Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

21

Dienstag, 18. Juni 2019, 07:32

durch die Rumpfform zieht das Boot bei den meisten Konstruktion nach Luv.

Es gibt Boote, bei denen das ganz extrem ist und andere, meistens langkielige S-Spanter, bei denen der Effekt fast garnicht auffritt. Der Grund ist, dass das Boot ab einer bestimmten Krängung in der Art eine asymmetrische Unterwasserlinie kriegt, dass es ein Eigenlenkverhalten entwickelt, bei der die tiefer ins Wasser getauchte Seite die Kurvenaußenseite bildet. Das kann so weit gehen, dass ein Boot trotz scheinbar maßvoller Krängung mit Ruderlage alleine nicht mehr zu halten ist. Mir fallen auf Anhieb ein paar Boote ein, bei denen der Effekt ganz extrem ist und 3, bei denen man überhaupt nichts davon merkt, aber auf diesen wirst Du wahrscheinlich nicht fahren bzw. gefahren sein.

VG
Chris

22

Dienstag, 18. Juni 2019, 08:39

Bei Krängung ist auch die Windaufstandsfläche erheblich vergrößert, da schiebt der Winddruck das Heck in den Wind, ganz unabhängig von Segel und Trimm.
Gruß Thomas


z. Zt. bootloser Künstler

norbaer

Salzbuckel

Beiträge: 4 335

Schiffsname: Top Job

Bootstyp: J 111

Heimathafen: Colijnsplaat

  • Nachricht senden

23

Dienstag, 18. Juni 2019, 09:00

Also Männers Krängung ist nichts böses, sondern für jeden Einrümpfer in einem gewissen Maße Amwind sogar gut und wichtig.

Bei uns ist liegt der Neigungs - Sweetspot zwischen 10-15°. Darunter ist schlecht weil zuviel Fläche im Wasser darüber ist schlecht, weil die Anhänge nicht mehr richtig arbeiten.

Deswegen sitzt bei wenig Wind die Crew auch an Lee Damit das boot wenigsten 10° Lage schiebt. Das hält die Segel voll und eine Rumpfhälfte aus dem Wasser.

frank_x

Salzbuckel

Beiträge: 2 037

Bootstyp: Rommel 33 / Pogo 40

Heimathafen: Rostock

  • Nachricht senden

24

Dienstag, 18. Juni 2019, 09:02

Also Ihr seid echt cool drauf. Der Schiffstyp ist ja 1. gar nicht bekannt und 2. gab der TO zu, dass es wohl am Trimm gelegen hat. Wenn ich bei meinen eigentlich sehr gut balancierten Schiffen bei BFT6 mit vollem Groß und dicht geknallter Großschot abfallen will, dann passiert da auch nichts - nichts bei der sehr neutralen Rommel33 aber auch nichts bei der sehr breiten Pogo40 mit Doppelruder.

Wenn es Schiffe gibt, die so etwas können, dann gehören die eher in die Fraktion bei denen an Großsegelfläche gespart wurde.

Dein Boot verhält sich so, weil der Rumpf hinsichtlich der Steuereigenschaften eine Fehlkonstruktion ist. Die Bugsektion ist zu V-förmig und die Heckpartie zu flach. Bei Krängung führt das zu einem ausgeprägten Anluven.

Es gibt Boote, bei denen das ganz extrem ist und andere, meistens langkielige S-Spanter, bei denen der Effekt fast garnicht auffritt. Der Grund ist, dass das Boot ab einer bestimmten Krängung in der Art eine asymmetrische Unterwasserlinie kriegt, dass es ein Eigenlenkverhalten entwickelt, bei der die tiefer ins Wasser getauchte Seite die Kurvenaußenseite bildet. Das kann so weit gehen, dass ein Boot trotz scheinbar maßvoller Krängung mit Ruderlage alleine nicht mehr zu halten ist. Mir fallen auf Anhieb ein paar Boote ein, bei denen der Effekt ganz extrem ist und 3, bei denen man überhaupt nichts davon merkt, aber auf diesen wirst Du wahrscheinlich nicht fahren bzw. gefahren sein.

Bei Krängung ist auch die Windaufstandsfläche erheblich vergrößert, da schiebt der Winddruck das Heck in den Wind, ganz unabhängig von Segel und Trimm.

25

Dienstag, 18. Juni 2019, 09:39

Ich habe nicht den ganzen Thread gelesen (fast erstaunlich die vielen Antworten, die Sache ist ja eigentlich recht klar...).
Zum Thema Strömungsabsriss habe ich neulich über interessante Forschungsergebnisse gelesen:
Buckelwale können trotz Ihrer Masse sehr enge Kurven schwimmen. Das liegt u.a. auch an der Flossenform.
das soll auch Einzug ins Spatenruder finden.
Google: ruder strömungsabriss buckelwal

26

Dienstag, 18. Juni 2019, 10:11

Also Ihr seid echt cool drauf.

Wusste ich zwar, Du bist aber auch nicht schlecht drauf. Dein Boot und das auf dem Du mitsegelst, haben das also nicht, weswegen es bei anderen Booten an der zu geringen Fläche des Großsegels liegt.Es betrifft in Bezug auf Deinen Einwand mindestens ein Boot, an dem Vor- und Großsegel bis auf wenige cm² gleich groß sind und ein anderes, dessen Groß die gut 4fache Fläche der Fock hat. In beiden Fällen bei Geradeausfahrt, mit oder ohne Welle, einfallender Böe und ohne Auffieren ist viel Ruder nötig. Was beiden Booten gemeinsam ist, ist relativ wenig Tiefgang, wenig Ballastanteil und moderate Breite. Allerdings wird es auch daran nicht liegen, weil es Boote mit ähnlich geringem Ballastanteil gibt und zahllose in gleicher Breite, die von dem Effekt unberührt sind. Fehlkonstruktion hin oder her, eine der Klassen feiert in 2 Jahren 90jähriges Jubiläum - 90 Jahre Fehlkonstruktion, von der man allerdings nichts merkt, wenn sie nur wenig krängt. Das ist doch mal was.

frank_x

Salzbuckel

Beiträge: 2 037

Bootstyp: Rommel 33 / Pogo 40

Heimathafen: Rostock

  • Nachricht senden

27

Dienstag, 18. Juni 2019, 10:27

Ich differenziere mal noch ein wenig - Wenn ich es vor dem Abfallen schaffe, das Schiff am Wind mit neutralem Ruder sehr schnell zu bewegen und keine Welle steht, dann schaffe ich es vlt. auch bei viel Wind einen 360-Grad-Kreis mit dichten Segeln zu fahren.

Aber ... der TO beschreibt eine Situation, in der er das Ruder schon quer zu stehen hat und dies trotz Doppelruder - sprich er macht kaum Fahrt und es gibt auch kaum noch Querkraft. Deshalb ist es vor allem ein Trimmproblem. Dass es moderne Konstruktionen mit nicht ganz so optimalen Doppelrudern gibt ( z.B. Elan 310/350 mit einem recht geringen Streckungsfaktor ) steht dann schon wieder auf einem anderen Blatt und hilft dem TO nicht. Von Fehlkonstruktion würde ich aber nie sprechen. Das sind dann für mich schon eher die IOR Beulen, die vor dem Wind so herrlich geigen oder frühe IMS Konstruktionen mit teilweise Holzkiel und Innenballast.

Also Ihr seid echt cool drauf. Der Schiffstyp ist ja 1. gar nicht bekannt und 2. gab der TO zu, dass es wohl am Trimm gelegen hat. Wenn ich bei meinen eigentlich sehr gut balancierten Schiffen bei BFT6 mit vollem Groß und dicht geknallter Großschot abfallen will, dann passiert da auch nichts - nichts bei der sehr neutralen Rommel33 aber auch nichts bei der sehr breiten Pogo40 mit Doppelruder.


Also Ihr seid echt cool drauf.

Wusste ich zwar, Du bist aber auch nicht schlecht drauf. Dein Boot und das auf dem Du mitsegelst, haben das also nicht, weswegen es bei anderen Booten an der zu geringen Fläche des Großsegels liegt.Es betrifft in Bezug auf Deinen Einwand mindestens ein Boot, an dem Vor- und Großsegel bis auf wenige cm² gleich groß sind und ein anderes, dessen Groß die gut 4fache Fläche der Fock hat. In beiden Fällen bei Geradeausfahrt, mit oder ohne Welle, einfallender Böe und ohne Auffieren ist viel Ruder nötig. Was beiden Booten gemeinsam ist, ist relativ wenig Tiefgang, wenig Ballastanteil und moderate Breite. Allerdings wird es auch daran nicht liegen, weil es Boote mit ähnlich geringem Ballastanteil gibt und zahllose in gleicher Breite, die von dem Effekt unberührt sind. Fehlkonstruktion hin oder her, eine der Klassen feiert in 2 Jahren 90jähriges Jubiläum - 90 Jahre Fehlkonstruktion, von der man allerdings nichts merkt, wenn sie nur wenig krängt. Das ist doch mal was.

foxausrhens

Offizier

Beiträge: 511

Wohnort: Koblenz

Schiffsname: Fuchur

Bootstyp: Dehler 34

  • Nachricht senden

28

Dienstag, 18. Juni 2019, 13:03

Warum Sonnenschuß

Die Ursprungsfrage war ja überhaupt warum ist ein Boot luvgierig und warum macht es irgendwann auch einen Sonnenschuß.
Dies hat mehrere Ursachen die einander auch verstärken, da gibt es einmal Eigenschaften die in der Rumpfform liegen und mit der Reibung des Mediums Wasser zu tun habe, auf diese will ich aber hier nicht eingehen da sie erst an zweiter Stelle eine Rolle spielen und nur den Hauptgrund denn ich jetzt erläutere verstärken , natürlich in der Intensität unterschiedlich je nach Rumpfform.

Der Hauptgrund liegt in der Verteilung des Segeldruckpunktes, hier hat schon jemand was von einem Surfbrett geschrieben und das ist völlig richtig , beim surfen kann man dieses Phänomen nämlich genau beobachten, man braucht es sogar um das Brett zu steuern. Wenn man auf einem Surfbrett den Mast nach vorne zum Bug hin kippt fällt es ab wenn man den Mast mehr zum Heck bewegt luvt es an, das bezieht sich natürlich auf die Verdränger fahrt.
Hierbei verändere ich nämlich den Segeldruckpunkt nach vorne oder nach hinten.
Jetzt könnte man aber dagegen halten das man oft Surfer sieht bei den ist das Segel mit dem Unterliek auf dem hinteren Brett ganz tief und trotzdem fahren sie mit hoher Geschwindigkeit gerade aus und luven nicht an, Warum ?
Wenn ich nun ein Surfbrett ins gleiten bringe und so richtig im Trapez hänge probiert man das Segel auf dem Heck zu legen (close the gap) aber trotzdem luvt es nicht an, nein das Brett wird so gar schneller, der Grund dafür ist Einfach.
Wenn man nicht mit den Füßen durch kippen des Brettes dagegen arbeiten würde , wäre das auch der Fall, zusätzlich bringt man Gewicht auf den vorderen Teil des Gabelbaumes und somit Druck auf den Mastfuss was auch dazu führt das anluven zu unterdrücken.

Beim Segelboot ist das gleich nur das hier der Mast fest ist und sich somit nicht nach vorne ober hinten neigen lässt. Das heißt wenn der Wind zu nimmt wird hinten der Druck größer, nur dass Ruder verhindert das anluven durch seinen Gegendruck. Sehr gut merkt man das auch daran wenn man nur mit Vorsegel unterwegs ist, ist der Effekt viel viel kleiner, wenn man nur mit Groß unterwegs ist viel viel größer.

Heißt je größer diese Kraft wird die das Boot nach luv drehen will, je mehr muss ich gegenhalten bis der Rudermoment nicht mehr ausreicht und das Boot einen Sonnenschuss macht.

Das ist alles, der Lateralplan des Bootes hat halt einen verstärkenden Einfluß auf das Ganze je nach Art mehr oder weniger hängt vom Boot ab.

Kränkung ist übrigens bei jedem Boot je nach Kurs normal, wieviel gut ist hängt vom Boot ab , manche laufen halt bei einer bestimmten am besten am Wind und bei zu wenig oder zu viel nicht so gut, aber auch das wurde oben ja schon richtig beschrieben.

Ich persönlich handhabe das bei meinem Boot immer so , das ich erst mal alles flach trimme bei zunehmenden Wind, die Traverse nutze und wenn ich dann merke das Boot bockt immer noch wird das Groß 1 Reff verkleinert, wenn es weiter so geht 2 Reff ins Groß, erst dann beginne ich das Vorsegel zu verkleinern, hätte ich noch eine kleine Arbeitsfock würde ich die jedoch vor dem zweiten Ref des Groß setzen und erst dann wenn es nicht reicht das zweite Ref ins Groß machen. Da ich jedoch eine Rollgenua habe und lieber aufrolle (ja ich weiß ist nicht ideal) lasse ich die Genua so lange wie möglich stehen.

Wenn natürlich schon vor dem ablegen klar ist das es viel Wind gibt, rigge ich meine Selbstwendefock die erheblich kleiner ist als die Genua.

nikod

Maat

Beiträge: 89

Schiffsname: Molly

Bootstyp: Friendship 28

  • Nachricht senden

29

Dienstag, 18. Juni 2019, 13:40

Der Segeldruckpunkt ist der springende Punkt. Aber - soweit ich weiß - weniger die Verlagerung nach hinten, sondern vielmehr bei Krängung die Verlagerung nach Lee. Das Segel schiebt das Boot vorwärts und bei Krängung schiebt's halt leeseits neben anstatt über dem Rumpf. Daher die Tendenz eine Kurve nach Luv zu fahren.

EDIT: Und klar, durch Reffen - insbesondere des Groß' - kann man dem entgegenwirken. Denn (wie oben schon gesagt): Reffen verringert generell die Krängung, Reffen hinten (am Groß) verringert zusätzlich die Luvgierigkeit.
Schifflos. Noch.Nicht mehr schifflos. imkreistanz

30

Dienstag, 18. Juni 2019, 14:18

Also Ihr seid echt cool drauf. Der Schiffstyp ist ja 1. gar nicht bekannt und 2. gab der TO zu, dass es wohl am Trimm gelegen hat. Wenn ich bei meinen eigentlich sehr gut balancierten Schiffen bei BFT6 mit vollem Groß und dicht geknallter Großschot abfallen will, dann passiert da auch nichts - nichts bei der sehr neutralen Rommel33 aber auch nichts bei der sehr breiten Pogo40 mit Doppelruder.

Wenn es Schiffe gibt, die so etwas können, dann gehören die eher in die Fraktion bei denen an Großsegelfläche gespart wurde.

Dein Boot verhält sich so, weil der Rumpf hinsichtlich der Steuereigenschaften eine Fehlkonstruktion ist. Die Bugsektion ist zu V-förmig und die Heckpartie zu flach. Bei Krängung führt das zu einem ausgeprägten Anluven.

Es gibt Boote, bei denen das ganz extrem ist und andere, meistens langkielige S-Spanter, bei denen der Effekt fast garnicht auffritt. Der Grund ist, dass das Boot ab einer bestimmten Krängung in der Art eine asymmetrische Unterwasserlinie kriegt, dass es ein Eigenlenkverhalten entwickelt, bei der die tiefer ins Wasser getauchte Seite die Kurvenaußenseite bildet. Das kann so weit gehen, dass ein Boot trotz scheinbar maßvoller Krängung mit Ruderlage alleine nicht mehr zu halten ist. Mir fallen auf Anhieb ein paar Boote ein, bei denen der Effekt ganz extrem ist und 3, bei denen man überhaupt nichts davon merkt, aber auf diesen wirst Du wahrscheinlich nicht fahren bzw. gefahren sein.

Bei Krängung ist auch die Windaufstandsfläche erheblich vergrößert, da schiebt der Winddruck das Heck in den Wind, ganz unabhängig von Segel und Trimm.


Zwar richtig, was Du schreibst, dennoch sollte man die Grundvoraussetzungen nicht vom Schiffstyp, abhängig machen, wer bei Seitenwind anlegt, weiß, welche Kräfte allein auf den Rumpf treffen, vermehrt bei Starkwind/Krängung. Ein Surfbrett ist in dieser Hinsicht kein passendes Beispiel, weil es selten krängt.
Gruß Thomas


z. Zt. bootloser Künstler

foxausrhens

Offizier

Beiträge: 511

Wohnort: Koblenz

Schiffsname: Fuchur

Bootstyp: Dehler 34

  • Nachricht senden

31

Dienstag, 18. Juni 2019, 22:08

Hier steht das noch mal mit dem Segeldruckpunkt und der Luvgierigkeit.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenschuss

Bruk

Admiral

Beiträge: 840

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

  • Nachricht senden

32

Mittwoch, 19. Juni 2019, 00:13

Der Hauptgrund des Sonnenschusses ist in der großen Unterschiedlichkeit von Vorschiffspant (schmal, v-förmig) und Achterschiffspant (breit) heutiger Konstruktionen zu sehen!

Bei Neigung um die Längsachse taucht am Achterschiff mehr Volumen ein als am Vorschiff. Dadurch verlagert sich der Verdrängungsschwerpunkt nach achtern. Problem: Der Gewichtsschwerpunkt behält seine Lage! Das hydrodynamische Gleichgewicht kann also nur wieder hergestellt werden, wenn das Heck achtern auftaucht und der Bugbereich vorne eintaucht. Dadurch kommt die kopflastige Lage zustande. In untergeordnetem Maße wird die kopflastige Lage durch die Segel verstärkt, deren Kräfte den Bug ins Wasser drücken.

S-spantige Langkieler verfügen über große Ähnlichkeiten bei Bug- und Heckspantform. Weshalb sie bei Lage nur eine unwesentliche Vertrimmung erfahren. Da das eintauchende Volumen des Rumpfes ähnlich zum austauchenden ist sowohl im Bug- als auch im Heckbereich, passiert wenig in Richtung Vertrimmung. Weshalb meine Marieholm, z.B., nie in die Sonne schießt. Auch nicht bei Krängungswinkeln höher als 40 Grad.

Bei aktuellen Konstruktionen: Auch bei großer Krängung ist die Volumenverteilung von austauchendem und eintauchendem Bugbereich in etwa gleich. Ganz anders beim breiten Achterschiff: Je mehr das Boot in Krängung geht, umso unterschiedlicher wird das Verhältnis der Volumina von austauchendem und eintauchendem Achterschiff: Austauchend: Volumen wird immer kleiner. Eintauchend: Volumen wird immer größer. Es ergibt sich also ein ganz erheblicher Volumenunterschied von eintauchendem Vor- und Achterschiff. Das größere Volumen hebt das Achterschiff an, weshalb es irgendwann zum Strömungsabriss an der Ruderanlage kommen wird.

Alles also kein Dogma, sondern pure Physik.

Gruß

Klaus

frank_x

Salzbuckel

Beiträge: 2 037

Bootstyp: Rommel 33 / Pogo 40

Heimathafen: Rostock

  • Nachricht senden

33

Mittwoch, 19. Juni 2019, 07:42

??
Und ich dachte immer, dass die früheren IOR Schiffe mit ihren breiten Hauptspanten und sehr schmalen Bug- und Hecksektionen Sonnenschüsse lieben ... Naja ... man muss nicht alles pseudowissenschaftlich begründen wollen. Meine letzten Sonnenschüsse sind jedenfalls schon eine ganze Weile her (auf dem Mini) und hatten IMMER mit sehr viel Segelfläche ( wenigstens Medium-Spi ), bei relativ viel Wind ( >20kn), einem relativ hohen Kurs ( TWA um die 120 Grad ) sowie einer sehr blöden Welle (vorn eingetaucht und hinten ausgehebelt) zu tun. Alles Bedingungen bei denen klassische Boote noch lange keinen Spi fahren können.

Mit der - nach Deinen Worten unmöglichen Pogo40 - habe ich noch nie einen Sonnenschuß erlebt - auch nicht bei 30..35kn / 110..120 TWA / unter vollem Groß, Stagfock und Code5, wo wir beim Baltic500 außer der Class40 Red alle anderen Schiffe überholt hatten.

War jetzt etwas offtopic aber musste sein. Der TO schrieb übrigens nichts von Sonnenschuss sondern von der Unmöglichkeit abzufallen. Dies ist nicht unbedingt das Gleiche.

Der Hauptgrund des Sonnenschusses ist in der großen Unterschiedlichkeit von Vorschiffspant (schmal, v-förmig) und Achterschiffspant (breit) heutiger Konstruktionen zu sehen!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »frank_x« (19. Juni 2019, 08:25)


foxausrhens

Offizier

Beiträge: 511

Wohnort: Koblenz

Schiffsname: Fuchur

Bootstyp: Dehler 34

  • Nachricht senden

34

Mittwoch, 19. Juni 2019, 08:17

Sonnenschuß = extreme Form der Luvgierigkeit und nach der wurde ja auch gefragt. Und nach meiner persönlichen Meinung und nach der von Wikipedia hat die Luvgierigkeit mit dem Segeldruckpunkt zu tun, er ist ursächlich andere Faktoren unterstützen das Verhalten oder verzögern es, die Ursache bleibt aber gleich. Ein gleitendes Boot zeigt analog zum Surfbrett das selbe nur beim Gleiten behält das Ruder seine Wirkung da die Kraft die sonst das Boot dreht ehr in Vortrieb um gesetzt wird, es gibt halt nicht die Begrenzung der Rumpfgeschwindigkeit. Meine Dehler 34 van de Stadt ist übrigens auch Luvgierig und macht bei zu viel Segel, bei zu viel Wind auch einen Sonnenschuß. Und die hat kein breites Heck.

Bruk

Admiral

Beiträge: 840

Wohnort: Flensburg

Bootstyp: Marieholm 32E

Heimathafen: Augustenborg

  • Nachricht senden

35

Mittwoch, 19. Juni 2019, 19:57

??
Und ich dachte immer, dass die früheren IOR Schiffe mit ihren breiten Hauptspanten und sehr schmalen Bug- und Hecksektionen Sonnenschüsse lieben
Der Hauptgrund des Sonnenschusses ist in der großen Unterschiedlichkeit von Vorschiffspant (schmal, v-förmig) und Achterschiffspant (breit) heutiger Konstruktionen zu sehen!


Genau so ist es! Aber die eingeschnürte Hecksektion ist es nicht, die zu Sonnenschüssen führt. Sie bewirkt nur ein unerwünschtes Saugen des Rumpfes. Es geht um die total unterschiedliche Spantform von Vorschiff und Mittelschiff um den Hauptspant.

Im Eingang des Haderslev-Fjordes ist uns einmal ein hoch am Wind segelnder Hanseat 70B im engen Fahrwasser begegnet. Eine plötzliche Bö bewirkte einen unkontrollierbaren Sonnenschuss mit einer Beinahe-Kollision. Ein unfreiwilliger physikalischer Versuch mit fast katastrophalen Folgen!

Die Ausführungen zur Pogo 40 mag ich nicht kommentieren. Wäre dann auch zu sehr "off Topic". Meine "pseudowissenschaftlichen" Ausführungen bleiben allerdings unverändert, da sich physikalische Regeln nicht zurecht diskutieren lassen.

grauwal

Seebär

Beiträge: 1 033

Schiffsname: lebhaft

Bootstyp: Aquanaut 1000

  • Nachricht senden

36

Mittwoch, 19. Juni 2019, 20:55

Also Männers Krängung ist nichts böses, sondern für jeden Einrümpfer in einem gewissen Maße Amwind sogar gut und wichtig.

Bei uns ist liegt der Neigungs - Sweetspot zwischen 10-15°. Darunter ist schlecht weil zuviel Fläche im Wasser darüber ist schlecht, weil die Anhänge nicht mehr richtig arbeiten.

Deswegen sitzt bei wenig Wind die Crew auch an Lee Damit das boot wenigsten 10° Lage schiebt. Das hält die Segel voll und eine Rumpfhälfte aus dem Wasser.


Sehr richtig,
jedoch sehr abhängig vom Bootstyp. Alte IOR-Dosen laufen bis 20° wie an der Schnur gezogen, bei 21° gibt es heftig Ruderdruck (geringfügige Übertreibung) Bei modernen "Knickspantern" setzt die Reaktion vorher ein. Der Ruderdruck ist ein gutes Maß, ist er zu groß folgt der Stömungsabriss.
Meine beste Steuerfrau von allen schreit zuweilen völlig überraschend ;) : Tu was! (gemeint sind geeignete Trimmmaßnahmen, Traveller, Cunningham, Unterliekstrecker, Reffen. Als Sofortmaßnahme auch schon mal die Schot)
Segeln ist eben etwas anderes als die korrekter Einstellung einer Waschmaschine. Der beste Indikator für noch tragbare Krängung ist der Arsch!

Gruß Franz
halber Wind reicht völlig

Ähnliche Themen

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 1 784   Hits gestern: 2 215   Hits Tagesrekord: 5 374   Hits gesamt: 4 665 297   Hits pro Tag: 2 343,86 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 12 109   Klicks gestern: 17 502   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 37 075 709   Klicks pro Tag: 18 626,95 

Kontrollzentrum

Sailsquare

Mitsegelangebote finden bei Sailssquare