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Seaskip

Admiral

Beiträge: 847

Wohnort: Eckernförde

Bootstyp: Sirius 32 DS

Heimathafen: Eckernförde

Rufzeichen: DB3216

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21

Sonntag, 18. Oktober 2020, 10:07

1. Muss man üben!
2. Nicht zaghaft mit dem Gashebel sein
3. Zu Beginn das Ruder in Richtung Land, damit das Schraubenwasser beim absetzen hilft (im NOK dauert das länger wegen der Schwimmbrücke, aber geht auch dort)
4. Das Manöver wird mit Ruder und Leine gefahren, also Maschine ordentliche Fahrt voraus und dann so lassen
5. Die Leine sollte mindestens 1/2 Bootslänge entfernt landseitig befestigt werden - je weiter weg desto einfacher, benötig aber auch mehr Platz. Je kürzer die Leine, desto mehr Power ist erforderlich
6. Damit es keine Schwierigkeiten mit der Leine gibt, diese vorher nochmal sauber vorbereiten und am Besten kein geschlagenes Tauwerk nehmen
7. Den Tipp mit der Mittelklampe kann ich nicht befürworten, da hierbei das Heck mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Kontakt zum Steg sucht - seeseitige Heckklampe erspart das umfangreiche abfendern und der schlechtere Winkel wird mit mehr Maschinekraft ausgeglichen
8. Nicht zaghaft sein! Je mehr Wind, desto mehr Power - wenn man dann frei ist, dann kann man mit ein wenig Übung ganz bequem eine feste Position halten und die Leine los werfen.




zu Deinem 7)
Miteleklampe ispielt ihren Vorteil aus wenn das Boot schon vom Steg etwas weg ist und sich vom Steg wegdreht.
Bis das soweit ist, "merkt" der Hebelarm garnicht, dass er an der Mittelklampe angreift, da die Leine über den Rumpf am Heck gelenkt wird.
Abfendern ist aber angesagt. egal wo die Leine angelegt wird

Grundsätzlich ist der Erfolg des Manövers stark abhängig von der Rumpfform des Bootes.

unten Bild ais Wikipedia, die das Kräftedreieck darstellt.
»Seaskip« hat folgende Datei angehängt:

pf

SF-Schiffsbarde

Beiträge: 6 053

Bootstyp: Jeanneau 349

Heimathafen: Lemmer

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22

Sonntag, 18. Oktober 2020, 10:16

Jo, beim Engen hintereinanderliegen nicht praktikabel.

Ich hab ja seit kurzem ein Boot mit Doppelruder. Da geht vorwärtsablegen auch ohne Seitenwind schon nicht normal. Da muss ich erst ein Stück rückwärts, um frei zu kommen. Dazu ist aber in Holland in Häfen oder an Wartesteigern seltenst Platz.

Da ich das geahnt hatte und schwerpunktmäßig aktuell alleine unterwegs bin, hilft zur Vermeidung unnötiger Aufregung tatsächlich ein Bugstrahlruder.

Mit modernen Rissen wie meinem, die von der Mitte bis hinten praktisch geradlinieg sind, also das Heck nicht schmaler ist, ist das mit dem Eindampfen in die Achterspring auch nur sehr begrenzt...
Sailing is Boundless freedom.

Peter


www.sy-boundless.net

Kokopelli

Kap Hornier

Beiträge: 10 780

Schiffsname: Ich bin Mitsegler

Bootstyp: Keins

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23

Sonntag, 18. Oktober 2020, 11:45

Dann kann man aber auch keine lange Achterleine legen, und die soll doch nötig sein.

Nein, so ganz lang wie im verlinkten Video muss die Leine nicht sein. Ein Winkel von ca. 45° ist ausreichend. Bin dieses Manöver selbst erfolgreich gefahren.
Gruß, Klaus

24

Sonntag, 18. Oktober 2020, 11:49

Dann kann man aber auch keine lange Achterleine legen, und die soll doch nötig sein.

Nein, so ganz lang wie im verlinkten Video muss die Leine nicht sein. Ein Winkel von ca. 45° ist ausreichend. Bin dieses Manöver selbst erfolgreich gefahren.
Das Manöver fahren wir auch ab und zu und es hat uns schon vor manchen Nächten an Stegen mit auflandigem Schwell bewahrt.
Wir müssen für das Manöver jedoch Nahe des Hecks sehr gut abfendern.
Jan

25

Sonntag, 18. Oktober 2020, 11:56

Die im Video gezeigte Hin-Her-Kurbelei ist ja fast schneller als die Reaktion des Bootes. Muß das so sein?

Kokopelli

Kap Hornier

Beiträge: 10 780

Schiffsname: Ich bin Mitsegler

Bootstyp: Keins

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26

Sonntag, 18. Oktober 2020, 12:01

Nein, muss nicht. Du legst beim Gasgeben zunächst das Ruder landwärts, damit dein Heck sich vom Steg löst, danach seewärts, dann schwingt das ganze Boot zunächst langsam herum. Je weiter du in den Wind kommst, geht die Drehung schneller. Wenn ausreichend frei, dann Ruder mitschiffs und Leine lösen. Fertig.
Gruß, Klaus

27

Sonntag, 18. Oktober 2020, 15:27

Zuerst landwärts ist mir klar. Vielleicht ist so ein Motorboot aber auch viel nervöser als wir es uns als Segler mit Kiel vorstellen können.

grauwal

Lotse

Beiträge: 1 619

Schiffsname: lebhaft

Bootstyp: Aquanaut 1000

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28

Sonntag, 18. Oktober 2020, 18:40

........ Vielleicht ist so ein Motorboot aber auch viel nervöser als wir es uns als Segler mit Kiel vorstellen können.


Nein, sicher, nervös sind sie nicht, nur der Skipper :).
Wir fahren mit einer cumbersome33 :), ich kann Dir versichern, die Dosen sind nur mit solchen oder ähnlichen Manövern zu handhaben, oder eben mit Querstrahlrudern.

Gute Lektionen kann man bei der Braunen Flotte lernen. Diese 100t-Tröge werden von ihren Crews millimetergenau hantiert, ohne Bugstrahlruder(!). Dieses Niveau ist für uns unerreichbar, aber immerhin, das hier vorgestellte Manöver ist ein guter Hinweis, aber kein Allerweltheilmittel. In der Schleuse klappt es wegen zu geringen Abständen nicht, und in den NOK-Schleusen gar nicht, weil sich der Fender unter dem runden Heck direkt auf die treibenden Reibhölzer legt. Außerdem wäre der Schleusenwärter stumm vor Glück wenn er seine Schleuse nicht leer bekommt.
Falls es zwischen den relativ hohen Schleusenmauern zu solch schwierigen Situationen kommen sollte (bisher nie), kann man in die Vorspring eindampfen um das Heck von der Mauer weg zu bekommen, wobei man die steile Bordwand am Bug der Segler noch halbwegs gut abfendern kann.

Gruß Franz
halber Wind reicht völlig

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »grauwal« (18. Oktober 2020, 19:29)


29

Montag, 19. Oktober 2020, 10:14

Um auf die Schleusen, speziell und weil explizit gefragt den NOK zurückzukommen:
Solche betulichen Ablegemanöver sind dort kaum vorstellbar, wenn die Schleuse voll ist und wenn sie erst eingeleitet würden, wenn sich das Tor öffnet.
Und erst recht nicht, wenn auch "Große" in der Schleuse liegen, denn die Sportboote laufen vor denen aus und man erwartet, dass dies zügig geschieht.

Liegen wenig Boote in der Schleuse und beginnt man das Manöver rechtzeitig z. B. wenn das Warnsignal vor dem Auffahren der Schleusentore ertönt, kann man das schon machen.
Unter slcheren Bedingungen kann man bei starkem Seitenwind aber auch gleich auf der Luvseiteanlegen, was im Grunde auch (fast) alle so handhaben.

Was auch richtig ist: man macht in den NOK-Schleusen nicht an Schwimmstegen fest, sondern an Fendern für die Großschiffahrt. Deshalb sind sie wie sie sind. Wenn Fender beim Ablegen nicht wirksam sind, sind sie es bei auflandigem Wind auch nicht zum Abfendern des Bootes. Die Fender rutschen einfach nach oben aus. Zwar reduzieren die nassen Reibhölzer die Gefahr von Macken im Gelcoat, aber an einigen Stellen kann man auch mal Bolzenköpfen nahekommen - vor allem wenn ein Rundspantboot etwas auf die Reibhölzer rutscht. Auch dies ist ein Grund, warum bei auflandigem Wind eigentlich niemand einen Platz auf der Schleusenleeseite auswählt.

Für den NOK und vergleichbare Schleusen (beidseitige Anlegemöglichkeiten, durch Mauern eingefasst) halte ich die Fragestellung daher nicht für alltagsrelevant - man kann das Problem mit etwas Vorausschau dort schlicht umgehen.

Zu Strömung in NOK-Schleusen: ja die kann es v. a. in Brunsbüttel geben - ich habe sie aber noch niemals als dramatisch wahrgenommen. Dass das Einlaufen in eine offene Schleuse aus Strömungsgründen gesperrt sein sollte, überrascht mich. Ich würde dies nur glauben, wenn dies vom Schleusenmeister im Gespräch bestätigt worden sein sollte, ansonsten neige ich eher zur Annahme einer Fehlinterpretation.


Gruß
Andreas

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