Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen [x]

Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

  • »Herr B.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 73

Wohnort: vorhanden

Bootstyp: Privilege 37

  • Nachricht senden

1

Dienstag, 31. Dezember 2019, 18:07

UST Nachweis fragwürdig

Moin auch,
kurz vorm Jahreswechsel mal etwas interessantes bzgl. EU Umsatzsteuer Nachweis. Genaueres bitte im aktuellen Boote Magazin nachlesen.

Auszug:

Zitat

Eine Rechtsgrundlage um als Zollbehörde einen expliziten Versteuerungsnachweis für innerhalb der EU befindliche Boote zu verlangen existiert nicht. Grundsätzlich gelten alle im Zollgebiet der EU befindlichen Waren als Unionswaren, sofern nicht von der Steuerbehörde das Gegenteil nachgewiesen wird.


Heißt eigentlich nichts anderes als dass es ja so ist, jeder Gewerbetreibende und auch auch der Bund muss seine Rechnungen für 10 Jahre aufbewahren. Für Privat gibt es das sowieso nie. Das FA ist in der Beweispflicht dir nachzuweisen dass du die UST nicht abgeführt hast.

Munter bleiben und guten Rutsch
"Manchmal habe ich den begründeten Verdacht, dass sich das wahre Leben weit unter meinem Niveau abspielt."
(Cora von Ablass-Krause)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Herr B.« (31. Dezember 2019, 18:36)


la paloma

Salzbuckel

Beiträge: 8 816

Schiffsname: Jenny N

Bootstyp: Salona 37 RK

Heimathafen: Mönkeberg

  • Nachricht senden

2

Dienstag, 31. Dezember 2019, 18:41

Titel:

Das Ende einer Legende?

Das ? wäre dann noch zu einem ! zu machen.

Bin gespannt :)
Gruß
Arne

  • »Herr B.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 73

Wohnort: vorhanden

Bootstyp: Privilege 37

  • Nachricht senden

3

Dienstag, 31. Dezember 2019, 19:02

Schielt man mal in sein Inneres und fragt sich...ich kaufe von Privat, egal was innerhalb der EU. Ich habe vielleicht bei einem Auto einen Kaufvertrag oder einer Immobilie zB. Steht da was von UST drin? Nö! Fragt da jemand nach? Nö! Wenn ich Glück habe bekomme ich die Original Rechnung. Bringt mir was? Nice to have, mehr nicht.
Nichts anderes beim privaten Bootskauf. Verkäufer Wohnsitz in EU. Käufer auch. Damit ist alles geklärt. Anders Verkäufer zB USA. Käufer in der EU. Folgt dann eine Kontrolle wird es schwierig, ich muss Nachversteuern. Ob das nun ein Boot, Auto oder Motorrad ist...
"Manchmal habe ich den begründeten Verdacht, dass sich das wahre Leben weit unter meinem Niveau abspielt."
(Cora von Ablass-Krause)

la paloma

Salzbuckel

Beiträge: 8 816

Schiffsname: Jenny N

Bootstyp: Salona 37 RK

Heimathafen: Mönkeberg

  • Nachricht senden

4

Dienstag, 31. Dezember 2019, 19:41

Bin ja bei dir, insbesondere wenn die Güter alt sind und vs. Neupreis nur noch ein Bruchteil wert sind.
Bin gespannt, ob es über einen Pressebericht hinaus geht und für Klarheit gesorgt wird ...
Gruß
Arne

ArAl

Seebär

Beiträge: 1 198

Wohnort: Lünen (bei Dortmund)

Schiffsname: Elas

Bootstyp: Beneteau Oceanis 44 CC

Heimathafen: Flensburg, Liegeplatz: Murter

Rufzeichen: DLKU

MMSI: 211810580

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 31. Dezember 2019, 20:12

Bin gespannt, ob es über einen Pressebericht hinaus geht und für Klarheit gesorgt wird ...
Wieso, ist doch klar, werden die Behörden sagen und nichts dazu veröffentlichen.

Wichtiger wäre, wenn jemand von einem Fall einer Nachforderung von Mehrwertsteuer hört und hier berichten kann, denn es kommt, wie so oft, auf die Einzelfallentscheidungen an.

  • »Herr B.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 73

Wohnort: vorhanden

Bootstyp: Privilege 37

  • Nachricht senden

6

Mittwoch, 1. Januar 2020, 12:16

Meiner ganz persönlichen Meinung nach, spielt es überhaupt eine Rolle wie alt, in diesem Fall, ein Boot ist. Eine Rechnung habe ich oft nur solange in der Schublade für einen evtl. Garantiefall, Gewährleistung etc. Manchmal auch für ewig. Nun geht es hier ja speziell um den Privatverkauf und Privatkauf. Und nirgendwo steht das ich als Privatperson der bunten Republik bzw EU Bürger eine Rechnung aufzubewahren habe um irgendeine Versteuerung nachzuweisen. Warum soll das bei einen Boot anders sein? Das hat sich mir nie erschlossen.
"Manchmal habe ich den begründeten Verdacht, dass sich das wahre Leben weit unter meinem Niveau abspielt."
(Cora von Ablass-Krause)

7

Mittwoch, 1. Januar 2020, 12:22

Ich fürchte, es geht hier nicht um den gesunden Menschenverstand, sondern schlicht und einfach um steuerrechtliche Vorschriften....


@Schebun: hat das das hier im Forum bereits desöfteren fundiert auseinandergesetzt.

Jan

  • »Herr B.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 73

Wohnort: vorhanden

Bootstyp: Privilege 37

  • Nachricht senden

8

Mittwoch, 1. Januar 2020, 12:33

@Janni
da hast du sicherlich Recht. Aber irgendwo muss dann ja explizit stehen dass Boot auch bei Privatverkäufen anders zu behandeln als beispielsweise Autos, Fahrräder, Computer, und und und.
Nach welchen Artikel, Paragraph, Absatz...oder wie immer sich das auch nennen mag, ich habe es noch nirgends gelesen. Also was ich meine ist, ich habe noch kein zitierten Text bzw Auszug gelesen. Ok, kann ich auch verpennt haben.
"Manchmal habe ich den begründeten Verdacht, dass sich das wahre Leben weit unter meinem Niveau abspielt."
(Cora von Ablass-Krause)

9

Mittwoch, 1. Januar 2020, 12:36

Wenn ich es richtig in der Erinnerung habe, willst Du gen Nord- / Ostsee überführen.
Dem Vernehmen nach sollen die Franzosen besonders genau auf Eigentumsnachweise blicken....
Natürlich, um unversteuerte Einfuhren abzukassieren....
Jan

Beiträge: 1 648

Wohnort: Koblenz

Schiffsname: Fuchur

Bootstyp: Dehler 34

Heimathafen: Jachthaven de Pyramide Warns

  • Nachricht senden

10

Mittwoch, 1. Januar 2020, 12:44

Ich habe das mir mal von Schebun erklären lassen und ja man braucht ihn, der Nachweis kann aber in unterschiedlicher Weise geführt werden, das muss also nicht die Ursprüngliche Rechnung sein, oft existiert die ja auch bei gebrauchten Booten nicht mehr. Um es beim Zoll einfacher zu haben kann man auch ein INF Papier erstellen lassen beim Zoll.
Der Nachweis das ,das Boot schon lange in der EU betrieben wird kann auch mit Liegeplatz Rechnungen erfolgen , wenn man wie in meinem Fall die Rechnung eines gewerblichen Verkäufers hat, habe mein gebrauchtes Boot bei einer Dehlervertretung gekauft , zählt die auch als Nachweis obwohl auf dieser kein MwSt. Ausweis stehen kann da sie Differenzbesteuert ist und das auch auf ihr steht.

Sollte ich mal nach Frankreich segeln werde ich vorher der Einfachheit halber ein INF beantragen um es einfacher bei einer Zollkontrolle zu haben.

  • »Herr B.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 73

Wohnort: vorhanden

Bootstyp: Privilege 37

  • Nachricht senden

11

Mittwoch, 1. Januar 2020, 13:13

Jo stimmt. Darum habe ich auch die original Rechnung mit aufgeführter Märchensteuer.
"Manchmal habe ich den begründeten Verdacht, dass sich das wahre Leben weit unter meinem Niveau abspielt."
(Cora von Ablass-Krause)

Andreas29

Salzbuckel

Beiträge: 2 493

Wohnort: OWL-zu weit weg vom Wasser

Schiffsname: Farewell

Bootstyp: Friendship 28

Rufzeichen: Gibt´s nur auf Anfrage

MMSI: die auch

  • Nachricht senden

12

Mittwoch, 1. Januar 2020, 13:22

Hi,

der MWSt-Nachweis ist nicht "fragwürdig".
Es wird nur leider -wie so oft- vieles durcheinandergeworfen.

Fest steht:
Waren die sich im -zollrechtlich gesehen- Gebiet der EU befinden und im Privatbesitz befinden gelten Zoll- und Steuerrechtlich als Gemeinschaftswaren, also Zoll- und Steuer entrichtet.
Boote sind Waren.
Hat der Zöllner berechtigte Zweifel an dem Status der Ware kann er einen Nachweis verlangen.
Berechtigte Zweifel sind grundsätzlich bei Einreise über den Seeweg statthaft, weil der Zöllner ja nicht wissen kann ob Du nun von ausserhalb EU kommst oder nicht (ist im Bereich Nordsee wohl nachvollziehbarer als Ostsee). Daher kann er nun, weil er meint Du kommst von ausserhalb EU, einen Nachweis verlangen. Dafür hat der Zoll (und nicht nur der deutsche) etwas erfunden was international anerkannt wird. Nennt sich Nämlichkeitsbescheinigung und ist im Grunde nix anderes, als dass dir der Zoll BEI AUSREISE bestätigt, dass die Ware in deinem Besitz ist (und somit der Steuerstatus geklärt) und du dann bei EINREISE mit dieser Bestätigung dem Zöllner sagst "hatte ich schon, nix neu eingeführt". Für diese Bestätigung braucht´s auch normalerweise nichts (oder nur sehr wenig) an Nachweisen.
Dafür gibt´s u.a. die Möglichkeit eines Zolleinheitspapiers INF3.
Alles zum Thema Nämlichkeitsbescheinigung kann man auf den Infoseiten des deutschen Zolls finden, wenn man richtig googelt. Das ist hier auch intensiv und erschöpfend durchdiskutiert worden.

Dieser ganzen Stuss um die Mehrwertsteuer ist entstanden weil mal vor längerer Zeit, als die Zollbestimmungen noch etwas anders waren, ein Korinthenkacker in irgendeinem Amsthinterzimmer eine Superkorinthe ausgeschieden hat. Daraufhin wurden an den deutschen Küsten im Norden Zöllner angewiesen den Zoll- und Steuerstatus entsprechend zu prüfen. Die damals entstandene Unsicherheit und Verwirrung (auch auf Seiten der Amtsträger) wirkt bis heute nach und manifestiert sich in der Hysterie beim Gebrauchtbootkauf und Mehrwertsteuernachweis.

Grüße

Andreas
Jahrzehntelang haben sie die Kriegsgeneration gefragt, wie das alles passieren konnte.
Jetzt glauben sie jeden Mist aus dem Internet, schimpfen auf die Lügenpresse, verachten das Politikerpack, pöbeln gegen Flüchtlinge,
verunglimpfen den Rechtsstaat und wählen eine "Alternative für Deutschland".
So passiert das!

Kokopelli

Kap Hornier

Beiträge: 11 099

Schiffsname: Ich bin Mitsegler

Bootstyp: Keins

  • Nachricht senden

13

Mittwoch, 1. Januar 2020, 13:52

Dem Vernehmen nach sollen die Franzosen besonders genau auf Eigentumsnachweise blicken....
So ist es. Und die entern das Boot bereits auf See äußerst robust mit einer fast paramilitärischen Truppe. Durfte ich im vergangenen Sommer nahe Cap de La Hague bei einem polnischen Boot beobachten. Wir waren heilfroh, nicht die Adressaten gewesen zu sein.
Gruß, Klaus

ArAl

Seebär

Beiträge: 1 198

Wohnort: Lünen (bei Dortmund)

Schiffsname: Elas

Bootstyp: Beneteau Oceanis 44 CC

Heimathafen: Flensburg, Liegeplatz: Murter

Rufzeichen: DLKU

MMSI: 211810580

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

14

Donnerstag, 2. Januar 2020, 06:53

Daraufhin wurden an den deutschen Küsten im Norden Zöllner angewiesen den Zoll- und Steuerstatus entsprechend zu prüfen.
Das kenne ich noch aus der 80ern.
Nachdem wir in Flensburg ohne Steuern Proviant gekauft haben, wurden die Pappkartons versiegelt und durften erst nach Verlassen der deutschen Gewässer geöffnet werden.
Bei der Rückkehr musste man, bis auf Freimengen, alles verbraucht haben, oder bei der Einreise Steuern bezahlen. Beim Anlegen in Deutschland wurde man da schon schnell mal kontrolliert.

Dabei wurde niemals nach Steuern für das Boot oder für Anbau- oder Ersatzteile gefragt.

PushingTin

Kapitän

Beiträge: 607

Wohnort: Raum Ahrensburg

Bootstyp: DS...one-off...schwimmt seit Anfang Juni

Heimathafen: ...liegt in der Kieler Förde

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

15

Donnerstag, 2. Januar 2020, 07:34

Dem Vernehmen nach sollen die Franzosen besonders genau auf Eigentumsnachweise blicken....
So ist es. Und die entern das Boot bereits auf See äußerst robust mit einer fast paramilitärischen Truppe. Durfte ich im vergangenen Sommer nahe Cap de La Hague bei einem polnischen Boot beobachten. Wir waren heilfroh, nicht die Adressaten gewesen zu sein.

Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen:
Wir (der Eigner und ich) wurden zunächst in niedriger Höhe von einem Seeaufklärer (Dassault Falcon Jet) angeflogen und umrundet.
Kurz darauf, fest in l'aber wrac'h, kam der Zoll in Mannschaftsstärke an Bord und wollte alle Papiere, besonders aber den MwSt. Nachweis sehen.
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Und immer an die Musing denken! :acute:
Nov. 2015: Ich habe meine Profilinformationen up-gedatet.

pks

Salzbuckel

Beiträge: 2 305

Wohnort: Mittelfranken

Bootstyp: ehemals: Conger - Friendship 25 HK - Compromis C999

  • Nachricht senden

16

Donnerstag, 2. Januar 2020, 08:47

Dieser ganzen Stuss um die Mehrwertsteuer ist entstanden weil mal vor längerer Zeit, als die Zollbestimmungen noch etwas anders waren, ein Korinthenkacker in irgendeinem Amsthinterzimmer eine Superkorinthe ausgeschieden hat. Daraufhin wurden an den deutschen Küsten im Norden Zöllner angewiesen den Zoll- und Steuerstatus entsprechend zu prüfen. Die damals entstandene Unsicherheit und Verwirrung (auch auf Seiten der Amtsträger) wirkt bis heute nach und manifestiert sich in der Hysterie beim Gebrauchtbootkauf und Mehrwertsteuernachweis.

stimmt so nicht

bis in die 90er konnte man legal die USt umgehen, ohne USt kaufen, einfach ausklarieren, raus auf See, 1 Tag später einklarieren, 1 Jahr Ruhe

zum 1.1.93 wurde dieses Schlupfloch EU weit geschlossen, man musste ggf nachversteuern (ab Bj 86), normalerweise im Land Liegeplatz

habe meine C999 Bj 88 im Herbst 92 am IM von dem deutschen Ersteigner gekauft und habe dann bei der Überführung im Frühjahr 93 in Emden nachverzollt, vorausgegangen war ein heftiger Schriftverkehr mit dem Zoll wegen des Wertes, der NL Zoll hätte einen niedrigeren Wert angesetzt, das ging bis nach Bonn auf den Schreibtisch vom Theo Waigel :O

ein paar Jahre später dann Kontrollen in F und IT, kein Problem mit dem Zollpapier
Peter

derzeit denkt jeder nur an sich, ich glaube ich bin der Einzige der auch an mich denkt :O

SINE CURA

Proviantmeister

Beiträge: 439

Schiffsname: SINE CURA

Bootstyp: Erria 25

Heimathafen: Grünendeich

Rufzeichen: derzeit ohne

  • Nachricht senden

17

Donnerstag, 2. Januar 2020, 09:14

Allen ein frohes Neues Jahr!

Noch gibt es innerhalb der EU kein einheitliches Steuerrecht. Auch wenn die EU es mittlerweile geschafft hat, einen gemeinsamen Zollcodex zu etablieren, bleibt das Steuerecht noch nationale Angelegenheit.

Und auch der gemeinsame Zollcodex UZK wird in den einzelnen Mitgliedsstaaten recht unterschiedlich gelesen.

Das Zitat des TO bezieht sich offensichtlich auf das deutsche Steuerrecht. Die Franzosen sind in Sachen Beweis der geleisteten USt. mit Sicherheit anderer Auffassung. Außerdem gibt es im Steuerrecht eine Beweislastumkehr. Somit ist in einzelnen Fällen der Bürger in der Beweispflicht.
Doch KEIN Riß im Stevenrohr.
In der Vergangenheit des Boots wurde eine Stahlhülse über das Stevenrohr geschoben, um auf 40mm für die Dichtung zu kommen.

Andreas29

Salzbuckel

Beiträge: 2 493

Wohnort: OWL-zu weit weg vom Wasser

Schiffsname: Farewell

Bootstyp: Friendship 28

Rufzeichen: Gibt´s nur auf Anfrage

MMSI: die auch

  • Nachricht senden

18

Donnerstag, 2. Januar 2020, 19:58

Dieser ganzen Stuss um die Mehrwertsteuer ist entstanden weil mal vor längerer Zeit, als die Zollbestimmungen noch etwas anders waren, ein Korinthenkacker in irgendeinem Amsthinterzimmer eine Superkorinthe ausgeschieden hat. Daraufhin wurden an den deutschen Küsten im Norden Zöllner angewiesen den Zoll- und Steuerstatus entsprechend zu prüfen. Die damals entstandene Unsicherheit und Verwirrung (auch auf Seiten der Amtsträger) wirkt bis heute nach und manifestiert sich in der Hysterie beim Gebrauchtbootkauf und Mehrwertsteuernachweis.

stimmt so nicht

bis in die 90er konnte man legal die USt umgehen, ohne USt kaufen, einfach ausklarieren, raus auf See, 1 Tag später einklarieren, 1 Jahr Ruhe

zum 1.1.93 wurde dieses Schlupfloch EU weit geschlossen, man musste ggf nachversteuern (ab Bj 86), normalerweise im Land Liegeplatz

habe meine C999 Bj 88 im Herbst 92 am IM von dem deutschen Ersteigner gekauft und habe dann bei der Überführung im Frühjahr 93 in Emden nachverzollt, vorausgegangen war ein heftiger Schriftverkehr mit dem Zoll wegen des Wertes, der NL Zoll hätte einen niedrigeren Wert angesetzt, das ging bis nach Bonn auf den Schreibtisch vom Theo Waigel :O

ein paar Jahre später dann Kontrollen in F und IT, kein Problem mit dem Zollpapier


Ja, ok, ich gebe zu es war etwas polemisch. Du hast Recht, es gab diese Steuerschlupflöcher. Aber die wirkliche Hysterie um den MWSt Nachweis der hatte seinen kometenhaften Aufstieg so um 2005 rum. Da war das Schlupfloch schon lange zu. Entweder hat da jemand in der Amtsstube lange geschlafen oder hatte einen anderen plötzlichen Einfall. In Folge jedenfalls haben unisono alle großen Wassersportzeitschriften fleissig Alarm geschlagen. Auch die Infostellen des Zolls haben mitgemacht. Allerdings -und das war schon damals sehr Merkwürdig- auf dezidiertes Nachfragen wie denn "geeignete Nachweise" zur Klärung des Zollstatus bei alten Gebrauchtbooten aussehen konnten selbst die Zollbehörden keinerlei fundierte Auskunft geben (entsprechender Mailverkehr liegt hier bei mir vor).

Es war dann allerdings 2013 kein Problem bei meinem HZA ein INF3 für mein Böötchen zu beantragen. Die Verlängerung jetzt gestaltete sich absolut Problemlos. Vor dem Hintergrund, dass nun sich auch das Zollrecht noch mal geändert hat, dürfte die Ausstellung eines solchen Papiers noch einfacher werden. Empfehlenswert ist es in jedem Fall weil damit zukünftige Diskussionen mit den Behörden deutlich vereinfacht werden.

Der Zollkodex auf dem die generelle Gemeinschaftswarenstatuserklärung beruht ist tatsächlich EU-Recht und somit in allen Mitgliedstaaten bindend. Aber die Diskussion mit einem ausländischen Zöllner dürfte ungleich aussichtsloser sein als mit einem deutschen Zöllner und auch hier sind die Erfolgsaussichten ohne entsprechendes Papier eher als gering einzustufen.

Grüße

Andreas
Jahrzehntelang haben sie die Kriegsgeneration gefragt, wie das alles passieren konnte.
Jetzt glauben sie jeden Mist aus dem Internet, schimpfen auf die Lügenpresse, verachten das Politikerpack, pöbeln gegen Flüchtlinge,
verunglimpfen den Rechtsstaat und wählen eine "Alternative für Deutschland".
So passiert das!

SINE CURA

Proviantmeister

Beiträge: 439

Schiffsname: SINE CURA

Bootstyp: Erria 25

Heimathafen: Grünendeich

Rufzeichen: derzeit ohne

  • Nachricht senden

19

Donnerstag, 2. Januar 2020, 20:29

Ich bitte darum, die zwei Dinge auseinander zu halten:
- Zollabgaben
- (Einfuhr-) Umsatzsteuer
Es ist, gebe ich zu, nicht einfach auseinander zu halten, besonders, weil auch beides vom Finanzamt eingetrieben wird und im Grenzbereich der Zoll die Aufsicht über beides auferliegt.

Ferner müssen wir zwischen dem deutsche Steuerrecht und anderen Steuerrechten unterscheiden (nationales Recht). Das Zollrecht sollte in allen EU-Staaten gleich sein, leider wird aber der UZK auch nicht immer gleich interpretiert. Leider!

Im Normalfall wird der Umsatzsteuernachweis verlangt. Das EU-weit gültige INF3 ist eine zollrechtliche Nämlichkeitssicherung, keine Umsatzsteuernachweis.

Aber das INF3 kann dazu benutzt werden, besonders im EU-Ausland, den Nachweis zu führen, daß das Boot aus Deutschland verbracht wurde. Die anderen EU-Finanzbehörden gehen dann davon aus, daß in D auch die Umsatzsteuer abgeführt wurde. Man bekommt das INF3 nämlich nur, wenn dem auch so ist.

Gruß, christian
Doch KEIN Riß im Stevenrohr.
In der Vergangenheit des Boots wurde eine Stahlhülse über das Stevenrohr geschoben, um auf 40mm für die Dichtung zu kommen.

  • »Herr B.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 73

Wohnort: vorhanden

Bootstyp: Privilege 37

  • Nachricht senden

20

Donnerstag, 2. Januar 2020, 20:57

Ich hatte vor ca. zwei Monaten mal beim HZA Brake angerufen bzgl Umsatzsteuer weil ich bis dahin aufgrund der Vielfältigen Interpretation dieser Problematik ziemlich verunsichert war. Die Original Rechnung für mein (zukünftiges) Boot hatte ich zwar als Kopie vorliegen aber das ganze stammt aus einen "French Leasing" Vertrag. Der äußerst freundliche Beamter erklärte mir folgendes...
Wenn in diesem Vertrag (es spielt keine Rolle ob schnöder Kaufvertrag oder Leasing Vertrag) die UST aufgeführt ist (Nettopreis+UST=Bruttopreis) reicht das vollkommen. Es spielt hierbei auch keine Rolle dass das ganze zu einen verminderten Steuersatz abgerechnet wurde. Denn das sei Ländersache. Ein INF3 Papier alleine sagt nichts aus über die entrichtete UST und wird auch oft von den Kollegen nicht anerkannt.
Der Leasing Vertrag ist schon lange ausgelaufen und die Restsumme wurde nachweislich (auch das liegt mir vor) bezahlt. Sowie auch der Eintrag im franz. Schiffsregister mit allerlei franz. Zollstempeln.

Ich denke auch Das ist das einzige was zählt und erspart irgendwelche Diskussionen mit den entsprechenden Amtsträgern.
"Manchmal habe ich den begründeten Verdacht, dass sich das wahre Leben weit unter meinem Niveau abspielt."
(Cora von Ablass-Krause)

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 608   Hits gestern: 2 707   Hits Tagesrekord: 12 076   Hits gesamt: 5 723 832   Hits pro Tag: 2 412,06 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 3 646   Klicks gestern: 18 247   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 44 052 595   Klicks pro Tag: 18 564,02 

Kontrollzentrum