Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Henning

Salzbuckel

Beiträge: 3 573

Wohnort: Hattstedt

Schiffsname: Fjordsang

Bootstyp: kurzes Patscheboot mit Kinderrigg

Heimathafen: Bordelumsiel

  • Nachricht senden

41

Samstag, 10. November 2018, 08:46

Hafen der Themenstarterin ist nur mit 1m Tiefgang zubefahren, da ist die HR26 leider raus. Der Shrimper MK1 hat nur 2 Kojen. Bei einem Shrimper in deiner Preisklasse wäre ich vorsichtig, die guten Boote liegen hier bei ca. 15.000,- oder in England so bei 12.000 Pfund. Alles darunter ist verbastelter, ungepflegter Kernschrottt. Wichtigstes Indiz dafür: Schwert schwergängig. Dann hat der Innenballast aus eisen auf beiden Seiten des Schwertkastens angefangen zu rosten und drückt die Seiten des Schwertkastens zusammen.
Versteckt den Rum! :sparrow:


"Das Dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie wahr sind."
(Leonardo da Vinci)

da darf man auch schon mal ein bisschen ein mulmiges Gefühl haben während der Nordfriese noch draußen Uno spielt :-)

42

Samstag, 10. November 2018, 08:50

Hafen der Themenstarterin ist nur mit 1m Tiefgang zubefahren,…

Stimmt, ganz vergessen. :(

43

Samstag, 10. November 2018, 09:09

Hafen der Themenstarterin ist nur mit 1m Tiefgang zubefahren, da ist die HR26 leider raus. Der Shrimper MK1 hat nur 2 Kojen. Bei einem Shrimper in deiner Preisklasse wäre ich vorsichtig, die guten Boote liegen hier bei ca. 15.000,- oder in England so bei 12.000 Pfund. Alles darunter ist verbastelter, ungepflegter Kernschrottt. Wichtigstes Indiz dafür: Schwert schwergängig. Dann hat der Innenballast aus eisen auf beiden Seiten des Schwertkastens angefangen zu rosten und drückt die Seiten des Schwertkastens zusammen.
;)

44

Samstag, 10. November 2018, 11:29

@Spook:
Moin,
wenn Du unter einem Meter bleiben musst,
schau Dir mal die 22er Victoire an,
die Boote sind für das Ijsselmeer und die Nordsee gebaut
die 25er Victoire hat bis auf wenige ausnahmen 1,15 Tiefgang und schon eine separate Toilette.
Gruß Uwe

HERR Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
Psalm 90 Vers 12

45

Dienstag, 13. November 2018, 10:09

Jetzt muss ich mal fragen: hast Du das selber erlebt, dass die Crabber nicht schnell sind?

Ja, mehrmals. In NL sind etliche unterwegs. Die meisten werden recht gut gesegelt, sie gehen prima durch die Welle, alles tiptop, daran wird es nicht gelegen haben. Trotzdem sind sie selbst im Verhältnis zu den meisten Plattboden, denen man ja auch verminderte Sportlichkeit nachsagt, immer noch relativ langsam auf allen Kursen. Man sieht sehr, sehr wenige, die im Vergleich zu einer ähnlich großen Schouw einigermaßen Reisegeschwindigkeit erreichen. Nun sind Geschwindigkeit und Reichweite bei Fischerbooten bis auf die letzten Jahrzehnte nie ein Optimierungsziel gewesen. Auch eine Drascombe mit - für ihre Größe - ebenfalls legendärer Seegängigkeit komm kaum voran. Mit etlichen gleich großen Booten kann man Kreise um sie fahren, aber auch sie hat eben andere Vorteile.
Es sind Boote wie unter den Autos ein LR-88, ein Willies, eine 16-PS-Ente, einen 508 oder dergleichen. Man kauft sie nicht, weil man mal eben ein Boot braucht und man sichergehen will, dass es binnen kürzester Zeit auch wieder zu einem annehmbaren Preis zu verkaufen ist. Es sind ein paar Besonderheiten, die diejenigen, die sie nicht schätzen, ablehnen werden.

46

Dienstag, 13. November 2018, 11:16

Jetzt muss ich mal fragen: hast Du das selber erlebt, dass die Crabber nicht schnell sind?

Ja, mehrmals. In NL sind etliche unterwegs. Die meisten werden recht gut gesegelt, sie gehen prima durch die Welle, alles tiptop, daran wird es nicht gelegen haben. Trotzdem sind sie selbst im Verhältnis zu den meisten Plattboden, denen man ja auch verminderte Sportlichkeit nachsagt, immer noch relativ langsam auf allen Kursen. Man sieht sehr, sehr wenige, die im Vergleich zu einer ähnlich großen Schouw einigermaßen Reisegeschwindigkeit erreichen. Nun sind Geschwindigkeit und Reichweite bei Fischerbooten bis auf die letzten Jahrzehnte nie ein Optimierungsziel gewesen. Auch eine Drascombe mit - für ihre Größe - ebenfalls legendärer Seegängigkeit komm kaum voran. Mit etlichen gleich großen Booten kann man Kreise um sie fahren, aber auch sie hat eben andere Vorteile.
Es sind Boote wie unter den Autos ein LR-88, ein Willies, eine 16-PS-Ente, einen 508 oder dergleichen. Man kauft sie nicht, weil man mal eben ein Boot braucht und man sichergehen will, dass es binnen kürzester Zeit auch wieder zu einem annehmbaren Preis zu verkaufen ist. Es sind ein paar Besonderheiten, die diejenigen, die sie nicht schätzen, ablehnen werden.


Danke, das wundert mich etwas. Hatte ja beschrieben, dass wir gar nicht so langsam mit dem Crabber 26 unterwegs waren und wurde ja auch von @Klaus13: bestätigt. Wir waren auch definitiv schneller als andere, gleich große Boote. Meine Frage zielte auch drauf, ob Du mal selber einen Crabber gesegelt hast. Nur vom Zuschauen wie das Boot von anderen gesegelt wird, kann man sich ja nicht unbedingt ein Urteil bilden. Man weiß ja nie, wer da an den Strippen zieht und mit welcher Intention gesegelt wird.
RYA-Ausbildung in Theorie und Praxis: www.under-sail.eu

Henning

Salzbuckel

Beiträge: 3 573

Wohnort: Hattstedt

Schiffsname: Fjordsang

Bootstyp: kurzes Patscheboot mit Kinderrigg

Heimathafen: Bordelumsiel

  • Nachricht senden

47

Dienstag, 13. November 2018, 11:28

Schiff mit Gaffeltakelung, welches normal segelt, passt halt nicht ins Weltbild. Fand den Shrimper, den ich mal probegesegelt bin, auch nicht unbedingt langsam.
Versteckt den Rum! :sparrow:


"Das Dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie wahr sind."
(Leonardo da Vinci)

da darf man auch schon mal ein bisschen ein mulmiges Gefühl haben während der Nordfriese noch draußen Uno spielt :-)

Trouw

Proviantmeister

Beiträge: 506

Wohnort: Elsdorf

Schiffsname: TROUW

Bootstyp: SY Cobelens 33

Heimathafen: Brouwershaven

  • Nachricht senden

48

Dienstag, 13. November 2018, 11:45

Vor so um die dreißig Jahren habe ich eine Zeeschouw, ca. 9,80 m, gesegelt. Auf dem Weg nach Terschelling wurde ich von einer LM (24?) überholt. Ja, so war das. Ich musste immer die doppelte Zeit veranschlagen, wenn ich in der Planung war.

Die LM übrigens habe ich wiedergesehen, Das letzte Viertel vor Terschelling musste motort werden, wg. engem Fahrwasser und Wind gegen an. Die LM dümpelte mit Motorschaden im Fahrwasser. Wir haben sie dann in den Hafen geschleppt.

Ich empfand gaffelsegeln als sehr langsam. Aber heute wundere ich mich manchmal, wenn ich eine Schouw sehe, wie schnell die sein kann. Ich schaue dann schon mal nach dem Auspuff. Also es gibt da sicher Unterschiede. Während einer Traditionsregatta auf dem Grevelinger bin ich sogar mal von einem Gaffelfahrer überholt worden. Wir nahmen nicht an der Regatta teil und ich vermute, das Plattbodenschiff hatte noch nicht mal mehr einen Fußboden im Schiff, vermutlich alles an Land gebracht um schnell zu sein.



Gruß "TROUW"

Henning

Salzbuckel

Beiträge: 3 573

Wohnort: Hattstedt

Schiffsname: Fjordsang

Bootstyp: kurzes Patscheboot mit Kinderrigg

Heimathafen: Bordelumsiel

  • Nachricht senden

49

Dienstag, 13. November 2018, 18:13

Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber von einer LM 24 versegelt zu werden, kann ich mir nicht vorstellen.
Versteckt den Rum! :sparrow:


"Das Dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie wahr sind."
(Leonardo da Vinci)

da darf man auch schon mal ein bisschen ein mulmiges Gefühl haben während der Nordfriese noch draußen Uno spielt :-)

50

Mittwoch, 14. November 2018, 10:09

Ich glaube, man tut dem Gaffelrigg keinen Gefallen, wenn man es an alten Transport und Fischereifahrzeugen misst.

Es gibt ja durchaus auch andere Beispiele, wie z.B. die alten J- oder Z-Jollen oder originale 30er und 40er Schären.

Mit modernen Materialien und den neuerdings teilweise extrem ausgestellten Großsegeln (dann über die bzw. 2 x Segellatten) verschwimmen die Unterschiede sowieso zusehends.

Am Ende kommts auf die Streckung an und wie man das auch beim Vorsegel hinbekommt. Alles bei möglichst wenig Topgewicht und guter Handhabbarkeit. Irgendwo dazwischen wurde halt ein Tradeoff gemacht. Und da sind 100 Jahre alte Lastenkähne (und ihre Nachfolger) bestimmt kein Maßstab ;)

VG

"What 'n Drama mit dem Karma"
(by me, myself & I)

Olaf_P32

Admiral

Beiträge: 820

Wohnort: Steinhagen

Schiffsname: Irrwisch

Bootstyp: 15m² Jollenkreuzer

Heimathafen: Mardorf

Rufzeichen: Hallo

  • Nachricht senden

51

Mittwoch, 14. November 2018, 13:48

Ich will das mal so ausdrücken: Wer einmal ein Gaffelrigg gesegelt ist, der weiß was ein Hochrigg für ein Behelf ist.
Die Vorteile des Gaffelrigggs sind das man auf fast allen Kursen (außer vorm Wind) dass Segel setzen nd bergen kann wenn man Lazzybaggs hat. Bei entsprechender Ausrüstung ist Reffen ebenso möglich. Das Segel ist relativ einfach für verschiedene Windstärken zu trimmen. Also ich bin mit meiner Steilgaffel wirklich zufrieden.
Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber ist es auch lebenswert ?
:wickie:

pingu536

Offizier

Beiträge: 149

Wohnort: Magdeburg

Schiffsname: Siebenschläfer

Bootstyp: Kimmkiel

Heimathafen: Magdeburg

  • Nachricht senden

52

Samstag, 17. November 2018, 10:02

Gaffel:-Mast

Wer im Binnenland zu Hause ist und an der Ostsee seinen Segelurlaub verbringt, im Heimatrevier auch mal schnell den Mast legen will, ist mit dem kurzen Mast einer gaffel sicher gut bedient.

Meinen Mast der Hochtakelung habe ich vor 2 Jahren um 1,2m gekürzt, weil ich noch aus alten Zeiten ein neues Hiddensee-Groß liegen hatte. Das Schiff segelt beinah genauso gut; die Winde haben im letzten Jahrzehnt ohnehin zugenommen, mit größerer Unregelmäßigkeit.
Und betreffs Fahrten mit gelegtem Mast, gefällt es mir jetzt viel besser.
Da kam mir auch schonmal die Überlegung nach einer Gaffel, weil der Mast noch handlicher ist und optisch sieht so ein unter Gaffel laufendes Schiff allemal schicker aus.
Aber von der Überlegung bis zur finanziellen Umrüstung ist es kein leichter Weg.

gruß hartmut
...und nicht vergessen, die Zirbeldrüse zu aktivieren ! 10 sec. lang in die glutrote untergehende Sonne schauen, danach die Augen verdecken.

Yachtcoach

St. Lubentius des Forums

Beiträge: 6 377

Wohnort: mittendrin

Schiffsname: wechselt und daher auch nicht wie Frauennamen auf den Arm tötowiert

Bootstyp: Ja ...sagt man von mir....

  • Nachricht senden

53

Samstag, 17. November 2018, 17:29

Ich glaube, man tut dem Gaffelrigg keinen Gefallen, wenn man es an alten Transport und Fischereifahrzeugen misst.
Es gibt ja durchaus auch andere Beispiele, wie z.B. die alten J- oder Z-Jollen oder originale 30er und 40er Schären.
Mit modernen Materialien und den neuerdings teilweise extrem ausgestellten Großsegeln (dann über die bzw. 2 x Segellatten) verschwimmen die Unterschiede sowieso zusehends.
Am Ende kommts auf die Streckung an und wie man das auch beim Vorsegel hinbekommt. Alles bei möglichst wenig Topgewicht und guter Handhabbarkeit. Irgendwo dazwischen wurde halt ein Tradeoff gemacht. Und da sind 100 Jahre alte Lastenkähne (und ihre Nachfolger) bestimmt kein Maßstab ;)
VG
da gibt es nicht nur alte Lastkähne.. https://www.yacht.de/yachten_jollen/moon…fe/a116563.html

"Segeln auf Gaffelsegler ist aktives Segeln vom feinsten... keine digi-betriebenes Bootsbewegen "meinte mein letzter Gaffelkutter-Skipper und Freund.:

"Das ist zwar Arbeit und Bewegung, wer hat aber gesagt, dass Segeln eine moderate Wohlfühl- und Hängematten-Angelegenheit ist ?
Wer per Knopfdruck und mit Superspeed ein Gerät übers Wasser jagen möchte, kann gerne hochempfindliche Leichtgewichte über die Rennstrecke scheuchen,

oder das Ganze am Bildschirm per Digi von der Couch aus betreiben. Ich fahre ein Segelschiff und keinen Racer." .
Er hatte auch gewisse Probleme damit, wenn sein Zweimaster als "Pleziervaartuig o.s.ä." eingestuft wurde,
da seiner Meinung das Teil keine "Jacht", sondern ein "Arbeitsschiff" war. Auch wenn die Ladung inzwischen aus Passagieren bestand . :D

http://www.am-wind-ev.de/gaffelsegler

https://www.rhinplate-rund.de

https://www.shz.de/lokales/flensburger-t…id16924041.html
http://www.mildred.de/workingboat

https://www.yacht.de/magazin/heft_info/g…ste/a71757.html

https://www.rennkutter-nobile.de/das-schiff

absolut supertolle Gaffelsegler : https://www.beken.co.uk/galleries/display.php?dir=Yachting
Ich gebe aber zu, dass ich aus Bequemlichkeit und wegen meiner drei Damen, das Bermuda-Rigg vom Vorbesitzer auf der alten Lady belassen habe.
Obwohl sie ursprünglich ein Gaffelrigg hatte, zwar etwas Wind brauchte, dann aber auch nicht gerade langsam war.
Das war sie früher :




und das später :


;)
ja...der redet und schreibt auch ungefragt....wer wissen will was....liest da :


http://www.my-seaside.net/html/kolumne.html . ... -.....QUERULANT= https://blog650.wordpress.com ... - ......HORIZONTE = https://blog35215.wordpress.com ......-........http://www.wassersport-pool.info ..[/align]

54

Samstag, 17. November 2018, 17:37

Ohje. Wie groß muss der Frust gewesen sein, ein Gaffel gegen einen Besan zu tauschen ... :D

Mit dem Beispiel fallen ja alle positiven Argumente in einem Rutsch in sich zusammen. ;)

"What 'n Drama mit dem Karma"
(by me, myself & I)

55

Samstag, 17. November 2018, 17:44

Wer im Binnenland zu Hause ist und an der Ostsee seinen Segelurlaub verbringt, im Heimatrevier auch mal schnell den Mast legen will, ist mit dem kurzen Mast einer gaffel sicher gut bedient.

[...
gruß hartmut

Als Segler aus dem Binnenland, der seinen Urlaub gern an der Ostsee (Boddenküste) verbringt und im Heimatrevier auch mal schnell den Mast legen will, kann ich nicht sagen, dass der Gaffelmast Vorteile bringt. Jedenfalls nicht auf bewohnbaren Booten zwischen 6 und 8 m Länge. Die normale Durchfahrtshöhe im Berliner Raum liegt bei Brücken zwischen 4 und 5,50 m. Da passt auch kein Gaffel-P-Jolli mehr durch, ohne Mast legen. Das Mastlegen eines Gaffemastes gestaltet sich aber insofern schwieriger, als man auch die Gaffel abschlagen muss. Der einzige Vorteil hier ist der des geringeren Überstandes achtern.
Das Leben ist die Fülle, nicht die Zeit

Henning

Salzbuckel

Beiträge: 3 573

Wohnort: Hattstedt

Schiffsname: Fjordsang

Bootstyp: kurzes Patscheboot mit Kinderrigg

Heimathafen: Bordelumsiel

  • Nachricht senden

56

Samstag, 17. November 2018, 18:55

Zitat

Ohje. Wie groß muss der Frust gewesen sein, ein Gaffel gegen einen Besan zu tauschen ... :D

Mit dem Beispiel fallen ja alle positiven Argumente in einem Rutsch in sich zusammen. ;)
Geteilter Segelplan ist halt einfacher mit kleiner Crew zu händeln.
Versteckt den Rum! :sparrow:


"Das Dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie wahr sind."
(Leonardo da Vinci)

da darf man auch schon mal ein bisschen ein mulmiges Gefühl haben während der Nordfriese noch draußen Uno spielt :-)

57

Samstag, 17. November 2018, 18:57

Geteilter Segelplan ist halt einfacher mit kleiner Crew zu händeln.

Klar. Erzählen sich immer die, die sich mit so nem Anhang nie rumärgern mussten. Und am Ende wird das Ding am Anker als Windfahne "genutzt" :D

"What 'n Drama mit dem Karma"
(by me, myself & I)

58

Sonntag, 18. November 2018, 11:54

"Das Mastlegen eines Gaffelmastes gestaltet sich aber insofern schwieriger, als man auch die Gaffel abschlagen muss."

Gut dass ich das jetzt weiß, denn das habe ich bisher noch nie gemacht. Inklusive der bereits verkauften sind es 3 gaffelgetakelte Boote die ich habe oder eben hatte, dazu drei weitere, die ich als Mitsegler inkl. Mastlegen ein bisschen kenne. Das Abschlagen der Gaffel wäre entweder ein einzelner Bändsel, so gesehen keine echte Erschwernis, oder vollkommen überflüssig, weil ich ja nichts abschlagen kann, was nicht vorher angeschlagen wurde. Meistens wird die Klau beim Segeln vom Klaufall gehalten und der genannte Bändsel ist lediglich eine heute oft nachträglich angebrachte Erleichterung für Segler, die das Segelsetzen ohne nicht gepeilt kriegen. Ob nun nötig oder unnötig, das Abschlagen am oberen Liek oder das Abschlagen der Fallen wird wohl nicht gemeint sein.
Es wird sicherlich irgendwo irgendein Boot mit Gaffelrigg geben, an dem man eine Gaffel abschlagen muss - so wie es Leute gibt, die vorm Einparken den Dachgepäckträger abnehmen oder vorm Eierbraten Holzhacken. Daher ein sehr anschauliches Beispiel dafür, was Segler eines Bootes über ein anderes, was sie nicht kennen, mittels Verallgemeinerung so alles wissen. Dieses "Wissen" wird heute, heute in einer Zeit in der jeder zweite Seitenbetreiber von seinem Nachbarn abschreibt, wie ein Lauffeuer vebreitet. Deswegen also nichts für ungut.

---------------
"Geteilter Segelplan ist halt einfacher mit kleiner Crew zu händeln."

Man geht dabei davon aus, dass es schneller, einfacher und bei hartem Wind auch angenehmer ist, ein Segel als Ganzes zu bergen als es erst halb oder ganz einzuholen, zusammenzuknoten und danach wieder zu setzen. Vom Komfort her die Rollreffanlage von 1801.
Ander Gaffelfreunde fügen oft an, dass Reffleinen zur Unzeit, meistens bei Sturm, unklar kommen um sich dann schließlich in irgendeiner Ritze einzubetonieren. Dafür hat man bei den vielen Segeln immer ein gewisses Risiko, dass einer der Blöcke, eine der Fallen unkar kommt. Meiner Ansicht nach ein Indiz dafür, dass die fernste Welt auch die heilste ist.

---------------
"Wer einmal ein Gaffelrigg gesegelt ist, der weiß was ein Hochrigg für ein Behelf ist."

Ich finde sie schön, gut und praktisch, für Fahrtensegler fast ideal. Trotzdem haben sich die hochgetakelten Riggs insgesamt durchgesetzt. Einen Hobie mit englischer Langgaffel wollte ich außerdem nicht aufrichten müssen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass man eine Gaffel nicht oder zumindest nicht ohne erhebliche technische Anstrengungen mit einer Saling kombinieren kann. Dadurch ist der Mast oder für die ganz Peniblen von mir aus auch der Untermast in seine Länge begrenzt, denn er soll nicht unmäßig dick werden. Auch Kabel in den üblicherweise massiven Masten machen mehr Verdruss als Vergnügen. So ein massiver Mast hat immer irgendwelche offenen Windrisse und eingefräste Nuten machen aus technischer Sicht jede Menge Probleme mit der Belüftung dieser Windrisse. Das kommt besonders zum Tragen, wenn man außer einem Toplicht noch allerlei Geber für Unterhaltungslektronik im Masttop unterbringen will.

Chris

59

Sonntag, 18. November 2018, 12:23

Der typische Spruch: Geteilter Segelplan, kleine Flächen hat ja durchaus irgendwann mal Berechtigung gehabt. Dazu bis in die 70/80er Jahren die Möglichkeit das Boot besser auszubalancieren, in Bezug auf die Windfahnensteuerung ABER

a) Die eingesparte Fläche beim Einholen des Segels im stärkeren Wind ist hebeltechnisch Unsinn und nimmt Dir gerade dann den oben gerade erwähnten Vorteil

b) D.h. Du wirst trotzdem sehr schnell das Großsegel reffen (müssen)

c) Der Hauptmast ist kürzer, d.h. reduziert die Streckung der Segelprofile, bei leichtem Wind fehlt Dir da oben die effizienteste Segelfläche und Du hast nur das niedrige inneffiziente Besan zur Verfügung. Dafür dann der ganze Kram (Winsch, zweiter Baum, Strippen, Strecker, Gewicht, weiteres Segel, Abeckung, Kosten, ... ) für dieses Stützrad.

In der Summe führt das mMn. dazu, dass Du relativ selten Boote mit gesetztem Besan siehst. Selbst dann, wenn der Wind es hergeben würde.

"What 'n Drama mit dem Karma"
(by me, myself & I)

pingu536

Offizier

Beiträge: 149

Wohnort: Magdeburg

Schiffsname: Siebenschläfer

Bootstyp: Kimmkiel

Heimathafen: Magdeburg

  • Nachricht senden

60

Sonntag, 18. November 2018, 12:27

Stimmt

Der einzige Vorteil hier ist der des geringeren Überstandes achtern.

Wobei bei einem Maststuhl der Mast nur umgelegt wird, das nenne ich eine Erleichterung.
Gruß hartmut
...und nicht vergessen, die Zirbeldrüse zu aktivieren ! 10 sec. lang in die glutrote untergehende Sonne schauen, danach die Augen verdecken.

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 59   Hits gestern: 2 641   Hits Tagesrekord: 5 297   Hits gesamt: 4 095 557   Hits pro Tag: 2 339,27 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 503   Klicks gestern: 18 962   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 33 262 387   Klicks pro Tag: 18 998,56 

Kontrollzentrum

Helvetia

Novosail

Professionelle Reinigung von Segeln und Bootsplanen