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DK-Segler

Matrose

  • »DK-Segler« ist der Autor dieses Themas

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1

Mittwoch, 23. September 2020, 19:17

Wann ist ein Schiff exterritoriales Gebiet?

Im südlichen Øresund ist heute ein russisches Kriegsschiff mit einem Frachter zusammengestoßen :
https://nyheder.tv2.dk/samfund/2020-09-2…-oeresundsbroen

Während der Frachter von den Behörden geboardet wurde, blieb die Fregatte ohne Besuch da man sie als fremdstaatliches Hoheitsgebiet ansieht .

Ist das nun reine Politik / man will keinen Ärger mit den Russen oder eine internationale Vereinbarung das staatliche Schiffe nicht durch fremde Behörden betreten werden dürfen ?
( der Øresund gehört zu DK und SE, es gelten aber Durchfahrtsrechte für den internationalen Verkehr

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2

Mittwoch, 23. September 2020, 19:58

Moin,

die Fregatte fährt unter "Bundesdienstflagge", der Frachter nur unter "Bundesflagge".
Bei Bundesdienstflagge gelten andere Regelungen.

Jörg

3

Mittwoch, 23. September 2020, 20:07

Ein Kriegsschiff ist kein exteriotales Gebiet. Kriegsschifffe genießen Immunität nach Artikel 32 des Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen.
So Long, and Thanks for All the Fish.

Grisu100

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4

Donnerstag, 24. September 2020, 06:35

Kriegsschifffe genießen Immunität nach Artikel 32 des Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen.
Wird Ihene eine Schuld am Vorfall nachgewiesen kann der Staat des Kriegsschiffes aber Schadensersatzpflichtig werden (Artikel 31). Missachten die Kriegsschiffe die Regeln des Küstenstaates, können sie aus den Gewässern verwiesen werden (Arteikel 30). Die Immunität ist keine Freifahrtsschein.

5

Donnerstag, 24. September 2020, 18:33

Missachten die Kriegsschiffe die Regeln des Küstenstaates, können sie aus den Gewässern verwiesen werden (Arteikel 30). Die Immunität ist keine Freifahrtsschein.
Natürlich, die Schweden haben die eine oder andere Wasserbombe auf eingedrungende U-Boote geworfen.
So Long, and Thanks for All the Fish.

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6

Donnerstag, 24. September 2020, 18:46

Im Dänischen Sund gelten allerdings spezielle "Treaties", unterzeichnete Verträge dass sich Dänemark dazu bereit erklärt eine freie und ungehinderte Passage zu schaffen. Das beinhaltet auch dass kein Schiff welches den Sund passiert von Dänemark beschlagnahmt werden darf. Abschnitt 3 des Seerechtsübereinkommens gilt demnach nicht uneingeschränkt da es sich mit dem Vertrag von 1857 beißt.

Das ganze ist nicht 100% geklärt und Subjekt vieler juristischer arbeiten, der Konsens bisher ist aber dass Dänemark ohnehin jeden gewähren lässt und es daher keine Probleme gibt.
/Marco

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7

Freitag, 25. September 2020, 22:55

die Fregatte fährt unter "Bundesdienstflagge"
Das wundert mich bei:
ein russisches Kriegsschiff
Gruß, Klaus

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8

Freitag, 25. September 2020, 23:01

Moin,

deshalb in Anführungszeichen. Keine Ahnung wie das bei den Russen heißt.

Jörg

Grisu100

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9

Samstag, 26. September 2020, 02:00

deshalb in Anführungszeichen. Keine Ahnung wie das bei den Russen heißt.

Klugscheißmodus an:
Deutsche Fregatten fahren unter der Flagge der Seestreitkräfte (Deutschlandflagge mit Bundesadler und Schwalbenschwanz)
Staatsschiffe des Bundes unter der Bundesdienstflagge (ohne Schwalbenschwanz)
Klugscheissmodus aus:
Bei den Russen ist die Seekriegsflagge eine blaues Andreaskreuz auf weißen Grund.

ArAl

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10

Samstag, 26. September 2020, 09:01

... und dann habe ich mal gehört, dass Boote, die im Seeschiffsregister registriert sind, so wie meins, im Ausland liegend, auch immer ein Stück Deutschland sind.

Liegt mein Boot also vor einem fernen Land, sind meine Crew, Besucher und ich auf meinem Boot in Deutschland.

Das gilt auch für das deutsche Strafrecht:
https://www.bundespolizei.de/Web/DE/01Si…rheit_node.html

Wäre die Definition wirklich so, oder allen bekannt, würde die Reisekrankenversicherung nur zahlen, wenn ich nicht auf meinem Boot bin. Würde ein Arzt mich auf meinem Boot behandeln, wäre das ja in Deutschland und nicht versichert.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ArAl« (26. September 2020, 09:11)


Grisu100

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11

Samstag, 26. September 2020, 16:21

... und dann habe ich mal gehört, dass Boote, die im Seeschiffsregister registriert sind, so wie meins, im Ausland liegend, auch immer ein Stück Deutschland sind.

Selbst bei Handelschiffen ist es immer eine Kombination aus Hafenstaatsrecht und Flaggenstaatsrecht. Weil viele Internationale Abkommen eben nur für Handelsschiffe gelten gilt bei Sportbooten noch Stärker das Hafenstaatsrecht.
Es ist in beiden Fällen kein Stück Deutschland und damit Hoheitsgebiet, selbst das Konsulatsgelände ist es nicht. Aber dieser Gedanke schwirrt immer wieder durch die Köpfe der Leute.

Flaggenzertifikat oder Schiffsregister bescheinigen eben nur den Flaggensstaat, wenn z.B die Hafenstaatsbehörde die Führerscheine prüfen will, muss doch klar sein welche es sein müssen. Ich habe aber mal irgendwo gelesen, sollte die Yacht vom Hafenstaat beschlagnahmt werden, so wird das Konsulat nur Tätig, wenn sie im Schiffsregister eingetragen ist und nur damit unter konsularischen Schutz steht, weil es der einzig amtliche Besitznachweis für Sportboote in Deutschland ist. Oder es hängt damit zusammen , dass manche Staaten ein Flaggenzertifikat nicht kennen und Sportboote entweder im Schiffsregister oder in einen eigenen Sportbootregister angemeldet werden müssen.

kutt

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12

Samstag, 26. September 2020, 18:22

@ArAl:

Ich muß mal suchen, irgendwo habe ich darüber mal einen Artikel gefunden. Da ging es darum, welcher Gerichtsstand gilt, wenn eine Straftat oder Geburt auf int. Gewässern passiert und wie sich das ändert, wenn sich das Schiff in der 12/6/3 Meilenzone einen Landes aufhält. Ich kanns nicht aus dem Kopf wiedergeben, da es nicht so ganz simpel war...

JürgenG

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13

Samstag, 26. September 2020, 19:03

@ArAl:

Ich muß mal suchen, irgendwo habe ich darüber mal einen Artikel gefunden. Da ging es darum, welcher Gerichtsstand gilt, wenn eine Straftat oder Geburt auf int. Gewässern passiert und wie sich das ändert, wenn sich das Schiff in der 12/6/3 Meilenzone einen Landes aufhält. Ich kanns nicht aus dem Kopf wiedergeben, da es nicht so ganz simpel war...

Dieser Artikel gibt einen guten Überblick über die komplizierten Regeln.

Grüße Jürgen

kutt

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14

Samstag, 26. September 2020, 19:46

Den meinte ich:

https://www.deutschlandfunknova.de/beitr…t-und-was-nicht

Zitat

Für Kreuzfahrende ist wichtig: Wenn ihr beispielsweise unter der Flagge der Malediven schippert, gilt die Scharia.
:eeek:

ArAl

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15

Samstag, 26. September 2020, 20:33

Also gilt, zumindest für das Strafrecht, auf einem Boot unter deutscher Flagge sowohl auf dem Boot das deutsche Strafrecht, wie auch für jeden als Skipper, Crew und Besucher das deutsche Strafrecht, wenn er/sie selbst die deutsche Staatsangehörigkeit hat.

Wenn man z.B. mit Wattebäuschen vom Boot aus auf jemanden wirft, der widerrechtlich das Boot betreten will, und ihn außerhalb des Bootes mit dem Wattebäuschen verletzt, gilt dann das deutsche Strafrecht des Bootes, oder das des Staates, außerhalb des Bootes?

16

Samstag, 26. September 2020, 21:06

gilt dann das deutsche Strafrecht des Bootes, oder das des Staates, außerhalb des Bootes?
Ich mache es immer so, dass es wie ein Unfall aussieht. Dann ist das Strafrecht außen vor.
So Long, and Thanks for All the Fish.

Grisu100

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17

Samstag, 26. September 2020, 21:17

Ich muß mal suchen, irgendwo habe ich darüber mal einen Artikel gefunden. Da ging es darum, welcher Gerichtsstand gilt, wenn eine Straftat oder Geburt auf int. Gewässern passiert und wie sich das ändert, wenn sich das Schiff in der 12/6/3 Meilenzone einen Landes aufhält. Ich kanns nicht aus dem Kopf wiedergeben, da es nicht so ganz simpel war...

Vergesst die ausschlißliche Wirtschaftszone (bis 200nm) nicht. Auch da gelten zum Teil noch Rechte und Pflichten des Anreinerstaates, die er auch durchsetzen darf. Er kann z.B dort Naturschutzgebiete einrichten.

Zitat

Ich mache es immer so, dass es wie ein Unfall aussieht. Dann ist das Strafrecht außen vor.
Ich erzähl ,meine Mitfahrern immer das der Skipper nach internationalen Seerecht diktatorische Vollmachten hat und komplette Immunität für alles was er da macht. Einziger Gerichtsstand ist der Internationale Seegerichtshof in Hamburg.

DK-Segler

Matrose

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18

Sonntag, 27. September 2020, 17:22

Wow ihr habt wirklich Ahnung

19

Sonntag, 27. September 2020, 17:48

Drum darf der Holländer im Ausland rauchen, an Bord mit NL Flagge :-)

kutt

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20

Sonntag, 27. September 2020, 18:26

Ne, das stimmt leider nicht, wenn er sich im Hoheitsgebiet eines anderen Landes befindet.

Ich hatte darüber vor 3 Tages erst ein längeres Gespräch mit einem Police Officer. Der war in zivil und hatte sich eigentlich daran gestört, daß Claudi mit jemand anderem in meinem Beisein getanzt hatte. Man muß dazu wissen, daß Frauen hier gnadenlos angebaggert werden und wir haben den Deal, daß sie mir sagt, wenn es zu viel wird.

Also wollte ich gerade zu ihn rüber, um mein übliches "Fuck Off" zu sagen (das ist das einzige, was hier funktioniert) als er sich als Polizist vorstellte. Ähm, ich war schon etwas froh, daß ich nicht ins Wort gefallen bin ;)

Wie dem auch sei: Es entwickelte sich ein nettes Gespräch, wo ich ihn auf den Konsum von Ganja angesprochen habe und das es hier jeder überall raucht, obwohl es illegal ist. Er meinte nur: "Do it in private and show respect" Wenn also die Coast Guard durch die Bucht fährt, sollte man nicht unbedingt mit dem Dübel im Cockpit sitzen. Selbst wenn und sie sehen, daß man den schnell versteckt und nett grüßt ist das auch kein Problem. In der Karibik ist das rauchen von Gras (pur) genau so normal, wie wenn man in Deutschland ein Bier auf der Straße trinkt.



Auf der anderen Seite fand ich auch lustig, als mir die franz. Coastguard das Boot im Ärmelkanal mit 4 Beamten umgeräumt hat. Das war nach meinem Kenntnisstand (heute) so nicht zulässig. Es hätten maximal 2 sein dürfen... Naja .. die hatten lange Weile und wollen mal den ollen Segler ankuken, der bei 4kn Wind dahinbummelt..

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