Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

88markus88

Salzbuckel

Beiträge: 4 047

Wohnort: Frankfurt

Schiffsname: Arvika

Bootstyp: Comfortina 35

Heimathafen: Dintelmond

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

301

Donnerstag, 12. November 2020, 16:12

ch habe in den letzten 30 Jahren kein mangelfreies Charterboot gesehen

Ich chartere zwar erst seit 10 Jahren, aber das glaube ich ohne Weiteres. Irgendwas ist immer kaputt, und für mich gehört das Umgehen damit, manchmal auch Reparieren, zum "Charter-Erlebnis" einfach dazu. Ich hatte auch noch nie ein größeres Problem deshalb mit den Vercharterern - man muss eben nett miteinander umgehen.

Ein paar Highlights:
- Lichtmaschine lädt nicht (D+ Anschluss abgefallen)
- FI fliegt raus, sobald der Landanschluss eingesteckt wird (Wasser im Stecker)
- Seewasserpumpe undicht
- Brauchwassersystem undicht
- Batterie defekt (ein Klassiker, kommt öfter vor)
- Schäden an Sprayhood, Lazybag... meist ausgerissene Reißverschlüsse
- Wanten lose, Sicherung fehlt
- Heizung funktioniert nicht
- Autopilot fehlt / funktioniert nicht / ist völlig verstellt
- Reservegasflasche leer

Fast alle diese Probleme konnten wir in Rücksprache mit dem Vercharterer selbst beheben. Bei solchen Sachen merkt man dann, ob der Vercharterer etwas taugt: die Guten helfen und versuchen nicht, dir was anzuhängen wofür sie selbst verantwortlich sind - die schlechten mauern ("die Batterie hat doch 12V, was willst du denn?")

Im Gegenzug haben wir immer eine Problemliste erstellt und bei der Rückgabe übergeben. Und wenn wir mal was kaputt gemacht haben, kommt vor ;(
haben wir das auch anstandslos bezahlt.
-----------------------------------------------------
Autokorrektur ist grässlich!
-----------------------------------------------------

jugocaptan

Gott der Flaute und Quoten-Ösi

Beiträge: 10 687

Wohnort: Wien

Schiffsname: Gipsy, alle, I - III

Bootstyp: O-Jolle, Motorzille, Mobo Fiberline

Heimathafen: Wipfinger Lucke, Donau

  • Nachricht senden

302

Donnerstag, 12. November 2020, 18:30

Ich chartere (hab grade nachgeschaut) seit genau 44 Jahren. Früher war es einfach. Da musste man einen gut sortierten Werkzeugkasten mitbringen, nach vier bis 5 Eingriffen, über die Woche verteilt, lief der Kahn wieder, d.h. die Rückgabe erfolgte besser als übernommen. In den letzten 10-15 Jahren hat sich die Repariererei fast immer aufgehört (chartere sicher nicht bei Billiganbietern, trau mich einfach nicht).
Da ich jedoch trotzdem preisgünstig chartere, sind das zumeist wirklich betagte Schiffe in der 13-15m Klasse, da kann schon was vorkommen, leider keinen Werkzeugkasten mit, blöd dass auf den Schiffen heutzutage auch kein Werkzeug ist (die Vercharterer erklären das mit den absolut für Rep. unfähigen Gästen). Kommt dann eben einer mit dem Mobo vorbei und repariert, wenn's gar nicht anders geht.
Ich habe in der ganzen Zeit noch nie nicht einen einzigen Euro (Schilling, DM) für Schäden bezahlt, Kleinigkeiten wurden von meinen Firmen hingenommen, verloren hab ich in der Zeit einen einzigen Fender.
Gechartert hab ich hauptsächlich in Kroatien, 4 x Italien, 6 mal Griechenland und 3 x Türkei, immer bei österr. Firmen bzw. Einzelvercharterern (schwarz?) in Italien.
Nachteilig hat sich beim Zustand der Schiffe immer meine Vorliebe zu Charter im September / Oktober, die Schiffe haben dann immer schon eine Jahresnutzung hinter sich.
Leider musste ich feststellen, dass mit den Schiffen (wenn man das Gleiche mehrmals chartert) fürchterlich umgegangen wird, was da alles abgerockt wird ist unsagbar.
Herzlichen Gruß - Peter Jc. :jugo:

Katty262

Kapitän

Beiträge: 566

Wohnort: Düsseldorf

Bootstyp: Hurley 800

Heimathafen: Düsseldorf

  • Nachricht senden

303

Donnerstag, 12. November 2020, 19:39

Deinen letzten Absatz kann ich sehr gut nachvollziehen Peter, daher würde ich mal frech behaupten das die standards zu sehend schlechter werden. Da will ich den Vercharterbetrieben Betrieben aber keinen Vorwurf machen. Das Publikum hat sich halt verändert, mehr Event leute auf den Booten und entsprechend sehen die Boote aus. Das ist für die wenigen vernünftigen Leute halt schade. Wenn ich nicht muss, bin ich ganz froh nicht chartern zu müssen.

Vielleicht (selbstkritisch) liegst aber auch am fortschreitenden Alter, das man sich nicht mehr jeden Quatsch antut :-)
„Man ist entweder Teil der Lösung oder Teil des Problems“ zitat Gorbatschow.

Winterfalke

Kap Hornier

Beiträge: 12 747

Wohnort: Niederösterreich

Bootstyp: gecharterte 30 - 40ft.

Heimathafen: Adria

  • Nachricht senden

304

Donnerstag, 12. November 2020, 19:46

Da ich jedoch trotzdem preisgünstig chartere

Jetzt mal (wie man im Norden sagt) Butter bei die Fische.
Ich hab bei bescheidenen 8 Chartertörns nie mehr als 1000€ für eine Woche gezahlt. Einmal war ein WC-Pumpenventil kaputt (wurde unverzüglich getauscht), beim "teuersten" Törn hat mal eine Batterie gegast (wurde sofort getauscht) und zweimal musste die Kautionsversicherung ran. Einmal wegen einer mistigen Charterbasis und einmal wegen einem Schaden, den wir leider fahrlässig verursacht haben.
Als Eigner hätten mich diese 8 Wochen in 5 Jahren mind. 25.000€ Instandhaltung plus Anschaffung gekostet. Wenn ich in Pension bin werden die Karten vllt. neu gemischt. Aber zu diesem Thema gibt es hier Threads ohne Ende. Das TO war nochmal was...? ;)
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

305

Freitag, 13. November 2020, 08:07

Deinen letzten Absatz kann ich sehr gut nachvollziehen Peter, daher würde ich mal frech behaupten das die standards zu sehend schlechter werden. Da will ich den Vercharterbetrieben Betrieben aber keinen Vorwurf machen. Das Publikum hat sich halt verändert, mehr Event leute auf den Booten und entsprechend sehen die Boote aus. Das ist für die wenigen vernünftigen Leute halt schade. Wenn ich nicht muss, bin ich ganz froh nicht chartern zu müssen.

Vielleicht (selbstkritisch) liegst aber auch am fortschreitenden Alter, das man sich nicht mehr jeden Quatsch antut :-)
sicher richtig - wo vor 30 Jahren primär "Segler" unterwegs waren, sind es heute "Kreuzfahrturlauber".
Das hat man besonders beim Mitsegeln gemerkt - von in den 89/90ern noch als "Crew" erlebten Törns hat es sich zunehmend in Dienstleistung für "Auftraggeber" (ich hab bezahlt, Skipper, also fahr mal da hin...) und Party-Radau-Urlauber entwickelt. Zumindest im Mittelmeer, und die Karibik soll da ja kaum anders sein (weil teurer scheint es eher zu bremsen :-)

Ich will auch Vercharterer nicht exkulpieren - natürlich hängt alles an der Charterbasis - aber auch dort werden seit Jahren mehr und mehr Hilfskräfte oder Angelernte beschäftigt, die im Hafen cool herumfuhrwerken und herumrangieren können, aber wenn deren "Törn" weiter geht, als bis zur Tankstelle, wirds schwierig.

jaja, die guten alten Zeiten - tempi passati... und sie werden nie zurückkommen, wenn man sich Segelurlaubshochfrequenzküsten wie die von Kroatien anschaut, weiß man, wo das hingeht. Dem entspricht auch der Schiffsstyle, technisch wie ergonomisch. Das ist teilweise von Vorteil, auch die modulare Bauweise (bei Defekt einfach austauschen, statt reparieren) hat da Vorteile, aber es geht halt die "Seefahrerromantik" verloren. Das ist vielleicht an Nord- und Ostsee zumindest in den etwas entlegeneren Gegenden nicht so stark zu spüren, aber überall dort, wo kommerziele Urlaubsgestaltung sich etablierte, wa rund ist das so, und im Zuge der Ent-Sozialisierung und Vereinsamung und Distanzierung auf Booten dürfte dieser Trend inhaltlich wie quantitativ so weitergehen - wo im Sommer jede Parkbucht zu einem Massenwohnmobilplatz wurde, und sich die Lemminge dort Seit an seit individuell führen durften, wird sich vermutlich bald massiv die Nachfrage nach Yachten erhöhen.

Immerhin wurden jedes Jahr über 30.000 Scheine ausgegeben, ein paar hunderttausend potentielle Segler/innen (Charterer) wimmeln dann in den "Geheimbuchten" umeinand - die vielen hunderttausend Yachten wollen ja auch mal bewegt werden ...
Skippertricks
denn die besten Kapitäne sitzen auf der Hafenmauer (und die allerbesten auf der Couch) :rolleyes: :P

88markus88

Salzbuckel

Beiträge: 4 047

Wohnort: Frankfurt

Schiffsname: Arvika

Bootstyp: Comfortina 35

Heimathafen: Dintelmond

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

306

Freitag, 13. November 2020, 08:15

Naja, die "guten alten Zeiten" ;)

Wenn es am Mittelmeer so schlimm ist, bin ich ja froh im Norden unterwegs zu sein - solche angedockten Gurken habe ich an der Ostsee noch nicht gesehen, und Partyurlauber gibt es da auch nur wenige.
:cheers:
-----------------------------------------------------
Autokorrektur ist grässlich!
-----------------------------------------------------

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 184   Hits gestern: 2 924   Hits Tagesrekord: 12 076   Hits gesamt: 6 049 644   Hits pro Tag: 2 427,71 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 1 052   Klicks gestern: 20 779   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 46 241 703   Klicks pro Tag: 18 556,74 

Kontrollzentrum