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Jerenn

Leichtmatrose

  • »Jerenn« ist der Autor dieses Themas

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Schiffsname: Verandering

Bootstyp: Bianca 107

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1

Dienstag, 26. Juni 2018, 22:55

Ablegen aus der Box (Fingersteg; bei viel Wind)

Liebe Experten,

ich bin seit 2 Monaten Eigner einer Bianca 107 und ich würde gerne ein paar Tipps zum Ablegen bekommen bzw. ein paar Möglichkeiten fürs Ablegen diskutieren.

Rahmendaten:

Die Yacht ist vorwärts eingeparkt und geht folglich rückwärts aus der Box.
Sie liegt an Steuerbord an einem Fingersteg, der am Ende einen Dalben hat (dieser ist dann zwischen Mittel- und Achterklampe, wenn die Yacht liegt).
Um rauszufahren muss ich das Ruder nach Backbord legen, sodass die Yacht rückwärts nach Steuerbord setzt und ich kurz rückwärts in die Sackgasse der Boxengasse fahren, um dann vorwärts zu fahren.
Die Yacht hat Saildrive und laut Voreiger keine Schokoladenseite. Offen gestanden bezweifele ich das. Ich habe in Erinnerung, dass die Schokoladenseite davon abhängt, in welche Richtung die Schraube dreht. Aber da lasse ich mich auch gerne eines Besseren belehren. Getestet habe ich es noch nicht.

Nun stand letztes der Wind mit 5bft, in Böen 6, so auf der Box, dass er von achtern (leicht steuerbord) einfiel.

Ich würde gerne wissen, wie ein Ablegen mit Leinen am sinnvollsten ist. Meine Idee: Ablegen mit einer Achterspring über den Dalben, die sehr lang ist, mitgefiert wird und ggf. angezogen werden kann, damit der Bug rum kommt. Ich weiß aber nicht ob das funktioniert.

Des Weiteren stellt sich die Frage, wie man das Ablegen löst, wenn man stürmischen Seitenwind hat. In einem Fall drückt mich der Wind ja auf den Fingersteg, im anderen Fall auf das Nachbarboot.

Ich freue mich über ein paar Ideen.

Danke!

Lg Jerenn

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2

Dienstag, 26. Juni 2018, 23:17

wenn Du heute im Wetterbericht erfährst, dass es "morgen" ordentlich pustet und Du kaum rauskommst rückwärts --- wie wäre es dann "heute" mit rückwärts rein und morgen vorwärts raus ??
nur mal so ne Idee ... denn Ruderdruck kommt von Anströmung. Entweder von der Schraube bei vorwärts oder durch Geschwindigkeit bei rückwärts. Letzteres ist schwieriger. Egal welche Schoki-Seite ...
Ein Franzose und ein Deutscher stehen am Strand.
Da geht der Franzose los und ruft "Sieh! Ich kann über das Wasser laufen!"
Da murmelt der Deutsche "nicht mal schwimmen kann der..."

Jerenn

Leichtmatrose

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Beiträge: 31

Schiffsname: Verandering

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3

Dienstag, 26. Juni 2018, 23:28

wenn Du heute im Wetterbericht erfährst, dass es "morgen" ordentlich pustet und Du kaum rauskommst rückwärts --- wie wäre es dann "heute" mit rückwärts rein und morgen vorwärts raus ??
nur mal so ne Idee ... denn Ruderdruck kommt von Anströmung. Entweder von der Schraube bei vorwärts oder durch Geschwindigkeit bei rückwärts. Letzteres ist schwieriger. Egal welche Schoki-Seite ...
Ja das könnte gehen, wäre aber nicht möglich gewesen, da ich am Vortag nicht im Hafen war. Zudem vereinfacht es mein Ablegen und verkompliziert mein Anlegen.

Lg Jerenn

PushingTin

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4

Mittwoch, 27. Juni 2018, 01:26


...Sie liegt an Steuerbord an einem Fingersteg, der am Ende einen Dalben hat (dieser ist dann zwischen Mittel- und Achterklampe, wenn die Yacht liegt).
Um rauszufahren muss ich das Ruder nach Backbord legen, sodass die Yacht rückwärts nach Steuerbord setzt und ich kurz rückwärts in die Sackgasse der Boxengasse fahren, um dann vorwärts zu fahren.



Die Yacht hat Saildrive und laut Voreiger keine Schokoladenseite. Offen gestanden bezweifele ich das. Ich habe in Erinnerung, dass die Schokoladenseite davon abhängt, in welche Richtung die Schraube dreht. Aber da lasse ich mich auch gerne eines Besseren belehren. Getestet habe ich es noch nicht.

Den ersten Teil habe ich nicht verstanden.
Ich glaube, dass es ohne eine Zeichnung bzw. Foto der Situation und des von (notwendigerweise?) geplanten Manövers kaum sinnvoll möglich sein wird, verwertbare Vorschläge zu machen.

Auch deine Schilderung der Ruderlage verstehe ich nicht so ganz. In Vorausfahrt dreht bei ‚Ruder Steuerbord‘ der Bug nach Stb, in Achterausfahrt das Heck.

Betr. Radeffekt: Es kann, je nach Einbauposition, Lateralplan, Modell des Props usw.,durchaus sein, dass das Schiff kaum spürbar mit dem Heck herumgezogen wird, sondern nur insgesamt leicht seitlich versetzt.
Der Effekt ist also grundsätzlich immer vorhanden, kann aber sehr schwach bzw. kaum spürbar, und/oder anders als gewohnt ausfallen.
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Und immer an die Musing denken! :acute:
Nov. 2015: Ich habe meine Profilinformationen up-gedatet.

Bummibär

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5

Mittwoch, 27. Juni 2018, 02:55

Moin Moin,

hast du vielleicht die Möglichkeit am luvseitigen Nachbar-Fingersteg eine Leine auf Slip zu befestigen?
So mach ich es, habe einen eigenwilligen Langkieler, der auch nicht rum will.
Diese auf Slip gelegte Leine fiere ich achtern mit, wenn der Bug frei ist, kurz festhalten - eindampfen und schon komm ich rum.

VG
Andy

Gurli

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6

Mittwoch, 27. Juni 2018, 06:02

Hallo Jerenn,

mit der Stb-Achterspring müsstest du tatsächlich leichter rückwärts nach stb drehen, d. h. der Bug klappt nach bb ab. Um dich vom Steg oder vom Nachbarboot freizuhalten, könntest Du mit den Vorleinen arbeiten. Eine luvseitige Vorleine könnte verhindern, dass du nach Lee vertrieben wirst.

Bei Wind von stb könnte das eine ziemlich gute Kombination mit der Stb-Achterspring ergeben, sodass die geringe Steuerwirkung bei Rückwärtsfahrt kein Problem mehr darstellen könnte, denn so könntest du dich parallel zum Steg bewegen.

Bei Wind von bb könnte die Kombination aus Bb-Vorleine und Stb-Achterspring eine Drehung des Bootes in der Box bewirken. Falls das so ist, bräuchtest du vielleicht noch eine Bb-Achterspring, an der du dich in Kombination mit der Bb-Vorleine erstmal raushangelst und die Drehung in die Boxengasse erfolgt dann wieder über die Stb-Achterspring. Das klingt aber recht kompliziert.

Ich wäre auf jeden Fall neugierig, ob das in der Praxis funktioniert.

Grüße

Martin

7

Mittwoch, 27. Juni 2018, 07:34

Moin, vielleicht hilft diese Seite weiter (oder mit der SW ausprobieren). https://www.skipper360.at/ Gruß Hennes

PS: Es gibt keine Schokoladenseite, nur Skipper die das eine oder andere besser können

he geiht

Salzbuckel

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8

Mittwoch, 27. Juni 2018, 07:49

Moin,
Anno 2015 hatten wir diesen Tröt Ich hab´s getan: Manövertraining
Ich hab´s getan: Manövertraining
in dem Tröt sind einige Tipps enthalten, ein guter Coach der Dir Tipps auf Deinem eigen Boot vermittelt ist Gold wert,
wichtig dabei ist das üben auf dem eigenen Boot.
Info über Deinen Heimathafen habe ich nicht gesehen,
wenn Du dazu etwas schreibst gibt eshier bestimmt einige Hinweise über gute Ausbilder in Deiner Gegend.
Gruß Uwe

HERR Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
Psalm 90 Vers 12

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Heimathafen: NL / Den Oever

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9

Mittwoch, 27. Juni 2018, 08:00

Das ist das Thema: Ab-/Anlegen bei Seitenwind aus/in die Box.
Das füllt ganze Bücher, Foren u. Videos.
Ich würde mir die Einhand-Manöver angucken. Wenn Hilfe an Bord hast geht so ein Einhand-Manöver ggf. noch sicherer.
Einfach mal die vielen anschaulichen Videos googeln.

Was deinen Liegeplatz angeht: So ein recht langer Fingersteig ist eher hilfreich als hinderlich, ich würde diesen mit Fendern ausstatten.
Leinen zwischen Steg und Achterdalben sind auch hilfreich.
Ansonsten auch immer willkommen: Mittelklampe einsetzen.
Gruß

Martin

Der Segler mit Zeit hat immer den richtigen Wind :)

10

Mittwoch, 27. Juni 2018, 08:48

Ich habe den Teil mit Ruder nach Backbord, um das Heck nach Steuerbord zu bekommen, nicht ganz verstanden. Wenn ich aber annehme, dass Du wirklich zunächst mit dem Heck nach Steuerbord willst (und Pinne nach Backbord gemeint hast) und der Dalben auch an Steuerbord ist, würde ich es so versuchen:
Du verholst das Boot soweit nach hinten in der Box bis die Mittelklampe am Stb-Dalben ist. Dann legst Du dort eine Leine auf Slip, die im weiteren Verlauf als Spring dient.

Dann fährst Du unter kontrolliertem Fieren der Spring (und eventuell der Stb-Vorleine je nach Bedarf) rückwärts raus bis der Bug frei ist zum Schwenken. Solange der Wind wirklich von Stb Achtern kommt, kannst Du dabei durch Ausbalancieren von Motordrehzahl und Fiergeschwindigkeit das Boot gerade halten. Dann Vorleine los, Spring fixieren (von Hand) und weiter rückwärts Gas geben. Das Boot wird nun mit dem Heck nach Stb drehen. Ist die gewünschte Fahrtrichtung plus ein gewisses Vorhalten für den jetzt von der Seite kommenden Wind erreicht, die Spring einholen und nicht zu wenig Schub nach vorne.
Das Ruder ist dabei bis zum Vorwärts-Schub ziemlich egal.

Wenn Du alleine bist, kannst du evtl. auch die Spring von der Mittelklampe und den Dalben auf eine Winsch im Cockpit führen, dann lässt sich das leichter zusammen mit Pinne und Motor bedienen. Allerdings musst Du zusehen, dass Du die Spring beim Losfahren nicht hinterherziehst, da sie in die Schraube kommen kann.

Kommt der Wind von Backbord Achtern brauchst du zum Rückwärtsfahren, bis Du Schwenken kann, noch eine Leine an Backbord, damit das Schiff nicht dreht, bevor es weit genug zurück gesetzt ist.

11

Mittwoch, 27. Juni 2018, 09:36

Bei den ganzen Springs und Leinen usw. auch etwas an die Vektoren denken. Nach vorn und nach hinten tun sie viel, seitlich quasi nichts. Schließlich muss man die ganzen zusätzlichen Leinen irgendwann auch wieder einholen und auch rechtzeitig einholen. Die besten Erfahrungen habe ich mit Drücken und Ziehen, entweder von Hand oder mit Hilfsmittel gemacht und damit, mit wenig Gas zu fahren.

Der geistig und körperlich fitteste, der der einen Plan hat, ist an Deck. Das Contrapräsidium steht am Ruder und bedient vor allem den Gashebel. Zum Ziehen habe ich einen kurzen Stropp, der um die entsprechende Dalbe passt, den ich an Deck gehend mitführen kann und auch rechtzeitig wieder durchfieren kann. Drücken und Schieben, evtl. mit einem starren Bootshaken, geht auch. Eine verzinkte Metallspitze rutscht nicht so schnell vom Poller ab. Ein Gummihäubchen auf der anderen Seite um notfalls gegen Boote zu drücken, was wir wegen der guten Nachbarschaft aber sparsam einsetzen.
Auf die Weise kann man das Boot gut durch die Engstellen der Box führen. Wenn es raus ist, muss einer hinten den Schalthebel in Vorausfahrt legen und Hartruder geben. Einen Spezialisten braucht man dazu nicht, das konnte schon mein damals 4jähriger Junge und Mitsegler die zum ersten Mal auf einem Boot waren konnten das auch. Wenn man sein Boot etwas kennt, macht man das auch selbst indem man insgesamt moderat Gas gibt, also kein "Powerableging" betreibt, und rechtzeitig nach hinten latscht, das Boot dann vorn natürlich sich selbst überlässt. Je größer das Boot, umso weniger Hektik muss man walten lassen und umso größer der Flurschaden, wenn man gepennt hat. Umgekehrt das Gleiche, obwohl Kratzer natürlich auch Flurschaden sind.
Natürlich findet die Einmannarbeit ab einer bestimmten Länge und ab einem bestimmten Wind seine Grenzen. Meistens fährt man dann aber nicht mehr oder der Rudergänger hilft mal kurz, wenns eng wird und kehrt danach an seinen Platz zurück.

Die Versuche mit einem Sammelsourium von Strippen, die im Cockpit zusammenlaufen, vom Ruder aus ein bisschen Märklin-Fahrdienstleiter zu spielen, klappen theoretisch und auf einer Seite Rechenpapier besser als bei Starkwind. Irgendwas fiert sich aber allzuoft eben nicht durch, zumindest nicht mit dem Tempo mit dem es Not täte und dann hängt man buchhstäblich in den Seilen. Selbst dann, wenn es 10x klappt, willst Du ja nicht jedes elfte Mal Adressen tauschen. Außerdem ist das Ablegen das eine, hinterher kilometerweise Leinen aufschießen was anderes. Nach dem Ablegen holt man die Fender rein, Zeisinge auf, Segel hoch usw. Die 20 m Festmacher im Cockpit kann man auch dann noch aufschießen, wenn schon Kurs anliegt und die Getränkehalter aufmunitioniert werden.

:Laie_22: Chris

12

Mittwoch, 27. Juni 2018, 10:05

Die Yacht hat Saildrive und laut Voreiger keine Schokoladenseite. Offen gestanden bezweifele ich das. Ich habe in Erinnerung, dass die Schokoladenseite davon abhängt, in welche Richtung die Schraube dreht. Aber da lasse ich mich auch gerne eines Besseren belehren. Getestet habe ich es noch nicht.
Moin,

dann teste das Boot und sein Manövrierverhalten doch erstmal ausgiebig.
Grundsätzlich neige ich auch zur Empfehlung des Vorposters steehl, ggf. Spring über den Dalben zu legen und diesen bei Bedarf als Drehhilfe einzusetzen.
Ob das aber notwendig ist bzw. überhaupt geht, kannst nur Du einschätzen, denn wenn die Seitenschlengel ("Finger") in Deinem Hafen signifikant kürzer als die Boote sind, bist Du bei diesem Manöver möglicherweise nicht ausreichend frei von Deinen Nebenliegern.
Auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Hände bei Dir an Bord könnte eine Rolle spielen. Wenn der Wind in die Box drückt, sind bis zuletzt eine Vorspring und eine enge Achter- bzw. Seitenleine zum Dalben oder Finger wichtig, damit Dir das Boot nicht diagonal treibt. Bist Du gut abgefendert und hast auf der Bb-Seite einen eng an Dir liegenden Nachbarn, entfällt die Problematik "diagonal in der Box" dagegen.

Wir liegen ebenso wie Du - bei uns ist das Anlegen bei achterlichem Starkwind in die Box das weitaus spannendere Thema....
und da kommen wir zum Radeffekt zurück: den solltest Du kennen (siehe oben: erstmal ausgiebig testen!) und wenn er vorhanden ist, könntest Du ihn sogar nutzen.
Bei vermutlich (weil mehrheitlich) vorwärts rechtsdrehender Schraube würde ein Radeffekt Dein Heck bei Rückwärtsgas tendenziell nach Bb versetzen. Für das Anlegen mit einem Finger auf der Stb.-Seite also tendenziell ungünstig.
Erweist sich der Effekt als signifikant, könnte das ggf. Grund für einen Platzwechsel in eine Box mit Bb-Finger sein.
Hast Du eine vorwärts linksdrehende Schraube, liegst Du dagegen genau richtig.

Gruß
Andreas


Gruß
Andreas

JanD

Salzbuckel

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13

Mittwoch, 27. Juni 2018, 11:27

Das sind die gleichen Bedingungen, die ich auch habe, folgendes ist nicht nur erprobt, sonder funktioniert single hand seit Jahren

Boot liegt an Steuerbord am Fingersteg, auf der anderen Seite (Backbord) liegt ein Boot, liebevoll gepflegt.
Boot liegt vorwärts drin, vorne zwei Festmacher ganz normal nach links und rechts, vom Dalben am Ende des Fingestegs ein Festmacher mit Schlaufe um Mitteklampe legen und einen von der Winsch, wahlweise Achterklampe, mit Schlaufe auf den Dalben.
Auf jeden Fall ein Dreieck bilden und Schlaufen benutzen. So liegt das Boot standarmäßig in der Box.
Die Festmacher in der Heimatbox sind fest am Steg installiert und bleiben dort.

Wind vom Bootsnachbar:
kein Problem, drei Fender zwischen unserem Boot und Fingersteg, vordere Festmacher los, das "Dreieck" lösen, aufs Boot, Rückwärtsgang und raus, Boot drückt ja auf den Steg und da sind die Bummsbeutel.
Kann meistens aber das Boot gegen den Wind abdrücken, rauf und rückwärts, dann rollen die Fender nicht so zw. Boot und Steg

Wind vom Fingersteg:
zwei dicker Fender auf die andere Seite um das liebevoll gepflegte Nachbarboot zu schützen. Leicht vorwärts, Boot dampft über Dalben-Mitteklampen Festmacher ein und legt sich an den Steg, Dalben-Winsch Festmacher hält das Heck fest.
Aufs Boot, vielleicht kurz abwarten, der Wind ist nicht immer gleichstark, dann zügig :
1. Leerlauf
2. Dreieck lösen, ist fast eine Bewegung: am Festmacher kurz ranziehen, das entlastet die Leinen, Mittelklampe: Festmacherschlaufe abhängen und an Dalben dranhängen (brauche ich da zum einparken), Festmacher Winsch-Dalben Schlaufe vom Dalben nehmen und an Bord nehmen
3. sofort kraftvoll rückwärts, um schnell Geschwindigkeit und Ruderdruck zu bekommen

Dann warte ich kurz ab, wie das Boot reagiert, ob der Ruderdruck ausreicht um dahin zu fahren, wo ich hin möchte.
Wenn mich trotzdem der Wind zur anderen Seite drückt, ist auch egal, Boot gerade ziehen und und entweder vorwärts oder rückwärts aus der Boxengasse rausfahren.

Einparken.
Wind vom Nachbarboot, das ist einfach, ich fahre gegen den Wind in die Boxengasse und parke nach rechts hin ein, einfach reinfahren
Wind drückt dich gegen den Steg, aufstoppen bis zum Stillstand, vom Boot runter und Festmacher festmachen.

Wind vom Fingesteg, das ist etwas wickeliger, Wind drückt in die Boxengasse.
Ich fahre rückwärts in die Boxengasse an meiner Box vorbei, stoppe auf, vorwärts, um gegen den Wind nach links in die Box einzubiegen.
Wenn mich am Steg keiner am Bugkorb auffängt, muss das passen, zügig rein, parallel zum Steg zum Stehen kommen, dann schnell Festmacher, der am Dalben hängt über die Mitteklampe, Winschfestmacher über den Dalben, fest ziehen, dann kannste vorwärts geben und Boot legt sich an den Steg, der Rest ist easy

so geht das ;)
.
---
Gruß Jan

PushingTin

Proviantmeister

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14

Mittwoch, 27. Juni 2018, 12:04

Hm...



so geht das ;)

So geht das wohl mit deinem Schiff, und möglicherweise auch mit einer Bianca 107- die ist aber schmaler, besonders am Heck, und hat im Gegensatz zur Hanse einen weniger effektiven Lateralplan, konkret ein Ruder mit Skeg (soweit ich weiß, jedenfalls); Propellerposition, Klampenanordnung, Vorfuß usw. können sich auch deutlich unterscheiden, und damit die Manövereigenschaften.

Es ist deshalb nicht möglich, bestimmte Tips in vollem Umfang auf andere Schiffe zu übertragen. Da aber eher Unerfahrene solche Fragen stellen, können sie möglicherweise nicht auf ihr Schiff abstrahieren. Ich halte es deshalb für sinnvoll, dass die Rat-Geber darauf hinweisen.

Vermutlich ist so mancher Glaubenskrieg hier im Forum solch unterschiedlichen Voraussetzungen geschuldet: für sich hat jeder Recht, aus Sicht des/der anderen taugt der Tip aber nicht.
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

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15

Mittwoch, 27. Juni 2018, 13:06

Zitat

Um rauszufahren muss ich das Ruder nach Backbord legen, sodass die Yacht rückwärts nach Steuerbord setzt und ich kurz rückwärts in die Sackgasse der Boxengasse fahren, um dann vorwärts zu fahren.


Ich liege praktisch genauso wie Du. Nur der Dalben/Pfahl ist etwas hinter meiner Heckklampe.
Wenn ich beim rückwärts ausfahren festelle, das der Wind mich rumdrückt, fahre ich einfach rückwärts aus der Boxengasse. :D

Handbreit

Norbert
Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, musst Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst (Voltaire).

pks

Lotse

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16

Mittwoch, 27. Juni 2018, 13:18

Wenn ich beim rückwärts ausfahren festelle, das der Wind mich rumdrückt, fahre ich einfach rückwärts aus der Boxengasse. :D

genau, gerade bei engen Boxengassen hab ich nie genügend Tempo drauf bekommen dass das nicht vom Prop angeströmte Ruder genügend Wirkung zeigt, erst recht nicht bei Seitenwind

tja, und wenn der Platz nicht reicht (Ende der Gasse) müssen halt Leinen ran
Gruß aus Mittelfranken
Peter

JanD

Salzbuckel

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17

Mittwoch, 27. Juni 2018, 13:26

Es ist deshalb nicht möglich, bestimmte Tips in vollem Umfang auf andere Schiffe zu übertragen


Der TE hat ein bestimmtes Scenario beschrieben (Bianca 107 mit Saildrive und Fingerstegdalben zw Mittel- und Achterklampe) und genau unter diesen Bedingungen wird das auch funktionieren (neben anderen Tipps auch).

Meine Beschreibung bezieht sich auf das Scenario des TE und hat keinen Anspruch auf Verallgemeinerung, steht auch rirgendwo.
.
---
Gruß Jan

Jerenn

Leichtmatrose

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18

Mittwoch, 27. Juni 2018, 22:00

Moin zusammen,

vielen Dank schon mal für die reichhaltigen Ideen und Tipps! Vieles deckt sich mit meinen Überlegungen/ Vermutungen und wurde durch weitere gute Ideen ergänzt. Klar muss man viel Ausprobieren, ich wollte nur nicht bei 6bft rumprobieren, ohne einen "Schlachtplan" für verschiedene Situationen zu haben. Den habe ich nun :D

Zum "testen" des Saildrive habe ich noch eine Frage:

Als ich noch kein eigenes Boot hatte, habe ich immer Chartereimer gehabt, meistens Bavarias zwischen 36 und 50 Fuß. Dort habe ich im Hafen, bei keiner Strömung, die Yachten aufm Teller gedreht. Dafür habe ich das Ruder hart steuerbord gelegt und abwechselnd Schub vorwärts, kurze Pausen, Schub rückwärts gegeben. Das sich die Yachten so drehen ließen liegt ja am Radeffekt, oder? Wenn ja, würde ich das mal bei meiner Yacht testen, wie sie sich dort verhält.

Lieben Gruß

Jerenn

p.s.: Die Yacht liegt in Kiel Stickenhörn.

19

Mittwoch, 27. Juni 2018, 22:24

Ich finde toll, dass Du das Forum fragst ob Du etwas an Deinem Boot testen darfst.

pks

Lotse

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20

Donnerstag, 28. Juni 2018, 07:39

Das sich die Yachten so drehen ließen liegt ja am Radeffekt, oder?

Nee, mit Schub nach vorn wirkt das "Schraubenwasser" auf das hart gelegte Ruder, bei Schub nach achtern passiert da nix

Nachtrag: bei meiner C999 (Kurzkiel, Saildrive, freistehendes Ruder) hab ich keinen spürbaren Radeffekt feststellen können
Gruß aus Mittelfranken
Peter

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