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Windstärken

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21

Donnerstag, 17. Mai 2018, 21:10

Hallo Riggse,
mit den Daten des Herstellers, die Du angehängt hast, kann man Deine Fragen ja schon fast beantworten. Insbesondere das angehängte pdf verdient ein wenig Aufmerksamtkeit.
Zunächst steht in dem Prospektschnippsel, dass der Betriebstemperaturbereich von -25° bis +65° beträgt, und die Selbstentladung bei 2% im Monat liegt. Von daher steht dem Überwintern im Boot doch nichts entgegen.

Blicken wir in das pdf: Gut zu erkennen ist, wie die Höhe des Entladestroms die entnehmbare Ladungsmenge beeinflusst (was hier allerdings gar nicht die Frage war...). Daneben ist beschrieben, wie die Kapazität mit sinkender Temperatur abnimmt - was für Deine Frage egal ist, denn das Boot ist ja nicht in Betrieb, die Verbraucher sind abgeklemmt oder -geschaltet.

Im Diagramm unten links ist der Zusammenhang von Entladetiefe und erreichbarer Zyklenzahl wiedergegeben. Man erkennt, dass der Hersteller das Ende der Lebensdauer für erreicht hält, wenn nur noch 60% der Kapazität vorhanden sind. Bei 50% Entladetiefe erreicht die Batterie etwa die doppelte Zyklenzahl wie bei 100 %. Man könnte nun vermuten, dass es so eine Art maximal entnehmbare Energiemenge gibt, bis die Batterie ihr Lebensdauerende erreicht; dass dem nicht ganz so ist, zeigt der Wert für 30% Entladetiefe, denn hier steigt die Anzahl der Zyklen leicht überproportional an.
Und was ist bei ganz geringer Entladetiefe, so 10%? Hält die Batterie dann 5.000 Zyklen? Dafür gibt es keinen Messwert, und (hier spekuliere ich mal) vermutlich hat auch der Hersteller keinen. Der Grund dürfte sein, dass eine solch geringe Ladetiefe für die Praxis wenig Bedeutung hat. Werden Batterien immer nur zu wenigen % entladen, so sind sie schlicht überdimensioniert (ich rede hier nicht von Notstromanwendungen, da ist das anders).

Aber was willst Du auch mit 5.000 Zyklen? Das Diagramm unten rechts zeigt, dass eine Batterie auch schlicht durch Alterung verschleißt, und zwar deutlich temperaturabhängig.

Meiner Meinung nach hast Du eine Batterie zu viel an Bord.

Gruß
Robert

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22

Freitag, 18. Mai 2018, 12:19

Hi,

wenn im Winter fast keine Selbstentladung stattfindet, warum soll dann der Akku an ein (Erhaltungs)Ladegerät? Ob in der ganzen Zeit 3 oder 8 Atome dauerhaft Ihre Fähigkeit zur Elektronenabgabe verlieren ist für die Gesamtlebensdauer m.M. nach unerheblich. Gerne lasse ich mich durch nachvollziehbare technische und chemische Argumente eines Besseren belehren.

In den Spezifikationen bzw. Anleitungen/Dokumentationen vom Hersteller zu meinen AGM-Akkus wird empfohlen die Akkus regelmäßig über einen kennliniengesteuerten Lader mit entsprechenden Vorgaben zur Burst und Floatspannung zu laden.
Leider wird nicht genau definiert was "regelmäßig" bedeutet.
Aber was auch beschrieben ist: Das entladen ist nicht so sehr kritisch, solange man bestimmte Rahmenparameter (Entladeströme nicht zu groß, Entladetiefe) einhält.
Lädt man den Akku über ein, zwei Tage nach Entladung nicht zu 100% voll und entnimmt auch immer wieder, dann empfiehlt die Dokumentation eben die "ordentliche" Kennlinienladung um den Akku zu "100%" vollzuladen.

Für den Winter: Dauerhaftes Anklemmen an ein Ladegerät würde ich nicht machen. Regelmäßige Kontrolle der Ruhespannung und evt. alle drei Monate mal eine ordentliche "Kennlinienladung".
Für den Sommer: Nachts laden schadet nicht, weil man dann näher an den temp. Specs sitzt. Sehe ich auch so. Sitzt man mal nach nur zwei oder drei Tagen am Landstrom zur ordentlichen "Kennlinienladung" dann ist das wohl kein Beinbruch.
Hat man weniger als 10% aus dem Akku entnommen und hängt ihn nach Segeltag wieder an´s Ladegerät ist das nun auch nicht sooo dramatisch. Ein ordentlicher Kennlinienlader erkennt doch wann er die nächste Phase der Kennlinie abarbeiten muss.

Grüße

Andreas
Jahrzehntelang haben sie die Kriegsgeneration gefragt, wie das alles passieren konnte.
Jetzt glauben sie jeden Mist aus dem Internet, schimpfen auf die Lügenpresse, verachten das Politikerpack, pöbeln gegen Flüchtlinge,
verunglimpfen den Rechtsstaat und wählen eine "Alternative für Deutschland".
So passiert das!

23

Freitag, 18. Mai 2018, 12:21

Hallo Robert!
Vielen Dank für die lange Information.
Das mit dem Überwintern hatte ich auch so gesehen und mir vor dem Kauf sogar schon das Datenblatt senden lassen um das abzuklären. Daher war ich dann ja recht perplex als mir neulich gesagt wurde, dass ich so meine Batterie meucheln würde. Nun, dann weiss ich ja nun, wie ich diese Info einordne....
Zu gross dimensioniert ist die Bank nicht. Zwar wird die Batterie meist nur kurz beim Ein/Auslaufen benutzt.
Aber es kommt immer wieder vor, dass der Wind einschläft oder man am nächsten Morgen bei Flaute heim muss. Auch haben wir hier lange Schilfkanäle als Zufahrten.
Der Motor zieht max 30A. In der meistgenutzten Stufe 20A.
Wenn ich nur eine Batterie hätte, dann wäre das schon knapp.
Auch würde die dann ca c3-c4 Dauerbelastung die Batterie mehr stressen. Und die reale Kapazität läge bei der hohen Last in Relation zur Kapazität durch den Peukertfaktor noch geringer.

http://www.polz.info/peukertcalculator/

So habe ich genug Reserven und strapaziere die Batterie weniger. Im prinzip wenn ich auf max 50% Entnahme gehe, komme ich auf ca 4-5 Std Fahrt. Das kann rasch mal beisammen kommen. Zumindest 2std/Tag und falls ich keine Auflademöglichkeit nachts habe, kann ich dennoch beruhigt mit Reserven "im tank" schlafen..... :)

Ps: andreas, Dir auch Danke für die Info. Wir haben gerade zeitgleich geschrieben. Sehe das genau so! :)
Lg!
Riggse

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Riggse« (18. Mai 2018, 12:34)


Gurli

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24

Freitag, 18. Mai 2018, 21:11

Hallo Andreas,

alle chemischen Reaktionen laufen bei tiefenTemperaturen langsamer ab als bei hohen, auch die Selbstentladung eines Bleiakkus. Insofern ist das Nachladen im Winter weniger relevant als im Sommer. Die Arrheniusregel spricht von Faktor zwei bis vier bei 10 Kelvin Differenz.
Eine halbwegs volle Batterie wird in einem normalen Winter auch nicht einfrieren, denn bei vollen Batterien ist die Schwefelsäurekonzentration relativ hoch und der Übergang in den festen Zustand erfolgt erst bei weit unter –40 °C.
Ob man jede verbrauchte Ah sofort wieder nachlädt, sollte einer guten Batterie egal sein. Wenn sie es nicht auch mal eine Weile auf 90 % aushält, taugt sie nichts.

Grüße

M.

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