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Dienstag, 23. Februar 2021, 20:21

Waarship: Das Schraubenproblem - Einschätzung der Bedeutung

Hallo zusammen,

bei den meisten älteren Waarships (welche Typen? welche Bj?) gibt es bekanntlich das Problem, dass im ganzen Boot verzinkte Schrauben verwendet wurden. Diese neigen im Alter zum rosten und drücken sich gerne aus dem Rumpf heraus. Wie ist das Problem generell einzuordnen?

  • Ist das bis zu einem gewissen Grad ein kosmetisches Problem? So wie bei den älteren GFK Booten: Etwas Osmose ist fast normal - zu viele Osmoseschäden verursachen strukturelle Schäden am Rumpf?
  • Ist das Problem in den Griff zu bekommen? Oder lässt sich der Bootstot nur verzögern?
  • Wenn dagegen angegangen werden soll: Alte Schrauben nur blank legen, spachteln aber belassen? Alte Schrauben raus und gegen Niro ersetzen? Nur sporadisch die befallenen Schrauben bearbeiten oder gleich alles sanieren?
  • Wurden die Schrauben nur für die Montage benötigt und können ggf. entfallen? Oder fällt ein Boot ohne Schrauben auseinander?

Ich habe dazu in verschiedenen Foren in DE und NL keine gute Antwort gefunden. Vielleicht hat ja hier jemand Erfahrung mit Waarship Booten.

Ahoi!

superlolle

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Dienstag, 23. Februar 2021, 21:23

Moin!

Kennst Du diese Seite?
https://www.bootstransporte-koelle.de/co…g-waarschip.php

War mal einer der führenden Waarschip-Experten in Deutschland.
Ansonsten: Ohne Schrauben geht es nicht! Sind NICHT nur für die Montage als "Heftklammern" ... Die halten die Beplankung an den Spanten!
Möglichst viele raus und neue rein.
Ein paar Alte schaden nicht. Kopf runter, mit Epoxi versiegeln.
Woher ich das weiß? Habe die vergangenen Jahre eine 725er eines Freundes mit erhalten. Die eigentlich keine minderwertigen Schrauben hätte haben dürfen. Hatte sie aber. Die meisten sind raus, die, die nicht wollten, sind jetzt mit Epoxi vergossen.
Schöne Boote, schnell und günstig. Aber: Irgendwie dann doch etwas aus der Zeit gefallen.
Mein Freund ist nun Reeder und würde diesen Job glatt aufgeben und die 725 zum fairen Preis verkaufen ;)


LG
Jan

Olaf_P32

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Dienstag, 23. Februar 2021, 21:31

Das Schraubenproblem ist eigentlich keines. Schrauben haben die schöne Eigenschaft das man sie recht einfach austauschen kann. Also ganz einfach so nach und nach die alten Schrauben gegen V4A oder Bronze tauschen. Es gab Zeiten, da gab es noch keine Niroschrauben, die Seewasserbeständig waren. Eine verz. Schraube ist auf See deutlich haltbarer als z.B. eine aus V2A. Stichwort Spannungsrisskorrosion.
Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber ist es auch lebenswert ?
:wickie:

superlolle

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4

Dienstag, 23. Februar 2021, 21:39

Schrauben haben die schöne Eigenschaft das man sie recht einfach austauschen kann.
Sag' das mal den etwa 50 Jahre alten, vergammelten Schlitz-Schrauben ... die sehen das "etwas" anders ... ;(

segler66

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5

Dienstag, 23. Februar 2021, 21:52

Moin!

Kennst Du diese Seite?
https://www.bootstransporte-koelle.de/co…g-waarschip.php

War mal einer der führenden Waarschip-Experten in Deutschland.
Ansonsten: Ohne Schrauben geht es nicht! Sind NICHT nur für die Montage als "Heftklammern" ... Die halten die Beplankung an den Spanten!
Möglichst viele raus und neue rein.
Ein paar Alte schaden nicht. Kopf runter, mit Epoxi versiegeln.
Woher ich das weiß? Habe die vergangenen Jahre eine 725er eines Freundes mit erhalten. Die eigentlich keine minderwertigen Schrauben hätte haben dürfen. Hatte sie aber. Die meisten sind raus, die, die nicht wollten, sind jetzt mit Epoxi vergossen.
Schöne Boote, schnell und günstig. Aber: Irgendwie dann doch etwas aus der Zeit gefallen.
Mein Freund ist nun Reeder und würde diesen Job glatt aufgeben und die 725 zum fairen Preis verkaufen ;)


LG
Jan


Das wäre auch meine erste Idee gewesen, den Rumpf nach eintsprechender Vorbereitung mit Epoxy zu versiegeln. Mein erstes eigenes Boot war Anfang der 90er eine Waarship 600sv, welche ich total restauriert habe ( unter Anleitung eines Bootsbauers in dessen Halle ), da waren die Schrauben noch OK, so das ich es bei einer klassischen Grundierung ( mehrfach ) belassen habe. Ich habe damals so viel gelernt und bin dem Bootsbauer noch heute dafür dankbar. Auch habe ich mit Ihm als Not am mann war mal einen Rumpf Laminiert in einer Negativ-Form. Erfahrungen welche von unschätzbaren Wert als Eigner sind.

6

Dienstag, 23. Februar 2021, 22:36

Danke für die Info. Die Seite von W. Kölle kenne ich. Dort wird aber eher der komplette Rumpf abgezogen und in einer Halle für lange Zeit getrocknet. Ist also ein sehr aufwendiges Totalrefit.

Wäre ein Kleid aus Epoxy ein Befreiungsschlag und das Problem damit für alle Zeiten gelöst? Oder wäre das Schritt zwei, nach dem refit?

7

Dienstag, 23. Februar 2021, 22:58

Mit Ausnahme von wenigen Einzelstücken vorher (es soll auch ein paar 725 getroffen haben), sind die Serien 570, 660, 730, 740, 900 davon betroffen. Ob auch die frühen 1010s, weiß ich nicht. Später ist Waarschip wohl wieder zu nichtrostendem Material zurückgekehrt und auch einige Boote der o.a. Reihen sind damit gebaut worden.

Epoxy ist gut, aber der Rumpf muss dafür trocken sein.

Hier gibt es auch noch geballtes Wissen: https://waarschippers.nl/
Notfalls auch mal mit der Werft schnacken.

superlolle

Admiral

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8

Dienstag, 23. Februar 2021, 23:31

Wäre ein Kleid aus Epoxy
Kann es sein, dass Du Epoxi und Laminat/Glasfaser in einen Topf wirfst? Es gibt kein "Kleid" aus Epoxi. Epoxi ist Harz, damit versiegelt man. Das Zeug dringt ins Holz ein und verschließt (im Idealfall) alles. Dann gibt es GfK/Laminat, damit umhüllt/überzieht man. Das Holz darunter gammelt weiter. Stichwort: Leichentuch! Ein gewaltiger Unterschied!

9

Mittwoch, 24. Februar 2021, 00:56

Na ja, nur Epoxy ohne Gelege drauf ist selten geworden. In der Regel überzieht man Rumpf/Aufbau mit Epoxy + Gelege. Insofern kann man vielleicht schon vom "Kleid" sprechen, auch wenn es wenig mit Sauerkrautmatten und Polyesterharzen zu tun hat.

10

Mittwoch, 24. Februar 2021, 07:55

Na ja, nur Epoxy ohne Gelege drauf ist selten geworden. In der Regel überzieht man Rumpf/Aufbau mit Epoxy + Gelege. Insofern kann man vielleicht schon vom "Kleid" sprechen, auch wenn es wenig mit Sauerkrautmatten und Polyesterharzen zu tun hat.


Soweit ich das bei meiner Waarschip gesehen habe und auch nach Gesprächen mit prof. Bootsbauern, ist das Konservieren mit Epoxid Harz, OHNE Glasfaser bei den Waarschips durchaus üblich.
Sind die Schrauben noch soweit ok dass sie halten, dann reicht oft eben der Abschluss von Sauerstoff. Verzinktes Material ist, wie oben geschrieben, ja auch nicht umsonst damals ausgewählt worden. Es ist eben neben der Rostproblematik sehr fest und wenn man sich das Alter der Schiffe anschaut ja auch durchaus haltbar.

Viel Spass mit einem solchen, schönen Boot!

11

Mittwoch, 24. Februar 2021, 09:26

Konservieren mit Epoxid Harz, OHNE Glasfaser bei den Waarschips durchaus üblich.
Ja, das haben wir teilweise früher (vor ca. 25 Jahren) bei unserer 725 auch gemacht, ich habe aber den Eindruck, dass heute schneller grundsätzlich mit einem zusätzlichen Gelege gearbeitet wird. Ich würde es heute vermutlich auch so machen; daher der Rat, einfach mal im holländischen Forum nachzufragen, was aktuell dort State-of-the-Art ist.

12

Mittwoch, 24. Februar 2021, 10:42

Das Problem an Rost, dass er das Holz selbst zerstört. Mahogonie etwas langsamer, Okumé (= Gabun) dafür sehr schnell.
Normalerweise, wenn man bedenkt, dass andere Mütter auch schöne Töchter haben, dass Mühe und ertrag in einem gewissen Verhältnis stehen sollten, entscheiden sich viele so, dass sie den Bootstod verzögern. Das kann mit Epoxid, ob mit oder ohne Glasfaser viele Jahre herauszögern, aber man lebt solange von der restlichen Substanz bis sie aufgezehrt ist. Sowas gilt als duchaus planbar und haben schon viele gemacht.

Rostge Schltzschrauben lassen sich - je nachdem wie gründlich das Holz bereits geschädit ist - teilweise sehr leicht herausdrehen und Schlitze lassen sich im Gegensatz zu Kreuzschlitzen oder sogar Inbus relativ gut freikratzen. Darin sehe ich das kleinere Problem. Danach muss der verbliebene Rost teils aus aus dem Holz, teils mit dem was von dem Holz übrig ist, entfernt werden. Wenn man das ergebnis der Arbeit betrachtet wäre es wahrscheinlich am einfachsten, alles zu spachteln und mit großen Karosseriescheiben zusammenzuschrauben. Genau das liegt der Hase im Pfeffer, denn Du hast quasi nichts mehr, wo ähnlich große Schrauben drin halten würden. Bei 20 oder 100 Schrauben von einem Kajütaufbau lohnt sich diie Mühe u.U. Aber da? Da hast Du unterm Strich einen besseren Stundenlohn wenn du im Urlaub nach Bangladesh fährst, T-Shits nähst und dir danach ein besseres Boot kaufst.

Das gleiche gilt für die holländische Kolibri, andere Sperrholzboote bzw. sperrholzhaltige, wobei die einfachen Knickspante oft von vorn herein mit besseren Schrauben, z.B. Bronze, gebaut wurden. Bronze gibts übrigens relativ lange, länger als verzinkte Schrauben zumindest.

Olaf_P32

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13

Mittwoch, 24. Februar 2021, 20:20

Sag' das mal den etwa 50 Jahre alten, vergammelten Schlitz-Schrauben ... die sehen das "etwas" anders ... ;(
So junge Schrauben gibt es an meinem Boot nicht. Das ist 85 :D
Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber ist es auch lebenswert ?
:wickie:

Henning

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Bootstyp: Kleines Patscheboot mit Kinderrigg, Phil Bolger "Teal", Jim Michalak "IMB"

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14

Donnerstag, 25. Februar 2021, 12:00

Zitat

Na ja, nur Epoxy ohne Gelege drauf ist selten geworden. In der Regel überzieht man Rumpf/Aufbau mit Epoxy + Gelege. Insofern kann man vielleicht schon vom "Kleid" sprechen, auch wenn es wenig mit Sauerkrautmatten und Polyesterharzen zu tun hat.
Mache ich bei jedem Sperrholzboot als Grundierung und zur Versiegelung. Gerade über die Stirnkanten kann sonst viel Feuchtigkeit ins Holz eindringen.

Auch das Einpacken des Rumpfes von außen wird nicht reichen. Wenn die Schrauben versagen, fehlt es an Stabilität. Da müsstest du auf der Innenseite an sämtlichen Kontaktflächen mit Hohlkehlen und Gewebestreifen arbeiten, also Rumpf einmal komplett von innen nackich machen. Da ist der Austausch sämtlicher Schrauben von außen + Beschichtung mit einer Lage Gewebe+Epoxy wohl schneller erledigt.
Wenn du darauf keinen Bock hast, würde ich ein bereits saniertes Boot kaufen und hoffen, dass der Voreigner sauber gearbeitet hat, besonders an den Stellen, die schon rott waren.
Suche Silva 70 UN oder Plastimo IRIS100 Handpeilkompass, Plattenanker mit um und bei 5kg, diverse Tufnolblöcke für 10mm-Tauwerk und einen guterhaltenen Jollentrailer mit ungefähr 300kg Zuladung.

15

Freitag, 26. Februar 2021, 11:49

Das Argument ist zwar völlig richtig, aber Du verwendest neues Sperrholz. Holz, das schon erste Faulstellen, sogar weiche Stellen hat, wird man mit angemessener Wartezeit niemals bis in die hinterste Ritze so trocken kriegen, dass es einer Sperrholzplatte ähnelt, die aus einer trockenen Halle stammt. Die besten Erfahrungen in Bezug auf Rest-Lebensdauer machen diejenigen, die das Boot außen, aber nicht innen beschichten. Es macht ihm ja überhaupt nichts aus, nass zu werden. Das Dauernass ist das Problem. Deswegen muss es zumindest von einer Seite aus immer gut trocknen können. Es lohnt sich deswegen auch einen kritischen Blick auf den Innenausbau zu werfen. Holzboote und sperrholzboote ohne dicke Wandverkleidungen und mit halbofffener Bilge halten viel besser als die Boote der "Trockenbauer".

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