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101

Dienstag, 20. Juli 2021, 17:51

Gällnö

Auf dem Weg weiter nach Südwesten hat es gut geblasen, wir waren schnell. Unser Ziel Gällnö hätten wir auch durch den Klintsundet und dann Ticki-Tacki durch die Schären erreichen können, aber weil doch etliche Kreuzstrecken zu erwarten waren, haben wir uns für den Weg "außen rum" westlich von Ljusterö entschieden. Da muss man natürlich wieder auf die Finnlandfähren aufpassen und auch auf die hier - Kabelfähren.



Man sieht auch, was die ja europaweit geschützten Kormorane anrichten. Die gucken sich eine Insel aus und scheißen die zu. Da bleibt kein Blatt mehr am Baum. Irgendwann haben die dann genug und ziehen weiter. Die Insel sieht dann so aus:



Naturschutz eben. Das erninnert ein bisschen an den Film "Independance Day", wo der Präsident Thomas Whitmore per Telepathie mit einem Alien kommuniziert und erfährt, dass die durch's All ziehen, sich einen Planten ausgucken, den ausplündern, und dann weiterziehen.

Wir ziehen auch weiter und in der Gegend von Grinda beginnt dann das Chaos. Eine Unmenge von Booten, mehrheitlich Motorboote fährt in den verschiedenen Fahrwassern kreuz und quer. Geschwindigkeiten zwischen 2 kn (Segler in Windabdeckung) und ca. 40 kn (Rennboot mit 2 x 400 PS am Spiegel) müssen miteinander leben. Schnell links ab in den Hemfladen von Gällnö. Das ist eine große Ankerbucht, jetzt aber rappelvoll. Saison. Das Wetter wird schlechter, es regnet sogar.


Beiträge: 221

Wohnort: Gosen

Schiffsname: Profillemaus

Bootstyp: Dehler 28

Heimathafen: SC Aegir Berlin-Müggelheim, Krampenburger Weg 17A (Große Krampe)

Rufzeichen: DG 5239

MMSI: 211392070

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102

Dienstag, 20. Juli 2021, 18:12

......Und wie wir in die Ankerbucht einbiegen, da liegt der da schon friedlich. Alle Segel aufgetucht, Persenninge drauf, der Skipper lustig im Wasser schwimmend. Hm, irgendwie sind diese Dinger angepasster als wir.

Schätze, der hatte den Motor mitlaufen! 25° am Wind kann ich nicht glauben, auch wenn die Boote bei glattem Wasser noch so gut sind!

LG
Thilo, Skipper von Profillemaus

103

Dienstag, 20. Juli 2021, 20:44

Gustavsberg

Das Wetter soll ungemütlich werden, das Wasser ist alle, Strom schwach - wir brauchen einen Hafen. Hier in den Schären gibt es aber keine gescheiten, nach Stockholm wollen wir nicht. Von Gustavsberg ist viel die Rede, da soll es einen neuen Hafen geben. Also dorthin.

Nach wenigen Meilen gen Westen geben wir das Segeln auf. Zu viele Abdeckungen mit ihren Flauten, dazu der kreuz und quer laufende Schwell der Wasserbusse und Motorboote, in denen das Schiff immer wieder stehen bleibt - jetzt ist mal der Jockel dran. Damit kommen wir ganz gut voran, auch wenn das Gebrumm nervt. Vaxholm kommt in Sicht



und damit nochmal mehr Verkehr und Schwell.



Aber dann sind wir durch und biegen nach Süden in den engen Skurusund. Hier residieren dicht beieinander die Reichen und Bedeutenden.



Nochmal links ab, und wir sind in dem noch engeren Baggensstäket



An dessen Mündung gleich östlich gegenüber geht es dann nach Gustavsberg. Der Hafen ist bei weitem nicht so groß, wie er im Hafenführer erscheint und wie er sich selber darstellt. Im Prinzip besteht er nur aus einem Schwimmsteg, von dem man auch nur die Innenseite mit Auslegern nutzen kann. Die Außenseite ist hochgradig schwellbelastet. Alle anderen Anleger sind privat und zum Land hin abgeschlossen. Die Hafenanlage allerdings ist sehr fein, perfekte Duschen, nettes Restaurant dicht dabei, und die Stadt bietet schon einiges.

Im Hafen übrigens konnte man dicht nebeneinander die Entwicklung des Motorbootbaus in 100 Jahren betrachten. Das ältere Modell hatte tatsächlich eine holzgefeuerte Dampfmaschine. Wie sagte man früher so schön? "Form follows Function". Heute heißt es wohl eher "Design dich oder ich fress dich".
»19Peter91« hat folgende Datei angehängt:
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104

Mittwoch, 21. Juli 2021, 18:34

Nämdö Langvik

Kalt isses geworden. Heute keine kurze Hose, kein T-Shirt, stattdessen Faserpelzweste. Es bläst Nordwind. Wir starten wieder gen Osten, wieder in die Natur. Der Weg vorbei an Saltsjöbaden ist gespickt mit Motorbooten - das nahe Stockholm lässt grüßen. Aber dann sind wir draußen, queren den Nämdöfjärden, auf dem eine Menge Verkehr ist und erreichen unser Ziel: Die große Langvik im Norden von Nämdö. Obwohl sehr früher Nachmittag liegen dort schon etliche Boote, und - natürlich - an den besten und tiefsten Landliegeplätzen 6 Motorboote. Wir ankern etwas weiter im Nordwesten dicht vor einem enormen Felsen.

Der Wind dreht im Laufe des Nachmittags so, dass wir jetzt gut in Lee liegen, auch für die Nacht. Den Eingang zur Bucht haben wir gut im Blick und können so beobachten, wie aus 8 Buchtbewohnern zum Schluss 36 werden. Es ist halt Saison.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (21. Juli 2021, 20:10)


105

Donnerstag, 22. Juli 2021, 15:34

Nachtrag aus Nämdö


106

Donnerstag, 22. Juli 2021, 17:39

Tyresö

Heute mal ganz was Anderes.

Nach sehr frühem Aufstehen (05:20 h !!) ausgiebiges Frühschwimmen. Die Bucht und ihr Wasser sind herrlich. Dann kommen plötzlich im Tiefflug drei sehr große Vögel von der anderen Seite herüber. Sind das etwa Adler? Zu dritt? Nee! Reiher? Auch nicht, man sieht keine Beine. Fernglas noch schnell her, und bevor sie hinter den Bäumen verschwinden: Eulen! Wohl auf dem Heimweg nach der Jagd. Und tatsächlich hört man kurz danach noch einige Rufe aus dem Wald, die wie ein Waldkauz klingen. Morgenstund hat Eule im Blick - oder so ähnlich.

Nach dem Ablegen wieder zurück über den Nämdö-Fjärden, wieder gekreuzt, bis wir nördlich von Dalarö in den Vissvass-Fjärden einsteuern. Hier geht noch eine kmappe Stunde Segeln, dann muss der Motor ran, denn das Gewässer ist zu schmal und der Wind genau gegenan. Im Grunde ähnelt das hier der Schlei, nur mit bedeutend (50 m) höheren Ufern. Mal ganz schmal, dann wieder große, seeartige Flächen.

Am Ende des Fjordes kommt Tyresö in Sicht.



Das ist im Grunde nur ein Steg mit Bojen. Von Hochsaison merkt man hier nichts, ziemlich viel ist noch frei. Man liegt hier urgemütlich in schöner Landschaft. Dicht dabei ist ein nettes Kaffee, es gibt Wasser, Strom, ausgezeichnete Sanitäranlegen. Eine Entdeckung.


107

Samstag, 24. Juli 2021, 18:28

Notholmen

Also vorab: Wir sind immer noch am alten Platz. Nur haben wir inzwischen eine Menge rausgekriegt. Der Hafen heißt z.B. gar nicht Tyresö, wie das Städtchen dahinter, sondern Notholmen. Bleiben wir also dabei.

Auf diesem Inselchen ist ein sehr gut besuchtes Kaffee, und dessen Besucher kommen zumeist von Land über eine kleine Fußgängerbrücke. Die haben wir dann auch mal genommen und fanden uns in einem riesigen, phantastischen Park wieder. Der gehört wiederum zum Schloss Tyresö, das mal der Herr Graf Oxenstierna gebaut hat (also der, der immer auf der anderen Seite stand im 30-jährigen Krieg).



Dann wurde uns in dem Kaffee noch Life-Musik geboten, gut zu vernehmen auf unserem Boot, und schließlich kam noch ein Ausflugsschiff und machte einfach mal so mit der Nase am Ufer fest. Gangway raus und warten. Worauf? Den Steg entlang kam eine Hochzeitsgesellschaft im feinsten Zwirn von der nahen Kirche und fuhr von dannen. Stilvoll.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (24. Juli 2021, 20:12)


108

Sonntag, 25. Juli 2021, 15:48

Kolnäsviken

Nach so viel Zivilisation ist jetzt wieder Wildnis fällig. Wir suchen eine Ankerbucht. Aus diesem Fjord hier kommen wir dank günstiger Windrichtung gut raus, nur die beiden Engstellen motoren wir vorsichtshalber bei stehendem Groß. Es ist unglaublich viel los auf dem Wasser, aber fast alle fahren nach Norden. Sind das schon erste Anzeichen von Ferienende, dass alle nach Hause müssen? Wir behalten das im Auge. An den Ufern in den Wäldern gibt es jetzt ein neues Bild: Gelbe Blätter. Die Birken geben auf wegen der jetzt 6 Wochen dauernden regenfreien Zeit.

Im engen Ornö-Strömmen müssen wir dann nach Südwest kreuzen, aber das macht Spaß, weil man zwischen diesen sehr steilen Ufern tatsächlich erst eine Bootslänge vor dem Ufer wenden muss. Dann unsere Bucht, eine der wenigen an Ornös Westküste, die Kolnäsviken. Sehr enge Einfahrt, innen aber geräumig und allseits gut geschützt. In der Mitte - was ist das denn?



Da parkt ein komplettes Motorbootrudel an einem einzigen Anker. Preisfrage für die Kundigen: Wer von denen hätte hier den Ankerball setzen müssen? (Ich weiß, sind Schweden, die machen sowas nicht).

Am Rand gibt es einen hohen Felsen, der wohl die Badeanstalt darstellt. Ständig springt da jemand von oben. Eine gemütliche Stimmung hier, aber ziemlich voll.


109

Montag, 26. Juli 2021, 15:20

Lacka

Was ist das denn? Wir tuckern aus unserer Bucht - und der Wind kommt NICHT von vorne. Kein Kreuzen! Mit sattem halbem Wind rauschen wir gen Süden und sind schon zur Mittagszeit da - in Lacka. Das ist eine kleine Insel am Rande des militärischen Sperrgebiets nördlich von Nynäshamn. Hier ist der Uthamn der Nynäshamns Segelsällskap. Der Hafen ist nicht besonders zu empfehlen bei West oder Nord, dann bläst es hier tüchtig rein. Heute aber ist Ostwind (auch kräftig), und da liegt man hinter dem Schwimmsteg ganz prächtig.



An Versorgung gibt es nichts, kein Strom, kein Wasser - ist ja auch klar. Aber eine tolle Sauna haben die, nur ist es dafür viel zu warm. Schöner Platz hier mit netten Leuten. Es gibt auch schöne Sitz- und Essplätze, also wird heute Abend mal gegrillt. Was? Gemüse und Weißwürste. Doch, das schmeckt vorzüglich.

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Notwendige Ergänzung:

Wir liegen also friedlich am Schwimmsteg vor Heckboje, links neben uns niemand mehr. Da kommt eine Familie mit einer größeren Beneteau rein und steuert zwei Plätze links von uns an. Was auffällt: Die haben keinen Bojenhaken. Die Dame des Hauses steht an der Reling mit der blanken Leine in der Hand. Der Herr des Hauses steuert, ein zehnjähriges Mädchen steht mit Leine am Bugkorb, der kleinere Junge hält im Cockpit die Füße still. So, jetzt ist die Boje querab, und eigentlich kann man bei langsamer Fahrt in so einen Ring einen Palstek knoten. Ging aber nicht. Also hat der Skipper Vollstop gemacht, um seiner Frau Zeit für den Knoten zu geben. Das gelang dann auch. Und nun: Mittlere Fahrt voraus. Aber der Wind hatte das Boot inzwischen 90° rumgedreht und es nahm Kurs auf unser Cockpit. 6 oder 7 tons mit Bugspriet versuchen mich zu rammen :erschrocken: Alles brüllt, bei uns an Bord, 4 Mann am Steg, das Kind - ich kann gerade noch den Bugspriet erwischen und gegenhalten, und glücklicherweise gab ja unsere Boje auch noch etwas nach. Gut, da hatte der Mann schon ausgekuppelt, und vor Schreck gleich wieder eingekuppelt, rückwärts. Jetzt fuhr der Zossen rückwärts, aber rechts von seiner Boje, an der er immer noch fest war, das Gummiboot aber, was nicht kurz angebunden war, schwamm auf der anderen Seite. Ergebnis: Das Boot hing mit dem Heck zum Wind mittels Bojenleine und Schlauchbootschleppleine an der Boje. Andere Boote waren nicht mehr gefährdet. Jetzt stieg der Skipper mit Gummiboots Leine ins Wasser, schwamm einmal um die Boje, knotete die Leine wieder fest, löste die Bojenleine und verließ wieder den Hafen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (26. Juli 2021, 17:05)


110

Gestern, 18:49

... und wieder mal Nynäshamn

Die goldenen Tage sind vorbei, so scheint es. Obwohl der Luftdruck immer noch auf 2020 festgenagelt ist erzählt der schwedische Wetterbericht etwas von a) Regen ab heute Nacht, b) heftigen Gewittern, c) Starkwind bis 19 m/s die nächsten Tage und d) das Ganze aus West. Gefällt das jemandem? Uns nicht. Wir verkrümeln uns ins nahe Nynäshamn, und das füllt sich überraschend schnell. Scheint so, als ob die anderen das Wetter auch nicht mögen. Dann werden das eben Lesetage.

Als wir übrigens um die Ecke biegen in Nynäshamn sieht man nur die Hälfte der Stadt. Der Rest ist von MSC Seaview verdeckt. Die ist genauso hoch wie die Wohnblocks der Stadt. Macht aber - genau wie wir - nur mit einer Heckboje fest :D


Kokopelli

Kap Hornier

Beiträge: 12 094

Schiffsname: Ich bin Mitsegler

Bootstyp: Keins

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111

Gestern, 19:01

So ein potthässliches Schiff kann einem ja die Urlaubsstimmung versauen. ;) ;)
Gruß, Klaus

112

Gestern, 19:52

So ein potthässliches Schiff kann einem ja die Urlaubsstimmung versauen. ;) ;)

Nee, kann mich nicht tangieren. Die müssen weiter, immer weiter, morgen in Helsinki. Die sind schon weg.

Datimasare

Kapitän

Beiträge: 595

Wohnort: Oldenburg

Schiffsname: Anra

Bootstyp: dufour 310 GL

Heimathafen: Wilhelmshaven

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113

Gestern, 21:22

Ist das ein Schiff? Ich dachte selbstfahrender Ponton mit Wohnkäfige für Menschen. Bei Hühnern ist Käfighaltung verboten. Aber wer gerne in einem kleinen Käfig haust der soll seinen Willen haben. :D

Gruß Rainer

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