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Windstärken

Windstärkentabelle

101

Dienstag, 20. Juli 2021, 17:51

Gällnö

Auf dem Weg weiter nach Südwesten hat es gut geblasen, wir waren schnell. Unser Ziel Gällnö hätten wir auch durch den Klintsundet und dann Ticki-Tacki durch die Schären erreichen können, aber weil doch etliche Kreuzstrecken zu erwarten waren, haben wir uns für den Weg "außen rum" westlich von Ljusterö entschieden. Da muss man natürlich wieder auf die Finnlandfähren aufpassen und auch auf die hier - Kabelfähren.

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Man sieht auch, was die ja europaweit geschützten Kormorane anrichten. Die gucken sich eine Insel aus und scheißen die zu. Da bleibt kein Blatt mehr am Baum. Irgendwann haben die dann genug und ziehen weiter. Die Insel sieht dann so aus:

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Naturschutz eben. Das erninnert ein bisschen an den Film "Independance Day", wo der Präsident Thomas Whitmore per Telepathie mit einem Alien kommuniziert und erfährt, dass die durch's All ziehen, sich einen Planten ausgucken, den ausplündern, und dann weiterziehen.

Wir ziehen auch weiter und in der Gegend von Grinda beginnt dann das Chaos. Eine Unmenge von Booten, mehrheitlich Motorboote fährt in den verschiedenen Fahrwassern kreuz und quer. Geschwindigkeiten zwischen 2 kn (Segler in Windabdeckung) und ca. 40 kn (Rennboot mit 2 x 400 PS am Spiegel) müssen miteinander leben. Schnell links ab in den Hemfladen von Gällnö. Das ist eine große Ankerbucht, jetzt aber rappelvoll. Saison. Das Wetter wird schlechter, es regnet sogar.

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Beiträge: 223

Wohnort: Gosen

Schiffsname: Profillemaus

Bootstyp: Dehler 28

Heimathafen: SC Aegir Berlin-Müggelheim, Krampenburger Weg 17A (Große Krampe)

Rufzeichen: DG 5239

MMSI: 211392070

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102

Dienstag, 20. Juli 2021, 18:12

......Und wie wir in die Ankerbucht einbiegen, da liegt der da schon friedlich. Alle Segel aufgetucht, Persenninge drauf, der Skipper lustig im Wasser schwimmend. Hm, irgendwie sind diese Dinger angepasster als wir.

Schätze, der hatte den Motor mitlaufen! 25° am Wind kann ich nicht glauben, auch wenn die Boote bei glattem Wasser noch so gut sind!

LG
Thilo, Skipper von Profillemaus

103

Dienstag, 20. Juli 2021, 20:44

Gustavsberg

Das Wetter soll ungemütlich werden, das Wasser ist alle, Strom schwach - wir brauchen einen Hafen. Hier in den Schären gibt es aber keine gescheiten, nach Stockholm wollen wir nicht. Von Gustavsberg ist viel die Rede, da soll es einen neuen Hafen geben. Also dorthin.

Nach wenigen Meilen gen Westen geben wir das Segeln auf. Zu viele Abdeckungen mit ihren Flauten, dazu der kreuz und quer laufende Schwell der Wasserbusse und Motorboote, in denen das Schiff immer wieder stehen bleibt - jetzt ist mal der Jockel dran. Damit kommen wir ganz gut voran, auch wenn das Gebrumm nervt. Vaxholm kommt in Sicht

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und damit nochmal mehr Verkehr und Schwell.

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Aber dann sind wir durch und biegen nach Süden in den engen Skurusund. Hier residieren dicht beieinander die Reichen und Bedeutenden.

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Nochmal links ab, und wir sind in dem noch engeren Baggensstäket

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An dessen Mündung gleich östlich gegenüber geht es dann nach Gustavsberg. Der Hafen ist bei weitem nicht so groß, wie er im Hafenführer erscheint und wie er sich selber darstellt. Im Prinzip besteht er nur aus einem Schwimmsteg, von dem man auch nur die Innenseite mit Auslegern nutzen kann. Die Außenseite ist hochgradig schwellbelastet. Alle anderen Anleger sind privat und zum Land hin abgeschlossen. Die Hafenanlage allerdings ist sehr fein, perfekte Duschen, nettes Restaurant dicht dabei, und die Stadt bietet schon einiges.

Im Hafen übrigens konnte man dicht nebeneinander die Entwicklung des Motorbootbaus in 100 Jahren betrachten. Das ältere Modell hatte tatsächlich eine holzgefeuerte Dampfmaschine. Wie sagte man früher so schön? "Form follows Function". Heute heißt es wohl eher "Design dich oder ich fress dich".
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104

Mittwoch, 21. Juli 2021, 18:34

Nämdö Langvik

Kalt isses geworden. Heute keine kurze Hose, kein T-Shirt, stattdessen Faserpelzweste. Es bläst Nordwind. Wir starten wieder gen Osten, wieder in die Natur. Der Weg vorbei an Saltsjöbaden ist gespickt mit Motorbooten - das nahe Stockholm lässt grüßen. Aber dann sind wir draußen, queren den Nämdöfjärden, auf dem eine Menge Verkehr ist und erreichen unser Ziel: Die große Langvik im Norden von Nämdö. Obwohl sehr früher Nachmittag liegen dort schon etliche Boote, und - natürlich - an den besten und tiefsten Landliegeplätzen 6 Motorboote. Wir ankern etwas weiter im Nordwesten dicht vor einem enormen Felsen.

Der Wind dreht im Laufe des Nachmittags so, dass wir jetzt gut in Lee liegen, auch für die Nacht. Den Eingang zur Bucht haben wir gut im Blick und können so beobachten, wie aus 8 Buchtbewohnern zum Schluss 36 werden. Es ist halt Saison.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (21. Juli 2021, 20:10)


106

Donnerstag, 22. Juli 2021, 17:39

Tyresö

Heute mal ganz was Anderes.

Nach sehr frühem Aufstehen (05:20 h !!) ausgiebiges Frühschwimmen. Die Bucht und ihr Wasser sind herrlich. Dann kommen plötzlich im Tiefflug drei sehr große Vögel von der anderen Seite herüber. Sind das etwa Adler? Zu dritt? Nee! Reiher? Auch nicht, man sieht keine Beine. Fernglas noch schnell her, und bevor sie hinter den Bäumen verschwinden: Eulen! Wohl auf dem Heimweg nach der Jagd. Und tatsächlich hört man kurz danach noch einige Rufe aus dem Wald, die wie ein Waldkauz klingen. Morgenstund hat Eule im Blick - oder so ähnlich.

Nach dem Ablegen wieder zurück über den Nämdö-Fjärden, wieder gekreuzt, bis wir nördlich von Dalarö in den Vissvass-Fjärden einsteuern. Hier geht noch eine kmappe Stunde Segeln, dann muss der Motor ran, denn das Gewässer ist zu schmal und der Wind genau gegenan. Im Grunde ähnelt das hier der Schlei, nur mit bedeutend (50 m) höheren Ufern. Mal ganz schmal, dann wieder große, seeartige Flächen.

Am Ende des Fjordes kommt Tyresö in Sicht.

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Das ist im Grunde nur ein Steg mit Bojen. Von Hochsaison merkt man hier nichts, ziemlich viel ist noch frei. Man liegt hier urgemütlich in schöner Landschaft. Dicht dabei ist ein nettes Kaffee, es gibt Wasser, Strom, ausgezeichnete Sanitäranlegen. Eine Entdeckung.

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107

Samstag, 24. Juli 2021, 18:28

Notholmen

Also vorab: Wir sind immer noch am alten Platz. Nur haben wir inzwischen eine Menge rausgekriegt. Der Hafen heißt z.B. gar nicht Tyresö, wie das Städtchen dahinter, sondern Notholmen. Bleiben wir also dabei.

Auf diesem Inselchen ist ein sehr gut besuchtes Kaffee, und dessen Besucher kommen zumeist von Land über eine kleine Fußgängerbrücke. Die haben wir dann auch mal genommen und fanden uns in einem riesigen, phantastischen Park wieder. Der gehört wiederum zum Schloss Tyresö, das mal der Herr Graf Oxenstierna gebaut hat (also der, der immer auf der anderen Seite stand im 30-jährigen Krieg).

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Dann wurde uns in dem Kaffee noch Life-Musik geboten, gut zu vernehmen auf unserem Boot, und schließlich kam noch ein Ausflugsschiff und machte einfach mal so mit der Nase am Ufer fest. Gangway raus und warten. Worauf? Den Steg entlang kam eine Hochzeitsgesellschaft im feinsten Zwirn von der nahen Kirche und fuhr von dannen. Stilvoll.

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (24. Juli 2021, 20:12)


108

Sonntag, 25. Juli 2021, 15:48

Kolnäsviken

Nach so viel Zivilisation ist jetzt wieder Wildnis fällig. Wir suchen eine Ankerbucht. Aus diesem Fjord hier kommen wir dank günstiger Windrichtung gut raus, nur die beiden Engstellen motoren wir vorsichtshalber bei stehendem Groß. Es ist unglaublich viel los auf dem Wasser, aber fast alle fahren nach Norden. Sind das schon erste Anzeichen von Ferienende, dass alle nach Hause müssen? Wir behalten das im Auge. An den Ufern in den Wäldern gibt es jetzt ein neues Bild: Gelbe Blätter. Die Birken geben auf wegen der jetzt 6 Wochen dauernden regenfreien Zeit.

Im engen Ornö-Strömmen müssen wir dann nach Südwest kreuzen, aber das macht Spaß, weil man zwischen diesen sehr steilen Ufern tatsächlich erst eine Bootslänge vor dem Ufer wenden muss. Dann unsere Bucht, eine der wenigen an Ornös Westküste, die Kolnäsviken. Sehr enge Einfahrt, innen aber geräumig und allseits gut geschützt. In der Mitte - was ist das denn?

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Da parkt ein komplettes Motorbootrudel an einem einzigen Anker. Preisfrage für die Kundigen: Wer von denen hätte hier den Ankerball setzen müssen? (Ich weiß, sind Schweden, die machen sowas nicht).

Am Rand gibt es einen hohen Felsen, der wohl die Badeanstalt darstellt. Ständig springt da jemand von oben. Eine gemütliche Stimmung hier, aber ziemlich voll.

index.php?page=Attachment&attachmentID=259694

109

Montag, 26. Juli 2021, 15:20

Lacka

Was ist das denn? Wir tuckern aus unserer Bucht - und der Wind kommt NICHT von vorne. Kein Kreuzen! Mit sattem halbem Wind rauschen wir gen Süden und sind schon zur Mittagszeit da - in Lacka. Das ist eine kleine Insel am Rande des militärischen Sperrgebiets nördlich von Nynäshamn. Hier ist der Uthamn der Nynäshamns Segelsällskap. Der Hafen ist nicht besonders zu empfehlen bei West oder Nord, dann bläst es hier tüchtig rein. Heute aber ist Ostwind (auch kräftig), und da liegt man hinter dem Schwimmsteg ganz prächtig.

index.php?page=Attachment&attachmentID=259728

An Versorgung gibt es nichts, kein Strom, kein Wasser - ist ja auch klar. Aber eine tolle Sauna haben die, nur ist es dafür viel zu warm. Schöner Platz hier mit netten Leuten. Es gibt auch schöne Sitz- und Essplätze, also wird heute Abend mal gegrillt. Was? Gemüse und Weißwürste. Doch, das schmeckt vorzüglich.

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Notwendige Ergänzung:

Wir liegen also friedlich am Schwimmsteg vor Heckboje, links neben uns niemand mehr. Da kommt eine Familie mit einer größeren Beneteau rein und steuert zwei Plätze links von uns an. Was auffällt: Die haben keinen Bojenhaken. Die Dame des Hauses steht an der Reling mit der blanken Leine in der Hand. Der Herr des Hauses steuert, ein zehnjähriges Mädchen steht mit Leine am Bugkorb, der kleinere Junge hält im Cockpit die Füße still. So, jetzt ist die Boje querab, und eigentlich kann man bei langsamer Fahrt in so einen Ring einen Palstek knoten. Ging aber nicht. Also hat der Skipper Vollstop gemacht, um seiner Frau Zeit für den Knoten zu geben. Das gelang dann auch. Und nun: Mittlere Fahrt voraus. Aber der Wind hatte das Boot inzwischen 90° rumgedreht und es nahm Kurs auf unser Cockpit. 6 oder 7 tons mit Bugspriet versuchen mich zu rammen :erschrocken: Alles brüllt, bei uns an Bord, 4 Mann am Steg, das Kind - ich kann gerade noch den Bugspriet erwischen und gegenhalten, und glücklicherweise gab ja unsere Boje auch noch etwas nach. Gut, da hatte der Mann schon ausgekuppelt, und vor Schreck gleich wieder eingekuppelt, rückwärts. Jetzt fuhr der Zossen rückwärts, aber rechts von seiner Boje, an der er immer noch fest war, das Gummiboot aber, was nicht kurz angebunden war, schwamm auf der anderen Seite. Ergebnis: Das Boot hing mit dem Heck zum Wind mittels Bojenleine und Schlauchbootschleppleine an der Boje. Andere Boote waren nicht mehr gefährdet. Jetzt stieg der Skipper mit Gummiboots Leine ins Wasser, schwamm einmal um die Boje, knotete die Leine wieder fest, löste die Bojenleine und verließ wieder den Hafen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (26. Juli 2021, 17:05)


110

Dienstag, 27. Juli 2021, 18:49

... und wieder mal Nynäshamn

Die goldenen Tage sind vorbei, so scheint es. Obwohl der Luftdruck immer noch auf 2020 festgenagelt ist erzählt der schwedische Wetterbericht etwas von a) Regen ab heute Nacht, b) heftigen Gewittern, c) Starkwind bis 19 m/s die nächsten Tage und d) das Ganze aus West. Gefällt das jemandem? Uns nicht. Wir verkrümeln uns ins nahe Nynäshamn, und das füllt sich überraschend schnell. Scheint so, als ob die anderen das Wetter auch nicht mögen. Dann werden das eben Lesetage.

Als wir übrigens um die Ecke biegen in Nynäshamn sieht man nur die Hälfte der Stadt. Der Rest ist von MSC Seaview verdeckt. Die ist genauso hoch wie die Wohnblocks der Stadt. Macht aber - genau wie wir - nur mit einer Heckboje fest :D

index.php?page=Attachment&attachmentID=259765

Kokopelli

Kap Hornier

Beiträge: 12 313

Schiffsname: Ich bin Mitsegler

Bootstyp: Keins

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111

Dienstag, 27. Juli 2021, 19:01

So ein potthässliches Schiff kann einem ja die Urlaubsstimmung versauen. ;) ;)
Gruß, Klaus

112

Dienstag, 27. Juli 2021, 19:52

So ein potthässliches Schiff kann einem ja die Urlaubsstimmung versauen. ;) ;)

Nee, kann mich nicht tangieren. Die müssen weiter, immer weiter, morgen in Helsinki. Die sind schon weg.

Datimasare

Kapitän

Beiträge: 612

Wohnort: Oldenburg

Schiffsname: Anra

Bootstyp: dufour 310 GL

Heimathafen: Wilhelmshaven

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113

Dienstag, 27. Juli 2021, 21:22

Ist das ein Schiff? Ich dachte selbstfahrender Ponton mit Wohnkäfige für Menschen. Bei Hühnern ist Käfighaltung verboten. Aber wer gerne in einem kleinen Käfig haust der soll seinen Willen haben. :D

Gruß Rainer

114

Donnerstag, 29. Juli 2021, 18:06

Eingeweht in Nynäshamn

Natürlich nicht "richtig" eingeweht, aber Böen von 17 m/s hier im Windschatten der ganzen Stadt sind uns einfach zu viel. Gestern und letzte Nacht Gewitter, das Barometer hat es schon auf 999 geschafft. Segelspaß mit über 70 bedeutet was anderes als damals in den 70ern.

A propos 70er: Nynäshamn hat einen großen Hafen mit vielen, vielen Booten, viele davon sehr groß, viele auch sehr hässlich. Und dann kommt da einer um die Ecke: Klein, blau, vier Leute drauf. Rumpf und Rigg sagen: Der ist aus dem letzten Jahrhundert. Der Aufbau sagt: Das ist eine Arpège!

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Manch einer kennt ja inzwischen meine Vorliebe für die Boote meiner Jugend. Die Dufour Arpège war seinerzeit mein Traum. Als Student in Kiel gab es in den 70ern noch keines dieser tollen Boote, aber in Zeitschriftenartikeln habe ich jeden Bericht über die verschlungen. Was für ein Schiff! Ganz aus Kunststoff gebaut, superleichtes Balsaholzsandwichdeck, enorm breit - und gewinnt dann jedes Halbtonnerrennen. Das war das Einstiegsmodell von Michel Dufour.

Heute sieht man die kaum noch, weil manches an der Bauweise eben doch nicht für die Ewigkeit gemacht war. Umso mehr erfreut der Anblick dieses toll restaurierten Exemplars, noch dazu in Schweden, wo es keiner vermutet.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (30. Juli 2021, 08:58)


115

Sonntag, 1. August 2021, 15:20

Wie im Fernsehen - Wiederholungen

Jetzt war aber Schluss mit Stadtleben in Nynäshamn. Der Wind wurde weniger, der Regen verzog sich, das Barometer geruhte wieder über 1.000 hPa zu gehen. Wir sind los, und zwar wieder durch den Dragets-Kanal und wieder nach Rassa Vikar. Uns stand der Sinn nach Natur. Ausgewählt haben wir wegen Windrichtung und -stärke (nachts soll es noch mal 14 m/s geben) diesmal den Nordarm der Bucht.

Das passt hier: Wälderrauschen statt Verkehrsrauschen, Adlerschreie statt Kinderschreie, Auerhuhnrufe statt Hundebellen - Schweden zeigt sich von seiner besten Seite. Das Rauschen der Bäume zeigt an, dass es draußen wirklich fetzt, hier in der Bucht kommt dank der hohen Felsen und Bäume nur ein leichter Wind an.

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Aber beim Reinfahren haben wir gelernt, dass man in solch engen Einfahrten keine eigenen Vorstellungen entwickeln sollte. Für mich sah es einfach an der flachsten Stelle so aus, als ob ich dem Schilf StB ein bisschen ausweichen sollte. Und - schwupps - wurde das Boot langsamer, es schleifte so ein bisschen, und dann ging es wieder. Wir waren eben doch kurz aufgesessen, glücklicherweise war es Sand, was man hier eigentlich nicht erwartet. Die Lehre daraus: Halt dich an den Kursstrich in der Detailzeichnung, eigene Vorstellungen sind Spekulation.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (1. August 2021, 19:31)


116

Montag, 2. August 2021, 15:10

Fifång Sörviken

Was für ein Ententeich, in dem wir da geankert haben. Laut Wetterstationen fetzte es draußen gehörig, wir hörten auch die Bäume gewaltig rauschen, das Boot aber schwojte immer nur müde um seinen Anker. Heute morgen haben wir es tatsächlich geschafft, in der Flachen Ausfahrt immer schön im östlichen Drittel zu bleiben und nicht dem Drang nach der Mitte nachzugeben. Und, siehe da, wir kommen ohne Aufsetzer wieder raus.

Draußen wegen der hohen Felsen im Prinzip Wind aus allen Richtungen. Schoten dicht, Schoten fieren, halsen, wenden - alles drin. Dann sind wir an Öja vorbei und folgen nicht der Karawane gen Westen, sondern gehen nach Nordwest. Unser Ziel ist Fifång und dort ein kleiner Uthamn, den wir noch nicht kennen. Fifång liegt südöstlich von Trosa, eine ziemlich große Insel. Und der Uthamn gehört der Södertälje Båtsällskap, denn Södertälje ist auch nicht mehr weit weg. Der Hafen ist eigentlich kein Hafen, nur eine Steganlage, in der man mit Heckanker festmacht. Kein Strom, kein Wasser, aber saugemütlich und toll gelegen.

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »19Peter91« (2. August 2021, 16:01)


117

Mittwoch, 4. August 2021, 19:28

Langö

In Fifang sind wir einen Tag geblieben. Das ist eine ganz herrliche Insel. Das Ganze ist ein riesiges Naturreservat, war früher mal landwirtschaftlich bewirtschaftet. Das Bauernhaus ist jetzt das Klubhaus des Segelklubs. Die Insel bedecken ausgedehnte , uralte Wälder. Ein für Skandinavien ganz untypischer Mischwald, in dem nicht bur Kiefern, Fichten und Birken stehen, sondern auch Eichen, Ahorn, Kastanien und vieles mehr. Mal ein Beispiel für eine der uralten Eichen:

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Vom Westufer der Insel hat man schon einen guten Blick auf da Fahrwasser nach Trosa:

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Die heutigen Pächter (der Segelklub) haben wohl viel Verständnis für altes Gerät. Überall stehen noch die Gerätschaften des Bauern rum und rosten vor sich hin.

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Jetzt aber weiter nach Westen. Bei Schlappwind langsam durch die vielen Engstellen, natürlich wieder durch die S-Kurve bei Stendörren, und dann raus aus dem Fahrwasser nach Norden. Dort, nördlich der Insel Langö, liegt eine bezaubernde kleine Bucht. Passt nur ein Boot rein, und das sind wir. Anker fällt auf nur 3 m Tiefe, und Ruhe ist.

Von wegen Ruhe! Nach der großen Schwimmtour beim Abtrocknen: "Was hast du denn da für eine rote Stelle? Da ist ja auch ein kleiner schwarzer Punkt drin." Eine Zecke. Mist. Pinzette geholt und raus damit. Dann gegenseitig abgesucht: Jeder hatte doch tatsächlich 4 von diesen Viechern, alle noch sehr klein und frisch. Wir haben vor denen ziemlichen Respekt. Vor 20 Jahren hatten wir uns hier einmal beide eine FSME eingefangen und seitdem gelernt, dass die Stockholmer Schären komplett mit Zecken und dem FSME-Virus durchseucht sind. Und gestern der große Waldspaziergang hat dann wohl gereicht, den Herrschaften den Weg zu uns zu ebnen.

118

Donnerstag, 5. August 2021, 20:04

Snedskär

... und wieder mal Snedskär. Das ist irgendwie wie nach Hause kommen, wenn man in diesen netten Hafen einläuft, freundlich begrüßt wird, zum Essen eingeladen wird - schön.

Heute Morgen gings bei schwachem Wind raus aus der Bucht und ab nach Westen durch das hier ziemlich enge Fahrwasser. Wie eng? Na, so eng:

index.php?page=Attachment&attachmentID=260038

Der eingezeichnete Maßstab sind 250 m. Aber glücklicherweise haben die Schweden ein Herz für unsereins und schreiben an jedes Leuchtfeuer dran, wie es heißt.

index.php?page=Attachment&attachmentID=260039

Dann, bei Oxelösund im freien Wasser, dreht der Wind ganz brav auf Südost, frischt auf bis 8 m/s, und wir rauschen mit 7 kn trotz Kleinwinzig (unser Schlauchboot) im Schlepp gen Arkösund. 5 Std für 28 Meilen, das war Segeln vom Feinsten. Noch zu erwähnen, dass wieder keine Wolke am Himmel war.

119

Samstag, 7. August 2021, 11:54

Schweinewetter - Kuchenbude - Mehr sag ich nich.

Beiträge: 1 840

Wohnort: Holyharbour

Schiffsname: Caritas

Bootstyp: HR

Heimathafen: Heiligenhafen

Rufzeichen: DH 2503

MMSI: 211785650

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120

Samstag, 7. August 2021, 12:35

moin

jo - gestern noch ein traumhafter Tag hier in Trosa und jetzt gehe ich gleich mal wieder in die Koje . Die Admiralin liest dicke Bücher und die nächsten Tage sieht es nicht gerade nach Sommer aus . Wir wollen uns aber nicht beschweren denn bisher war es wieder ein fantastischer Sommer bis rauf zu den Höga Küsten und wieder nach hier runter . Diese hässlichee MSC Seaview haben wir auch in Nynäshamn gesehen. Zum Glück werden die Insassen alle nach Stockholm gekarrt . Der Dragetskanal sind wir auch wieder ( dieses mal zum 13 Mal ) gefahren und es hat wieder unglaublichen Spaß gemacht . Mit 175cm Tiefgang sehe ich das völlig gelassen, zumal wir auch mit unserer Bavaria und 185 mehrfach da durch sind . Die Angst, das man sich da die Windex abfährt ist auch unbegründet . Die Ankerbuchten vor und achtern dem Kanal sind wirkliche Naturplätze und haben Schutz bei jedem Wetter . Nun warten wir mal ab was das Wetter noch so bringt und geniessen die restlichen Wochen . Als nächstes ist Ringsön auf dem Wunschzettel und dann mal sehen.
LG aus Trosa ( abends voll wegen dem Schietwetter )von unserer CARITAS

handbreit
Frank

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