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Samstag, 26. Dezember 2020, 19:33

Klassische Yacht, Seefahrtskreuzer, Kreuzeryacht kaufen

Hallo Segler,

eigentlich wollte ich mir ja bereits im Frühjahr ein Schiff kaufen. Leider scheiterte der Kauf im letzten moment am Vertrag und an meiner durchaus pingeligen Art wenn es um größere Geldsummen geht. Ich wollte eine Inventarliste, die Verkäuferin nicht usw. Nachdem ich da aber schon run 2000€ für Gutachter und Anwalt ausgegeben hatte, wollte ich im Sommer auch nichts von Booten aller Art wissen.

Dann aber vor ein paar Wochen eine wunderschöne Mannerberg 65 "JERA" entdeckt und da war es wieder das Bootskauffieber. Leider war die finnische Mannerberg bereits verkauft, aber das Fieber ist seit dem geblieben. Seit dem analysiere ich den Markt und es prinzipiell gibt es auch einige sehr spannende Angebote. Einige sogar unter 100 000€ was meiner Meinung nach für ein Schiff um die 55 Fuß relativ günstig ist.

Was ich allerdings nicht verstehe ist der Markt. Es gibt absolute Leichen um 200k, es gibt ein paar durchaus interessante Angebote, dann kommt ein weiter Sprung und man ist bei 600k. Ich kann mir nur vorstellen, dass es hier um Details wie die Historie der Boote geht.

Holzschiffe schrecken mich prinzipiell nicht ab und da ich im Frühjahr ein paar Wochen bei der Bültjer verbracht habe kenne ich auch die Preise für Reperaturen. (Allerdings am ehesten die für Eiche auf Eiche, Mahagoni ist etwas teuerer.).

Lange Rede kurzer Sinn. Was halted ihr von der Idee ein klassische Yacht als erstes Boot zu kaufen?

Suchprofil ist folgendes:
Maximal 200 000€ in den ersten zwei Jahren.
52-65 Fuß.
Ready to sail.


Die Größe erklärt sich dadurch, dass ich Vollzeit aufs Boot ziehen möchte. Ich habe lange überlegt ob es nicht doch ein Haus sein soll aber der zweite Lockdown jetzt hat mir die Entscheidung abgenommen. Länger als ein paar Monate halte ich es nirgendwo aus.

Die letzten Jahre war ich Vollzeit im olympischen Segelsport unterwegs. Nacra 17 um genau zu sein. Segelkentnisse sind also vorhanden und auch der Wille sich neues Wissen in diesem Bereich zu erarbeiten.

Also sämtliche Tipps und Tricks und Informationen zu Klassikern, Yawls, Kreuzern usw. immer her damit und danke im Voraus!

Eine konkrete Frage habe ich nach, wie schlimm ist ein Tiefgang von 3,4m? In wie vielen Häfen kommt es dadurch zu Problemen und welche Reviere gehen gar nicht?

Henning

Forums-Chevy

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2

Samstag, 26. Dezember 2020, 19:58

Bei der von dir angepeilten Bootsgröße kannst du wohl locker mindestens 20.000€ Unterhaltskosten pro Jahr einplanen. Für ein Boot ohne Wartungsstau finde ich 200.000€ deutlich zu niedrig angesetzt.
Suche Silva 70 UN oder Plastimo IRIS100 Handpeilkompass, Plattenanker mit um und bei 5kg, diverse Tufnolblöcke für 10mm-Tauwerk und einen guterhaltenen Jollentrailer mit ungefähr 300kg Zuladung.

Trödler

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3

Samstag, 26. Dezember 2020, 20:00

Tiefgang von 3,4m? In wie vielen Häfen kommt es dadurch zu Problemen und welche Reviere gehen gar nicht?
Das normale Prozedere wäre, sich zuerst überlegen wo man hinmöchte, Revierführer und Seekarten zu studieren und sich danach ein Boot auszusuchen. In deutschen, niederländischen, dänischen, polnischen Häfen wird es mit TG 3,4m schon mal ziemlich eng. Da wo ich gerne hinfahre, wirst Du nicht hinkommen. Im Atlantik oder im Mittelmeer wäre die Auswahl an erreichbaren Häfen wohl größer.

Gruß
Karl
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Laithy

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4

Samstag, 26. Dezember 2020, 21:26

Hast Du dich schon mal mit den FKY auseinander gesetzt?
www.fky.org


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Dieselgenua

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5

Samstag, 26. Dezember 2020, 22:20

Was halted ihr von der Idee ein klassische Yacht als erstes Boot zu kaufen?


Sofern man den Aufwand der Instandhaltung nicht scheut, spricht nichts dagegen. Was ich mich aber frage ist, wäre das von Dir angesprochene Schiff überhaupt Einhand tauglich? Oder hast Du eine Mannschaft dabei? ?(
Das Leben ist schön, ein Segelboot macht es schöner :segeln:

6

Samstag, 26. Dezember 2020, 22:29

Bei der von dir angepeilten Bootsgröße kannst du wohl locker mindestens 20.000€ Unterhaltskosten pro Jahr einplanen. Für ein Boot ohne Wartungsstau finde ich 200.000€ deutlich zu niedrig angesetzt.
Ca. 15k sind eingeplant und wie bei 200k in den ersten zwei Jahren sollte ausreichend Puffer für anfängliche Reperaturen sein. Ich bin aber auch bereit das meiste selbst zu machen wo viele Eigner aus Zeitmangel zurückschrecken würden, beispielsweise Teakdeck abdichten. Bei einem Holzschiff dieser Größe wo man alles machen lässt würde ich eher von 30-40k im Jahr rechnen.
Das normale Prozedere wäre, sich zuerst überlegen wo man hinmöchte, Revierführer und Seekarten zu studieren und sich danach ein Boot auszusuchen. In deutschen, niederländischen, dänischen, polnischen Häfen wird es mit TG 3,4m schon mal ziemlich eng. Da wo ich gerne hinfahre, wirst Du nicht hinkommen. Im Atlantik oder im Mittelmeer wäre die Auswahl an erreichbaren Häfen wohl größer.
Es gibt da kein bestimmtes Revier welches ins Auge gefasst ist. Wahrscheinlich aber anfänglich mal im Mittelmeer, eventuell Italien. Aber rund um Irland und Großbritannien sind ebenso denkbar wie ein Regattaeinsatz. Auch eine Weltumsegelung liegt im Bereich des Möglichen.

Umgekehrt gibt es aber auch kein Revier wo ich unbedingt hin möchte. Soweit ich mitbekommen habe müsste ich aufs Archipelago wohl Komplet verzichten... Naja dann ist Norwegen auch schön...

Da ist mir Lebensraum an und unter Deck wichtiger als die durchaus schönen Häfen wo ich dann nicht mehr reinkomme. Allerdings sind 3,4 Meter doch relativ viel und mich würde mal interessieren welche bekannteren Reviere ich damit ausschließe.

Hast Du dich schon mal mit den FKY auseinander gesetzt?
www.fky.org
Danke für den Tipp und ich lese da mal das Forum quer. Ich habe aber das Gefühl, dass ich da mit der Angepeilten Bootsgröße aus dem Raster falle. Das ist mir bei Bültjer schon aufgefallen, dass bei 20 Meter Booten andere Probleme zu erwarten sind als bei 12 Meter. Nicht immer teurere Probleme, aber eben andere. Das Woodenboat Forum kenne ich auch, aber oft hilft es ein wenig über den Tellerrand hinauszuschauen.


Was halted ihr von der Idee ein klassische Yacht als erstes Boot zu kaufen?


Sofern man den Aufwand der Instandhaltung nicht scheut, spricht nichts dagegen. Was ich mich aber frage ist, wäre das von Dir angesprochene Schiff überhaupt Einhand tauglich? Oder hast Du eine Mannschaft dabei? ?(
Wir sind zu zweit und eigentlich sollte das zum touren reichen. Die Kreuzeryachten sind extra dafür Konstruiert worden von relativ kleiner Crew gesegelt zu werden. Als reines Segelschiff oder Regattaschiff wäre aber ein 6.5er oder maximal ein 8er KR ausreichend. Aber ich will halt auch darauf wohnen. Aufgrund der guten See-Eigenschaften und der einfachen Bedienbarkeit waren die KR sehr beliebt bei den Weltumsegelpionieren.

Mehr Sorgen macht mir da eher schon die Wartung, weil mir halt schon Bewusst ist, 54 oder gar 58 Fuß sind eine Menge Schiff. Aber viel kleiner reicht bei einem klassischen Riss nicht.

Einhandtauglich? Im Notfall wahrscheinlich schon.

7

Sonntag, 27. Dezember 2020, 01:27

Als reines Segelschiff oder Regattaschiff wäre aber ein 6.5er oder maximal ein 8er KR ausreichend. Aber ich will halt auch darauf wohnen. <....> 54 oder gar 58 Fuß sind eine Menge Schiff. Aber viel kleiner reicht bei einem klassischen Riss nicht.
Colin Archer? Ist breit, kann da ggf. etwas kürzer sein.
Scheiden nicht ganz so klassische Reinkes oder GfK-Klassiker kategorisch aus?

8

Sonntag, 27. Dezember 2020, 08:48

Ich denke, es hat seinen Grund, wenn es hölzerne Boote in dieser Größenordnung selten als Eignerboote zur privaten Nutzung angeht. Ich hatte lange einen kleinen Holzjollenkreuzer, und vorher einen Holzpiraten. Selbst in diesem kleinen Unterschied wuchsen die Instandhsltibgskosten exponentiell. Der Jolli kostete pro Jahr vierstellig an Instandhaltung, ohne dass eine Reperstur in der Grundstruktur erforderlich gewesen wäre. Wenn derartige Dinge, wie z.B. am Kiel, oder etliche Meter Spanten, ist es mit den 30kE vsl nicht getan.
Klassiker dieser Größe laufen daher zumeist in Charter, oder wenigstens zeitweise in Charter. Du kannst ja mal nachsehen, wie die Charterpreise beim Peter von Sestermühe sind, ok, Christoph von Reibnitz lebt davon, aber da er nun auch keinen übermäßigen Reichtum besitzt, kannst Du eine Vorstellung von den laufenden und festen Kosten für das Schiff bekommen. Und der Peter ist ein Stahlschiff, was in der Instandhaltung einfacher ist.

Was auf Dich zukommen kann, siehst Du am 12er Anita.

ex-express

Salzbuckel

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Heimathafen: Flensburg

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9

Sonntag, 27. Dezember 2020, 09:08

Schau doch mal bei „Kirchner und Maris“ nach. Die haben viele tolle Boote.

https://www.boatnet.de/kirchner-mares/ex…0Stadt%2051.pdf

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ex-express« (27. Dezember 2020, 09:19)


10

Sonntag, 27. Dezember 2020, 14:45




Colin Archer? Ist breit, kann da ggf. etwas kürzer sein.
Scheiden nicht ganz so klassische Reinkes oder GfK-Klassiker kategorisch aus?
Ich möchte ein großes Schiff. Also über den reinen Praktischen Aspekt hinaus. Klar kann man das über Geschwindigkeitspotential und das ruhigere Seeverhalten rechtfertigen aber wenn ich ehrlich bin ist es doch eher ein haben wollen. Umgekehrt möchte ich aber auch nicht bei der Wartung vorne Anfangen, hinten ankommen und wieder von vorne. Weiters ist mir der Luxus / Spielzeug den größere Boote oft mit sich bringen nicht so wichtig. Einziger Luxus soll die Größe und der Platz sein.

Auch ein schönes und schnelles Schiff ist mir wichtig. Da moderne performance Cruiser aber außerhalb meiner finanziellen Reichweite liegen bleibt mir nur die erschwingliche Vergangenheit.

Colin Archer haben sicherlich einen gewissen Charme. Auch ein Gaffelrigg ist sehr interessant. Meine Partnerin ist auch auf einem Colin Archer einige Etappen des Tall Ship Races mitgefahren. (Irgendwie Ironisch auf einem 10m Boot ;-) Aber es ist mir von der Segelleistung dann doch zu weit weg von meinem Traumschiff. Auch wenn es wahrscheinlich praktischer wäre.

Ich möchte noch dazu sagen, dass ich den olympischen Segelsport auf einem low budget level betrieben habe. Um Geld zu sparen lebe ich seit drei Jahren durchgehend in einem 9 Meter Wohnwagen. Das Auto immer vollgefüllt mit Bootszubehör. Oft fern der Heimat, wobei Zuhause ist wo das Internet ist. Aber es ist dann doch etwas zu wenig Platz. Viele Dinge die ich gerne bei mir hätte liegen am Dachboden bei den Eltern. Das Schiff soll in erster Linie ein schwimmendes Zuhause werden und darauf muss ich mich wohl fühlen.


Was auf Dich zukommen kann, siehst Du am 12er Anita.
Naja, ich habe ja geschrieben 200k in den ersten zwei Jahren. Bei einem durchaus interessanten Angebot würden da noch 120k für etwaige Reperaturen übrig bleiben. Auch für ein Holzboot ist das nicht nichts wenn man ein paar Dinge beachtet.

Es muss aber nicht Zwangsläufig Holz sein. Stahl, Holz-Epoxy, Cold Molded oder GFK... alles möglich. Nur Zement schließe ich aus.

Fürs Holzschiff sprechen folgende Gründe:
1. Größtes Angebot
2. Schönste Linien
3. Mit Abstand niedrigstes Preisniveau. Man zahlt ca. die Hälfe von Stahl.
4. Der Verkäufer muss verkaufen, bei allen anderen Materialen kann er das Boot auch in die Halle legen und auf bessere Zeiten hoffen. Das Holzschiff ist dann hin.
5. Holz hat den größten Charme
6. Prinzipiell arbeite ich gerne mit Holz. GFK und Epoxy sind ein horror um damit zu arbeiten.
7. Holzschiffe verlieren nicht durch eine Reparatur. Das gehört dazu.

Dagegen spricht:
1. Katze im Sack
2. höchster Wartungsaufwand
3. Wartung teilweise teuer

Henning

Forums-Chevy

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11

Sonntag, 27. Dezember 2020, 23:27

Hast du überhaupt schon einmal mit Epoxidharzen gearbeitet?
Ich weiß jetzt nicht, was daran ein Horror sein soll?
Epoxy ist im Prinzip der Universalsuperheld bei der Aufgabe, ein (Holz-)Schiff instandzuhalten, zumal du ja deiner deiner Aufzählung nach einer Compositbauweise gegenüber nicht abgeneigt bist???
Da ist deine Geschichte irgendwie unstimmig...
Suche Silva 70 UN oder Plastimo IRIS100 Handpeilkompass, Plattenanker mit um und bei 5kg, diverse Tufnolblöcke für 10mm-Tauwerk und einen guterhaltenen Jollentrailer mit ungefähr 300kg Zuladung.

12

Sonntag, 27. Dezember 2020, 23:41


3. Mit Abstand niedrigstes Preisniveau. Man zahlt ca. die Hälfe von Stahl.
4. Der Verkäufer muss verkaufen, bei allen anderen Materialen kann er das Boot auch in die Halle legen und auf bessere Zeiten hoffen. Das Holzschiff ist dann hin.

(4) teile ich, wobei viele Leute ihr Holzboot dann doch noch jahrlang behalten und gut behandeln,. es ist ja ein Familienmitglied. (3) teile ich nicht, Stahlschiffe sind mittlerweile recht uncool, man bekommt für wenig Geld gute Boote hintergeworfen.
Noch'n Spoiler: Ich habe 40 Jahre nur Holzboote besessen bzw. betreut, GfK erst seit 3 Jahren (und der Holzopti der Kinder steht immer noch im Schuppen). Ich mag also Holzboote, aber zum Drauf-Wohnen UND für gleichzeitig vernünftige Segelleistungen würde ich dann - bei begrenztem Budget und wenn Holz gesetzt ist - allenfalls große verleimte Kurzkieler in Betracht ziehen, die alte Wappen von Bremen wäre bspw. so ein Teil gewesen. Sonst eher eine Reinke oder große vdStadt oder irgendwas in der Art, eine große Bav oder Dufour oder... (ca. 45', dafür viel Platz).

13

Montag, 28. Dezember 2020, 00:17

Ich habe noch ein paar Fragen:
1.) Wie treibt man Olympischen Sport auf low Budget Level?
2.) Warum ist ein für ein paar Jahre aufgelegte Boot, wenn gut aufgepallt, hinterher hin? Immerhin haben die Boote, die den WK2 überlebt haben, ihn genau so überlebt.
3.) Warum, glaubst Du, gibt es praktisch keine Holzklassiker in der von Dir angepeilten Größe, die so genutzt werden, wie Du es anstrebst?

Und ein Hinweis: der laufende Unterhalt eines Holzbootes ist genau so: Du fängst an, und wenn Du durch bist, fängst Du von vorn wieder an.
In jeder Wintersaison.

14

Montag, 28. Dezember 2020, 10:15

1.) Wie treibt man Olympischen Sport auf low Budget Level?


Genau das habe ich mich beim Lesen des Beitrages auch gefragt.

Gruß Odysseus

15

Montag, 28. Dezember 2020, 10:53

Hast du überhaupt schon einmal mit Epoxidharzen gearbeitet?
Ich weiß jetzt nicht, was daran ein Horror sein soll?
Epoxy ist im Prinzip der Universalsuperheld bei der Aufgabe, ein (Holz-)Schiff instandzuhalten, zumal du ja deiner deiner Aufzählung nach einer Compositbauweise gegenüber nicht abgeneigt bist???
Da ist deine Geschichte irgendwie unstimmig...
Epoxy ist toll und man kommt kaum darum herum. Es ist aber klebrig und bei größeren Reperaturen gehört eine gehörige Portion von "O glorios sanding" dazu. Auch scheint niemand bei GFK an Strukturelle Reperaturen zu denke. Osmosereperaturen oder Schaumkern erneuern da hört sich der Spaß dann auf.

3. Mit Abstand niedrigstes Preisniveau. Man zahlt ca. die Hälfe von Stahl.
4. Der Verkäufer muss verkaufen, bei allen anderen Materialen kann er das Boot auch in die Halle legen und auf bessere Zeiten hoffen. Das Holzschiff ist dann hin.

(4) teile ich, wobei viele Leute ihr Holzboot dann doch noch jahrlang behalten und gut behandeln,. es ist ja ein Familienmitglied. (3) teile ich nicht, Stahlschiffe sind mittlerweile recht uncool, man bekommt für wenig Geld gute Boote hintergeworfen.
Noch'n Spoiler: Ich habe 40 Jahre nur Holzboote besessen bzw. betreut, GfK erst seit 3 Jahren (und der Holzopti der Kinder steht immer noch im Schuppen). Ich mag also Holzboote, aber zum Drauf-Wohnen UND für gleichzeitig vernünftige Segelleistungen würde ich dann - bei begrenztem Budget und wenn Holz gesetzt ist - allenfalls große verleimte Kurzkieler in Betracht ziehen, die alte Wappen von Bremen wäre bspw. so ein Teil gewesen. Sonst eher eine Reinke oder große vdStadt oder irgendwas in der Art, eine große Bav oder Dufour oder... (ca. 45', dafür viel Platz).
Vielleicht habe ich gerade auch Pech und es gibt keine passenden Stahlschiffe. Aber kannst du das bitte noch näher ausführen warum du weder einen Seekreuzer noch ein Holzschiff nehmen würdest.
Ich habe noch ein paar Fragen:
1.) Wie treibt man Olympischen Sport auf low Budget Level?
2.) Warum ist ein für ein paar Jahre aufgelegte Boot, wenn gut aufgepallt, hinterher hin? Immerhin haben die Boote, die den WK2 überlebt haben, ihn genau so überlebt.
3.) Warum, glaubst Du, gibt es praktisch keine Holzklassiker in der von Dir angepeilten Größe, die so genutzt werden, wie Du es anstrebst?

Und ein Hinweis: der laufende Unterhalt eines Holzbootes ist genau so: Du fängst an, und wenn Du durch bist, fängst Du von vorn wieder an.
In jeder Wintersaison.
1. Siehe unten.
2. Schau dir doch mal die Tally Ho an. Sobald da Regenwasser von oben reinkommt kann man zusehen wie das Holz verrottet. Man kann alles reparieren und durch die schönen Formen und die interessante Geschichte fanden sich oft Liebhaber. Aber wenn du ein Holzschiff 10 Jahre auf den Hof stellst hast du danach ein major Refit vor dir.
3. Wie kommst du darauf? Momentan gibt es in Europa ca. 100 Schiffe die in Frage kommen. Wenn man unter 50 Fuß dazu nimmt explodiert das Angebot. Der Überwiegende Teil sind Eignerschiffe für 2 oder für 4 Personen. Verwechselst du die Seekreuzer eventuell mit den Rennklassen wie eben der angesprochene 12mR?

dingsbums

Kapitän

Beiträge: 562

Wohnort: Stralsund

Bootstyp: Omega 34

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16

Montag, 28. Dezember 2020, 11:09

Das ist mir ein wenig unklar. Die Preisvorstellung für ein gut restauriertes Holzboot in der angepeilten Größenordnung ist jenseits deines Budget.
Die Größe ist auch komisch:
8 KR etwa 11-12m
54 ft etwa 16,5m
58 ft etwa 17,6m
Ohne Epoxidharz würden die restaurierten KR Yachten nicht mehr segeln. Epox braucht man z.B., um verleimte Spanten zu bauen.
Die bei diesen KR Yachten meistens ersetzt werden müssen weil die Kielstruktur weich ist.

Vielleicht erstmal auf einer Holzbootswerft ein Praktikum machen, am besten Museumswerft Greifswald. Da bekommt man einen Eindruck vom Arbeitumfang und dem Können das man mitbringen muss.

Grüße Andreas

17

Montag, 28. Dezember 2020, 11:19

1.) Wie treibt man Olympischen Sport auf low Budget Level?


Genau das habe ich mich beim Lesen des Beitrages auch gefragt.

Gruß Odysseus
Solche Fragen beantworte ich prinzipiell gerne auf meinem YouTube Channel "born2sail". Das bitte als Angebot für Fragen zum Segelsport aller Art verstehen.


Eine olympische Kampagne im Nacra 17 kostet pro Jahr ca. 200-300 000€. Entscheidende Kostenpunkte sind Reisekosten und der Coach.

Was heißt Low Budget:
1. Keine Regatten Übersee: Dadurch braucht man nur ein Boot und einmal das Ersatzmaterial. Wenn man alle Events mitsegeln möchte braucht man drei Boote. Auch die Container und Flugkosten sind nicht ohne.

2. Kein Full Time Coach: Wir haben uns im Bedarfsfall einen Trainer gebucht und das Motorboot dafür gechartert. Oft haben wir auch Trainingsgruppen gebildet um die kosten für den Coach zu senken.

3. Keine Hotels und kein hin und her reisen. Die meisten Teams trainieren für zwei Wochen an einem Ort, Fliegen dann für zwei Wochen nach Hause und kommen dann wieder. Wir sind von Regatta zu Regatta gereist und waren relativ wenig zu Hause.

4. Auswahl des Trainingsrevieres. Natürlich ist es schöner den Winter auf irgend einer Insel zu verbringen. Aber dadurch steigen natürlich auch die kosten. Wir haben den Winter ab Dezember in Vilamoura trainiert und sind dann Anfang März weiter auf Palma. Von Palma über den Gardasee nach Kiel. Der Gardasee hat sich dabei als geniales Revier erwiesen. Durch die relative Sicherheit durch andere Segler muss man nicht jedes mal mit einem Coach (nicht der eigene) hinausgehen. Auch ist es ein sehr gut planbares Revier, von 14 Tagen kann man mindestens 10 Segeln.

5. Abgesehen vom Segelsport bin ich sehr bescheiden und ich brauche nicht viel Geld. Kein Ahnung wann ich das letzte Mal im Kino war, Gewand kaufe ich wenn jemand stirbt oder wenn es mir vom Leib fällt und im Jahr gehe ich verleiht 5x essen.

Mit all den Punkten sind wir mit ca. 40-50 000€ im Jahr durchgekommen. Das hat gereicht um bei der Kieler Woche im Mittelfeld zu landen, bei der italienischen Meisterschaft am Stockerl zu stehen und einen Goldmedaillengewinner zu schlagen. Wenn ich etwas ändern würde, dann würde ich noch 20-30 000€ pro Jahr in einen Full Time Coach investieren.

Mit ein Grund warum ich jetzt ein Boot suche ist, dass ich den Wohnwagen satt habe. Wir werden viel in Marseille sein und beim Club gibt es keinen Campingplatz, aber eine Marina. Auch halten sich erstaunlicherweise die Kosten für einen Liegeplatz und für Camping fast die Waage. Das ist auch der Grund warum mir der Platz an Deck wichtig ist weil ich eventuell den Nacra per Boot überstellen möchte.

Wenn euch das Thema interessiert, schreibe ich gerne mehr dazu oder mache auch hier im Forum ein Tagebuch auf. Ihr könnt mich auch gerne mit einem Abo oder Like auf YT oder Instagram unterstützen.

Genug OT, zurück zum Seekreuzer

18

Montag, 28. Dezember 2020, 11:29

O.K, du bist eine olympische Bootsklasse gesegelt.

Gruß Odysseus

19

Montag, 28. Dezember 2020, 11:31

Das ist mir ein wenig unklar. Die Preisvorstellung für ein gut restauriertes Holzboot in der angepeilten Größenordnung ist jenseits deines Budget.
Die Größe ist auch komisch:
8 KR etwa 11-12m
54 ft etwa 16,5m
58 ft etwa 17,6m
Ohne Epoxidharz würden die restaurierten KR Yachten nicht mehr segeln. Epox braucht man z.B., um verleimte Spanten zu bauen.
Die bei diesen KR Yachten meistens ersetzt werden müssen weil die Kielstruktur weich ist.
Das Angepeilte Boot stand vor einem Jahr noch um 300 000€ drinnen, hat 2018 noch einen neuen Generator bekommen und ist entweder ein Schnäppchen oder kaputt. Ich schätze, dass das irgendwie von der Bank verkauft wird und die wollen eben kein Geld investieren.

Was stimmt mit der Größe nicht? 54 Fuß ist ein 11-KR und 58 Fuß ein 12-KR. Der träum 12er um 50 000€ steht aber auf den Virgin Inseln...

Epoxidharz ist jetzt nicht der Antichrist. Aber ich arbeite prinzipiell gerne mit Holz und wenn da mal was laminiert werden muss, na gut. Mir ist auch klar, dass viele Boote im Preisrahmen bereits ein Leichenhemd bekommen haben. Der Punkt kam vielleicht falsch rüber und in einem Forum wird schnell mal etwas aufgepauscht. Es ist eher ein, ich arbeite gerne mit Holz und kein Epoxy greife ich nicht an. Das Unterwasserschiff gehört ja auch jedes Jahr gemacht und mir ist jetzt kein Segler erinnerlich, der mit Freuden ans abschleifen des alten Antifouling denkt. Genauso sehe ich das mit Harz und Glasfasermatten. Wenn es denn sein muss.

20

Montag, 28. Dezember 2020, 11:36

O.K, du bist eine olympische Bootsklasse gesegelt.

Gruß Odysseus
Ja, genau. Ich bin eine olympische Bootsklasse gesegelt. In einer Klasse die ausschließlich von Seglern betrieben wird die bei den Spielen waren oder aber sich dafür Qualifizieren wollen. Im Nacra gibt das darunter leider keine Regatten.
Der Laser ist ja auch eine olympische Bootsklasse, aber wenn du da niemals gegen Buhl oder Stipanovic segelst, an keinen Weltmeisterschaften und Weltcups teilnimmst dann bist du kein Teil vom olympischen Segelsport. Wenn du gut genug bist um mit den Leuten zu trainieren dann reden wir darüber.

Ich möchte noch dazu sagen, dass die Aussage deinerseits ziemlich respektlos, herablassend und verletzend ist. Segeln ist nunmal eine Sportart wo pro Nation nur ein Team bei den Spielen starten kann. Segelt ein Nathan Outterridge oder ein Vittorio Bissaro jetzt "nur" eine olympische Klasse weil es eben jemanden gibt der noch besser ist? Es ist das Ziel was den internationalen vom olympischen Segelsport trennt. Schon richtig, gemessen habe ich mich eher mit den asiatischen Teams, die sind dann aber zu den Spielen gefahren obwohl sie hinter mir waren. Aber auch das ist bei einem fünftes des Budgets, noch dazu aus eigener Tasche bezahlt, eine Leistung.

Aber solche Aussagen sind typisch für den Segelsport. Keine Ahnung haben aber unbedingt Werten wollen. Keiner interessiert sich für andere Klassen oder andere Segler. Keine Leistung ist gut genug und eigentlich ist man erst ab der zweiten Goldmedaille ein richtiger Regattasegler. Statt das du dich darüber freust (du hast schließlich gefragt) das ich dir hier handfeste insider informationen und Einblicke in eine ansonsten sehr verschlossene Welt biete musst du gleich mal meine Leistungen herabwürdigen. Echt super diese Seglergemeinschaft.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Olsalt« (28. Dezember 2020, 12:55)


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