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beppo

Bootsmann

  • »beppo« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 19. Mai 2020, 19:47

Segelboot - wie dokumentiert - registriert - welches Land - welche Flagge usw.

Welche Flagge ? Ist das ueberhaupt eine Frage?

Ja, es ist.

Also, da ich bisher mehr ein Binnengewaesserbootfahrer (BgBf) bin und auf dem Meer nur Leihbootfahrer war habe ich mir ueber Flaggen und so weiter keine wirklich weitreichenden Gedanken gemacht. Nun muss dass anders werden denn hier in Nordamerika tun sich bei der Flaggen Frage Untiefen auf die es zu wissen und zu umschiffen gilt weil sonst droht Ungemach von der Staatsfuehrung und das kann richtig Probleme machen.

Erstmal die einfache Regel: Wenn man nicht die US Staatsbuegerschaft hat kann man ein Boot nicht mit der US Cost Guard dokumentieren und kann (darf) auch nicht die Amerikanische Flagge fahren. Macht irgendwie Sinn denke ich, ist wahrscheinlich in Deutschland nicht viel anders, oder?

Die alternative Regelung fuer NICHT Amerikaner die ein Boot in Amerika besitzen wollen ist, das Boot bei dem Bundesstaat in dem das Boot die meiste Zeit stationiert ist zu registrieren. Hier werden dann auch die Steuern faellig, in Maryland einmalig 6% vom Kaufpreis. Das Boot darf dann aber nicht die Amerikanische Flagge fahren sondern die Flagge des Herkunftsland des Kapitaen. Diese Aussage konnte ich allerdings noch nicht verifizieren.

Es gibt da einige Wege das zu umgehen, wie z.B. die Gruendung einer Briefkasten LLC mit einem Anwaltsbuero im Bundestaat Delaware. Das Boot gehoert dann der LLC und kann mit der US Coast Guard dokumentiert werden und auch die Amerikanische Flagge fahren. Eher ein halbseidene Loesung meiner Ansicht nach und kostet auch jaehrliche Gebuehren.

Solange das Boot nicht in internationale Gewaesser kommt ist das wohl alles kein Problem, in internationalen Gewaessern gilt ein solches Boot aber als “ungeflaggt” offiziell also ohne Herkunftsland. Keine Ahnung ob das irgendwelche Probleme macht. Wobei, wenn ich das richtig verstehe, ein ungeflaggtes Boot kann sich nicht auf die Vereinbarungen berufen die zwei bestimmte Laender z.B. fuer die Einreise getroffen haben, wenn es nicht die Flagge eines der beiden Laender faehrt.

Rein theoretisch koennten wir unser Boot doch in Deutschland - anmelden- registrieren- eintragen- was auch immer man da macht mit einem Boot was in internationalen Gewaessern gefahren werden kann, oder nicht?

Allerdings, wenn wir in einem “fremden Land” registrieren, muessen wir hier ein Cruising Permit beantragen und das Boot muss alle 12 Monate das Land fuer 15 Tage verlassen. Nicht so einfach. Dafuer muessten wir hier allerdings auch keine Steuern zahlen.
Ein Ausnahme ist (auch noch nicht offiziell bestaetigt), wenn das Boot in den USA hergestellt worden ist. In diesem Fall kann man angeblich in einem fremden Land registrieren muss aber nicht alle 12 Monate das Land fuer 15 Tage verlassen.

OK viel Text sorry.

Also ...

Kann ich als Deutscher Staatbuerger der nicht in Deutschland lebt und dort auch keinen Wohnsitz hat ein Boot (das dort niemals gewesen ist und auch nicht hinkommen wird) in Deutschland “zulassen” oder “eintragen” was immer die richtige Bezeichnung dafuer ist?
Muss ich dann in Deutschland Steuern zahlen?
Muss die Versicherung eine Deutsche/Europaeische Versicherung sein?
Muss ich Deutsche Bootsfuehrerscheine haben?

Ich denke da werden noch viel mehr Fragen aufkommen.

Ich koennte mir vorstellen das es aehnlich Situationen auch bei anderen hier im Forum gibt. Ein Boot in Holland aber nicht Hollaender oder in Daenemark aber nicht Daenischer Staatsbuerger, wie wird das gehandhabt?

Bin mal gespannt

Gruss
Christoph
et es wie et es - et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange.

2

Dienstag, 19. Mai 2020, 19:54

Dann acker doch mal los und check im Internet, bei Konsulaten, Botschaften, alles, was Du wissen möchtest. Warum sollen ich/wir dir die Arbeit abnehemen?

SINE CURA

Proviantmeister

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3

Dienstag, 19. Mai 2020, 19:58

Naja, weil es für einen in diesem Forum eben keine Arbeit wäre, weil er es bereits weiß, bzw. schon entsprechende Erfahrungen gemacht hat.

Gruß, christian
Ups, habe immer noch keine ...

beppo

Bootsmann

  • »beppo« ist der Autor dieses Themas

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4

Dienstag, 19. Mai 2020, 20:26

Dann acker doch mal los und check im Internet, bei Konsulaten, Botschaften, alles, was Du wissen möchtest. Warum sollen ich/wir dir die Arbeit abnehemen?


Es tut mir wirklich leid dich in deiner Forenruhe gestoert zu haben. Ich denke mal du hast hier im Unterforum Regeln&Gesetze geschlafen und mein Beitrag hat dich unverschaemterweise aufgeweckt. Ehrlich, tut mir leid.

Also ... im allgemeinen komme ich ganz gut selber zu recht, es waere allerdings interessant gewesen aus erster Hand zu erfahren wie das in Deutschland so funktioniert, quasi von denen die das schon mal gemacht haben oder sich mit den Deutschen Regeln auskennen. Erfahrungen kann man in der Regel nicht bei Konsulaten und Bootschaften bekommen.
Vielleicht ist das ja was das schon bis zum Erbrechen diskutiert worden ist ? Wenn ja kann mir einer vielleicht bitte den Link senden?
Oder?... Moment bitte bevor ich wieder einen dafuer drauf kriege will ich den lieber selber suchen, sorry.
et es wie et es - et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange.

pf

SF-Schiffsbarde

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5

Dienstag, 19. Mai 2020, 20:29

Fragen und Erfahrungen auszutauschen ist auch irgendwie schon Sinn des Forums :D
...und nur wer wagt, gewinnt das Leben...

Peter


www.sy-boundless.net

F28

Salzbuckel

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6

Dienstag, 19. Mai 2020, 20:36

Wenn Du die deutsche Staatsbürgerschaft hast, kannst Du problemlos das Boot z.B. im deutschen Seeschiffsregister eintragen lassen. Oder alternativ das deutsche Flaggenzertifikat beantragen. Ob das Boot jemals in Deutschland war oder sein wird ist völlig uninteressant. Du musst nur pro Forma irgendeinen deutschen Hafen als Heimathafen angeben.
Unser Boot z.B. ist im deutschen Seeschiffsregister eingetragen und liegt dauerhaft in den Niederlanden, was überhaupt niemanden interessiert oder stört.
Damit hättest Du hochoffiziell die deutsche Flagge am Boot hängen.
Wie allerdings in den USA mit deutsch beflaggten Booten umgegangen wird, die dauerhaft dort liegen, musst Du selbst herausfinden.
Gruß
F28

7

Dienstag, 19. Mai 2020, 21:39

Nein, Du kannst dein Boot nicht in Deutschland registrieren, da Du keinen Wohnsitz im Geltungsbereich des GG hast. Die dt. Staatsbürgerschaft alleine reicht nicht.
Siehe Abschnitt 1, §1 und §2 FlaggRG "Recht zur Führung der Bundesflagge".

Solange das Boot nicht in internationale Gewaesser kommt ist das wohl alles kein Problem, in internationalen Gewaessern gilt ein solches Boot aber als “ungeflaggt” offiziell also ohne Herkunftsland. Keine Ahnung ob das irgendwelche Probleme macht. Wobei, wenn ich das richtig verstehe, ein ungeflaggtes Boot kann sich nicht auf die Vereinbarungen berufen die zwei bestimmte Laender z.B. fuer die Einreise getroffen haben, wenn es nicht die Flagge eines der beiden Laender faehrt.

Keinen Nachweis über den Flaggenstaat zu haben ist nicht empfehlenswert, da durch den Flaggenstaat die Rechtsstellung des Schiffes festgestellt wird. Solange Du in den amerikanischen Gewässern bleibst und dort keine Registrierung notwendig ist, wird das u.U. folgenlos sein.

Gruß Ralf

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Planke« (19. Mai 2020, 21:50)


fellow

Seebär

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8

Dienstag, 19. Mai 2020, 21:40

@beppo:

Du kannst für das Boot ein Flaggenzertifikat beim BSH (Klick) ausstellen lassen. Voraussetzung ist ein deutscher Heimathafen in Deutschland, das kann Hamburg, Leverkusen oder Rostosck sein; das Boot brauch den Heimathafen nie zu sehen bekommen.

"Schiffe unter deutscher Flagge, für die ein Flaggenzertifikat ausgestellt werden soll, müssen einen deutschen Heimathafen (eine eigenständige Gemeinde oder Stadt an schiffbarem Gewässer) führen."

Oder Du lässt dir einen Messbrief des BSH ausstellen und registrierst dein Boot im Seeschiffsregister. (Klack)

Infomaterial zu den Einzelheiten kannst Du dir auf den verlinkten Seiten des BSH runterladen.
Peter

beppo

Bootsmann

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9

Dienstag, 19. Mai 2020, 21:46

Fragen und Erfahrungen auszutauschen ist auch irgendwie schon Sinn des Forums :D


Irgendwie hatte ich das auch gedacht, aber man lernt ja nie aus. :rolleyes:

Wie allerdings in den USA mit deutsch beflaggten Booten umgegangen wird, die dauerhaft dort liegen, musst Du selbst herausfinden.


Danke fuer deine Antwort.
Das hilf mir schon sehr weiter weil es moeglich macht, dass ich meine Suche auf die richtigen Begriffe eingrenzen kann. Deutsches Seeschiffsregister und Flaggenzertifikat. Das ist schon mal was.

Wie in den USA mit Booten die eine Deutsch Flagge fuehren verfahren wird habe ich schon herausgefunden, zumindest inoffiziell.

Gruss
Christoph
et es wie et es - et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange.

fellow

Seebär

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10

Dienstag, 19. Mai 2020, 21:49

Nein, Du kannst dein Boot nicht in Deutschland registrieren, da Du keinen Wohnsitz im Geltungsbereich des GG hast. Die dt. Staatsbürgerschaft alleine reicht nicht.
Siehe Abschnitt 1, §1 und §2 FlaggRG "Recht zur Führung der Bundesflagge".

Gruß Ralf

Da hat Ralf recht und ich falsch in Erinnerung.
Peter

beduine

Offizier

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11

Dienstag, 19. Mai 2020, 22:10

ICH WEIß das die Türken ihre Privatboote in Delaware über den Briefkasten angemeldet haben um Steuern sparen. So gibt's da viele US Flaggen, deren Boot e nie das MM verlassen haben.

beppo

Bootsmann

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12

Dienstag, 19. Mai 2020, 23:59

Moin alle,

Erstmal vielen Dank fuer eure Antworten!

Keinen Nachweis über den Flaggenstaat zu haben ist nicht empfehlenswert, da durch den Flaggenstaat die Rechtsstellung des Schiffes festgestellt wird. Solange Du in den amerikanischen Gewässern bleibst und dort keine Registrierung notwendig ist, wird das u.U. folgenlos sein.


Am Ende scheint dann richtig zu sein, dass man einen Wohnsitz im Geltungsbereich des GG haben muss.

https://www.gesetze-im-internet.de/flagg…R000790951.html

Kann man hier nachlesen, war ein guter Hinweis.

Habe das meiste davon gelesen und keine Ausnahmen gefunden. Im Grunde ist es aehnlich dem was die Amis hier so veranstalten. Eigentlich verstaendlich, leider nur mit dem Nachteil, dass man dann ungeflaggt durch die Gegend schippern muss was in internationalen Gewaessern wahrscheinlich nicht immer so gut ist, aber auch da habe ich unterschiedliche Stimmen gehoert von ist egal bis geht gar nicht.

Wenn ich alle Gesetzestexte so richtig verstehe ist die unberechtigte Fuehrung der Deutschen Flagge ein Vergehen das empfindliche Strafen nach sich ziehen kann. Also, auch wenn ich in einem US Amerikanischen Bundesstaat das Boot registrieren kann (ist nicht gleich Cost Guard Documentation) somit dort Steuern zahle und einen Eigentumsnachweis bekomme, muss ich immer noch ungeflaggt fahren. Was hier erzaehlt worden ist, naemlich die Flagge des Herkunftsland des Schiffsfuehrers geht nach deutschem Recht nicht, da ich nach Deutschem Recht ohne Flaggenzertifikat nicht einfach die Deutsche Flagge fuehren darf.

Oh man... ;( :rolleyes: das hat einer nun davon wenn er sich in die Fremde begibt. ;)

Gruss
Christoph

Der das erstmal verdauen muss ... ob ein Zweitwohnsitz in Deutschland da eine Loesung ist?
et es wie et es - et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange.

RainerF

Proviantmeister

Beiträge: 524

Wohnort: Hessen

Schiffsname: La Guapa

Bootstyp: Hanse 315

Rufzeichen: DK8597

MMSI: 211695470

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13

Mittwoch, 20. Mai 2020, 00:17

Moin alle,

Erstmal vielen Dank fuer eure Antworten!

Keinen Nachweis über den Flaggenstaat zu haben ist nicht empfehlenswert, da durch den Flaggenstaat die Rechtsstellung des Schiffes festgestellt wird. Solange Du in den amerikanischen Gewässern bleibst und dort keine Registrierung notwendig ist, wird das u.U. folgenlos sein.


Am Ende scheint dann richtig zu sein, dass man einen Wohnsitz im Geltungsbereich des GG haben muss.

https://www.gesetze-im-internet.de/flagg…R000790951.html

Kann man hier nachlesen, war ein guter Hinweis.

Habe das meiste davon gelesen und keine Ausnahmen gefunden. Im Grunde ist es aehnlich dem was die Amis hier so veranstalten. Eigentlich verstaendlich, leider nur mit dem Nachteil, dass man dann ungeflaggt durch die Gegend schippern muss was in internationalen Gewaessern wahrscheinlich nicht immer so gut ist, aber auch da habe ich unterschiedliche Stimmen gehoert von ist egal bis geht gar nicht.

Wenn ich alle Gesetzestexte so richtig verstehe ist die unberechtigte Fuehrung der Deutschen Flagge ein Vergehen das empfindliche Strafen nach sich ziehen kann. Also, auch wenn ich in einem US Amerikanischen Bundesstaat das Boot registrieren kann (ist nicht gleich Cost Guard Documentation) somit dort Steuern zahle und einen Eigentumsnachweis bekomme, muss ich immer noch ungeflaggt fahren. Was hier erzaehlt worden ist, naemlich die Flagge des Herkunftsland des Schiffsfuehrers geht nach deutschem Recht nicht, da ich nach Deutschem Recht ohne Flaggenzertifikat nicht einfach die Deutsche Flagge fuehren darf.

Oh man... ;( :rolleyes: das hat einer nun davon wenn er sich in die Fremde begibt. ;)

Gruss
Christoph

Der das erstmal verdauen muss ... ob ein Zweitwohnsitz in Deutschland da eine Loesung ist?


Ich würde erstmal eine Auskunftsanfrage beim BSH, Seeschiffsregister oder dem DSV starten und die Situation schildern, dann schauen was man macht.
Unsere schöne: http://la-guapa-sy.de/

Abarden

Leichtmatrose

Beiträge: 27

Wohnort: Tokyo

Schiffsname: Sentosa, Heimathafen: Yokohama

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14

Mittwoch, 20. Mai 2020, 01:30

Moin,

Noch etwas - Versicherung. Ich hatte auch mal überlegt, ob ich mein dauerhaft in Yokohama (Japan) liegendes Boot in Deutschland anmelde, aber das haette Schwierigkeiten mit der Versicherung gegeben. Ich habe keine Deutsche Versicherung gefunden, die mein in Japan registriertes Boot versichern wollte, umgekehrt ist es aussichtslos, eine Japanische Versicherung zu finden die ein Boot unter Deutscher Flagge versichert. Evtl. Ist das fuer Dich relevant?

Handbreit

Arne

Grisu100

Kapitän

Beiträge: 567

Wohnort: Portsmouth, Virginia

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15

Mittwoch, 20. Mai 2020, 03:23

mal die einfache Regel: Wenn man nicht die US Staatsbuegerschaft hat kann man ein Boot nicht mit der US Cost Guard dokumentieren und kann (darf) auch nicht die Amerikanische Flagge fahren. Macht irgendwie Sinn denke ich, ist wahrscheinlich in Deutschland nicht viel anders, oder?

Yachten können in USA auch bei den Bundesstaaten registriert sein. Das ist keine US-Amerkanische Staatsangehörigkeit notwendig. Die Regeln für die bei den Bundesstaaten sind aber unterschiedlich. In Virginia muss man "resident" sein. Alle eine längerfristige Aufenthaltserlaubnis haben.
Welche Flagge diese Boote, die auf Staatseben führen, ist verschieden geregelt. Viele Boote führen hier in Virgina keine Flagge, weil die Registriernummer auf der Bootshülle angebracht sein muss, daraus der Bundestaat ableitbar ist (Beginnt in Virginia mit VA).
Außerahlb der Hoheitsgewässer würde ich die amerikanische Flagge führen, niemals die deutsch, wenn nicht in Deutschland registriert.

Wie in den USA mit Booten die eine Deutsch Flagge fuehren verfahren wird habe ich schon herausgefunden, zumindest inoffiziell.
Maximale Aufenthaltszeit sechs Monate. Dann müssen die Hoheitsgewässer verlassen und eine ausländischer Hafen angelaufen werden, bevor ein Wiedereinlaufen erfolgen kann. Im Gegensaatz zum Flugverkerht gibt es kein ESTA. Alle Ausländer brauchen bei Einlaufen eine gültiges US-Amerikanisches Visa haben.
ICH WEIß das die Türken ihre Privatboote in Delaware über den Briefkasten angemeldet haben um Steuern sparen. So gibt's da viele US Flaggen, deren Boot e nie das MM verlassen haben.
Das ist IMHO alles Schmu, inklusive Briefkastenfirmen, Schattenteilhaber und Vorstände, etc. um türkische Vermögenssteuer und Bootssteuer zu vermeiden. Ich würde niemals mit so einen türkischen Boot mit US-Flagge in den USA selbst einflaufen.

Kapitalgesellschaften (die berühmte Deleware Gesellschaft) dürfen nur Boote in den USA registrieren, wenn mehr als 50%, manche Regeln sagen sogar 75% der Anteilseigner und das Management US-Amerikanisch ist. Einzige wirklich sichere Lösung ist IMHO der US-Trust, wie er auch in der Sportfliegerei verwendetr wird um z.B N-Registrierte Flugzeuge in Deutschland fliegen zu dürfen. Der jährliche Aufwand ist aber nicht gering.

Ich würde mein Boot freiwillig niemals in den USA Registrieren wenn ich hier nicht Leben würde. Allein um die Anwendung von US Recht und dem Recht des Bundesstaaten auf dem Boot zu verhindern. Zum Ausflaggen von Booten sind die USA eher ungeignet. Auch weil es in vielen Kommunen auf Booten eine Vermögenssteuer (Propertiy Tax) von X-Prozent des Verkehrwertes gibt, Wo ich lebe sind es 1,7%.

16

Mittwoch, 20. Mai 2020, 07:32

Eigentlich verstaendlich, leider nur mit dem Nachteil, dass man dann ungeflaggt durch die Gegend schippern muss was in internationalen Gewaessern wahrscheinlich nicht immer so gut ist, aber auch da habe ich unterschiedliche Stimmen gehoert von ist egal bis geht gar nicht.

Grenzübertritte ohne Flaggennachweis sind nie empfehlenswert - "egal" ist da nichts - , außer man bewegt sich in einem übergeordneten Rechtsraum (z.B. EU). Und selbst hier wird man ab und zu mal den Registrierungsnachweis vorlegen müssen.

Gruß Ralf

gdb

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17

Mittwoch, 20. Mai 2020, 08:12

Versuch mal folgenden Ansatz:

§2 Abs 1 FlaggRG erlaubt einSchlupfloch.
Beim BSH reichst Du den Antrag für's Flaggenzertifikat ein mit der Benennung einer "antwortlichen Person" (https://formulare.bsh.de/lip/form/displa…8084E6930AC09FB).

Dazu brauchst Du natürlich noch einen Kontakt nach Deutschland (Verwandte, Freunde, ...). Und die Post wird stellenweise auch über den deutschen Kontakt abgewickelt.

Frag evtl. beim BSH nach. Bei mir hat es so funktioniert.


Lg
Gerhard

F28

Salzbuckel

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Heimathafen: Colijnsplaat

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18

Mittwoch, 20. Mai 2020, 09:25

Tut mir leid, bei meiner Aussage oben habe ich in der Tat nicht beachtet, dass die deutsche Staatsbürgerschaft alleine nicht reicht, sondern auch ein Wohnsitz in D vorhanden sein muss :(

Frag evtl. beim BSH nach. Bei mir hat es so funktioniert.

Das wäre auch meine Empfehlung. Ich musste damals bei der Umtragung mehrfach mit den BSH-Mitarbeitern sprechen, weil es Komplikationen mit dem Vor-Vorbesitzer gab (der hattte irgendwas bei der Übergabe an den Vorbesitzer verbummelt).
Dabei habe ich die Leute als äußerst freundlich und kooperativ erlebt. Ein Anruf könnte sich also lohnen.

((Wenn man unbedingt tricksen will oder muss, könnte sich noch der Weg über die niederländische Flagge anbieten. Irgendwo gibt es eine Firma, die diesen Weg anbietet. Ich komme darauf, weil diverse deutsche Mittelmeer-NGO's (Mission Lifeline, Sea-Watch) ihre Schiffe auf diesem Weg als "Sportboote" in den Niederlanden registriert haben. Über Kosten und eventuelle Nachteile kann ich aber nix sagen))
Gruß
F28

19

Mittwoch, 20. Mai 2020, 09:34

(Wenn man unbedingt tricksen will oder muss, könnte sich noch der Weg über die niederländische Flagge anbieten. Irgendwo gibt es eine Firma, die diesen Weg anbietet. Ich komme darauf, weil diverse deutsche Mittelmeer-NGO's (Mission Lifeline, Sea-Watch) ihre Schiffe auf diesem Weg als "Sportboote" in den Niederlanden registriert haben. Über Kosten und eventuelle Nachteile kann ich aber nix sagen))

Eine dieser NGOs hat die Nachteile einer solchen Registrierung schmerzlich erfahren und mittlerweile ihr(e) Boot(e) ganz ordentlich im dt. Schiffsregister eingetragen. Die ursprüngliche Registrierung wurde nicht als Flaggennachweis anerkannt, weder im Staat den sie anlaufen wollten, noch in den Niederlanden.

Gruß

F28

Salzbuckel

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Schiffsname: Rike

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20

Mittwoch, 20. Mai 2020, 09:54

Eine dieser NGOs hat die Nachteile einer solchen Registrierung schmerzlich erfahren und mittlerweile ihr(e) Boot(e) ganz ordentlich im dt. Schiffsregister eingetragen.

Stimmt. Das lag aber eher an der Tatsache, dass der Status der NGO-Schiffe als "Sportboot" angezweifelt wurde und in den Niederlanden massiver politischer Gegenwind gegen deren Aktivitäten aufkam. Dem mussten sie dann weichen. Aber ich denke, das ist eine andere Kategorie als ein "normales" Segelboot, das friedlich irgendwo vor sich hinschippert.
Gruß
F28

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