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  • »skipperopa« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 30. März 2014, 15:46

Sind SSS und SHS Prüfungen noch zeitgemäß und transparent?

Liebe Seglerfreunde,
Um die heute durchgeführten schriftlichen Prüfungen ins rechte Licht zu rücken, veröffentliche ich folgenden Beitrag:
Nach Absolvierung zahlreicher Prüfungen (SBF-See, SBF-Binnen, SRC, SKS, SSS) und ca. zehntausend Meilen in 3 ½ Jahren
war ich entschlossen, mir die „Krönung der Scheine“, den SHS zu erwerben, weil ich ihn für gewerbliche Fahrten brauche.
(Ich segele seit 1977 und Wassesport betreibe ich seit 1960)

Nach sorgfältiger Vorbereitung habe ich dann einen Anlauf gewagt, der bis auf das Fach Wetterkunde auch erfolgreich verlief. Weil die Fragen darin nicht schwer
vorkamen und auch Antworte für alle Fragen aus dem Handgelenk kamen, bestand ich darauf, Akteneinsicht zu verlangen. Diese wurde mir nach einer Anzahl von E-Mails und eingeschriebenen Briefen und nach drei Wochen sogar im Schriftverkehr gewährt und musste dafür nicht von Bayern nach Hamburg dackeln. (In den Richtlinien für die Durchführung nach §2 Sportseeschifferscheinverordnung steht tatsächlich das Büro der ZVST für Akteneinsicht so drinnen, wahrscheinlich um Bewerber von einer Akteneinscht abzuschrecken)

Schliesslich habe ich meine Prüfungsarbeit und eine Kopie des Lösungsbogens mit Bewertungspunkten erhalten und kam nach einer Analyse, die ich so objektiv wie nur möglich durchgeführt habe, auf 30,5 Punkte (aus 40) während der Prüfer nur 11 Punkte gegeben hat. (Die Bestehensgrenze ist 65% oder 26 Punkte) Dabei habe ich die Bewertungsgrundsätze des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts für berufsbezogene Prüfungen vor Augen gehalten und meine Antworten nach inhaltlicher Richtigkeit und nicht nach vorhandensein von spezifischen Formulierungen, Wörtern bewertet. (Bewertungsspielraum vs. Antwortsspielraum) Ebenso habe ich Antworte, die sich auf Bilder und Texte von einschlägigen, anerkannten Büchern stammten als richtig bewertet. Und natürlich habe ich auch keine unbegründeten Punktabzüge gemacht wie der Prüfer.

Statistisch gesehen sind Punkte aus folgenden Gründen nicht gegeben oder abgezogen worden:
1. Bewertungsgrundsätze mißachtet 4 Punkte
2. Aus Textbüchern zitiert aber nicht gleichlautend wie im Lösungsbogen 12 Punkte
3. Unbegründete Punktabzüge 3,5 Punkte
4. Davon im Widerspruchsverfahren freiwillig korrigiert 2,5 Punkte
Im Lösungsbogen gibt es Formulierungen, die in den Textbüchern oder anderen anerkannten Quellen nicht enthalten sind, teilweise Fakten widersprechen, Wiederholungen und zur Frage irrelevante Informationen enthalten. Diese willkürliche Bewertung hat weniger Auswirkung in den anderen Fächern wie Navigation oder Schifffahrtsrecht, weil dort berechnete Ergebnisse und eindeutige Formulierungen überwiegen aber ganz frei davon sind diese auch nicht. Seemannschaft ist ähnlich wie Wetterkunde: beschreibender Text=großer Bewertungsspielraum.

Mein Widerspruch – an die ZVST gerichtet – hat nur ergeben, daß diese drastische Unterbewertung im Ganzen bestätigt wurde, also kein Einzelfall und Fehler des bewertenden Prüfers war sondern „company policy“, also eine durchaus organisierte Einrichtung, um (SSS/SHS) Prüfungen nach belieben zu bewerten.
Jetzt habe ich den Fall – mit allen Beweisen – zum Verwaltungsgericht gebracht, weil ich der Meinung bin, daß genügend Beweise vorliegen um
  1. Den Widerspruchsbescheid der ZVST aufheben zu lassen und eine Neubewertung – diesmal unter Berücksichtigung geltender Bewertungsgrundsätzen – vorzunehmen und die Prüfung als „bestanden“ qualifizieren zu lassen (persönliches Anliegen)
  2. Die „Verordnungs- und Richtliniengeber“ (DSV+DMYV) zu zwingen, bei diesem Prüfverfahren alle Fragen und Musterantworten mit Bewertungspunkten zu veröffentlichen, da dies heute für alle anderen Sportbootscheine und Funkzeugnisse bereits der Fall ist, umso mehr, weil man in der Bewertung auf bestimmte, bis heute "geheimgehaltene" Formulierungen, Schlüsselwörter besteht. (gemeinschaftliches Anliegen)
  3. Die „Verordnungs- und Richtliniengeber“ zu zwingen, Akteneinsicht auf Anfrage auch im Schriftverkehr zu gewähren (gemeinschaftliches Anliegen)
  4. Den Tatbestand eines vorsätzlichen Amtsmißbrauchs in einer Verwaltungsakt hinreichend zu unterstützen (öffentliches Anliegen)
Als weitere Maßnahme, habe ich die Aufsichtsbehörde, das Bunderministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur angeschrieben, den Fall geschildert und im Interesse der Transparenz die gleichen Forderungen wie oben gestellt sowie mittelfristig um die Veränderung des Prüfverfahrens auf „multiple choice“ und über ein gesichertes Internetportal gebeten. Ein solches System existiert bereits als privat errichtete WEB-Seite zur Simulation und Vorbereitung für SBF- und Funkprüfungen.

Ich bitte Euch, Eure Erfahrung zum Thema schriftliche Prüfung SSS/SHS zu schildern und wenn mit Problemen behaftet, über PN zu melden.
P.S. Im übrigen steht in der Einladung, daß man "funktionsfähigen" Taschenrechner beliebigen Modells in der Prüfung gebrauchen kann. (ein anderer thread)

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »skipperopa« (30. März 2014, 17:16) aus folgendem Grund: Formatprobleme


unregistriert

2

Sonntag, 30. März 2014, 19:23

hab ich was verpasst ?

oder ist mal wieder Zeit für

3

Sonntag, 30. März 2014, 23:09

Ich habe noch nie davon gehört, dass jemals ein Schein per Gerichtsbeschluss zugesprochen wurde.
So sehr ich Deine Enttäuschung über die Bewertung Deiner Antworten verstehe (ein guter bekannter hat gerade das Gleiche bei seinem SHS erlebt), stellt sich mir die Frage, ob es nicht relaxter und weniger zeitaufwändig gewesen wäre, den relevanten Teil zu wiederholen?
Hat mein Bekannter auch gemacht - dann an einem anderen Prüfungsort und hat mit bestanden.
Ich habe mir meinen Forennamen nicht umsost gewählt, aber den Stress würde ich mir nicht machen.
Liebe Grüße
Stefan

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4

Sonntag, 30. März 2014, 23:17

P.S. Im übrigen steht in der Einladung, daß man "funktionsfähigen" Taschenrechner beliebigen Modells in der Prüfung gebrauchen kann. (ein anderer thread)


Auch hier liegt die Beurteilung ob es sich um einen Taschenrechner oder einen Handheld handelt erst mal im Ermessen der PA.
Sicher wäre es hilfreich, wenn es eine Positivliste der zugelassenen programmierbaren Taschenrechner gäbe. Aber eine solche Liste muss auch gepflegt werden. Und mal Hand aufs Herz, die kritischen Modelle wurden in den angesprochenen anderen Thread doch schon genannt.
Man kann es drauf ankommen lassen, muss sich aber dann nicht wundern, wenn man wieder an einen PA kommt, der das Modell nicht zulässt.
Meine SSS-Prfüfung fand ich fair bewertet auch wenn ich in einem Fach ein zweits Mal antreten durfte. Vielleicht hätte es bei einem anderen Bewertungsmaßstab auch gereicht, aber was soll's. Meine Tochter hat sogar Mathe Abi innerhalb von 6 Wochen 2 x geschrieben aufgrund entsprechender Pannen (wir erinnern uns?).
Liebe Grüße
Stefan

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5

Montag, 31. März 2014, 04:16

Hmm..

Ich finde es schon ganz gut, das sich jemand mal die Mühe macht, solchen "Ungereimtheiten" mal nachzugehen !

Eine schriftliche Prüfung sollte auf jeden Fall immer eindeutig nachvollziehbar sein. Egal wie sie ausgeht.
Und "geheime Schlüsselworte".. Sowas geht ja mal garnicht ! X(

Bei meiner UBI/SRC-Prüfung hatte ich (NACH bestehen der Prüfung ! :) ) auch den Prüfer darauf hingewiesen, das eine vorgegebene Antwort auf eine Frage, die auch auf meinem Bogen vorkam,
schlichtweg FALSCH ist :
Durch den Squelch/Rauschsperre wird nunmal NICHT die Empfindlichkeit des Empfängers reduziert (was ABSOLUT kontraproduktiv wäre !), sondern nur die Schaltschwelle verändert, ab wann ein Signal quasi an den Lautsprecher "durchgestellt" wird.

Die beiden Prüfer waren jedenfalls an meinen Erklärungen sehr interessiert. Wurde ein nettes Gespräch über Funktechnik :)
Ob sich dadurch was an der Frage/Antwort geändert hat, weiss ich nicht.

Das war noch vor MC. Könnte einer von euch in den neuen MC-Bögen mal nachschauen ?

.

Sehbeer

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6

Montag, 31. März 2014, 08:21

... wenn es eine Positivliste der zugelassenen ...
Die Aussage zu diesem Thema in anderen Thread war, dass alle programmierbaren Rechner nicht zugelassen wurden. Das fände ich auch völlig OK - es muss nur einheitlich gehandhabt werden und vorher ordentlich kommuniziert werden.
Liebe Grüße + Bleibt gesund!

Mattze :Kaleun_Salivating:
Wasch dir die Hände, als hättest du gerade Chillies geschnitten, und wolltest jetzt masturbieren!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sehbeer« (31. März 2014, 11:38)


jensstark

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7

Montag, 31. März 2014, 11:35

Durch den Squelch/Rauschsperre wird nunmal NICHT die Empfindlichkeit des Empfängers reduziert (was ABSOLUT kontraproduktiv wäre !), sondern nur die Schaltschwelle verändert, ab wann ein Signal quasi an den Lautsprecher "durchgestellt" wird.

Die beiden Prüfer waren jedenfalls an meinen Erklärungen sehr interessiert. Wurde ein nettes Gespräch über Funktechnik
Ob sich dadurch was an der Frage/Antwort geändert hat, weiss ich nicht.

Jemand hatte die Fragen hier vor einigen Tagen von ELWIS verlinkt. Soweit ich weiß, war der Unsinn da immer noch 'drin.

Heute ist das Frage 51:

Zitat

51. Wozu dient am UKW-Gerät die Rauschsperre (Squelch)?
1. Der Lautsprecher des Empfängers wird nur ab einem Mindest-Empfangssignalpegel aktiviert

2. Das Rauschen kann stufenlos auf einen angenehmen Wert eingestellt werden
3. Die Rauschsperre verbessert die Wiedergabe von schwachen Empfangssignalen
4. Der Lautsprecher des Empfängers wird nur beim Empfang von Notsignalen aktiviert

unregistriert

8

Montag, 31. März 2014, 11:59

Das ist so doch wohl auch richtig, oder steh ich auf'm Schlauch?

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9

Montag, 31. März 2014, 12:18

Ich finde es schon ganz gut, das sich jemand mal die Mühe macht, solchen "Ungereimtheiten" mal nachzugehen !
Da bin ich auch vollkommen deiner Meinung.

Ich habe noch nie davon gehört, dass jemals ein Schein per Gerichtsbeschluss zugesprochen wurde.
Das kann ja nicht das Argument sein. Das wäre gleichbedeutend mit so Sprüchen wie "das war schon immer so", die dann als Legitimierung her halten müssen.

stellt sich mir die Frage, ob es nicht relaxter und weniger zeitaufwändig gewesen wäre, den relevanten Teil zu wiederholen?
Wahrscheinlich schon, aber will man denn immer alles durchgehen lassen und klein beigeben? Wenn es immer nach dem Motto "der Klügere gibt nach" läuft, dann machen
die anderen einfach immer weiter, weil ihnen nie jemand eine Grenze setzt.

Ist schon gut, auch mal hart dagegen zu halten.
LG, Christoph

Voyaging under sails is one of the most deeply satisfying experiences in life.

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10

Montag, 31. März 2014, 12:20

Das ist so doch wohl auch richtig, oder steh ich auf'm Schlauch?

Sehe ich auch so, oder?
Gruß,

Mikolaj

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11

Montag, 31. März 2014, 12:25

Warum keinen programmierbaren Taschenrechner?

Die Aussage zu diesem Thema in anderen Thread war, dass alle programmierbaren Rechner nicht zugelassen wurden. Das fände ich auch völlig OK - es muss nur einheitlich gehandhabt werden und vorher ordentlich kommuniziert werden.

Es gehört zwar nicht zu diesem Thread, aber:

Ich dachte in einer Prüfung sollte man nach Möglichkeit "praxisgerecht" die Aufgaben lösen können. Und es käme darauf an, daß man seine Fähigkeiten nachweisen kann.

Taschenrechner sind zugelassen, weil sie mit Batterien über mehrere Monate betrieben werden können, somit von Bordelektrik recht unabhängig sind.
In diesem Fall macht das keinen Unterschied ob einer programmierbar ist oder nicht. Nur in der Geschwindigkeit der Lösung einen gewaltigen Unterschied.

Ich habe einen Casio FX-9860GII gekauft und alles selber programmiert und an unzähligen Aufgaben getestet. Konnte auch die Aufgabe der Großkreisnavigation
in einigen Sekunden berechnen lassen. Der Prüfer hat es versucht mit seinem Laptop und konnte nicht, weil die Entfernung zu groß und sein Programm (nach Mittelbreite) dadurch blokiert war.
Ich habe nicht nach Mittelbreite, sondern nach vergrößerter Breite gerechnet und das Ergebnis war korrekt.

Sonst wenn man noch weniger abhängig bleiben will, kann man auch Rechenschieber einsetzen. Ich kann es noch und habe noch drei Exemplare. Die brauchen überhaupt keinen Strom.
Eine totale gerechte Prüfungsbedingung für ALLE gibt es nicht: wer mehr lernt, sich sorgfältiger vorbereitet, weißt auch mehr.

jensstark

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12

Montag, 31. März 2014, 12:26


...Akteneinsicht zu verlangen. Diese wurde mir nach einer Anzahl von E-Mails und eingeschriebenen Briefen und nach drei Wochen sogar im Schriftverkehr gewährt und musste dafür nicht von Bayern nach Hamburg dackeln. (In den Richtlinien für die Durchführung nach §2 Sportseeschifferscheinverordnung steht tatsächlich das Büro der ZVST für Akteneinsicht so drinnen, wahrscheinlich um Bewerber von einer Akteneinscht abzuschrecken)
Wie man aber in der Praxis sieht, wird Akteneinsicht ja bei begründetem Interesse sogar kulanterweise schriflich gewährt. Und daß die Leute in Hamburg kein Interesse hat, bei reinen "Neugierkandidaten" die Unterlagen zusammenzusuchen, zu kopieren und zu verschicken, noch dazu die Vertraulichkeit der Prüfungsaufgaben zu schwächen, kann ich gut verstehen.

Schliesslich habe ich meine Prüfungsarbeit und eine Kopie des Lösungsbogens mit Bewertungspunkten erhalten und kam nach einer Analyse, die ich so objektiv wie nur möglich durchgeführt habe, auf 30,5 Punkte (aus 40) während der Prüfer nur 11 Punkte gegeben hat.

Hmm. Wenn das mit der Objektivität gerade für die betroffenen so einfach wäre, hätten wir keine gut beschäftigten Gerichte.

(Die Bestehensgrenze ist 65% oder 26 Punkte) Dabei habe ich die Bewertungsgrundsätze des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts für berufsbezogene Prüfungen vor Augen gehalten und meine Antworten nach inhaltlicher Richtigkeit und nicht nach vorhandensein von spezifischen Formulierungen, Wörtern bewertet. (Bewertungsspielraum vs. Antwortsspielraum) Ebenso habe ich Antworte, die sich auf Bilder und Texte von einschlägigen, anerkannten Büchern stammten als richtig bewertet. Und natürlich habe ich auch keine unbegründeten Punktabzüge gemacht wie der Prüfer.[/size]

Das müßte in jedem Einzelfall ein unbeteiligter Experte für das Thema Seewetter beurteilen. Gerichtlich also ein Gutachter, der beispielsweise beim DWD mit Seewetter befaßt ist und zumindest die sachliche Korrektheit der Antworten prüfen könnte. Es ist nicht so, daß die Prüflinge in großer Mehrheit durch die Prüfung fallen. Was ist in diesem Falle in Vorbereitung und bei den Antworten anders gelaufen als bei den anderen Teilnehmern?

Mein Widerspruch – an die ZVST gerichtet – hat nur ergeben, daß diese drastische Unterbewertung im Ganzen bestätigt wurde, also kein Einzelfall und Fehler des bewertenden Prüfers war sondern „company policy“, also eine durchaus organisierte Einrichtung, um (SSS/SHS) Prüfungen nach belieben zu bewerten.

Das wäre allerdings Kindertheater. Wurde das von der ZVST in dieser Form schriftlich mitgeteilt?

Jetzt habe ich den Fall – mit allen Beweisen – zum Verwaltungsgericht gebracht, weil ich der Meinung bin, daß genügend Beweise vorliegen um den Widerspruchsbescheid der ZVST aufheben zu lassen und eine Neubewertung – diesmal unter Berücksichtigung geltender Bewertungsgrundsätzen – vorzunehmen und die Prüfung als „bestanden“ qualifizieren zu lassen (persönliches Anliegen)

Hm... Die Prüfer sind im Regelfalle fachkundig, die Verbände unterliegen einer ministeriellen Fachaufsicht. Das Verwaltungsgerichtsverfahren (was sich in der Rechtsmittelbelehrung fand) ist juristisch sicher das korrekte Mittel, aber bei einem derartigen Mißverhältnis in der Benotung wäre ich auf die Aussage des Gutachters und des Verbandes gespannt.

Die „Verordnungs- und Richtliniengeber“ (DSV+DMYV) zu zwingen, bei diesem Prüfverfahren alle Fragen und Musterantworten mit Bewertungspunkten zu veröffentlichen, da dies heute für alle anderen Sportbootscheine und Funkzeugnisse bereits der Fall ist, umso mehr, weil man in der Bewertung auf bestimmte, bis heute "geheimgehaltene" Formulierungen, Schlüsselwörter besteht. (gemeinschaftliches Anliegen)

Die Fragen und Musterantworten sind bei den meisten höheren Prüfungen ziemlich allerorts vertraulich. Ich kann nicht erkennen, warum es ausgerechnet in diesem Bereich anders sein soll. Die Umstellung auf multiple choice bei den Einstiegsscheinen diente ja (neben der schwereren Anfechtbarkeit) hauptsächlich einer Vereinfachung des Aufwands wegen der im Vergleich großen Menge. Insbesondere unter Berücksichtigung des Anspruchs der Prüfung kann vom Prüfling wohl eine Vorbereitung in einer Tiefe verlangt werden, die über das bloße Auswendiglernen von Musterantworten hinausgeht.

Die „Verordnungs- und Richtliniengeber“ zu zwingen, Akteneinsicht auf Anfrage auch im Schriftverkehr zu gewähren (gemeinschaftliches Anliegen)

Wurde ja im Einzelfall so geregelt. Warum ich das als allgemeine Lösung für wenig zielführend halte (auch unter Rücksicht auf das Personal), dazu mehr oben.

Den Tatbestand eines vorsätzlichen Amtsmißbrauchs in einer Verwaltungsakt hinreichend zu unterstützen (öffentliches Anliegen)

Den Amtsmißbrauch als Straftat gibt es so direkt nicht mehr. Welches spezifisch Amtsdelikt soll vorliegen?

Als weitere Maßnahme, habe ich die Aufsichtsbehörde, das Bunderministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur angeschrieben, den Fall geschildert und im Interesse der Transparenz die gleichen Forderungen wie oben gestellt sowie mittelfristig um die Veränderung des Prüfverfahrens auf „multiple choice“ und über ein gesichertes Internetportal gebeten. Ein solches System existiert bereits als privat errichtete WEB-Seite zur Simulation und Vorbereitung für SBF- und Funkprüfungen.

Ich mache im Schnitt etwas über eine Prüfung pro Jahr über gesicherte Internetportale und mußte mich vor einiger Zeit als Dozent für solchen Kram auch mit den Regularien für Prüfcenter auseinandersetzen. Es ist bei diesen Prüfungen üblicherweise so, daß diese entweder als feste oder temporäre Einrichtung mit entsprechender Softwareausstattung (beispielsweise durch Prometric) und unter Zugrundelegung bestimmter Richtlinien (Ausweispflicht des Bewerbers, Beschränkung der Hilfsmittel beispielsweise auf von der Prüforganisation gestellte Hilfsmittel, ständige Beaufsichtigung der Prüflinge, gesicherte Übertragung von Tests, Antworten und Ergebnissen, Zertifizierung der mit der Prüfung betrauten Mitarbeiter) betrieben werden. Der Aufwand und die Kosten sind nicht unerheblich. Noch dazu schränkt multiple choice, besonders im Onlineverfahren, die Möglichkeiten zur praxisnahen Gestaltung der Prüfung massiv auf eine Handvoll Frageformen ein. Aufgaben, die die Anwendung von erlerntem Wissen (wie beispielsweise schon die Kartenaufgabe beim SKS) betreffen, lassen sich nicht oder nur sehr schlecht abbilden. Die Qualität der Prüfung würde aus meiner Sicht darunter leiden.

Vielleicht beschließt das Verwaltungsgericht auch einfach den Anspruch auf eine gebührenfreie Widerholungsprüfung im Fach Wetterkunde, ggf. unter ministerieller Aufsicht. :)

unregistriert

13

Montag, 31. März 2014, 12:54

Und "geheime Schlüsselworte".. Sowas geht ja mal garnicht !



Stimmt!
und da es sie auch nicht gibt ist alles gut!


@ Threaderöffner : warst Du in einer Schule oder bist Du Autodidakt ?



Das Verwaltungsgerichtsverfahren kann allenfalls eine formale Unrichtigkeit der Prüfung als Widerspruch zur Prüfungsordnung feststellen. Wenn dies der Fall kann die Prüfung ohne erneute Gebührenerhebung wiederholt werden.

columbus488

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14

Montag, 31. März 2014, 13:56

Ich finde es schon ganz gut, das sich jemand mal die Mühe macht, solchen "Ungereimtheiten" mal nachzugehen !

:gooost:
ob es was bringt, was es dem TE bringt und was es uns für die Zukunft bringt ist doch erst mal zweitrangig, wichtig ist, das jemand mal diesen Weg beschreitet und somit auch mal ein Achtungszeichen setzt....
zumindestens werden wir wohl erfahren, was so ein Verfahren im Endeffekt wirklich für Auswirkung hat / haben kann.
ob etwas an diesen "geheimen Rdewendungen" dran ist werden wir eh nie erfahren, aber die Verbände sollten auch mal merken, das nicht alle alles hinnehmen...

C488
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »columbus488« (31. März 2014, 14:15)


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15

Montag, 31. März 2014, 14:09

@ Threaderöffner : warst Du in einer Schule oder bist Du Autodidakt ?
Hallo,
Wenn man im ganzen Leben immer weiter lernt, wird man immer mehr Autodidakt. Man lernt Informationen zu recherchieren, was heute mit dem Internet viel einfacher geworden ist.
Auch Textbücher gibt es genügend. Alle meiner schriftlichen Fliegerprüfungen (6) habe ich auch mit Hilfe von Büchern und Videos vorbereitet.
In einer Schule wird einem der Stoff erklärt. Danach muss man immer noch lernen und üben.
In der Navigation musst du in erster Linie lernen, keinen Rechenfehler zu machen und Zahlen IMMER richtig abzuschreiben. (Vorzeichen, Kommastelle, usw.)
Da kann nur Übung und nochmals Übung mit viel Konzentration und Selbstkontrolle helfen.
MfG

unregistriert

16

Montag, 31. März 2014, 14:15

ein einfaches "Schule" oder "zu Hause" hätte gereicht ... danke!



weil man in der Bewertung auf bestimmte, bis heute "geheimgehaltene" Formulierungen, Schlüsselwörter besteht.



ist das so ?
und dies weißt Du weil ..?

columbus488

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Montag, 31. März 2014, 14:24

noch mal zurück zum Thema:
Das man diese doch höherwertigen Prüfungen nicht als Multiple Chois durchfahren kann ist schon klar, zumindestens ist das meine Meinung. Aber warum es keine Musterlösung udn keine Aushändigung der Prüfungsbögen gibt, und warum die EInsichtnahme so derart schwer gemacht wird ( ich habe solche Ergebnisse auch aus meinem engeren Bekanntenkreis gehört ) hat dann doch für mich einen faden Beigeschmack...

C488
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unregistriert

18

Montag, 31. März 2014, 14:31

Multiple Choice nennt man bei uns das Schimpansen-Abi ...



Die Einsicht/Widerspruch Situation ist beim DSV/ZVST klar und eindeutig geregelt; mit der Prüfungsanmeldung unterwirft man sich der Prüfungsordnung freiwillig und erkennt jene als allein verbindlich an; und in jener PO sind die Regularien klar formuliert.

und was "Schikane" angeht .. ich war (auch) mal Prüfer für die IHK .... dort sind die Regularien nahezu identisch; denn der Gesetzgeber verknüpft die Beleihung an bestimmte Voraussetzungen und dabei ist es IHM egal ob kfm./handw. Ausbildung, Führerschein oder SBF.

  • »skipperopa« ist der Autor dieses Themas

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19

Montag, 31. März 2014, 14:35

Hallo,

wenn man meinen Beitrag sorgfältig liest, wird erkennen, daß ich den Antrag gestellt habe, um "1. ....den Widerspruchsbescheid aufzuheben und eine NEUBEWERTUNG UNTER BERÜCKSICHTIGUNG GELTENDER BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE VORZUNEHMEN...." .
Also der Richter braucht die ZVST nur zu verpflichten, diesmal die Prüfungsarbeit nach den geltenden Richtlinien der beiden obersten Gerichte der Republik zu bewerten. Die Bewertung macht also nicht der Richter sondern die ZVST oder der PA. Ist ja auch egal, solange sie nicht gegen Bewertungsgrundsätze verstoßen. Und wenn nachher die Punktezahl 26 oder darüber ist, dann heisst: Prüfung bestanden, Punkt.

Was VERTRAULICHE Prüfungsfragen anbetrifft:

Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Man macht so weiter mit "vertraulichen" Fragen, aber der Prüfer akzeptiert einen Antwortspielraum und punktet nicht nach Schlüsselwörtern, sondern nach inhaltlicher Aussage. (Bewertungsgrundsatz 1) Außerdem sind Antworten, die durch Informationen aus Textbüchern begründet sind prinzipiell richtig. (Bewertungsgrundsatz 2) Der Prüfer MUß in seiner Bewertung die Gedankengänge des Prüflings folgen.(Bewertungsgrundsatz 3)
Heute wird diese Methode praktiziert, nur manchmal eben ohne Rücksicht auf diese Bewertungsgrundsätze. Und das ist schlicht Willkür.

2. Man verlangt bestimmte Formulierungen im freien Text. Dann darf es keine "geheime" Fragen und Antworten geben. Schliesslich muß man wissen, was von einem verlangt wird. Sonst ist die Prüfung ein Lotteriespiel und macht keinen Sinn. Deshalb MÜSSEN die Fragen und Antworten veröffentlicht werden. Dann gibt es weder Lotterie, noch Bewertungsfehler, sondern Transparenz. Und genau diese Transparenz wollen manche nicht gewähren.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »skipperopa« (31. März 2014, 15:00)


unregistriert

20

Montag, 31. März 2014, 14:37

Dann darf es keine "geheime" Fragen und Antworten geben.



ich bedaure, mich ungenau ausgedrückt zu haben, entschuldige mich in aller Form, und formuliere meine Frage um ..


und sowas gibt es ?
und das weißt du weil ..?

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