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1

Freitag, 20. März 2020, 12:52

Kielbolzen tauschen?

Hallo,

ich bin der Max und war bis jetzt ein stiller Leser hier im Forum.
Ich gehe jetzt in die zweite Segelsaison mit meinem Boot und habe eine Frage bzgl. der Kielbolzen.
Wie auf den Bilden zu sehen sind diese relativ rostig. Ich habe sie auf dem zweiten Bild mal mit einer Drahtbürste bearbeitet und sie sehen wieder relativ gut aus (Bild 2) außer dass sie Rostbraun sind.
Der Vorbesitzer meinte damals dass die rostig wären weil er öfters die Logge gezogen hat und deshalb die Bolzen öfters mal im Salzwasser standen. Unerfahren habe ich das so hingenommen.
Beim kranen habe ich auch kein Rostwasser am Kiel entdeckt.
Trotzdem schleicht sich langsam ein unangenehmes Gefühl durch lesen diverser Foren etc. bei mir ein.
Wie seht ihr das? Ist hier ein Wechsel notwendig?

Gruß

Max

https://www.bilder-upload.eu/bild-1948eb-1584704686.jpg.html

https://www.bilder-upload.eu/bild-04be9d-1584705036.jpg.html

https://www.bilder-upload.eu/bild-7d824b-1584705076.jpg.html

Beiträge: 246

Wohnort: Düsseldorf

Schiffsname: Christine

Bootstyp: Degerö 31 DS

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2

Freitag, 20. März 2020, 13:18

Hallo Max,

willkommen im Forum. Schreib doch noch ein bisschen mehr zu Dir und Deinem Schiff.

Für mich sehen die Bolzen zu rostig aus. So, als bekämst Du die Muttern nicht mehr heile ab, oder der Kiel könnte von allein lose kommen. Da muss aus meiner Sicht der Kiel ab und mit neuen Bolzen montiert werden. Dann gut konservieren iund trocken halten.

Heiko

3

Freitag, 20. März 2020, 13:40

Was man sieht ist normale Härte. Man hätte sie viele Jahre früher schon fetten sollen. Jetzt könnte man den Rost vorsichtig, z.B. mit einem Schlackehammer anstatt einem Rosthammer abklopfen und das nachholen. Die Frage ist, wie sie dort aussehen, wo man nichts sieht?
Eine Möglichkeit, die allerdings mit erheblicher Folgearbeit verbunden sein kann, ist ein Drehmoment-Test: Die Muttern sind fest, keine Frage. Trotzdem sollte das Gewinde sich nicht in Bewegung setzen, sich die Bolzen nicht in sich verdrehen, wenn Du nach den Regeln der Technik versuchst, sie zu lösen. Täten sie das, wären sie erheblich zu dünn gerostet und es wartet Arbeit auf Dich.

Die andere Variante ist die der dilatorischen Problemlösung: Funktioniert alles so wie es soll? Hast Du noch nicht dran rumgefummelt? Es gibt kein Problem!
Was dafür spricht, dass die herausschauenden Gewindegänge noch nicht bis zur Unkenntlichkeit abgerostet sind. Das kann man als Anhaltspunkt nehmen, wenn es um Erhaltungswartung geht. 1 mm Stahl macht 2,5 mm Rost. Geklopft wurde da noch nie, wie es scheint.
Was dagegen spricht, dass die Sache gerade im Bereich der Kielnaht doch etwas anders aussehen kann. Da sagt man als Faustformel, dass 1mm Stahl unter Wasser, aber im freien Wasser in 10 Jahren verschwunden ist. Weil der Stahlbolzen logischerwiese von allen Seiten gleich gut rosten kann, wären das in 20 Jahren seit unwirksam werden des ursprünglichen Rostschutzes 4 mm. Bei einem kleinen Boot ist das viel, bei einem großen wenig, bei einem Schiff quasi nichts. In der Praxis ist es meistens weniger, weil der Bolzen eingeschlossen ist und der Sauerstofff in den ihn umgebenden Wasser schnell aufgebraucht ist.

Jetzt weißt Du zwar soviel wie vorher, hast aber vielleicht eine breitere Entscheidungsgrundlage.

Chris

4

Freitag, 20. März 2020, 13:42

Moin,

magst Du auch ein Bild des Bolzens einstellen, den Du bearbeitet hast? Getauscht werden müssen sie, wenn die Substanz abgezehrt ist; was wir an der Oberfläche sehen ist bestenfalls ein Indikator - also Glaskugel.
Du wirst hier also Antworten nach persönlicher Gemütslage erhalten. Ich bin da auf der Lässigseite veranlagt. Wenn Du auf intaktes Metall stößt, erstmal gut sein lassen. Soweit als möglich etwas blankbürsten und Rostumwandler/Kriechöl drauf, damit der Prozess gestoppt wird.
Sodann dafür sorgen, dass die Bilge trockenbleibt. Die Story Deines Vorbesitzers könnte auch eine Ausrede sein. Wassereintritt nach Ziehen des Gebers ist ein einmaliger Vorgang - eigentlich wischt man das auf und fertig.
Den Rosträndern nach zu urteilen, stand jedoch längere Zeit Wasser in der Bilge. Mach die also erstmal sauber und halte sie trocken. Sollte irgendwo eine Leckage auftauchen, beseitige sie.

Abgezehrte Kielbolzen mit Sicherheitsrelevanz sind eigentlich eher in einer dauerhaft leckenden Kielfuge zwischen Rumpf und Kiel begründet und nicht weil die Köpfe in der Bilge rostig sind. Das sieht meist nur Sch... aus, macht Dreck und führt dazu dass die Muttern nicht mehr gängig sind wenn man sie lösen oder nachziehen muss.

=> Austauschen nur, wenn a) sich zeigen sollte, dass die Bolzen selbst lecken oder b) wenn auch die Rumpf-Kielfuge offen ist und dort starker Rostbefall/Rostwasseraustritt erkennbar ist.
=> Trotzdem solltest Du die Bilge sauber und trocken bekommen, den Rostansatz reduzieren und konservieren und die Muttern unbedingt gängig halten. Versuche sie mal vorsichtig (nur eine zur Zeit!) zu bewegen. Obacht wenn der Kiel nicht entlastet ist, also am Schiff hängt. Wenn es darauf steht, kannst Du logischerweise etwas forscher vorgehen. Nuss mit langer Verlängerung und oberhalb der Bilge wo Du Freiraum hast, einen langen Hebel draufsetzen bzw. mit Rohr verlängern und dann mit Gefühl vorgehen. Anschließend mit etwas Fett oder Anti Seize Paste im Zwischenraum wieder ansetzen.

Wenn Du sie nicht gängig bekommst, ist das Kind im Brunnen. Wenn ansonsten aber kein Grund zum Ziehen/Tauschen vorliegt, kannst Du das Problem auch einfach aussitzen. Die meisten Kielbolzen müssen niemals gezogen werden.

Gruß
Andreas

5

Freitag, 20. März 2020, 13:52

Dass der Drehmoment-Test eine Prüfung nach Gemütslage ist? Da gehen die Meinungen offenbar auseinander. Das Nachziehen ist aber noch ein gutes Stichwort. Kurz bevor sie endgültig abreißen, längen sie sich nochmal. Auch das ist keine Laune von mir, sondern vom Stahl. Bei Zug mit entsprechender Überlast längt sich ein Bolzen und verjüngt sich minimal. Das tut er so lange, bis die Fasen endgültig auseinandergleiten.

Beiträge: 70

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Bootstyp: Marieholm 26

Heimathafen: Bremen

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6

Freitag, 20. März 2020, 14:11

Dass der Drehmoment-Test eine Prüfung nach Gemütslage ist? Da gehen die Meinungen offenbar auseinander. Das Nachziehen ist aber noch ein gutes Stichwort. Kurz bevor sie endgültig abreißen, längen sie sich nochmal. Auch das ist keine Laune von mir, sondern vom Stahl. Bei Zug mit entsprechender Überlast längt sich ein Bolzen und verjüngt sich minimal. Das tut er so lange, bis die Fasen endgültig auseinandergleiten.


Moin,

ich verstehe auch nicht ganz, zu was Du da rätst. Mit dem Drehmomentschlüssel versuchen, die Muttern zu öffen, und wenn sich bis zum vorgeschriebenen Anzugmoment nichts bewegt ist alles okay?!

Bitte erklär' doch Deinen Vorschlag noch mal etwas genauer!
Viele Grüße
Jens

7

Freitag, 20. März 2020, 15:41

Es ist eine C777 Bj. 1980.
Bin gestartet mit einem Motorboot und wollte dann unbedingt segeln. Dann habe ich das Boot gesehen, mich verliebt und es war noch ein fast neuer Yanmar Motor verbaut worauf ich in dem Moment viel Wert gelegt hab.
Das Schiff war recht günstig und ich bin bis jetzt weiterhin froh es gekauft zu haben, da es auch paar Macken hat, welche ich behoben hab und jede Menge dazu gelernt habe. Für mich ist es optimal und ich würde es gerne weiter nutzen aber es sollte natürlich sicher sein. Bin die nächsten Jahre definitiv Binnen in den Niederlanden unterwegs.

Also wenn die Bolzen im inneren rosten müsste ich doch beim kranen Rostwasser sehen oder?
Ich habe bis jetzt nichts an den Bolzen gemacht außer mit der Drahtbürste ein wenig zu entrosten (siehe Verlinkung Nr. 2)
Hatte gedacht, die Muttern zu lösen (was ich mich aber noch nicht traue) und die Unterlegscheibe sowie die Mutter zu wechseln, wenn die Bolzen drin bleiben können.
Das Boot steht aktuell im Winterlager auf dem Kiel.

8

Freitag, 20. März 2020, 15:46

Es gibt grob umrissen drei Möglichkeiten. Weil der TE sie ausbaden muss - so oder so, entweder in Form nutzloser Kosten, aufschiebbarer Kosten oder in Form eines Kielverlusts, sollte er auch selbst die Entscheidung trefffen.

Nehmen wir an, der Dampfer ist recht jung, 20 oder 30 Jahre alt und kein Nobelpfusch, dann kann man je nach Stärke der Bolzen noch lange bis sehr lange mit den Bolzen fahren. Weitere Anhaltspunkte dafür wären eine seit Jahren dichte Kielnaht, die höchstens mal am Rand etwas reingerostet ist. Trotzdem fährt immer ein Restrisiko mit. Ist wie mit einem gebrauchten Auto. Die Problematik: bis sich die Kielbolzen längen, sind sie wirklich arg dünn.

Nach der Tabelle sieht man ja, was das Nenndrehmoment der jeweiligen Schrauben ist. Darunter gibt es eine Klemmgrenze, unter der sich das Gewinde immer wieder lösen wird, weil die Reibung an den Gewindeflanken nicht reicht. Die ist hier nicht angegeben, ist aber völlig banane, denn es ist alles ohnehin verrostet. Nehmen wir also an, wir hätten M24, SW 36. Bei einem 8.8er Gewinde dürfen wir mit 726 Nm, bei popeligen Baustahl 272 Nm anziehen, ohne das Gewinde abzureißen. Gilt immer für ungefettet und außerdem auch für unverzinkt, wenn nichts anderes angegeben ist. Das wird ein großer Drehmomentschlüssel. Am besten man nimmt eine Nuss mit 1"-Anschluss und einen Gleitgriff, auf den man ein Wasserleitungsrohr stecken kann. Auch ein normaler Werkstatt-Schlagschrauber, der bei rund 450 Nm normalerweise dicht macht, sollte keinen Schaden anrichten.

Bei einem kleineren Gewinde, z.B. M16, (SW 24?) haben wir mit kleinerem Geschütz schon Erfolge. Eine Nuss mit Standard-Gleitgriff oder einen normalen Ringschlüssel mit etwas Armschmackes sollte der Bolzen überleben. Bedenke, dass es auch einiges an Haftreibung zwischen Scheibe und Rumpfläche zu überwinden gibt. Reißt Du ihn ab, wartet das nächste Problem sofort, denn ohne Reparatur geht es nicht weiter. (oder mit Kaugummi festkleben und das Boot schnell verkaufen) Das Risiko dabei, dass man auch hier was kaputt machen kann, was noch lange Jahre gehalten hätte. Betrachtet man gerade bei M16 das Anzugsdrehmoment für 4.6er Gewinde, dann sieht man, dass man da auch mit sehr zarten Fingerchen schon viel kaputt machen kann. Gerade, wenn es um nichts weiter als Korrosionsreserve geht ist die Versuchung doch da, einen preisgünstigeren Stahl zu nehmen, als wenn Festigkeit der begrenzende Faktor ist.

Wenn sie neu reinkommen solllten, beim Ankörnen der Mitte zum Ausbohren der alten Bolzen größte Sorgfalt walten lassen. Bei der Wiedermontage des Kiels das Gewinde z.B. mit flüssiger Schraubensicherung 'mittel' oder 'stark' vor Wassereintritt schützen. Nach der Montage alles dick streichen, mit Hohlraumkonservierung einsprühen oder manuell unter Fett beerdigen.

9

Freitag, 20. März 2020, 15:53

Also wenn die Bolzen im inneren rosten müsste ich doch beim kranen Rostwasser sehen oder?

Kann, aber muss nicht. Die Dichtasse kann flexibel genug sein und es kann sein, dass der Rost, immerhin das 2,5fache der ursprünglichen Materialstärke wie ein Pfropfen dicht hält, zumindest anfangs. Es hängt immer von mehreren Faktoren ab.

Beiträge: 738

Schiffsname: Neline

Bootstyp: Breehorn 37

Heimathafen: Jemgum

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10

Freitag, 20. März 2020, 16:01

Die Bolzen scheinen ja mit Dichtmasse eingesetzt zu sein. Daher ist die Chance auf Durchrostung im unteren Bereich m.E. relativ gering.
Wenn es außen an der Kiel-Rumpf-Verbindung Auffälligkeiten gibt, dann Muttern lösen. Wenn keine Auffälligkeiten, dann würde ich mit einem Schlackehammer mal klopfen und schauen, ob sich Rostplatten lösen. Wenn ja, hast du womöglich doch ein Problem und ich würde versuchen, die Muttern zu lösen, sonst m.E. eher nicht.

Wenn sich keine Rostplacken lösen, dann einfach mit Owatrol tränken und konservieren. Das Öl ist sehr dünn und zieht in die kleinsten Ritzen.

Wenn du die Muttern lösen willst, brauchst du vermutlich schon ordentlich Drehmoment - dann vielleicht zu einem guten Rostlöser und einem (hydraulischen) Schlagschrauber greifen. Das birgt natürlich das Risiko, etwas kaputt zu machen.

Grüße
ruhrpottsegler

prospero

Matrose

Beiträge: 61

Bootstyp: Standfast Loper 27

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11

Freitag, 20. März 2020, 17:56

Hallo Max,
ich habe letzten Winter bei meinem kleinen Boot die Kielbolzen tauschen lassen.
- Die Bolzen waren einlaminiert und man konnte den Zustand von außen nicht erkennen.
- In der Kielnaht keine Anzeichen von Lockerung oder Korrosion.
- Das Material der alten Bolzen war nicht bekannt, somit auch nicht deren Haltbarkeit und Bruchfestigkeit nach 40 Jahren.
- Das Schiffchen ist früher Regatten gefahren.
- Die Vorgeschichte des Fahrzeugs in Hinblick auf Grundberührungen ist nicht bekannt.
Ziemlich viele Unbekannte auf einmal. Mir war es wichtig, 100% Gewissheit über den Zustand dieser potenziellen konstruktiven Schwachstelle zu haben.
Ich fahre das Boot auch bei ruppigen Bedingungen einhand, und die Kinder sind auch manchmal mit an Bord.
Die Kosten habe ich in Relation zur Sicherheit gestellt und mir als Wartungsintervall selbst erklärt (auch wenn es wehtat). Wie mein Großvater immer (bei Autoreparaturen) sagte : An den Bremsen wird nicht gespart!
Letzten Endes waren die alten Bolzen in einem sehr unterschiedlichen Zustand (siehe Bild), und ich bin froh, das gemacht zu haben.
Ich kann es nur empfehlen.
Bon vent,
»prospero« hat folgende Dateien angehängt:
  • IMG_8863.jpg (262,2 kB - 48 mal heruntergeladen - zuletzt: 27. März 2020, 22:34)
  • IMG_8867.jpg (213,02 kB - 100 mal heruntergeladen - zuletzt: 27. März 2020, 22:35)
  • IMG_8886.jpg (273,31 kB - 48 mal heruntergeladen - zuletzt: 27. März 2020, 22:35)

12

Freitag, 20. März 2020, 18:10

Für nachziehen wären die mir zu gammelig. Wenn außen noch keine Anzeichen zu sehen sind, würde ich die Bolzen mit Owatrol konservieren und gut ist. Wenn du ein schlechtes Gefühl hast und das Boot noch lange galten willst, würde ich es wie mein Vorposter machen. Sehe es als Investition in die Sicherheit, schaden kann der Tausch nach 40 Jahren nicht, das Geld siehst du bei einem Verkauf allerdings nicht wieder.
Falls jemand Kontakt zu mir haben möchte, bitte Email schreiben.

grauwal

Seebär

Beiträge: 1 404

Schiffsname: lebhaft

Bootstyp: Aquanaut 1000

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13

Freitag, 20. März 2020, 18:42

............................
- Die Bolzen waren einlaminiert und man konnte den Zustand von außen nicht erkennen.
- In der Kielnaht keine Anzeichen von Lockerung oder Korrosion.
- Das Material der alten Bolzen war nicht bekannt, somit auch nicht deren Haltbarkeit und Bruchfestigkeit nach 40 Jahren.
- Das Schiffchen ist früher Regatten gefahren.
- Die Vorgeschichte des Fahrzeugs in Hinblick auf Grundberührungen ist nicht bekannt.
.......... Mir war es wichtig, 100% Gewissheit über den Zustand dieser potenziellen konstruktiven Schwachstelle zu haben.
......


.... einlaminiert: Die renommierten Sportbootwerften, z.B. die größten, laminierten die Schraubenbolzen ein, hat sich ausgezeichnet bewährt.
.... Kielnaht: Wenn da nicht zu sehen ist, ist das ein gutes Zeichen
.... Material: Das Material wird ein ganz gewöhnlicher Schraubenstahl gewesen sein, besser geht nicht.
.... Regatten: Regatten wirken sich nicht auf die Korrosion nicht aus.
.... Grundberührungen: Die machen den Schrauben/Bolzen gar nichts aus, die schädigen die Verbände

Eigentlich bekannte Voraussetzungen.

.... 100%ige Sicherheit gibt es allerdings nicht. Wenn man kein Vertrauen hat, sollte man die Unsicherheit so weit wie möglich ausschließen. Es war für Dich gewiss die richtige Entscheidung, aber empfehlen würde ich es nicht.

Gruß Franz
halber Wind reicht völlig

ville

Leichtmatrose

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14

Freitag, 20. März 2020, 18:56

Hallo Max,

rostige Kielbolzen sind bei den Booten, die keine Nirobolzen haben, ein Dauerthema in entsprechenden Foren (z.B. Moody).

Moody in England hat Stahlbolzen (nicht-Niro) verbaut und irgendwann rosten diese meist.
In der Moody Owner's Association ist bisher kein Fall von Kielbolzenversagen wegen Rost bekannt.

Etliche Eigner haben ihre Bolzen gewechselt/wechseln lassen, meist mit dem Ergebnis, dass der Teil im Kiel noch einwandfrei aussah.

Nichtsdestotrotz sollte natürlich der obere Teil mit Mutter und Unterlegscheiben auch belastbar sein.

Sofern der Kiel (und die Kielnaht) ansonsten unauffällig ist, haben einige Moody-Eigner die Bolzen ohne Abnahme des Kiels gewechselt, einen nach dem anderen bei aufgepalltem Boot.
Es macht aber Sinn, dann auch für ein Abnehmen des Kiels vorbereitet zu sein, falls es irgendwelche Probleme gibt.

Dies hängt auch von der Anzahl und Geometrie der Bolzen ab - wieviele hat die C777 denn? Stehen sie paarweise nebeneinander?

Wenn man wechselt, kann man überlegen, ob man lieber rostfreie möchte. Hierzu sollte man aber einen Fachmann konsultieren.

Gruss
Ville

Bruk

Seebär

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Freitag, 20. März 2020, 18:59

Hey Max,

mach Dir kein Kopp! Die Bolzen sind garantiert, weil gut eingedichtet, in Ordnung! Du musst da auch nichts nachziehen! C-Boote wurden äußerst sorgfältig, auf hohem Qualitätsniveau hergestellt.Deshalb ist der Vergleich mit einer Werft, die für lau Scheiß produziert hatte, wenig hilfreich. Durchgegammelte Bolzen hatten wir nur an alten Holzschiffen. da waren die Bolzen nicht durch Dichtmasse angeschirmt, sondern einem Gemisch aus gammeliger Totholzplörre, Sauerstoff und Salzwasser permanent ausgesetzt. Und auch da dauerte es Jahrzehnte, bis die Bolzen bis zum Abriss durchgegammelt waren.

Tipp:

Besorge Dir Phosphorsäure und pinsele die sichtbaren Bolzen samt Muttern damit ein. Danach hast Du Ruhe!

Gruß
Klaus

Spi40

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16

Freitag, 20. März 2020, 19:17

Habe zwar keinen Kunststoffkreuzer, allerdings hatte mein Schiffchen auch mal feuerverzinkte Kielbolzen. Die Bolzen sahen zwar nicht so zugerostet wie Deine aus hatten aber auch Rost, ließen sich allerdings gut abschrauben. Die Muttern waren doppelt/gekontert.
Zu den Zeiten als mein Schiffchen gebaut wurde, wurden Kielbolzen ca. 3 Mal überdimensioniert, denn auch früher wusste man das Stahl rostet. Auch wurden für die 825 kg Ballastkiel (Gusseisen) 9 Bolzen verbaut, leicht gegenläufig schräg angeordnet, dass ein abfallen/rausrutschen nach unten unmöglich war.

Nun zum eigentlich interessanten. Bis auf einen Bolzen wurden alle bündig oberhalb des Ballastkiels abgesägt. Der eine verbliebene Bolzen konnte unter viel hin und her hebeln vollständig entfernt werden. Er war am Übergang Ballastkiel - Totholz von 16 auf 8 mm weggerostet. Also immer noch im Limit, um "allen Stürmen" trotzen zu können. Und das nach 56 Jahren!!! Im Ballastkiel war an den Bolzen sogar noch die Verzinkung so gut wie intakt und keinerlei Schwund/Rost. Auch oberhalb wo die Kielbolzen aus dem Totholz mit den Gewinde und den doppelten Muttern herausragte kein nenenswerter Schwund.
Lange Rede kurzer Sinn, der Schwund/Rost nagt im Übergang zu einem anderen Medium, wo Feuchtigkeit hin kommen kann. Feststellen kann man das nur, wenn der Ballastkiel samt Bolzen vom Rumpf getrennt wird. Wenn jetzt allerdings beim Bau alles perfekt Wasserdicht abgedichtet oder verklebt wurde kann noch alle i.O. sein und Du musst/solltest nur Unterlegplatte und Muttern erneuern.

Ich weiß schwere Entscheidung, weil 50/50 Wahl, die musst Du allerdings alleine treffen. :O

PS: Es wundert mich immer wieder mit wie wenig Bolzen heutzutage Kiele mit wesentlich größeren Hebeln und Gewicht befestigt werden.
Gruß Torsten

kis
keep it simple

17

Freitag, 20. März 2020, 20:47

Die C777 hat insgesamt 6 Bolzen.
vorne und hinten jeweils einen Bolzen und in der Mitte 4 Stück.
Sieht so aus:

--O

-O O

-O O


--O

Der Übergang vom Rumpf zum Kiel ist auch ziemlich breit. Dadurch müssten die Bolzen doch eigentlich einer geringeren Belastung unterliegen, wenn man es vergleicht mit teilweise modernen Konstruktionen.

Beiträge: 70

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Heimathafen: Bremen

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18

Freitag, 20. März 2020, 21:49

[
Nach der Tabelle sieht man ja, was das Nenndrehmoment der jeweiligen Schrauben ist. Darunter gibt es eine Klemmgrenze, unter der sich das Gewinde immer wieder lösen wird, weil die Reibung an den Gewindeflanken nicht reicht. Die ist hier nicht angegeben, ist aber völlig banane, denn es ist alles ohnehin verrostet. Nehmen wir also an, wir hätten M24, SW 36. Bei einem 8.8er Gewinde dürfen wir mit 726 Nm, bei popeligen Baustahl 272 Nm anziehen, ohne das Gewinde abzureißen. Gilt immer für ungefettet und außerdem auch für unverzinkt, wenn nichts anderes angegeben ist. Das wird ein großer Drehmomentschlüssel. Am besten man nimmt eine Nuss mit 1"-Anschluss und einen Gleitgriff, auf den man ein Wasserleitungsrohr stecken kann. Auch ein normaler Werkstatt-Schlagschrauber, der bei rund 450 Nm normalerweise dicht macht, sollte keinen Schaden anrichten.


Ganz ehrlich - ich versteh nicht, worauf Du hinauswillst und wie das mit der Frage des TE zusammenhängt... ?(
Viele Grüße
Jens

beduine

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19

Freitag, 20. März 2020, 23:00

Um Klarheit zu schaffen müsste der Kiel ab,da die dünnste Stelle am Übergang zum Kiel ist und somit von innen nicht bewertet werden kann. Die Bolzen bei einem Bleikiel sind leider eingegossen, beim Stahlkiel sind sie eingeschraubt. Je nach Befund käme ein paar T Euro Unterschied zusammen. Nach den Bildern behaupte ich mal, die Bilge war lange nass, also trocknen, Owatrol wirken lassen und beobachten.

ville

Leichtmatrose

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Bootstyp: Ohlson 8:8

Heimathafen: Turku

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20

Freitag, 20. März 2020, 23:44

Die älteren (80/90er Jahre) Moodys, von denen ich sprach, sind 34-36ft und haben 10-11 Stück M24. Kiel ist bei denen so 2 Tonnen.

Bei Dir, Max, halbe Kielmasse (ca. 1t) und halbe Anzahl Bolzen, die Belastung pro Bolzen ist also ähnlich.

Die erwähnten Moody-Eigner berichten auch, dass sich ordentlich festgerostete Muttern nur schwer lösen lassen. Hier dreht sich der Bolzen (der ja genaugenommen gar keiner ist, sondern eine Gewindestange) mit heraus.

Für das Wechseln ist das kein Problem, aber ohne Plan herumgnubbeln an den Muttern sollte man deshalb lieber nicht, der Ursprungszustand lässt sich vielleicht nicht wiederherstellen.

Bolzen eingegossen bei Bleikiel? Bei welchem Boot? Da ist eher ein "Anker" aus Eisen oder Stahl im Blei eingegossen, denke ich, sonst kann man die ja nicht wechseln.

Normale untergebolzte Kiele an GfK-Schiffen sind auch Gusseisen, nicht Stahl, Stahlkiele hat man doch am Stahlschiff?

Gruss
Ville

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