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1

Mittwoch, 20. März 2019, 16:34

Welcher Segelschein /Patent für 15 Personen auf Schiff nötig

Hallo zusammen,

Welchen Segelschein brauche ich denn, wenn ich mit 15 Leuten an Bord eines Segelbootes unterwegs sein will?
(Also 3 Leute Besatzung - Skipper, Koch, Deckshand — und 12 Leute Crew), vorausgesetzt ich finde erst mal n passendes Boot.

So weit ich weiß darf man selbst mit SHS nur insgesamt 12 Leute an Bord sein...
Gibt‘s vielleicht ne Möglichkeit mit ner Flagge von nem Staat, bei dem das nicht gilt oder ein Revier?
Vielleicht gibts da ja ein paar „Grauzonen Tricks“ ;)

Oder muss man da tatsächlich Nautik studieren und sowas wie den Kapitän auf großer Fahrt oder ähnliches machen??
Und wenn, dann was und wo geht das?
STCW95 setzte ich mal voraus, vor allem, wenn’s mal gewerblich sein sollte.

Danke schon mal!

Sailor G. ;-)

Schebun

Steuer-Mann

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2

Mittwoch, 20. März 2019, 16:59

Meines Wissens sind Schiffe, deren Besatzung 12 Personen übersteigt, keine Sportboote mehr, daher greift die Seesportbootverordnung dann nicht mehr. Das lässt sich auch nicht SSS oder SHS vermeiden, die ja grundsätzlich für gewerbliche Tätigkeiten benötigt werden.

Da Du Dich mit mehr als 12 Personen außerhalb der Seesportbootverordnung bewegst richtet sich das m.E. nach der Ansicht des Bundesministeriums für Verkehr nach der Seeleutebefähigungsverordnung und den dort genannten Voraussetzungen und nach dem STCW-Code.

Mit anderen Worten, Du bist hier falsch. Um das zu erfahren wende Dich besser an die Berufsschifffahrt oder frag beim Bundesministerium für Verkehr nach, denn die sind dafür zuständig.
160 Zeichen sind einfach zu wenig für eine vernünftige Signatur.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Schebun« (20. März 2019, 17:11)


3

Mittwoch, 20. März 2019, 17:19

Vielen Dank schon mal für Deine Antwort! Sowas habe ich mir schon gedacht.
Zumindest für Deutschland war mir das klar.

Vielleicht kennt ja noch jemand ne Grauzone (Flaggenstaat, Revier), wo das doch möglich ist.

Merci!

Schebun

Steuer-Mann

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4

Mittwoch, 20. März 2019, 17:23

Das kann ich Dir nicht sagen, könnte evtl. vom Revier abhängen und aus welchem Land die Gäste sind, da der STCW-Code jedoch ein multilaterales Abkommen ist würde ich mir an Deiner Stelle da keine zu großen Hoffnungen machen.
160 Zeichen sind einfach zu wenig für eine vernünftige Signatur.

5

Mittwoch, 20. März 2019, 17:43

Abhängig vom Fahrtgebiet empfiehlt sich das Enkhuizen-Patent oder das Niederländische 500 GT oder 3.000 GT Patent. Das erstere gilt nur Binnen, die beiden anderen auf See. Inhabern des 3.000 GT-Patents wird auf Antrag ein CEC für das Führen von Schiffen unter deutscher Flagge ausgestellt. Alle diese Patente sind allerdings deutlich aufwendiger als ein SSS oder SHS. Sie setzen den Besuch einer Seefahrtsschule, den Erwerb der ganzen STCW-Zettel und Fahrzeit voraus.

Eine weitere Möglichkeit könnte das 200 GT Patent der MCA sein. Das setzt einen Yachtmaster und einige STCW-Zertifikate voraus, darunter ein ROC oder GOC. Die Hobby-Funkscheine werden nicht akzeptiert. Das Oral Exam bei einem MCA Captain ist allerdings eine echte "Erfahrung". Hat man den Yachtmaster bereits, summieren sich die erforderlichen Kurse für die STCW-Zettel auf 4 - 5 Wochen und einige tausend Euro. Die 200 GT reichen für eine Motoryacht von ca. 30 Meter oder einen Segler von ca. 35 Meter Länge. Kommerzielle Fahrzeuge, die keine Yachten sind, sogenannte Code Vessels, können bis 24 Meter Load Line Length geführt werden. Mit diesem Patent fährt die Mehrzahl der Skipper auf den typischen Offshore-Versorgern.

Formal darfst Du nur mit Yachtmaster mit Commercial Endorsement alles, was Du mit dem MCA-Patent darfst, allerdings nur unter britischer Flagge und solange Du nicht dauerhaft von einem Hafen eines anderen Küstenstaates aus operierst. Die meisten europäischen Ländern akzeptieren den Yachtmaster mangels STCW-Zertifizierung nicht. Besonders militant zeigen sich in dieser Frage Deutschland, die Niederlande, Irland, Frankreich und Spanien.

Für alle Patente, auch für den Kapitän auf Großer Fahrt, gilt, dass maximal 12 Passagiere an Bord sein dürfen. Mit dem 13. Passagier mutiert das Fahrzeug zum Fahrgastschiff und dafür gelten extrem verschärfte Vorschriften. So muss zum Beispiel ein Schiffsarzt an Bord sein. Eine Yacht verliert mit dem 13. Passagier ihren Status als Yacht. Die Betonung liegt aber auf "Passagiere". Crew darf beliebig viel an Bord sein.

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6

Mittwoch, 20. März 2019, 17:56

Falls das Schiff kleiner 55m ist und als Traditionssegler durchgeht, bestünde m.W. wohl auch die Möglichkeit, das über den Tradi-Vermerk im SSS oder SHS zu machen. Das erfordert allerdings eine gewisse Fahrenszeit auf Traditionsseglern.
Bis 25m Länge reicht auch der SSS/SHS, auch wenn mehr als 12 Crew an Bord sind. Muss aber, wie gesagt, ein Traditionsschiff sein.
Michael
SY Sioned

7

Mittwoch, 20. März 2019, 18:24

Wow, Michgibtesnicht,

Klasse Infos!
Den Yachtmaster hab ich mir sogar schon für diesen Sommer vorgenommen (inkl commercial endorsement), in 3 Wochen ist schon meine amtliche Seetauglichkeitsuntersuchung für den englischen Schein.

Das mit den 12 Passagieren (wenn Crew nicht zählt) sind ja gute Nachrichten für England! Das reicht ja dann...
In Deutschland sind’s glaub ich insgesamt 12 Personen (inkl Crew). Oder? Hat mir zu mindest ein Bekannter mit eigenem größeren Boot in Deutschland erzählt, der den Fall früher oft hatte.

Dann fehlen doch danach nur noch ein paar extra STCW Zettel... ???
(Gut, teuer und aufwendig genug, aber nicht wie ein Nautik Studium von 2/3 Jahren ohne Fernuni, mit danach 1-2 Jahren als Fulltime Erster Offizier. (Danke Schebun für den Link!))

Schon mal herzlichen Dank!

Traditions-Zusatz wäre auch ne Idee, aber man weiß ja nie welches Boot man erwischt... das wäre aber zumindest das einzige was mit in Deutschland noch fehlt... aber Scheine sammeln muss nicht mehr sein, außer das neue Fachwissen macht tierisch Spaß, wie Astronavigation ;)

8

Donnerstag, 21. März 2019, 07:58



Das mit den 12 Passagieren (wenn Crew nicht zählt) sind ja gute Nachrichten für England! Das reicht ja dann...
In Deutschland sind’s glaub ich insgesamt 12 Personen (inkl Crew). Oder? Hat mir zu mindest ein Bekannter mit eigenem größeren Boot in Deutschland erzählt, der den Fall früher oft hatte.




Die 12 Passagiere-Regel gilt weltweit, also auch in Deutschland.
Hier kommt allerdings ein weiteres Problem dazu. Die SeeSportbootVerordnung definiert Sportboote als "Wasserfahrzeuge [...], die für Sport- und Freizeitzwecke gebaut worden sind und dafür verwendet werden und die für nicht mehr als zwölf Personen zugelassen sind (§ 2 Absatz 1)". Daraus leitet so mancher dann ab, dass Fahrzeuge, die für mehr als 12 Personen zugelassen sind, grundsätzlich keine Sportboote seien. Dabei wird gerne übersehen, dass diese Verordnung mit Ausnahme der §§ 14, 15, 17 und 19 ausdrücklich nicht für Fahrzeuge gilt, die der Schiffssicherheitsverordnung unterliegen (§ 1 Absatz 4). Fahrzeuge mit bezahlter Crew unterliegen der Schiffssicherheitsverordnung. Der § 2 Absatz 1 der SeeSportbootVerordnung gilt für sie also nicht.

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9

Donnerstag, 21. März 2019, 09:40

Solange Du privat unterwegs bist reicht doch der Sportbootführerschein.
..Realität ist die Illusion, die durch Mangel an Alkohol entsteht....

?( ... :prost: ... :)

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10

Donnerstag, 21. März 2019, 11:02

Ich denke mal, aus dem Eingangsposting lässt sich leicht erkennen, dass der TE das ganze nicht privat beabsichtigt.

Darüber hinaus sind, wie schon angeführt, Fahrzeuge, die für mehr als 12 Personen zugelassen sind, eben keine Sportboote mehr.
Michael
SY Sioned

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11

Donnerstag, 21. März 2019, 11:48

Darüber hinaus sind, wie schon angeführt, Fahrzeuge, die für mehr als 12 Personen zugelassen sind, eben keine Sportboote mehr.


Kann das wirklich sein? Dann wäre ein Jeanneau Sun Odyssey 519 kein Sportboot mehr, denn die ist laut Typenschild für max. 16 Personen zugelassen (dann allerdings nicht für Cat. A). Oder anders gefragt: Was ist denn mit „zugelassen“ in der SeeSportbootVerordnung gemeint?

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12

Donnerstag, 21. März 2019, 12:02

Was Jeanneau macht ist doch der Sportbootverordnung völlig egal.
-----------------
Naja, ich kenne leider keine "normale" charterbare Yacht die für mehr als 12 Personen zugelassen ist, würde wahrscheinlich auch die Versicherungssumme in die Höhe treiben.
Die einzigen, Möglichkeit sind da nur die Traditionsschiffe.
Mit dem SSS/SHS und dem Zusatzeintrag Traditionsschiffer darfst du dann auch bis zu einer Personenzahl von 25 fahren.
Aber das siehst du dann schon wenn du den Weg gehst. Dauert halt einige Jahre.

Grüße ArthurDent

bluelayla

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13

Donnerstag, 21. März 2019, 12:21

Naja, ich kenne leider keine "normale" charterbare Yacht die für mehr als 12 Personen zugelassen ist, würde wahrscheinlich auch die Versicherungssumme in die Höhe treiben.

Die o.g. Jeanneau ist doch normal und charterbar ?( Die kenne ich nun zufällig, sicher gibt es noch mehr davon. Kats (Lagoon 50 usw.) werden z.B. regelmäßig mit 14 Kojen angeboten.

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14

Donnerstag, 21. März 2019, 12:49

Wenn dann was passiert fährt man ohne gültigem Patent mit den entsprechenden Folgen.
Liebe Grüße, Walter

there is no tool like an old tool.....

15

Donnerstag, 21. März 2019, 13:15

Wenn dann was passiert fährt man ohne gültigem Patent mit den entsprechenden Folgen.


Nur wenn Das Schiff unter deutscher Flagge fährt.

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