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Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

21

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 09:12

SoF ist bei den Freunden der Grönlandkajaks beliebt, hat besegelt jdeoch ein Problem mit der Verwindung, die bei einer Flachboden-Pirogue beherrschbarer ist:
• Normalerweise leitet das Rigg irgendwo in der vorderen Hälfte Kraft ins Boot, die nach Lee gerichtet ist. Damit man nicht kentert, leitet man als Segler des Bootes etwas weiter hinten, wo man sitzt oder rumturnt, eine kompensierende Kraft nach Luv ins Boot. Schon leichtgebaute, schmale Feststoffboote stoßen dabei schnell an Grenzen. Bei einem SoF mit ein paar Schotten und Spanten wird ohne Verstrebungen, die das Cockpit queren, viel Kraft von der Außenhülle aufgenommen.
• Zusätzlich hat man eine Kraft nach achtern, wenn man die Großschot dichtnimmt. Die wird bei einer besegelten Pirogue auch mit Vorstag, den ich auch bei Cat-Takelung für sehr empfehlenswert halte, so groß, dass sich der Süllrand zwischen den Sitzduchten wölben kann.

Das alles reduziert das Segeltragevermögen. Bei meinem Leichtwindflitzer-/Tiefflieger-Projekt hatte ich zum Messen von Verwindungen und Stauchungen Segelgarn gespannt, das ich in der Mitte mit Schotsteks so verbunden hattte, dass man nach einer Erprobungsfahrt die maximale Dehnung der Strecke messen kann. Wir sind von ursprünglich unter 30 nun doch bei 35 kg für eine segelklare 22er, die ohne Zahlen zu nennnen (die letztlich doch sofort von der 1PS/m²-Segelfläche-Fraktion zerpflückt würden), atemberaubend schnell ist. Wir arbeiten an zaghaften Verstärkungen aber auch Verjüngungen, damit ohne Einbußen an den Leichtwindeigenschaften das Boot bei 6 Bft nicht nach wenigen Fahrten in Selbstgranulation übergeht. Dabei ist und bleibt das Boot nicht bocksteif, aber punktuell wirkende Kräfte werden in möglichst große Bereiche eingeleiitet.

Für Deine Pirogue hieße das, dass durchdacht positionierte Sitzduchten mit X-Streben und ein sich vom Mastbereich aus verjüngender Süllrand das Boot widerstandsfähig gegen Wind oder eben Quadratmeter machen. Auch bei einem Steckmast würde ich viel Überlegungen in eine X-förmige Abstützung des oberen Mastlochs investieren.
Ein Vorteil des Spitzgatts bzw. des Kanurumpfs ist, dass man keinen Spiegel braucht und alle Verwindungen letztlich in die Stevenverbindungen geleitet werden können. Auch ein angehängtes Ruder hat sofort viel Festigkeit. Das Boot besteht außerdem aus weniger Einzelteilen, weil außer den entfallenen Spiegel auch die Funktionen von Spanten und Wrangen weitgehend von der Kombi aus Sitzducht und Süllrand ersetzt werden. Man arbeitet fehlertoleranter und erhält ohne großen Aufwand eine gleichmäßig strakende Außenhaut, wenn man zuerst die Rumpfhülle baut, dann Stellen aufdoppelt, wo punktuell Last eingeleitet wird und dann erst den begonnenen Süllrand mit zu lamellierenden Leisten fertigstellt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur raten, den Zeitbedarf selbst für so ein einfaches Boot nicht zu unterschätzen. Lieber ein einfaches Boot optimieren und Spaß haben, als kübelweise geometrische Formen auszusägen und dann wie Lego zusammenzufügen.

Viele von diesen bedauernswerten, nach Bohr und Säg abgestimmten Anleitungen entspringen dem Geist der Burda-Moden – ergeben zwar passgenaue Zuschnitte, verlieren sich aber in meist wenig zweckmäßigen, dennoch zeitraubenden Details. Anders ausgedrückt: Lieber 40 Stunden länger denken, als 40 Stunden bohren, sägen und kleben und das alles dann hinterher auch noch transportieren zu müssen.

VG

Henning

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22

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 20:38

Moin Moderboot,

danke für deine ausführliche Erklärung. Skin on Frame scheint also einige Nachteile zu haben. Teal ist ähnlich einfach aufgebaut wie deine Pirogue. Für die Seitenteile wird z.B. lediglich eine Sperrholzplatte an der Kreissäge in 3 Streifen aufgesägt. Jeweils ein Streifen dient als Mittelteil, aus dem 3. Streifen sägen die Schüler mit einer Stichsäge dann die Ansatzstücke für Bug und Heck aus.
Diese Stücke werden dann entweder mit einer Aufdoppelung und Leim und Nägeln verbunden (laut Plan) oder mit Epoxy verklebt (Das mache ich in einer Zehn-Minutenpause, eine Woche später hat das Harz vollständig reagiert und die fertigen Seitenteile können durch die Schüler mit dem Hauptsspant verbunden werden. Danach haben wir erst das Heck zusammengezogen und verleimt/vernagelt. Eine Woche später war dann der Bug dran.

Zum zeitlichen Aufwand:
Ich gehe davon aus, dass ich mit einem Helfer das Boot inklusive Lackierung und aufriggen in 50 Stunden bauen kann.
Mit den Schülern kommen natürlich noch einige zusätzliche Stunden dazu (Material- und Werkzeugkunde, Grundbegriffe des Botsbaus, Fachbegriffe, mathematische Berechnungen).

Heute hatte ich z.B. 3 Unterrichtsstunden Zeit, um mit den Schülern am Boot arbeiten zu können. Das hat gereicht, um den Skeg und den Kiel anpassen und montieren zu können.


Gruß,

Henning

P.S.: Was mir gerade noch eingefallen ist:
Payson bezeichnet Teal als Punt. Ich würde eher von einem Sharpie reden, da Teal ja einen klar definierten Vor- und Achtersteven hat.
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Henning

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23

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 21:17

Teal - Montage der Chines, des Dollbords und des Bodens

Weiter im Text:
Die Chines und das Dollbord habe ich aus dem 40X60-Profilholz zugesägt und auf die nötige Länge geschäftet.
Die Chines bestehen aus 2 Leisten und werden mit Leim und Bootsbaunägeln befestigt. Schraubzwingen (möglichst viele) vereinfachen die Arbeit.
Das Dollbord besteht aus einer Leiste und wird wie die Chines befestigt.

Der Boden wird von den Schülern mit der Stichsäge ausgesägt. Beide Spitzen werden wieder mit einer Aufdopplung und Epoxy angeschäftet.

Befestigt wird der Boden wieder mit Leim und Nägeln.
index.php?page=Attachment&attachmentID=207800
index.php?page=Attachment&attachmentID=207801
index.php?page=Attachment&attachmentID=207802
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schwattwitt

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24

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 21:42

.................... ausprobieren, wie stabil so ein Rumpf ist. Da wir die Boote auch für die Segelausbildung an der Schule einsetzen wollen, müssen die schon eine Menge aushalten.

https://youtu.be/3Xb_21OLjHE?t=31


ein mit sogenannten "ballistischem" nylon bespannter Rumpf hält sehr sehr viel aus. Ich habe Erfahrungen mit Kajaks und Kanadiern aber nicht mit Segelbooten in dieser Bauweise.
Bin selbst im beladenen Zustand beim Anlanden, sehr unsanft von einer Welle auf den steinigen Ostseestrand bei Klütz/Boltenhagen gesetzt worden.
War nichts zu sehen am Rumpf. Etwaige Löcher lassen sich wenn überhaupt mal vorhanden auch unterwegs sehr leicht flicken.
Die leichte Flexibilität des Bootskörpers beim Paddeln fand ich eher angenehm als störend. Ich fand die Kajaks etwas steifer als z.B. Klepper Aerius Faltboote.
Beim Segeln würde ich ein unverstagtes Rig nehmen und mittels stabiler Ducht und Spanten einen Ringspant erzeugen. Den Mast durch die Ducht geführt dürfte sich die Verwindung des Bootes in Grenzen halten...

Wie sich ein unverstagtes Rigg verhält kennst Du ja ;-)

Hier sind z.B. einfache unverstagte Riggs und Sperrholzbaupläne:

http://bandbyachtdesigns.com/sail/mandyamanda/

25

Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:20

Eine schöne, solide Konstruktion euer Teal. Ob berechtigt oder nicht, erinnert er mich etwas an die Louisiana-Piroguen. Einfach gebaute Boote hatten schon immer ihren Platz.

Beim Segeln würde ich kein unverstagtes Rigg mehr nehmen, weil der Rumpf ein Vielfaches aushalten muss und sich entweder in Einzelteile zerlegt oder recht schwer wird. (60 kg Rumpfgewicht bei 7 m² sind schwer!) Der Vorteil liegt alleine beim Aufrigggen. Mit dem heutigen Diolentauwerk ist eine Verstagung auch kein derartiges Unterfangen mehr, wie zu der Zeit, als alles außer Walzterminals unbrauchbar war. Bei sehr schmalen Booten hat ein Semi-A-Mast den Vorteil, mehr Kraft direkt in die Rumpfseiten zu leiten, andererseits aber die Segelführung nur wenig zu behindern..

Je schmaler das Boot ist, umso leichter es gebaut ist, umso größer Rumpföffnungen sind, umso weniger hält sich die Verwindung des Bootes in Grenzen. Paddelboote gehorchen ganz anderen Gesetzen, weil im Verhältnis nur wenig Kraft in den Rumpf geleitet wird und Torsion in dem Maß überhaupt nicht stattfindet. Das ist nicht irgendetwas fabuliertes, sondern Beobachtungen eigener Probefahrten. Es ist sicherlich auch eine Frage davon, wie weit man geht, wie gründlich man es wissen will, ... welche Ziele man verfolgt.
– Von der KNRM gibt es eine Tabelle, die nach einer Faustformel die windstärkeabhängig wirkende Kraft pro m² Segelfläche listet. Habe ich irgendwo, aber selbst auch nur gefunden (gib alles :) )

Weil schon mehrere Baupläne verlinkt wurden, die für eine Louisiane-Pirogue auf einen Bierdeckel passen, noch eine von Wharram, die Malanesia oder die etwas längere aber sonst sehr ähnliche Tamanu von Dierking. Wie alle Flachbodenknickspante laufen sie nicht ganz so schnell wie die runderen Kollegen, sind aber schnell und einfach zu bauen.

Henning

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26

Donnerstag, 15. Dezember 2016, 16:56

Meiner Meinung nach muss ein Boot mit unverstagtem Rigg nur gut konstruiert sein.
Auf Anhieb fällt mir da der Laser (ist allerdings aus GFK) ein. Bruce Kirby, der Konstrukteur, hat übrigens auch die Norwalk Islands Sharpies konstruiert. Bis 26 Fuß haben alle unverstagte Masten. Mein 18Füßer hat 18,5qm Segelfläche. Boden besteht aus 12mm Sperrholz, die Seiten und das Deck aus 10mm. Der drehbare Mast steht in einem Edelstahlrohr. Gesamtgewichtes beträgt 800 Kilogramm, wobei der Ballastanteil bei 46% liegt. Auch bei 6-7 Windstärke verzieht sich nichts. Ein wichtiger Punkt bei so einer Konstruktion ist der flexible Mast, der Böen abfedern kann und so schon ein wenig Belastung wegnimmt.

Bei Jollen finde ich halt beim unverstagten Rigg praktisch, dass das Aufriggen eine Minutensache ist.

Gruß,

Henning
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27

Donnerstag, 15. Dezember 2016, 23:14

"Gut" ist ein gedehnter Begriff. Ein schlecht konstruiertes Boot wird mit Wanten auch nicht besser, zumindest nicht viel. Dein Boot ist ja weder besonders leicht, schmal, offen oder übertakelt. Von daher auch ohne Wanten offenbar gut konstruiert. Mit halbierter Breite vervierfachen sich schon die Kräfte auf die Rumpfhaut. Statt 12 mm 4 mm Rumpfstärke, statt 2,xx m Breite 38 cm, statt 800 kg 18 kg Hauptrumpfgewicht, bei 3 Fuß mehr Länge. Ohne Wanten, ohne Stag und ohne Trapez muuss der "gute" Konstrukteur entsprechend an Segelfläche sparen, aber lohnt sich das? Mit Wanten geht mehr und man hat mehr konstruktive Möglichkeiten. Hier z.B. zwei relativ ähnliche Boote, einmal mit flexiblem Steckmast, einmal verstagt, einmal 4,50 und nochmal 4,50. Alles gute Boote, mit einer treuen Fangemeinde.

VG

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wellensplint

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28

Freitag, 16. Dezember 2016, 06:48

Hat schon mal jemand über die rechtliche Situation nachgedacht ?
So einfach ist es nämlich nicht mit Schülern aufs Wasser zu gehen. Auch nicht am kleinen Badesee um die Ecke.
Boote Bauen ist das Eine. Da muss es für Schule dann schon ein zertifizierter Bausatz mit nachgewiesenen Stabilitätsmerkmalen sein. Damit aufs Wasserkommen, mit Schülern, ist dann noch etwas ganz anderes. Mindestens einer an Bord muss Rettungsschwimmer sein. DLRG Rettungsschwimmer Bronze ist Minimum. Und viele weitere Vorschriften vom Kultusministerium die im Vorfeld geklärt sein sollten, bevor ein Boot gebaut wird.
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29

Freitag, 16. Dezember 2016, 07:02

Gilt das auch, wenn das durch einen Segel- oder anderen Verein durchgeführt wird? Dann müsste ja jeder Segelverein einen Rettungsschwimmer mit beihaben. Solange die Kinder die vorschriftsmäßige Rettungsweste tragen, dürfte das doch den Rettunsgschwimmer erübrigen.

Ist jetzt nur so ne Theorie aus dem Bauch heraus, denn wenn wir Projekte mit der ansässigen Schule machen, ist auch kein Rettunsgschwimmer bei.

Henning

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30

Freitag, 16. Dezember 2016, 07:45

Hat schon mal jemand über die rechtliche Situation nachgedacht ?
So einfach ist es nämlich nicht mit Schülern aufs Wasser zu gehen. Auch nicht am kleinen Badesee um die Ecke.
Boote Bauen ist das Eine. Da muss es für Schule dann schon ein zertifizierter Bausatz mit nachgewiesenen Stabilitätsmerkmalen sein. Damit aufs Wasserkommen, mit Schülern, ist dann noch etwas ganz anderes. Mindestens einer an Bord muss Rettungsschwimmer sein. DLRG Rettungsschwimmer Bronze ist Minimum. Und viele weitere Vorschriften vom Kultusministerium die im Vorfeld geklärt sein sollten, bevor ein Boot gebaut wird.


Ja, habe ich! ;)

Ich bin im Besitz der Lehrbefähigung für Kanu und Segeln.
In beiden Kursen erwirbt man eine sogenannte "sportartspezifische Rettungsfähigkeit". Es müssen mindestens zwei Personen mit Lehrbefähigung dabei sein.
Eine Person kann aber durch eine andere, volljährige Person mit Rettungschwimmer Bronze oder höher ersetzt werden. Die Verantwortung liegt aber weiterhin bei der Lehrkraft.

Poste doch bitte mal einen Link zur Gesetztespassage, dass ich nur §zertifizierte Bausätze mit nachgewiesenen Stabilitätsmerkmalen" verwenden darf.
Wie sieht es denn speziell bei Kanus und Ruderbooten aus? Die brauchen ja sowieso keine Zertifizierung.
Wenn du recht hast und deine Aussage auch belegen kannst, wären eh die meisten Wassersportaktivitäten von Schulen in Schleswig-Holstein hinfällig!
Die meisten Schulen verfügen, wenn überhaupt, über altes Material vor dem Zertifizierungswahnsinn!
Außerdem hätte ich dann gerne auch mal einen Link zu "zertifizierten Bausätzen". Eine Zertifizierung kann bei Eigenbauten sowieso nur nach Fertigstellung erfolgen. Die Stabilität hängt im großen Maße von der Verbindung der Bauteile ab und die erstellt jeder "Bauherr" nun einmal selbst.

Aus diesen Gründen kann ich deine Aussage im Bezug auf die notwendige Zertifizierung 1. kaum glauben und 2. ist mir dieser Punkt relativ egal, da ich ja als Lehrer meistens eh mit einem Bein im Knast stehe, wenn ich z.B. den naturwissenschaftlichen Unterricht mit Experimenten gestalte. Im Technikunterricht ist es ähnlich, wenn man sich mal ausführlich mit dem Thema "Holzstaub" beschäftigt.
Technischer und Naturwissenschaftlicher Unterricht nur theoretisch gestaltet ist mir und vor allem unseren Kindern allerdings nicht zuzumuten, da muss man die Bestimmungen halt schon einmal etwas großzügiger auslegen.
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31

Freitag, 16. Dezember 2016, 08:06

Trotz allem noch ein Wort zu den Wanten, es war ursprünglich ein 50-Stunden-Boot gepjant, in dem wahrscheinlich 2, 3 oder 4 Kinder sitzen und etwas segeln. Ballast und Ausreitmöglichkeiten sind gemessen an der Rumpfstärke üppig. Etwa so, als würdest Du auf deinem Boot bei 5 Bft von achtern noch einen 80-Quadratmeter-Spinacker rausholen. Dein 800 kg schwerer Kajütkreuzer mit üppigem Kielballast, wird natürlich nicht in dem Maß ausgeritten. Dazu eine Rumpfkonstruktion, die wahrscheinlich eiin doppelt so großes verstagtes Rigg tragen könnte.

Informieren würde ich mich auch und, falls sonst noch jemand mitliest, das ganze am besten unter experimenteller Archäologie laufen lassen. Die afrikanischen Pirogen der Obangi sind ähnlich. Daraus dass Euer Teil mit einem Knickspant etwas kippstabiler ist, wird man Dir kaum einen Strick drehen können. Jugendarbeit ist nichts für Haftungspaniker und Vollkaksoversicherte, und trotzdem leben die meisten dort Engagierten in Freiheit. In dem Punkt schließe ich mich Hennig widerspruuchsfrei an. Vieles mündet in der Frage, ob man beim Beten rauchen darf.

Spoiler Spoiler

Fragt ein Mönch den anderen, wieso er beim Beten raucht? - Der Abt habe es ausdrücklich erlaubt, erfährt der Bruder. Ihm selbst aber hat er es verboten, obwohl er sich doch sonst so gut mit ihm versteht.
"Wie hast Du ihn gefragt?"
"Na wie wohl, ob ich beim Beten rauchen darf."
"Achso ....

Spoiler Spoiler

... ich habe ihn gefragt, ob ich beim Rauchen beten darf."



Ein Wassersportverein hat quasi seine Jugendarbeit eingestellt, weil derjenige, der als Betreuer in Frage gekommen wäre, Angst hatte, ein Kind könnte kentern uud man würde ihm die Schuld geben, wenn es sich erkältet oder dabei vom süllrand ershlagen wird, was ja schließlich täglich passiert.

VG ;)


ps.: ... bittte nicht schon wieder, haltet ein in eurer Gande, ich weiß dass unsere vielen schönen Gesetze dafür da sind, dass unser schönes Land noch lange so schön bleibt. Aber manchmal muss man beim Rauchen einfach mal beten.

columbus488

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32

Freitag, 16. Dezember 2016, 08:11

ps.: ... bittte nicht schon wieder, haltet ein in eurer Gande, ich weiß dass unsere vielen schönen Gesetze dafür da sind, dass unser schönes Land noch lange so schön bleibt. Aber manchmal muss man beim Rauchen einfach mal beten.

:thumb:

Gernegroß

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33

Freitag, 16. Dezember 2016, 09:11

Hat schon mal jemand über die rechtliche Situation nachgedacht ?

ja, ich auch. ich habe Schülersegeln in Wedel gemacht. Auch jahrelang Kinder und Jugendsegeln im Verein. Auch gibt es Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen. Das wird von den Verbänden und Kultusministerien sogar gefördert.
Immer diese nicht wissenden Bedenkenträger. :gh:
LSV SH
SVSH
Legastheniker sind auch nur Menschen (mit Rechtschreibproblemen)


Zitat Helmut Schmidt:"Der Terrorismus hat auf Dauer keine Chance, denn gegen den Terrorismus
steht nicht nur der Wille der staatlichen Organe, gegen den Terrorismus
steht der Wille des gesamten Volkes.
Dabei müssen wir alle trotz unseres Zornes einen kühlen Kopf behalten"

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34

Freitag, 16. Dezember 2016, 15:08

Jugendarbeit ist nichts für Haftungspaniker und Vollkaksoversicherte, und trotzdem leben die meisten dort Engagierten in Freiheit.

:gooost:

@Henning: Ich finde das super. Kann technisch nicht viel beitragen zu Deinem Trööt, aber mit Kids und Jugendlichen arbeite ich, seit ich selber einer war (auch schon ein paar Jahre her...)
Das liebste Totschlagargument der Bedenkenträger im Verein (und sicher auch in der Schule) ist die Haftung / mangelnde Versicherung. Wenn man einschlägige Seminare besucht, möchte man am liebsten gar nicht mehr mit Kindern arbeiten, solange kein Anwalt anwesend ist. Fakt ist: Mir sind keine Fälle bekannt, wo ein Trainer / Lehrer verknackt worden wäre, solange da nicht eine vollkommen blöd-grobe Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz im Spiel war. Vieles in der Jugendarbeit ist (jedenfalls bei uns in Niedersachsen) über den LSB abgesichert, auch Schnupperkurse mit Nicht-Mitgliedern etc.
Dass Du dich intensiv mit der Materie und möglichen Risiken (z.B. Harze, Werkzeuge) befasst, dokumentierst Du ja nicht zuletzt auch hier schon über einen längeren Zeitraum.

Tolles Projekt um Kids zu zeigen, dass man auch ohne 1,0er Abi was leisten kann und das Mathe nicht nur für die nächste Klausur taugt.Wenn ich deine Zielgruppe so ansehe, kann ich mir bildlich das breite Grinsen vorstellen, wenn die zum ersten Mal auf ihrem selbst gebauten Boot segeln. Geil.
Der Gesetzgeber fordert doch solchen Praxisbezug ein. Dazu muß man die Komfortzone Frontalunterricht verlassen und das geht nicht ohne Restrisiko. Hier habe ich auch ein gewisses (begrenztes aber vorhandenes!) Vertrauen in unsere Rechtsprechung, in den USA würde ich wahrscheinlich auch zum Haftungsneurotiker mutieren...

Kokopelli

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35

Freitag, 16. Dezember 2016, 16:16

Wenn ich deine Zielgruppe so ansehe, kann ich mir bildlich das breite Grinsen vorstellen, wenn die zum ersten Mal auf ihrem selbst gebauten Boot segeln.

Ich habe vor zwei Jahren so zufrieden grinsende Kinder in Schleimünde gesehen. Die kamen eines Tages in so ähnlichen Booten wie Henning sie bauen möchte dort auf den Strand gesegelt, bauten ihre Zelte auf und kochten ihr Essen. Der Betreuer erzählte mir, das wäre ein Wikingerprojekt das sie von Schleswig nach Schleimünde auf die Spuren der Wikinger führte. Ich war neidisch, dass man mir sowas in meiner Kindheit nie geboten hatte. Für Hennings Schüler freue ich mich sehr. Tolles Projekt!
Gruß, Klaus

querbeetrutscher

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36

Freitag, 16. Dezember 2016, 17:27

@Henning:

ich zieh meinen Hut - bin begeistert über Dein Engagement !

Du praktizierst eine gute alte Tradition, die mir in meiner Schulzeit in Meldorf den Einstieg in die Segelei ermöglichte!

Wünsche Deinen Schülern und Dir viel Erfolg beim Bootsbau und viel Spass beim Segeln!
Allerbest

Rolf


As he geiht! . :segeln: . Soltwaters .......... https://sites.google.com/site/moiwicht/

hanspi CH

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Heimathafen: Rietli Goldach CH

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37

Freitag, 16. Dezember 2016, 17:41

Hallo Henning,

Ich finde Dein Engagement toll ! Das erinnert mich an meine Heimerzieherzeit in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts. Ich kann nur von jener Zeit reden und von schweizerischen Verhältnissen.
Da unser Kinderheim in der Nähe des Hochrheins gelegen war, kamen ein ebenfalls segelnder Erzieher und ich auf die Idee, Paddelboote zu bauen. Wir verwendeten sogenannte Sharpieformen und bauten diese Boote jeder in seinem speziellen Stil. Während mein Kollege mit seinen Zöglingen ein Spantengerippe mit Sperrholzplatten überzog, versuchte ich mich an der Näh- und Klebebauweise nach Jüs Segger. Es wurden sehr stabile Boote, die wir mit Material und Mann von etwa 120 kg. beladen rheinabwärts, z. T. bei beachtlicher Strömung, fuhren. Die Boote wurden von den seepolizeilichen Behörden abgenommen. Mit Ausweis und Registriernummer versehen machten wir uns auf die Reise. Konsequent wurden auf dem Wasser Schwimmwesten getragen. Und um diese Reisen, die über eine Ferienwoche gingen, so sicher wie möglich zu machen, inszenierten wir z.B. Kentertests: Die Zöglinge hatten im Boot zu sitzen mit Spritzschutz, dann wurde das Boot gedreht und der Zögling musste unten rausschwimmen.
Da wir leicht geistig Behinderte hatten, war das nicht selbstverständlich. Doch alle bestanden den Test problemlos.
Ein Restrisiko bleibt immer, aber mit einem verantwortungsvollen Umgang im Zusammenhang mit solchen Unternehmungen ist das zu packen. Die Begeisterung bei unseren Zöglingen nach dieser Woche war auf jeden Fall enorm und bestätigte uns in solchen Vorhaben.
Schöne Grüsse hanspi CH

schwattwitt

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38

Freitag, 16. Dezember 2016, 20:38

.....dann schon ein zertifizierter Bausatz mit nachgewiesenen Stabilitätsmerkmalen sein. Damit aufs Wasserkommen, mit Schülern, ist dann noch etwas ganz anderes. Mindestens einer an Bord muss Rettungsschwimmer sein. DLRG Rettungsschwimmer Bronze ist Minimum. Und viele weitere Vorschriften vom Kultusministerium die im Vorfeld geklärt sein sollten, bevor ein Boot gebaut wird.
Dieses ganze gezertifiziere, genachweise usw.... :gh:
Wenn es nach den Leuten ginge die nur zertifizieren statt zu Leben und jede Eigenverantwortung an irgendwelche Institutionen weiterreichen....
....hätten selbst Einkaufswagen schon Airbags...


Schön das Du das Projekt machst Henning!!!!!

Wenn ich manche heutige Spielplätze sehe ohne Klettergerüste, ohne alles was Spaß macht weil es evtl. Beulen geben könnte... nur weil sich irgendwelche Stadtplaner in die Hose machen.....

Langer

Offizier

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39

Samstag, 17. Dezember 2016, 00:26

Das gilt z.Zt in Schulen

Moin Henning,
du machst ja tolle Sachen da oben in Nordfriesland.
Weiter so.
Du bist ja sehr gut informiert.
Der Vollständigkeit halber will ich hier nochmal den Link für die zur Zeit gültigen Sicherheitsvorschriften in Schulen veröffentlichen.
http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/ver…-Unterricht.pdf

Ich war sehr überrascht, dass mit Polyester- nicht aber mit Epoxidharzen gearbeitet werden darf.
Nun gut, du willst möglichst auf beides verzichten, dabei hat der moderne Kunststoff so gute Festigkeitswerte.

Weiterhin immer eine Handbreit Wasser unter den Selbstbau-Booten.
Gruß
Sönke

Henning

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40

Samstag, 17. Dezember 2016, 09:11

Moin Henning,
du machst ja tolle Sachen da oben in Nordfriesland.
Weiter so.
Du bist ja sehr gut informiert.
Der Vollständigkeit halber will ich hier nochmal den Link für die zur Zeit gültigen Sicherheitsvorschriften in Schulen veröffentlichen.
http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/ver…-Unterricht.pdf

Ich war sehr überrascht, dass mit Polyester- nicht aber mit Epoxidharzen gearbeitet werden darf.
Nun gut, du willst möglichst auf beides verzichten, dabei hat der moderne Kunststoff so gute Festigkeitswerte.

Weiterhin immer eine Handbreit Wasser unter den Selbstbau-Booten.
Gruß
Sönke


Moin Sönke,

an unserem Wasserportprofil arbeiten 4 Lehrkräfte mit, die allesamt seit dem Kindesalter Wassersportler sind. Das Projekt beschäftigt uns seit über 4 Jahren und ist in dieser Form in Schleswig-Holstein einzigartig. Natürlich haben wir eine Genehmigung vom Ministerium. Die zuständige Mitarbeiterin hat sogar den Aspekt, das wir unser Material selbst herstellen, als besonders positiv hervorgehoben.

Der von dir gepostete Link ist eine Empfehlung der KmK und dient zunächst erst einmal als Gestaltungsgrundlage für den Unterricht. Es gibt aber immer wieder Grenzfälle, die besonderer Klärung bedürfen. In solchen Fragen sollte man sich immer an die zuständige Unfallkasse des Landes wenden. Die können dir genau sagen, was machbar ist und in welchen Fällen sie dich als verantwortliche Lehrkraft in Regress nehmen. Ob Polyester mit den enthaltenen Lösungsmitteln unbedingt weniger schädlich ist, wage ich zu bezweifeln. Hat meiner Meinung nach in Kinderhänden nichts verloren.

Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich vollständig auf Epoxy verzichte.
Ich habe lediglich geäußert, dass sich die Arbeitschritte mit Epoxy auf ein Minimum beschränken sollten, da die Schüler nicht mit dem Material in Berührung kommen sollen.
Ob ich jetzt die dreiteiligen Seitenteile und den Boden damit zusammenschäfte, ob ich den Hauptspant damit klebe (Stabilitätsgründe) und ob ich hier oder da noch eine zusätzliche Hohlkehle anbringe, ist den Schülern egal, da alle wichtigen Montageschritte mit Chines, Leim, Bootsbaunägeln und Schraubzwingen erfolgen. Besonders freut sich meine Truppe darüber, wenn ich Epoxy auch gleich als Spachtel benutze und damit auch in dem Bereich die Schleifarbeiten übernehme, denn Schleifarbeiten findet fast jeder Schüler ätzend! :D
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(Leonardo da Vinci)

da darf man auch schon mal ein bisschen ein mulmiges Gefühl haben während der Nordfriese noch draußen Uno spielt :-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Henning« (17. Dezember 2016, 09:22)


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