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pf

SF-Schiffsbarde

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1

Dienstag, 14. August 2018, 19:32

Erdungsplatte nötig bei Einbau Edelstahltank in GfK-Boot?

Weil ich meinen Kunststofftank (ca. 32 l) nach dem Winter säubern muss, eine Inspektionsluke nicht vorhanden ist, sondern der Anschlussdeckel dazu abgeschraubt werden muss, hier aber nur Blechschrauben in den Kunststoff greifen, er nach ein paar Mal öffnen ausgeleiert ist und nicht mehr dicht schließt, spiele ich mit dem Gedanken, mir einen Edelstahltank anzuschaffen.

Frage: Muss ich dann bei meinem GfK-Boot eine Erdung herstellen? Wenn ja, wie? Ich habe den Edelstahleinfüllstutzen, dann komt die Kunststoffverbindungsleitung mit Drahtgewebe zum Tank. Eigentlich hätte ich gedacht, da kann nichts passieren. Aber dann hört man von Unfällen beim Betanken, weil beim Einstecken des Tankrüssels in den Tankstutzen Funken geflogen sein sollen. Insofern bin ich verunsichert, ob hier jetzt eine Erdungsplatte oder sonst ein Anschluss an Minus der Batterie notwendig ist.

Wie immer herzlichen Dank für jeden Input.
...und nur wer wagt, gewinnt das Leben...

Peter


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Trailerfux

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2

Dienstag, 14. August 2018, 19:37

Tankst Du Benzin?
-- Fehlende Praxis ist theoretisch kein Problem.--

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3

Dienstag, 14. August 2018, 19:49

Sorry, ja. Der Tank versorgt meinen im Schacht sitzenden Außenborder.
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Peter


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4

Dienstag, 14. August 2018, 23:35

Einen Benzintank würde ich unbedingt erden, da die beim Betanken enztstehende statische Aufladung abgeführt werden muss. So aufwändig ist dies nicht. Im Endeffekt hängt es natürlich von dessen Größe und der Fullzeit ab.
Gruß

pf

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5

Mittwoch, 15. August 2018, 06:36

@ohlson38:

Der Tank hat 35 l.

Wie erde ich den Tank denn? Es gibt ja diese halbrunden Erdungsplatten. Einfach neben den Tank in die Backskiste aufs Gfk kleben und mit einem Kabel zum Gehäuse des Tanks verbinden? Oder eine Kabel vom Tank zu Batteriemasse? Was für einen Kabelquerschnitt rechne ich so grob? ?(
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Peter


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DieterRS

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6

Mittwoch, 15. August 2018, 07:39

Bitte Aufpassen ....Alles muss geerdet sein. Tank,Einfüllstutzen usw.
Die müssen auf einen zentralen Erdungspunkt und der MUSS beim Tanken mit einem Erdungskabel vor dem Betanken mit der Erdung der Tankstelle verbunden sein.
Erdung sollte min 10mm² haben

Ich würde mir das mit dem Tank dringend nochmal überlegen
Dieter

----------
Ich hab' gehört, Du triffst nicht mal das Wasser, wenn Du aus 'nem verdammten Boot fällst.

7

Mittwoch, 15. August 2018, 07:51

Wenn es keinen Rumpdurchbruch in irgendeiner Art gibt dann setz zB einen dicken Bolzen durc( den Rumpf, natürlich mit Dichtmasse eingesetzt. Als Kabel habe ich bei uns an Bord etwa 16 mm2 genommen. Länge ist bei uns ca 80 cm. Wichtig ist die Kabelschuhe korrekt und sicher zu pressen.
Auf die Erdung des gesamten Systems wurde schon hingewiesen.
Gruß

pf

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8

Mittwoch, 15. August 2018, 08:05

Super, das ist ja genau das, was ich nicht wollte :(

Darf ich trotzdem nochmals nachfragen:

1. Müsste ich meinen Kunststofftank (der ja auch über einen Edelstahlttankstutzen befüllt wird) auch erden -in dem Falle also nur den Edelstahleinfüllstutzen?
2. Muss der Rumpfdurchbruch unterhalb der Wasserlinie sein oder geht irgendwo (z.B. dann am Heck, da stört es nicht oberhalb der Wasserlinie)?

Dann habe ich noch nie ein Erdungskabel bei einer Tankstelle gesehen. Ich tanke regelmäßig in Enkhuizen oder Heeg an einer am Wasser gelegenen Tankstelle für Boote. Oder gibt es einen Punkt, auf den ich noch nie geachtet habe, an den ich selbst ein Kabel beim Tanken anschließe? Dann müsste ich also einen Anschluss bei mir vorsehen, dort ein Verlängerungskabel zum Tanken anschließen, das dann verbinden und dann erst den Tankeinfüllstutzen in den Tank setzen? (Ich hab ja schon einige Mobos Benzin tanken sehen, aber ehrlich gesagt nie bemerkt, dass jemand ein Erdungskabel gelegt hätte (| )

EDIT: Kann ich das Problem umgehen, wenn ich über den Tankrüssel einen Kunststoffschlauch ziehe, bevor ich ihn einstecke? Dann sollte ja Funkenflug nicht möglich sein?
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Peter


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9

Mittwoch, 15. August 2018, 08:31

Moin,
Erdung sollte min 10mm² haben
warum das denn? Fließen dort so gewaltige Ströme? Ich hätte gedacht, dass man es bei diesen elektrostatischen Sachen mit einigen kV zu tun hat, aber nicht gerade mit mehreren Ampere.
Gruß
Robert

gelan

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10

Mittwoch, 15. August 2018, 09:08

Moin,
Erdung sollte min 10mm² haben
warum das denn? Fließen dort so gewaltige Ströme? Ich hätte gedacht, dass man es bei diesen elektrostatischen Sachen mit einigen kV zu tun hat, aber nicht gerade mit mehreren Ampere.
Gruß
Robert
Ich bin zwar kein Elekro Ing., aber in der Luftfahrt (und hier ist wirklich alles Reglementiert) sind die Erdungskabel geschätzte 2,5 mm2. Wie Robert schon sagt, es sollte dort keine große Ströme Fliesen, wenn ja dann ist da was Oberfaul.
Über den Wind können wir nicht bestimmen,
aber wir können die Segel richten.
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norbert-walter

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11

Mittwoch, 15. August 2018, 09:12

Hi,

das ist das selbe Problem wie beim Auto mit Metalltank. Der Tank ist mit der Karosse elektrisch verbunden. Geerdet wird über den Einfüllstutzen aus Metall beim Betanken. Eine extra Erdung mit Kabel bei Betanklen ist nicht notwendig. Das wird nur bei Tankfahrzeugen mit großen Durchflußraten gemacht oder bei Booten mit großem Tankinhalt. 10mm² sind als Erdung viel zu groß, schaden aber nicht. 2,5,mm² sollten völlig ausreichen. Es geht nur um die ESD-Entladung. Im Boot erdest Du den Tank auf den Kiel. Du hast ja ein Schwertboot. Wo man da erden kann weiß ich nicht. Eine alleinige Erdung auf die Batterie würde ich nicht vornehmen. Eigentlich würde es reichen, wenn der Tank und der Einfüllstutzen elektrisch verbunden sind. Dann erdest Du beim Betanken über die Zapfpistole. Die Zapfpistole saugt vorher die Luft ab, bevor Benzin fießt und beginnt dann die Betankung. Die Tankeinrichtung erkennt auch selbständig Entladungen und startet den Tankvorgang erst nach einem Potenzialaustausch.

Norbert

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12

Mittwoch, 15. August 2018, 09:18

@norbert-walter:

Hi Norbert, elektrisch verbunden ist aber mehr als ein Kabel zwischen Einfüllstutzen und Tank?

Habe ich das richtig verstanden, dass das Problem nicht der Einfüllstutzen an sich ist, sondern nur die Kombi Einfüllstutzen und Edelstahltank? Meine aktuelle Kombi Einfüllstutzen Metall und Kunststofftank ist also kein Problem?
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Peter


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13

Mittwoch, 15. August 2018, 10:14

Bei meiner Etap 28i, obwohl Diesel ist mit einem Edelstahltank ausgestattet. Der Tank und Einfüllstutzen sind auf den Motorblock "geerdet"
Der Motor dann auf den Kiel geerdet.

Grüße Marian

14

Mittwoch, 15. August 2018, 15:04

Super, das ist ja genau das, was ich nicht wollte :(

Darf ich trotzdem nochmals nachfragen:

1. Müsste ich meinen Kunststofftank (der ja auch über einen Edelstahlttankstutzen befüllt wird) auch erden -in dem Falle also nur den Edelstahleinfüllstutzen?
2. Muss der Rumpfdurchbruch unterhalb der Wasserlinie sein oder geht irgendwo (z.B. dann am Heck, da stört es nicht oberhalb der Wasserlinie)?

Dann habe ich noch nie ein Erdungskabel bei einer Tankstelle gesehen. Ich tanke regelmäßig in Enkhuizen oder Heeg an einer am Wasser gelegenen Tankstelle für Boote. Oder gibt es einen Punkt, auf den ich noch nie geachtet habe, an den ich selbst ein Kabel beim Tanken anschließe? Dann müsste ich also einen Anschluss bei mir vorsehen, dort ein Verlängerungskabel zum Tanken anschließen, das dann verbinden und dann erst den Tankeinfüllstutzen in den Tank setzen? (Ich hab ja schon einige Mobos Benzin tanken sehen, aber ehrlich gesagt nie bemerkt, dass jemand ein Erdungskabel gelegt hätte (| )

EDIT: Kann ich das Problem umgehen, wenn ich über den Tankrüssel einen Kunststoffschlauch ziehe, bevor ich ihn einstecke? Dann sollte ja Funkenflug nicht möglich sein?


Die Tankanlage einer TS ist immer geerdet aber es gibt dort keine Erdungspunkte, an den man zB Fahrzeuge anschließen könnte. Das ist bei Autos auch nicht notwendig, da dort, wie schon ausgeführt, die Ableitung "eingebaut" ist.

Die Betankung von Kunststofftanks ist dort nur zulässig, wenn diese auf dem Beton stehen und die zulässige Größe des Tanks nicht überschritten wird; dabei geht man davon aus, dass die elektrostatische Aufladung nicht zu groß wird.

Das Problem ist deutlich größer als manche es mögen: grundsätzlich unzulässig ist das Betanken eines Bootes auf dem Trailer in den Plastikbootstank. Die statische Aufladung kann dann nicht abgeleitet werden, sondern das Boot ist um Größenordnungen zu stark isoliert (Tank zu Boot, Boot zu Trailer, Trailer zur Oberfläche). Es sind ausreichend Unfälle beim Betanken von Booten auf Hängern dokumentiert.
Gruß

norbert-walter

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15

Mittwoch, 15. August 2018, 15:14

Hallo Peter,

Das Problem sind elektrische Aufladungen zwischen dem Boot an sich und der Tankanlage. Beim Tanken soll die elektrostatische Aufladung abgeleitet werden bevor die Betankung beginnt. Der Metalleinfüllstutzen wäre der elektrische Ableiter über die Zapfpistole. Wenn bei Dir nur ein Kuststofftank, eine Kunststoffzuleitung zum Tank und ein Metalleinfüllstutzen besteht, muß man keine besondere Erdung vornehmen, da ja der Einfüllstutzen im GFK isoliert ist und keine elektrische Verbindung zum Tank hat.

Willst Du einen Metalltank mit Kunststoffzuleitung und Metalleinfüllstutzen verwenden, so wird der Tank mit dem Einfüllstutzen elektrisch verbunden und das Ganze im Kiel geerdet (bei Dir dann halt nicht am Kiel geerdet und offen gelassen). Das selbe ist ja im KFZ. Deine Räder isolieren die Karosse zum Boden. Das Auto kann aber statisch aufgeladen sein und die Ladung nicht loswerden. Daher der Potenzialausgleich. Bei einem GFK-Boot ist die Hülle aber niemals aufgeladen, da sie ständig mit dem Wasser verbunden ist.

Norbert

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16

Mittwoch, 15. August 2018, 15:34

Herzlichen Dank für die beiden Rückmeldungen.

Ich glaube, langsam fange ich an, die Sache zu verstehen:

Das Problem ist also, wenn ich es richtig verstehe, nicht oder nicht nur, dass der Tankrüssel der Zapfsäule aufgeladen ist, sondern dass durch das Tanken und Einfließen des Benzins eine elektrostatische Ladung entsteht. Wenn ich tanke, kann also eine elektrostatische Entladung in einem Metalltank erfolgen, wenn dieser nicht geerdet ist, was wohl (laienhaft gesagt) einen Minifunken geben kann, der bei Benzintanks selbige wegen der wohl leichteren Entzündlichkeit als bei Dieseltanks zum Explodieren bringen kann.

Warum das auch bei Plastiktanks an der Tankstelle passieren kann, habe ich noch nicht verstanden, aber ich nähere mich damit ja schon dem Thema.

@norbert-walter: Vielleicht können wir das Thema gelegentlich bei uns am Steg noch einmal ein wenig besprechen, damit ich vielleicht die Zusammenhänge noch besser verstehe. Denn mir fehlt jetzt noch der Übergang, wo der Unterschied, von Benzintank aus Kunststoff und selbigem aus Metall besteht, wenn schon das Tanken von Kunststofftanks auf dem Trailer explosionsgefährlich ist.


Nun werden ja fast überall diese halbkugeligen Erdungsplatten angeboten. Werden die wie eine Anode außen am Rumpf montiert, damit sie möglichst große Wasserverbindung zur Ableitung haben, oder werden diese innen im Rumpf unter der Wasserlinie montiert, wo dann ja nur die Schraube, mit der die Platte montiert wird, ins Wasser ableiten würde?

Vielen Dank für Eure Geduld.
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Peter


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norbert-walter

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17

Mittwoch, 15. August 2018, 16:20

Nochmal etwas deutlicher:

Beim normalen Tanken (Auto) entsteht keine elektrostatische Aufladung beim Tankvorgang. Die aktuell verbauten Kunststofftanks werden teilweise mit leitfähigem Lack beschichtet und können Aufladungen ableiten. Das Problem ist die statische Aufladung des ganzen Autos. Das ist den meisten bekannt und man merkt es bei trockenem kalten Wetter, dass wenn man aus dem Auto steigt eine "gewischt" bekommt, wenn man die Karosse berührt. Die Außenhaut der Karosse läd sich elektrostatisch über die Luftreibung beim Fahren auf. Der Decklack hällt dann die Ladung als Oberflächenladung. Je nach Situation kann es beim Tanken dann zur elektrostatischen Entladung kommen. Das ist bei Flugzeugen ebenfalls ein Problem

So was ähnliches kann beim Boot eigentlich nicht auftreten, da sich Oberflächenladungen über den Wasserkontakt abbauen. Mir ist kein Boot bekannt, bei dem ich durch elektrostatische Aufladung eine gewischt bekommen habe. Drer geschilderte Fall mit dem Boot auf dem Trailer ist wieder anders und entspricht eher dem aufgeladenem Auto. Bei der Fahrt kann sich die Außenhülle des Bootes durch den Fahrtwind ebenfalls aufladen. Durch die Bereifung ist der Trailer gegen Erde isoliert und kann die Ladung nicht ableiten. Beim Tankvorgang ohne vorherigen Potenzialausgleich kann es Probleme geben. Ein Kuststofftank läßt keinen Potenzialausgleich zu. Daher das Problem. Würde man das Boot im Wasser betanken besteht kein Problem, da sich die elektrostatische Ladung selbst abbauen kann.

Bei hohen Durchflüssen von großen Tanks kann das Benzin selbst die elektrostatische Ladung durch Reibung an den Schlauchwandungen und im Tank selbst erzeugen. Daher wird dort ein Erdungskabel verwendet, ebenso bei Flugzeugen.

Es gibt im Bootsbereich zwei Typen von Erdungen. Der erste Typ verbindet durch einen metallischen Durchbruch im Rumpf eine außen angebrachte Metallplatte oder eine Art Schwamm. Im Bootsinneren ist dann ein Gewinde an das die Erdungskabel angeschlossen werden. Alternativ kann ein metallischer Kiel verwendet werden der ja selber im Wasser hängt. Dies entspricht einer direkten verbindung zum Seewasser. Der zweite Typ von Erdung ist eine kapazitive Erdung über eine große Metallfläche die im Bodenbereich von GFK-Booten vorgenommen wird. Dazu gibt es spezielle Folien die man aufkleben kann. Ebenso gibt es leitfähige Farbe die das selbe bewirkt. Bei dieser Art von Erdung besteht kein Kontakt mit der Seewasserseite und es muss auch kein Durchbruch gemacht werden. Diese Erde dient allerdings nur für Funkanlagen bei elektrischen Hochfrequenzsignalen. Das Seewasser und die Metallfolie bilden dann einen Kondensator. Nur bei Wechselstrom bzw. Hochfrequenzsignalen (HF) von Funkanlagen ist diese Erdung leitfähig. Eine elktrostatische Entladung lässt sich über diese Erde nicht ableiten, da die Ladung statisch ist und nicht wechselt.

Wenn Du also eine Erdung zum Seewasser herstellen willst, benötigst Du einen Durchbruch durch den Rumpf. Alternativ kannst Du natürlich vor dem Tanken ein Erdungskabel ins Wasser hängen ;) .

Norbert

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Mittwoch, 15. August 2018, 16:37

@norbert-walter:

Super erklärt, herzlichen Dank! :danke:
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DieterRS

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19

Mittwoch, 15. August 2018, 19:10

Ich habe mich vielleicht nicht ganz so glücklich ausgedrückt.
Die ganze Strecke vom Einfüllstutzen bis zum Tank muss geerdet werden.
Und streng genommen musst du einen Potentialausgleich zwischen der Tankstelle und deinem Tanksystem herstellen.
Das gilt für alle Schiffe die mit Benzin betankt werden.
Der sicherste Weg ist ein Kabel das die Erdung der Tankstelle mit deinem Schiff verbindet.
Bei Bootstankstellen kann man das theoretisch auch übers Wasser machen . Bei Autotanken wie in Stavoren wird das wahrscheinlich nicht funktionieren.
Und da Unklarheit immer schlecht sind solltest du ein Erdungskabel mitführen um dein Schiff potentialmässig der Tankstelle angleichen.
Mit den genannten 2,5mm² solltest du klarkommen (die 10mm² sind für das System zuviel , Sorry)
Dieter

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20

Freitag, 9. November 2018, 13:52

Da für den einen oder anderen der Ausgang von threads interessant ist:

Der Aufwand war mir tatsächlich zu groß. Ich habe dann einen maßgeschneiderten Kunststofftank in Auftrag gegeben, der die Thematik für viel Geld, aber dafür auch perfekt löst. Lieferung soll Ende November sein, ich bin gespannt.
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