Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

1

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 12:02

Angenommener MOB-Fall

Moin,

gegeben sei folgender Fall. Auf der Elbe bei Hamburg fällt ein Mann von einem Sportboot ins Wasser, er trägt eine 250N-Rettungsweste. Nun fahren auf der Elbe ja ziemlich viele dicke Pötte rum (Containerschiffe, AIDAs, etc.). Wie hoch ist die Gefahr, dass der Mann unter eines der Schiffe gezogen wird, das an ihm vorbeifährt (und ihn nicht sieht) und vielleicht sogar in eine der Schrauben? Was kann der Mann tun, um sich von solchen Dingern fernzuhalten? Schwimmen in Rettungsweste ist ja nicht gerade einfach....


Ralf
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. :pirat:
Antoine de Saint-Exupery

Lerigau

Seebär

Beiträge: 1 421

Wohnort: Oldenburg

Schiffsname: Slocum

Bootstyp: Segelyacht

Heimathafen: Oldenburg

  • Nachricht senden

2

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 12:17

Was kann der Mann tun, um sich von solchen Dingern fernzuhalten?

Sinngemäß nach Bobby Schenk: Alles dafür tun, dass man gar nicht erst über Bord fällt (sprich Lifeline einpicken). :whistle2:

VG
Holger
Das Blog zu unserem Boot:SY-SLOCUM.de

Regel Nr.1: Der Entgegenkommer ist ausweichpfllichtig!

3

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 12:21

Die Antwort ist richtig, sie passt nur leider nicht zur Frage.

Ralf
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. :pirat:
Antoine de Saint-Exupery

Selliner

Kapitän

Beiträge: 618

Wohnort: Sellin

Schiffsname: "Lotte" und "SKant d'Or"

Bootstyp: Midget 31, SK2

Heimathafen: Seedorf

Rufzeichen: DH6428

MMSI: 211484730

  • Nachricht senden

4

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 12:27

Sofort Alarm schlagen und dem Revierfunk bekannt geben. Dann gibt es nen Rundspruch und alle wissen Bescheid. Dann fahren die entsprechend Vorsicht oder stoppen.

Orage

Seebär

Beiträge: 975

Wohnort: Hannover

Schiffsname: Orage

Bootstyp: Bianca 111

Heimathafen: Toulon, Frankreich

  • Nachricht senden

5

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 12:29

1. Sofortiges MOB-Manöver unter Maschine

2. Rot schießen und Pan-Pan auf Kanal 16

3. 1. und 2. gleichzeitig durchführen (möglichst durch mehrere Personen)

6

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 12:43

Ich glaube hier wäre ein MAYDAY angebracht...

nixxe

Ich bin 2 Øltanks

Beiträge: 18 947

Wohnort: S-H

Bootstyp: sevylor fishhunter 210

  • Nachricht senden

7

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 12:48

Funk hat nicht jeder auf der Elbe. Zur Not 112 aunrufen, winken, sonstwas. Auf Kleinbooten daher Jollenweste, dann kann man noch einigermaßen schwimmen. MOB Manöver, egal wie. Die Pötte sehen nix und können auch nicht aufstoppen. Erste Hilfe müssten andere Sportboote in der Nähe leisten können müssen. Ob und wie man unter ein Containerschiff gezogen und geshreddert werden kann, weiß ich nicht; aber man kommt den oft sehr (zu) nahe.
Bin sehr oft auf der Elbe gekentert früher, aber ich vermute, da war weniger Größtschiffsverkehr.....
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.

8

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 13:06

Sollte der Mann etwa mit einer Rettungsweste ohne automatischem AIS-Notsignal segeln ?

Falls ja, dann mal schnell zu AWN, SVB & Co.

Falls nein wird er auf allen halbwegs zeitgemäß ausgerüsteten Kollisionsgegnern angezeigt.
Ein Mensch ohne Träume ist wie ein Schiff ohne Segel..

Osttief

Offizier

Beiträge: 505

Wohnort: Greifswald

Schiffsname: Flair

Bootstyp: Stress

  • Nachricht senden

9

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 13:10

Moin, der Verunfallte im Wasser kann vermutlich wenig bis nichts tun. Ausser die Weste loswerden und in Richtung Ufer schwimmen, dabei hoffend das er dieses erreicht bevor der Strom ihn in die offene Nordsee befördert hat. Wenn er denn dazu in der Lage ist. Die Großschifffahrt kann jedenfalls nicht eben mal aufstoppen, höchstens einen entsprechenden Notruf absetzen um die Rettung zu informieren.
Ansonsten beten das auf evtl. in der Nähe befindlichen Sportbooten jemand das Drama mitbekommen hat und zu Hilfe kommt.
Osttief

--------------------------------------------------------------------------------------------

Das schönste am Segeln sind die Abende im Hafen...

Beiträge: 615

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

10

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 13:19

Die spanndendere Frage finde ich wie so ein Schraubensog überhaupt auf schwimmende Körper wirkt. Ne Plastikflasche treibt doch auch einfach an der Schiffswand vorbei und wird nicht zerschreddert.

Gibts da Tests zu?

11

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 13:38

Hängt natürlich auch von der Bugform ab. Aber einmal an der seitlichen Schiffswand wird man nicht nach unten zur Schraube gezogen (sofern man oben schwimmt).

Bei leeren Schiffen ist die Schraube aber auch mal ganz oben (bis über Wasser). Ob so leere Schiffe da regelmäßig verkehren, weiss ich nicht.
Gruß
der Michael

:D

12

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 13:58

Cool wie die ersten Antworten so voll am Thema vorbeigehen :-). Zwangszusatz: In sich gut aber eben voll an der Frage vorbei ;-)

Wenn Du das Bild hier anschaust

https://www.fotocommunity.de/photo/feede…ttcher/41007422


Dann ist klar, wenn man da rein gezogen wird, dann kann man sich mit Salat und Gurke auf eine Brötchen legen lassen.

Deshalb wundert es mich, dass z.B. bei so Havarien wie der Elbe 5 der Frachter nicht sofort bei Kollision oder wenn dieses 100%ig sicher ist die Maschinen stoppt. Er hat dann immer noch genug Fahrt auch gegen den Strom aber macht kein Hack. Wie lange braucht ein großer Motor bis die Schraube steht? Wahrscheinlich zu lange.

In dem Fall, wie auch schon geschrieben, die eigenen Fähigkeiten bewerten, den Strom mit einbeziehen, den aktuellen "Standort" in der Elbe oder anderem Gewässer, Entfernung Ufer (gibt ja immer 2) einschätzen. Vielleicht ist das weiter entfernte durch den Strom besser erreichbar oder man kommt einfach schneller frei vom Schiffsverkehr.

Für die Sicherheitsfetischisten wäre das der Zeitpunkt an einen Notfallscooter zu denken den man beim Segeln auf den Rücken schnallt :-) Erfinder vor!

Beiträge: 615

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

13

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 13:59

Hatte jetzt an Bulb-Kiel gedacht wie die meisten dicken Pötte.

Aber klar, wenn du vor so einer Schlickrutsche von der WDR hängst, dann gibts nur eine Richtung. Abwärts.

nixxe

Ich bin 2 Øltanks

Beiträge: 18 947

Wohnort: S-H

Bootstyp: sevylor fishhunter 210

  • Nachricht senden

14

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14:01

Auf der Elbe fahren nicht nur Feederschiffe..... da ist das Großwild. Die machen ihre Maschinen nicht mal eben aus.
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.

15

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14:05

Klar weil sie nicht müssen. Aber solange ich bei einer Kollision nicht weiß ob einer über Bord gegangen ist, wäre es sinnvoll. Wie lange läuft ne Schraube von einer Aida (und anderen potthäßlichen Kähnen) wenn man sie im "Emergency Modus" stoppt.

Osttief

Offizier

Beiträge: 505

Wohnort: Greifswald

Schiffsname: Flair

Bootstyp: Stress

  • Nachricht senden

16

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14:19

Deshalb wundert es mich, dass z.B. bei so Havarien wie der Elbe 5 der Frachter nicht sofort bei Kollision oder wenn dieses 100%ig sicher ist die Maschinen stoppt. Er hat dann immer noch genug Fahrt auch gegen den Strom aber macht kein Hack. Wie lange braucht ein großer Motor bis die Schraube steht? Wahrscheinlich zu lange.


Per Notmanöver kriegt man so einen Schiffsdiesel relativ scnnell zum stehen, wird aber nur äußerst ungern gemacht, ich meine wegen der Massekräfte die da wirken wenn zig Tonnen Propeller eigentlich noch weiterdrehen wollen. Da gehts dann buchstäblich rund in den Lagern...
Noch problematischer ist das erneute Starten hinterher. Die Dinger drehen zwar nur mit je nachGröße, Bauart unf Typ zwischen 120 und 400 U/min, werden aber mit irgendwas zwischen 60 und 110 U/min angelassen und dann langsam hochgefahren. Das dauert halt. In einem Strömungsgewässer wie der Elbe ist das eine Ewigkeit, sprich die liegen quer bevor maschinenmäßig irgendwas passiert.
Osttief

--------------------------------------------------------------------------------------------

Das schönste am Segeln sind die Abende im Hafen...

17

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14:21

Moin Ralf,


die Frage die uns schon seit Jahren umtreibt, hier auf der Elbe: etwa so hoch wie dass Dir der Himmel auf den Kopf fällt... :D . Variante: Kenterung direkt vor dem 28.000 TEU Transporter.
Passiert ist es vermutlich noch nicht (oder vermisst Ihr jemanden)?

1. Wenn es anderen Booten auffällt oder eine verbleibende Restcrew in der Nähe sind, ist die Person schnell wieder an Bord. Beim Anbordhelfen ist eine 275N Weste hinderlich. Deshalb trage ich auch keine (und auch sonst niemand im Bekanntenkreis bis auf einen Starrkopf der letztens tatsächlich mal über Bord ging und es sich künftig möglicherweise anders überlegt, dazu muss ich ihn direkt mal interviewen). Allermeistens ist man nicht vor dem Bug eines Frachters, hat also ausreichend Zeit zum Bergen.
2. Treibt jemand im Fahrwasser, setzt man eine Nachricht an die Revierzentrale ab. Dann ist er entweder in einigen Minuten vom eigenen Boot oder anderen Sportbooten geborgen oder die geballte Rettungsflotte kommt in 15-20 Minuten aus allen Richtungen (vor einigen Wochen selbst erlebt, ist schon beeindruckend wie schnell die besetzt und vor Ort sind: DLRG/Feuerwehr/Polizei; DGzRS gibt es nur in der Außenelbe). Bis dato ist der Verkehr aufmerksam und langsam. Aufstoppen ist bei großen Schiffen unmöglich.
3. Fällt es niemandem auf, kann man wohl auf Nimmerwiedersehen verschütt gehen... Bei welchen Schiffen man aus welcher Distanz in den Prop gezogen wird, kommt wohl stets drauf an. Einige in Ballast fahrende Schiffe fahren mit schlagendem Prop.
4. Natürlich kann man in der Weste schwimmen, jedenfalls in einer Weste die das zulässt. Theoretisch muss man von jeder Position aus nur 50m in die richtige Richtung schwimmen und ist safe. Da große Schiffe 10-15 Minuten vor Eintreffen sichtbar sind, sollte das theoretisch gehen, sofern man ihnen nicht direkt vor den Bug fällt. Und man muss seine "Position" im Fahrwasser natürlich einigermaßen gut einschätzen können. Den Kurs der Frachter kann man wiederum sehr gut einschätzen, je größer desto genauer. Das Überfahrrisiko sehe ich eher in einer Motoryacht, Schlepper oder Schnellfähre.
5. Womit wir erneut bei der Schwimmweste wären. Die Elbe ist nicht der Nordatlantik. Wer ein realistisches Risiko sieht, mal im Teich zu landen (Jolle/Jollenkreuzer/Sportboot...) fährt hier nicht allen Ernstes mit einer 275N Weste spazieren.
Immerhin wird man mit dem Ding gut gesehen.

Wie gesagt, ich weiß nicht, ob es Deinen "Es wäre wenn-Fall" schon mal gegeben hat. Vor gekenterten Booten im Fahrwasser wird regelmäßig mal gewarnt und bisher konnten selbst die Großen entweder noch drumherumfahren oder so sehr abgebremst werden, dass das Geraffel vor ihrem Eintreffen aus dem Fahrwasser geschleppt werden konnte.

Ahoi
Andreas

Selliner

Kapitän

Beiträge: 618

Wohnort: Sellin

Schiffsname: "Lotte" und "SKant d'Or"

Bootstyp: Midget 31, SK2

Heimathafen: Seedorf

Rufzeichen: DH6428

MMSI: 211484730

  • Nachricht senden

18

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14:24

Klar weil sie nicht müssen. Aber solange ich bei einer Kollision nicht weiß ob einer über Bord gegangen ist, wäre es sinnvoll. Wie lange läuft ne Schraube von einer Aida (und anderen potthäßlichen Kähnen) wenn man sie im "Emergency Modus" stoppt.


Das ist noch nicht mal emergency mode. Das ist Manöver Mode. Dann kann jederzeit und sofort die Maschine gefahren werden. Manövrieren steht auf nem anderen Blatt, aber auf Minimum geht immer. Dann wird der Verkehr ausgebremst bis die Unfall Stelle klar ist. Dank Schwimmweste muss ja nicht groß gesucht werden. Bei nem vermissten ohne Weste schon etwas anderes. Aber auch da geht viel mehr mit den großen als manch einer hier denkt. Bei verstellpropeller und Bugstrahler kann man wunderbar den Dampfer auf der Stelle halten.

Orage

Seebär

Beiträge: 975

Wohnort: Hannover

Schiffsname: Orage

Bootstyp: Bianca 111

Heimathafen: Toulon, Frankreich

  • Nachricht senden

19

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14:28

Wir sind 12 Jahre auf der Unterelbe gesegelt. Oft mit einem Mitsegler, der Elblotse und A6/AG-Kapitän ist. Dessen Vorgehen und unsere Erfahrungen sind: Die dicken Pötte auf der Unterelbe stoppen niemals auf oder stellen die Schraube aus. Wenn es möglich ist, wird eine minimale Kursänderung als notfallmäßiges Ausweichmanöver versucht. Vorher wird eindrucksvoll das Typhon eingesetzt. Nachher kann es richtig Ärger geben... :teufel: .

20

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14:37

Da stellt sich die Frage, wie oft wurde schon ein Mensch (auch Nichtsegler) von einer Schraube geschreddert?

Nicht sooo wenige...

http://www.propellersafety.com/2019-propeller-accidents/

https://www.google.com/search?q=durch+sc…iw=1920&bih=969

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 261   Hits gestern: 2 611   Hits Tagesrekord: 6 218   Hits gesamt: 4 875 754   Hits pro Tag: 2 344,2 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 1 542   Klicks gestern: 16 830   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 38 435 413   Klicks pro Tag: 18 479,23 

Kontrollzentrum