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Windstärken

Windstärkentabelle

1

Mittwoch, 18. November 2020, 00:51

Ein Tief nach dem anderen

Momentan trifft in England ein Tief nach dem anderen ein. Da sind fast keine Lücken mehr dazwischen, um in der Nordsee mittlere Strecken zu fahren.

Ist das im November eigentlich oft so? Also dass die Tiefs dort in derartiger Dichte angerauscht kommen und so wenig Lücken lassen?

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2

Mittwoch, 18. November 2020, 04:08

Joa, machste nix. Auf Höhe Frankreich ziehen aktuell auch immer mal wieder kleine Hochs durch, dadurch werden die großen Tiefs die Richtung Norwegen ziehen in der Nordsee nochmal schön komprimiert.
Da siehts echt bitter aus. Im Englischen Kanal hingegen ergeben sich durch die Hochs immer mal wieder Lücken die auch 1-2 Tage segeln ermöglichen. Das sah vor 2 Wochen aber auch ganz anders aus, da war 10-12 Tage lang kein Tag unter 20 Knoten Wind.

Keine Ahnung wie es letztes Jahr war, aber das scheint mir bis jetzt nicht ungewöhnlich. Es ist ja nicht nur die Kälte warum plötzlich so viele Boote an Land stehen :-) Die Hochs sind so klein und schwach geworden und haben kaum Platz, dass die Übergänge von Flaute und Wind 15+ Knoten quasi nicht mehr vorhanden sind. Und entweder motoren oder andauernd 2tes Reff einbinden ist dem entspannten segeln ja auch nicht zuträglich. Es sei denn man steht drauf.
/Marco

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"There is no place, I can be, since i've found Serenity"

F28

Salzbuckel

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3

Mittwoch, 18. November 2020, 08:14

Ja, das ist eine für November recht typische Wetterlage. Südlich von Grönland entsteht ein Tief nach dem anderen und macht sich auf den altbekannten Weg in Richtung Schottland und Norwegen.
Sowas kommt aber leider auch im Hochsommer öfter vor. Und leider hält sich so eine Großwetterlage meist über mehrere Wochen.
Aber immerhin ziemlich berechenbar: ein Blick auf die Wetterlage im Nordatlantik zeigt, was südlich von Grönland grade los ist. Und das trifft halt in paar Tage später in der Nordsee ein.
Gruß
F28

4

Mittwoch, 18. November 2020, 08:54

Ist das im November eigentlich oft so? Also dass die Tiefs dort in derartiger Dichte angerauscht kommen und so wenig Lücken lassen?

Nicht oft aber immer öfter. Die heranziehenden Tiefs im Norden schaufeln milde Luft in den Süden. Je größer das Tief, umso eher es in Kontinentnähe von Hochdruck über Südeuropa nach Norden abgelenkt wird, umso langanhaltender der Efffekt Das gabs füher auch, früher war alles gut, heute ist alles besser. Ich erinnere mich jedenfalls an Jahre, in denen selbst im milden Rheinhessen kein einziger Novembertag Temperaturen über 20° brachte, sogar an Jahre in denen jeder Novembertag unter 10 lag und an Schnee im November auf 300 Meter. Typisches Novemberwetter in Holland bestand nicht nur aus Sturm, sondern war relativ gesehen oft mild, dunstig oder neblig. Etwas Nebel war im Grunde ganz beliebt, denn der meiste Nebel wurde von Nieselregen vertrieben.

Gründe, sein Boot an Land zu setzen, gibts viele.

5

Mittwoch, 18. November 2020, 12:49

Ich frage mich ja, wann endlich über dem Ärmelkanal mal wieder ein 36 h-Wetterfenster ist, bei dem man bei einigermaßen zivilen Bedingungen raus kann. Momentan ist da überhaupt nichts in Sicht ...

6

Mittwoch, 18. November 2020, 13:42

Ohne schon wieder der Miesepeter sein zu wollen, fiel mein Entschluss wieder zu trailern, als ich in 3 Wochen unverschiebbarem Urlaub mitten in ein 3,5 Wochen dauerndes Sturmtief fuhr. Ständig zwischen 7 und 9, ständig Regen, ... Nach einer halben Woche habe ich aufgegeben, bin an meinen damaligen Festliegeplatz motort, habe auf dem Weg ans Mittelmeer die übrigen Boote, Rennräder, Treckkingräder und ein großes Zelt eingepackt und hatte danach noch eine sehr schöne Zeit. Auch abends im kurzärmligen Hemd, Shorts und Sandalen, dazu das gute Essen, frische Tomaten, die nicht nur nach Wasser und Wiese schmecken, frisches und auch reif gepflücktes Obst, Aprikosen fruchtiger und süßer als alles aus Schwartau und Aachen, der Wein selbstredend, Grenache, 51, 12 Sorten Oliven, die Käsesorten, Paté ... Varkensvlees met Worteltjes und Grolsch durften da gerne mal was warten ...

Holland ist nicht passé, überhaupt nicht, fahre ich immer noch gerne hin, gerade zum Segeln, auch wegen den vielen netten Leuten - aber das Wetter wird immer stabiler, das Gute wie das Schlechte.

F28

Salzbuckel

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7

Mittwoch, 18. November 2020, 13:50

Kommt im Kanal leider häufig vor: Azorenhoch im Süden, Tiefs im Norden.
Und dazwischen (also im Kanal) wochenlang West/Südwestwind mit 20 Knoten und mehr, die den Weg in den Westen äußerst mühsam machen.
Und da man Richtung Westen natürlich mit der Tide fährt (also Wind gegen Strom), ist das dann äußerst holperig...
Gruß
F28

8

Mittwoch, 18. November 2020, 15:08

Und dazwischen (also im Kanal) wochenlang West/Südwestwind mit 20 Knoten

Und dann die Böenspitzen oft über 30. Leider, leider ...

Wir warten derzeit, um von London nach Deutschland fahren zu können, wofür wir einen 36 h-Fenster brauchen, das morgens losgeht (damit wir bei Helligkeit losfahren können und bei der Dunkelheit nicht zweimal in die Dunkelheit kommen).

Was ist euer Tipp, wann sich so ein Fenster endlich öffnet? Wer traut sich eine Prognose?

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9

Mittwoch, 18. November 2020, 16:57

Und dazwischen (also im Kanal) wochenlang West/Südwestwind mit 20 Knoten

Und dann die Böenspitzen oft über 30. Leider, leider ...

Wir warten derzeit, um von London nach Deutschland fahren zu können, wofür wir einen 36 h-Fenster brauchen, das morgens losgeht (damit wir bei Helligkeit losfahren können und bei der Dunkelheit nicht zweimal in die Dunkelheit kommen).

Was ist euer Tipp, wann sich so ein Fenster endlich öffnet? Wer traut sich eine Prognose?


Sonntag Morgen 8 Uhr los, dann könnt ihr bis Montag Abend 18-21 Uhr sicher durchsegeln bei bis 15 Knoten, in Böen 20. Das hat sich die letzten 3 Tage bei Windy nicht geändert, scheint relativ sicher.
Ihr habt einen downwind Kurs, sollte ganz entspannt werden.
/Marco

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10

Mittwoch, 18. November 2020, 17:13

Sonntag Morgen 8 Uhr los

Ja, genau. Dieses Windfenster habe ich auch ganz intensiv im Blick. Gestern waren allerdings beim ECMWF-Modell für den Sonntag um die Nachmittagszeit noch stärkere Böen gemeldet. Bevor wir da die Planung festmachen und nach England reisen, dachte ich, ich warte mal noch bis morgen ab. Eine Viertagesvorhersage ist bei dieser Wetterlage ansonsten ja eigentlich nicht wirklich etwas Vertrauenerweckendes.

GFS sieht da deutlich besser aus, wobei ich nicht weiß, ob man das Modell dafür überhaupt einbeziehen sollte.

F28

Salzbuckel

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11

Mittwoch, 18. November 2020, 17:58

Wir warten derzeit, um von London nach Deutschland fahren zu können, wofür wir einen 36 h-Fenster brauchen

ah, in welchem Hafen liegt denn euer Boot? St. Catherine? Limehouse...?
Wollt ihr in einem durch bis in einen deutschen Hafen, oder erstmal nur rüber nach Belgien oder Niederlande?

Ich würde auch auf Start am Sonntag morgen setzen (weiß allerdings grade nicht, wann am Sonntag dort die Ebbe einsetzen wird). Mit dem kräftigen Wind die Themse runterrauschen, spätestens ab Tonne "Tanker" kann man gut segeln, auch gegen den Strom.
Für die Fahrt über die Nordsee würde ich mich vorsichtshalber darauf einrichten, mit Windstärken von 25 Knoten und mehr klarzukommen (bei unserer letzten Überfahrt im Sommer 19 sagten alle Vorhersagen: 15 kn, tatsächlich waren es in der Nacht 25 bis 30 kn). Bei achterlichem Wind gibt das eine rauschende Fahrt, allerdings auch eine ziemliche Belastung für den Rudergänger bzw. Autopilot durch die achterliche See.
Bullenstander oder Baumbremse ist seeeehr wichtig.
Gruß
F28

12

Mittwoch, 18. November 2020, 18:18

Die Idee bei der aktuellen Wetterlage ist erst mal nur rüber und an der Küste dann so weit wie möglich nördlich weiterfahren, wofür ein Fenster von 24-36 h angedacht ist (eher 36 als 24). Wir liegen oben im Blackwater River. London hatte ich nur als grobe Orientierung wegen des Wetters genannt.

Ich weiß nicht, wie du das immer machst. Wir schauen immer auf die Böen und rechnen dann nochmal 10 Knoten drauf. Alles, was dann über 30 ergibt, würden wir als zu vermeiden ansehen. Deshalb bin ich mir mit dem Sonntag auch noch nicht ganz sicher, da Windy für das ECMWF-Modell für Montag 0500 auf Höhe von Amsterdam Böenspitzen von 22 kt vorhersagt.

Nördlich von der Höhe Amsterdam befindet sich zu der Zeit über der Nordsee ja noch ein ordentliches Windfeld, bei dem ich mir nicht klar bin, wie gut ein Wettermodell vorhersagen kann, wie tief das tatsächlich in den Channel runterreichen wird, wobei es sich dabei ja um die Grenze zum Hoch über Nord-Ost-Frankreich handelt. Nach meinem Gefühl dürfte eine solche Vorhersage über mehr als 1-2 Tage eigentlich fast nicht möglich sein.

PS: Waren die vorhergesagten 15 kt bei dir damals die Böenspitzen oder der "Grundwind". Ich traue dem nämlich ebenfalls nicht so richtig, weshalb wir immer noch den oben von mir erwähnten Sicherheitsaufschlag von 10 kt auf die vorhergesagten Böenspitzen draufschlagen.

F28

Salzbuckel

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13

Mittwoch, 18. November 2020, 18:42

Ich weiß nicht, wie du das immer machst. Wir schauen immer auf die Böen und rechnen dann nochmal 10 Knoten drauf.

ja, so machen wir das auch.
Bei der letzten Tour hat das aber nicht geholfen: es waren keine nennenswerten Böen vorhergesagt - aber es hatte sich kurzfristig ein Trog gebildet, der über Nacht die Nordsee aufgemischt hat. Für Sonntag / Montag würde ich das aber nicht befürchten, so, wie die Isobaren im Moment aussehen.
Die vorhergesagten Böenspitzen (22 kn) würde ich aber ernst nehmen - deshalb schrieb ich ja, auf 25 bis 30 kn würde ich mich vorsichtshalber einstellen. Bei achterlichem Wind kann man das gut segeln, aber wie gesagt: ein guter Rudergänger ist gefragt - nee, besser zwei, denn irgendwann muss man auch mal auf's Klo zwischendurch. Wenn der Tidenstrom gegenan steht, kann dieser Wind schnell zu 2 oder mehr Meter Welle führen.

Wenn ihr vom Blackwater Richtung NL wollt, ist natürlich die Routenplanung interessant. Ich nehme an, ihr fahr eher nördlich, so dass ihr irgendwo nördlich von Rotterdam an die NL-Küste kommt?
Dort hat man etwas mehr Spielraum, um bei achterlichem Wind den Kurs so einzustellen, dass der Wind nicht haargenau von achtern kommt.
Weiter südlich (also Richtung Wester-/Oosterschelde) ist alles durch Windparks etc. extrem eingeengt, das macht keinen Spaß.
Gruß
F28

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »F28« (18. November 2020, 19:09)


14

Mittwoch, 18. November 2020, 22:41


kurzfristig ein Trog gebildet, der über Nacht die Nordsee aufgemischt hat. Für Sonntag / Montag würde ich das aber nicht befürchten, so, wie die Isobaren im Moment aussehen.

Mit Trog ist dem Fall ein Höhentief gemeint, oder? (Unter Trog wird glaube ich ja teilweise Unterschiedliches verstanden.) In welchen Fällen würdest du denn hinsichtlich der Isobaren mit einem Trog rechnen?

25 bis 30 kn würde ich mich vorsichtshalber einstellen. Bei achterlichem Wind kann man das gut segeln, aber wie gesagt: ein guter Rudergänger ist gefragt

Du meinst wegen Patenthalse, oder?

Ich nehme an, ihr fahr eher nördlich, so dass ihr irgendwo nördlich von Rotterdam an die NL-Küste kommt?

Ja genau. Wir wollen zwischen den beiden Verkehrstrennungsgebieten vor IJmuiden durch und dann ggf. "binnen" weiter, je nachdem wie das Wetter ab dort aussieht.

Nach der letzten Aktualisierung des ECMWF von heute Mittag 12z (wobei als letzte Aktualisierung 2045 angegeben wird, was ich nicht verstehe) ist das Windfenster am Sonntag nun leider, leider auch schon wieder weg. (Windböen am Montag Morgen 0500 auf Höhe von Amsterdam von 27 kt). Die Grenze zum Hochdruckgebiet über Frankreich liegt da wahrscheinlich einfach zu dicht dran, als dass man das ordentlich vorhersagen könnte. Das GFS zeigt zwar noch gute Werte, aber ich glaube das GFS ist in der Region dem ECMWF deutlich unterlegen. Das ist zumindest das, was ich so beim Mitlesen aufgeschnappt habe ...

Schade, schade ...

F28

Salzbuckel

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15

Donnerstag, 19. November 2020, 08:35

Mit Trog ist dem Fall ein Höhentief gemeint, oder? (Unter Trog wird glaube ich ja teilweise Unterschiedliches verstanden.) In welchen Fällen würdest du denn hinsichtlich der Isobaren mit einem Trog rechnen?

ja, es gibt den Höhentrog und den bodennahen Trog, Die beiden sind auch miteinander verwandt (irgendwo gibt es eine Seite, wo das genauer erklärt wird). Den Segler interessiert letztlich das, was er auf die Nase bekommt, und das ist der bodennahe Trog. Meist einfach eine Ausbuchtung der Isobaren eines Tiefdruckgebietes in Richtung Süden, die zu erstaunlichen Beschleunigungen des Windes führen. Sollte man im Blick behalten (in den Vorhersagen von Netherlands Coastguard werden die Tröge übrigens regelmäßig erwähnt).

Du meinst wegen Patenthalse, oder?

Genau!
Die Kombination von kräftigem achterlichen Wind, 2 Meter Welle und erschöpftem Rudergänger produziert gerne mal eine Patenthalse. Mit den entsprechenden Schäden...

ist das Windfenster am Sonntag nun leider, leider auch schon wieder weg.

Eigentlich hast du im Winterhalbjahr für diese Tour nur 2 Chancen:
a) du wartetst auf eine stabile Hochdrucklage, wie sie sich (zumindest früher) im Winter öfter einstellte. Die ist dann aber meist mit sehr niedrigen Temperaturen verbunden, aber meist auch mit wenig Wind
b) du schlüpfst im Fenster zwischen 2 Tiefdruckgebieten durch, musst aber auch dabei mir ruppigen Bedingungen rechnen.

Wieviel Zeit hast du denn noch, um zu warten?
Gruß
F28

16

Donnerstag, 19. November 2020, 14:42

Wieviel Zeit hast du denn noch, um zu warten?

Das Boot muss wegen des Brexits und der Mwst-Thematik am 31.12. hier sein. Das Boot ist zwar durchgecheckt, aber es sollte Puffer bestehen, falls man wegen technischer Probleme einen zweiten Anlauf bräuchte. Vor diesem Hintergrund also so bald wie möglich, aber nicht mit Gewalt und sich eben die nächste vertretbare Möglichkeit nicht entgehen lassen.

Wir überlegen nun an einer Abfahrt am Sonntag um 7 Uhr herum. Bei einer Geschwindigkeit von 6 kt wären es bis IJmuiden 25 h, bei 5,5 kt 27 h.

Laut ECMWF hätte man dann am Montag Morgen um ~2 Uhr noch ein Windfeld mit vorhergesagten Böen von 20-25 kt, das von Norden "runterragt" und dem ich nicht so richtig trauen würde, also ob es evtl. doch etwas südlicher durchgeht oder auch noch höhere Windgeschwindigkeiten als die 20-25 kt zeigt.

Ab Montag Mittag wäre laut Vorhersage dann wohl auch nochmal mit einem stärkeren Windfeld von Süden zu rechnen.

GFS zeigt zwar deutlich moderatere Bedingungen, aber würdest du es ähnlich sehen, dass GFS in der Region eher die zweite Wahl ist?

Wenn ich es richtig sehe, hätte man am Sonntag ab ~1700 einen Tidenstrom aus südwestlicher Richtung, der sich vor den Niederlanden etwa ab Montag 0100 von der Gegenseite aufbaut und bis morgens um 0500 wohl etwas mehr als einen halben Knoten von gegenan kommt. Würdest du das bereits als Problem ansehen, was Welle wegen Wind gegen Strom angeht?

Unter dem Strich würde es mich natürlich interessieren, ob du dieses Windfenster in Betracht ziehen würdest?

F28

Salzbuckel

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17

Donnerstag, 19. November 2020, 17:56

Unter dem Strich würde es mich natürlich interessieren, ob du dieses Windfenster in Betracht ziehen würdest?

Hängt davon ab, wer mit an Bord ist.
Wenn ich mit meiner Familie einen gemütlichen Urlaubstörn machen wollte: sicher nicht.
Würde ich mit 1 (oder besser 2) seefesten Kameraden einen knackigen Törn fahren wollen: ja, durchaus. Vorausgesetzt, das Boot ist in wirklich seefestem Zustand.

Du wirst bei diesen Bedingungen in ca. 24 Stunden an der niederländischen Küste ankommen. Also brauchst Du eine Fenster von ca. 24 Stunden (plus Reserve). Von Sonntag Morgen bis Montag abend sieht es bei beiden Modellen passabel aus, wenn man willens und in der Lage ist, mit Wind bis 25 / 30 Knoten zumindest zweitweise umzugehen.
Unsicher ist aber natürlich die genaue Geschwindigkeit, mit denen die Tiefs sich bewegen. Mal sind sie schneller, mal langsamer als berechnet. Kann also sein, dass der Abfahrtzeitpunkt je nach Entwicklung um ein paar Stunden verschoben werden muss.
Wirklich ruhiges Wetter ist in der nächsten Zeit jedenfalls nicht zu erwarten.

Zu den Wettermodellen: mal ist das eine näher dran, mal das andere. Entscheidend ist, wie die Lage vor dem Ablegen ist. Und Du musst entscheiden, ab welchem Punkt Du die Reißleine ziehen musst. Das hängt halt in erster Linie von deiner Crew (und natürlich dir selbst) ab.

Zum Tidenstrom: mit dem muss man ohnehin leben, da du ihm auf dieser langen Tour nicht ausweichen kannst. In der Zeit, wo der Strom gegen den Wind steht, wird es halt 6 Stunden lang ruppiger werden. Aber die Wellen werden von achtern kommen, und noch nicht brechen. Solange der Strom gegenan steht, werden sie etwas steiler sein und der Steuermann muss mehr aufpassen. Wie sehr, hängt auch vom Boot ab. Moderne Boote mit breitem Heck sind da anfälliger als ältere Modelle mit schlankerem Heck.
Gruß
F28

18

Donnerstag, 19. November 2020, 18:01

Perfekt. Bei allen Punkten 100 % Zustimmung.

19

Freitag, 20. November 2020, 14:56

Das Windfenster am Sonntag hat sich leider weiter verkleinert.

GFS sagt zwar Traumbedingungen voraus, aber GFS traue ich in der Region eher nicht ...

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