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Dienstag, 20. März 2018, 13:16

Bis zu welcher Masthöhe über Deck soll das über WLAN sicher funktionieren?

Der Garmin wireless Sensor wird bis 15 m Masthöhe angegeben.

Mich würde auch noch interessieren, welchen Drucker Du eingesetzt hast.

Kartoffelbrei

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Dienstag, 20. März 2018, 13:33

Norbert verwendet einen JGAurora, das ist ein Drucker im Prusa Design.

@norbert-walter: Die 608er Lager gibts auch in POM mit Glaskugeln. Damit sollte absolute Wetterfestigkeit und Leichtlauf (ungekapselt) erreicht sein. Wie bestimmst Du die Windrichtung, mit Umlaufmessung oder mit Hallgeber? Das Projekt interessiert mich schon, könnten die Daten nicht auch mit einem NMEA0183 Viewer auf PC od. Tablet angezeigt werden?
Gruß, Jörg!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kartoffelbrei« (20. März 2018, 14:08)


  • »norbert-walter« ist der Autor dieses Themas

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Dienstag, 20. März 2018, 22:16

@Riggse

Vielen Dank für Dein Angebot. Ich weiß es sehr zu schätzen. Primär wollt eich erstmal schauen, ob es überhaupt ein Interesse gibt und lohnt die ganze Sache weiter auszubauen. Vom Aufwand und Kosten her ist es sehr überschaubar. Die Druckkosten sind winzig bei 28 Euro/kg für das Filament (Kunststoff). Mit allen gedruckten Teilen liege ich gerade mal bei 2,80 Euro (ca. 120g). Das bischen Elektronik dazu sind noch einmal 8 Euro. Die Kugellager und mechanischen Teile aus Alu ca. 35 Euro. Die Materialkosten betragen in Summe ungefähr 50 Euro. Einen Sensor habe ich jetzt zusammengebaut und ein zweiter folgt in Kürze. Der Hauptaufwand liegt in der Entwicklung und im Zusammenbau. Für den Zusammenbau braucht man 4h inklusive Löten der Platine. An einem Tag schafft man den Zusammenbau nicht, da die Kunststoffteile noch lackiert und einiges verklebt werden muss. Man könnte also inklusive der Arbeitszeit den Sensor für 250 Euro als Fertigteil verkaufen. Wenn man das Teil verkauft, dann muss es aber auch funktionieren, da 250 Euro ja auch nicht gerade wenig Geld sind. Daher muss noch vieles getestet werden, bevor es verkaufsfähig wäre. Wer möchte, kann natürlich alles selber machen und anschließend zusammenbauen und trägt das Risiko des Funktionierens selbst. Die Bauunterlagen würde ich sogar kostenlos zur Verfügung stellen. Der Zusammenbau ist aber auch nicht unkompliziert. Da habe ich einige Zeit rein gesteckt, bis die Mechanik mit der Elektronik richtig wollte. Die Frage ist, hätte jemand Interesse einen fertigen Sensor zu kaufen oder würde man den lieber selber als Bausatz zusammenbauen wollen? Momentan bin ich mir nicht sicher wie man weitermachen soll. Ich brauche da Euer feadback. Um ganz ehrlich zu sein, wäre mir ein Tester mit Programmiererfahrung willkommener. Das ist aber kein muß sondern eher ein nice to have. Ich will da nicht gleich nach 2 Tagen ja sagen ohne genug feadback zu haben. Du bist momentan der einzige der eine inhaltliche Mitarbeit konkret angeboten hat. Supi! Ich kann Dir den Sensor gerne zusenden, schaffe es aber nicht bis zum 30.03. die Platine fertigzustellen. Deine Neptun 20 hat doch sicherlich einen legbaren Mast. Da müsste man doch jederzeit was dranbauen können.

Sven89de hatte die richtige Assoziation. Der Sensor von Peet Bros diente mir als Vorbild. Er ist genial aufgebaut und tricky im Funktionsprinzip mit den beiden Reedschaltern. Ich habe mir die Patentunterlagen besorgt und die Sache genauer angesehen. Da ist mir dann aufgefallen, daß das Patent bereits ausgelaufen ist und das Funktionsprinzip damit für Jedermann frei nutzbar ist. Die Reedkontakte habe ich durch Hallsensoren ersetzt und an einen ESP8266 angebunden und fertig war der Windsensor. Die Software an sich ist simpel und läuft auf eine Zeitmessung hinaus. Das Funktionsprinzip ist so genial, das es mir unter den Nägeln brannte das Teil selbst zu bauen zumal ich ein sinnvolles Projekt für meinen neuen 3D-Drucker suchte. Ich hatte erst überlegt mir nur den Sensor ohne Auswerteelektronik von Peet Bros zu kaufen. Die bekommt man für ca. 120 Euro. Das wäre auch eine Option gewesen. Nur die Elektronik ließ sich da nicht integrieren. Das war mir wichtig wegen der unkomplizierten Installation am Mast. Es gibt auch jemanden der den Sensor an einem Segelboot nutzt, allerdings drahtgebunden. Er bietet auch eine Elektronik dazu an.

  • »norbert-walter« ist der Autor dieses Themas

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Dienstag, 20. März 2018, 22:29

@westwind1

Das WLAN reicht bis min. 50m im Freifeld. Da der Windsensor über Deck ist, sehe ich da kein Problem 15m Masthöhe zu erreichen. Ich kann es ja mal am Wochenende testen.

@Kartoffelbrei

Die POM-Lager mit Glaskugeln sind sehr interessant. Die müsste ich mal ausprobieren. Ich habe zwar gerade neue Kugellager bestellt aber dieser Typ ist sehr interessant. Prima Idee! Weiter so.

Der Windsensor unterstützt derzeit NMEA0183. Er sollte am Tablett laufen, sofern er die Telegramme versteht. Ich habe alle NEMA0183 Telegramme eingebunden die es gibt. Siehe hier: http://www.nmea.de/nmea0183datensaetze.html

Ich glaube wir müssen einmal Wellenvogel kontaktieren. Der hat genau das richtige Softwareprojekt "Raspi als Bordcomputer" dafür. Da müsste sich der Windsensor einbinden lassen. Er hat auch eine App die das kann was ich suche. Ich glaube das wäre der richtige Softwerker.

  • »norbert-walter« ist der Autor dieses Themas

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25

Dienstag, 20. März 2018, 22:52

Hier noch einmal der Link zu dem anderen Segler mit dem Peet Bros- Windsensor:



https://www.thingiverse.com/thing:2267926

Und hier die Elektronik dazu:

https://www.tindie.com/products/tkuehn/n…-pro-wind-vane/



Sehr interessante Kombi als drahgebundene version für NEMA0183.

chrhartz

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26

Dienstag, 20. März 2018, 23:18

Hallo Norbert,

sowas ähnliches habe ich vor Jahren auch mal realisiert, allerdings mit Bluetooth LE:

http://www.neptun22.de/forum/viewtopic.p…luetooth#p35119


Damals waren 3d Drucker noch nicht so populär (ich hatte jedenfalls keinen...) also habe ich alle
Teile mühsam per Drehbank und CNC-Fräse erstellt.

Eine Android-App hatte mein Bruder geschrieben. Wir haben das Projekt aber sein lassen, weil damals
der Bluetooth-Stack vom Android so grottenschlecht war und uns aus mehreren Gründen in die Suppe
gespuckt hat.

Ob das inzwischen besser ist, kann ich nicht sagen. Wenn man genügend Strom zur Verfügung hat,
ist WLAN sicher die bessere Alternative.

Witzig, ich denke die Tage gerade über die Wiederbelebung nach, weil der Raspi ja Bluetooth an Bord
hat und der Linux-Stack recht gut funktionieren soll und jetzt kommst Du mit Deinem Projekt zeitgleich! :)

Viele Grüße,
Christian
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27

Mittwoch, 21. März 2018, 00:45

Hallo Christian,

super cooles Projekt. Die Mechanikteile und die Elektronik sehen richtig gut aus. Du hast die Sensoren für Windrichtung und Speed aber getrennt. Was war der Grund für diese Bauweise? Nach welchem Prinzip misst Du die Windrichtung?

Eine Frage an Alle: hat jemand Zgriff auf eine CNC-Bearbeitungsmaschine und könnte Teile fertigen?

Wir haben zwar in der Firma 2 super 5-Achs CNC-Bearbeitungscenter. Leider darf ich die nicht nutzen. Ist auch eine andere Abteilung. Kommerziell fertigen lassen wird recht teuer. Aktuell fertigt mir ein Arbeitskollege privat die Drehteile (Stator und Haltefuß). Ich möchte ihn aber nicht überstrapazieren.

Bluetooth war für mich keine Option wegen der Reichweite. Es gibt zwar Class2 Sender/Empfänger bis 100m, nur kommen bei großer Reichweite schnell Verbindungsabbrüche zustande. 10m gehen gerade noch so. Das merke ich deutlich wenn ich per Bluetooth Musik auf mein Einbauradio im Boot streamen will. Da muss das Handy schon recht nah dran sein (max. 3m). Das liegt aber auch am Empfänger. Handys sind meist nicht Class2 fähig. Da nützt ein toller Sender auch nichts, da der Rückkanal vom Handy zum Windsensor zu schwach ist. WLAN verbraucht heute auch nicht mehr viel. Der ESP8266 schluckt gerade man 0,6W wenn aktiv gesendet wird. Das tut er aber nur 1% der Zeit, da die Telegramme ultra kurz sind (1kB). Im Mittel liegt man bei 0,4W. Das sind bei 12V nur 33mA. Das schluckt allein ein sparsames Einbauinstrument ohne Sensor. Im Gegensatz zu Bluetooth ist man mit WLAN flexibler was die Kommunikation angeht. Mit dem Bluetooth-Stack rum zu programmieren ist ein Krampf. Für Netzwerktechnik gibt es massenweise Software und Bibliotheken. Ich habe betrieblich viel mit Netzwerktechnik zu tun und kenne mich da gut aus.

Das OpenPlotter-Projekt baut sehr auf Netzwerktechnik und ist super strukturiert. Die Macher wollen einen Gegenentwurf zu etablierter Technik mit offenen Standards bieten. Da sind coole Dinge möglich, u.a. MQTT via G4 Mobilenetz. Da kann man komplette Steuerungen mit aufbauen oder Telemetrie machen. So ähnlich wie in Homeautomation. Ich glaube das ist die Zukunft. Da wirkt NMEA2000 angestaubt.

Hier mal der Link: http://www.sailoog.com/openplotter

chrhartz

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28

Mittwoch, 21. März 2018, 10:59

Hallo Norbert,

Deine Idee mit der Nutzung der Spannung unterhalb der Durchlasspannung der Topllicht-LED finde ich genial,
da muss man erstmal drauf kommen!

Ich hatte mir damals die Anemometer-Schalen bei Peet Bros bestellt und sie dann in mein eigenes Drehteil
eingeklebt. Das Anemometer ist erst nach dem Windrichtungsanzeiger entstanden, weil sich die Nutzung der
bereits fertigen Platine einfach angeboten hat.

Bei mir läuft ein BLE113 Modul von Bluegiga und fragt einen vierquadranten Magnetfeldsensor von AMS
zyklisch ab. Entsprechend sitzt ein diametraler Magnet auf der Achse und die Drehung wird direkt mit 12 Bit
Auflösung gemessen.

Die Achse ist bei mir aus Messing und läuft unten auf einem Saphir mit konisch geschliffener Vertiefung.
Oben ist sie mit einem IGUS Gleitlager gestützt. Der bekannte Windex ist ganz ähnlich aufgebaut, nur sitzt
hier ein Saphir oder Rubin oben und unten das Gleitlager vermutlich aus Sinterbronze o.ä.

Meine Versuche damals mit Kugel- oder Gleitlagern waren nicht leichtgängig genug. Mit dem Saphirlager
richtet sich die Windfahne bei Windstille wie ein Kompass nach Norden aus, so leicht läuft sie. Der Grund
dafür ist der diametrale Magnet, ich hatte ganz schön gestaunt als ich den Effekt das erste Mal bemerkte.

Bluetooth hat nur eine begrenzte Reichweite, das stimmt natürlich. Es gibt aber auch longrange Module
von Bluegiga, die kommen über 300 m weit. Man braucht auch keine ständige Verbindung, sondern kann
die Module im Advertising-Modus laufen lassen.

Ich hatte damals auf die ständige Verbindung gesetzt, das war mein Fehler. Bzw. der von Android, durch
den grottigen BT-Stack hatten wir einen viel zu hohen Stromverbrauch, unterschiedliches Verhalten bei
verschiedenen Smartphones und Verbindungsprobleme.

Ich habe im Maker-Space Zugriff auf einen EOS-Sinterdrucker. Die nehmen dort 70 Cent pro ccm. plus
1 EUR pauschal pro Teil für die Reinigung. Das Material ist weißes PA12. Das sollte auf jeden Fall für die
Mechanikteile funktionieren.

PLA in schwarz wird sich beim ersten Sonnenstrahl nach unten biegen. Das habe ich bereits mehrfach
getestet. Weiß könnte funktionieren, meine Gardinenhalter habe ich mit Perlmuttfarbe gedruckt, die halten
jetzt das dritte Jahr ohne Ermüdungserscheinungen.

Viele Grüße,
Christian
Neptun 20, Segelnummer 950, Honda 5BFU, Liegeplatz Bernau/Chiemsee

Kartoffelbrei

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29

Mittwoch, 21. März 2018, 12:36


Meine Versuche damals mit Kugel- oder Gleitlagern waren nicht leichtgängig genug.


Ich verwende die POM/Glas-Lager in meinem Spiegelteleskop zur lateralen Lagerung des Hauptspiegels. Die sind schon sehr leichtgängig. Außerdem glaub ich (von mir ausgehend) unterhalb einer bestimmten Windstärke ist die Anzeige für Segler eher uninteressant. ;)
Gruß, Jörg!

chrhartz

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30

Mittwoch, 21. März 2018, 18:04

Ich hatte mir damals einen neuen Windex gekauft und den als Maßstab für die Empfindlichkeit herangezogen.

Als ich nach etlichen Versuchen mit Gleitlagern auch nicht annähernd an den Windex herankam, habe ich ihn
zerlegt und besagte Konstruktion aus Saphir, Stahlachse und Sinterlager vorgefunden.

Ein Saphir hat mich bei Amazon 11 EUR inkl. Versand gekostet. Wartungsfreier und einfacher geht es doch
gar nicht. Wären Lager billiger, besser und zuverlässiger gewesen, hätte der Hersteller des Windex sicherlich
welche verwendet.

Viele Grüße,
Christian

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31

Mittwoch, 21. März 2018, 18:20

Gratulation! Sehr interessantes Projekt. Leider fehlt mir entsprechendes Fachwissen.
Gäbe es auch eine Möglichkeit, die drahtlosen Daten solcher Sensoren, insbesondere für Wind, mit überschaubaren Kosten dann in ein NMEA 2000 einzuspeisen?
Viel Erfolg mit dem Projekt!
Beste Grüsse
Daniel

chrhartz

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32

Mittwoch, 21. März 2018, 19:09

Hallo Daniel,

mit einem Raspberry Pi und OpenPlotter als Software sollte es gehen. Für die Lösung von Norbert würde man
über Wlan reingehen und über einen N2K USB-Dongle ausgeben. Bei der BT-Lösung würde man entsprechend
über BT einspeisen.

Mit BT habe ich beim Raspberry noch überhaupt nichts gemacht, da muss ich mich auch erst einarbeiten. Ich habe
aber gesehen, dass Node-Red BT unterstützt und das Auslesen der Advertising-Daten von Bluetooth LE recht
einfach gehen müsste.

Ich muss den Karton mal aus dem Keller holen und das Projekt von vor vier Jahren wiederbeleben. Vielleicht geht
es ja mit dem Pi besser, wer weiß?

Viele Grüße,
Christian
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Mittwoch, 21. März 2018, 19:29

@Christian

Saphirlager sind natürlich viel Reibungsärmer. Beim Windex ist das die erste Wahl auch wegen dem geringen Gewicht. Sonst dreht sich da nix. Die Lager müssen aber sauber mechanisch ausgeführt sein. Ich hatte anfangs auch Bedenken Kugellager zu benutzen. Die sind aber nicht so schlecht wie anfangs gedacht. Du kennst sicherlich die Fingerspinner zum Drehen. Gute Teile laufen butterweich und nahezu ohne Reibung. Meine Tochter hat so ein Teil. 08/15-Kugellager gehen da natürlich nicht. Aufgrund des höheren Gewichts der Fahne finde ich das Kugellager passend. Ist die Anströmfläche groß genug und weit hinten, so dreht sich die Fahne sehr leicht. Daher ist meine Fahne etwas größer. Anfangs hatte ich sie kleiner. Da reagierte sie nicht so gut. Bei den kurzen kleinen Teilen ist das schon kritischer mit der Lagerreibung. Da gebe ich Dir Recht.

Ich habe die Kugellager getestet und für gut befunden. Durch die höhere Massenträgheit ist die Fahne auch recht stabil und ruhig. Kann von Nutzen sein, wenn sie mit einem Autopilot gekoppelt werden soll. Die kleinen nervösen Teile sind da sehr unruhig und man muss die Mittelung hochdrehen, um ruhige Werte zu bekommen. Im Wellengang hällt das Lager auch mehr aus. Zudem interessiert mich bei Schwachwind nicht wirklich die Windrichtung. Mein Kahn reagiert da überhaupt nicht drauf geschweige denn, dass ich ihn in die richtige Richtung bekomme. Die Idee mit den POM-Kugellagern und den Glaskugeln ist interessant. Die würde ich noch einmal verfolgen, da sie ohne Änderungen in mein Konzept passt.

Vergleicht man den Clipper Windsensor, so wiegt der auch schon 200g und der verwendet glaube ich auch Spitzenlager.

@Daniel

Theoretisch ist das auch möglich in ein NMEA2000-Netz einzuspeisen. Da benötigt man allerdings ein Gateway von WLAN nach NMEA200 (CAN-Bus). Das kann dann auch ein ESP8266 sein der die WLAN-Daten empfängt und nach CAN-Bus umsetzt. Sowas steht auch auf meiner Agenda, allerdings erst später.

Christian hat Dir eben auch eine Lösung gezeigt. Die ist zwar aufwändiger dafür aber sofort verfügbar.

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34

Mittwoch, 21. März 2018, 20:58

Danke Christian und Norbert für diese Hinweise.
Verfolge das Projekt gerne weiter und warte mal ab, bis das konkreter wird. Muss jetzt erst mal Plotter und Netzwerk auf- und einbauen.
Beste Grüsse
Daniel

34fuss

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35

Mittwoch, 21. März 2018, 22:12

Noch ein Gedanke zur Lagerung und Genauigkeit:

Um eine gute Reproduzierbarkeit zu erhalten würde ich eine Wirbelstrombremse mit vorsehen, deren Bremstwirkung zumindest bei höheren Drehzahlen die Reibung der Lager deutlich übersteigt. Die Drehzahl wird dann im Wesentlichen davon bestimmt und nicht von der Reibung. Zudem ist deren Effekt ist kaum temperaturabhängig.
Und die dann geringere Drehzahl schont ja auch die Lager.

36

Mittwoch, 21. März 2018, 22:31

Hier gibt es eine bereits fertige und m. E. sehr praktikable Lösung für die Windanzeige auf dem Smartphone:
http://www.navis-anemometers.com/pdf/win…_anemometer.pdf

http://www.navis-anemometers.com/pdf/win…_anemometer.pdf

Die Datenübertragung erfolgt drahtlos per Bluetooth. Eine Knopfbatterie ist oben im Geber eingesetzt. Hält 2 Jahre, dann auswechseln.

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Mittwoch, 21. März 2018, 23:26

@hf

Sieht ganz gut aus die Lösung. Liegt preislich bei 312 Euro mit MwSt inklusive Versand und kommt aus Slowenien. Leider kann man die Daten nicht in Navisoftware einbinden. Als lokale Wetterstation sicherlich gut zu gebrauchen. Ob Bluetooth die richtige Wahl ist weiß ich nicht. An meinem Solar-Wechselrichter am Haus gibt es auch eine Bluetooth-Verbindung zum Daten auslesen und zur Fernwartung. So richtig gut funktioniert das allerdings nicht. Die Reichweite geht nicht über 10m trotz Class1 Bluetooth-Dongle.

@34fuss

Eine Wirbelstrombremse braucht man am Windsensor nicht, da die rückwärts laufenden Löffel die Rotationsgeschwindigkeit bremsen. Ein überdrehen findet eigentlich nicht statt. Der Theorie nach dreht das Löffelrad bei Windstärke 12 (140 km/h) mit 33 U/s oder 1980 U/min. Das ist recht wenig. Ich dachte auch, dass da mehr zusammenkommt. Theoretische und reale Werte stimmen ziemlich gut überein. Die Reibung kann man vernachlässigen. Das Löffelrad sollte aber gut ausgewuchtet sein. Das ist beim Zusammenbau auch etwas tricky. Sonst kann es bei höheren Drehzahlen zu Vibrationen kommen die sich auf den Mast übertragen.

Mich wundert eigentlich, dass so viele Wert auf eine leichtgängige Lagerung legen. Die Frage ist doch ab welchem Wind will man überhaupt Messwerte haben? In meinen Augen ist die Windstärke bis 1Bf völlig uninteressant und die Windrichtung eigentlich auch, da der Wind lokal sehr unbeständig ist und eher aus allen Richtungen kommen kann. Ich schaue da lieber auf das Wasser und beobachte die Wind-Kräuselungen. Die sind viel aussagekräftiger als irgend ein Messgerät. Da drüber kann es interessant werden um den Trimm zu verbessern und die Auswirkungen zu sehen. Den sieht man aber eher beim Speed durchs Wasser. Bei langen Schlägen interessiert auch die Windhistorie ob der Wind beständig ist dreht oder eher abnimmt. Davon ist die weitere Kursplanung und die Ankunftszeit am Zielort abhängig. Ich glaube die Reibung wird hier etwas überbewertet. Oder seht Ihr das anders?

Ach so, was mir noch einfällt. Die Ausbalancierung der Fahne hat einen entscheidenden Einfluss auf die Lagerreibung. Ist die Fahne nicht exakt im Schwerpunkt ausbalanciert so ist sie nicht leichtgängig, da das Lager sich verkantet. Das merkt man schon sehr deutlich. Daher kann ich am Windsensor das Gegengewicht über die Gewindestange auf der das Gewicht sitzt genau einstellen.

chrhartz

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38

Donnerstag, 22. März 2018, 01:40

Hallo Norbert,

der Chiemsee beispielsweise ist ein ausgesprochenes Schwachwindrevier. Da könnte eine Anzeige
unterhalb 1 Bft schon Sinn machen. Aber egal, die Lagerung hattest Du für Dich ja bereits gelöst und
ich bin mit meinem Saphirlager vollauf zufrieden.

Bei der BT-Lösung kam ich bei einer stehenden Verbindung mit durchschnittlich 80 Mikroampere hin.
Das ist natürlich im Advertising-Modus noch viel geringer.

Man benötigt nur das BT-Modul, einen Halter für eine Knopfzelle und den Sensorchip für den Magneten.
Das ist mit 25 EUR inklusive der Platine und Kleinkram bereits abgedeckt. Die Mechanik kommt natürlich
noch dazu und die ist ja relativ aufwändig.

Hier gibt es auch so eine lustige Entwicklung, die eher selbergebaut aussieht:
http://www.sailtimerwind.com/


Viele Grüße,
Christian
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pi3412

Smutje

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39

Donnerstag, 22. März 2018, 10:06

Hi Norbert

Cooles Projekt!
Du verwendest genau die Technik, die ich auch einsetze: Billige ESP8266 um die NMEA0183 Daten über WLAN zu verteilen.
Bei mir war der Auslöser ein defekter FURUNO GPS Empfänger von meinem Kartenplotter, beziehungsweise der Preis für den Ersatz.
Als DIY Ersatz habe ich mir in China einen Ublox GPS Empfänger bestellt. Der sich leider als Fake entpuppt und hat die für NMEA0183 notwendigen Einstellungen (Baud Rate, ausgegebene NMEA Sentences) nach einem Stromunterbruch nicht behalten. Die Empfindlichkeit ist aber deutlich besser als in den alten SIRF Empfängern und ausserdem erkennt er die GLONAS Satelliten.
Um das Teil nicht auf den Müll werfen zu müssen habe ich einen ESP8266 (WEMOS D2 mini lite) angehängt, der gerade herumlag. Der holt sich auf einer seriellen Schnittstelle nun die Daten mit 9600 baud vom GPS und gibt sia auf einer zweiten seriellen Schnittstelle gefiltert und leicht umformatiert mit 4800 baud an den RS422 Treiber aus. Und da der ESP8266 ohnehin eine WLAN Schnittstelle eingebaut hat, werden die Daten auch per UDP in die Landschaft geflutet. Da können sie beispielsweise von OpenCPN verwendet werden, das auf dem Laptop für die redundante Navigation läuft.

Mein Plan ist, weitere Sensoren zu bauen, z.B. für die Aupufftemperatur und den Luftdruck. Die sollen dann per MQTT (NMEA2K kommt mir nicht in die Hütte) auf einen Orange-PI landen. Da werden sie in einer InfluxDB gesammelt und können bei Überschreitung von Grenzwerten auch Alarm auslösen.
Viel Erfolg & Grüsse

Pierre

40

Donnerstag, 22. März 2018, 10:40

Ist ja ein wirklich cooles Projekt.
Ok - ich versuche mal, avnav dazu zu überreden auch die Winddaten anzeigen zu können.
Hat jemand ein paar NMEA-Testdatensätze (vorzugsweise MWV)?
Sonst muss ich mir die selbst basteln....

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