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oliverb68

Salzbuckel

  • »oliverb68« ist der Autor dieses Themas

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21

Mittwoch, 19. Februar 2020, 06:46

Ich hab mir mal ein LoRa-Gateway und zwei ESP-LoRa-Module in China bestellt.
Welche Module hast Du Dir bestellt? Ich werde das an der Ostsee mal probieren.
Die Abdeckung für Großenbrode scheint ja gesichert.
Viele Grüße,
Oliver

PushingTin

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22

Mittwoch, 19. Februar 2020, 07:07

Möglicherweise verstehe ich ja nicht den gesamten Hintergrund der hier laufenden Diskussion.
Nach meinem Verständnis gibt es bereits eine out-of-the-box-Lösung die allein durch die GSM-Anker-Alarm-Option einen sehr greifbaren Mehrwert bietet: https://www2.vespermarine.com/cortex/plans bzw. https://www2.vespermarine.com/cortex

Falls man die anderen Bestandteile des Systems braucht (UKW Funk, AIS inklusive Transponder) Ist das mit gut 2000 € m.E. nicht mal überteuert.
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Und immer an die Musing denken! :acute:
Nov. 2015: Ich habe meine Profilinformationen up-gedatet.

norbert-walter

Salzbuckel

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23

Mittwoch, 19. Februar 2020, 14:59

Welche Module hast Du Dir bestellt? Ich werde das an der Ostsee mal probieren.

Die hier als Clients:

https://www.ebay.de/itm/LoRa-ESP32-SX127…mcrbhnEv3-diDFw

Und als Gateway das hier:

https://www.ebay.de/itm/Dragino-LG01-P-L…prJv33fvAxiBSKQ

Möglicherweise verstehe ich ja nicht den gesamten Hintergrund der hier laufenden Diskussion.
Nach meinem Verständnis gibt es bereits eine out-of-the-box-Lösung die allein durch die GSM-Anker-Alarm-Option einen sehr greifbaren Mehrwert bietet: https://www2.vespermarine.com/cortex/plans bzw. https://www2.vespermarine.com/cortex

Falls man die anderen Bestandteile des Systems braucht (UKW Funk, AIS inklusive Transponder) Ist das mit gut 2000 € m.E. nicht mal überteuert.

Wie Du oben siehst, muss man dafür nicht unbedingt 2000 Euro ausgeben. Wenn Du möchtest, dann kannst Du das natürlich machen. Mit LoRa-Technik bemötigst Du nur das kleine Board für ca. 20 Euro plus zusätzliche Sensoren zur Überwachung. Mit ca. 50 Euro Hardwareaufwand kannst Du Dein Boot überwachen. Als Funkbrücke ins Internet benutzt Du öffentliche, kostenlose LoRa-Gateways die von der LoRa-Community an vielen Orten zur Verfügung gestellt werden. Damit fallen keine weiteren Kosten für Dich an. Allerdings benötigt man noch eine Backend-Software zur Weiterleitung der Meldungen auf ein Handy. Das müssten wir dann noch programmieren. Wie Du siehst, kann man das auch ganz smart lösen. Mit einem alten Handy kannst Du das auch realisieren, benötigst allerdings eine Mobilfunkvertrag mit Internet. Ob eine kostenlose SIM-Karte von Netzclub mit 200 MB pro Monat reicht würde ich bezweifeln, da die Dir permanent Werbung auf Dein Handy senden wollen. In wie fern man das unterdrücken kann, weiß ich nicht. Zudem ist der Stromverbtauch um ein vielfaches höher als mit einem LoRa-ESP32-Modul.

Norbert

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »norbert-walter« (19. Februar 2020, 15:16)


txg

Salzbuckel

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24

Mittwoch, 19. Februar 2020, 15:35

Mit einem alten Handy kannst Du das auch realisieren, benötigst allerdings eine Mobilfunkvertrag mit Internet. Ob eine kostenlose SIM-Karte von Netzclub mit 200 MB pro Monat reicht würde ich bezweifeln, da die Dir permanent Werbung auf Dein Handy senden wollen.


@norbert-walter:
Zum Einen sendet Netzclub maximal 30 Werbeanzeigen pro Monat, damit werden die 200MB bei weitem nicht aufgebraucht. Zum anderen wird die Verbindung danach nicht getrennt, sondern auf 64kbit/s gedrosselt, was immer noch schneller als LoRa unter Optimalbedingungen ist.

chrhartz

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25

Mittwoch, 19. Februar 2020, 16:03

@norbert-walter:

Klasse Sache, ich kann mir schon einige Anwendungen dafür vorstellen.

Bei uns am Steg sind beispielsweise keine Überwachungskameras erlaubt, das verbietet die Gemeinde. Mal eben per Webcam
nach dem Rechten sehen, wie in den Marinas üblich, ist also nicht.

Fast jedes Jahr werden Außenborder gestohlen, einem haben sie sogar den Spiegel rund um den AB aufgesägt. Viele haben
auch keinen großen Bordakku, Solarzellen oder gar Landanschluss.

Da wäre es schon toll, wenn man eine günstige Alarmanlage für alle am Steg schaffen könnte. Bei 50 EUR vs. 2000 EUR und
dem ständigen Ärger mit SIM-Karten etc. ist das eine richtige Alternative.

Könnte man nicht beispielsweise von See aus die Signale am Steg schalten? Entgegen den Marinas dürfen wir dort nämlich
auch nichts permanent installiert und leuchten haben. Für fünf Minuten per Knopfdruck einschalten, würde vollkommen
genügen. Das wäre echt cool.

Grüße,
Christian
Neptun 20, Segelnummer 950, Honda 5BFU, Liegeplatz Bernau/Chiemsee

Moeritsen

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26

Mittwoch, 19. Februar 2020, 16:46

Moin,

was die Abdeckung betrifft, kann man z.B. in Kiel offensichtlich schon weit kommen:

https://www.thethingsnetwork.org/community/kiel/

Ich hätte Lust, das an meinem Liegeplatz in Wellingdorf zu testen, wenn Oliver und Norbert mit der Hardware soweit sind.

Gruß Michael

norbert-walter

Salzbuckel

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27

Mittwoch, 19. Februar 2020, 19:54

Zum Einen sendet Netzclub maximal 30 Werbeanzeigen pro Monat, damit werden die 200MB bei weitem nicht aufgebraucht. Zum anderen wird die Verbindung danach nicht getrennt, sondern auf 64kbit/s gedrosselt, was immer noch schneller als LoRa unter Optimalbedingungen ist.

Ok, dann stellt LTE/UMTS wirklich eine brauchbare Alternative dar, wenn man nicht Strom sparen muss.

Da wäre es schon toll, wenn man eine günstige Alarmanlage für alle am Steg schaffen könnte. Bei 50 EUR vs. 2000 EUR und
dem ständigen Ärger mit SIM-Karten etc. ist das eine richtige Alternative.

Könnte man nicht beispielsweise von See aus die Signale am Steg schalten? Entgegen den Marinas dürfen wir dort nämlich
auch nichts permanent installiert und leuchten haben. Für fünf Minuten per Knopfdruck einschalten, würde vollkommen
genügen. Das wäre echt cool.

Es gibt auch einen Rückkanal zum Client, den man nutzen kann. Dann wären Remote-Schalter auch denkbar. Allerdings darf man keine all zu kleine Latenzzeit erwarten, wenn man über ein öffentliches Gateway geht. Es werden in regelmäßigen Zeitabständen auch Daten zu den Clients versendet. Ich meine es waren Minuten, wenn ich mich richtig erinnere. Es besteht aber auch die Möglichkeit ohne Gateway zu arbeiten und benutzt einen zweiten LoRa-ESP, die dann direkt miteinander kommunizieren. Da sind dann auch direkte Antworten im Sekundenbereich möglich. Mit den öffentlichen Gateways geht es primär um die Versendung von Messdaten und weniger, um einen Rückkanal aufzubauen. Die Datenraten sind asymmetrisch vergeben. Viel senden und wenig empfangen. Zukünftig soll sich das aber noch ändern, um z.B. Firmwareupdates OTA möglich zu machen. Da wäre LTE/UMTS wohl besser. Das ist dann auch der große Unterschied zu Handynetzen.

Norbert

ArAl

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28

Mittwoch, 19. Februar 2020, 22:44

Blicke noch nicht ganz durch. Es gibt wohl LoRa und LoRaWAN.
Hier die Karte:
https://www.thethingsnetwork.org/map

Und dann habe ich noch bei Heise die "c't MAKE:" 3/2019 mit einer Bauanleitung für draußen gefunden:
https://www.heise.de/make/meldung/LoRaWA…en-4449948.html

Habe schon überlegt, ein Gateway, auch zum Üben und Entwickeln zuhause, auf mein Dach zu setzen, also neben meine Freifunk-Antenne. Dafür spricht man dann wohl die örtliche Community an (hier: Dortmund):
https://www.thethingsnetwork.org/community/dortmund/

norbert-walter

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29

Mittwoch, 19. Februar 2020, 23:22

Blicke noch nicht ganz durch. Es gibt wohl LoRa und LoRaWAN.

Soweit ich das verstanden habe ist LoRa die Long Range Funktechnik an sich. LoRaWAN ist dann die Kombination aus LoRa und Internet, um noch größere Netze aufbauen zu können. Theoretisch soll das so weit gehen, dass ich in Deutschland was per LoRa mit meinem Client senden kann und damit in Australien einen weiteren Client erreichen kann. Das Internet ist dann quasi die "Funkverlängerung".
Mit Web-SDR macht man so was ähnliches im Funkamateurbereich auf Seiten des Empfangs.

Habe schon überlegt, ein Gateway, auch zum Üben und Entwickeln zuhause, auf mein Dach zu setzen, also neben meine Freifunk-Antenne. Dafür spricht man dann wohl die örtliche Community an (hier: Dortmund):

Das lohnt auf jeden Fall. So vergrößert man die Möglichkeiten der Nutzung und ist ein Teil der LoRa-Community. Genau davon lebt das Ganze, dass viele Freiwillige mitmachen und ein Teil des Ganzen sind.

Norbert

30

Donnerstag, 20. Februar 2020, 11:16

Soweit ich das verstanden habe ist LoRa die Long Range Funktechnik an sich. LoRaWAN ist dann die Kombination aus LoRa und Internet, um noch größere Netze aufbauen zu können. Theoretisch soll das so weit gehen, dass ich in Deutschland was per LoRa mit meinem Client senden kann und damit in Australien einen weiteren Client erreichen kann. Das Internet ist dann quasi die "Funkverlängerung".
LoRaWAN ist die Technik, die den Zugang der LoRa-Messages ins Internet ermöglicht. Dazu wird ein Public LoRaWAN-Gateway aufgebaut und steht dann allen LoRa-Nodes in Reichweite zur Verfügung. Da bei mir im Ort bisher noch niemand ein solches Gateway betrieben hat, habe ich mir kurzerhand selbst eines aufgebaut (RaspberiPi + RAK2245 (https://www.thethingsnetwork.org/docs/gateways/rak2245/)). Als Nodes betreibe ich mehrere Pycom LOPY4, Helltec Wireless Stick und ESP32+RFM95w mit diversen Umwelt-Sensoren. Funktioniert soweit alles ganz gut. Die Daten werden ins TTN übertragen.
Das eigene LoRaWAN-Gateway wird bei TTN angemeldet und ist dann auch in der Karte zu finden, damit andere Leute es nutzen können ohne selbst ein Gateway aufzubauen. Reichweitentest habe ich bisher noch nicht gemacht, da meine Nodes allesamt mit den mitgelieferten Stummel-Antennen oder gar einem einfach angelöteten Kupferkabel der korrekten Länge arbeiten. Mehr als 10m im Gebäude ist da bisher nicht drin. Im Freien natürlich schon deutlich mehr.


Käme jetzt jemand mit einem LoRa-Node in die Reichweite meines LoRaWAN-Gateways, würden die Pakete seines Nodes darüber empfangen und in Richtung TTN weitergeleitet (sofern der Node für TTN konfiguriert wurde). Ist in etwas wie so ein öffentlicher Hotspot. Die Daten sind dabei verschlüsselt.

Die Satelliten-Lösung wäre die gleiche, nur dass das fliegende LoRaWAN-Gateway alle paar Stunden über meinem Kopf vorbeikommt und mein Node genau dann seine Daten an dieses Gateway senden kann. Der Satellit überträgt sie dann zurück zur Erde ans TTN.

Natürlich muss man nicht TTN nutzen, sondern kann sich auch eine eigene Cloud hinter dem eigenen Gateway aufbauen.
  • ... Familiensegler ... Mittelmeer, Ostsee und Karibik ... Chartersegler ... Schönwettersegler

ArAl

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31

Donnerstag, 20. Februar 2020, 21:37

Natürlich muss man nicht TTN nutzen, sondern kann sich auch eine eigene Cloud hinter dem eigenen Gateway aufbauen.

Danke für Deine ausführliche Beschreibung.

Dazu zwei Fragen:

Liegen die Daten dann verschlüsselt auf einem TTN-Server?

Hast Du mal den Stromverbrauch Deines LoRaWAN-Gateways gemessen, also über Tage, Wochen oder einen MonatL

32

Freitag, 21. Februar 2020, 10:57

Liegen die Daten dann verschlüsselt auf einem TTN-Server?

Hast Du mal den Stromverbrauch Deines LoRaWAN-Gateways gemessen, also über Tage, Wochen oder einen MonatL
Die Daten werden verschlüsselt übertragen und zwar an Deine persönliche TTN-Application. Du definierst in TTN Dein Gateway (sofern Du ein eigenes betreibst) und Applikationen, die Deine gesendeten Daten entgegennehmen. Ausserdem definierst Du jeden Deiner Nodes (Devices) in TTN. Dieser wird einer Applikation zugeordnet und erhält eine ID (Hex-String) und einen Key. Diese Infos muss der Node bei jedem Aussenden von Daten zusammen mit der Applikations-ID mitsenden, damit die Daten innerhalb TTN auch nur in Deine TTN-Cloud laufen.
Wie sich die Verschlüsselung tatsächlich am Gateway sehen lässt, habe ich ehrlich gesagt noch nicht untersucht, da ich nur Umwelt-Daten versende, wo mir das eher zweitrangig erschien.



Den Stromverbrauch des PI zusammen mit dem RAK2245 im Dauerbetrieb habe ich nicht gemessen.
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norbert-walter

Salzbuckel

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33

Mittwoch, 11. März 2020, 12:57

Ich habe die letzen Tage noch ein wenig mit LoRa rumgespielt und getestet wie gut eine Kommunikation möglich ist. Da die Funkverbindung im Low Energy bereich stattfindet sind die Sendeleistungen nicht sehr groß. Das wird aber mit einer speziellen Funktechnik (Shirp) in großen Teilen wieder ausgeglichen. Der Sender versucht in regelmäßigen Abständen durch zufällige Auswahl von einem der 8 Kanäle die Telegramme loszuwerden. Scheitert dies aufgrund von Funkstörungen, so wird versucht beim nächsten Senden das alte Telegramm erneut zu versenden. Das geht aber nur für eine kleine Anzahl von Telegrammen. Je nach Standort des Senders kann es zu Beeinträchtigungen beim Senden kommen. So kann durchaus auch einmal mehrere Stunden keine Telegrammübermittlung möglich sein. Im Großen und Ganzen werden je Tag aber immer Telegramme übertragen. Man darf also nicht all zu viel von der Reaktionsfähigkeit von LoRaWan erwarten. Da mein eigenes LoRa-Gateway nicht funktioniert, muss ich für meine Tests ein öffentliches Gateway benutzen. das ca. 1,4km von mir entfernt ist.

In den Nachtzeiten funktioniert die Datenübertragung wesentlich besser als am Tage, da in der Nacht weniger Funkstörungen auftreten. Bei der Überwachung von Bootsdaten kann man davon ausgehen, dass man mindestens 1x pro Tag Informationen über den Zustand des Bootes erhalten wird, jedoch nicht davon ausgehen kann, dass die Datenübertragung immer störungsfrei abläuft. Um das zu erreichen muss man vermutlich im Hafen ein LoRa-Gateway installieren. Die Entfernung zum Boot sollte dann nicht größer als 1km sein. Unter http://ttnmapper.org/heatmap/ kann man sich die Headmap ansehen, die zeigt wie gut Gateways erreichbar sind. Laut ttnmap.org kommen auch Übertragungen von über 100km in Ausnahmefällen zu Stande, die aber recht selten sind.

Bei den LoRa-Gateways sollte man darauf achten, dass man ein 8-Kanal-Gateway benutzt, damit alle Anfragen auf allen Kanälen sofort beantwortet werden können. Die Sender wählen ja zufällig einen Kanal aus und senden dann. Mein Dragino LG01 Gateway kann z.B. nur auf dem Kanal 0 lauschen. Um über das Gateway was übertragen zu können muss der Sende also auch zufällig den Kanal 0 zum Senden ausgewählt haben und das kann schon einmal eine ganze Weile dauern, bis auf Kanal 0 gesendet wird. Ein recht günstiges 8-Kanal Indoor-LoRa-Gateway ist das TTIG-868. Ich werde das Dragino LoRa-Gateway wieder zurück senden und mir das TTIG-868 besorgen. Das TTIG-868 kann mit kleinen Modifikationen auch zum Outdoor-LoRa-Gateway umgebaut werden.

Mein Sender ist ein kleines Modul von Heltek. Mit der LMIC-Firmware ist das ein Klasse A Device. Man kann Telegramme senden und auch empfangen. Telegramme können aber nur empfangen werden, wenn man ein Telegramm zuvor abgesendet hat. Nach dem Senden gibt es ein Zeitfenster von 2s in dem Telegramme empfangen werden können. Die zum Device gesendeten Telegramme können auch mit einer Bestätigungsanforderung versendet werden, so dass man auf jeden Fall weiß, ob das Telegramm am Device überhaupt angekommen ist. Somit lassen sich dann auch bestimmte Dinge per Remote auslösen.

Die nächste Zeit werde ich mal Übertragungsstatistiken zusammenstellen wie gut die LoRa-Funkübertragung funktioniert.

Norbert

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »norbert-walter« (12. März 2020, 11:25)


chrhartz

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34

Mittwoch, 11. März 2020, 14:22

@norbert-walter:

Vielleicht hat das 1,4 km entfernte Gateway auch nur einen Kanal. Sind technische Infos zu dem Gateway verfügbar?
Zu dessen Datendurchsatz könnte man evtl. den Betreiber mal fragen. In der Regel sind gerade die Leute, die so
etwas für die Öffentlichkeit betreiben, recht auskunftsfreudig.

Wetterdaten sind ja zeitlich völlig unkritisch aber auf eine Alarmmeldung bezüglich Einbruch oder Bilge möchte man
vermutlich nicht Stunden warten.

Kann man ein Gateway eigentlich auch nicht öfffentlich betreiben oder die Öffentlichkeit z.B. auf bestimmte Kanäle
reduzieren? Also eine art Vorrang für sich selber schaffen?

Grüße,
Christian
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norbert-walter

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35

Mittwoch, 11. März 2020, 17:35

@chrhartz:

Das verwendete öffentliche LoRa-Gateway bedient alle 8 Kanäle. Es wird von Amateurfunkern auf dem Dach der Berufsschule in 30m Höhe betrieben. Die verwenden ein Profiteil von LorixOne mit optimaler Außenantenne.

Man kann auch nicht öffentliche LoRa-Gateways anlegen. Das ist auch möglich. Aus Fairnessgründen würde ich das Gateway aber öffentlich halten. So viel Traffic läuft aber auch nicht über so ein Gateway. Die Sendedauer liegt bei ca. 50ms. In meinem Test schicke ich alle Minute ein Paket weg und schaue, ob es auch angekommen ist. Heute tagsüber sah das ganz gut aus. Nur gelegentliche Ausfälle im Minutenbereich. Die Zuverlässigkeit hängt direkt mit der Verbindungsqualität zusammen. Bei 1km Reichweite sollte aber eine gute Verbindungsqualität zu Stande kommen. Man kommt vermutlich nicht umhin im Hafen ein Gateway zu platzieren, um optimale Verbindungsqualitäten zu erreichen.

Norbert

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »norbert-walter« (12. März 2020, 11:27)


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36

Mittwoch, 11. März 2020, 22:57

Man kommt vermutlich nicht umhin im Hafen ein Gateway zu platzieren, um optimale Verbindungsqualitäten zu erreichen.

Warum nicht wirklich ein günstiges Indoor-Gateway im Boot installieren und das per WiFi oder 3G/4G ins Internet übertragen lassen?

Dann hätte man auf sein Boot auch dann Zugriff, wenn gerade kein freundlicher Bootsnachbar im Hafen ist.

norbert-walter

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37

Donnerstag, 12. März 2020, 11:23

Warum nicht wirklich ein günstiges Indoor-Gateway im Boot installieren und das per WiFi oder 3G/4G ins Internet übertragen lassen?

Weil es zu teuer und zu aufwändig ist mit WiFi 3G/4G. Mit dem LoRa-Modul hätte man eine smarte kostengünstige Lösung. Mit dem Heltec-Modul kann man sowohl RoRa auch auch WLAN nutzen. Das sind beides zwei kostenlose Übertragungstechniken.

Im Moment teste ich ja nur die Verbindungsqualität, um herauszufinden ob die LoRa-Technik grundsätzlich zur Bootsüberwachung tauglich wäre. Aktuell ist da noch nichts optimiert. So wie ich rausgefunden habe, könnte man den LoRa-Spreedingfaktor von 7 auf 12 erhöhen. Dann erreicht man wesentlich höhere Reichweiten, die aber zu Lasten der Übertragungsgeschwindigkeit gehen. Mit Spreedingfaktor 7 erreicht man 31000 Bit/s und mit Spreedingfaktor 12 nur 700 Bit/s. Bei 10 Bytes angepeilten Nutzdaten respektive 80 Bits sind die Daten in ca. 100ms gesendet. Das sollte alles noch im Rahmen liegen.

Ich würde mal mit dem Spreedingfaktor etwas rumtesten, um herauszufinden, ob sich damit die Verbindungsqualität und Reichweite verbessern lassen. Vom jetzigen Standpunkt aus würde ich immer noch meinen, dass die LoRa-Technik zur Bootsüberwachung geeignet wäre. Ich würde es diesen Sommer an meinem Boot mal ausprobieren wie gut es funktioniert.

Norbert

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »norbert-walter« (12. März 2020, 13:06)


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Donnerstag, 12. März 2020, 12:15

Weil es zu teuer und zu aufwändig ist mit WiFi 3G/4G. Mit dem LoRa-Modul hätte man eine smarte kostengünstige Lösung.

Das Gateway THE THINGS INDOOR LORAWAN GATEWAY, Art.Nr.: TTIG-868 kostet 80 €
https://www.antratek.de/the-things-indoor-gateway

Das Gateway OUTDOOR DUAL CHANNEL LORA GATEWAY - 868MHZ WITH 4G, Art.Nr.: OLG02-868-EC25-E kostet 115 €
https://www.antratek.de/outdoor-dual-cha…-868mhz-with-4g

Ich habe hier noch diverse, kostenlose Vodafone-D2-Karten mit 100 MB je Monat für Daten, die für LoRa ausreichen müssten.

Das Outdoor-Gateway hat zwar nur 2 Kanäle, aber da es auf dem Boot in der Nähe der Sender wäre, müsste das doch ausreichen, oder?

Könntest Du hochrechnen, wieviel Transfer wohl auf der WiFi- bzw. 3G/4G-Strecke entstehen würde?

norbert-walter

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Donnerstag, 12. März 2020, 14:06

Das Outdoor-Gateway hat zwar nur 2 Kanäle, aber da es auf dem Boot in der Nähe der Sender wäre, müsste das doch ausreichen, oder?

Könntest Du hochrechnen, wieviel Transfer wohl auf der WiFi- bzw. 3G/4G-Strecke entstehen würde?

Meine Idee ist ja, dass man kein spezielles Gateway installieren muss und die öffentlichen Gateways nutzen kann. Wenn das funktionieren würde, dann wäre das optimal.

Von Traffic her rechne ich mit ca. 10...20 Byte je Minute. Also total wenig Traffic. 3G/4G wären da völlig überdimensioniert.

Das 2-Kanal-Gateway ginge auch, es dauert nur etwas länger bis die Daten übermittelt worden sind.

Norbert

chrhartz

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40

Donnerstag, 12. März 2020, 14:47

Hallo zusammen,

ich habe vor vielen Jahren ein Steuermodul für Kfz.-Standheizungen auf Basis von GSM entwickelt.

Wir hatten größere Probleme mit der ständigen Verfügbarkeit. Teilweise wurden die Module von den GSM-Basisstationen
regelmäßig abgemeldet und man musste sie wieder einbuchen. Da hat sich gefühlt jedes Netz und jede Basisstation
anders verhalten.

Bei den einen Kunden funktionierte alles wunderbar, die anderen sind mal für fünf Stunden in der Tiefgarage gewesen
und danach hatte sich das Modul nicht automatisch wieder eingebucht. Sehr ärgerlich für Anwender, die täglich das Auto
in der Firmentiefgarage parken...

Wir hatten natürlich workarounds eingebaut, regelmäßiges Aus- und Einbuchen, automatisches Löschen von SMS und
noch einiges mehr. Trotzdem war über das Jahr immer mal wieder händischer Neustart angesagt. Dazu der ständige Ärger
mit ablaufenden, sogenannten kostenlosen SIM-Karten.

Nach einigen Jahren Ruhe bezüglich Registrierung der SIM-Karten wurde hier durch die Bundesregierung wieder angezogen
und die Karten müssen wieder personalisiert registriert werden. Seit mehr als 10 Jahren werfe ich jährlich eine SIM-Karte weg
und besorge mir eine neue Lidl, Aldi whatever -Karte nur für die Standheizung. Das muss ich fürs Boot nicht auch noch haben.

Als Handynutzer habe ich regelmäßig das Problem, dass plötzlich statt 4G nur noch Edge angezeigt wird. Einmal Flugmodus
aktiviert und deaktiviert und schon ist das 4G-Symbol wieder da und auch die gewohnte Empfangsstärke. Weiß der Geier,
woran das liegt, wenn das Gerät im direkten Zugriff ist, lohnt keine weitere Fehlersuche.

Bezogen auf ein Modul auf das ich keinen direkten Zugriff habe würde ich sagen: nein, falsche Technik, viel zu unzuverlässig.

Es mag ja sein, dass sich da inzwischen etwas getan hat und die Module zuverlässiger geworden sind. Der ständige Ärger
mit den SIM-Karten bleibt aber und die Erfahrungen als Handynutzer lassen nichts gutes erahnen.

Von daher fände ich eine LoRa-Lösung als Alternative sehr interessant.

Viele Grüße,
Christian
Neptun 20, Segelnummer 950, Honda 5BFU, Liegeplatz Bernau/Chiemsee

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