Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen [x]

Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

Beiträge: 1 386

Schiffsname: Om

Bootstyp: Werftbau ähnlich Carter 33

Heimathafen: Stralsund

  • Nachricht senden

21

Samstag, 23. Mai 2020, 12:45

Moin
Meine Erfahrungen mit Langfahrt und Solosegeln

Zeitdruck ist ein ganz schlechter Mitsegler. Er führt zu falschen Entscheidungen und aus der Langfahrt wird eine Hatz vorbei an schönen und sehenswerten Orten, die einen Stop wert gewesen wären.

Nachtfahrten einhand in Küstennähe sind eigentlich kein Problem, solange du wach bist. Nach 24 h tendiert der Spassfaktor gegen Null, bei schietwetter ist er weit im Minusbereich!
Ein besonderes Augenmerk will ich auf Fischkutter legen. Die verfolgen oft mit Autopilot Fischschwärme und haben deshalb einen unberechenbaren Kurs und die Crew arbeitet dabei an Deck mit hellem Arbeitslicht, was dazu führt, daß sie nicht sieht was jenseits der eigenen Reling passiert. Das könnte man mit einem blinden Lkw Fahrer vergleichen. Wenn du die schlafend triffst hast du leider verloren. Die bemerken dich erst beim Aufprall.

Dein Zeitplan ist mehr als eng selbst bei optimalem Wetter. Die günstigste Zeit für die Biskaya ist Juli und August. Danach ist es auch möglich, wird aber nicht einfacher. Ich bin zweimal einhand über die Biskaya gesegelt. Wenn du den Küstenbereich verlassen hast kannst du deinen Schlafintervall getrost auf eine Stunde erhöhen. L'Abawrach ist übrigens auch ein sehr guter Absprunghafen, liegt taktisch optimal. Es muss nicht Camaret sur mere sein.

Es ist sicher gut, sich im Vorfeld Gedanken über günstigste Routen und Taktiken zu machen. Am Ende entscheiden aber Wetter und lokale Gegebenheiten mit. Das Erste was über Bord geht ist der Plan.

Wegen Corona würde ich meine Langfahrt nicht dieses Jahr starten. Ich würde wenn's irgendwie möglich wäre um ein Jahr verschieben. Es muss nur ein Land auf deinem Weg die Grenzen dicht machen..... Hier spreche ich aus Erfahrung. Ich Sitze seit Mitte März in Lagos an der Algarve fest. Mein Zeitplan ist längst sowas von hinfällig.

Beiträge: 1 386

Schiffsname: Om

Bootstyp: Werftbau ähnlich Carter 33

Heimathafen: Stralsund

  • Nachricht senden

22

Samstag, 23. Mai 2020, 13:15

Noch ein Nachtrag.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es einer erheblichen Grundmüdigkeit bedurfte, damit ich überhaupt während der Fahrt schlafen konnte. Morgens los und dann gegen 23.00 Uhr wie üblich in die Koje hat bei mir nicht funktioniert. Habe ich versucht, es gelang mir nicht zur Ruhe zu kommen.

Kokopelli

Kap Hornier

Beiträge: 10 843

Schiffsname: Ich bin Mitsegler

Bootstyp: Keins

  • Nachricht senden

23

Samstag, 23. Mai 2020, 14:02

große Reeden und Windparks in außreichender Zahl.

Davon kann ich auch ein (Klage-)lied singen. Bei unserer Sommerreise Europa rechtsrum hab ich genau das erlebt:
Spannend wird es erst in der südlichen Nordsee.

Wir wollen durch die große Lücke zwischen zwei Windparks, als wir von
einem Sicherungsschiff angefunkt werden. Seit fünf Monaten sei diese
Passage gesperrt, es wird uns ein Weg weit außen rum angewiesen. So
kommen wir in Gegenden der Nordsee, nach denen wir uns nie gesehnt
haben.

Die Nacht wird schlaflos. Ich rutsche auf meiner Matratze von links nach
rechts; richtig: ich rolle nicht, ich rutsche. Die restlichen
Stichworte sind: Genua im Dunkeln ums Vorstag vertörnt, bis 32 Knoten
wahrer Wind, achtern einsteigende See, Reeden mit ca. vierzig Schiffen
Verkehrstrennungsgebiete, enge Begegnungen mit der Berufsschifffahrt.



Ich hab das dort in meinem Blog nur etwas zusammengefasst erzählt. Fakt war jedoch, dass wir von Frankreich kommend Eingangs des Ärmelkanals auf diese Windparksituation trafen und unseren Kurs am frühen Abend erheblich ändern mussten, um dieses Sperrgebiet zu umschiffen. Unser Skipper hat dann einen neuen Kurs festgelegt, der den Vorteil hatte, dass wir anders als zuvor nun kein VTG mehr kreuzen mussten. Die Freude war bei mir aber vorbei, als ich um 03.00 h meine Wache übernahm und auf dem Plotter die vor uns liegende Reede mit ca. 40 Schiffen sah. Und diese Reede ist "dynamisch", heißt: ständing verließ ein Frachter die Reede, andere kamen rein. Ich stand drei Stunden voll unter Strom. Gut dass ich vorher einige Stunden in der Koje war, wenn auch ohne Schlaf. Aber erstens möchte ich dort nie wieder nachts durchsegeln und schon gar nicht einhand nach mehreren Tagen ohne Pause.

Überleg dir das nochmal.
Gruß, Klaus

24

Samstag, 23. Mai 2020, 14:15

wir sind letztes Jahr in einem Rutsch von Ijmuden nach A Coruna durch - mit Crew im Wachsystem. Ich sag mal so: Solange wir im Englischen Kanal waren, gingen die Wachen echt schnell rum. Viel Verkehr, viel Reeden, Windparks, insgesamt unglaublich viele Lichter, und immer wieder plötzlich abbiegende Schiffe. Ich fand es schon spannend, die Übersicht zu behalten, wenn man die ganze Zeit dran bliebt. In der Biskaya waren es dann drei Schiffe pro Tag in Sichtweite, auf dem AIS ein paar mehr. Da wurden die Nachtwachen zäh...

Ich würde es mir im Kanal nicht antun, dort passiert zuviel Überraschendes und zwischen den Schlaffenstern jedesmal neu die Übersicht gewinnen - ich weiß nicht...

Rüm Hart

Motorsegler-Versäger

Beiträge: 7 811

Wohnort: Emsland

Schiffsname: Rüm Hart

Bootstyp: Sirius 310 DS

Heimathafen: Warns, Stormvogel

Rufzeichen: DG3578

MMSI: 211545290

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

25

Samstag, 23. Mai 2020, 15:40

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es einer erheblichen Grundmüdigkeit bedurfte, damit ich überhaupt während der Fahrt schlafen konnte. Morgens los und dann gegen 23.00 Uhr wie üblich in die Koje hat bei mir nicht funktioniert. Habe ich versucht, es gelang mir nicht zur Ruhe zu kommen.

Das kann ich bestätigen. Letztes Jahr sind wir zu zweit nach England rüber und zurück. Nachts sollte es also eigentlich kein Problem gewesen sein, sich abzulösen und zu schlafen. Eigentlich ... Tatsächlich war ich aufgedreht und hab in der Koje rumgewühlt. Auf dem Rückweg wurde ich allerdings in der Koje "rumgewühlt" - ruppiger Seegang. :)

Gruß, Manfred
Rüm Hart Blog: KLICK
Sirius Forum: KLONG

26

Sonntag, 24. Mai 2020, 02:44

Die Strecke zwischen Ärmelkanal und Cuxhaven habe ich in den letzten Jahren gelegentlich besegelt. Einige male war ich dabei Quasi-Einhand unterwegs, weil meine Crew eher Passagiere als Mitsegler waren. Die Nachtfahrten waren sicher mehr als ein Dutzend mit Ankunft im Laufe des nächste Tages, die Ansteuerungen in der Nacht vielleicht noch mehr. Mehr als 48h waren es bei mir bislang noch nicht bis die Leinen wieder fest waren.

Bezogen auf die Strecke Cuxhaven - Zeebrugge kommen mir diese Gedanken:
Auf der Elbe wirst du sicher die 2-3kn Schiebestrom mitnehmen wollen. Daher nicht in Brunsbüttel hinter der Schleuse liegen sondern rausschleusen und bis Cux.
Helgoland würde ich mir sparen und stattdessen die inshore traffic zone befahren.
Von den ostfriesischen Inseln kommt am ehesten Norderney als Stop-Over in Betracht, wenn Du zum einen für die Ansteuerung über Schluchter sowohl Strom mit hast und du zum anderen zu Beginn der Nacht im Hafen wärst und du obendrein über das Dovetief weiter gehst. Bei so vielen Bedingung also eher auf Bb liegen lassen.
Bei den westfriesischen Inseln empfehle ich Dir Vlieland. Die Ansteuerung ist hier so kurz, dass man selbst gegen den Strom andampfen könnte falls nötig. Bei wenig Welle kann sogar ohne weiteres von Terschelling aus abgekürzt werden. Ausserdem liegt Vlieland auf der Hälfte der Strecke Cux-Zeebrugge.
Ijmuiden ist einfach anzulaufen und zu verlassen für deine Generalrichtung. Zudem ist es mit Tragflächenboot bis Amsterdam und ab dort mit dem Zug auch gut angebunden für einen Ausflug nach Leverkusen.
Folgst Du weiter der Küste, dann lässt Du die Reden alle auf Stb, so dass Du Dich mit dem Verkehr dort nicht befassen brauchst. Zudem wirst Du die Ansteuerung Rotterdam etwa senkrecht kreuzen. Hier ist zwar Verkehr, den empfinde ich aber als erträglich, weil es entweder rein oder raus geht. In einer halben Stunde ist der Abschnitt gut zu passieren.
Roompotsluis habe ich stets auf dem Schirm gehabt als Möglichkeit Kräfte zu sammeln, aber bislang noch nicht angelaufen.
Bei der Querung des Scheldedeltas hatte ich den Eindruck stets auf mehr Verkehr achten zu müssen als auf NOK, Elbe oder vor Rotterdam, weil hier der Verkehr drei Richtungen folgt.
Zeebrugge ist ein Scheunentor. Anmeldung bei der Port Control nicht vergessen. Gerne auch mit 1h Vorlauf, um die Fahrt zu drosseln falls nötig. Ich hab schonmal vor dem Hafen gewartet, weil einer der Grossen das Becken brauchte zum drehen.
Beste Grüße
Michael

Think! It´s not illegal yet.

27

Sonntag, 24. Mai 2020, 03:02

Vieles von dem was zuvor gesagt wurde kann ich unterschreiben. Um Strecke zu machen würde meine persönliche Törnplanung grundsätzlich so vonstatten gehen:
  • für die persönliche Verfassung zunächst warm genug einpacken, denn wenn dir kühl wird zehrt es gleich an der Kondition
    in jedem Fall reichlich Getränke und einen Imbiss parat halten
    die Schläge auf max 36 Stunden planen inklusive der Ansteuerung
    zum Schlafen in Fahrt im Cockpit Wecker auf 20min stellen und angepickt bleiben
    ankern, sobald Du auf deinem Kurs weniger als 2kn gut machst
    ankern, wenn die Bedingungen es in der Nacht zulassen, das spart mindestens 3h im Vergleich zum Stop im Hafen eher mehr

zu Deinen Fragen im einzelnen:
  • Was meint ihr? Deutsche/Niederländische Küste, mit Ausnahme Einflugschneise Rotterdam, Übernacht solo machbar oder dringlichst von abzuraten?
    Ist nach meiner Auffassung machbar. Die Ankergründe vor den friesischen Inseln sind klasse. Auf 5-7m Sand mit wenig Gefälle + elektronische Ankerwache schlafe ich so tief, wie es die Bewegungen des Bootes zulassen.

  • Lieber einen Tag länger aber dafür in großem Bogen, schön über die offene Nordsee?
    Die schlechtere Wahl zu küstennah finde ich, da sofern doch ein Stop erforderlich wird mindestens mal 5 Stunden rum sind bis die Leinen fest sind.

  • Oder Stehende Mastroute und gemütlich in Tagesetappen durch?
    Für Urlauber schön, aber für die Überführung sind das 4-5 Tage extra.

  • Und dann noch die eingangs erwähnte Frage. Wie hats das erste mal bei euch geklappt? So nervös dass man eh die ganze Nacht durch die Ohren so weit spitzt dass an Schlaf eh nicht zu denken ist?
    Aus der ersten Nacht überwiegen die neuen Eindrücke: Verkehr an der Lichterführung erkennen, beleuchteten Fahrwassern folgen, Leuchtfeuer kommen in Sicht und wandern achteraus. Da Du in der Mitte des Sommers fährst kannst Du auch auf leuchtendes Plankton hoffen obendrein wird es vor 22h nich dunkel und zwischen 5 & 6 Uhr ist schon Sonnenaufgang. Also rechne mal nicht mit Schlaf in der ersten Nacht.


Mein Fazit:
Es ist machbar. Cux - Zeebrugge sind 300 sm. Das sind ohne stop rund 60h.
Solo würde ich in Cux in der zweiten Hälfte der Nacht starten bereits 1h bevor der Ebbstrom einsetzt. Ankunft Vlieland wäre dann etwa Mittags am nächsten Tag. Schlafen und erneut starten in der zweiten Hälfte der Nacht. Ankunft Zeebrügge ebenfalls Mittags am nächsten Tag. So liegt die Strecke dann nach 3 1/2 Tagen im Heckwasser.
Beste Grüße
Michael

Think! It´s not illegal yet.

Beiträge: 1 597

Wohnort: Berlin

Schiffsname: SKOKIAAN

Bootstyp: Moody Eclipse 33

Heimathafen: Ueckermünde

Rufzeichen: DJ3239

  • Nachricht senden

28

Sonntag, 24. Mai 2020, 20:22

Das klingt sehr plausibel. Und Zeebrugge kann man bei jedem Wetter und jeder Tide anlaufen, nur aufpassen: starker querlaufender Strom.
Und so kann es auch weitergehen, mit Stationen in Boulogne (Ankern im Vorhafen), Dieppe, Le Havre, usw.

Die Stehende Mast-Route muss man nicht in Gänze fahren: Von Lauwersoog bis Harlingen bringt auch eine Menge und hält nicht so lange auf.

Handbreit, Skokiaan

  • »S/V Serenity« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 817

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

29

Sonntag, 24. Mai 2020, 21:45

An Alle, vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Auch insbesondere @Montecore , das hilft mir sehr, danke! Klingt für mich absolut plausibel und diese Variante ist auch denke ich ganz nach meinem Geschmack :-)

Entschuldigt dass ich nicht im Detail auf alle Antworten eingehen konnte, aber jetzt habe ich so viel Material, dass ich mich schön mal 2 Abende hinsetzen kann um mir eine Törnmappe für diese Etappe zusammensammeln kann.

Schönen Abend und Gruß,
/Marco

Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
"There is no place, I can be, since i've found Serenity"

acer99

Bootsmann

Beiträge: 150

Wohnort: Düsseldorf

Bootstyp: Ovni 365

Heimathafen: Bruinisse

Rufzeichen: DB7596

  • Nachricht senden

30

Montag, 25. Mai 2020, 10:58

Auch wenn hier schon viel Richtiges geschriben wurde, noch meine 2 Cent dazu: Es ist auch eine Wetterfrage (wer hätte das gedacht). Die Küste runter ist meist etwas zäh, wenn typische Wetterlage mit Wind aus S-SW. Bei der erforderlichen Kreuzerei ist das Finden eines Schlaffensters schon schwierig, hinzu kommt, dass man in dem KleinKlein zwischen Texel und Calais dauernd irgendwo reinfährt...Ankerzonen, Einflugschneisen von Rotterdam, Westerschelde, Zeebrügge etc etc inkl. Windparks, Ankergebiete, Lotsenstrecken. Und wenn mal Ruhe ist, wird man von irgendeiner Coastguard angefunkt und gefragt, ob man schmuggelt.

Kurz: Gerade in dem Gebiet kann und sollte man so fahren, dass man nicht zwingend auf Schlaf angewiesen ist

31

Montag, 25. Mai 2020, 12:04

Ich finde eine weitere Alternative bedenkenswert:

Anstatt die Zeit bei Familie und Behördengängen in einem Block zu nehmen, würde ich losfahren, Strecke machen und dann meine Fahrt zu passenden Gelegenheiten unterbrechen, um die Familie oder die Behörden zu besuchen. Mal die Coronaproblematik außen vor gelassen, kommt man von fast jedem Ort in Europa mit überschaubarem Aufwand innerhalb kürzester Zeit nach Deutschland, um Familie und Behörde zu besuchen.

Der Stress, mit dem Boot zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein zu müssen/wollen, ist nicht zu unterschätzen und hat schon mehreren Reisenden die Fahrt versaut bzw teilweise Risiken eingehen lassen, die über ein vertretbares Maß hinaus gingen.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass man auf den Hin- und Rückreisen aus den heimischen Gefilden noch Ersatzteile etc. mitnehmen kann. Denn zumindest bei mir, ging am Anfang der langen Fahrt immer etwas kaputt, was im Ausland schwer zu beziehen war.
kuckstu hier:

Paikea.eu

F28

Salzbuckel

Beiträge: 3 094

Schiffsname: Rike

Heimathafen: Colijnsplaat

  • Nachricht senden

32

Montag, 25. Mai 2020, 12:16

Schlafen bei einer Fahrt durch die südwestliche Nordsee (vor allem in Küstennähe)??
Aus meiner Sicht schlicht unmöglich. Denn irgendwas muss man immer im Blick behalten: VTG's, Windparks, Reedegebiete, Offshore-Plattformen, Quer-Verkehr aus den Mündungen, und und und...
Dazu noch die Fischer, die GuardVessels der Windparks oder von irgendwelchen temporären Baustellen (die aber meist per NAVTEX angekündigt werden).
Oder auch eine CoastGuard, die sich für den fehlenden Maschinenkegel oder den Inhalt der Kombüsen-Schapps interessiert.
Und natürlich die Sandbänke, grade vor der belgischen Küste.
Ich jedenfalls wüsste nicht, wie man sich zwischen Texel und Dover mal mit gutem Gewissen in die Koje legen könnte, wenn sonst niemand Wache hält.
Und das gilt alles schon bei ruhigem Wetter, bei ruppigem Wetter (was in diesem Gebiet eher die Regel als die Ausnahme ist), sieht das nochmal anders aus.

Nein, ein bisschen Ruhe kehrt erst ein, wenn man Dover hinter sich gelassen hat. Der Englische Kanal ist schon deutlich ruhiger als die südwestliche Nordsee. Dort muss man "nur" noch auf die zahlreichen Kanalfähren achten, und die Lobster Pots natürlich.
Gruß
F28

lelyboot

Admiral

Beiträge: 832

Bootstyp: Hallberg Rassy 31

Heimathafen: Lelystad Flevo Marina

  • Nachricht senden

33

Montag, 25. Mai 2020, 13:08


Ich jedenfalls wüsste nicht, wie man sich zwischen Texel und Dover mal mit gutem Gewissen in die Koje legen könnte, wenn sonst niemand Wache hält.

So viel anders ist das zwischen Cuxhaven (idealerweise auf der falschen Seite fahrend) bis zur Weser/Jade Mündung und anschließend bei Borkum die Ems Mündung nun auch nicht. Da sollte man schon wach sein und bleiben.

F28

Salzbuckel

Beiträge: 3 094

Schiffsname: Rike

Heimathafen: Colijnsplaat

  • Nachricht senden

34

Montag, 25. Mai 2020, 13:12

So viel anders ist das zwischen Cuxhaven (idealerweise auf der falschen Seite fahrend) bis zur Weser/Jade Mündung und anschließend bei Borkum die Ems Mündung nun auch nicht. Da sollte man schon wach sein und bleiben.

Diese Strecke bin ich bisher erst 2 mal gefahren, daher wollte ich mich zu diesem Gebiet hier nicht äußern.
Beim ersten Mal heftiges Gewitter irgendwo nördlich der ostfriesischen Inseln über mehrere Stunden
Beim zweiten Mal ruhiges Wetter, aber Maschinenausfall nördlich von Borkum, wo ich einen Teil der Nacht heftig schraubend im Maschinenraum verbracht habe, bis der Bock wieder lief.
Irgendwas ist immer.... nur zum Schlafen kommt man dort offenbar nicht.
Gruß
F28

lelyboot

Admiral

Beiträge: 832

Bootstyp: Hallberg Rassy 31

Heimathafen: Lelystad Flevo Marina

  • Nachricht senden

35

Montag, 25. Mai 2020, 13:38

Nein, da sollte man schon sehr wachsam sein; gerade erst letzte Woche von Bremerhaven nach Vlieland gesegelt.

  • »S/V Serenity« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 817

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

36

Montag, 25. Mai 2020, 14:41

Überzeugt :-)

Je nach Wetter werde ich versuchen die Schläge auf bis zu 36 Stunden auszudehnen und dann mal schauen wo ich lande. Aus dem "Schlafe"n mache ich "Ruhen" und sporge dafür dass alle meine Lieblingsspeisen, Getränke und Playlists griffbereit im Cockpit liegen.

Das ist eh mein Ding. Ich kann mich gern auch mal ein bisschen prügeln. Wenn ich merke es reicht nicht habe ich jetzt gute Infos zu den leichter erreichbaren Ausweichhäfen.

Und noch kurz zum Thema Zeitdruck. Der ist ja selbstgemacht. Und so ein genauer Planer bin ich auch nicht. Wenn ich nur 15 Tage statt 20 in der Heimat habe, dann ist das so. 20 wären nur schöner :-)

Vielleicht, überlege gerade, wie auch schon vorgeschlagen einen Monatsliegeplatz in der Marina Seaport zu benutzen. Da bin ich mit 330 € dabei. Das ist so verkehrt nicht.
/Marco

Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
"There is no place, I can be, since i've found Serenity"

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 332

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

37

Mittwoch, 27. Mai 2020, 08:18

Hab mich jetzt nicht im Detail durch den ganzen Thread gelesen, aber auch mein Mostrich noch dazu (auch wenn es nicht viel ist). Die Menschen und - ja, auch Skipper sind welche - haben sehr unterschiedliche Schlafmodi. Manche können einige Tage durchweg wach bleiben, andere pennen 16 Stunden am Tag durch wie tot.
Über AIS und 10min-Backwecker wurde sicher schon geschrieben. Ich finde Nachtfahrten faszinierend, aber über mehrere Tage, dass ist ja nicht nur mal eine Nacht durchfahren und eine echte Challenge. Ich wünsche Dir gutes Gelingen dafür.
Den häufig gegebenen Tipp mit überdosierten, Koffein und weißderkuckuck-haltigen Getränken halte ich für gefährlich. Irgendwann holt sich der Organismus den Schlaf, den er braucht und dann hängt man mit dem Rigg am Anker von irgendeinem großen Pott. Besser ist es vielleicht, das "Kurzschlafen" im Vorfeld etwas zu trainieren bzw. auch auszuprobieren für sich selber. Der Guido Dwersteg hat das ganz gut beschrieben in seinem Buch "Einhand um den Atlantik". Sehr empfehlenswert in dem Zusammenhang.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

38

Mittwoch, 27. Mai 2020, 09:26

Moin,

super Infos :ok:

Auch das mit dem ankern paßt für mich, nur wo finden sich Ankerplätze auf der angesprochenen Strecke?

ankern, wenn die Bedingungen es in der Nacht zulassen, das spart mindestens 3h im Vergleich zum Stop im Hafen eher mehr
Gruß Reneko

wer rächtschreibfähler findet, darf sie behalten :-)

  • »S/V Serenity« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 817

Wohnort: Odense

Bootstyp: Jeanneau Fantasia 27

Heimathafen: Bogense Marina

Rufzeichen: Serenity

  • Nachricht senden

39

Mittwoch, 27. Mai 2020, 09:26

Guido Dwersteg


Guter Mann, aber wach habe ich den noch nie erlebt :-D
/Marco

Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
"There is no place, I can be, since i've found Serenity"

Edi

Proviantmeister

Beiträge: 278

Wohnort: Köln

Schiffsname: Paloma

Bootstyp: Najade 930 DL

Heimathafen: Schokkerhaven / Nagele

Rufzeichen: DJ5529

  • Nachricht senden

40

Mittwoch, 27. Mai 2020, 09:59

Guido Dwersteg


Guter Mann, aber wach habe ich den noch nie erlebt :-D

:D :gooost:
Viele Grüße von der Paloma :segeln:

Marktplatz ;)

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 1 943   Hits gestern: 0   Hits Tagesrekord: 12 076   Hits gesamt: 5 545 750   Hits pro Tag: 2 402,32 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 11 468   Klicks gestern: 1   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 42 891 073   Klicks pro Tag: 18 579,67 

Kontrollzentrum