Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen [x]

Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

1

Sonntag, 2. August 2020, 01:01

Wann sollte man den Anker neu einfahren?

Ich bin (noch) kein erfahrener Ankerer, möchte jedoch auf den nächsten Törns häufiger mal den Hafen meiden und ankernd die Nacht verbringen.
Dabei habe ich jedoch eine Frage, auf die ich bislang keine Antwort gefunden habe:
Folgende Situation: Ich komme an meinen Ankerplatz bei mäßigem Wind aus Nord, 5 Meter Wassertiefe, sandigem Grund, fahre meinen Anker ein und gebe ca. 25-30 Meter Kette. (Bug und Anker liegen Richtung Nord).
Der Anker ist gut eingegraben und slippt nicht. Nach einiger Zeit dreht jedoch der Wind langsam von Nord auf Nordwest und dann weiter Richtung West.
Meine Frage: Ab wieviel Grad Änderung zur ursprünglichen Windrichtung sollte man den Anker lieber einholen und neu ausbringen um wieder sicher zu ankern? Wie sind eure Erfahrungen?

kutt

Proviantmeister

Beiträge: 310

Schiffsname: Selene

Bootstyp: Dufour 4800

Rufzeichen: DATE

MMSI: 211757050

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 2. August 2020, 01:15

Spontan würde ich sagen: Nie

Würde man ja irre werden, wenn man im Tidenstrom ankert und alle 6h neu ankern muß ;)

Ich muß dazu aber auch noch sagen: Es gibt Anker, die ausbrechen und sich dann nur sehr wiederwillig neu eingraben. Die zieht man dann x Meter über den Grund und mit etwas Glück holt man dann einen halben Kubikmeter an Seegras mit hoch :)

ArAl

Seebär

Beiträge: 1 223

Wohnort: Lünen (bei Dortmund)

Schiffsname: Elas

Bootstyp: Beneteau Oceanis 44 CC

Heimathafen: Flensburg, Liegeplatz: Murter

Rufzeichen: DLKU

MMSI: 211810580

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

3

Sonntag, 2. August 2020, 02:17

Ab wieviel Grad Änderung zur ursprünglichen Windrichtung ...

Das kommt auf viele Parameter an.

Wenn es aber sehr eng ist und ich schon beim Drehen des Windes handeln muss, stelle ich in meiner Anker-App "Anchor Sentry" den Schwojkreis so klein ein, dass mich die App sehr früh weckt. So bekomme ich schon einen Alarm, wenn der Wind z.B. um mehr als 20° dreht.

Beiträge: 1 770

Wohnort: Hamburg

Schiffsname: Sioned

Bootstyp: Amel Maramu 46

Heimathafen: Hamburg

Rufzeichen: DFRL2

  • Nachricht senden

4

Sonntag, 2. August 2020, 08:07

Pauschal kann man das nicht beantworten. Bis zu neunzig Grad in beide Richtungen mache ich mir da keine Sorgen. Bei wenig Wind ist es auch egal und bei viel Wind aus der Gegenrichtung muss ich i.d.R sowieso den Ankerplatz wechseln.

@ArAl: Du kannst für den Fall auch 1 oder 2 Verbotszonen einrichten, wenn du den Swojkreis begrenzen willst.

ArAl

Seebär

Beiträge: 1 223

Wohnort: Lünen (bei Dortmund)

Schiffsname: Elas

Bootstyp: Beneteau Oceanis 44 CC

Heimathafen: Flensburg, Liegeplatz: Murter

Rufzeichen: DLKU

MMSI: 211810580

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

5

Sonntag, 2. August 2020, 08:19

Du kannst für den Fall auch 1 oder 2 Verbotszonen einrichten, wenn du den Swojkreis begrenzen willst.

Ja, genau so mache ich das und brauche auch keine trigonometrischen Funktionen und Grad und Winkel.

Mit den Verbotszonen "male" ich mir meinen Ankerplatz, auch um z.B. anderen Ankerliegern nicht zu nahe zu kommen, die sich manchmal (nicht clever) in meinen möglichen Schwojkreis legen.

6

Sonntag, 2. August 2020, 08:26

5m ist für die Ostsee reichlich tief. Bei 1 ,90 Tiefgang gehe ich möglichst auf 3m Wt. Bei einem langsamen Wechsel der Windrichtung sollte sich der Anker alleine eingraben. Vorrausgesetzt guter Anker + 3-5-fache Kettenlänge.

Böse kann der plötzliche Winddreher werden. Gewitterbö oder so. Dann hat der Anker keine Zeit sich in ruhe einzugraben.
In der dän. Südsee mußt du jetzt nach Platz suchen. Schau einfach wie andere das machen.

7

Sonntag, 2. August 2020, 08:49

Wir hatten mal einen, einen Testsieger, bei dem war bei etwa 30° Ende. Bei einem anderen ähnlich. Man kann Glück haben, es kann langsam gehen, aber wenn nicht ist das schlecht. Ich bin auf Anker umgestigen, die ich überhauot nicht einfahren muss. Das bezahle ich zwar mit reduzierter Haltekraft, gleiche es aber mit der "passenden" Größe aus.

Beiträge: 1 770

Wohnort: Hamburg

Schiffsname: Sioned

Bootstyp: Amel Maramu 46

Heimathafen: Hamburg

Rufzeichen: DFRL2

  • Nachricht senden

8

Sonntag, 2. August 2020, 09:20

Leute, bitte vergesst das mit dieser unsäglichen 3fachen Kettenlänge. Unter 5fach ist bestenfalls zum Kaffetrinken bei Flaute geeignet, nicht zum nachts ruhig schlafen bei Wind.

@Moderboot: Der Ankergrund spielt dabei natürlich auch eine entscheidende Rolle. Wenn das z,b. weicher Schlick ist, kann ich mir gut vorstellen, dass der Anker sich da rausdrehen kann.

Was für Wunderteil hast du nun, das du nicht einfahren musst?

9

Sonntag, 2. August 2020, 09:51

Kein Wunderteil. Zu den Wunderteilen zähle ich all die, die mit mit minimalem Gewicht maximale Haltekraft versprechen und die unter Testbedingungen auch halten.

Ich habe zwei Draggen. Eine mit spitzen Flunken und eine mit breiten Sandflunken. Wo man die heute kaufen kann, weiß ich nicht. Die üblichen Faltdraggen sind derart lausig verarbeutet, dass ich da nichts dranhängen würde. Der mit den Sandflunken ist wahrscheinlich Eisenguss und mindestens 80 Jahre alt.

Beide Anker haben auch einzeln schon unter Bedingungen gehalten, unter denen andere nachts mit Motor weggefahren sind, weil sie ihren nicht eingefahren bekamen. Schlick, Seegras, Sand sind optimale Ankergründe. Lediglich auf sehr grobem Kies mit etwa faustgroßer Korngröße gibts schon mal Probleme, aber da geht nur einer gut, den ich hier mal weglasse und weglassen werde, weil er für Yachten zu schwer ist und auf kleinen Booten zu unhandlich - von der Optik ganz zu schweigen.
Viele orientieren sich zwar daran, was Schiffe denn so fahren, aber ein Anker von ein paar Tonnen gehorcht ja ganz anderen Gesetzmäßigkeiten als ein Ankerchen, dessen Gewicht in Kilo gemessen wird. Der mit den spitzen Flunken ist jedenfalls mein ultimativer Penetrator, bei dem alles weich wird. Der andere hat auf weichem Grund mehr Grip.

Beiträge: 1 770

Wohnort: Hamburg

Schiffsname: Sioned

Bootstyp: Amel Maramu 46

Heimathafen: Hamburg

Rufzeichen: DFRL2

  • Nachricht senden

10

Sonntag, 2. August 2020, 10:02

Ja, mit spitzen Flunken hast du natürlich auf Gras gegenüber allen anderen handelsüblichen Ankern (und da schließe ich auch meinen Rocna mit ein) einen klaren Vorteil.
Wenn dann das Gewicht noch stimmt spricht da nichts dagegen.

Schließlich haben die guten alten Stockanker (und da konnte sich immer nur eine Flunke eingraben) jahrhunderte lang Schiffe sicher gehalten.
Ist vom notwendigen Gewicht her leider für die übliche Yachtgröße kaum geeignet, vom Handling ganz zu schweigen.

11

Sonntag, 2. August 2020, 10:11

Den Rocna gabs noch nicht, als ich mir meine jetzigen zugelegt hatte. Vielleicht steige ich ja doch noch mal um oder suche einen Drittanker.
Das Gewicht einer guten Dragge ist immer beachtlich. Die, die 2.3 to gut gehalten hat, jetzige 0.5 perfekt, hat vorher 6 to sehr mittelmäßig gehalten. Wiegt dennoch unter 20 kg. Das halte ich gleichzeitig für das Mindestgewicht, um die Flunken erstmal richtig in den Grund zu bringen.

ArAl

Seebär

Beiträge: 1 223

Wohnort: Lünen (bei Dortmund)

Schiffsname: Elas

Bootstyp: Beneteau Oceanis 44 CC

Heimathafen: Flensburg, Liegeplatz: Murter

Rufzeichen: DLKU

MMSI: 211810580

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

12

Sonntag, 2. August 2020, 10:29

Ich kann nur wieder auf den Test der YACHT verweisen, die 6 Anker auf Sand, Schlick und Geröll getestet haben.

Den Test haben die in der Flensburger Förde gemacht, ein Gebiet, das ich sehr gut kenne, auch wenn ich jetzt im Mittelmeer bin.

Gewonnen hat mit gewissem Abstand der Palstimo Kobra 2:
https://youtu.be/w72McSHIrzk

Ich habe den Kobra 2 mit 25 kg, auch wenn für mein Boot 14 kg ausreichen sollen.

Zum eigentlichen Thema:
Jeder kann ja mal selbst mit seinem Anker testen, wie er sich verhält, wenn er in die entgegengesetzte Richtung fährt.

Ich habe das selbst auch mal gemacht, aber nur auf gutem Ankergrund. Dort hat sich mein Kobra 2 nach wenigen Metern wieder eingegraben.

Auf jedem anderen Ankergrund muss sowieso getestet werden und, was ich gerne mache, auch getaucht werden, um sicher zu sein, dass der Anker sich nicht nur kurzzeitig verhakt hat, aber sonst nicht richtig hält.

Hier auch noch 2 kompakte Informationen:
richtig ankern: https://www.plastimo.com/media/catalog/p…e_anchoring.pdf
Anker, Kette, Tau: https://www.plastimo.com/media/catalog/p…basic_rules.pdf

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »ArAl« (2. August 2020, 10:46)


Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 621

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

13

Montag, 3. August 2020, 08:01

Das kenne ich von meinem Revier auch. Der Sturm kommt aus NO irgendwann (auch in der Nacht) und vorher war meist NW-Wind. Besonders in kleinen Buchten muss man sich schon gut überlegen, an welcher Stelle man überhaupt ankert.
Am Abend lässt meist der Wind nach oder flaut sogar ab. Dann ankern wir um, so dass das Eisen für den Sturm passend liegt.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

14

Montag, 3. August 2020, 08:48

Ich bin (noch) kein erfahrener Ankerer, möchte jedoch auf den nächsten Törns häufiger mal den Hafen meiden und ankernd die Nacht verbringen.
Dabei habe ich jedoch eine Frage, auf die ich bislang keine Antwort gefunden habe:
Folgende Situation: Ich komme an meinen Ankerplatz bei mäßigem Wind aus Nord, 5 Meter Wassertiefe, sandigem Grund, fahre meinen Anker ein und gebe ca. 25-30 Meter Kette. (Bug und Anker liegen Richtung Nord).
Der Anker ist gut eingegraben und slippt nicht. Nach einiger Zeit dreht jedoch der Wind langsam von Nord auf Nordwest und dann weiter Richtung West.
Meine Frage: Ab wieviel Grad Änderung zur ursprünglichen Windrichtung sollte man den Anker lieber einholen und neu ausbringen um wieder sicher zu ankern? Wie sind eure Erfahrungen?

Langsame Änderungen der Belastungsrichtung des Ankers sind meist kein Problem, wenn der Anker ordentlich eingegraben war. Der Anker folgt der Belastungsrichtung und gräbt sich wieder neu ein. Aber: Das hängt auch von der Grundbeschaffenheit und vom Ankertyp ab, so ganz pauschal lässt sich das nicht beantworten.
Bist Du Dir unsicher, ob der Anker noch hält: Prüf die Peilung.

Es spricht auch nichts dagegen, das erneute Eingraben mit etwas Maschine zu unterstützen. Du kannst auch gerne mit höherer Motordrehzahl testen, ob der Anker bei weiter zunehmendem Wind noch hält. Ist das nicht der Fall, wirst Du den Anker neu legen bzw. Dir einen anderen Ankerplatz suchen.



Gruß Ralf

15

Montag, 3. August 2020, 09:17

Spontan würde ich sagen: Nie

Würde man ja irre werden, wenn man im Tidenstrom ankert und alle 6h neu ankern muß ;)

Ich muß dazu aber auch noch sagen: Es gibt Anker, die ausbrechen und sich dann nur sehr wiederwillig neu eingraben. Die zieht man dann x Meter über den Grund und mit etwas Glück holt man dann einen halben Kubikmeter an Seegras mit hoch :)

Sehe ich auch so, mache ich auch so. Im Tiderevier ist der Untergrund fast immer Sand/Schlick. Da hat mein Delta bislang immer sofort gehalten. 10kg/4to
Auch ansonsten dreht der Wind ja nicht so schnell wie die Tide.
Ankeralarm an und gut ist....

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 621

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

16

Montag, 3. August 2020, 14:41

auf den nächsten Törns häufiger mal den Hafen meiden und ankernd die Nacht verbringen

Verstehe ich gut. ;) In welchem Revier wäre das denn @freshpy: ?
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

Kokopelli

Kap Hornier

Beiträge: 11 127

Schiffsname: Ich bin Mitsegler

Bootstyp: Keins

  • Nachricht senden

17

Montag, 3. August 2020, 15:44

Du solltest mal am Morgen nach einer Ankernacht deine Kette entlang schnorcheln bis zum Anker. Du siehst dann die Schleifspuren des Ankers am Grund. Sehr häufig, wenn du ausreichend Kette gesteckt hast, wirst du sehen, dass einige Meter der Kette vor dem Anker überhaupt keine Schleifspuren hinterlassen haben. Das heißt, dass deine Kette nie gespannt war. Das hab ich schon bei Fallböen beobachten können in denen das Boot mehrfach um 360° geschwoit ist.
Gruß, Klaus

kutt

Proviantmeister

Beiträge: 310

Schiffsname: Selene

Bootstyp: Dufour 4800

Rufzeichen: DATE

MMSI: 211757050

  • Nachricht senden

18

Montag, 3. August 2020, 16:20

Da hier in Bequia die Bucht recht leer ist ankert jeder direkt zwischen den Mooringtonnen ;) Weils halt billiger ist...

ca. 2m hinter meinem Heck ( :D ) ömmelt nun seit gut 2 Wochen ein Mooringball hin und her. Kann man gut sehen, daß der Anker hält. Es kommen immer mal kleine Tiefdruckzellen, die das Schiff 180° rumgedreht haben und die Spuren der Kette sind 360° um den Anker zu sehen. Ich hab keine Ahnung wie oft es den Rocna mittlerweile aus- und wieder eingegraben hat. Der beißt sich aber auch gut fest... wieder und wieder und wieder.

Ach ja: Wassertiefe 2,8m und 30m Ketter. Mehr geht leider nicht, da wir dann ständig über die Mooringtonnen poltern würden ;) Grund ist Seegras mit ein paar offnen Feldern, die aus Sand und abgestorbenen Korallen bestehen.

Wie gesagt ... so lange der Anker hält und die Kette sich nicht um irgendewelche Fundamente, Motorblöcke, Grundanker o.ä. wickelt ankert hier keiner um ;)

19

Montag, 3. August 2020, 16:35


Verstehe ich gut. ;) In welchem Revier wäre das denn @freshpy: ?


Wir sind derzeit auf der Ostsee unterwegs

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 11 621

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

20

Dienstag, 4. August 2020, 06:08


Verstehe ich gut. ;) In welchem Revier wäre das denn @freshpy: ?

Wir sind derzeit auf der Ostsee unterwegs

Da habt ihr zumindest mal fast überall in Küstennähe eine gute Ankertiefe und guten Ankergrund. Und keine nennenswerten Gezeitenströmungen. Da würde ich mir auch keine Sorgen machen, dass sich der Anker allein wieder eingräbt beim Schwojen. Bei Starkwind würde ich ihn trotzdem gut einfahren.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

Ähnliche Themen

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 82   Hits gestern: 3 053   Hits Tagesrekord: 12 076   Hits gesamt: 5 746 891   Hits pro Tag: 2 412,93 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 497   Klicks gestern: 18 880   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 44 202 580   Klicks pro Tag: 18 559,2 

Kontrollzentrum