Durchfluss Motrokühlkreis
  • Temperatur Seewasserkreis
  • Temperatur Motrokühlkreis
  • Betriebsstunden
  • Temperatur Motorraum
Die Anbindung ist die gleiche wie beim Windsensor. Also auch per WLAN und Anzeige über OpenPlotter oder Webbrowser. Ich werde die Sensorik zum Motormanagement im April im Boot meines Vaters einbauen. Dann würde ich das Projekt mal vorstellen.

Weitere Ideen für andere Dinge hätte ich auch noch. Was würde Euch denn noch so interessieren?

Norbert

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »norbert-walter« (18. März 2018, 23:53)


Sail67

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9

Montag, 19. März 2018, 08:47

Super Projekt. Finde ich sehr interessant.

Eine Frage: PLA ist zwar gut UV-beständig, aber relativ temperaturanfällig. Ab 60 Grad fängt PLA an sich zu zersetzen. Ich denke an Hochsommer, winstill und volle Sonne das auf das schwarze Material trifft.

ABS ist grundsätzlich witterungsstabiler bis auf UV. vielleicht kann durch eine Lackierung das ABS gegen UV geschützt werden.

10

Montag, 19. März 2018, 08:47

Cooles Projekt!

Ne Frage bzgl. der Konstruktion: Gab es einen bestimmten Grund, warum Du eine Konstruktion mit "Paddle-Wheel" gewählt hast?

Mein persönlicher Eindruck ist, dass das Design vom Nexus bzw. Garmin GWind stabiler ausrichtet und früher anläuft. D.h. auch geringere Mittelwertberechnung nach sich zieht.
Und die Wheels ohne Paddle dürften ja fast noch einfacher zu produzieren sein. Oder ist das mit dem 3-D-Drucker eh wurscht?

https://buy.garmin.com/de-DE/DE/p/541669

VG

"What 'n Drama mit dem Karma"
(by me, myself & I)

11

Montag, 19. März 2018, 09:17

Super Projekt!

Wenn Du noch einen Tester brauchst: Meine Mastspitze wäre noch frei..... :-)!!!

Als Referenzmessung könnte ich Vergleiche mit einem Ultraschall-Windmesser den ich oben montiert habe anbieten
Falls die Halterung eine "entgegenkommende" Konstruktion ist, könnte ich auch im Laufe des Jahres Änderungen/Updates vornehmen.
Nur wäre es fein, wenn die Änderungen/Montage ggf. auch zb. von einem Takelmast aus gehen würde.
Löten und Schaltplan lesen kann ich auch ein bisserl, falls mal was getauscht werden soll.
Für komplexere Vorhaben hätte ich evtl. Ansprechpartner via meines Amateurfunkclubs.

Hast Du schonmal überlegt einen Ultraschall-Windmesser zu verwenden statt der Schaufeln?

Lg und gutes Gelingen!
Riggse.

norbert-walter

Proviantmeister

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12

Montag, 19. März 2018, 10:44

@Sail67

PLA ist zwar nicht so hoch temperaturbeständig sollte aber bis ca. 80°C abkönnen. Ab ca 70°C beginnt die Erweichung. Aus Erfahrung ist das Material aber immer noch sehr stabil. Die Belastungen sind mechanisch sehr gering bei Bauteilmassen der Einzelteile zw. 20...50g. Die äußeren Wandstärken sind 1,2 mm mit innenliegenden Stützgeflecht. Die Wanddicke liegt bei 3 mm und am Löffelrad bei 6 mm. Das ist schon sehr stabil. Ich bin mir da nicht ganz sicher, ob das auch für das schwarze PLA ausreicht. Da hätte ich jetzt auch noch Bedenken. Daher würde ich es gerne testen.

Man kann natürlich auch ABS verwenden. Das kann dann mehr Temperatur ab, läßt sich aber schlechter Drucken. Da habe ich noch keine Erfahrungswerte. Witterungsstabilität ist bei PLA kein Problem. Es ist auch sehr UV-stabil. Problem ist nur die Wasserdichtigkeit. Die ist aber mit der Lackierung gelöst. Die Elektronik steckt geschlossen im Inneren und wird mit Silikon (Sikaflex) ausgedrückt und versiegelt. Da sollte nix passieren.

@Salzbuckel

Ein klassisches Wheel-Paddle kommt nicht in Frage, da eine Anströmseite abgedeckt werden müsste, damit das Teil drehen kann. Das Löffelrad ist da schon ideal geeignet dafür. Der 3D-Druck geht ohne Probleme. man muss das Bauteil nur richtig auf der Druckfläche platzieren.

Die schräg gestellten Wheel-Paddle gingen auch. Sie funktionieren wie eine Schraube. Die Rotorachse muss aber horizontal ausgerichtet werden und zusätzlich drehbar sein, was konstruktiv wesentlich aufwändiger und anfälliger ist. Die bewegte Masse ist größer als bei der jetzigen Lösung. Daher muss dann alles sehr klein gebaut werden. Garmin hat so eine Lösung. Die Teile sind aber sehr filigran. Das kann man im 3D-Druck nicht sinnvoll umsetzen. Daher die klassische Bauweise. Vorteil ist,am bekommt sie sehr schlank. Bei mir sind es 27 mm.

@Riggse

Vielen dank für Dein Angebot. Ein Vergleich mit einem Ultraschallsensor wäre auch ganz interessant. Die Genauigkeit der Windmessung ist schon sehr gut geworden. Tests mit einem Fön und meinem Windmaster 2 zeigen eine gute Übereinstimmung. Die Messung der Winggeschwindigkeit und Windrichtung läuft intern über eine interruptgesteuerte, quarzgenaue Zeitmessung zwischen den beiden Digitalsensoren. Das ist sehr präzise. Sobald sich das Löffelrad dreht kommen sehr präzise Werte.

Die Halterung in den Bildern ist nur mein Aufsteller für den Tisch zum Testen. Ich habe auch eine Klemmverbindung wie beim Clipper und eine Befestigungshülse wie es sie für den Windex gibt. Theoretisch kann ich auch eine angepasste Lösung drucken, wenn es notwendig ist.

Über Ultraschall habe ich auch schon nachgedacht. Das Messverfahren ist aber etwas aufwändiger in der Umsetzung und benötigt mehr Entwicklungsaufwand. Ich habe auch schon mit Ulraschallsensoren rumexperimentiert. Theoretisch ginge das auch. Habe das Messverfahren wegen des Aufwandes aber verworfen. Kann leider nur in meiner Freizeit die Entwicklung vornehmen und meine Familie will auch noch was von mir haben. Wenn jemand mitmacht, könnte man auch eine Ultraschallsensor bauen. Bin gerne dabei.
»norbert-walter« hat folgende Datei angehängt:
  • Windsensor.png (145,83 kB - 66 mal heruntergeladen - zuletzt: 17. September 2018, 15:51)

13

Montag, 19. März 2018, 11:01

Hallo!
Gern geschehen! Ich würde mich ja auch über den Windsensor freuen.... ;-).
Was würde der Sensor kosten, sind die Materialkosten hoch, soll ich sie Dir zahlen?
Oder siehst Du das von Deiner Seite als leihweise/geschenkweise gegen das Mittüfteln?

Ich hätte hier ggf auch Zugang zu einem 3D-Drucker in einem Makerspace. Metalab & Happy Lab Wien. Mein Freund kann in gewisser Weise auch 3D-Zeichnungen hierfür erstellen falls nötig. (Architekt, 3D Renderer im Büro).
Nur mit der Software haperts bei mir. Ich wäre aber gerne bereit mich zu einem - mir als Laie möglichen - Niveau einzulesen. Mein Freund hat früher mal programmiert. Aber das mag wohl nicht mehr aktuell sein bzgl. heutiger Systeme?
Ein paar Spezis kenne ich schon auch. Aber die müsste ich erst mal ansprechen... ;-)

Mein Ultraschall-Sensor zeichnet alle 5min die Werte auf. Ich habe somit sämtliche Winddaten gespeichert und in Kurvenform verfügbar.
Leider hapert es bei ihm bzgl. der Echtzeitanzeige....
Daher suche ich im Prinzip noch eine Lösung für diese Saison. Konnte mich aber noch nicht zu diesen überteuerten oder schlechten käuflichen Lösungen durchringen.

Ca. in 2 Wochen würden wir den Mast stellen.... Wenn es für Dich ok wäre, dass wir den Sensor testen, dann wäre es ggf. gut, wenn bis zum 30. hier wäre. Porto geht natürlich auf uns!

PS: sikaflex ist kein silikon... ;-)

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14

Montag, 19. März 2018, 11:17


Hätte denn wer Lust mitzumachen? . Was würde Euch denn noch so interessieren?

Norbert


Hallo Norbert, ein super interessantes Projekt!
Ich würde mir noch ein Echolot dazu wünschen. Ev. könnte man die Schwinger der billigen mobilen Fischfinder dazu nutzen.

Mitmachen würd ich gerne, nur Software entwickeln kann ich nicht. Firmware flashen, löten, 3D-drucken kann ich. Würdest Du die Druckfiles veröffentlichen, dann könnt ich die Masteinheit nachbauen.
Gruß, Jörg!

15

Montag, 19. März 2018, 12:39

Moinsen,
wie hast du die Windrichtungsanzeige realisiert, 2D-Hallsensor mit Magnet auf der Rotationsachse ?

Xtefan

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16

Montag, 19. März 2018, 12:45

Moin zusammen,

wenn ihr schon über programmieren etc nachdenkt, wieso nicht einen Ultraschall-Messkopf verwenden (keine beweglichen Teile)?

https://www.netatmo.com/de-DE/product/we…ories#windgauge

Gibts auch fertig für uns Segler, allerdings recht hochpreisig.

Viele Grüße,
Stefan

norbert-walter

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17

Montag, 19. März 2018, 14:43

@Riggse

Die Platinen werden erst noch in China gerfertigt. Die sind bis zum 30.03. noch nicht da. Dann müssen sie noch bestückt und eingebaut werden. Mit der fliegenden Testschaltung würde ich ungern testen wollen. Die entspricht dann nicht den realen Bedingungen.

Den Windsensor würde ich kostenlos als Leihgabe zusenden. Wenn mir jemand eine schöne Android-App programmieren kann, der darf das Teil dann auch behalten. So zu sagen als Aufwandsentschädigung :) . Die App muss aber kostenlos für alle verfügbar sein. Am besten über den Appstore von Google. Ich hätte dazu noch ein paar schöne Ideen wie man das universell umsetzen kann, so dass auch andere Sensoren darstellbar wären.

Als CAD-Programm verwende ich eine Online-Applikation, die in aktuellen Browsern läuft. Wenn Deine Grafikkarte 3D-fähig (OpenGL) ist, sollte man das nutzen können. Unter www.onshape.com kann sich jeder anmelden und die Applikation für private Zwecke kostenlos nutzen. Die Projekte sind dann allerdings öffentlich und von Jedermann kopierbar. Das CAD-Programm ist sehr mächtig und einfach zu bedienen, wenn man das Grundprinzip des Konstruierens verstanden hat. Dazu gibt es sehr schöne Online-Tutorials, leider alle nur in englisch. Kollaborative Konstruktion mit mehreren Leuten ist da kein Problem. Die Software wurde extra dafür geschaffen. Echt genial.

Was hast Du für eine Art Ultraschall-Windsensor? Ist das ein kommerzielles Produkt? Warum ist die Datenrate so langsam? Gib mal mehr Infos dazu.

@Kartoffelbrei

An einen Echolot habe ich auch schon gedacht. Ist im Prinzip das Selbe wie der Ultraschall Windsensor. Ich werde damit mal ein bischen rumexperimentieren. Der Echolot am Boot meines Vaters zickt dort nämlich. Da muss ich auf jeden Fall was tun. Schaltungen zu Ultraschalltiefenmessern habe ich mir schon besorgt. Läuft im Grunde genommen auf eine Laufzeitmessung hinaus.

Die CAD-Daten würde ich zur Verfügung stellen. Man muss allerdings beachten, dass sie ggf. noch an das entsprechende Material und den Drucker angepasst werden müssen. Speziell bezüglich Fertigungstoleranzen. Die liegen bei meinem 3D-Drucker (JGAurora China-LowCost-Produkt) im Bereich vom 0,2 mm und sind noch in X-, Y- und Z-Richtung unterschiedlich. Man muss ein bischen rumtesten bis die Teile passig gedruckt werden, ohne viel nachzuarbeiten. Eine gewisse Nacharbeit ist aber notwendig. Wenn hier viel Interesse am Nachbau entstehen sollte, so komme ich auf Dein Angebot beim Drucken zu helfen zurück.. Schaun wir mal.

@sven98de

Die Windrichtung und der Windspeed werden mit je einem Hall-Sensor detektiert. Die sind funktionssicher und günstig. Zwei kleine Neodym-Magnete liefern das Magnetfeld.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »norbert-walter« (19. März 2018, 16:41)


18

Dienstag, 20. März 2018, 10:12

@norbert-walter:
Danke für die Infos!
Dann lasse uns einfach voneinander hören, wenn alles fertig ist. Natürlich kann ich auch selbst was zusammenbauen/löten. Falls Du das nicht möchtest hinsichtlich einer von Dir einschätzbaren Qualität, auch ok.
Ggf. mache ich vorher Fotos von meiner Mastbesfestigung und man kann sich im Vorfeld so austauschen, dass eine einfache Montage möglich wäre.
Aber natürlich kann ich auch selber etwas modifizieren.

Ich habe keinen Einblick wie teuer und aufwendig Deine Prototypen sind. Daher mag ich mich auch nicht vordrängeln, falls Du evtl. besser einzusetzende Kollaborateure finden würdest.... ;-)
Aber ich wäre generell wirklich sehr interessiert und bin oft am Boot. Daher könnte ich zumindest was einen Testbetrieb und Überlegungen/Tüfteleien betrifft mittun.
Eine App kann ich leider nicht programmieren....

Mein Ultraschallsensor ist ein bisserl eine Mac-Gyver-Version.... Ich habe mir einfach einen Netatmo-"Hauswetterstation"-Windmesser auf den Mast montiert.
https://www.amazon.de/Netatmo-Windmesser…z/dp/B016OHME1A
https://www.amazon.de/Netatmo-Wetterstat…EXFJ003GBBYTT7K

Ging SUPER!!!! Wichtig war mir mein Wetterwissen und Beobachtung zu verbesssern. Und ein Gefühl für Windstärken/lokales Wetterverhalten zu bekommen.
Via der App von Netatmo konnte ich in der letzten Saison lückenlos und auch von daheim aus Windstärke/Windrichtung/Luftdruck/Temperatur und Feuchte/Taupunkt beobachten. Und habe alle Wetterereignisse aufgezeichnet.
Werte alle 5min. Wirklich klasse!!!! Und ein Sensor war in der Kühlbox... ;-). Also um das Geld eine feine Lösung.
Nur als Windanzeiger "live" war das Ganze nicht zu gebrauchen. Der Windmesser funkt runter zur Basisstation. Und die braucht ein WLAN und sendet das dann ins Web und darauf kann man dann erst via Internet zugreifen...

Ich wollte auch mal mit einer Airmar 150 experimentieren. Nur ist mir noch keine zugeflogen und wir haben zzt. zig andere Baustellen am Boot.
Ein drahtloser Sensor der auf einer App und auch mit Fernzugriff alle Daten wie die Netatmo liefert UND auch Live zu gebrauchen ist bzgl. Truewind/Windwinkel/schnelles exaktes Messen wäre natürlich ein Traum....

Die klassischen Lösungen finde ich entweder zu teuer. Falls der Funktionsumfang grösser gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht überwunden. Aber bei dem Marktangebot gabs noch nix überzeugendes bzgl. Preis&Wert.

Beiträge: 578

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Bootstyp: Hunter 23

Heimathafen: Zeuthen

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19

Dienstag, 20. März 2018, 10:52

Kennt Ihr das Ultraschall Anemometer schon?
Gruß, Jörg!

20

Dienstag, 20. März 2018, 11:24

Dein Windsensor hat Ähnlichkeit mit dem Peet Bros. Ultimeter Pro. Der ist allerdings mit Kabelanschluss u. misst die Windrichtung bzw. dieWindstärke mittels 2 Reedkontakten.
»sven98de« hat folgende Datei angehängt:

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