Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

pf

SF-Schiffsbarde

Beiträge: 5 487

Schiffsname: Boundless

Bootstyp: Deltania 27 (Viko 27DS, Navikom Werft PL)

Heimathafen: Lemmer

  • Nachricht senden

61

Mittwoch, 26. September 2018, 07:01

Die Frage ist durchaus sehr kniffelig und z.B. hier von der Yacht einmal anschaulich erörtert:
www.yacht.de/service/eignergemeinschaft/…aft-vortext.rtf
Sie richtet sich also nach dem, was die Beteiligten wollten. Ich würde wegen des stärkeren persönlichen Bezugs eher zur GbR neigen, aber dazu fehlen sachgerechte umfassende Informationen.

Das Wichtigste aber:
Im Ergebnis kommt es auf diese Frage wohl nicht wirklich an. Denn da beide die Eignergemeischaft nicht weiter führen wollen, die Erben wollen Geld, der Vater ein kleineres Boot, muss auseinander gesetzt werden. Das führt bei beiden Konstruktionen dann zum Verkauf und Aufteilen des Verkaufserlöses. Auch die Unterhaltungspflichten bis dahin bleiben gleich, wenn es zwischen den ehemaligen Eignern keine Sonderregelungen über bestimmte Pflichtenaufteilung gab (die dann wieder mehr für GbR spräche).

Insofern lässt sich wie immer hier juristisch gegebenenfalls etwas ausschlachten, was für Nichtjuristen aus Sicht des Ergebnisses dann aber nicht wirklich relevant ist. Aber Juristen wollen ja auch Ihren Spaß :D
...und nur wer wagt, gewinnt das Leben...

Peter


www.sy-boundless.net

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 130

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

62

Mittwoch, 26. September 2018, 07:22

Auf zum lustigen Anwalts-Bashing???

Die müssen ja auch mal dran sein. Nicht immer nur die Charterer... :D

Die Anwälte werden ja nicht ohne Grund Rechtsverdreher genannt. Meine Frau z.B. hat eine rechtlich eindeutige und (vermeintlich) unstrittige Schadenersatzforderung vor Gericht gebracht. Es werden nun bald 3 Jahre, wo die Rechtsanwälte miteinander ringen und der Ausgang ist immer noch offen

Kann das nicht ein Indiz dafür sein, dass die Sache gerade nicht so eindeutig ist?

Natürlich. Wenn die Sache soooo 100%-ig eindeutig wäre, täte sich der/die Richter/in auch leichter. Ich will jetzt nicht den Gesundheitszustand meiner Frau beschreiben und außerdem ist das hier :offtopic: . Nur soviel.... Ein (eigentlich) einfacher chirurgischer Eingriff ist schief gegangen. Job verloren und lt. "unseren" (kostenintensiven) Gutachtern b.a.w. berufsunfähig. Der Sachverständige der Gegenseite behauptet selbstverständlich das Gegenteil. So artet das Ganze zu einem Gutachterkrieg aus und da die Verhandlungstermine bis zu einem halben Jahr auseinander liegen, zieht sich der Prozess hin.

Aber zurück zum Thema. Bei der Bewertung einer Segelyacht gibt es sicher auch nicht nur eine Meinung und sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, kann das ähnlich ablaufen.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

columbus488

Schief-made

Beiträge: 14 220

Schiffsname: Azurit

Bootstyp: Spirit 28 ( van Heygen )

Heimathafen: Kühlungsborn

Rufzeichen: DD7917

MMSI: 211 625 930

  • Nachricht senden

63

Mittwoch, 26. September 2018, 08:06

Zitat

Zitat von »Brav-Crew« Auf zum lustigen Anwalts-Bashing???



Die müssen ja auch mal dran sein. Nicht immer nur die Charterer...

ick wull di wad...



:acute:
"Das Meer ist der letzte freie Ort auf der Welt." - Ernest Hemingway

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 130

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

64

Mittwoch, 26. September 2018, 08:07

Zitat

Zitat von »Brav-Crew« Auf zum lustigen Anwalts-Bashing???

Die müssen ja auch mal dran sein. Nicht immer nur die Charterer...

ick wull di wad...

:acute:

:verstecken:
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

65

Mittwoch, 26. September 2018, 08:44

Der Vater des Themenstarters kann doch den berühmten Spieß umdrehen !? Somit sind die Erben dann in der selben Situation, und er kann sich entspannter zurücklehnen. Die laufenden Kosten erinnern dann auch die Erben das es nicht nur ums nehmen geht. ;)
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

Oyibo

Offizier

Beiträge: 209

Schiffsname: Oyibo

Bootstyp: Bavaria 37 Cruiser (2006)

Heimathafen: Hindeloopen

Rufzeichen: DD8798

MMSI: 211703210

  • Nachricht senden

66

Mittwoch, 26. September 2018, 08:57

Teil 1

@pf: Die Anmerkung zur Gemeinschaft geht in die richtige Richtung und der Hinweis, dass es am Ende in praktischer Hinsicht darauf nicht ankommt ist goldrichtig. Das ist hier alles ohnehin Ferndiagnose und keine Beratung. Ohne Sachverhalt kann man es nicht verbindlich beantworten. Im konkreten Fall sprechen die wenigen Informationen allerdings eher für eine GbR, deshalb habe ich mir Ausführungen zur Gemeinschaft gespart und - vollkommen richtig festgestellt - für die Beantwortung der konkreten Frage kommt es auf die Abgrenzung nicht an.

Zwei oder mehr Personen kaufen gemeinsam ein Schiff. Das können sie - wie häufig Eheleute beim gemeinsamen Erwerb des Familieneigenheims - zu Miteigentum tun oder als GbR. Ist dazu nichts besprochen oder sogar schriftlich geregelt, muss man den Sachverhalt auslegen (den wir nicht bzw. nicht vollständig kennen). Maßgeblich kommt es für die Abgrenzung zwischen Gemeinschaft und GbR darauf an, ob sich zwei oder mehr Personen zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks zusammengeschlossen haben (wenn ja, dann GbR). An den gemeinsamen Zweck werden keine sonderlichen hohen Anforderungen gestellt. Auch regelmäßig stattfindende Fahrgemeinschaften auf dem Weg zur Arbeit sind typischerweise GbR. Schließen sich zwei Personen zusammen, um gemeinsam ein Schiff zu erwerben und gemeinsam nutzen zu wollen, spricht daher einiges dafür, dass sie eine GbR errichtet haben mit dem Zweck, ein Schiff zu erwerben und später auch zu nutzen. Ist eine Person bereits Eigentümer eines Schiffes, möchte es weiter auch unabhängig von anderen nutzen und sucht lediglich eine weitere Person, mit der er sich die Kosten teilen kann, spricht wenig für einen gemeinsamen Zweck und damit viel für eine Gemeinschaft.

Schließlich kann es auch vorkommen, dass zwei oder mehr Personen das Eigentum an einem Schiff als Gemeinschaft (also Bruchteilseigentum) erwerben, es aber gemeinsam nutzen wollen. Mit Blick auf die Nutzung und den Unterhalt kann dann eine GbR entstehen. Die Eigentumszuordnung ändert sich dadurch nicht ohne Weiteres; die GbR wird nicht Eigentümer (so wie die GbR bei der Fahrgemeinschaft nicht Eigentümer wird).

Oyibo

Offizier

Beiträge: 209

Schiffsname: Oyibo

Bootstyp: Bavaria 37 Cruiser (2006)

Heimathafen: Hindeloopen

Rufzeichen: DD8798

MMSI: 211703210

  • Nachricht senden

67

Mittwoch, 26. September 2018, 09:01

Teil 2

Man sieht schon: Wenn man es genauer macht, passt es gar nicht in einen Beitrag: ;-)

Praktisch sind die Unterschiede zwischen Gemeinschaft und GbR nicht sonderlich groß, jedenfalls solange das Schiff nicht für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Gesellschafter einer GbR haften grds. für die Verbindlichkeiten der GbR unbegrenzt und persönlich. Vertragliche Verbindlichkeiten können allerdings nach dem Gesetz nur von allen Gesellschaftern gemeinsam begründet werden (gemeinschaftliche Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnis), so dass keiner dem anderen schutzlos ausgeliefert ist. Praktisch wird es ohnehin um Aufwendungen in Bezug auf das Boot gehen (Unterhalt, Liegeplatz, Reparaturen) für die die Bruchteilseigentümer oder Gesellschafter der (ansonsten häufig vermögenslosen) GbR entsprechend des zwischen ihnen vereinbarten Verteilungsschlüssels oder (in Ermangelung eines solchen Schlüssels) nach Köpfen aufkommen müssen.

Einen Unterschied kann es in dem Fall geben, dass einer "nicht mehr möchte": Im Fall der Gemeinschaft kann er - wenn nichts anderes geregelt ist - seinen Anteil veräußern (§ 747 BGB); der andere kann dagegen nichts tun und würde einen neuen Miteigentümer bekommen (freundlich oder unfreundlich, solvent oder insolvent). Er kann auch - wiederum wenn nichts anderes bestimmt ist - die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen, d.h. das Schiff müsste in Geld umgesetzt werden und wenn man sich nicht anders verständigt, erfolgt das durch Versteigerung. Im Fall der GbR kann derjenige, der nicht mehr möchte, nicht ohne die Mitwirkung der übrigen Gesellschafter die Eigentumszuordnung am Schiff ändern. Er kann auch grds. nicht seinen Anteil an der GbR veräußern. Er kann allerdings jederzeit die GbR kündigen. An die Kündigung schließt sich die Auflösung an in deren Verlauf dann die Regelung zur Gemeinschaft partiell zur Anwendung kommen und man schließlich wieder bei der Versteigerung landet - wenn man sich nicht anders einigt oder geeinigt hat. Also auch hier: Der rechtliche Weg ist unterschiedlich, das wirtschaftliche Ergebnis nicht.

Schließlich bleibt dann noch die Frage, was passiert, wenn sich Laien zwar explizit schriftlich verständigen, aber den "falschen" Vordruck wählen: Maßgeblich kommt es den "wahren Willen" an und es gilt nicht das Geschriebene; die Beweislast für eine vom Geschriebenen abweichende Einigung trägt derjenige, der sich auf die abweichende Vereinbarung beruft. In praktischer Hinsicht werden sich regelmäßig keine oder keine nennenswerten Unterschiede ergeben. Bei den Punkten, bei denen es zum Streit kommen kann (und nur dann würde man sich vermutlich die Frage stellen, ist es das eine oder das andere oder sogar ein Nebeneinander von Beidem), mögen die rechtlichen Wege zum Ergebnis unterschiedlich sein, das Ergebnis verändert sich nicht.

Nun haben wir sicherlich nicht alles erschöpft, aber die Themen GbR und Gemeinschaft schon verhältnismäßig weitgehend abgearbeitet.

foxausrhens

Kapitän

Beiträge: 708

Wohnort: Koblenz

Schiffsname: Fuchur

Bootstyp: Dehler 34

Heimathafen: Jachthaven de Pyramide Warns

  • Nachricht senden

68

Mittwoch, 26. September 2018, 09:36

Die Abgrenzung von Gesellschaft und Gemeinschaft war klasse, wirklich interessant. Danke

Praktisch würde ich an der Stelle des Vaters, direkt zum Anwalt gehen nicht um eine Streitschrift aufzustellen sondern um schlicht und ergreifend die Rechtslage und die daraus entstehenden Rechte und Pflichten dar zu legen.
Das so was Geld kostet ist nun mal so und wenn man das scheut sollte man vielleicht über das ganze Hobby nach denken.
Warum würde ich den Anwalt konsultieren, einfach um die Sache ein wenig verbindlicher werden zu lassen oft hilft ein Schreiben mit dementsprechenden Briefkopf mehr als tausend gut gemeinte Gespräche.
So ein Brief geht halt an alle Mitglieder einer Erbengemeinschaft und sie wissen dann schnell was Sache ist.

Uneinigkeit kostet nämlich alle nur eins, Geld für Unterhalt, für einen schlechteren Verkaufspreis, usw.

Wenn das die Erben begriffen haben sollte das schnell über die Bühne gehen.

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 130

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

69

Mittwoch, 26. September 2018, 09:49

Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

pf

SF-Schiffsbarde

Beiträge: 5 487

Schiffsname: Boundless

Bootstyp: Deltania 27 (Viko 27DS, Navikom Werft PL)

Heimathafen: Lemmer

  • Nachricht senden

70

Mittwoch, 26. September 2018, 10:41

So, und jetzt lassen wir einmal die Juristerei und denken in normalen Strukturen:

Sofern eine Seite nicht extrem auffällig und grob agiert und aggressiv ist, sollte man IMMER zunächst das persönliche Gespräch suchen, wenn sich die räumliche Nähe bietet. Z.B. vorliegend auf dem Schiff selbst! Dann sollte man -gut informiert wie man ist- sehen, wie die andere Seite reagiert und wie sie sich die Abwicklung vor stellt. Und nur, wenn hier keinerlei Annäherung denkbar ist, sollte man zum Anwalt gehen. Denn für viele Laien ist der Schritt zum Anwalt der erste Schritt zur Verselbständigung des Themas und Erstellung eines Konfliktes. Viele fürchten sich von Anwälten eingeschüchtert zu werden und sind dann zu vernünftigem Handeln nur noch eingeschränkt fähig.

Sicher wird immer jeder Anwalt das Gefühl durch seine Wortwahl nicht aufkommen lassen. Aber versuchen sollte man immer das Leben zuerst ohne Anwalt in den Griff zu bekommen... :O
...und nur wer wagt, gewinnt das Leben...

Peter


www.sy-boundless.net

brico2

Offizier

Beiträge: 230

Wohnort: Schweiz, Raum Zürich

Bootstyp: J/P

  • Nachricht senden

71

Mittwoch, 26. September 2018, 10:55

Praktisch würde ich an der Stelle des Vaters, direkt zum Anwalt gehen nicht um eine Streitschrift aufzustellen sondern um schlicht und ergreifend die Rechtslage und die daraus entstehenden Rechte und Pflichten dar zu legen.

Das würde ich so nicht tun. Der Gang zum Anwalt schadet zwar nicht, dessen direktes Schreiben ist aber erfahrungsgemäss geeignet, allergische Reaktinen auszulösen.
Daher würde ich empfehlen, mit dem Sprecher der Erbengemeinschaft an einen Tisch zu sitzen und mit diesem die Situation zu erörtern. Oftmals ist auch innerhalb einer Erbengemeinschaft eine gewisse Restvernunft vorhanden und der Weg, den man zur Lösung des anstehenden Problems beschreiten kann, liegt nahe.
Wenn der Vater des TO das Schiff nicht allein halten kann, dann kommt nur ein neuer Miteigentümer in Frage oder ein Verkauf des ganzen Schiffs. Den für alle Beteiligten sinnvollsten Weg mit dem geringsten Kollateralschaden findet man nicht vor Gericht.

brico
(just my opinion, I might me wrong)

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 130

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

72

Mittwoch, 26. September 2018, 10:59

Nun wollen die Erben umgehend 50% des Kaufpreises des Schiffs (von 2007, damals war das Schiff relativ hochpreisig).

Daher würde ich empfehlen, mit dem Sprecher der Erbengemeinschaft an einen Tisch zu sitzen und mit diesem die Situation zu erörtern.

Kann und sollte man natürlich mal versuchen. Aber so wie sich das TO liest, wollen die Erben einfach nur Geld haben. :nixweiss1:
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

73

Mittwoch, 26. September 2018, 11:15

Dann wäre doch auch sicherlich interessant wie die Erben reagieren, wenn jetzt Kosten anteilig zu begleichen sind, die ja nun jahreszeitlich bedingt immer anstehen z.B. auskranen, UW-Reinigung , Winterlager etc.. ??

Also einfache reale Abläufe bei einem solchen Hobby.
Ich glaube eher nicht, dass die Erben hier mit dem selben Interesse diese Kosten begleichen wollen. Ich sehe bei einer Erbengemeinschaft hier zunächst Probleme sich zu einigen und dann zu zahlen !
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

Orage

Seebär

  • »Orage« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 975

Wohnort: Hannover

Schiffsname: Orage

Bootstyp: Bianca 111

Heimathafen: Toulon, Frankreich

  • Nachricht senden

74

Mittwoch, 26. September 2018, 11:45

was in den letzten 24 h passiert ist:

Das Schiff soll/wird von einem Makler angeboten/verkauft werden, der Erlös zu 50% geteilt werden. Damit sind die Erben einverstanden, aber nicht begeistert. Wir haben sie gebeten, mit dem Makler zu telefonieren, was auch erfolgt ist. Danach waren die Erben gar nicht mehr so forsch; der Makler hat ihnen offenbar die Sachlage "semiprofessionell" erklärt (schlechter Markt, Verpflichtungen, z. B. 50 % der laufenden Kosten etc.).

Zur Frage GbR oder Gemeinschaft: es existiert nur ein schriftlicher Kaufvertrag; dort steht ungefähr: Herr A zahlt 50% des Kaupreises und ist zu 50% Eigentümer des Schiffes. Herr B zahlt 50% des Kaupreises und ist zu 50% Eigentümer des Schiffes. Weitere Vereinbarungen oder Nebenabreden existieren leider nicht, weder im Kaufvertrag noch in irgendeinem anderen Schriftstück.

pks

Salzbuckel

Beiträge: 1 967

Wohnort: Mittelfranken

Bootstyp: ehemals: Conger - Friendship 25 HK - Compromis C999

  • Nachricht senden

75

Mittwoch, 26. September 2018, 11:48

Danach waren die Erben gar nicht mehr so forsch; der Makler hat ihnen offenbar die Sachlage "semiprofessionell" erklärt (schlechter Markt, Verpflichtungen, z. B. 50 % der laufenden Kosten etc.).

Jepp, so wäre ich wohl auch vorgegangen
Peter

76

Mittwoch, 26. September 2018, 11:52

So hatte ich das ja auch vermutet. Wenn Die Erben nun auf dem Boden der realen Tatsachen runter gekommen sind, dann stimmt zumindest die Richtung. Und der Makler hat dann noch einmal als Außenstehender die Marktlage erläutert. Gut so !
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 130

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

77

Mittwoch, 26. September 2018, 12:45

Dann wäre doch auch sicherlich interessant wie die Erben reagieren, wenn jetzt Kosten anteilig zu begleichen sind, die ja nun jahreszeitlich bedingt immer anstehen z.B. auskranen, UW-Reinigung , Winterlager etc.. ??

Vermutlich nicht begeistert.
Man könnte die Faustregel 500,-€/m Schiffslänge p.a. als Argument heranziehen und den Einigungsprozess möglicherweise so verkürzen.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

Schebun

Steuer-Mann

Beiträge: 3 035

Schiffsname: Pebbles

Bootstyp: Elan 210

  • Nachricht senden

78

Mittwoch, 26. September 2018, 19:45

Eine GbR hat mit einer Ehe viel gemein, auch, dass man sich unter Umständen am Anfang besser versteht als am Ende. Daher ist m.E. ein GbR-Vertrag, geschlossen zu Beginn der Gesellschaft ein probates Hilfsmittel um späteren Ärger zu mindern. Der Vertrag muss m.E. nicht sonderlich dick sein, aber wichtig ist es die relevantesten Eckpunkte zu klären. Z.b. in wie weit im Innenverhältnis die Verfügung beschränkt wird und was passiert wenn einer stirbt oder schlicht aus der Gesellschaft ausscheiden will. Am Ende sind das 2 DinA4-Seiten und man ist erheblich glücklicher wenn man sich irgendwann mal nicht mehr so verstehen sollte oder einer "plötzlich anfängt zu spinnen". Muss man sich dazu der Hilfe eines Anwaltes bemühen ist das m.E. im Zweifel gut angelegtes Geld, insb. wenn es sich um größere Investitionen oder Unternehmen handelt. Viele Menschen gehen damit blauäugig um bzw. machen sich gar keine Gedanken darum.
Wenn das Leben eine Reise ist, ist eine Segelyacht mein Ziel.

79

Mittwoch, 26. September 2018, 19:51


Aber so wie sich das TO liest, wollen die Erben einfach nur Geld haben. :nixweiss1:


Was völlig aus deren Sicht völlig verständlich, nachvollziehbar und okay ist.
--------------------------
Ehrensenator im Bundesverband "Klare Worte statt gesülztes Gelaber" (BV KlaWo)

80

Mittwoch, 26. September 2018, 20:52

Ich fand den Hinweis schon sehr gut, dass ein Gespräch über die Sachlage immer hilft.
Wir wissen nicht, was in der Familie des Verstorbenen alles so abgelaufen ist. Vielleicht hatten Sie nur das Gefühl vom Überlebenden der Gemeinschaft abgekocht zu werden. Vielleicht war der Verstorbene ein netter Mensch mit etwas merkwürdigen Anhang. Wie auch immer.

Einen Anwalt würde ich nur im letzten Schritt einbinden. Zunächst heißt es Vertrauen aufbauen, Vertrauen aufbauen, Vertrauen aufbauen. Dann erst kann man über die Dinge wirklich lösungsorientiert reden.

Wenn Du keine Ahnung von der Materie hast, kann es leicht passieren, dass man sich über den Tisch gezogen fühlt. Eine objektive Stelle hat die Sicht des Überlebenden bestätigt, der Makler. Jetzt kann man vielleicht auch noch einmal vernünftig darüber reden. Und hier sehe ich die anderen Erben eigenlich in einer Position, in der sie dass Schiff lieber schnell los werden möchten. Als Überlebender würde ich hier eine kleinere Summe, die sofortige Auszahlung und Entlastung aus der Situation anbieten. Es weiß doch keiner, wie das Verkaufen tatsächlich über die Bühne geht. Hier hilft es, dass die Erben genau die gleiche Leistung bringen, wie der Überlebende. Das bedeutet für die Erben einen erheblichen Aufwand und Kosten. Das wollen die bestimmt nicht.

Dabei immer freundlich bleiben korrekt und fair. Aber auch sich selbst gegenüber. Wenn man etwas haben möchte, dann muss man auch etwas dafür tun.

Anwälte machen die Gespräche meist komplizierter und verbauen Lösungen. Wenn nichts geht, dann wird ein Anwalt benötigt, aber erst dann.
Ich glaube, dass ihr auf einem guten Weg seid, die Dinge einvernehmlich zu lösen. Viel Erfolg dabei!

Ähnliche Themen

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 2 488   Hits gestern: 2 611   Hits Tagesrekord: 6 218   Hits gesamt: 4 877 981   Hits pro Tag: 2 344,58 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 16 189   Klicks gestern: 16 830   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 38 450 060   Klicks pro Tag: 18 480,89 

Kontrollzentrum