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41

Dienstag, 19. Juni 2018, 20:46

@ mehrrosaalsblau:
Mich würde interessieren, was für Euch den Reiz an der Atlantiküberquerung und der Karibik ausmacht
Auch Ostseerunde oder MM Runde oder die Tour Europa - Kanaren - Azoren - Europa kann Spaß bringen...
Jan

filiferum

Salzbuckel

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42

Dienstag, 19. Juni 2018, 21:19

Noch kurz meinen Senf dazu! Im Alter wird Mann sowie Frau vorsichtiger. Also macht es jetzt und nicht erst später! Hätte ich die Chance würde ich gestern eher ablegen wie heute. Es sind Erfahrungen die euch keiner nehmen kann und die auch kaum einer sammeln kann hier.
Natürlich ist es erstmal eine Investition in Sachen boot und Ausrüstung aber beschränkt euch auf das Wesentliche.
Ich weiß ja nicht woher ihr kommt, aber ihr seit gerne Mal eingeladen auf einen kleinen Weltenbummler. Dieser hat schon einige SM im Kielwasser.

Gesendet von meinem S60 mit Tapatalk
Gruß Pierre
Morgen zeige ich euch wie Mann mit wenigen Handgriffen :D alles nur noch schlimmer macht! :O

43

Dienstag, 19. Juni 2018, 21:52

meine 2ct dazu:
losfahren hat was, aber die Gegebenheiten sind, na sagen wir mal, dürftig. Das sind ja mind 7 Personen die loswollen (Familie+Freund, evtl. bis dahin noch seine Freundin/Frau?). Also das Schiff muß schon mal größer sein, so um die 45fuß. Das ist noch nicht vorhanden, muß also noch investiert werden, nicht für ein Appel und Ei zu bekommen. Das leben auf dem Boot würde ich mit mind. 3000,-/Monat für 7 Personen veranschlagen. Wenn das passende Gebrauchtboot gekauft ist, muß es noch passend ausgerüstet werden, 20.000 sind da nix.Das Geld ist vorhanden und auf dem Konto?, dann kann es losgehen. Alle auf dem Schiff für sagen wir mal 2 Monate, sollte man austesten (charten), noch dieses Jahr. Wenn das Schiff gekauft ist, habt ihr dazu keine Zeit mehr, ist ausrüsten angesagt. Segeln lernen: lerning by doing. Das geht. Scheine (ich weis, jetzt kommt der Aufschrei) völlig unwichtig. Und über den Teich segeln: einfacher als nach Bornholm. Der Zeitplan ist eng: lossegeln im Juni, 2 Moate bis Gibraltar (viele stops wegen der Kinder).5 Monate Mittelmeer, im November auf den Kanaren oder Kapverden, je nach Planung. Dez rüber, Jan-max Mai Karibik, Juni Nordatlantik, rest des Sommers wieder hier.
Alles knapp bemessen. Kinder sind kein Problem, wenn keine Schulbehörde mitmacht: Wohnsitz in Deuschland abmelden und die Schupflicht erlischt..Kinder an Bord beschäftigen sich selbst (zumindest meine) aber solange die klein sind (1-6 Jahre) trotzdem anstrengend an Bord. Ich hab immer Nachtwachen gemacht, meine Frau tagsüber Wache und ein Auge auf die Kinder.
weitere Auskünfte auch gerne per PN
bukh1

44

Dienstag, 19. Juni 2018, 23:01

Das ist Alles OK, was und wie ihr plant, wenn ihr es euch so zutraut.

Nur eine Sache: Eure Kinder können ja nicht wirklich einschätzen und bewerten, was auf sie zukommt. Ihr diktiert den Kindern für einen langen Zeitraum ein extrem eingeschränktes Leben auf engstem Raum, nahezu ohne Rückzugsmöglichkeit und mit sehr eingeschränkten sozialen Kontakten in Ihrer Altersgruppe. Das kann sehr gut gehen, ihr könnt es aber nicht voraussehen. Auf jeden Fall werden die Bedürfnisse der Kinder Euren Rhythmus bestimmen. Daher sollte jede Planung so aussehen, dass man sie anpassen oder abbrechen kann, wenn es auch nur einem der Kinder dabei nicht gut geht.

Als unsere Töchter 4 + 6 Jahre alt waren, war es für sie toll, 8 Tage in der Bucht von Fethiye von Ankerplatz zu Ankerplatz zu rollen, Badeurlaub eben zu viert auf einer Bavaria 36. Als wir dann die erste dunkle Nacht bei sehr ruhiger See durchgesegelt sind, um sicher den Rückflug zu schaffen, haben sie einfach Angst bekommen. Vor dem schwarzen Wasser, vor den Felsen, die in der Dunkelheit auftauchten, vor der schwarzen Nacht. Und diese Angst kann man nicht rationell weg erklären und Fürsorge reicht dann einfach nicht. Jahre später haben Sie noch berichtet, dass ihnen diese Angst nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Und ich habe bis heute ein schlechtes Gewissen, dass ich ihnen das einfach zugemutet habe. Ich würde es gerne wieder rückgängig machen. Die Wahrheit ist: Ich wollte aufs Boot und habe es meinen Kindern verkauft.

PushingTin

Proviantmeister

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45

Mittwoch, 20. Juni 2018, 00:28

Denn sie wissen ..... was sie tun?!

Ich halte das Vorhaben in dem geschilderten Ablauf für abwegig, im Kern aus einem Grund: Ihr könnt m.E. keine reifen Entscheidungen treffen, weil euch die Kriterien dafür mangels Erfahrung/Ausbildung nicht zur Verfügung stehen: ihr könnt Risiken nicht angemessen einschätzen, sonst würdet ihr hier auch nicht auf diese Art nachfragen.

Begeisterung kann Kompetenz nicht ersetzen.

Wenn die Kinder nicht dabei wären, hättet ihr nur die Verantwortung für euch selbst, und ich hätte diesen Beitrag nicht geschrieben.
Die Kinder sind aber dabei, und das ändert (für mich) alles, denn denen seid ihr erwachsene Entscheidungen schuldig: Wenn einem der Kinder was passiert verzeiht ihr euch das nie.

Eine weiterer Grund für meine Sicht ist der Zeitdruck unter dem das Projekt steht. Der Pilotenspruch „Haste makes waste.“ kommt nicht von ungefähr. Die Gefahr, dass das Projekt euch vor sich her treibt und nicht ihr das Projekt ist m.E. sehr groß.
Die Wahrscheinlichkeit dass es das „richtige“ Schiff und die „richtige“ Ausrüstung wird sinkt z.B., je weniger Zeit zur Auswahl bleibt, und je eher die Zielfixierung euren Entscheidungen beeinflußt.

Man kann auf einem Segelschiff auch dann eine sehr schöne Zeit verbringen wenn das nicht innerhalb eines Großprojekts stattfindet, m.E, ist das viel entspannter ( z.B. ohne Meilen machen zu müssen den Götakanal) als der Atlantikrunde hinterher zu hetzen.
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Und immer an die Musing denken! :acute:
Nov. 2015: Ich habe meine Profilinformationen up-gedatet.

ELM

Maat

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46

Mittwoch, 20. Juni 2018, 00:55

Ahoi,

mich macht das "bezwingen" in der Vorstellung mit Nachwuchs skeptisch, Fahrtensegeln ist in der Regel keine Flucht :)
Oder braucht man mehr Erfahrung, um den Atlantik zu "bezwingen"?
Wäre evtl. ein doofer Familientrip wenn es sich als Selbstverwirklichung-Ego-Trip herausstellt.

47

Mittwoch, 20. Juni 2018, 03:23

Ich finde euer Vorhaben.. grob fahrlässig..euren Kindern ..gegenüber
Die grobe Fahrlässigkeit besteht darin..dass ihr erfahrungslos und ahnungslos seid... und so das Leben euer schutzbefohlenen Kinder bei einer Atlantiküberquerung riskiert ..um eigene Träume zu verwirklichen.
Beim Segeln über den Atlantik.. muss in einer kritischen Situation sofort richtig gehandelt werden.. ohne zuvor in Büchern nachlesen zu müssen.. ausser dem teuren Satellitentelefon habt ihr keine Verbindung zur Zivilisation..
„Unwissenheit erzeugt viel häufiger Selbstvertrauen als Wissen“,

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48

Mittwoch, 20. Juni 2018, 07:20



Eine weiterer Grund für meine Sicht ist der Zeitdruck unter dem das Projekt steht. Der Pilotenspruch „Haste makes waste.“ kommt nicht von ungefähr. Die Gefahr, dass das Projekt euch vor sich her treibt und nicht ihr das Projekt ist m.E. sehr groß.
Die Wahrscheinlichkeit dass es das „richtige“ Schiff und die „richtige“ Ausrüstung wird sinkt z.B., je weniger Zeit zur Auswahl bleibt, und je eher die Zielfixierung euren Entscheidungen beeinflußt.

Man kann auf einem Segelschiff auch dann eine sehr schöne Zeit verbringen wenn das nicht innerhalb eines Großprojekts stattfindet, m.E, ist das viel entspannter ( z.B. ohne Meilen machen zu müssen den Götakanal) als der Atlantikrunde hinterher zu hetzen.


Hi,

genau das stört mich auch, der (selbstauferlegte) Zeitdruck.
Hetze ist eigentlich doch genau das Gegenteil von dem, was man mit einer "Lang"fahrt verbindet oder etwa nicht?
Ich würde den Plan eher auf Europa beschränken und den Atlantik als Option sehen statt andersherum, ist aber nur meine Meinung.

Nochmal: diejenigen, die jetzt zurückblickend sagen: "Hätte ich damals doch mal..." haben es selber eben auch nicht gemacht. Zudem sitzen sie jetzt auf einem mehr oder weniger großen Berg aus (Segel)Erfahrung.

Bücher und Youtube-videos können nie und nimmer den Eindruck vermitteln, der entsteht, wenn man mal tagelang bei 6 bis 7 (was noch nicht mal richtiger Sturm ist und einen schon relativ häufig treffen kann) auf "offener See" durchgeschüttelt wird. Das ist anstrengend, körperlich und mental. Das muss man abkönnen. Alle! Sonst taugt das nix.

Natürlich wird man auch bei viel Erfahrung niemals alle Chaossituationen schon mal erlebt haben, aber mit mehr Erfahrung ist man i.d.R. ruhiger und kann aus ähnlich erlebten Situationen Handlungsoptionen auf die augenblickliche Situation anwenden. Das schafft Souveränität und (Selbst)Vertrauen.

Grüße

Andreas
Jahrzehntelang haben sie die Kriegsgeneration gefragt, wie das alles passieren konnte.
Jetzt glauben sie jeden Mist aus dem Internet, schimpfen auf die Lügenpresse, verachten das Politikerpack, pöbeln gegen Flüchtlinge,
verunglimpfen den Rechtsstaat und wählen eine "Alternative für Deutschland".
So passiert das!

Segelalex

Salzbuckel

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49

Mittwoch, 20. Juni 2018, 07:47

Begeisterung kann Kompetenz nicht ersetzen.

Mit diesem Satz stellst du alle Pioniertaten der Menschheit ad absurdum. Ich verstehe, dass viele Sichtweisen zu dem Thema herumgeistern, logisch. Jeder Mensch hat andere Erfahrungswerte auf deren Basis er sein Leben meistert. Vielleicht hat genau diese Familie einige Kompetenz im meistern unbekannter Situationen. Das ist eine Kompetenz die ich bei einem solchen Vorhaben höher bewerten würde, als Wende und Halse. Vielleicht ist einer Motorschrauber und einer Elektriker, Kompetenzen, die auf Weltumseglung auf dem eigenen Schiff helfen können und obendrein zum Geldverdienen taugen.

Wir wissen es nicht.

Wo der Punkt ist, an dem ein Risiko abgewogen ist und ein Vorhaben startet, definiert jeder aders. Dass sie sich hier der geballten Forumsweisheit stellen, finde ich umsichtig. So, wie die Frage formuliert ist, sehe ich Menschen, die durchaus die Risiken abwägen. Lass es mal starten, die Zweifler kommen früh genug.

Gruß

Alex
Schatz, es liegt nicht an dir, es liegt am Steg...

50

Mittwoch, 20. Juni 2018, 07:54

Es gibt schon reichlich Hinweise, die von der Reise abraten lassen.
Zu allererst die fehlende Erfahrung. Wie schon oben geschrieben, ist es gewöhnungsbedürftig, bei >20 Knoten Wind in der Welle zu rollen und zu wissen, dass der nächste Hafen mehrere Tage oder sogar Wochen entfernt ist.
Dann ist das Leben Offshore schon etwas anderes - Kochen, waschen, schlafen usw. bei + / - 20° Lage sind anstrengend - auch ohne Kinder.
Das nächste ist das Wache gehen - wo Wilfried Erdmann es noch hat darauf ankommen lassen, ist es bei 4 Kindern an Bord mit Sicherheit nicht mehr akzeptabel, keine Nachtwachen zu gehen.

Ein wesentlicher Punkt ist das liebe Geld. Die 7Seas scheinen ein Grundkapital zu haben. Die Ausrüstung ist dementsprechend wertig. Wenn ich richtig gelesen habe, sind weder Boot noch größere Rücklagen vorhanden.
Wie oben geschrieben, sind bei 6+ Personen Boote von >40 Fuss gefragt, vielleicht gehen auch 38 Fuss. Selbst für eine abgerockte Kiste werden da noch satte fünfstellige Beträge aufgerufen und das Refit wird noch einmal einen fünfstelligen Betrag kosten. Solarpanel, Windfahne, Segel, Rigg, etc. müssen ok sein.
Es wurde im Trööt schon einmal von 40k - 50k geschrieben - das halte ich für das Minimum - nur fürs Boot.

Die Karibik ist für satte Preise bekannt. Auch wenn man viel ankern kann, so fängt es mit Einklarierungsgebühren an, geht über Kosten für Trinkwasser, Ärzte (4 Kinder!), Lebensmittel, Kommunikation etc.. Ich würde die doppelten Kosten im Vergleich zu den Kanaren annehmen. Ist das Geld vorhanden?

Ich würde der Reise eine Chance von 20% geben - kein Projekt auf das ich wetten würde.
Ohne Kinder gäbe ich eine 70% Chance.....
Es ist die Summe der Punkte - kein einzelner Punkt....

Die Runde im östlichen Mittelmeer ist aus meiner Perspektive das Richtige - ohne Zeitdruck.
Jan

Winterfalke

Salzbuckel

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51

Mittwoch, 20. Juni 2018, 07:55

Reicht die Zeit zum Segelnlernen? Oder braucht man mehr Erfahrung, um den Atlantik zu "bezwingen"?

@mehrrosaalsblau:
Eure Euphorie finde ich toll. Und auch das Vorhaben, wenn auch mit einigen Bedenken, welche zum größten Teil nicht meine eigenen sind. Sie kommen aus den Büchern und Törnberichten über Langfahrten (von meist sehr erfahrenen Seglern!), welche ich bisher gelesen habe.
Das ihr über eine gut ausgerüstete, hochseetaugliche Segelyacht im Bestzustand verfügt setze ich mal als selbstverständlich voraus.
Aber zunächst zu Deiner Frage oben. Antwort: 1.Ja. 2.Nein.
Ich lese heraus, dass ihr beide die Herausforderung in der Beherrschung des Schiffes seht. Aber...
Wie stellt ihr Euch das Leben - besonders der Kinder - an Bord vor, wenn Tage und Wochen kein Land zu sehen ist. Einsamkeit auf dem Ozean. Nachtwachen sind nur am Anfang toll. Das wird nicht nur für die Eltern eine enorme psychische Belastungsprobe. Was tun Eure Kinder jetzt so den ganzen Tag? Der Alltag an Bord ist sicher ein ganz anderer. Auf Vieles werden die Kinder verzichten müssen. Da ist die Schule das kleinste Problem. Wie sichert ihr ab, dass von 4 Kindern keines über Bord geht? Wie fühlt ihr Euch, wenn die Kinder im Schwerwetter oder einem Squall Angst bekommen? Frag mal den Guido Dwersteg wie das ist :click-me: bei einer Atlantiküberquerung.
Tipp: Die Segelfische (ich war live bei einem Vortrag) haben "nur" ein Kind.
Abwechslungsreiches Segeln mit Kindern ist toll. Einsame Langfahrten sind da eine ganz andere Hausnummer.
Mein Tipp: Macht doch mal alle zusammen 2 oder 3 Wochen Urlaub auf einer Charteryacht. Ohne Landgang. Ohne Marina. Nachts auf See. Und höchstens mal vor Anker gehen in einer einsamen Bucht.
Und dann reden wir nochmal. ;)
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

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52

Mittwoch, 20. Juni 2018, 08:24


Beim Segeln über den Atlantik.. muss in einer kritischen Situation sofort richtig gehandelt werden..

Puh.....ich hab schon einen Schreck bekommen. Zum Glück muß nur auf dem Atlantik sofort richtig gehandelt werden. Auf allen anderen Pfützen hab ich also mehrere Versuche und genug Zeit.
Ihr tut so, als wenn da jemand sofort über den Atlantik will. Ich würd gerne mal wissen, wer hier Segelerfahrung mit mehr als 5 Monaten am Stück hat. Alle (auch jahrelangen) Urlaubs- und Wochendsegler zählen nicht.
Den Berg an Erfahrungen, den man in 5 Monaten segeln am Stück anhäuft, für den braucht der Urlaubscharterer doch mindestens 10 Jahre.
Gruß, Jörg!

MichaelK

Seebär

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53

Mittwoch, 20. Juni 2018, 09:31

Meine Meinung dazu:

Kann man machen, muss man aber nicht. Das Vorhaben kann mit viel Glück gut gehen, aber Glück sollte keine Planungsgrundlage sein.

Ihr bringt ein paar gute Vorraussetzungen mit euch (Maschinenbauer, handwerklich begabt, bereit euch in die Materie einzulesen). Auf der Gegenseite stehen dagegen null praktische Erfahrungen. Ihr wißt nicht, ob ihr (alle !) mit dem Seegang klar kommt (Seekrankheit). Ihr steht unter Zeitdruck. Ganz schlecht ! Recht begrenztes Budget. Auch schlecht. Das verführt dazu mit einem halbfertigen Schiff loszufahren weil "das kann man ja unterwegs machen". Ja, kann man meistens, aber dann wird es doppelt so aufwendig und dreimal so teuer. Ob ihr euch auf irgendwelche Scheine stürzt (SBF See als gesetzliches Minimum sollte allerdings schon sein) oder nicht, ist erstmal irrelevant. Die wirklich wichtigen Sachen lernt man in den Kursen eh nicht.
Wie ankere ich sicher ohne mich (und andere !) zu gefährden. Wie fahre ich Hafenmanöver sicher ohne mich (und andere !) zu gefährden. Was für Informationsquellen gibt es überhaupt, wie komme ich an die Erfahrungsberichte anderer zu diesem Gebiet etc.

Das rein seglerische ist für so ein Projekt eher sekundär. Der Skipper an Bord ist auch immer gleichzeitig Hausmeister für ein mehr oder weniger komplexes technisches System, bei dem immer zum ungünstigsten Zeitpunkt was kaputt geht.

Sucht euch euer Schiff auf jeden Fall im Mittelmeer. Das spart euch 2-3 Monate außen herum. Dann könnt ihr eure 5 Monate dort segeln und euch selbst kritisch unter die Lupe nehmen. Ihr könnt jederzeit abbrechen (mit finanziellem Verlust, denn glaubt nicht, dass es heute einfach ist ein Schiff zu verkaufen), habt die Heimat nur maximal 3 Flugstunden entfernt und europäische Versorgung. Wenn ihr euch nach diesen 5 Monaten alle (!) sicher seid, dass ihr bereit seit über den Atlantik zu schippern, dann macht es. Dann solltet ihr es auch schaffen. Wenn aber Zweifel bestehen, bleibt im Mittelmeer oder fahrt maximal bis zu den Kanaren, überwintert dort und im Frühjahr zurück ins MM um den Rest eurer Elternzeit abzusegeln.

Die Briten haben einen Spruch: Good judgment comes from experience, experience comes from bad judgment. In diesem Sinne braucht ihr erstmal eine Menge schlechte Einschätzungen ;)
Michael
SY Sioned

54

Mittwoch, 20. Juni 2018, 09:49

Begeisterung kann Kompetenz nicht ersetzen.

Mit diesem Satz stellst du alle Pioniertaten der Menschheit ad absurdum.

Nein, auch die Pioniertaten der Menschheit wurden in den meisten Fällen erst durch die richtige Kombination von Begeisterung und Kompetenz möglich.
Kolumbus hat ja schließlich auch nicht nur das Buch "Blauwassersegeln" vor seinem Start durchgelesen.

Gruß Ralf

Henning

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55

Mittwoch, 20. Juni 2018, 09:50

Zitat

Geplant ist, die Kinder während der Zeit zu unterrichten, so dass sie nach dem Jahr wieder in ihre Klassen zurück können. Wir sind beide Akademiker und uns sicher, den Stoff der Grundschule übermittelt zu bekommen. Ansonsten kann man sich da ja auch Hilfe (via Internet, Literatur usw.)holen.

(WEiter im nächsten Post)


Lehrer ist ja auch kein echter Job und die studieren nur zum Spaß. Der Vorbereitungsdienst danach ist eigentlich auch nur zum Entspannen nach dem anstrengenden Studium gedacht und gerade in der Grundschule wird ja sowieso nur gespielt. Das kann dann jeder, der selbst mal in der Schule war oder wenigstens jemanden kennt, der mal eine Schule von innen gesehen hat, natürlich selbst und meistens auch noch deutlich besser als eine langjährig ausgebildete Fachkraft. Bestimmt werden eure Kinder nach der Zeit mindestens eine Klasse überspringen können.
Versteckt den Rum! :sparrow:


"Das Dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie wahr sind."
(Leonardo da Vinci)

da darf man auch schon mal ein bisschen ein mulmiges Gefühl haben während der Nordfriese noch draußen Uno spielt :-)

Winterfalke

Salzbuckel

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56

Mittwoch, 20. Juni 2018, 09:50

Ich würd gerne mal wissen, wer hier Segelerfahrung mit mehr als 5 Monaten am Stück hat.

Wozu auch? Ok... bei dreieinhalb Monaten Flaute... :kopfkratz:
Aber bei Flaute muss ich nun auch wieder nicht segeln können.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

Mussi1975

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57

Mittwoch, 20. Juni 2018, 09:56

Ich würde mir im Herbst ein Boot kaufen, am besten in Frankreich (Atlantikküste) und dann im Herbst direkt über die Biskaya auf die Kanaren rüber. Wenn Ihr dort lebend ankommt, könnt Ihr Euer Glück direkt noch einmal auf dem Atlantik austesten. Da dann flott zusammen mit der ARC Gruppe rüber, und Ihr feiert Weihnachten in der Karibik, und könnt einen Punkt auf Euer bucket list streichen.

Ihr müsst erst einmal Segeln lernen, und das Boot kennenlernen. Das geht nicht in drei Wochen, auch nicht mit ganz neuen Scheinen.

Bei einer Airline fliegen auch nicht zwei Piloten, die erst gestern Ihr Scheine bestanden haben.

Euch fehlt noch gänzlich der Respekt vor dem Meer und Wind. Dazu kleine Kinder an Bord.

Kauft Euch ein Boot am Mittelmeer, sammelt da ein bis zwei Jahre Erfahrung (und nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter wenn mal mehr Wind ist). Dann kennt Ihr Euer Boot und habt etwas mehr Seemannschaft.
LG und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!

Maik

Paul b

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Bootstyp: Comet 1050

Heimathafen: Stavoren Buiten Marina

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58

Mittwoch, 20. Juni 2018, 10:14

Mit diesem Satz stellst du alle Pioniertaten der Menschheit ad absurdum. Ich verstehe, dass viele Sichtweisen zu dem Thema herumgeistern, logisch. Jeder Mensch hat andere Erfahrungswerte auf deren Basis er sein Leben meistert. Vielleicht hat genau diese Familie einige Kompetenz im meistern unbekannter Situationen. Das ist eine Kompetenz die ich bei einem solchen Vorhaben höher bewerten würde, als Wende und Halse. Vielleicht ist einer Motorschrauber und einer Elektriker, Kompetenzen, die auf Weltumseglung auf dem eigenen Schiff helfen können und obendrein zum Geldverdienen taugen.

Wir wissen es nicht.

Wo der Punkt ist, an dem ein Risiko abgewogen ist und ein Vorhaben startet, definiert jeder aders. Dass sie sich hier der geballten Forumsweisheit stellen, finde ich umsichtig. So, wie die Frage formuliert ist, sehe ich Menschen, die durchaus die Risiken abwägen. Lass es mal starten, die Zweifler kommen früh genug.

Gruß

Alex


@Segelalex: @filiferum: Liegt es an unserer rheinischen Herkunft, das wir denken:

Et hätt noch emmer joot jejange.Et kütt wie et kütt.

Ich sehe das ähnlich entspannt wie ihr. Ich finde es nur auffällig wie viele Bedenkenträger es gibt. Wenn man es nicht zu der jetzigen Zeit macht, dann wird es wahrscheinlich nüscht mehr. Gründe es nicht zu machen, gibt es zur jeder Zeit satt und genug. Aber wer nicht beginnt, kann es auch nicht beurteilen. Nur aus der Ferne den warnenden Finger heben, da sind wir Statisten gut bei ;)
:fb: Mitsegeln?
:fb: Mitfahren?

Till

Lotse

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Wohnort: Langenfeld Rhld

Schiffsname: Seizh Avel

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59

Mittwoch, 20. Juni 2018, 10:23

Über den Atlantik heißt, das Ziel ist die Karibik?

Also erst im Mittelmeer in der Sonne braten, dann wochenlang über den Atlantik, um dann in der Karibik zu gammeln. Das wäre ja nichts für mich.

Gerade Europa bietet so viele interessante und nah beeinander liegende Ziele. Im Winter Mittelmeer, im Sommer Nord- und Westeuropa.


Ansonsten: Für meinen persönlichen Geschmack wären 40 Fuß die Untergrenze für so einen Plan. Und zwar moderne 40 Fuß, bei alten Booten hat man noch viel weniger Platz.

Die nötige Erfahrung sollte man relativ schnell sammeln können. Oder anders rum: Ich habe genug Segler mit vielen Jahren Erfahrung erlebt, die ständig grobe Fehler machen. Und trotzdem unfallfrei von A nach B kommen.


Was mich skeptisch macht:
Wenn das Ganze ein Traum ist, wieso dann nicht schon früher Erfahrung gesammelt?
Begrenztes Budget, aber Bastelerfahrung: Zu dem Thema gibt es genug Geschichten.
Und das passt auch gut zu dem Ziel Karibik.


Und ich wäre weniger skeptisch, wenn der Hintergrund wäre, dass ihr mit Urlauben unter beengten und einfachen Bedingungen Erfahrung habt. Z.B. Bergwandern mit Übernachtungen auf Hütten. Oder Urlaube im Zelt.

Gruß, Till

60

Mittwoch, 20. Juni 2018, 10:32


Beim Segeln über den Atlantik.. muss in einer kritischen Situation sofort richtig gehandelt werden..

Puh.....ich hab schon einen Schreck bekommen. Zum Glück muß nur auf dem Atlantik sofort richtig gehandelt werden. Auf allen anderen Pfützen hab ich also mehrere Versuche und genug Zeit.
Ihr tut so, als wenn da jemand sofort über den Atlantik will. Ich würd gerne mal wissen, wer hier Segelerfahrung mit mehr als 5 Monaten am Stück hat. Alle (auch jahrelangen) Urlaubs- und Wochendsegler zählen nicht.
Den Berg an Erfahrungen, den man in 5 Monaten segeln am Stück anhäuft, für den braucht der Urlaubscharterer doch mindestens 10 Jahre.

Es kommt nicht auf die Dauer an, sondern darauf auch Plan B oder Plan C parat zu haben. Aus einer Panne kann eine Notsituation entsteht oder, mit entsprechender Erfahrung, eine beherrschbarer Umstand. Der Verweis auf die eingeschränkte Hilfe von außen durch die Vorposter ist schon richtig, In den Pfützen ist Hilfe von außen schnell erreichbar oder man ist in ein/zwei Stunden in Küstennähe. Dann sieht manches schon anders aus.

Der Hinweis auf die Dauer hilft nur bei der realistischen Einschätzung der Lebensumstände an Bord. Das Segeln auch unbequem und selbst bei guten Verhältnissen mit Arbeit (nennen wir es besser Einsatz) verbunden ist, wird gerne vergessen.


@Segelalex: @filiferum: Liegt es an unserer rheinischen Herkunft, das wir denken:
Et hätt noch emmer joot jejange.Et kütt wie et kütt.
Ich sehe das ähnlich entspannt wie ihr. Ich finde es nur auffällig wie viele Bedenkenträger es gibt. Wenn man es nicht zu der jetzigen Zeit macht, dann wird es wahrscheinlich nüscht mehr. Gründe es nicht zu machen, gibt es zur jeder Zeit satt und genug. Aber wer nicht beginnt, kann es auch nicht beurteilen. Nur aus der Ferne den warnenden Finger heben, da sind wir Statisten gut bei ;)

Nach dem Motto kann man das Vorhaben schon angehen. Warum nicht? Immerhin kommen die meisten auf der anderen Seite an. Diejenigen, die die Differenz zwischen "den meisten" und "allen" ausmachen, sind diejenigen die zu den Bedenken Anlass geben.

Gruß Ralf

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