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1

Sonntag, 14. Juli 2019, 11:58

Rumpfmaterial Stahl

Hallo ich bin neu hier im Forum, also total ahnungslos.

Ich möchte mir ein Segelboot aus Stahl kaufen.
Ich habe zwei Favoriten die für mich in Frage kommen.
Eines der beiden Boote hat ein Refit erhalten.
Die Differenz der Baujahre unterscheidet sich um 15 Jahre.


Meine eigentliche Frage: Gibt es gravierende Unterschiede in den Stahlsorten der Rümpfe, bezogen auf die Baujahre?
(BJ:1982 vs. BJ:1997)

Oder ist der Schiffsbaustahl qualitativ immer gleichbleibend.


Ich hoffe meine Frage ist verständlich geschrieben.


Danke für die Antworten


neoprehn


2

Sonntag, 14. Juli 2019, 12:26

Bei einem älteren Schiff aus Stahl wäre die Prüfung des Rumpfes unerlässlich. Da muss die Materialstärke ermittelt werden.
Auch sollte man als Käufer so eines Schiffes wissen, dass ein Schiff aus Stahl von innen nach außen durchrostet und es Stellen gibt die nur schwer oder gar nicht für Korrosionsschutzmittel erreichbar sind. Hinzu kommt noch die galvanische Korrosion wenn das Schiff im Wasser liegt.
Ich hatte ein Schiff aus Stahl. Mein Motto nun: "Bitte nicht wieder", denn leider musste ich feststellen, dass auch 6 m starke Stahlplatten im Süßwasser durchrosten können. Aber auch ich kenne nun den Nadelenroster und weis was unter Aufdoppeln zu verstehen ist.
Mein Tipp lasse es. Auch keine Schiff aus Holz. Wenn ein Schiff aus Metall dann Alu. :D

3

Sonntag, 14. Juli 2019, 14:05

Auch bei einem 22 Jahre alten Stahlschiff ist die Prüfung der Rumpfstärke unerläßlich, ich kenne da einen, der hats erst nach dem Kauf gemacht...
Allerdings ist Stahl am leichteste von allen Materialien weltweit zu reparieren.
Gruß Thomas


z. Zt. bootloser Künstler

ugies

Salzbuckel

Beiträge: 7 616

Bootstyp: Dehler 35 SV

Heimathafen: Kiel

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4

Sonntag, 14. Juli 2019, 14:15

... es gibt viele Stahlsorten, die verbaut werden, vor allem, wenn Amateure Rümpfe selbst herstellen. ===> Selbstbau Reinke, siehe auch Erfahrung Thomas @zooom:
Gut für den Bootsbau geeigneter Stahl ist ziemlich sicher teurer als Feld- Wald und Wiesenwerkstoff S235 ohne weitere Qualitätsangabe. Bei einer renommierten Werft, mir fallen da zum Beispiel Feltz in Finkenwerder und Benjamins in Emden ein, habe ich kein Problem, Vertrauen zu haben, dass ordentliche Werkstoffe ordentlch verschweißt wurden. Das nämlich ist der nächste Knackpunkt.

Ein Gutachten fertigen zu lassen ist bestimmt sinnvoll. Aber auch da muss man Vertrauen zum Gutachter haben. Schreibe mal an @Moppelender: und frage ihn ob er selber oder einer seiner Partner gut im Begutachten von Stahlkreuzern ist. So wie ich ihn kenne wird Dir bestimmt eine ehrliche Antwort geben und auch in der Lage sein, vorab eine Kostenrahmen für seine Tätigkeit zu nennen.

Uwe
SF-Stander gibt es so:
PN oder E-Mail an ugies.
Adresse angeben
Stander kommt per Post mit offener Rechnung.
Überweisung und gut ;).

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ugies« (14. Juli 2019, 14:31)


5

Sonntag, 14. Juli 2019, 15:24

Bei einem Stahlschiff hast Du von außen immer glatte Flächen die Du schön einfach erreichen kannst um diese rostfrei zu halten, wie schon weiten oben geschrieben ist das im inneren sehr schwer ,teilweise unmöglich oder nur mit unüberschaubarem Aufwand. Überlegs Dir nochmal ob es das sein soll.
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

6

Sonntag, 14. Juli 2019, 15:30

wobei meine Taranga rumpfmäßig ein Werftbau war.
Gruß Thomas


z. Zt. bootloser Künstler

piep

Lotse

Beiträge: 1 890

Bootstyp: waarschip 725

Heimathafen: trailer

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7

Sonntag, 14. Juli 2019, 15:58

ich hatte selbst ein stahlboot, selbst "refittet". nach meiner auffassung spielt die verbaute stahlsorte eine untergeordnete rolle. einzig entscheidend ist der oberflächenaufbau, außen wie innen. wenn du selbst ran willst, mußt du 2 dinge beherrschen: schweißen und gute kenntnisse des oberflächenschutzes. und dich ein wenig mit galvanischer korrosion auseinandersetzen - das sollte aber auch jeder holz- und kunststoffbooteigner. dann ist ein stahlboot ein hervorragendes wasserfahrzeug, verglichen mit solchen aus anderen materialien nicht aufwändiger im unterhalt, und (fast) unkaputtbar. allerdings auch meist etwas schwerer und damit langsamer und meist nicht trailierbar. schwer zugängliche stellen hat jedes boot, meins hatte keine, die unzugänglich waren. ich war sehr zufrieden mit dem kahn, weg kam er nur aus gesundheitlichen gründen.
everybody ist perfekt - not mi!

8

Sonntag, 14. Juli 2019, 16:01

Allerdings ist Stahl am leichteste von allen Materialien weltweit zu reparieren.

Was bei der Reparatur eines Schiffes aus GFK so schwierig sein soll erschließt sich mir nicht. Für Laien gibt es das West-System, da kann man fast nichts mehr falsch machen.
Da fand ich das Handtieren mit schweren Gerät wie Zahnstagenwinden, große Flex, E-Schweißgerät mit daumendicken Elektroden schon anspruchsvoller und dreckiger. Sollte mir Eine/r ein Schiff aus Metall oder Holz schenken wollen, dann bekäme ich das große Laufen. :S

9

Sonntag, 14. Juli 2019, 18:34

Danke für die Antworten.

Ein Aluschiff kann ich mir nicht leisten.
Alu kann auch korrodieren.

Ich wollte Stahl, weil ich gehört habe, dass auf dem Atlantik Baumstämme oder herrenlose Container rum treiben.
Stahl erscheint mir bei einer Kollision am stabilsten.

Wie sieht es mit einem GFK-Schiff aus?
Wäre so ein Schiff beim Kontakt mit großem Treibgut unproblematisch?
Ich kann mir auch vorstellen, dass man aus lauter Dusseligkeit auf ein Riff auffährt, da habe ich bedenken.
Aber wie schon erwähnt, bin ich total ahnungslos.

10

Sonntag, 14. Juli 2019, 18:47

Allerdings ist Stahl am leichteste von allen Materialien weltweit zu reparieren


da ich einige Arbeiten mit Epoxid an (m)einem GfK Boot durchgeführt habe und nicht schweißen kann, sehe ich das eher umgekehrt....
ciao

Andreas

Lütje Hörn

Mann des Lichtes

Beiträge: 3 243

Schiffsname: Wado

Bootstyp: Reinke 10 M Alu

Heimathafen: Bremen (im Sommer: Norddeich)

Rufzeichen: DB 8023

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11

Sonntag, 14. Juli 2019, 19:14


....Ein Aluschiff kann ich mir nicht leisten
===> wie dick ist dein Sparschwein denn ?

....Alu kann auch korrodieren.
===> mein Alu-Dampfer wurde vor 25 Jahren bei Benjamins gebaut und
hat diesbezüglich noch keinerlei Probleme


....Ich wollte Stahl, weil ich gehört habe, dass auf dem Atlantik Baumstämme oder herrenlose Container rum treiben.
===> wer hat dir das denn erzählt ??
Ich glaube,dass die Chance von einem Baumstamm auf offener Straße
erschlagen zu werden, ungleich größer ist, als der von dir geschilderte "Atlantik-Baumstamm"


....Stahl erscheint mir bei einer Kollision am stabilsten.
====> das kommt drauf an: wo, wie an welcher Stelle, vorne, seitlich, Beton, Koralle, Spundwand, GFK-Schiff, etc.



Beste GRüße
Jürgen
Alltied gooden Wind :)


Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nur kurze Zeit das Neue ist. :D :P

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Lütje Hörn« (14. Juli 2019, 20:38)


Sander 850

Proviantmeister

Beiträge: 517

Wohnort: Weißenthurm

Bootstyp: Sander 850

Heimathafen: De Kuilart

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12

Sonntag, 14. Juli 2019, 19:16

Die Diskussion Stahl, Holz, GFK oder Alu ist Jahrzehnte alt. Da wirst du hier oder im Boote Forum alle Argumente zu finden - in 100-facher Wiederholung.

Zu deinen Bedenken mit dem Container:

https://www.youtube.com/watch?v=YIglL5vks4g

Ob ein neuer Leichtbau das genau so weg stecken würde? Ich habe meine Zweifel aber bei kleinem Budget würde wahrscheinlich sowie eher die Dehler passen.

Ich halte Stahl für das ehrlichste Material. Zudem bekommst du tendenziell am meisten Boot fürs Geld.

Aber nach Holz am arbeitsintensivsten.

13

Sonntag, 14. Juli 2019, 21:03

Neil Young hat auch ein Stahlboot besessen, hat für das Boot extra ein Lied geschrieben, "Rust never sleeps". :D
Mache die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher.

foxausrhens

Offizier

Beiträge: 500

Wohnort: Koblenz

Schiffsname: Fuchur

Bootstyp: Dehler 34

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14

Sonntag, 14. Juli 2019, 21:18

Stahl ist super wenn es gut verarbeitet ist und vor allem perfekt lackiert und hier gibt es gravierende Unterschiede. In der Familie haben wir eine Linssen Vlet die Ende der 80iger gebaut wurde und die noch nie ein Rostproblem hatte, nur ist das in der Größen Range das oberste Regal und der Gebraucht Preis wenn man sie heute verkaufen würde wäre auch im gehobenen Bereich. Ich habe aber auch schon Stahlboote gesehen im selben Alter die mussten schon öfters lackiert werden und hatten ständig Rost Probleme. Ein Segelboot in Stahl kämme für mich nur in Frage wenn es 1 Recht groß ist also ab 40 Fuß und 2 aus einer Top Werft. Ich selbst habe ein GFK Boot und würde es wieder kaufen, Rost ist kein Problem und es ist leichter als Stahl und somit schneller.
Das mit den Containern etc. die man auf hoher See trift ist erstens unwahrscheinlich und wenn mit jedem Boot ein unter Umständen ein Problem, dass wäre für mich kein Argument. Was ist den dein Budget?

15

Sonntag, 14. Juli 2019, 21:29

Allerdings ist Stahl am leichteste von allen Materialien weltweit zu reparieren


da ich einige Arbeiten mit Epoxid an (m)einem GfK Boot durchgeführt habe und nicht schweißen kann, sehe ich das eher umgekehrt....



Ich verstehe ja was von GfK, das kann man aber nicht verallgemeinern. Jeder Dorfschmied in TukaTuka Land kann Dir mit dem Elektroschweißgerät bei Stahl helfen, evtl. auch nur provisorisch, das ist weder bei Holz, GfK oder Alu gewährleistet.
Noch nicht mal das Argument mit dem leichteren GfK Schiff stimmt, da ist in einem Nachbarthread gerade ein 33ft GfK Schiff im Gespräch, das 6,5t verdrängt, meine gleich lange Taranga brachte es "nur" auf 5,5t.
Ich bin kein Verfechter von Stahlschiffen, sage nur, daß jedes Baumaterial unbestreitbare Vorzüge hat, gewichten muß jeder selbst.
Gruß Thomas


z. Zt. bootloser Künstler

16

Sonntag, 14. Juli 2019, 22:42

Ich denke es würde dir sicherlich weiterhelfen wenn Du dir mal die verschieden Boote und deren Vor und Nachteile in einer Werft erklären läßt. Stahlboote brauchen andere Pflegemaßnahmen als GfK und Holz hat auch andere Premissen. Salzwasser , Temperaturunterschiede , Taupunkte das sind Feinde des Stahls. GfK hat auch seine Tücken, aber die sind wohl etwas leichter händelbar.

Dann sei die Frage gestattet welche handwerklichen Fähigkeiten Du mit einbringst. Vielleicht zeichnet sich hier eine bevorzugte Richtung zur Bootswahl ab?
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

Kokopelli

Kap Hornier

Beiträge: 9 991

Schiffsname: Ich bin Mitsegler

Bootstyp: Keins

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17

Sonntag, 14. Juli 2019, 23:39

Ich hatte ein Schiff aus Stahl. Mein Motto nun: "Bitte nicht wieder",



Uneingeschränkte Zustimmung! Mein erstes Boot war aus Stahl und zwar aus Finkenwerder (die Herkunft wurde ja hier schon genannt).
Und mal ganz ehrlich: wer Angst vor treibenden Baumstämmen hat, ist mit einem Wohnmobil besser bedient.
Denken ist wie googeln - nur krasser!

18

Gestern, 09:03

Ich hatte ein Schiff aus Stahl. Mein Motto nun: "Bitte nicht wieder",



Uneingeschränkte Zustimmung! Mein erstes Boot war aus Stahl und zwar aus Finkenwerder (die Herkunft wurde ja hier schon genannt).
Und mal ganz ehrlich: wer Angst vor treibenden Baumstämmen hat, ist mit einem Wohnmobil besser bedient.



Bei den aktuellen Wetterereignissen eine durchaus kühne Aussage! :O
Gruß Thomas


z. Zt. bootloser Künstler

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