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Windstärken

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GiNsPaCe

Kapitän

Beiträge: 704

Schiffsname: Madita

Bootstyp: Rebell 31

Heimathafen: Sønderborg Lystbådehavn

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41

Dienstag, 10. Januar 2017, 17:57

Wetterberichte haben gerade bei wechselhafter Witterung eine nicht gerade hohe Trefferquote.

Sommertörn 2016
morgens bei 3-4Bft gestartet, zwischendurch mal die 5 bekommen. Dann runter auf 2 Bft um kurz vor dem Ziel direkt auf die Nase die 7Bft zu bekommen (| Da hatte das Wetter von Sonne, über Wolken, Regenschauer, Gewitter alles zu bieten...
Da war eine "Auswahl" auch nicht zu treffen, da weder die 2 noch die 7 Bft angesagt waren.

Früher als ich noch Jung war ( :O ), sind wir bei schlechtem Wetter aus Kiel mit einer DSV Ausbildungsyacht ausgelaufen. Alle Schiffe in den Hafen, wir raus ... gab nur böse Gesichter .... Aber so haben wir "trainiert"... (| Wobei ich bestätigen kann, ein Schiff kann mehr ab als der Mensch. 1996 sind wir in 10Bft Richtung Oslo "geraten" ... Alle 10 an Board haben Fische gefüttert, Schäden gab es keine ... weder am Mensch noch am Material. (Okay, bis auf das Ego... ;) )

Beiträge: 80

Schiffsname: Hella

Bootstyp: Bandholm BA 30

Heimathafen: Kiel

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42

Dienstag, 10. Januar 2017, 19:12

Geht nicht immer, ist klar, aber 6 Bft bei glattem Wasser sind anders als 5 bei Wind mit Strom oder 4 bei Wind gegen Strom. Diese Unterscheidung in den Kopf zu kriegen, ist m.E. nicht nur für den Skip, sondern auch für Mannschaft wichtig, da die normalen Wetterberichte doch meist nur den Wind vorhersagen.


So sehe ich das auch und möchte ergänzen, dass es durchaus von Vorteil ist, sich über das Seegebiet, in dem man unterwegs ist, vorab zu informieren. Haben wir vor 2 Jahren nicht so richtig gemacht und waren doch mächtig überrascht, was für eine übel steile und kurze Welle zB. im Öresund stehen kann, wenn der Wind gegen den Strom läuft. Und da kam selbst unser Langkieler bei guten 6bft plus Böen am Wind kaum noch mit dem Bug über die Wellenkämme. Anderweitig in der freieren Ostsee hätten wir einen schönen Ritt gehabt....

Was mich zur zweiten Starkwindüberlegung bringt, wurde aber auch schon mehrfach erwähnt: Neben der reinen Windstärke sorgt der Kurs für individuell sehr unterschiedliche Wahrnehmungen über die Stärke des Starkwindes.

Mir als Skipper ist wichtig, wenn sich Starkwind ankündigt: Neben der Anpassung der Segelgarderobe (bis zum Wegnehmen) und wenn genügend Zeit ist, mir die neuralgischen Punkte im Seegebiet noch einmal durch einen Blick auf die Karte einzuprägen: Auf welchem Kurs habe ich genügend Raum? Wo kann es haarig werden? Kann ich Schutz finden und wo? Denn wenn der Tanz erst einmal losgeht, ist ein ruhiger Blick auf die Karte oder das Navi - natürlich abhängig von Ausrüstung und Schiff - unter Umständen schwieriger.

Und das Zweite: Der Crew Sicherheit geben, indem rechtzeitig Sorgleinen gelegt (immer bereits VOR möglichem Starkwind), Schwimmwesten angelegt und angepasste Kleidung angezogen sind. Außerdem die Crew in die Pläne einweihen, was man wie unternehmen wird, wenn das und das passiert. Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass es sehr hilfreich ist, vor dem Tanz noch mal gut, aber nicht zu viel zu essen...denn wer weiß, wann man wieder dazu kommt?

Und mein Skipper aus früheren Jahren hat immer wieder darauf hingewiesen, dass es bei Sturm draußen mit freiem Raum wesentlich weniger gefährlich sei als in direkter Küstennähe oder womöglich beim Einlaufen. Was er meinte, durfte ich seinerzeit erfahren bei dem glücklicherweise noch glimpflich abgelaufenen Versuch, bei beginnenden 7bft aus SW in das alte Klintholm einzulaufen, wo man quasi auf der Grundsee rutschend eine 90°-Biegung in den Hafen machen musste....das war knapp und war kurz vor gefährlich bis unverantwortlich...ging aber gut.

In diesem Sinne immer eine Handbreit.
Michael

SKOKIAAN

Admiral

Beiträge: 868

Wohnort: Berlin

Bootstyp: Moody Eclipse 33

Heimathafen: La Coruna

Rufzeichen: DJ3239

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43

Dienstag, 10. Januar 2017, 19:50

Es ist ja schon mehrfach betont worden, zuletzt von Moeritzen, dass es bei gleicher Windstärke einen großen Unterschied macht, ob man mit dem Wind oder gegen ihn fahren muss, wie die Situation Strom mit oder gegen Wind ist, usw. Die Unterschiede sind gewaltig - bei dem einen geplanten Kurs kann man bei 6 Bft im Hafen bleiben, beim anderen besser im Hafen bleiben.

Es verlangt eine gewisse Erfahrung, diese Frage richtig einschätzen und beurteilen zu können. Diese Erfahrung wächst halt mit den Seebeinen. Ein schönes Buch, das es mal bei Delius Klasing gab, aber jetzt nur noch antiquarisch, heißt "Das ist Küstensegeln", von zwei Engländern (Slightholm hieß wohl einer der Autoren), die u.a. diese Frage super erläutern. Ich habe dieses Buch jedes Frühjahr gründlich studiert.

Noch ein Wort zum Wetterbericht:
Wetterberichte sind im Laufe der Jahre immer besser geworden, und jeder kann heute dank Internet mehrere empfangen und studieren, bevor er die Entscheidung zum Auslaufen trifft. Und dann sollte man den örtlichen Wetterberichten den Vorzug geben. Die Iren machen einen hervorragenden amtlichen, die Engländer auch, aber besser ist Xcweather, nehmen auch die schottischen Hafenmeister (weil der amtliche angeblich immer übertreibt bei den Windstärken), die Franzosen haben natürlich auch einen guten Wetterbericht.

Aber der beste, weil genaueste (weil kleinteilige) Wetterbericht einschließlich Wellenhöhe und -richtung, Wassertemperatur, Hoch-und Niedrigwasser und vieles mehr ist der Wetterbericht in Galicien! Schaut mal im Internet unter meteogalicia.gal, einfach super! Und alles auf einer Seite! Da könnten einige der anderen amtlichen sich eine Scheibe von abschneiden, vor allem der offizielle spanische, denn der ist so kompliziert, dass ihn die spanischen Segler auch nicht verstehen, sondern kommerzielle Wetterberichte verwenden.

Jedenfalls gab es früher nicht so viele gute Wetterberichte, und das erleichtert uns Seglern heute sehr die Entscheidung für die Törnplanung.

Handbreit, Skokiaan

Gottes sind Wellen und Wind,
Segel und Steuer, dass Ihr den Hafen gewinnt,
sind Euer

Claus51

Smutje

Beiträge: 14

Wohnort: Bremen

Bootstyp: LM 28

Heimathafen: Bremen

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44

Dienstag, 10. Januar 2017, 20:21

Vorbereitung aufs Starkwindsegeln

Moin, Moin,

Ich habe die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen, aber
- wenn du vorhast bei viel Wind auszulaufen - dann kannst du dich entsprechend vorbereiten
- wenn du unterwegs von einem Gewitter überrascht wirst - dann solltest du wissen was zu tun ist

Viele nützliche Hinweise sind dir in den bereits vorhandenen Antworten mitgeteilt worden. Nutze die Winterzeit, damit du dich theoretisch vorbereitet hast für die kommende Saison.
Für mich war es immer eine große Hilfe, wenn ich mein Barometer an Bord mehrmals am Tag abgelesen habe. Daraus lassen sich wertvolle Erkenntnisse für die nächsten Stunden ableiten.

Mit sportlichen Grüßen

Claus

45

Dienstag, 10. Januar 2017, 22:46

Was er meinte, durfte ich seinerzeit erfahren bei dem glücklicherweise noch glimpflich abgelaufenen Versuch, bei beginnenden 7bft aus SW in das alte Klintholm einzulaufen, wo man quasi auf der Grundsee rutschend eine 90°-Biegung in den Hafen machen musste....das war knapp und war kurz vor gefährlich bis unverantwortlich...ging aber gut.

und ich war lange der Meinung ich wäre der Einzige der so dämlich war :O
Gruß aus Mittelfranken
Peter

46

Mittwoch, 11. Januar 2017, 07:14

Was er meinte, durfte ich seinerzeit erfahren bei dem glücklicherweise noch glimpflich abgelaufenen Versuch, bei beginnenden 7bft aus SW in das alte Klintholm einzulaufen, wo man quasi auf der Grundsee rutschend eine 90°-Biegung in den Hafen machen musste....das war knapp und war kurz vor gefährlich bis unverantwortlich...ging aber gut.

@Moeritsen: Hab mir das gerade mal im Maps angesehen. Da ist ja weit und breit keine andere Möglichkeit bei einem SW. Außer, um die ganze Insel Moen herumzusegeln.
Ahoi, Mario Falko.

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

47

Mittwoch, 11. Januar 2017, 07:49

Hab mir das gerade mal im Maps angesehen. Da ist ja weit und breit keine andere Möglichkeit bei einem SW. Außer, um die ganze Insel Moen herumzusegeln.

Immer noch besser als über eine Grundsee zu rutschen. ;)

48

Mittwoch, 11. Januar 2017, 07:56

Hab mir das gerade mal im Maps angesehen. Da ist ja weit und breit keine andere Möglichkeit bei einem SW. Außer, um die ganze Insel Moen herumzusegeln.

Immer noch besser als über eine Grundsee zu rutschen. ;)

:kopfkratz: Wohl wahr. :professor:
Ist ein Revier, dass ich gar nicht kenne. Wie auch immer, der Skipper musste sich wohl ad hoc für irgendwas entscheiden.
Ahoi, Mario Falko.

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

49

Mittwoch, 11. Januar 2017, 08:43

Ist ein Revier, dass ich gar nicht kenne. Wie auch immer, der Skipper musste sich wohl ad hoc für irgendwas entscheiden.

So isses, wir kamen damals vom Norden, richtig entspannt, bis ... an den Klippen an der SE Ecke der Wirbel kam, ging aber noch, Schlingern aber kein Querschlagen beim Einlaufen in Klintholm

Helfer standen schon bereit um beim Anlegen zu helfen, mussten aber warten bis Leinen und Fender klar waren, dafür waren wir dann auf Anhieb drin und fest

eine 3er Crew hatte ½ Stunde später nicht die Geduld, Leinen waren nicht klar, 1 Fender zu früh raus, klemmte am Poller, da hatten wir Helfer gut 5 Minuten zu tun um Schlimmeres zu verhindern, mussten die Nachbarlieger entern, also: lieber ein paar Dreher mehr und alles klarieren

aber am nächsten Tag gabs noch ne Schüppe drauf, und dann ist eine ~42Ft raus, genau gegenan, bestes Kino, hat wohl 10 Minuten gedauert bis die Stampferei mit gut 45° rauf runter vorbei war
Gruß aus Mittelfranken
Peter

Beiträge: 80

Schiffsname: Hella

Bootstyp: Bandholm BA 30

Heimathafen: Kiel

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50

Mittwoch, 11. Januar 2017, 17:13

Immer noch besser als über eine Grundsee zu rutschen.


So sehe ich das auch: Und an jenem Abend damals haben sich 2 Yachten dafür entschieden, im Norden von Möns Klint die Sache abzuwettern, weil sie später dran waren. Die kamen dann nachts in den Hafen bei abflauendem Wind.
So gehts eben auch. Und mitunter besser.

Käptn Iglu 88

Leichtmatrose

Beiträge: 49

Wohnort: Überlingen

Bootstyp: Wibo 2/ Lightning

Heimathafen: Überlingen

Rufzeichen: Pelikan

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51

Mittwoch, 11. Januar 2017, 21:00

Sturmsegeln


Zitat:

Noch ein letztes Wort zum Equipment: Ein drittes Reff vom Segelmacher
einarbeiten lassen, mit kräftige Verstärkungen, das ersetzt bis 9 Bft
ein Trysegel - und mehr willst Du ohnehin nicht erleben!



Handbreit, Skokiaan

So haben wir es auch gemacht.
Als die neue Garderobe anstand, kam die dritte Reffreihe rein und die extra kleine Sturmfock wurde angeschafft.
Somit war das Motorlose Segelboot bis Windstärke 9 bestens gerüstet und das Gefühl auf dem Boot war stets bestens. Mehr Windstärken haben wir nicht erlebt.
Auch sind wir anfänglich immer bei Starkwind ausgelaufen, man will ja wissen was Material und Mannschaft so abkann.
So führten spätere Windüberaschungen nie zu fatalen Situationen.
Und nach 10 Jahren ohne Motor haben wir einen angeschafft. Das konnte den Wind aber nicht verhindern...
Damaliges Boot: Lightning- offene Jolle, 5,8m x 2.2m.
Das war eine schöne Zeit.

Handbreit,
Käptn Iglu

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