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  • »roaringforties« ist der Autor dieses Themas

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21

Freitag, 5. Februar 2021, 12:58

Okay,
ich finde es gab hier super Tipps.

Eine Frage hätte ich aber noch, auch wenn früher die Elektroniker nicht umgekippt sind wie die Fliegen:
Meint ihr man bräuchte ein Absauggerät der Gase vom Arbeitsplatz? Speziell hinsichtlich des Flussmittel?

Ok, wenn ich eh tlw. Bio einkaufe- nicht nur um bestimmte Haltungsmethoden nicht zu unterstützen - dann sollte solch ein Gerät vermutlich drin sein, wenn die Zeit an Lötprojekten zunimmt.

Gruss
Jörg

spliss

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22

Freitag, 5. Februar 2021, 13:11

Hallo allerseits,
wenns nicht richtig löten will, kann auch die Bleistiftspitze bereits zu dünn sein für die Lötstellengröße und es wäre eine geringfüfig größere/stumpfere Spitze sinnvoll.
Wer den Zirkus mit dem Bleifrei nicht mag: z.B. Edsyn SU5500 (F-SW34) ist nach wie vor verfügbar.
Lötrauch absaugen ist durchaus sinnvoll, kostet wenig. Btw.: Antistatikmatte mit Sortierfeldern am Rand ist ganz gut, dann kann das Hühnerfutter nicht so leicht flüchten....
Lötgerät: da gibts verschiedene Sachen, die gut sind, kein Dogma. Hier steht seit 25J. ERSA.
Wer was für eine längere Beziehung sucht: (z.B.):
https://www.batronix.com/versand/loettec…bc/CD-2SQE.html
bG! spliss
Holt groß das Dicht !

23

Freitag, 5. Februar 2021, 13:23

Als Absaugung habe ich einen PC Lüfter an dem mit Kabelbindern ein Aktivkohlefilter angebracht ist.
Netzteil ist ja eh da ... Batteriebetrieb geht auch.

Löten mit Blei, Bleifrei ist nicht mein Ding. (Unter anderem wegen höheren Schmelzpunkt)
Standardlötkolben 3 mal Magnastat mit verschiedenen Spitzen, 1 Netzteil umschaltbar auf den benötigten Kolben.
Die inaktiven werden leicht vorgeheizt mit einem 2. Netzteil damit das hochheizen schnell geht aber die Spitze geschont wird.

norbert-walter

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24

Freitag, 5. Februar 2021, 14:24

Meint ihr man bräuchte ein Absauggerät der Gase vom Arbeitsplatz? Speziell hinsichtlich des Flussmittel?

Die Befürchtung hinter allem ist, dass man bleihaltige Dämpfe einatmen könnte. Das bezieht sich aber nur auf bleihaltiges Lot. Der Schmelzpunkt von Blei liegt bei 330°C und die Siedepunkt bei 1744°C. Eigentlich kann nur ab dem Siedepunkt Blei verdampfen. Da sind wir aber noch weit weg von. Das Einzige was stinkt ist das Flussmittel. Das ist eine Mischung aus Harzen und Zusätzen. Ich finde es stinkt nicht wirklich, zumal auch nur recht wenig von dem Zeug verdampft, es sei denn man hat die Temperatur sehr hoch. Die Idee mit dem einfachen Lüfter und dem Aktivkohlefilter ist ganz smart und kostet nicht viel. Ich arbeite z.B. ohne eine Absaugung. Das ist aber Ansichtssache.

Beim Lot verwende ich auch bleihaltiges Lot. Das verhält sich gutmütiger und ergibt schöne glatte Lötstellen. In der EU ist es seit einiger Zeit verboten und darf nur noch für spezielle Anwendungen verwendet werden. Es ist aber immer noch zu bekommen.

Norbert

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »norbert-walter« (7. Februar 2021, 00:14)


25

Freitag, 5. Februar 2021, 15:08

Ich habe hier noch eine ZD981 Lötstation.
Leider defekt, Kolben sollte ok sein, Lötkolbenhalter ist nicht dabei. Inkl. 7 Lötspitzen (fast alle neu)
Zu Verschenken ... also Versandgebühren.
Falls jemand so eine hat ... erspart den Spitzenwechsel wenn man 2 Kolben hat, oder halt reparieren.

chrhartz

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26

Samstag, 6. Februar 2021, 13:12

ich habe mir mal das USB-Mikroskop hier bestellt:

https://www.ebay.de/itm/USB-1000X-1080P-…872.m2749.l2649



Bei sowas bitte beachten, dass es für Lötarbeiten nicht wirklich geeignet ist.

Mach mal einen kleinen Selbstversuch und löte mit einem geschlossenen Auge.
Du wirst ganz schnell feststellen, dass das schwierig ist, weil man keine Entfernungen abschätzen kann.

Ich hatte mal einen Lötkurs für Arbeitskollegen veranstaltet und dazu eine Kamera auf dem Mikroskop befestigt.
Bei meinem Billigmikroskop wird das linke Auge auf das dritte Okular umgeschaltet und ich musste einäugig
löten. Es war ein voller Erfolg, die Kollegen haben sich gut amüsiert... :O

Eine Kopfbandlupe ist ein guter Ersatz für ein Mikroskop, wenn man nur gelegenlich etwas kleines löten möchte:
https://www.reichelt.de/de/en/headband-m…r7EALw_wcB&&r=1

Viele Grüße,
Christian
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chrhartz

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27

Samstag, 6. Februar 2021, 13:56

auch deine klaren Empfehlungen finde ich für einen Laie super ..


Vielen Dank!
Zu den einzelnen Werkzeugen kann ich auch eine Erläuterung geben, weshalb ich sie gekauft habe und warum es ausgerechnet
dieses bestimmte Teil sein muss. Das ist zwar nur aus meiner Perspektive betrachtet aber die gleichen Aufgaben haben viele andere
auch und können so einfach auf bestehende Erfahrung aufsetzen. Das spart viel Zeit und Ärger. Also einfach fragen. :)

Wir können auch einen ähnlichen Thread zu Messgeräten aufmachen und dort die einzelnen Geräte und Erfahrungen damit besprechen.

Grüße,
Christian
Neptun 20, Segelnummer 950, Honda 5BFU, Liegeplatz Bernau/Chiemsee

spliss

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28

Samstag, 6. Februar 2021, 15:05

Zur Qualität: die Chinasachen von Pollin ZD.... gehen offenbar gern mal kaputt. Fremde ZD-939L : Heizelement defekt, Display defekt. Habe auch so ein Wunderwerk: Heizer defekt, Display defekt. Habs zwar repariert, aber innen siehts aus.... naja.
Von ERSA gibts übrigens eine kleine Dose "tip re-activator" (TR 01), wenn die Spitze mal nicht schön ist.
Für die Gas-Löter: niemals billiges Feuerzeug-Gas einfüllen, das bekommt dem Kat nicht. Auf den Lötgas-Nachfüllflaschen von Würth steht übrigens drauf, das es geeignet ist. Preisgünstiger halt als Edelware von Weller oder Ersa.
bG! spliss
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norbert-walter

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29

Samstag, 6. Februar 2021, 18:49

Zur Qualität: die Chinasachen von Pollin ZD.... gehen offenbar gern mal kaputt.

Das kann ich für mein Modell den ZD-931 nicht sagen. Ich habe das Ding über 4 Jahre und oft in Gebrauch. Alles ohne Probleme und völlig unauffällig. Das ist bei mir auch noch die erste Kermik-Lötspitze. Intern hat das Teil einen fetten Trafo was wohl besser ist als die billigen Schaltnetzteile. Es ist aber dafür recht schwer. Das ZD-939 ist aber eine Heißluft-Lötstation und die ZD-981 verwendet einen anderen Lötkolben. Beides ist nicht wirklich vergleichbar mit der ZD-931. Nur der Name klingt irgendwie ähnlich. Es handelt sich vermutlich um zusammengekaufte Ware die unter einem Namen läuft.

Norbert

norbert-walter

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30

Dienstag, 9. Februar 2021, 21:43

Hallo zusammen,

hier möchte ich noch etwas zur Qualität und Benutzbarkeit des Anfängersets schreiben. Ich habe mir so ein Set bestellt, um herauszufinden ob das wirklich was für Anfänger taugen würde. Besonders der einstellbare Lötkolben hat es mir angetan.

Lötkolben +++

- gut verarbeitet
- sehr leicht
- Anti-Rutsch Handgriff aus Silikon
- 6 auswechselbare Dauerlötspitzen (kann alles bis zu SMD gelötet werden)
- Temperaturbereich 200...500°C digital einstellbar
- Display nicht ganz so gut ablesbar, da zu tief und leicht versetzt eingebaut
- ca. 20s Aufheizzeit auf 350°C
- Temperaturanzeige ist nachträglich kalibrierbar
- Weiche, flexible Silikonzuleitung ca. 1m
- praktische Silikonkappe zum Verpacken des heißen Lötkolbens
- Englische Anleitung

Lötkolbenständer ---
- sehr billiges Modell
- in Haltefeder rutscht der Lötkolben durch
- Reinigungs-Schwamm viel zu dünn und pisselig (rutscht aus der Mulde und ist zu groß)

Digitalvoltmeter +--
- 3,5-stelliges Digitalvoltmeter
- Kein True-RMS
- Messbereiche für: Strom, Spannung, Widerstand, Durchgang, Diode, AC, DC
- Messleitungen etwas pisselig und nur für Kleinspannungen bis 50V zu gebrauchen obwohl 1000V drauf steht
- Messgenauigkeit zw. 1...2,5% je nach Messbereich (ausreichen für Elektronik im Anfängerbereich)
- manchmal etwas hakelige Messbereichsumschaltung (liegt am sehr einfachen Schalteraufbau mit Schleifkontakten auf der Platine)
- Displaybeleuchtung ca. 5s
- Holdfunktion (ganz praktisch und unüblich für so ein Billiggerät)
- fest verlötete Sicherung für Strom-Messung 200mA (geht schnell mal kaputt, Austausch ist dann aufwändig)
- 10A-Messbereich nicht abgesichert
- 2x Batterien AAA
- Keine CE-Zulassung, kein CATIII

Lötlutsche +++

- zieht kräftig durch und hält den Druck (sollte sich gut verwenden lassen)
- gute Dichtung

Seitenschneider +--
- eher ein Sparmodell
- Klingen schneiden nicht aufeinander und versetzen leicht
- Rückstellfeder ist sehr wackelig und wird wohl schnell raus fallen

Pinzette +--
- eher ein Sparmodell
- gekröpft ist sehr gut zu gebrauchen
- geht sehr schmal nach vorne zu (0,5mm)
- Pinzettenseiten nicht gleich lang (für SMD unbenutzbar, für bedrahtete Bauelemente ok)

Abisolierer ++-
- ganz praktisch für das recht einfache Modell
- funktioniert erstaunlicher Weise ganz gut
- es lassen sich auch ganz gut dünne Litzen mit der Kerbe am Ende damit abisolieren

Lötzinn ++-
- bleihaltiges Lot mit D 1mm und 0,8mm (sollte gut funktionieren)
- D 1 mm kleines Rörchen (praktisch)
- D 0,8mm 50g Spule (ergiebig, sollte auch für SMD noch zu gebrauchen sein)

Kalbel ---
- haben Alibifunktion und sind nicht zu gebrauchen
- starres sehr dünnes Kabel mit schlechter Isolierung (sehr wärme empfindlich)

Isolierband
- hab es nicht getestet (dürfte aber nicht so toll sein, haftet meistens nicht gut und schon gar nicht bei Wärme)

Tasche +++
- sehr praktisch
- es lässt sich alles gut verstauen und nimmt nicht viel Platz weg

Fazit: Für Anfänger kann des Lötset schon gute Dienste tun. Besonders der Lötkolben schneidet nicht schlecht ab. Die digitale Einstellung ist sehr praktisch und der Lötkolben kommt flott auf Temperatur. Der Griff wird handwarm bei längerem löten. In Pausen sollte man ihn ausstellen. Er heizt auch schnell wieder auf, zumindest schneller als mein ZD-931 Lötkolben. Der Lötkolben kann mit der kleinen Spitze auch sehr gut für SMD-Teile verwendet werden. Die Zuleitung ist nicht all zu lang. Eine abschaltbare Verteilerleiste sollte auf dem Tisch liegen. Tolles Teil für den Preis. Hoffentlich hält es auch länger. Der Lötkolbenständer ist nicht wirklich gut zu gebrauchen aber immerhin besser als gar nichts. Früher hat ich immer einen Porzellanteller als Lötkolbenablage verwendet. Der war auch gleichzeitig mein Sammelbehältnis für Bauelemente. Nur Mutti war sauer als der Goldrand verzinnt war :O . Das Digitalvoltmeter ist für Anfänger ganz ok. Die Genauigkeit lässt etwas zu wünschen übrig. Bei dem Preis darf man aber nicht wirklich meckern. Die Messleitungen sind zu einfach. Man sollte damit nur Kleinspannungen messen. Die Isolierung sieht nicht sehr vertrauend erweckend aus und die Kontakte sind nur billige Blechstreifen. Im Messgerät sind die Kontakte auch nicht sehr hochwertig. Das Messgerät sollte nur in trockener Umgebung benutzt werden. Bei Feuchtigkeit wird es Kontaktprobleme und ungenaue Messwerte geben. Der Schalter hakt auch ab und zu mal und hat Kontaktprobleme. Schnelles hin- und herdrehen des Schalters behebt die Probleme. Ich hab mein Gerät zerlegt und die Leiterbahnen und Kontakte mit einem Glaspinsel gereinigt. Dann ging es wieder. Wer mehr mit Elektronik machen möchte sollte sich ein besseres Gerät besorgen. Es funktioniert, mehr aber auch nicht. Die Pinzette und der Seitenschneider sind sehr einfache nicht so hochwertige Ausführungen. Man kann mit ihnen arbeiten, Spaß macht es aber nicht. Das Lötzinn macht einen guten Eindruck und lässt sich gut verarbeiten. Die Lötlutsche ist ein sehr einfache gebautes Gerät mit guter Wirkung. Hab solch ein Modell auch. Es funktioniert schon mehrere Jahre und ich bin ganz zufrieden damit. Die beigelegten steifen Kabel sollte man gleich entsorgen. Man ärgert sich nur wenn die brechen und die Isolierung verschmort. Beim Isolierband gilt ähnliches. Dagegen ist die Tasche sehr praktisch, da man so alles zusammen hat und auch auf Reisen mitnehmen kann.

Wer mal mit Elektronik und Löten anfangen will kann mit dem Set durchaus starten. Fehlt nur noch eine Spannungsversorgung. Wer mehr möchte sollte sich aber besseres Equipment dazukaufen, wie besseres Digitalvoltmeter, Lötkolbenständer, Zange, Litze und Pinzette. Für 30 Euro ist das aber insgesamt eine starke Leistung aus China. Solche Sets gibt es auch mit leicht abgewandertem Inhalt von anderen Anbietern.

Kleiner Nachtrag: Dieses Set für 22,99 Euro enthält alle brauchbaren Teile bis auf die Pinzette und der Ablageständer lässt sich besser verwenden. Allerdings fehlt die praktische Tasche.

https://www.amazon.de/Embedo-Schwei%C3%9…2952629&sr=8-31

Norbert
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norbert-walter

Salzbuckel

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31

Mittwoch, 10. Februar 2021, 10:56

Und hier noch ein kleiner Testbericht zum günstigen USB-Logikanalysator für ca. 10 Euro. Das Teil ist recht praktisch, wenn man digitale Signalverläufe aufzeichnen und analysieren möchte. Es hat folgende Eigenschaften:

* USB2.0 Anschluss für PC
* läuft unter Win, Mac und Linux
* 8x Digitaleingang TTL 3,3V und 5V kompatibel (Eingangswiderstand 2 MOhm)
* 1x Clock-Ausgang (wird von Software nicht unterstützt)
* Abtastrate bis 24MHz
* Triggerart: Flanke steigend/fallend, Pegel High/Low, Suche von Startbits bei bekannten Bussen und Protokollen
* Open Source und Free-Ware als Auswertesoftware Saleae Logic, Sigrok (liegt nicht bei)
* Je nach Software lassen sich folgende Bussysteme analysieren:
* Seriell
* I2C
* 1Wire
* CAN
* Modbus
* und vieles mehr ....
* Es lassen sich auch Protokolle analysieren die auf den Bussen laufen
* Übersichtliche Anzeige der Messwerte mit Zoom- und Messfunktion
* Zeitsynchrone Datenaufzeichnung mehrerer Kanäle gleichzeitig
* Größe (LxBxH) 55x28x14 mm (Streichholzschachtel-Format)

Fazit: Dieses kleine Helferlein ist super praktisch und kostet nicht viel. Es sollte in jeder Elektronik-Ausstattung dazugehören, wer viel mit Bussystemen zu tun hat. Die Abtastrate ist zwar mit 24MHz angegeben, der Logikanalysator läuft bei mir nur bis ca. 2 MHz zuverlässig ohne Daten zu verlieren oder zu unterschlagen, insbesondere wenn man Signallängen-Auswertung machen möchte. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da bei 24 MHz Abtastrate gerade mal 12 Messwerte bei 2 MHz je Periode aufgezeichnet werden. Da die meisten Bussysteme wie Seriell, I2C, 1Wire, SPI und CAN im Mikrocontroller-Beriech meist nur mit 100kHz laufen und kaum mehr als 2 MHz übersteigen, ist das nicht weiter tragisch. Sehr praktisch sind die zuschaltbaren Protokolldecoder. So sieht man im Klartext welche Daten gerade über den Bus laufen. Die Software von Saleae Logic ist recht ansprechend und gut aufgebaut und läuft auch mit vielen Nachbauten und Billigteilen. Man kommt damit schnell zu recht. Allerdings sind nicht ganz so viele Protokolldecoder eingebaut wie bei Sigrok. Es lassen sich aber selber welche bauen, die man dann selbst einfügen kann. Im Internet ist eine Reihe weiterer Protokolldecoder zu finden. Die Software von Saleae und Sigrok unterstützen auch eine große Anzahl ähnlicher Analysatoren die es in verschiedenen Ausstattungsvarianten gibt, teilweise sogar mit Messung von Analogwerten. Hier mal eine kleine Auswahl was alles so unterstützt wird:

https://sigrok.org/wiki/Supported_hardware

Und hier eine kleine Auswahl der Protokolldecoder von Sigrok:

https://sigrok.org/wiki/Protocol_decoders

Es ist echt beachtlich was für 10 Euro mit einer so kleinen Kiste möglich ist. Früher musste man dafür tausende von Euros ausgeben. Ich kann eine klare Kaufempfehlung dafür abgeben. Aber aufgepasst! Die kleinen Kistchen gibt es von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlich aufgebauter Hardware. Leider kann man vorher nicht herausfinden welches Teil wirklich taugt und welches weniger taugt. Da kommt es auf den Versuch an.

Ich habe meinen hier bestellt: https://www.makershop.de/zubehoer/8-kana…ogikanalysator/

Norbert
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noopd

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32

Mittwoch, 10. Februar 2021, 12:01

Das wichtigste bei feinen, kleinen Lötstellen ist das Lötzinn. Es sollte 1,5 bis 2mm haben. Flußmittel ist im Lot enthalten. Lötspitze mit feuchtem Schwamm immer wieder reinigen und neu verzinnen. Weniger ist mehr. Bei dünner Spitze am Lötkolben große Hitze einstellen und sehr kurze Lötzeit einhalten. Bei dickerer Spitze einen 2,5mm Kupferdraht feste um die Lötspitze wickeln und auf etwa 4 bis 5mm ablängen. Möglichst schräg und glatt abscheinen. Mit einem Heizlüfter, nur auf Umluft und kleinste Stufe eingestellt kann der Lötdampf abgesaugt werden.
Keinen Küchenkunststoffschwamm verwenden, besser einen aus dem Werkzeugkeller, Fliesen legen, benutzen und NUR feucht halten. Wenn es nur um Drähte an der Platine handelt ist die Lötzeit nicht ganz so kritisch, allerdings kann schon mal sich das Lötauge von der Platine ablösen. Sollte allerdings ein Chip oder ähnliches angelötet werden kann zu große Hitze dieses zerstören.

Alle Hinweise wurden nicht nur getestet sondern auch in vielen Situationen angewendet. :rolleyes: :D
Memento mori

33

Mittwoch, 10. Februar 2021, 16:02

Zustimmung

Moin,

das ist wirklich ein ganz tolles Thema und bereits so viele wirklich gute Beiträge!

Ich möchte die Erfahrung mit der Ersa RDS80 gerne teilen. Ich habe die ca. 2001 geschenkt bekommen....(einen geschenkten Gaul.....)
Ja, der Begeisterung über das Geschenk folgte sehr schnell die Ernüchterung. Ich kann die mäßige Wärmeweitergabe, gerade mit der feinen Spitze, bestätigen. Ich bin anfangs verzweifelt!
Davor war meine Ausrüstung ein Ersa 30W und 16W Kolben. (für normal und feine Sachen.) Der 30W ist an Bord immer dabei und tut noch gute Dienste.

Die Ersa RDS80 kann aber auch. Beim kalibrieren mal ordentlich aufziehen. Bei mir hat es jedoch nie geklappt, die Anzeigetemperatur auch recht genau an der Spitze zu haben. Sie kann aber mit 290W nachfüttern......ist also fürs "braten" großer Teile mit dicker Spitze durchaus geeignet.

spliss

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34

Mittwoch, 10. Februar 2021, 17:36

Finde ich echt nett, die Mühe, die sich Norbert macht mit den Test-Infos.
Das "Multimeter" würde ich von Netzspannung aber fern halten... nun gut, der set-Preis. Steht da CAT III drauf?

Ja,
Spitzen kann man wechseln und an die Lötaufgabe anpassen. Zinn-Durchmesser auch.
Alternativ zum Schwämmchen gibts auch noch "Putzwolle" aus Metall, funktioniert ebenso und schädigt die Spitze nicht.
16W sind für einen Lötkolben zu wenig, bei 55..80W darf man zufrieden sein und wer Weißblech-Boxen löten möchte wird ab 150W aufwärts glücklich.
Tester: value for money +++,
da ich aber nebenbei an KFZ - CAN frickele ... tuts ein Hardwareadapter.

Wenn wir schon thematisch übers Löten hinausschießen: bei Batronix gibts portable Oszilloskope derzeit zum echten Happy-Preis.
Die Rigol-Speckis sind auch "Angebot" - mein Finger schwebt quasi über dem Bestell-Knopf...
Analoge, digitale und hochfrequente Grüße! spliss
Holt groß das Dicht !

35

Mittwoch, 10. Februar 2021, 18:18

Ha....das war damals Lerninhalt der Ausbildung! Bei empfindlichen kleinen Bauteilen wird ein 16W Lötkolben empfohlen. Deswegen hab ich den.....Da gab es man gerade diese schwarzen Käfer auf den Platinen...Lötstationen....sehr rah.
Das 150W Bügeleisen haben wir im Betrieb für bis 60mm2 Kabelschuhe gelötet. Danach dann offene Flamme....Crimp.....da hatte der Meister das ? im Gesicht!

spliss

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36

Donnerstag, 11. Februar 2021, 17:19

Wie lang mag das her sein..... ?
Mit 16W erzeugt man eher "pulled Halbleiter". :D
Zwischen Löten und warm (mit Zinn) kleben gibts schon einen Unterschied....
Fakt: ich löte teure Teile mit bis zu 256 Beinchen mit 50W bei 320 grad. Teure Spezialtransistoren mit "Blechohren" dito, diese deutlich heißer mit einem anderen Lot, da die Ohren und Platine vergoldet sind.

Von SMD mit Kolloid-Lot auf der PizzaPlatte will ich jetzt nicht anfangen.. :kochen:
Es ist vermutlich wie mit den Winterreifen, die immer schmal sein mußten. Damals.

Freundlichst! spliss
Holt groß das Dicht !

37

Donnerstag, 11. Februar 2021, 18:07

gib et noch.....https://toolineo.de/ersa-feinloetkolben-…E4aAqtpEALw_wcB
aber ersa kennt sich mit löten nicht aus und produziert am Markt vorbei....Da steht sogar 350°C

Dein 50W Kolben hat nicht so rein zufällig eine Temperaturregelung, wie alle anderen 50W im Angebot? Natürlich hat er das und natürlich ist es das bessere Werkzeug. Ansonsten würde er ganz sicher die erwähnte Temperatur überschreiten. Damals war 1977. Ein 16W Kolben hat ein Heizelement von 16W und ggf. noch eine Temperatursicherung, ein 30W Kolben ist auch so aufgebaut. Damals war aber immer Blei im Lot (meist 63/37)


Da immer noch elektronische Geräte von damals heute im Einsatz sind, auch die von mir zusammengebratenen, ging das wohl doch.....und ja....damals der BC107 im Metallgehäuse kam recht zügig in den Silikonhimmel, wenn man da zu lange mit einem 30W Kolben dran war (bei umme 5mm Drahtlänge) Das war in der Berufsschule immer ein großes Hallo, wenn der zuvor gut getestete Transistor sich nach der Behandlung ganz anders verhielt. Damals gab es auch noch Germanium Dioden, die ja bekanntlich in Puncto Wärme wirkliche Mimosen sind. Da leitete man sehr gerne die Wärme vor dem Bauteil mit einer Pinzette vom Bauteil weg...SMD kannte keiner und wenn man das erwähnt hätte, wäre SM schon klar gewesen, aber alle hätten über das D gerätselt. Man kann die Bauteilqualität von damals nicht mit heute vergleichen.


Ein Joghurtbereiter von damals (der noch einwandfrei läuft und in dieser Technik nach wie vor verkauft wird), hat ein Heizelement von 13W und sonst auch nichts, was da klick klack macht (mechanisch oder elektronisch). Da hat ein schlauer Mensch sich hingesetzt, und hat bei einer Umgebungstemperaturannahme von 20°C das so schick ausgerechnet, dass sich die Kiste dann selbstständig auf 42°C einstellt. Allerdings geht es mit halb gefrorener Milch dann natürlich nicht gut.

Lötstationen vernehmlich von Weller gab es damals auch schon. Aber der Standardlehrling hatte einfach nicht das Geld für die sau teuren Teile. Ein analoges Multimeter nahm schon über 100 DM aus der dünnen Tasche.

Das ist heute alles kein Ding mehr.
....und ja, 1979 fuhr ich 135/SR13 Sommerreifen durch die Schneewehen Norddeutschlands und kam zu Hause an. Später mit gleichen Autotyp mit 155er schon nicht mehr von der Wiese runter.


ach ja.....damals....alles aus Holz und zum drehen! ;-)


spliss

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38

Freitag, 12. Februar 2021, 13:58

:D ... also BC107, AC128 etc. hätte ich noch da... :D

Die günstigen Oszilloskope, auf die ich hinwies leisten das, was bei Tektronix, R&S etc. mal 13kDM kostete... Wahnsinn.
Na, schönes Wochenende!
spliss
Holt groß das Dicht !

39

Freitag, 12. Februar 2021, 14:13

so isses!

wir leben, was das betrifft, in guten Zeiten!

Ob's auch solange hält, das wird in 50 Jahren bekannt sein.

so denne

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Samstag, 13. Februar 2021, 10:43

Die Ersa RDS80 kann aber auch. Beim kalibrieren mal ordentlich aufziehen. Bei mir hat es jedoch nie geklappt, die Anzeigetemperatur auch recht genau an der Spitze zu haben. Sie kann aber mit 290W nachfüttern......ist also fürs "braten" großer Teile mit dicker Spitze durchaus geeignet.

Kalibriert habe ich.
@chhartz: @norbert-walter: @hinaksen: und alle Lötexperden...
Nun perlt leider bei Temperaturen von 250 bis 380°C (in ca 30°C Schritten inkl Einregelung) das Lötzinn an der Lötspitze ab. Die Spitze lässt sich nicht verzinnen.
Die Spitze habe ich versucht in einer Messing?wolle zu reinigen...nimmt nichts an.

Geht da noch etwas ?
Habes es auch mit dem Flussmittel von Christian probiert...aber das Flussmittel wiederum - hab ich im Netz gelesen- führt wiederum zu den verbrannten Rückständen, die kein Zinn annehmen...?

Habt ihr weitere Hinweise?

Gruss
Jörg

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