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1

Mittwoch, 8. Mai 2019, 20:57

Motormanagement DIY

Hallo zusammen,

wie angekündigt wollte ich ja noch einmal mein selbst gebautes Motormanagement vorstellen. Eigentlich wollte ich das schon viele früher machen aber der Windsensor hat mich doch viel mehr aufgehalten als gedacht. Es gibt mehrere Gründe warum ich mir ein Motormanagement selbst gebaut habe. Zum einen gibt es für alte Bootsmotoren keine vernünftigen Nachrüst-Sets und zum anderen sind die vorhandenen Anzeigen zur Überwachung des Einbaudiesels recht dürftig und beschränken sich meistens nur auf eine Drehzahlanzeige, Kühlwassertemperatur und die Motorbetriebsstunden. Im Boot meines Vaters gab es nur ein defektes Kombi-Instrument mit Drehzahl und Motorlaufzeit. Es musste ein Ersatz her, der leider nicht mehr zu beschaffen war und bei einem anderen Instrument viele Umbauaktivitäten nach sich gezogen hätte. Daher entschied ich mich für einen Eigenbau auf Basis des bewährten WLAN-Microcontrollers ESP8266, der ja schon im Windsensor seinen Dienst tut.

Als Anforderungen hatte ich folgende Liste:

* Messung der Motordrehzahl per optischen Sensor
* Messung der Wellendrehzahl per optischen Sensor
* Messung des Kühlwasserdurchflusses und der Temperatur im Seewasserkreislauf
* Messung des Kühlwasserdurchflusses und der Temperatur im Motorkreislauf
* Erfassung der Motorraumtemperatur
* Füllstandseekennung des Tankinhaltes
* Erfassung der Betriebsstunden des Motors
* Stromversorgung über 12V Bordnetz
* Datenübertragung per WLAN
* Datenprotokoll NMEA0183, teilweise mit kundenspezifischen Telegrammen
* Datenanzeige über OpenPlotter
* Einfaches Webfrontend zur Bedienung und Anzeige über Handy
* App mit gleichen Funktionen
* Wasserdichtes Gehäuse
* Einbauort im Motorraum für kurze Leitungen
* Alle Sensoren per Kabel angebunden
* Preis kleiner 120 Euro für Material

Das gesamte System habe ich vorletztes Jahr als Prototyp aufgebaut und im Boot meines Vaters installiert und im Sommerurlaub getestet. Ein Webinterface und eine App gibt es noch nicht, da ich vorerst die Daten über OpenPlotter auf einem 7"-Tablett anzeigen lasse. Grundsätzlich funktioniert das System und ich würde es perfektionieren und als Bausatz anbieten, wenn Interesse eurerseits besteht. Ich denke viele Besitzer alter Boote werden das selbe Problem haben und sich eine ähnliche Lösung wünschen.

Als Sensoren verwende ich günstige Geräte, die man über Ebay erwerben kann. Die optischen Sensoren sind Infrarot-Reflexlichtschranken mit Hintergrundausblendung und funktionieren gut als berührungslose Drehzahlmesser. Der Durchflusssensor ist ein Flügelradsensor der digitale Impulse für jede Drehung abgibt. Ich habe das Gehäuse ein wenig modifiziert und zusätzlich noch einen 1Wire-Temperatursensor mit eingebaut. So kann man sowohl den Durchfluss als auch die Temperatur messen. Der Temperatursensor für den Motorraum ist ebenfalls ein 1Wire-Sensor. Der Tankinhalt wird mit einem empfindlichen Drucksensor gemessen, der den statischen Druck der Flüssigkeitssäule über dem Sensor misst. Ich habe lange überlegt und gesucht, bis ich eine vernünftige und günstige Lösung dafür gefunden habe. In unserem Boot gibt es nämlich keine Tankanzeige und man muss ausschließlich mit Peilstab oder über die Betriebsstunden den Tank-Restinhalt bestimmen. Das ist sehr unpraktisch und ungenau. Daher suchte ich auch dafür eine Lösung. Die Betriebsstunden werden über die Motordrehzahl erfasst, sobald sich die Kurbelwelle dreht und langzeitsicher im EEPROM des ESP8266 abgelegt.

Fortsetzung folgt
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2

Mittwoch, 8. Mai 2019, 21:05

Fortsetzung:

Das endgültige Bedienkonzept soll genau so funktionieren wie beim Windsensor. Es wird also ein Webinterface geben wo man die Einstellungen vornehmen kann und sich die Daten anzeigen lassen kann. Das Webinterface muss allerdings noch programmiert werden. Es sollte recht zügig gehen, da die Basis ja die selbe wie beim Windsensor ist und alles schön modular aufgebaut ist.

Die Auswerte-Elektronik des Motormanagement besteht eigentlich nur aus einem ESP8266 und einem DC/DC-Wandler für die 5V-Stromversorgung und ein wenig Kleinkram drum herum. Als Gehäuse verwende ich etwas bessere Feuchtraum-Aufputzdosen wo alles drin untergebracht wird. Über wasserdichte PG-Verschraubungen werden die Kabel in die Dose geführt. So kann die Auswerte-Elektronik direkt im Motorraum unter gebracht werden. Als Versorgungsleitung wird nur ein 12V Kabel benötigt, das mit dem Zündschloss verbunden wird. Mehr ist nicht nötig. In OpenPlotter können dann die Messdaten je nach Vorlieben visualisiert werden. Soweit vorhanden benutze ich übliche NMEA0183 Datensätze. Einige nicht in NMEA0183 spezifizierte Informationen füge ich über kundenspezifische Telegramme ein.

Ich bin jetzt mal gespannt auf Eure Reaktionen und Meinungen. Wenn Interesse besteht, dann würde ich das weiter ausbauen, so dass man sich das selbst nachbauen kann oder als Bausatz oder Fertiggerät erwerben kann.

Norbert
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Trailerfux

Admiral

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Mittwoch, 8. Mai 2019, 21:43

Hut ab!
-- Fehlende Praxis ist theoretisch kein Problem.--

4

Mittwoch, 8. Mai 2019, 21:58

Hallo Norbert!

Ist ja interessant was Du Dir da ausgedacht und gebaut hast. Ich habe ebenfalls ähnliches gebaut und erprobt aber nicht so umfangreich. Da mir an meinem Dieselmotor keine vernünftige Möglichkeit einer hinreichend genauen Drehzahlerfassung zur Verfügung stand, habe ich mir einen Sensor gebaut der wegen der möglichen Störanfälligkeit optischer Abtastung alternativ mit einem Hall-Sensor funktioniert. (ich habe zuerst auch mit Infrarot experimentiert aber im realen Versuch als nicht so zuverlässig empfunden).

Meine Drehzahlanzeige ist so auf gebaut, dass diese schon rein optisch mit farbigen Drehzahbereichen gut aus einiger Entfernung abzulesen ist. Im Drehzahlmesser habe ich eine digitale Temperaturanzeige integriert, die gleichzeitig die Kühlwasserversorgung kontrolliert. Alles zusammen habe ich mein mit 3D-CAD erstelltem neuen Motorpaneel aus Alu eingebaut.

Mir war es wichtig, so wenig wie möglich und nur das was mir als unbedingt notwendig erscheint, zu implementieren. Weniger ist für mich machmal mehr. Grund dafür ist der Stromverbrauch solcher Gerätschaften. Wir haben ja keine unendlichen Batteriekapazitäten. So mein Ansatz.

Aber das was Du dort erstellt hast ist schon schön.
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

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5

Mittwoch, 8. Mai 2019, 22:17

@Lümmel:

Die Drehzahlmessung mit dem optischen Sensor funktioniert ganz gut. Ich habe die weißen Flächen aber nachträglich mit Alufolie überklebt, damit sie besser reflektieren. Wichtig ist, dass man einen Sensor mit Hintergrundausblendung verwendet. Der arbeitet mit gepulstem Licht und filtert statische Lichtquellen raus. So muss es nicht dunkel sein, damit der Sensor funktioniert. Selbst eine Taschenlampe direkt auf den Sensor gerichtet bringt ihn nicht aus dem Tritt. Ein Induktivsensor geht auch, ist aber wesentlich teurer. Alternativ könnte man noch mit Magneten und Reedkontakten arbeiten.

Die Anzeige läuft bei mir rein über ein Webfrontend. Man kann also selbst festlegen was man alles angezeigt haben möchte und ist theoretisch durch nichts limitiert, sofern man sich das selbst programmieren kann.

Norbert

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unregistriert

6

Mittwoch, 8. Mai 2019, 22:54

.

pf

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7

Donnerstag, 9. Mai 2019, 06:46

Hallo Norbert,

:bravo: Echt klasse und voll praxisbezogen. Hut ab!
...und nur wer wagt, gewinnt das Leben...

Peter


www.sy-boundless.net

gdb

Proviantmeister

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8

Donnerstag, 9. Mai 2019, 07:04

Zitat

Der Tankinhalt wird mit einem empfindlichen Drucksensor gemessen, der den statischen Druck der Flüssigkeitssäule über dem Sensor misst. Ich habe lange überlegt und gesucht, bis ich eine vernünftige und günstige Lösung dafür gefunden habe.


Ich habe ein ähnliches Problem mit unserem Wassertank. Unsere Tankgeometrie (mehrere Tanks im Boot verteilt und verbunden) ist in höchstem Grade nicht-linear und eigentlich einem einfachen Schwimmer oder vergleichbarem nicht zugänglich.

Daher habe ich auch dort die Idee mit der Druckmessung gehabt. Ein passender Sensor ist aber ein Problem (bezahlbar und im passenden Messbereich mit ausreichender Auflösung).

Darf ich fragen, welchen Du gefunden hast?

lg
Gerhard

F28

Salzbuckel

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9

Donnerstag, 9. Mai 2019, 08:57

Respekt. Ich werde das mal im Auge behalten.

(Eigentlich wollte ich sowas schon immer mal selbst in Angriff nehmen. Bin aber kein Elektroniker. Bei mir wäre da etwas rausgekommen, was wie der Fahrstand einer alten Dampfmaschine ausgesehen hätte. Viele analoge Anzeigegeräte für Druck und Temperatur, mit Heizungskeller-Ambiente.)
Gruß
F28

10

Donnerstag, 9. Mai 2019, 09:33

@norbert-walter:

Das mit dem frequenzmoduiertem Licht ist mir bekannt. Ich habe aber weitere Fehlerquellen gefunden und IF ist ja nicht ganz einfach, theoretisch schon aber in der Praxis ist es oft anders. Aber wenn Deine Lösung so funktioniert ist es ok - viele Wegen führen nach Rom.
Meine Hall-Sensor Lösung hat mich 2,49 € gekostet.

Gruß ronald
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

Moeritsen

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11

Donnerstag, 9. Mai 2019, 09:38

Moin Norbert,

dein Motormanagement ist eine coole Idee und ich würde, wie schon beim Windsensor, gern einen Bausatz beziehen wollen. Die Integration der Motordaten in Openplotter bzw. auch in Node-Red wäre eine schicke Sache. Wie man über Openplotter und SignalK Daten in Node-Red verarbeiten kann, weiß ich noch nicht, aber es soll gehen...
Ich persönlich brauche den Drehzahlmesser nicht, aber die Kontrolle über Durchfluss und Temperaturen der Kühlkreisläufe wäre ein echter Schritt nach vorn. Den Tankinhalt zu messen könnte bei mir schwierig werden, weil mein Tankdeckel am Cockpitboden sitzt. Wie hast du die Verkabelung des Drucksensors bei dir realisiert?
Bin gespannt, wie es weiter geht...

Viele Grüße

Michael

12

Donnerstag, 9. Mai 2019, 10:18

Hallo Norbert,

an so einem System wäre ich mehr als nur interessiert ...

Wenn Du mal über eine "Serienproduktion" nachdenkst, würde ich so etwas gerne erwerben ...

Gruß vom Elbtroll

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13

Donnerstag, 9. Mai 2019, 11:17

Hallo zusammen,

das Motormanagement kann natürlich flexibel verwendet werden. Man muss nicht unbedingt alle Sensoren anschließen die möglich wären. Man kann auich nur die anschliessen die man benötigt. Da die Sensoren aber günstig sind, lohnt sich schon der Vollausbau, wenn man schon mal dabei ist.

Speziell verwende ich folgende Typen:

Temperatursensor: DS18B20 (1Wire-Sensor)

Reflexlichtschranke: GB2A26 Sharp (mit digitalem Ausgang)

Durchflusssensor: YF-S201B (mit digitalem Pulsgeber)

Drucksensor: 0...5psi (analoger Ausgang 0...5V) Chinanachbau Honneywell ST005PG1SPCF

@gdb:

Der Drucksensor ist ein China-Billigprodukt und ist ein Nachbau des Honneywell Sensors ST005PG1SPCF. Er wird in vielen Maschinen und im KFZ-Bereich eingesetzt und in hohen Stückzahlen produziert. Das Problem war, einen geeigneten Drucksensor zu finden, der direkt den Kontakt mit diversen Flüssigkeiten wie Benzin, Diesel und Wasser vertragen kann. Die zweite Hürde war der kleine Druckbereich den man benötigt. Ein Sensor zw. 3...5psi muss es schon sein, um auf ca. 2% den Tankinhalt anzeigen zu können. Je flacher der Tank ist, um so geringer ist der Druck der Flüssigkeitssäule. Ich bin von ca. 30cm Tankhöhe ausgegangen. Softwaretechnisch muss man aber auch ein paar Verrenkungen machen, damit man auf die Genauigkeit kommt. Der Sensor rauscht sehr und man muss die Messwerte extrem glätten. Das Hauptproblem bei solchen Sensoren ist die Drift über der Zeit. Zuerst hatte ich mit 30psi-Sensoren rumexperimentiert. Der Signalhub ist zwar noch vernünftig messbar, jedoch ist die Drift extrem groß in Verhältnis zu den winzigen Signalunterschieden die man misst. Daher kommt man nicht drum herum Sensoren im Druckbereich um 3psi zu verwenden. Im Automotiv-Bereich gibt es günstige Differenzdrucksensoren zur Regelung des Turboladers. Die wären perfekt gewesen. Leider kann man die nur mit Gasen verwenden. Ich hatte anfangs mit einem Staurohr rumexperimentiert, dass man von oben in die Flüssigkeit stellt und den Gegendruck durch Komprimierung der Luft misst. Das geht im Prinzip auch, hat nur den unschönen Nachteil, dass Gase durch winzige Undichtigkeiten entweichen können und man verliert über die Zeit den Gasdruck. Daher verwende ich diese Art von Sensoren. Die werden von unten oder seitlich in den Tank geschraubt. Alternativ kann man den Sensor auch von oben mit einem Rohr einführen, wo der Sensor am unteren Ende bündig abschliesst. Meine Lösung hat so gut wie kein Driftproblem. Man muss aber eine perfekte Signalaufbereitung vorschalten.

Diese Lösung kann übrigens auch für Wasserblasen verwendet werden, wo man mit Schwimmern nichts anfangen kann. Das war mir wichtig, da in unserem Boot solch ein Wassertank verbaut ist.

Norbert

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F28

Salzbuckel

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Donnerstag, 9. Mai 2019, 12:38

Überwachung von Tankinhalten und innerem Kreislauf sind bei mir nicht relevant, das überlasse ich den standardmäßig vorhandenen Sensoren und Anzeigen.

Interessant finde ich eine genaue Überwachung des Seewasser-Systemes, denn dieses ist der anfälligste Teil unser Maschinenanlage. Um das perfekt zu machen, müsste man folgendes installieren:
- Druckmessung auf Strecke "Seeventil Kühlwassereintritt" bis "Seewasserfilter
- Druckmessung auf Strecke "Seewasserfilter" bis "Ansaugrohr Seewasserpumpe"
- Druckmessung auf Strecke "Austrittsrohr Seewasserpumpe" bis "Eintritt Wärmetauscher"
- Temperatur-Messung am Abgaskrümmer

Dazu dann die Speicherung der "Normalwerte" und einen Alarm, wenn diese unter- oder überschritten werden (um Betrag X). Damit würde man sofort alarmiert, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Über die diversen Messpunkte wüsste man auch sofort, wo das Problem liegt (also ob Seewasserfilter dicht, Ansaugöffnung verstopft, Impeller kaputt, Auspuffkrümmer verstopft) - sofern man die Anzeigen richtig interpretieren kann.

Dabei würde ich größten Wert auf die Sicherheit der Sensoren im System legen (beim Stichwort "billig" und "China" bin ich da etwas zusammengezuckt), denn die sollten ja keinen zusätzlichen Störfaktor darstellen.

Analog wäre sowas auch denkbar, um die Kraftstoffversorgung der Maschine zu überwachen.

Nur mal so als Anregung für die weitere Perfektionierung. Die Idee als solche finde ich sehr gut!
Gruß
F28

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Donnerstag, 9. Mai 2019, 13:19

Sehr interessantes Projekt, mir gefällt der Gedanke alle Sensoren Gebündelt im OpenPlotter anzeigen zu lassen!
Viele Grüße,

Toby

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Donnerstag, 9. Mai 2019, 13:27

@F28:

Den Seewasserkreislauf zu überwachen halte ich ebenso für wichtig. Ob man den jetzt so aufwändig überwachen muss, sei mal dahingestellt. Mit dem Durchflusssensor und dem Temperatursensor kann man aber schon so einiges machen. Im Betrieb hat sich herausgestellt, dass der Duchfluss sehr verschieden ist und hauptsächlich von der Motordrehzahl abhängt. In Standgas bei 800 U/min lag der Fluss bei 6l/min und stieg an auf 12l/min bei 2400 U/min. Man muss also die Flusswerte auf jeden Fall in Verbindung mit der Motordrehzahl überwachen. Verstopfungen oder Impellerprobleme merkt man recht schnell u nd kann reagieren bevor der Diesel überhitzt und nicht mehr ausgehen will. Auf eine Flussmessung im Motorkühlkreislauf habe ich erstmal verzichtet, da mir der Durchmesser im Durchflusssensor zu klein vorkam, um ihn in den Kühlkreislauf zu integrieren. Scheinbar ist dort weniger Flow und mehr Querschnitt. Ich überwache vorerst nur die Kühlwassertemperatur mit einem Kontaktfühler.

Die Zuverlässigkeit eines solchen Systems muss natürlich entsprechend hoch sein, damit man sich darauf verlassen kann. Billig Chinaware muss nicht unbedingt schlecht sein. Bei den von mir verwendeten Typen handelt es sich um nachbauten hochwertiger Sensoren. Oft lassen die Firmen eh in China produzieren und im Laufe der Zeit können das die Chinesen genau so gut. Ich konnte jedenfalls bis jetzt keine Qualitätsmängel feststellen, besonders beim Drucksensor. Der ist wirklich klasse für sein Geld. Im Inneren steckt ein Microcontroller, der die Signalverarbeitung macht und damit sehr flexibel auf die jeweiligen Drücke und Ausgangssignale anpassbar ist. Für 14 Euro ist das eine Spitzenleistung. Das Teil von Honneywell kostet dagegen 200 Euro und kann nicht mehr. Ich habe auch einen direkten Kontakt zum Hersteller in China gehabt. Die waren sogar sehr auskunftsfreudig bezüglich Technik und Genauigkeit. Die wissen schon sehr genau was sie da machen. Das sind keine billigen, hirnlosen Plagiate. Man darf aber auch nicht vergessen das das Massenware in 10.000er Stückzahl ist. Da kann der Preis nicht bei 200 Euro liegen, beim besten Willen nicht. Philippi bietet zwei ähnliche Sensoren zur Füllstandsüberwachung an. Die liegen mehr so in der Preisklasse von Honneywell.

Die anderen Sensoren sind Standardtypen und haben sich tausendfach bewährt. Da hätte ich jetzt keine Bedenken.

Beim Flowsensor könnte durchaus das Problem einer Verstopfung durch blockieren des Flügelrades auftreten. Um dem schnell vorzubeugen habe ich Gardena-Kupplungen an den Enden des Flowsensors vorgesehen, so dass ich im Notfall die beiden Kupplungen mit einem Verbindungsstück brücken kann. Das Verbindungsstück habe ich mit einem Bändsel an den Flowsensor angebunden, damit er sofort griffbereit ist. Bis jetzt musste ich die Notlösung noch nicht aktivieren. Meistens war der Sewwaasereinlauf verstopft oder verkrautet.

Hier ist nochmal ein Link zu einem alten Post in dem die Funktionsweise des Tanksensors genauer beschrieben wird.

https://www.segeln-forum.de/board1-rund-…en/#post1935219

Norbert

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F28

Salzbuckel

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Donnerstag, 9. Mai 2019, 14:43

@norbert-walter:
die Sache mit dem Flügelrad sehe ich etwas skeptisch. Denn bewegliche Teile sind immer potentielle Störursachen. Den reinen Druckmessern würde ich da eher trauen.

Ich denke aber auch, dass man die Flügel nicht wirklich braucht. Denn es gibt ja gut erforschte Zusammenhänge zwischen Durchfluss (Geschwindigkeit) und Druck. Damit hat sich schon Herr Bernoulli ausgiebig beschäftigt. Meiner Ansicht nach könnte man sich auf die reine Druckmessung beschränken und auf die anfälligen Flügelchen verzichten.

Dass die Druckverhältnisse von der Maschinendrehzahl abhängt, ist klar. Perfekt wäre natürlich in der Tat, die Zusammenhänge Drehzahl/Druck zu hinterlegen und zu berücksichtigen. Erfordert aber eine Menge Aufwand, denn dieser Zusammenhang muss ja für jede Installation individuell ermittelt und gespeichert werden.

Es müsste aber auch etwas einfacher gehen:
Man könnte für Leerlaufdrehzahl bis max. Drehzahl die Druckbereiche ermitteln, die im Normalzustand dort herrschen:
1. Strecke Seeventil / Seewasserfilter: den dort auftretenden maximalen und minimalen Druck (dort müsste für beide Werte irgendwas unter Umgebungsdruck herrschen, z.B. bei Leerlaufdrehzahl 0,9 bar, bei max Drehzahl vielleicht 0,5 bar, beide Werte geraten)
2. Strecke Seewasserfilter / Seewasserpumpe: analog, dort müsste ein noch geringerer Druck als bei 1 anstehen (weiterer Druckverlust durch den Filter und die Leitungen)
3. Strecke Seewasserpumpe / Wärmetauscher bzw. Auspfuffkrümmer: dort müsste deutlicher Überdruck anstehen

Für die Saugseite (1 und 2) müsste
a. eine Unterschreitung des festgestellten Minimaldruckes zum Alarm führen (=>Verstopfung von irgendwas)
b. ebenso eine Überschreitung des festgestellten Maximaldruckes (=> es wird nichts mehr angesaugt, weil Impeller kaputt oder so)

Für 3 müsste analog verfahren werden (Unterschreitung des Druckbereiches => Impeller kaputt oder Problem auf der Saugseite, Überschreitung => Krümmer verstopft)

Typischer Fall einer Idee, die man beim Bier perfektionieren müsste.
Gruß
F28

18

Donnerstag, 9. Mai 2019, 15:20

Hier vielleicht mal ein Gedanke zum Füllstand Seewasserfilter:

Im Automobilbau wird ja auch der Füllstand von z.B. Bremsflüssigkeit im Vorratsbehälter des Fahrzeugs überwacht. Ein einfacher Schwimmerschalter würde hier reichen den Füllstand des Seewasserfilter zu überwachen und ggf. Alarm melden wenn dieser deutlich unterschritten wird.

Damit kann man verhindern, beim ablegen die Maschine zu starten und dabei das möglicherweise geschlossene Seeventil zu vergessen.
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

grummel

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19

Donnerstag, 9. Mai 2019, 15:37

Das sieht, wie auch der Windsensor, Klasse aus. :thumb:

An dem System wäre ich auch interessiert.

Eine Frage dazu: Ich setzte derzeit einen vYacht WiFi-Multiplexer ein. Der unterstützt SignalK zur Anzeige von Daten.
Kann man die Daten auf dem NMEA0183 Bus dann dort darstellen?
von nix Ahnung, aber glücklich.
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Donnerstag, 9. Mai 2019, 19:15

Typischer Fall einer Idee, die man beim Bier perfektionieren müsste.


Da braucht man aber viel Bier. ;) So ganz kann ich mich mit der Differenzdruck-Theorie nicht anfreunden. Ich vermute mal, dass es da starke Druckschwankungen im System geben wird die man nur sehr schwer interpretieren kann. Müsste man mal antesten und schauen wie es unter realen Bedingungen aussieht.

Eine Frage dazu: Ich setzte derzeit einen vYacht WiFi-Multiplexer ein. Der unterstützt SignalK zur Anzeige von Daten.
Kann man die Daten auf dem NMEA0183 Bus dann dort darstellen?


Die Daten kann man auch in vYacht per RS232 einfügen. WLAN geht ja leider nicht. Dann kannst Du sie Dir auch über SignalK ansehen.

Zitat

Ein einfacher Schwimmerschalter würde hier reichen den Füllstand des Seewasserfilter zu überwachen und ggf. Alarm melden wenn dieser deutlich unterschritten wird.


Wie ist der Filter denn aufgebaut? Kann man da einen Schwimmer einfügen?

Norbert

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