Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen [x]

Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

  • »S/V Serenity« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 821

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

1

Samstag, 23. Mai 2020, 04:33

Übernachtfahrt einhand- Wie und wo?

Hallo zusammen,

ich würde gerne ein bisschen von euren Erfahrungen bezüglich Übernachtfahrt profitieren. Insbesondere die Erfahrung eurer allerersten Fahrt durch die Nacht einhand.

Hintergrund: Spätestens in der Biskaya werde ich vermutlich einhand mehrere Tage am Stück unterwegs sein. Ich habe Radar und AIS an Bord und würde es zumindest dort mit dem klassischen Intervallschlafen versuchen, sprich 15-20 Minuten ruhen/schlafen und so weiter. Das kann ich glaube ich ganz gut 2-3 Tage machen auch wenn ich danach vermutlich etwas matsche im Kopf bin.

Aber: Habt ihr das auch schonmal in der Nordsee gemacht? Meine Törnplanung zwischen Helgoland/Cuxhaven und Zeebrügge ist quasi noch ein weißes Blatt. Jetzt überlege ich aber die ganze Strecke in 2 Etappen zu segeln. Bei meiner Gurke würde ich aber dann nicht um die Übernacht fahrt herum kommen. Und während in der Biskaya und später der Matschkopf eher weniger riskant ist, bangt es mir doch ein wenig mit verminderter Konzentration am Wattenmeer vorbeizukratzen und dabei den Verkehr immer gut einschätzen zu können.

Was meint ihr? Deutsche/Niederländische Küste, mit Ausnahme Einflugschneise Rotterdam, Übernacht solo machbar oder dringlichst von abzuraten? Lieber einen Tag länger aber dafür in großem Bogen, schön über die offene Nordsee? Oder Stehende Mastroute und gemütlich in Tagesetappen durch?

Und dann noch die eingangs erwähnte Frage. Wie hats das erste mal bei euch geklappt? So nervös dass man eh die ganze Nacht durch die Ohren so weit spitzt dass an Schlaf eh nicht zu denken ist?
Ich bin 35, 48 Stunden wach bleiben mit genug RedBull klappt vermutlich noch, aber das will man ja auch nicht :-)

besten Dank!
/Marco

Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
"There is no place, I can be, since i've found Serenity"

2

Samstag, 23. Mai 2020, 07:32

Auch wenn ich noch nie Einhand unterwegs war (auch nicht Tagsüber) und auch sonst noch ein echtes Greenhorn bin... :rolleyes: :D

Gibt es einen Grund, warum du in dem Gebiet zwischen Cuxhaven und Zeebrügge so lange durchsegeln musst? Warum nicht ein oder zwei Tage mehr einplanen, und einen deutlich gemütlicheren Törn fahren? Klar, ich kann mich (Anfang 30) auch 48 Stunden ohne Schlaf durchprügeln, aber macht das Spaß ;( ?


Ich bin letztes Jahr (als Crew, nicht als Skipper) von Horta nach Cuxhaven gesegelt, allerdings mit ordentlich Crew an Board, sodass jeder zwei 4h Schichten pro Tag hatte. Auch das war nicht unanstrengend, gerade im Kanal mit ordentlich Verkehr.... Ich weiß nicht, ob aktuell deutlich weniger los ist als sonst (Corona ....), aber in der Regel sind hier schon einige Pötte aufm Wasser und die sind schnell!


MfG


PS: Toller Blog! Da hab ich heute Morgen direkt was zum Lesen :D

Beiträge: 17

Wohnort: Stralsund

Schiffsname: Allegro

Bootstyp: First 25.7

Heimathafen: Stralsund

  • Nachricht senden

3

Samstag, 23. Mai 2020, 07:52

Habe das Mal auf einer Ostseerunde vor Polen geübt, da mir eine Nachtfahrt vor Kaliningrad bevorstand. Auch mit Intervallschlafen von 15 Minuten und ais. Vor Polen zwei Nächte, eine Nacht vor Kaliningrad und dann später nochmal eine Überfahrt nach Schweden. Jeweils super Wetter gehabt und zwischen 2 und 4 Beaufort stetigen Wind. Außerdem in den Regionen fast kein Verkehr nachts. Segelboote sind im Hafen, Frachter fahren wenige und das auf definierten Routen. 10-12 Meilen von der Küste entfernt gewesen und auch keinen Fischer gesehen.

Habe mich meist schon um 21:30 das erste Mal hingelegt. Zwischen 3 und 5 ist die härteste Zeit, da sind die Intervalle bei mir länger geworden. Red Bull würde ich nicht machen, gleichmäßiges Ruhen war für mich das richtige.

Für mich wären die Nachtfahrten toll. Man hängt am nächsten Tag etwas durch und schläft noch ein wenig über den Tag nach, in der Summe funktioniert das aber ganz gut.

34fuss

Admiral

Beiträge: 877

Schiffsname: GOTLAND

Bootstyp: HR 34

Heimathafen: Lubmin

  • Nachricht senden

4

Samstag, 23. Mai 2020, 08:57

Meine erste Einhand-Nachtfahrt ging an der Küste von MV entlang. War während der Nacht im Gebiet um Darßer Ort, wenig Verkehr, aber der einzige Segler war ich auch nicht. Ankunft morgens. Viel länger hätte es nicht sein sollen, jedenfalls nicht mit Durchhalten ohne Schlafrhythmus. Nach 3 Uhr zieht es dann schon kräftig an den Liedern. Eine Kanne heißer Tee, Honig rein, dazu ein paar Kekse, das hilft etwas, zumindest psychologisch.
Bei späteren Nachtfahrten war ich nicht allein, so dass es Schlafgelegenheit für ein paar Stunden in nautisch wenig anspruchsvollem Gebiet gab. So ging es dann auch über 2 Nächte auf der Ostsee.

  • »S/V Serenity« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 821

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

5

Samstag, 23. Mai 2020, 09:12

Gibt es einen Grund, warum du in dem Gebiet zwischen Cuxhaven und Zeebrügge so lange durchsegeln musst? Warum nicht ein oder zwei Tage mehr einplanen, und einen deutlich gemütlicheren Törn fahren? Klar, ich kann mich (Anfang 30) auch 48 Stunden ohne Schlaf durchprügeln, aber macht das Spaß ;( ?


Hey Ashtray,

Der Grund ist eigentlich Hausgemacht. Das soll ja der Start meiner Langfahrtsträume sein. Allerdings komme ich erst um den 15. Juli hier in DK weg und will am 15. August von Zeebrügge Richtung Süden. Das wäre ja genug Zeit, wenn ich nicht noch gerne zwischenzeitlich ein paar Tage oder Wochen n Leverkusen verbringen möchte, mit Freunden und Familie feiern, paar Amtsgänge erledigen etc. Je schneller ich DK Zeebrugge schaffe, desto mehr Zeit habe ich zum verabschieden :-)

PS: Toller Blog! Da hab ich heute Morgen direkt was zum Lesen


Vielen Dank! Habe ich lange Zeit vernachlässigt aber jetzt bin ich gerade dabei den zu reaktivieren :-)
/Marco

Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
"There is no place, I can be, since i've found Serenity"

Ente 24

Admiral

Beiträge: 945

Wohnort: Leverkusen

Schiffsname: plan b

Bootstyp: Etap 24i

  • Nachricht senden

6

Samstag, 23. Mai 2020, 09:15

Meine erste richtige Nachfahrt einhand ging im Frühsommer von Kolberg um die Schießgebiete nach Leba. Schlafen während der Nacht war nicht, zu "angespitzt". Tagsüber Sekundenschlaf, man kommt daber nicht weit. in der Ostsee gab es keine richtige dunkle Nacht. die zweite ging von Wladislawowo nach Klaipeda, die dritte von Liepaja nach Gotland. Jedesmal nachts kein Schlaf, kaum Schiffsverkehr und immer einigermaßen Licht.

In der Nordsee und insbesondere beim Küstensegeln (mein Revier) würde ich da nicht machen, sicher ohne Schlaf, ansonsten viel zu gefährlich, weil es dirkt ernst werden kann, wenn man nicht Ausguck geht.

Allenfalls die Querung von NL nach UK, allerdings nurbei guten Sichtverhältnissen für die Verkehrsgebiete.
Hinter dem Horizont geht's weiter

Rüm Hart

Motorsegler-Versäger

Beiträge: 7 815

Wohnort: Emsland

Schiffsname: Rüm Hart

Bootstyp: Sirius 310 DS

Heimathafen: Warns, Stormvogel

Rufzeichen: DG3578

MMSI: 211545290

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

7

Samstag, 23. Mai 2020, 09:18

Ich bin mal so frei :)



Ergänzung: Mit meinem Decksalonschiff hab ich's relativ einfach: wenn ich im Salon sitze, sehe ich alles rund um mich rum. Habe drinnen meinen "Zweitplotter" (iPad), der synchron mit dem draußen im Cockpit läuft, sehe die wichtigen Bordinstrumente und kann den AP bedienen. Und ich kann dort in meine Ecke gekuschelt mal für 10 oder 15 Minuten die "Döppen dichte maken".

Tatsächlich war ich für Nickerchen viel zu aufgedreht ...

Gruß, Manfred
Rüm Hart Blog: KLICK
Sirius Forum: KLONG

Klaus13

Coque au vin Meister

Beiträge: 12 471

Wohnort: Seestermühe

Schiffsname: Maris

Bootstyp: WINNER 9.00

Heimathafen: 8308 PX Schokkerhaven, Niederlande

Rufzeichen: DD3305

MMSI: 211674410

  • Nachricht senden

8

Samstag, 23. Mai 2020, 09:20

Moin,

ich fahre ja quasi nur Einhand, allerdings habe ich das noch nicht nachts probiert. Dieses Jahr wäre es das erstemal soweit gewesen, wenn ich denn nach GB hätte aufbrechen können. Was ich aber schon gemacht habe ist, nachts an der NL bzw. B Küste entlang zu fahren. Da wir nur eine 3er Crew waren, war man da nachts alleine an Deck. Da kannst Du jedes Schlafintervall vergessen, weil da einfach zu viel Verkehr ist. Vor Rotterdam sowieso, aber auch weiter die Küste entlang herrscht da ein enormer Betrieb, bei dem ich zumindest kein Auge zu bekäme. Vor allem die Fischerboote sind schwer zu kalkulieren.
Wenn Du in Helgoland oder Cuxhaven gestartet bist, hast Du dann aber schon eine lange Tour hinter Dir und bist müde. Wenn Du das überhaupt in Erwägung ziehst, dann fahre nachts in Cux los, damit Du tags vor NL bzw. B bist. Vor den deutschen Inseln ist nachts etwas ruhiger als vor NL und man kann vielleicht eher mal ein paar Minuten einnicken.
Ich rate Dir allerdings zu einem Zwischenstops z.B. in Borkum und dann nochmal in IJmuiden. Das sind dann auch schon lange Schläge.
Über die offen Nordsee hat das Martin "Jambo" auf seine aktuellen Tour Richtung Karibik gemacht und in einem Video dokumentiert. Er hat sich einen Kurs ausserhalb der VTG gelegt nach dem Motto, da werden schon keine großen Schiffe fahren und dann schlafen gelegt. Für meine Nerven wäre das aber auch nichts.

Gruß Klaus
who fails to plan plans to fail

Maris-Blog

9

Samstag, 23. Mai 2020, 09:43

Hey Ashtray,

Der Grund ist eigentlich Hausgemacht. Das soll ja der Start meiner Langfahrtsträume sein. Allerdings komme ich erst um den 15. Juli hier in DK weg und will am 15. August von Zeebrügge Richtung Süden. Das wäre ja genug Zeit, wenn ich nicht noch gerne zwischenzeitlich ein paar Tage oder Wochen n Leverkusen verbringen möchte, mit Freunden und Familie feiern, paar Amtsgänge erledigen etc. Je schneller ich DK Zeebrugge schaffe, desto mehr Zeit habe ich zum verabschieden
Dann würde ich versuchen, für die kurze Strecke einen motivierten Mitsegler zu rekuriteren :D Aber auch falls das keine Option ist: Ich bin gespannt, wie es laufen wird!

10

Samstag, 23. Mai 2020, 09:48

Ich war 2001 bei meinem einzigen Nachttörn einhand 60, Skagen-Kragerö/Norwegen. Unterwegs noch mit dem IF-Boot und ein GPS und ein paar Wegpunkte. Spät am Vormittag in Skagen los, ab Nachmittags schon Nachtfahrtmodus trainiert mit Küchenwecker 15 Min lang legen und Augen zu. Erholung sozusagen schon vorweg. Einfache Wetterbedinungen, konstanter Schiebewind, kaum Verkehr im offenen Skagerak. 15 Min Ruhe, dann nur ein Rundumblick (war im Juni nie wirklich ganz dunkel), und wieder hingelegt., usw. Für eine Nacht braucht man keinen Schlaf. Augen zu und Beine hoch, dann schaltet das Gehirn auch nach 5 Minuten in Eco-Modus. Ich hatte nie ein Schlafbedürfnis und hätte am nächsten Tag nach Ankunft auch weiter fahren können.
Ich denke, wesentlich waren die einfachen Bedingungen. Bei Wetteränderungen oder viel Verkehr, wäre es durch Stress nicht so einfach gewesen.
Gruß
Manfred

  • »S/V Serenity« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 821

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

11

Samstag, 23. Mai 2020, 10:16

@Rüm Hart: toller Bericht! Spannend zu lesen :-)

Decksalon wäre schön, aber ich habe zumindest einen schwenkbaren Plotter den ich vom Salon oder cockpit ablesen kann und relativ große Fenster. Da muss ich wenigstens nicht jedesmal den kompletten Niedergang rauf und runter um gute Rundumsicht zu haben :-)

Über die offen Nordsee hat das Martin "Jambo" auf seine aktuellen Tour Richtung Karibik gemacht und in einem Video dokumentiert. Er hat sich einen Kurs ausserhalb der VTG gelegt nach dem Motto, da werden schon keine großen Schiffe fahren und dann schlafen gelegt. Für meine Nerven wäre das aber auch nichts.


Genau das Video kam mir auch gestern mein Planen nochmal in den Sinn :-D

Ich war verwundert darüber wie schmerzlos er in Boxershorts in seiner Vorschiffkoje pennen gegangen ist während er direkt durch den Ärmelkanal fegt :-)

Die Erfahrungssammlung hier dient mir als Realitätscheck, ich habe nämlich auch das Gefühl dass ich eher weniger die Augen zu machen kann, zumindest in diesem Gebiet. Wenn das kein Problem wäre würde ich auch lieber auf dem offenen Meer bleiben, nur muss das mit dem schlafen klappen wenn ich wirklich einen großen Bogen fahren möchte um den Schiffen aus dem Weg zu gehen.

Wenn Du das überhaupt in Erwägung ziehst, dann fahre nachts in Cux los, damit Du tags vor NL bzw. B bist. Vor den deutschen Inseln ist nachts etwas ruhiger als vor NL und man kann vielleicht eher mal ein paar Minuten einnicken.




Das ist durchaus eine Option. In Cux mal mindestens einen Tag Pause zum ausruhen, und Nachts los. Und Ijmuiden und Borkum scheinen wirklich gute Optionen für wenig Zeitverlust sein.

Zitat

ab Nachmittags schon Nachtfahrtmodus trainiert mit Küchenwecker 15 Min lang legen und Augen zu. Erholung sozusagen schon vorweg


Guter Tipp, sollte ich nicht vergessen das "trainieren". Danke!
/Marco

Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
"There is no place, I can be, since i've found Serenity"

Beiträge: 1 827

Schiffsname: Zephyr

Bootstyp: Dehler 34

Heimathafen: Stavoren

  • Nachricht senden

12

Samstag, 23. Mai 2020, 10:32

Hallo Marco,
die Tour von Helgoland aus Richtung NL, seeseitig der Inseln, ist relativ problemlos machbar. Beim Start hast etwas Aufregung bis Du aus der Ansteuerung Elbe/Hamburg heraus bist, da bist du aber ja noch ausgeruht. Etwas mehr Betrieb ist dann wieder an der Weser und Ems. Ansonsten ist der Bereich zwischen den TSS und den Inseln relativ ruhig, abgesehen von Fischern und anderen kleineren Fahrzeugen. Die gibt's theoretisch halt überall, ein guter AIS- und Radarwarner hilft bei der Entspannung. Solange du ausserhalb der 10m Tiefenlinie bleibst und nicht vor einen Windpark schraddelst geht das ganz gut.
Gleiches gilt für die NL-Küste bis ca. Scheveningen. Das Seegat von Vlieland, mehr noch die Einfahrt von Den Helder und Ijmuiden sind höher frequentiert, da sollte man wach sein. Anders ab der Querung von Rotterdam nach Süden. Im Maasmond hast Du eine gute Radar- und Funkführung durch Maas-Entrance, da schläfst Du sowieso nicht. :D Danach ist die Einfahrt zur Oosterschelde und mehr noch zur Westerschelde gut besucht, passend dazu gibt es große Reeden und Windparks in außreichender Zahl. Eventuell so planen, dass man mit einem langen Schlag z.B. von Scheveningen durchfährt bis z.B. Zeebrugge/Blankenberge.

Alternativ kann man ab Den Helder/Ijmuiden direkt rüber an die engl. Ostküste (Lowestoft/Harwich). Das ist eine normale Nachfahrt, man quert ein paar Tiefwasserwege aber nichts dramatisches. Anschließend die Ostküste von GB bis Dover herunterhangeln, die Querung der Themsemündung ist bei moderatem Wetter gut machbar, vom Verkehr her kein Vergleich mit Rotterdam.
Grundsätzlich spielt bei Nachtfahrten, solo besonders, Wetter und Befinden eine grosse Rolle. Nicht gegenan bolzen, bleib trocken und warm, ausreichend Nervennahrung und Trinken ist wichtig. Es ist ein Riesenunterschied ob man eine Nachfahrt solo bei 22 Grad, Schiebewind und sternenklarer Nacht macht, oder bei 11 Grad, Nieselregen und 5 bft gegenan bolzt. Von der Segelführung lieber etwas konservativ bleiben damit der AP/Windfahne nicht überfordert ist. Trödeln sollte man trotzdem nicht, nicht ist blöder, als wenn einem 10 sm vor dem Hafen nach 23 Std. auf See plötzlich die Nordsee mit 3kn entgegen kommt. Abends nochmal mit dem Motor die Batterien für die Nacht aufzuladen ist sicherlich auch keine schlechte Idee.

Ein gut ausgearbeiteter Passage-Plan ist wichtig, schreib dir die wichtigen Daten/Frequenzen raus. Lesezeichen in den Pilot Books und Almanachen fallen gerne in den denkbar schlechtesten Momenten raus. Wenn die Ankunft im Zielhafen auf eine Nachtansteuerung hinausläuft, muss es ja nicht gleich die allerschwierigste Einfahrt an der Nordsee sein. Tiefe, unkomplizierte Einfahrten sind nach langer Zeit auf dem Wasser und Schlafmangel immer gerne genommen und helfen den Darwin-Award zu vermeiden.

Achso, Corona-Aspekte sollten dieses Jahr natürlich auch berücksichtigt werden...
Viel Spaß, no crew, no cry ;)
Dietmar


-failure is always an option-

Beiträge: 1 827

Schiffsname: Zephyr

Bootstyp: Dehler 34

Heimathafen: Stavoren

  • Nachricht senden

13

Samstag, 23. Mai 2020, 10:52

Das ist durchaus eine Option. In Cux mal mindestens einen Tag Pause zum ausruhen, und Nachts los. Und Ijmuiden und Borkum scheinen wirklich gute Optionen für wenig Zeitverlust sein.
Ijmuiden ja, Borkum nein. Bei Borkum müsstest Du ohne detailierte Revierkenntnisse von Osten kommend um Borkum Riff herum, das dauert. Weiterhin ist die Tide in der Ems zu beachten. Bei der Ausfahrt von Borkum aus Richtung Westen gibt es dann kaum Zeitverlust.
Dietmar


-failure is always an option-

Nordatlantic

Bootsmann

Beiträge: 147

Schiffsname: Fix

Bootstyp: HR 37

Heimathafen: Ohne festen Liegeplatz. Winter 2019/20 Schlei

  • Nachricht senden

14

Samstag, 23. Mai 2020, 10:57

Müssen Brücke und Ausguck nicht Tag und Nacht ohne Intervall schlafen besetzt sein. Kann mir nicht vorstellen daß die gesamte Besatzung der Handelsmarine und Fischerei sich abends in die Kojen legen und von Zeit zu Zeit mal nach dem Rechten schauen. Fischereiaktivitäten finden hauptsächlich nachts statt und die Fischereifahrzeuge haben während ihrer Fangtätigkeiten dann auch noch Wegerecht. Schnapp Dir einen Kumpel, um andere nicht in Gefahr zu bringen zumindest bis zur Biskaya. Danach ist es dann allein wohl regelwidrig.

Beiträge: 1 603

Wohnort: Berlin

Schiffsname: SKOKIAAN

Bootstyp: Moody Eclipse 33

Heimathafen: Ueckermünde

Rufzeichen: DJ3239

  • Nachricht senden

15

Samstag, 23. Mai 2020, 11:07

Ehrlich gesagt, kann ich nicht verstehen, dass man wegen ein paar Tage feiern mit Freunden das Risiko von Solo-Nachtfahrten auf der Nordsee eingehen will. Ich bin die Strecke zwischen D bzw NL und Bretagne und Nordspanien mehrfach gesegelt, auch mit Nachtfahrten, aber zu zweit.
Wenn schon solo, dann aber zwischen Cuxhaven und NL und weiter bis Boulogne sur mere in Etappen mit Ausschlafen zwischendurch, notfalls auch in Küstennähe ankern (bei gutem Wetter), bis die Tide wieder mitläuft. Die ist ohnehin nicht zu unterschätzen: Wenn der Wind passt (raumschots bis Anlieger), kann man sie aussegeln (mit wenig Geschwindigkeit über Grund), aber aufkreuzen gegen Tide kannst Du vergessen, (jedenfalls mit normalen Booten wie Deines eines ist). Dann lieber in einen Hafen, gut essen (ab Belgien), ausschlafen und mit passender Tide weiter. Übrigens würde ich Borkum nicht empfehlen, der Umweg ist zu groß (es sei denn man geht von dort auf die Stehende-Mast-Route, was bei schlechtem Wetter (Starkwind aus West) ohnehin zu empfehlen ist. Sonst bei Lauwersoog rein auf die Stehende Mast-Route.

Wichtiger Hinweis noch: auf der Strecke bis Brest bzw Camaret gibt es viele Häfen, die man bei jeder Tide und jedem Wetter anlaufen kann, aber fast noch mehr Häfen, die man nur bei gutem Wetter und HW anlaufen kann (oder ab halbem HW), steht alles im Reeds, vorher gut planen. Übrigens sind die belgischen, französischen und englischen Wetterberichte gut und kleinteilig, ebenso wichtig für Deine Planung.

Handbreit, Skokiaan

16

Samstag, 23. Mai 2020, 11:17

Schlafentzug und Biskaya

Hallo Marco
über Schlafentzug kann ich auch etwas beisteuern. 36 Stunden konnte ich persönlich einigermassen vernünftig wach bleiben, danach wird die Sache interessant, Spukbilder, die fürchterlich real sind, wie Brücken oder Schiffe, anschliessend kommt die Konzentrationsschwäche, einen Kurs abstecken hätte ich zu dem Zeitpunkt +50 Stunden nicht mehr machen können. Das Gehirn hört auf zu arbeiten, einen Gedanken zu Ende führen unmöglich. Man schaut auf sein Blatt Papier und damit ist die Hauptaufgabe auch schon erledigt, die Dinge ergeben keinen Sinn mehr, zudem hat man vergessen warum man diese Tätigkeit überhaupt angefangen hat. :ueberlegen: :ueberlegen:
Auf der Biskaya trafen wir nachts vor der Spanischen Küste Fischer in kleinen, zum Teil unbeleuchtet, Booten, nun waren wir zu fünft und Wache gehen kein Problem. Ein bisschen überraschend war es aber alle mal. Radar und Annäherungsalarm an. :blaulicht:
Bei viel Wind segelt auch ein Bund Stroh :D

zooom

Salzbuckel

Beiträge: 4 310

Schiffsname: luvlee

Bootstyp: Nordship 808

Heimathafen: Merching

Rufzeichen: DD3254

MMSI: 211324450

Im Marktplatz: 5

  • Nachricht senden

17

Samstag, 23. Mai 2020, 11:52

Wir hatten ja letztes Jahr beim ÜF Törn jede Menge Nachtfahrten, waren aber zu Viert. Biscaya und auch spanisch / portugiesische Atlantikküste: Viele Fischer, fast alle ohne AIS, obwohl das teils große Pötte sind. Auch bis weit raus auf dem Meer schlecht erkennbare Netzbojen und -tonnen, nur sehr selten mit AIS versehen. Da heißt es aufpassen.
Bin gespannt, wie es mir (70) gehen wird, wenn meine Pläne klappen. Aber zum Einsegeln werde ich evtl. die erste Woche einen Mitsegler suchen.
Gruß Thomas

Ich bleib mit ABSTAND der Gesündeste.


now in the Roaring Seventies

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »zooom« (23. Mai 2020, 12:06)


Schoner

Crazy-Ijsselmeer-Skipper

Beiträge: 12 750

Wohnort: Wuppertal

Schiffsname: Crazy

Bootstyp: Schoner, Rijns Oever 34

Heimathafen: Lemmer

Rufzeichen: DD5453

MMSI: 211440140

  • Nachricht senden

18

Samstag, 23. Mai 2020, 12:02

warum heuerst du dir bis IJmuiden nicht noch einen (erfahrenen) Segler an und bestellst dir die Familie zum Verabschieden nach IJmuiden? (von Leverusen keine 3 Stunden) Ich bin kein Gegner von Nachtfahrten aber auch kein Gegner von 2-4 stündigen Ruhezeiten. Ich kann verstehen, wenn du möglichst schnell da runter willst. Aber glaube mir, das ist zu zweit physisch und psychisch wesentlich entspannter.
Gruß



Volker

schoner-crazy.de

Beiträge: 80

Bootstyp: Bavaria 37cr

Heimathafen: Lelystad

  • Nachricht senden

19

Samstag, 23. Mai 2020, 12:08

Hallo,
bin ja 2017 einhand in die Karibik. Bis zu den Channel Islands allerdings nur in erweiterten (max 24h) Tagesetappen, das war schon anstrengend genug!
LG Klaus

  • »S/V Serenity« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 821

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

20

Samstag, 23. Mai 2020, 12:09

@cloudseeker: Danke für den ausführlichen Bericht, sehr hilfrech! :-)

Ehrlich gesagt, kann ich nicht verstehen, dass man wegen ein paar Tage feiern mit Freunden das Risiko von Solo-Nachtfahrten auf der Nordsee eingehen will.


Das hast du mir meinen Plan aber ein wenig zu sehr heruntergebrochen frei nach dem Motto "Hauptsache schnell damit ich noch ordentlich saufn kann" :-) Ich muss auch noch jede Menge Amtsgänge erledigen und habe auch meine Familie die letzten 4 Monate nicht sehen können und werde es wenn alles gut läuft auch dann die nächsten 2 Jahre nicht. Und viel später will ich nicht los, dann wirds mit dem Wetter schon wieder unbeständiger.

Zudem habe ich das Thema ja eröffnet um die Idee zu validieren. Man sieht und hört halt verschiedenes über die Jahre, manche machen es, manche nicht. Jetzt brauche ich das ganze mal gebündelt um das Risiko einschätzen zu können :-)

Reeds habe ich natürlich schon fleißig in Benutzung, gerade für die Tidenhäfen

Müssen Brücke und Ausguck nicht Tag und Nacht ohne Intervall schlafen besetzt sein.


Ja, eigentlich schon. Eigentlich. Aber als Einhandsegler halt nicht machbar. Daher in stärker frequentierten Gebieten maximal 15-20 Min am Stück und mit viel Technik. Wie gesagt, AIS, Radar, Plotter egal von wo sofort im Blick.
Mehr kann ich nicht machen. Ist dann halt keine gute Seemannschaft. Aber die halte ich auch bei Tagestörns Einhand nicht ein. muss ja auch mal Kaffee und Tee kochen oder mal wo hin. Auch wenns nur 4 Minuten sind
/Marco

Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
"There is no place, I can be, since i've found Serenity"

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 143   Hits gestern: 3 339   Hits Tagesrekord: 12 076   Hits gesamt: 5 558 700   Hits pro Tag: 2 403,39 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 784   Klicks gestern: 21 920   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 42 976 557   Klicks pro Tag: 18 581,57 

Kontrollzentrum