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Proviantmeister

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41

Montag, 16. September 2019, 20:01

Ich finde das die Wellenhöhe nicht pauschal genommen werden kann. Dazu kommt der Abstand der Wellenkämme. Lange hohe Wellen finde ich nicht so schlimm, man fährt rauf und runter. Die Segel dem Wind angepasst. Kurze steile Wellen sind lästiger. Brauchen nicht mal sonderlich hoch sein. Es ist dann häufiger ein nasses segeln.
Bei kräftigen Wind nördlich Helgoland sind angenehmer als bei gleichem Wind in der Ostsee. So empfinde ich es jedenfalls.

Gruß Rainer

Sander 850

Admiral

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Bootstyp: Sander 850

Heimathafen: De Kuilart

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42

Montag, 16. September 2019, 20:09

Spannendes Thema. Ich würde die Sache aber anders angehen.

Die Wellenhöhe interessiert doch primär gar nicht. Wenn dein Boot aber so klein ist, dass es bei kurzen steilen Wellen im 3-4 Sekundentakt jede Welle hoch und wieder runter fährt dann ist das sehr ungemütliches Segeln was Mensch und Material belastet.

Wenn dein Boot dagegen sehr lang ist und es liegt immer auf zwei Wellenkämen dann fährst du wie auf einer Schiene und nix schaukelt - etwas überspitzt ausgedrückt.

Aber so in der Art habe ich es schon öfters beobachtet.

Bei 100 m langen Atlantikwellen ist es dann wieder egal. Das ist ein sanftes auf und ab. Aber in Küstennähe sind die Wellen eher kurz und steil.

Von daher hat der Satz "Länge läuft" eine doppelte Berechtigung.

Das Verhalten in der Welle ist wieder ne ganz eigene Geschichte. Da wird man tausende Beiträge ohne Konsens diskutieren können.

Die einen werden auf ihren schmalen Langkieler schwören weil der sanft in die Welle einsetzt, die nächsten wieder auf den geraden Steven weil der die Wellen zerschneidet, ein Erdmann wiederum schwört auf ein maximal leichtes Boot weil er damit wie ein Korken auf den Wellen schwimmt, der nächste schwört auf den Katamaran weil man da noch bei Windstärke 6 Gläser auf den Tisch stellen kann, der nächste will einen Racer mit breitem Heck weil er damit am schnellsten ist und nicht soviel Krängung hat und dann gibt's noch die Fraktion die sagt mir alles egal, Hauptsache das Cockpit ist in der Mitte.

Gruß
Chris

Edit: Hat sich mit Vorposter überschnitten.

43

Dienstag, 17. September 2019, 08:53

Quer über die Nordsee treffe ich im Oktober/November die gleichen Boote wie bei mehr als 6 bft im Sommer: Nämlich keine. Vielleicht verstehen wir unter "quer über die Nordsee" Unterschiedliches?

Naja, so lange kennen wir uns ja nicht. Unter "quer" versteht man, mich eingeschlossen, eine traversale Richtung, die zwar diagonal verlaufen kann, aber nicht muss. Die gecharterte Hallberg war ein hervorragender Reisebegleiter von Den Helder nach Dundee und zurück. Fender oder Anker haben wir unterwegs nicht schmutzig gemacht. War eine Herrenrunde von Leuten, die gerne mal ein Stück geradeausfahren. Zweimal war ich dabei und das Wetter war beide Male ähnlich. Gesehen haben wir sehr wenige, das lag an der Jahreszeit und am Wetter. "Getroffen" haben wir unterwegs keins. Ich finde es immer sehr nützlich, wenn eine Aussage nicht erst in eine ähnliche übersetzt wird, bevor man sie anzweifelt. Zum Treffen gehört ja mehr, als aus der Ferne den anderen zu sehen.

Ich kenne die hier genannten Bücher. Mir geht es auch nicht um die maximal sichere Sturmstärke sondern die maximal angenehme.

Deine Eingangsfrage hat sich durchaus so angehört, als ginge es um den Sicherheitsaspekt. Wenn ein Boot etwas noch "abkann", bedeutet das für den Skipper im Freien ja längst Ungemach. Trotzdem ein Versuch: Boote, die dafür konstruiert sind, gut durch die Wellen zu gehen, auch in einer älteren nicht selbstlenzenden Variante sehr sicher sind, laufen auch alle ausgesprochen trocken - während sie Sicherheit bieten. Der klassische Yachtbau hat auf so etwas nie focussiert. Statt dessen sind es Rümpfe ehemaliger Rettungsboote, Küstenfischer- oder Walfangboote, die bei den Formen Pate gestanden haben. Beispiele wären Colin Archer, Cornish Crabber, Midget, ...

Ob das Ablaufen zweckmäßig ist, hängt davon ab, ob es Dir und dem Boot gelingt, den Kurs zu halten und dabei nicht zu unterschneiden. Gelänge das nicht, wäre ein Treibanker besser als querzuschlagen. Querschlagen kann unseren Spargel bedrohen, wenn das Boot eine Roulade macht. Von Ablaufen "müssen", würde ich deswegen nicht reden, eher von ablaufen können. Das kann sehr früh anfangen und sowohl sehr früh als auch sehr spät aufhören. Dabei sollte man bedenken, dass ein Boot, je nach Typ, dabei sehr viel schneller werden kann, als es jemals vorgesehen war. Das kann zu Verwirbelungen am Ruder und zu entsprechenden Vibrationen führen, die arg an der Substanz nagen werden, wenn die nicht vollkommen solide ist. Ein anderer Punkt dabei ist der Auftrieb vorn. Viele Fischerboote und davon abgeleiteete Vergüngungsyachten haben deswegen sehr voluminöse Bugpartien.

Die Frage nach der maximal angenehmen Sturmstärke beantwortet das natürlich immer noch nicht. Das ist ja sowas wie der maximal angenehme Stromstoß. In Bezug af Wiind denke ich, wenn die Mütze noch nicht wegfliegt und man in Jeans und Windjacke im Cockpit stehen kann. Wenn wir die Mütze umdrehen, war die Hallberg 46 sehr gut darin, denn es hat tagelang geweht, dass es raucht und das Bordleben war durchaus entspannt. Leider kein Boot für Habenichtse.

Chris

Sander 850

Admiral

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Heimathafen: De Kuilart

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44

Dienstag, 17. September 2019, 09:04

Und was man immer im Hinterkopf behalten muss - Komfort bei widrigen Bedingungen würde ich nicht primär am Bootsdesign fest machen.

Wenn du im trockenen, warmen Deckshaus sitzt am Innensteuerstand in der Bootsmitte wird der Seegang dich weniger auszehren als derjenige der mit klammen Fingern im Nieselregen hinten an der Pinne sitzt und vor sich hin zittert.

Till

Lotse

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45

Dienstag, 17. September 2019, 14:18

Quer über die Nordsee treffe ich im Oktober/November die gleichen Boote wie bei mehr als 6 bft im Sommer: Nämlich keine. Vielleicht verstehen wir unter "quer über die Nordsee" Unterschiedliches?

Naja, so lange kennen wir uns ja nicht. Unter "quer" versteht man, mich eingeschlossen, eine traversale Richtung, die zwar diagonal verlaufen kann, aber nicht muss. Die gecharterte Hallberg war ein hervorragender Reisebegleiter von Den Helder nach Dundee und zurück. Fender oder Anker haben wir unterwegs nicht schmutzig gemacht. War eine Herrenrunde von Leuten, die gerne mal ein Stück geradeausfahren. Zweimal war ich dabei und das Wetter war beide Male ähnlich. Gesehen haben wir sehr wenige, das lag an der Jahreszeit und am Wetter....

Eben. Du hast sehr wenige gesehen. Ich habe schon oft überhaupt niemanden gesehen.
Wenn ich nach den paar Booten, die ich schon mitten auf der Nordsee getroffen habe, gehen würde, dann müsste ich z.b. annehmen, dass man mindestens 20 Dieselkanister an die Reling binden muss.

46

Mittwoch, 18. September 2019, 07:19

Absolut!
Deswegen bin ich so erstaunt so wenige Boote zu finden mit einem geschlossenen deckshaus...

Trockene Waerme ist eminent wichtig bei Reisen in die kaelte... Und gleichzeitig in Boot und womo vergleichsweise schwierig aufrecht zu erhalten.
Gruss
Ralph

47

Mittwoch, 18. September 2019, 17:18

Ich habe schon oft überhaupt niemanden gesehen.

Dass liegt, glaube ich, in der Natur der Sache, reine Statistik also. Du hast ja sicher mal geguckt, wo die beiden Orte liegen. Gerade auf dem Hinweg ist man mit Winden aus dem 4. Quadranten lange unterwegs. Wir hatten nicht das Pech alles kreuzen zu müssen, aber wenn man chartert, fährt man halt los, wenn das Boot übernommen wurde. Den Insiderwitz mit den Dieselkanistern habe ich trotzdem nicht kapiert, sei's drum, kannst Du mir vielleicht per PN erklären?

VG

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