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21

Montag, 17. Juli 2017, 19:55

Da antworte ich gerne drauf - und das geht dann auch hoffentlich als Vorstellung von mir durch....

Habe es fast genau so gemacht wie Du:

12/2015 Kojencharter auf den Kanaren - grandioser Skipper und total angefixed. Mit ihm zusammen den roten Faden gespannt wie der Weg zum eigenverantwortlichen Skipper aussehen kann.

03/16 SBF See abgelegt

04/16 Skippertraining auf den Kanaren auf einer 50" Bavaria. Alles machen dürfen: Anlegen, Ablegen, Manöver in der Düse von Gran Kanaria bei 6 bft, den Mast geentert, Segel an und Abgeschlagen und vieles mehr.

06/16 Skippertraining auf einer Lagoon 500, Programm wie oben und speziell die Themen die Kat spezifisch sind.

10/16 Praktische SKS Ausbildung und Prüfung auf der Ostsee, 46" Bavaria mit Doppelruder - wieder alles etwas anders bei den Hafenmanövern. Meilen hatte ich ja dicke voll, Praxis war da überhaupt kein Problem mehr.

02/17 Törn von den Kanaren nach Kap Verden. Segeln rund um die Uhr im Wachsystem, physisch und psychisch doch fordernd. Viel zum Thema Seemanschaft, viel über Navagation teresstisch und elektronisch gelernt...

04/17 Nordseetörn bei Yachtschule Eichler. Ich wollte wissen wo ich da auf der SKS Prüfungskarte eigentlich rumfahre. Viel gelernt, Wind ohne Ende. Habe mir das erste Mal die Seele aus dem Leib gekotzt. Nach dem Atlantik dachte ich ich wäre immun. Sehr geile Erfahrung!

05/17 SKS Theorie abgelegt. Lernaufwand überschaubar, vieles was ich bis da in der Praxis gelernt habe wurde auch gefragt. Bestanden!

06/17 Erster eigener Törn auf der Ostsee. Na ja, fast eigener Törn. Habe mir einen Salzbuckel mit 20 Jahren Erfahrung dazugenommen. Das war gut so, fast alles alleine hinbekommen - und mir wiederum viel abschauen können. Wäre auch nicht anders gegangen da ich noch kein SRC habe. Würde ich wieder so machen.

08/17 Geplant: wiederum Katamaran in Kroatien , wieder Sikppern mit back up durch einen erfahrenen Segler.

10/17 Geplant: SRC machen. Ob DSV oder RYA weiß ich noch nicht. Diskussion zu diesem Thema ist ja hinlänglich bekannt.

12/17 2 Wochen Chartern auf den Kanaren, diesmal ohne back up - aber mit Kollegen die ich während meiner Törns kennengelernt habe und die erfahren sind.

12/17 - 12/18 Geplant: SSS Theorie machen. Dann 3 Jahre Segeln und Praxis ablegen.

Zum Thema Jollensegeln kann ich nur sagen: kann man machen, muss man aber nicht. Ich habe einfach nicht mehr genug Restlebenszeit um zunächst zig Jahre auf einem Baggersee zu lernen. Ok, ich kann surfen, Wind und die Kurse dazu waren mir nicht neu. Aber das war es dann schon. Nichts desto trotz leihe ich mir an den WE`s kleine Kielboote z.B. auf den bayrischen Seeen. Macht auch Spaß, auch hierbei wird man nicht dümmer.....es ist aber nicht das Meer!

Zum Thema Scheine: ich sammle die nicht, will aber in kurzer Zeit möglichst viel verstehen und wissen - theoretisch und praktisch. Außerdem hält es den Kopf frisch mal wieder die Schulbank zu drücken.

Und sonst Segeln, Segeln und nochmal Segeln. Mache keine anderen Urlaube mehr - man muss mit Herzblut daran wenn nur noch 15 Jahre + x bleiben...


Handbreit,

Rolf

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22

Montag, 17. Juli 2017, 20:52

Meine ernsthafte Antwort.

Erstmal mitsegeln buchen, dann SBF und SRC, dann chartern und dann ggf. eigenes Boot. Das kann auch ein Akademiker. Spart einen Haufen Geld und, wenn es dir denn gefällt, macht es einen Haufen Spass. Es gib t auch Leute, die machen erst die Scheine und stellen dann fest, das es so toll nicht ist.

Den SKS kannst Du dann immer noch machen, wenns denn sein muss. Ich hab immer noch nicht verstanden, warum den so viele haben wollen ohne ihn zu brauchen.
Liebe Grüße, Walter

there is no tool like an old tool.....

Kokopelli

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23

Montag, 17. Juli 2017, 22:26

@Hauwie:

Alle Achtung, das war ein konsequentes Programm. :thumb:
Die Menschheit lässt sich in zwei Gruppen einteilen: Segler und vom Leben Benachteiligte.

24

Montag, 17. Juli 2017, 22:37

.. immer dieses Skippertraining. Ich finde das irgendwie überflüssig. SBF-See, SKS und SRC sollte doch wohl mal reichen.

Such Dir am Besten einen Kumpel mit dem Du das ganze zusammen machst und kauf für die €500 lieber ein paar Paletten Bier.

Und dann charter am Besten auf einen sicheren Revier z.B. der Schlei etwas um die 30 Füsse und mach ein paar einfache Schläge.

Der Rest kommt wie von allein. :D
Ein Mensch ohne Träume ist wie ein Schiff ohne Segel..

25

Montag, 17. Juli 2017, 22:50

Hallo Nurik,

Du hast nach Erfahrungen gefragt - hier mein Werdegang:

- SS 2007: SpoBoBinnen Segeln+Motor im Hochschulsport gemacht
- WS 2007/08: SpoBoSee Theorie, im Frühjahr dann die Prüfung
- SS 2008: SKS Theoriekurs

Sommer 2008: Ausbildungstörn, 2 Wochen, 2 Skipper, Bavaria 50, insgesamt 10 Leute an Bord (ebenfalls ein Törn aus dem Berliner Hochschulsport-Programm). Prüfung: Nicht gemacht (weder Theorie noch Praxis)

2009: habe ich ein Jahr ausgesetzt, während mein bester Segelfreund, der schon 2008 den SKS gemacht hat wieder einen 2-Wochen-SKS-Törn gebucht hatte.
2010: Haben wir dann zu zweit eine Bavaria 46 gechartert, zusammen mit 8 Freunden (ja, war eng, aber dennoch großartig).

die nächsten Jahre haben wir das weiter so gemacht - immer 2-3 Wochen ein Boot gechartert und mit Freunden gesegelt (Ostsee, Westschwedische Schären). Dazu noch Überführungstörns zu Saisonbeginn und -ende (war auch ein Erlebnis, eine 46-Fuß-Yacht zu zweit zu überführen).

2013: SSS-Praxisprüfung gemacht (die Möglichkeit war da)
2014: SKS-Praxis gemacht (ebenfalls gerade die Möglichkeit gehabt) und Theorie hinten dran. Ich wusste nicht wann ich die SSS-Theorie schaffe und SKS war einfach und schnell und mit meiner Erfahrung ohne extra lernen problemlos zu bestehen.

Irgendwann in dieser Zeit: Sicherheitstraining bei der Marine in Neustadt (DSV Kreuzerabteilung)

2015: SSS-Theorie gemacht - für Navigation hat meine Erfahrung aus der Praxis ausgereicht (ich habe in Tidengewässern gelernt), für den Rest habe ich ordentlich gelernt.

Zwischendurch habe ich noch den SRC gemacht (recht früh) und letztes Jahr den LRC (ich möchte perspektivisch auch auf einem Schiff mit Inmarsat-Anlage skippern..)
Im Moment versuche ich mich für den SHS zu motivieren - ich denke spätestens im Winter wird das was.

Ich habe von Anfang an das Seesegeln auf großen Schiffen mit zwei Skippern und Wachsystem kennengelernt. Mittlerweile mache ich selbst SKS-Ausbildung auf so großen Schiffen. Immer mit zwei Wochen Törn davor. Ich mag die langen Schläge und ich genieße die Freiheit, die man in diesem Modus hat - eben einfach sagen zu können "der Wind ist super, wir sind alle gut drauf ... lass uns einfach weitersegeln".

Meine ersten Erfahrungen (neben der Jolle) auf kleineren Booten mache ich wahrscheinlich demnächst, weil besagter Segelfreund von oben jetzt ein eigenes Boot (27 Fuß) hat.

Sicher ist das bei mir ein etwas ungewöhnlicher Weg - aber Du willst ja auch etwas von der Bandbreite des Möglichen hören ;).

Beste Grüße aus Berlin
Christian
Über den Wind können wir nicht bestimmen.
Aber wir können die Segel richten.

Segelausbildung im Berliner Hochschulsport: www.team-seesegeln.de

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26

Montag, 17. Juli 2017, 22:55

Erklärtes Ziel: ich möchte in der Lage sein einen Urlaubstörn ohne Skipper zu machen
Das ist ein schönes, wohldefiniertes Ziel - für später.
(gemeinsam mit Freunden/Familie ohne Segelerfahrung; im Idealfall Türkei, Kroatien, Griechenland o.ä.). Nachdem ich mich nun etwas mit der Materie beschäftigt habe, hat sich meine erste Hoffnung auf einen eignen Törn 2018 etwas nach hinten verschoben.
Mach das 2018, und lasst Euch skippern. Der Lerneffekt dürfte deutlich größer sein als beim Scheine-Sammeln.

27

Montag, 17. Juli 2017, 23:21

...und jetzt noch die Antworten auf Deine Fragen:

Zitat

Ist es grundsätzlich realistisch 2019 bereits einen eigenen Törn zu unternehmen?
Das kann schon funktionieren - zum Beispiel dieses Jahr die Segel-Physik praktisch lernen (ob auf der Jolle oder eine Yacht sei jetzt mal freigestellt - die steilere Lernkurve gibt's meiner Ansicht nach auf der Jolle, weil die einfach viel schneller reagiert). Dann dieses Jahr im Herbst oder nächstes Jahr im Frühjahr 1-2 Wochen auf einem Törn mitsegeln, bei dem Sailtraining ernst genommen wird. SpoBoSee und SRC in dieser Zeit noch gemacht und dann 2018 im Sommer ein kleiner Törn. Ostsee, zum Beispiel Flensburg und dänische Südsee oder in den Boddengewässern. Wenn Du es ruhig angehst und keine Ambitionen hast größere Strecken zu segeln kannst Du da Deine Erfahrungen sammeln. Und wenn es Dir zu viel bläst oder der Wetterbericht was derartiges vorhersagt - bleibst Du eben im Hafen.

Zitat

Bei wie vielen Törns wart ihr dabei, bevor ihr selbst gechartert habt?
Hast Du ja oben gelesen - bei mir waren es nicht viele. Wenn man sich aber bewusst ist, dass man eben noch wenig Erfahrung hat, sollte man einfach vorsichtiger sein. Und das bedeutet eben im Zweifel auch mal die Leinen nicht los zu werfen.

Zitat

Wie viel Erfahrung würdet ihr empfehlen?
So viel wie möglich natürlich ;). Das Problem ist immer: Erfahrungen als Skipper machst Du nicht beim Mitsegeln, sondern nur als Skipper. Klar kannst Du Dich mit Kursen und Skippertrainings bestmöglich vorbereiten. Du kannst Dir auch tonnenweise theoretisches Wissen aneignen. Gerade letzteres kenne ich aus den Anfängen unserer Skipperzeit gut. Man hat eben einfach alles aufgesogen was es so an Informationen gab. Davon allein wirst Du kein guter Skipper, aber zu wissen und zu verstehen wie das System Segelschiff funktioniert hilft Dir irgendwo dann doch im Moment der Entscheidung dann eine der Richtigen zu treffen.

Zitat

Ist es vielleicht sogar unverantwortlich mit nur wenig Erfahrung einen
eigenen Törn zu organisieren oder reichen ein paar Törns als Crew schon
aus um bereits selbst ins kalte Wasser zu springen?
Das allerwichtigste ist: sei Dir bewusst über Deine Verantwortung für die
Sicherheit aller anderen an Bord. Überschätze Dich nicht. Wenn Du eine
Stunde zum Anlegen brauchst weil viel Wind ist - sei's drum. Wenn das
Boot heil und keiner verletzt ist hast Du alles richtig gemacht. In einer guten Ausbildung lernst Du auch Deine Grenzen kennen. Und das hinterlässt dann auch die Demut vor den Gewalten die das Wasser birgt. Mir haben auch die einschlägigen Untersuchungsberichte der BSU zu Unfällen auf Sportbooten sehr viel gebracht im Hinblick auf mein Sicherheitsbedürfnis an Bord.

Zusammengefasst: pauschale Antworten gibt es nicht. Suche die Herausforderung in Begleitung von Menschen mit Erfahrung und suche bei den ersten Erfahrungen nicht gleich die großen Herausforderungen. Dann klappt das :)

Just my 2 cents
Christian
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28

Montag, 17. Juli 2017, 23:27

Bitte nehmt es mir nicht übel, aber die abgedruckten Segelvita lesen sich ja wie Eintragungen in einem Personalbogen.

Auch wenn das alles durchaus beachtliche Schritte sind, die einige gemacht haben führt es doch meiner Einschätzung nach dazu, dass ein Anfänger die Flinte ins Korn schmeisst, da er gar nicht die Zeit und Geld hat das alles zu machen.

Wir wollen hier doch neue Buddies für das Segeln begeistern und nicht abschrecken.

Fangt doch einfach klein an. Und am Besten selbst. Macht die grundlegenden Scheine in einer guten Schule, segelt mal bei guten Leuten und entspannten Leuten mit und dann holt Euch einen einfachen Kahn in einem händischen Revier. Und dann - wie ich bereits sagte - läuft das von allein.

Ganz langsam - und mit Spass - steigern. Der Weg zum Profi-Skipper soll ja auch Spass machen, oder ? :D
Ein Mensch ohne Träume ist wie ein Schiff ohne Segel..

dhyanesh

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29

Montag, 17. Juli 2017, 23:40

Ich finde es toll wenn man die Scheine nacheinander abarbeitet. Habe ich seinerzeit auch so gemacht. Wurde ja auch so verkauft. Dann habe ich mir ein Boot gekauft und ans IJsselmeer gelegt. Nachdem ich bei der 1. Ausfahrt prompt einen Frachter gerammt hatte, habe ich das Konzept Scheine machen neu überdacht.
Ich habe daraufhin so viele Segelmöglichkeiten wahrgenommen wie irgend machbar. HgK. Mitsegeln, Überführungen u.s.w.
Mach den SBF und das Funkzeugniss.
Geh segeln. Verschiedene Reviere, verschiedene Schiffe, verschiedene Skipper. Da lernst du am Besten.

Handbreit
Dhyanesh
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30

Dienstag, 18. Juli 2017, 00:01

Hi Nurik,


> Gibt es Erfahrungen mit guten Schulen/Trainings (gerne NRW und Umgebung, alternativ zumindest Deutschland/Holland). Idealerweise Kompaktkurse.

Hier in Köln/Bonn kann ich dir wärmstens http://www.lord-nelson.com/ empfehlen.
Als Einstieg ist das ein sehr schöner Kompaktkurs: http://www.lord-nelson.com/Praxis/Jollensegeln/jolle.html - am Besten nimm deine Frau direkt mit zu dem Kurs und lernt die Theorie schon vorher - dann habt ihr eine sehr schöne, intensive Jollensegelwoche in einem tollen, wind reichen Revier (Oktober ist zu empfehlen) - vermutlich wirst du danach den SBF-Binnen (Motor+Segel) haben.

Danach einfach in diesem Revier ein kleines Boot chartern (direkt als Skipper), mit Frau (oder sie als Skipper) sowas um 26-28fuss, eine zB Friendship 26 ist in der Nebensaison recht günstig zu bekommen (z.B. dann April 2018 für eine Woche :) ) und dann ruhig auch mal ins Ijsselmeer dippen.


Über SBF-See, Skippertraining, SKS und SRC(/UBI) würde ich mir erst einmal gar keinen Kopf machen, erst kleiner segeln und dann lasse nach und nach Boot, Crew und Revier wachsen; dann weißt du auch was du möchtest und dir zutraust; sollen ja auch für dich entspannte Urlaube werden.

- Kai

edit: smilies entfernt, Schriftgröße ändert sich mit Smilies?;)

31

Dienstag, 18. Juli 2017, 00:07

Wir haben uns übrigens Mitte der 90er mit einem Binnenschein (A) eine Ketch auf dem Ijsselmeer gechartert und sind mit 10 Leuten los. Ich weiss nicht welcher Wahnsinnige uns das Teil in die Hände gegeben hat.

So solltest Du das bitte nicht machen. Der Törn ist allerdings bis heute legendär. :D

Die Scheine haben wir danach gemacht, da wussten wir dann auch warum man was wissen muss....
Ein Mensch ohne Träume ist wie ein Schiff ohne Segel..

32

Dienstag, 18. Juli 2017, 06:58

Guten Morgen zusammen,

ich bin gerade total begeistert wie nett diese Community hier ist. Ich bin schon öfters mal in Foren unterwegs gewesen und wirklich nirgendwo wurde ich so herzlich empfangen wie hier. Ich muss gleich leider los, werde mir aber heute Vormittag noch Zeit nehmen auf Eure vielen Fragen/Antworten einzugehen.

Super Sache hier und vielen Dank an Alle, die sich die Mühe gemacht haben zu antworten :)

33

Dienstag, 18. Juli 2017, 07:31

Willkommen im Forum.

Ich würde segeln lernen gehen - ab in irgendeine Segelschule. Nach einer Woche hast Du als Normalbegabter die Basics drauf, nach zwei Wochen auch ein wenig mehr Sicherheit.
Im Winter dann SBF und SRC, evt. Knallschein und dann im Sommer ein Boot chartern.
Es gibt glücklicherweise eine Reihe gutmütiger kleinerer Schiffe zu chartern, ob nun eine Bente 24, eine HR29 oder ein Folkeboot.
Für den ersten Tag mit einem Trainer Hafenmanöver üben.
Mit dem Boot 2 Wochen auf Flensburger Förde und Schlei segeln.

Danach kannst Du an weitere Scheine denken - oder auch nicht.
Jan

34

Dienstag, 18. Juli 2017, 08:56

Nochmals vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten und Erfahrungsberichte. Ich versuche nun auf Eure Anregungen und Fragen einzugehen. Aufgrund der vielen Antworten wird sich meine Antwort wohl auf mehrere Posts verteilen :)
Dass du mit dem SKS für 500,- € wegkommst, wage ich zu bezweifeln (lasse mich aber gerne eines Besseren belehren). Ich hatte für mich mal kalkuliert, dass ich mit 2x 7 Tage Praxis-Törn (du brauchst einen Nachweis von min. 300sm, welche in einem einwöchigem Segeltörn kaum zu erreichen sind), Lehrmaterial, Prüfungskosten etc. bei ca. 2.000,- € lande.
Vielleicht habe ich hier tatsächlich aufgrund des Studenten Budgets etwas sehr optimistisch kalkuliert :D Allerdings höre ich hier raus, dass der SKS ohnehin nicht gebraucht wird und man ihn zumindest am Anfang nicht braucht.

Und ganz sicher ist die Charter eines kleinen Bootes zu Anfang der richtige Weg.
Was versteht man dann gemeinhin unter einem kleinem Boot? Ist 30ft noch klein oder ist damit eher eine Jolle gemeint? Tut mir leid, mein bisherigen Fachwissen hält sich wirklich in Grenzen :O

Mit 'ner guten Kautionsversicherung kann man natürlich auch mit dem druckfrischen SBF in der Hand unmittelbar loslegen.....
Da bin ich dann doch glücklicherweise etwas zu feige für :D Aber genau aus diesem Grund habe ich ja auch meine Fragen gestellt - theoretisch dürfte ich nach SBF direkt. Die Frage ist nur ob man es auch sollte :)

Also ich würde auch heute empfehlen, die notwendigen Scheine zu machen und dann in einem überschaubaren Revier mit einem ebenfalls überschaubaren Boot (ich glaube heute fängt es eher mit 30" an) die ersten Erfahrungen machen. Wichtiger als zusätzliche Scheine oder Trainings halte ich eine gesunde Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten
Das klingt nach einem Plan. Wie gesagt, würde ich niemals auf einen Törn aufbrechen, wenn ich mich dabei nicht sicher fühlen würde (egal ob Holland oder Türkei)

Such dir einen schönen Campingplatz oder eine Hütte in Friesland, miete dir eine Jolle (Polyvalk o.ä.) und geh segeln. Ist aus Köln in 3 Stunden zu erreichen. Vom Wetter her bekommst du alles geboten, was es auch auf dem größeren Teich gibt, es ist genug Platz zum Üben, es gibt traumhafte Häfen und Übernachtungsplätze und zusätzlich kannst du Kanalfahren und Schleusen üben, bis der Arzt kommt.
Da der Tipp mehrfach kam, werde ich das ggf. dann mal in Angriff nehmen. Ich habe mittlerweile verstanden, dass man segeln nur beim segeln lernt und daher jede Möglichkeit nutzen sollte :)

35

Dienstag, 18. Juli 2017, 09:03

Knackpunkt kann ich mir vorstellen ist hier die Familie. ICH würde einen Törn mit Wanderjollen nicht mit meiner Familie machen. Und selbst mit Bea Orca (Meinem Kleinkreuzer/Wohnung) nur paar Stunden, nicht über Nacht. Die Eltern von Erwachsenen leuten tendieren einfach dazu schon ein gewisses Alter zu haben. Und auch wenn es Ausnahmen gibt: Die meisten Leute in einem gewissen Alter haben eben doch ein gewisses Komfortbedürfnis. Da müssen es schon abgetrennte Kojen sein, ein Kühlschrank und ein richtiges Klo, keine Pütz. Und dann ist man eben bei einer gewissen Größe.
Falls Familie hingegen Frau/Freundin und Kinder bedeutet würde ich in dem Alter zu nem Kleinkreuzer raten.
Mit Familie waren tatsächlich eher Frau, Geschwister, Schwager/Schwägerin etc gemeint - alle so Mitte 20 bis Mitte 30. Kleinkreuzer wäre grob gesagt <30ft?


Bei mir hat der Lern-Turbo angefangen, als mich ein guter Bekannter regelmäßig - auch in anspruchsvollere Reviere - als Co-Skipper mitnahm, und mich vieles alleine machen ließ, immer mit einem prüfenden Auge und einem guten Tipp zur Stelle, aber nur wenn ich wirklich danach fragte. Oder sich eine riskante Situation anbahnte, die ich noch gar nicht als solche erfassen konnte. Das war für mich eine ideale Konstellation wirklich Erfahrung zu sammeln und dazuzulernen, ohne die ganze Verantwortung und eventuellen Stress alleine tragen zu müssen. Kann ich sehr empfehlen!
Leider habe ich weder im Freundes- noch Bekanntenkreis Segler, sodass diese Option für mich erstmal flachfällt. Vielleicht lernt man aber nochmal jemanden kennen (z.B. in einer Segelschule oder einem Forum ;) )


Yeah, endlich wieder eine Scheindebatte
Solch eine Diskussion wollte ich eigentlich gar nicht lostreten. Mir ging es eher darum zu verstehen, welche Scheine man braucht und wie man Segelpraxis bekommt. Allerdings habe ich nun verstanden, dass die Praxis eher anders vermittelt wird als in den Scheinkursen.


Für den Anfang vielleicht ein kleines Boot in NL mieten, wenn möglich in der Nebensaison, sprich nicht in den Schulferien NRW, und dort erst binnen, dann auf dem Ijsselmeer ein wenig rumfahren.
NL ist glücklicherweise nicht weit weg, allerdings haben gestern (glaube ich?) die Schulferien hier begonnen - doof gelaufen. Eventuell schaffe ich es aber dieses Jahr im Herbst.


Musst Du bei irgend ner Wette gewinnen? Gehs langsam an oder kauf Dir n Segelboot mit unter 15 PS ohne Funk
Das muss ich glücklicherweise nicht ;)

36

Dienstag, 18. Juli 2017, 09:14

Ob du zuerst den See- oder den Binnenschein machen möchtest, liegt an deinen Törnplänen.
Im Allgemeinen ist beides gut, da man so auch die Reviere wechseln kann.
Ich habe gelesen, dass seit Mai 2017 beide Scheine zusammengelegt worden sind und es nur noch einen SBF gibt. Ist das korrekt oder kann man weiterhin beide Scheine machen?


Den SKS kannst Du dann immer noch machen, wenns denn sein muss. Ich hab immer noch nicht verstanden, warum den so viele haben wollen ohne ihn zu brauchen.
Ist es nicht so, dass einige Verchartere den SKS als Eignungsnachweise sehen wollen, auch wenn er gesetzlich nicht vorgeschrieben ist?


.. immer dieses Skippertraining. Ich finde das irgendwie überflüssig. SBF-See, SKS und SRC sollte doch wohl mal reichen.
Ich habe die Hoffnung gehegt, dass mich ein Skippertraining auf einen eigenen Charterurlaub vorbereiten könnte - mal sehen wie ich darüber denke sobald ich etwas Erfahrung gesammelt habe.


Sicher ist das bei mir ein etwas ungewöhnlicher Weg - aber Du willst ja auch etwas von der Bandbreite des Möglichen hören .
Ungewöhnlich aber interessant. Das Leben wäre doch auch mehr als langweilig, wenn wir alle gleich wären ;)


[...] zum Beispiel dieses Jahr die Segel-Physik praktisch lernen [...]. Dann dieses Jahr im Herbst oder nächstes Jahr im Frühjahr 1-2 Wochen auf einem Törn mitsegeln, bei dem Sailtraining ernst genommen wird. SpoBoSee und SRC in dieser Zeit noch gemacht und dann 2018 im Sommer ein kleiner Törn. Ostsee, zum Beispiel Flensburg und dänische Südsee oder in den Boddengewässern.
Ja das klingt nach einem guten Plan für mich - in etwa so habe ich mir das als Laie vorgestellt. Danke!


Als Einstieg ist das ein sehr schöner Kompaktkurs: http://www.lord-nelson.com/Praxis/Jollensegeln/jolle.html
Das klingt doch nach einem recht konkreten Plan. Vielen Dank für die Empfehlung!


So solltest Du das bitte nicht machen. Der Törn ist allerdings bis heute legendär.
Danke für die Warnung :D

Ich würde segeln lernen gehen - ab in irgendeine Segelschule. Nach einer Woche hast Du als Normalbegabter die Basics drauf, nach zwei Wochen auch ein wenig mehr Sicherheit.
Im Winter dann SBF und SRC, evt. Knallschein und dann im Sommer ein Boot chartern.
Dieses Vorgehen wurde ja nun bereits mehrfach vorgeschlagen und das klingt tatsächlich nach einem Plan, mit dem ich mich gut anfreunden könnte und der auch hoffentlich einigermaßen ins Budget passt :)

37

Dienstag, 18. Juli 2017, 09:25

Zitat von »janni«
Ich würde segeln lernen gehen - ab in irgendeine Segelschule. Nach einer Woche hast Du als Normalbegabter die Basics drauf, nach zwei Wochen auch ein wenig mehr Sicherheit.
Im Winter dann SBF und SRC, evt. Knallschein und dann im Sommer ein Boot chartern.

Dieses Vorgehen wurde ja nun bereits mehrfach vorgeschlagen und das klingt tatsächlich nach einem Plan, mit dem ich mich gut anfreunden könnte und der auch hoffentlich einigermaßen ins Budget passt :)

ist wohl für dich der beste Weg, geh jetzt segeln in der Nähe mit Jollen, im Winter die Theorie, Praxis ist beim SBS i.d.R. eh nur etwas kurven mit einem Motorbötchen und dann im Frühjahr los mit > Jolle

zu deiner Frage Kleinkreuzer: ist sowas bis ~ 25 Ft
Gruß aus Mittelfranken
Peter

38

Dienstag, 18. Juli 2017, 09:55

Kleinkreuzer wäre grob gesagt <30ft?

Was versteht man dann gemeinhin unter einem kleinem Boot? Ist 30ft noch klein oder ist damit eher eine Jolle gemeint?



Also, ich halte 30 ft (9 m) schon für ziemliche Klopper. Ich denke, da ist ein bissel der Maßstab abhanden gekommen. Ich halte meine 20er Jolli (7,75) für ein relativ großes Boot, und wir machen damit mehrwöchige Familienurlaube.

Meine Erfahrung mit größeren Booten (> 9 m, Stehhöhe) besagt, dass der Segelspaß eher wieder kleiner wird, weil zuviel Gedöns drauf ist. Man barucht solche Boote, wenn man länger autark unterwegs sein möchte. Familienurlaub heoßt i.A. Regel, dass man die Schläge eher kurz wählt, und in Häfen ein gutes Landprogramm macht, Baden, Kultur, was weiß ich. Da soll die Segelei schon richtig Spaß machen, Und eine Sache ist dann perfekt, wenn man nix mehr weglassen kann. KISS, dann hat man Spaß. MEINER Beobachtung nach haben viel mehr Leute Streß, die mit zu großen Booten überfordert sind, als wegen Komforteinbußen auf einem kleineren Boot (z.B. Folkeboot, o.Ä.)

Janni meint, nach 1-2 Wochen Segelschule hätte man die Basics drauf. OK. Ich versuche seit 35 Jahren, segeln zu lernen.

Ich denke aber, mit etwas Grips und viel Jollen- und Kleinkreuzersegelei sollte amn nach 1-2 Saisons in der Lage sein, mit nem gut zu segelnden kleineren Boot nen Familienurlaub zu machen. Ich fidne die Folkes schön, und für Dänensüdsee oder Bodden ganz gut geeignet.

39

Dienstag, 18. Juli 2017, 10:26

Hallo,

mein Werdegang was das Segeln betrifft ist sehr kurz, dafür aber sehr viel Motorbooterfahrung:

- Hafen mit Liegeplatz 1500 m vom zu Hause entfernt
- seit dem ich denken kann aktiver Motorbootssportler
- mit 15 Jahren SBF See und Binnen
- ab 16 Jahren nun auch alleinige Nutzung 9 m Motorboot der Eltern
- dann parallel eigenes Schlauchboot, dann eigenes 5 m Motorkajütboot, dann eigenes 7 m Motorkajütboot
- zwischen den Booten SRC mit 23 Jahren
- Urlaube und Wochenenden im Sommer mit der eigenen Familie (2 Kinder) entweder auf eigenem 7 m Motorboot oder das der Eltern 9 m

- jetzt der Segelteil :D
- mit 33 Jahren zusätzlich 8 m Segelboot (Vierteltonner) und Null-Segelerfahrung und Null-Mitsegelerfahrung
- dann 2 Nachmittagstörns mit segelerfahrenen Skipper auf eigenem Vierteltonner, dann nur noch alleine mit der Familie
- heute, mit 34 Jahren, Motorboot und Vierteltonner verkauft und seit Januar im Besitz einer Bavaria Cruiser 32 (Ostseeüberführungstörn mit erfahrenen Skipper, dann nur noch in Familie)
Die Navigation, Seemannschaft und was noch dazu gehört habe ich durch intensive Motorbooterfahrung schon gekannt und gelebt.
Das ganze Mitsegeln hat mir nicht viel gebracht, die ganze Segeltheorie habe ich über Bücher und viel Lesen in kurzer Zeit inhaliert. Am Meisten habe ich beim alleinigen Segeln mit der eigenen Familie gelernt und lerne immer noch. Und wenn uns der Wind zu stark bläst, bleiben wir im Hafen (Wir halten auch 2 Wochen in einem Hafen aus ohne das uns langweilig wird.) oder nutzen den Motor. Man darf es sich auch nicht mit der weiblichen Besatzung (Frau und Tochter (7)) verderben, da wir zusammen als Familie unterwegs sein wollen. Vater und Sohn (10) haben auch mal bei Windstärke 6-7 alleine Spaß.
Sicherheit steht bei mir schon immer an erster Stelle, das habe ich schon beim Motorbootfahren so gelernt.
Die Anlegemanöver mit der Bavaria musste ich auch üben. Dafür nehmen wir uns viel Zeit und manchmal lieber noch einen zweiten oder dritten Anlauf.
Ein SKS brauche ich, stand heute, nicht.

Der Spaß und der Komfort auf der 32 ft Bavaria ist enorm, das Schiff ist keinesfalls zu groß.

Grüße
Christian

Kokopelli

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40

Dienstag, 18. Juli 2017, 11:35

Was versteht man dann gemeinhin unter einem kleinem Boot?
24 bis 254 ft, nicht mehr. Und dann sind die hier erstmal zuviel an Bord:
Mit Familie waren tatsächlich eher Frau, Geschwister, Schwager/Schwägerin etc gemeint
Auf dem sog. Kleinkreuzer ist man erstmal mit 2 Personen gut aufgehoben. Man kriecht dort mangels Stehhöhe in gebückter Haltung durch die Kajüte. Diese Kleinkreuzererfahrung sollte dem Familientörn vorgeschaltet werden. Da müssen sich die anderen halt noch ein wenig gedulden.
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